Ehrenamt im Lebenslauf: Tipps, wo und wie angeben?

Wer wenig Berufserfahrung hat, kann mit einem Ehrenamt im Lebenslauf punkten. Die meisten Personaler und Arbeitgeber schätzen soziales und ehrenamtliches Engagement. Übertreiben sollten es Bewerber damit aber nicht. Wer ein Ehrenamt im Lebenslauf angeben will, sollte genau auswählen, was zum Job passt und die Eignung für die Stelle unterstreicht. Andernfalls kann die freiwillige Arbeit sogar schaden. Wir zeigen, auf was Sie beim Ehrenamt im Lebenslauf achten müssen und wie die ehrenamtliche Tätigkeit perfekt im Werdegang eingebaut wird…

Ehrenamt im Lebenslauf: Tipps, wo und wie angeben?

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Wie wichtig ist das Ehrenamt im Lebenslauf?

Ehrenamtliche Tätigkeiten gehören in den Lebenslauf. Schließlich ist es ein nobler Zug, sich auch noch in der Freizeit für andere Menschen zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Das Ehrenamt gilt zurecht als „Rückgrat der Gesellschaft“.

Dennoch sollten Sie vorab genau prüfen, ob und welche Ehrenämter Sie in der Bewerbung und im Lebenslauf angeben. Nicht alle Ehrenämter steigern die Bewerbungschancen und andere sind auch schlicht irrelevant für die angestrebte Stelle.

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Wo steht das Ehrenamt im Lebenslauf?

Wenn Sie ein Ehrenamt im Lebenslauf erwähnen (weil es passt), konzentrieren Sie sich bitte auf maximal zwei Ehrenämter. Bei einer zu großen Anzahl stellt sich sonst die Frage, ob das Ehrenamt mit dem Fulltimejob konkurriert. Außerdem können zu viele verschiedene Interessen und Aktivitäten den Eindruck der Unstetigkeit und Sprunghaftigkeit erzeugen.

Eine eigene Kategorie im Lebenslauf bekommt das Ehrenamt in der Regel nicht. Stattdessen können Sie Ihr ehrenamtliches Engagement in einem der drei vorhandenen Abschnitte einbauen:

  1. Besondere Kenntnisse
  2. Interessen und Hobbys
  3. Persönliche Kompetenzen

Nur wenn Ihr Lebenslauf noch Platz bietet und sonst recht dünn ist, können Sie ehrenamtlichen Tätigkeiten eine eigene Kategorie mit entsprechendem Titel geben. Bewährt haben sich: „Ehrenamt“ , „Ehrenamtliche Tätigkeit“, „Ehrenamtliches Engagement“ oder „Soziales Engagement“.

Ideal ist, wenn Sie das Engagement mit einem Arbeitszeugnis oder einer Urkunde nachweisen können. So kommen Sie möglichen Rückfragen der Personaler zuvor.

Wie wird das Ehrenamt im Lebenslauf erwähnt?

Angegeben werden Ehrenämter hauptsächlich im Lebenslauf. Wenn Sie für die Bewerbung besondere Relevanz haben, können Sie auch im Anschreiben erwähnt werden. Die Angabe erfolgt nach diesem Muster:

  • Dauer oder Zeitraum der Tätigkeit
  • Art der Tätigkeit
  • Name der Einrichtung und Ort
  • Kurze Beschreibung des Ehrenamts (Aufgaben)

Das Ergebnis könnte zum Beispiel so aussehen:

Ehrenamt Lebenslauf Beispiel Tipps

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Die Vorteile vom Ehrenamt im Lebenslauf

Rund 31 Millionen Menschen engagieren sich unentgeltlich in ihrer Freizeit. Zurecht. Ehrenamtliches Engagement hat für die Bewerbung viele Vorteile:

  • Berufserfahrung
    Bewerber eignen sich dadurch viele neue Kompetenzen und Kenntnisse an, die sie später im Beruf brauchen. Das Ehrenamt kann aufgrund der praktischen Erfahrungen denselben Stellenwert wie ein Praktikum haben.
  • Soft Skills
    Ein Ehrenamt im Lebenslauf kann ein guter Beleg für soziale Kompetenzen, für die sogenannten Soft Skills und für hohes Engagement sein.
  • Alleinstellungsmerkmal
    Das Ehrenamt im Lebenslauf bietet die Chance, sich positiv von anderen Bewerbern abzuheben. Das gilt besonders für Berufsanfänger, die oft über einen ähnlichen Werdegang nach der Ausbildung oder dem Studium verfügen.
  • Karrieresprungbrett
    Ehrenämter vermitteln nicht nur Kenntnisse, sondern auch Kontakte und Netzwerke. Insbesondere Ehrenämter bei Interessen- und Berufsverbänden können sich karriereförderlich auswirken. Vitamin B hat noch nie geschadet!
  • Arbeitslosigkeit
    Ehrenamtliche Aktivität eignet sich ebenfalls bei längerer Arbeitslosigkeit. Bewerber zeigen so, dass sie nicht tatenlos waren, sondern engagiert – neben dem Einsatz für eine neue Stelle natürlich.

Die Risiken vom Ehrenamt im Lebenslauf

Beachten Sie, dass ehrenamtliches Engagement zugleich Subbotschaften transportiert. Idealerweise stellen Sie sich vorab folgende Fragen:

  • Passt das Ehrenamt zu meiner Persönlichkeit?
  • Wie wirkt das Engagement auf Menschen, die sich NICHT dafür interessieren?
  • Wird ehrenamtliches Engagement vom neuen Arbeitgeber geschätzt?
  • Passt das Ehrenamt zum ausgeschriebenen Job?
  • Kann und will ich im Anschreiben auf das Ehrenamt eingehen?

Der Lebenslauf dient NICHT dazu, eine vollständige Chronologie all bisheriger Aktivitäten aufzulisten. Vielmehr dokumentieren Sie darin Ihre Eignung für die Stelle. Folglich gehört dort nur hinein, was überzeugt. Das gilt vor allem für die freiwilligen Zusatzinformationen, wie „Interessen“, „Hobbys“, „Engagement“.

Wählen Sie also immer aus! Der Grundsatz lautet: Qualität vor Quantität. Jedes Ehrenamt im Lebenslauf braucht einen inhaltlichen Bezug zur Stelle.

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Wann sollte ich KEIN Ehrenamt im Lebenslauf angeben?

  • Schwerpunkt
    Selbst das sozial ehrenwerteste Engagement kann zum Problem werden, wenn der Eindruck entsteht, Ihr Leben besteht vor allem daraus. Während das Engagement in sozialen und kirchlichen Trägern oder in der Jugendarbeit in der Regel kein Problem darstellt, kann das Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr negative Assoziationen wecken: So sinnvoll das auch ist – Feuerwehrarbeit ist mit viel Zeit verbunden (Ist es vielleicht der eigentliche Traumberuf?). Betroffene leben gefährlich (Fällt der Mitarbeiter deshalb später für längere Zeit aus?) oder suchen gar den Kick („Von Beruf Gefahrensucher“?).
  • Quertreiber
    Ähnlich ist es mit einem Ehrenamt in einer Gewerkschaft. Je nach Stelle kann das bei manchem Arbeitgeber Skepsis wecken. Womöglich holt man sich damit einen potenziellen Störenfried ins Unternehmen… Solche Überlegungen des Arbeitgebers wollen Sie vermeiden. Sie sind bei gleichartigen Bewerbern eher ein Ausschlusskriterium.
  • Lebenslaufkosmetik
    Widerstehen Sie der Versuchung, einmalige Aktionen oder kurze Episoden sozialer Hilfe als Ehrenamt anzupreisen. Solch kosmetische Schönfärberei erkennen die meisten Personaler – und sind davon wenig begeistert.
  • Kein Bezug
    Finden Sie zwischen Ehrenamt und Job partout keinen Zusammenhang, konstruieren Sie diesen bitte auch nicht. Dann ist es besser, das Ehrenamt unerwähnt zu lassen statt auf Biegen und Brechen Qualifikationen für den Job abzuleiten.
  • Extreme Tätigkeiten
    Ein Engagement als Streetworker, Seelsorge unter Junkies oder im Jugendknast? Alles ehrenwert. Aber vielleicht zu weit weg, wenn Sie sich im Marketing oder Controlling bewerben. Solche sensiblen Tätigkeiten lassen Sie besser weg. Davon können Sie später im Job immer noch erzählen.

Bitte verstehen Sie uns richtig: Es geht nicht um den Wert des Ehrenamts. Der bleibt unbestritten. Es geht um die potenzielle Wirkung auf Dritte. Je nach Branche und Position kann es daher sinnvoll sein, manches Ehrenamt im Lebenslauf nicht aufzuführen. Im Kern muss die Aussage sein: „Das Ehrenamt ist nur eine Nebentätigkeit. Der Job, für den Sie sich bewerben, hat Ihr volles Engagement und wird dadurch nicht einschränkt.“

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Wie lässt sich das Ehrenamt im Vorstellungsgespräch begründen?

Wenn Sie nach Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Bewerbungsgespräch gefragt werden, sollten Sie ein paar kluge Antworten geben können. Das es sich hier um „Engagement“ in der Freizeit handelt, begründen Sie am besten immer mit Ihren persönlichen Werten oder einem tieferen Sinn. Gute Antworten sind zum Beispiel:

  • „Ich selbst hatte großes Glück in meinem Leben, wofür ich sehr dankbar bin. Mir ist es daher wichtig, etwas davon zurückzugeben und vor allem sozial benachteiligte Menschen zu unterstützen.“
  • „Ich teile die Werte der XY-Organisation und möchte deren Arbeit unterstützen. Da das für mich finanziell nicht möglich ist, wollte ich wenigstens einen ehrenamtlichen Beitrag leisten.“

Muss ich dem Arbeitgeber eine ehrenamtliche Tätigkeit melden?

Wenn im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag nichts anderes geregelt ist, bedarf jede entgeltliche oder unentgeltliche Nebentätigkeit der Genehmigung des Arbeitgebers.

Wenn es sich nicht um Konkurrenztätigkeit handelt und die Arbeitskraft durch den Umfang der Nebentätigkeit nicht beeinträchtigt wird, steht der Genehmigung nichts im Weg. Ohne Genehmigung riskiert der Arbeitnehmer aber eine Abmahnung, denn er hat sich nicht an arbeitsvertraglichen Verpflichtungen gehalten.

Ist die Nebentätigkeit hingegen nicht genehmigungsfähig, weil zum Beispiel eine Konkurrenztätigkeit vorliegt, kann der Arbeitgeber sogar fristlos kündigen. Kleine Ehrenämter, wie der Elternbeirat in der Schule, Elternvertreter im Kindergarten oder anderes kulturelles und karitatives Engagement gelten nicht als Nebentätigkeit, wenn keine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt wird. Die müssen Sie dem Arbeitgeber nicht melden.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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