Lebenslauf Checkliste: Diese Tricks steigern Chancen

Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – dieses Dreigespann bildet die Basis aller Bewerbungsunterlagen. Dem Lebenslauf wird dabei von Seiten der Personaler in der Regel am meisten Aufmerksamkeit geschenkt – er bildet das Herzstück jeder Bewerbung, die Pflicht sozusagen (mit dem Anschreiben als Kür). Hier werden die relevanten Laufbahn-Fakten des Bewerbers aufgelistet und seine Eignung sowie sein Mehrwert für die ausgeschriebene Stelle dokumentiert.

Entsprechend viel Aufmerksamkeit sollten Kandidaten dem Verfassen des Lebenslaufs widmen. Individuelles Anpassen an den Arbeitgeber und gezieltes Optimieren zahlen sich enorm aus. Unsere Checkliste hilft dabei…

Lebenslauf Checkliste: Diese Tricks steigern Chancen

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Lebenslauf Checkliste: Eine formal einfache Sache

Die Denkfalle, in der viele Bewerber stecken: Einmal verfasst und optimiert muss man den Lebenslauf nie wieder anfassen und anpassen. Denn im Lebenslauf geht es ja nur um den bisherigen Werdegang und dessen übersichtliche Präsentation. Daran ändert sich zwischen zwei, drei Bewerbungen ja nichts. Er also ist in jeder Bewerbung gleich. Lediglich das Anschreiben wird individualisiert. Fatal!

Natürlich geht es hier nicht um ein generelles Umschreiben der eigenen Vita. Die ändert sich in der Tat nicht. Aber die Schwerpunkte und Schlüsselbegriffe können von Stellenangebot zu Stellenangebot variieren. Und genau das ist die Chance, die Bewerber nutzen sollten – auch wenn es ein bisschen mehr Mühe macht. Rein formal folgt der Lebenslauf einem klassischen Aufbau. Grafisch könnte das Ergebnis so aussehen:

Lebenslaufaufbau-Grafik

Das wichtigste am Lebenslauf ist, dass er lückenlos ist. Folgende Angaben interessieren Personaler am meisten und gehören daher unbedingt in die Vita:

  • Persönliche Daten (Name, Geburtstag/ort, Anschrift)
  • Familienstand und Staatsangehörigkeit
  • Beruflicher Werdegang (amerikanisch: jüngste zuerst)
  • Schul- und Ausbildung (auch Wehr- oder Ersatzdienst)
  • Besondere Qualifikationen (Weiterbildung, Zertifikate, Sprachen)
  • Interessen (Mitgliedschaften, soziales Engagement, Hobbys)
  • Ort, Datum, Unterschrift

Rein formal und stilistisch ist überdies wichtig:

  • Länge: Maximal zwei Seiten
  • Kopf- und Fußzeile: Identisch in Lebenslauf und Anschreiben
  • Layout: Einheitlich (Schrift, Schriftgrößen)
  • Beruflichen Stationen: Angabe von Monat und Jahr (etwa: 01/2016)
  • Unterschrift: Mit Datum am Ende des Lebenslaufs

Was wiederum nicht ins sogenannte Curriculum vitae gehört:

  • Angaben zu Eltern oder Angehörigen
  • Beruf der Eltern
  • Gehaltsvorstellungen
  • Der Begriff „arbeitslos“ (besser: „arbeitssuchend“)
  • Persönliche Kommentare zu Positionen (nur Fakten!)

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Lebenslauf mit Botschaft: Die strategische Gestaltung

Ein formal korrekter Lebenslauf stellt allerdings nur die Basis dar. Die Chancen auf den jeweiligen Job lassen sich sofort erhöhen, wenn der Lebenslauf strategisch gestaltet und auf die jeweilige Stelle angepasst wird. Für diese Anpassung haben Sie gleich mehrere Möglichkeiten:

  • Optisches Hervorheben der relevanten Stationen
  • Ausführliches Beschreiben ausgewählter Aufgaben
  • Verwenden relevanter Fachbegriffe und Reizwörter aus der Stellenanzeige
  • Optisches Anpassen an das Unternehmen

Mit dem letzten Punkt ist vor allem die farbliche Gestaltung, der Einsatz von grafischen Elementen (die dem Unternehmensstil ähneln) und einer an das Unternehmen angepassten Schriftart gemeint. Dabei können Sie sich gut an der Website des jeweiligen Arbeitgebers orientieren. Klar, dass Sie solche optischen Anpassungen dann natürlich auch auf das Anschreiben übertragen. Die Bewerbungsunterlagen sollen ja einheitlich aussehen.

Mit etwas Fingerspitzengefühl – ohne das Layout des Unternehmens platt zu kopieren – lässt sich mit diesem Trick beim Personaler subtil der Eindruck erzeugen, Sie passen schon perfekt zum Unternehmen und dessen Kultur. Und selbst wer den Trick durchschaut, wird sich immer noch geschmeichelt fühlen, weil Sie sich ganz offenbar intensiv mit dem Unternehmen befasst und Ihre Unterlagen mit viel Mühe angepasst haben.

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Lebenslauf Checkliste: Fokussieren Sie den Inhalt

Neben den optisch-grafischen Elementen können Sie den Lebenslauf auch inhaltlich gestalten und so der Stellenanzeige annähern. Der erste Schritt zur inhaltlichen Überarbeitung des Lebenslaufs beginnt mit ein paar Fragen:

  • Welche meiner Stationen sind für die Stelle wichtig?
  • Welche Stellen spielen eine untergeordnete Rolle?
  • Welche Kompetenzen werden gesucht (Muss-Qualifikationen)?
  • Welche Fähigkeiten werden gewünscht (Kann-Qualifikationen)?
  • Wie kann ich beide durch Beispiele belegen?
  • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal für die Stelle?

Wie oben schon erwähnt, geht es nicht darum, Ihre Vita umzuschreiben oder die chronologische Reihenfolge zu ändern. Die ist nun mal so, wie sie ist. Allerdings können Sie gezielt das herausarbeiten, wonach der Leser der Bewerbung höchstwahrscheinlich zuerst suchen wird. Da man aus anderen Umfragen weiß, dass sich Personaler für die erste Durchsicht und Auswahl kaum mehr als zwei bis drei Minuten Zeit nehmen, kann das schon den entscheidenden Unterschied machen, ob Sie eine Runde weiter kommen.

Auch können Sie so Kernaussagen des Lebenslaufs durch das Anschreiben sowie durch die beigefügten Zeugnisse unterstützen und wichtige Aspekte unterstreichen. Scheinbar unwichtige Details, wie Hobbys oder soziales Engagement können dabei eine ergänzende Rolle spielen und den Gesamteindruck abrunden.

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Lebenslauf Checkliste: Bitte nicht übertreiben

All die genannten Punkte sollten trotzdem nicht dazu verleiten, es in irgendeiner Form zu übertreiben. Wie immer gilt auch hier das paracellussche Gesetz: Die Dosis macht das Gift. Zuerst wirkt alles noch authentisch, passend und rund, danach nur noch bemüht und künstlich. Bei allem Optimieren gilt die eingangs erwähnte Checkliste als oberste Leitlinie. Vermeiden sollten Sie daher…

  • eine vollständige Kopie des Corporate Designs
  • zu viel Text bei den einzelnen Stationen
  • ein Überreizen mit Schlagworten
  • ein zu aufwändiges Layout unter dem die Übersichtlichkeit leidet
  • einen Stilbruch zwischen Anschreiben und Lebenslauf

Insgesamt lohnt es sich aber, neben dem Anschreiben auch den Lebenslauf regelmäßig und für jede Bewerbung anzupassen. Keine Frage, das macht mehr Arbeit. In der Regel gibt es unter den ausgewählten Stellenangeboten aber immer ein bis drei absolute Wunsch-Arbeitgeber. Wenigstens für die sollte man den Aufwand nicht scheuen und so seine Bewerbungschancen steigern.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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18. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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