Bewerbungsgespräch: Vorbereitung, Ablauf, Fragen, Tipps

Das Bewerbungsgespräch ist DIE große Chance auf den Traumjob. Ihre Bewerbung hat überzeugt, das Unternehmen ist neugierig auf Sie. Jetzt geht es darum, zu überzeugen und den bisher positiven Eindruck im Bewerbungsgespräch zu bekräftigen.

Nervosität und Unsicherheit können dabei zu Stolpersteinen werden. Viele Bewerber fragen sich: „Was ist wichtig für ein Bewerbungsgespräch?“ „Wie bereite ich mich am besten auf das Vorstellungsgespräch vor?“ „Wie läuft es ab?“ „Welche Fragen erwarten mich im Interview?“ Wir lassen Sie damit nicht allein! Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Bewerbungsgespräch wissen müssen: Vorbereitung, Ablauf, Dauer, Inhalte und wie Sie etwaige Fragen im Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern…

Bewerbungsgespräch: Vorbereitung, Ablauf, Fragen, Tipps

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Was ist wichtig für ein Bewerbungsgespräch?

Wer zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, hat mit seinen fachlichen Qualifikationen überzeugt. Vielleicht müssen noch ein paar Kenntnisse überprüft werden, vielleicht gibt es noch offene Fragen zum Lebenslauf. Was jetzt aber zählt, sind Ihre Persönlichkeit und Motivation. Die Kernfrage: Passen Sie als potenzieller Mitarbeiter ins Team und stimmt die sprichwörtliche Chemie? Um zu überzeugen, kommt es daher auf diese Punkte an:

  • Zeigen Sie Interesse an Job und Unternehmen.
  • Zeigen Sie sich aufgeschlossen, neugierig, motiviert.
  • Liefern Sie eine perfekte Selbstvorstellung ab.
  • Antworten Sie präzise auf den Punkt, nicht labern.
  • Zeigen Sie, dass Sie gut vorbereitet sind – durch kluge Rückfragen.
  • Bringen Sie sich aktiv ins Gespräch ein.
  • Lächeln Sie viel und bleiben Sie authentisch.

Vorstellungsgespräch Training

Auch wenn das Vorstellungsgespräch machen Bewerbern den Schweiß auf die Stirn treibt: Vieles davon lässt sich vorab üben und trainieren – sogar online. Die renommierten Bewerbungsberater Hesse/Schrader haben exklusiv für Karrierebibel-Leser einen kostenlosen 3-teiligen Kurs zum Vorstellungsgespräch-Training entwickelt. Den finden Sie hier:

Teil 1: Basiswissen & Spielregeln
Teil 2: Vorbereitung & Selbstpräsentation
Teil 3: Reagieren & überzeugen


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Bewerbungsgespräch Vorbereitung

Zwischen der Einladung zum Bewerbungsgespräch und dem Termin können Tage oder Wochen vergehen. Nutzen Sie das zur Vorbereitung! Sofern Sie das nicht schon zur Vorbereitung der Bewerbung getan haben, gilt es jetzt, ein paar Fragen über den Arbeitgeber zu recherchieren und zu beantworten. Die Fragen helfen, sich ein besseres Bild vom Arbeitgeber und dem Job zu machen. Außerdem können Sie so besser im Bewerbungsgespräch zeigen, dass Sie gut vorbereitet sind und sich intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt haben. Das quittieren Personaler mit Pluspunkten. Hilfreiche Quellen hierfür sind die Unternehmenswebsite, Twitter, Facebook, Linkedin sowie andere Accounts des Unternehmens:

  • Wie sieht die Unternehmensgeschichte aus?
  • Welche Ideale und Werte verkörpert das Unternehmen?
  • Wo liegen die Firmenstandorte (gegebenenfalls: Mutter-/Tochterfirma)?
  • Wie viele Angestellte gibt es?
  • In welchen Märkten ist das Unternehmen tätig?
  • Wo steht der Arbeitgeber aktuell wirtschaftlich?
  • Plant die Firma demnächst zu expandieren?
  • Wie sehen die Aufgaben im angestrebten Job aus?
  • Welche Erwartungen und Ziele könnten damit verbunden sein?

TIPP: Anfahrt recherchieren

Recherchieren Sie ebenfalls den Gesprächsort und Anfahrtswege. Sie wollen schließlich pünktlich erscheinen. Dazu gehören neben Bus und Bahn auch alternative Routen. Kalkulieren Sie mögliche Staus und Verspätungen ein. Notfalls einen Zug früher nehmen oder einen Tag früher anreisen und im Hotel übernachten! Fragen Sie bei der Personalabteilung VORHER nach, ob und welche Kosten das Unternehmen übernimmt. Wer das Bewerbungsgespräch am Wohnort führt, hat einen Heimbonus. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, Zeit einzuplanen und den genauen Gebäudeteil, die richtige Pforte oder Etage zu identifizieren.


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Bewerbungsgespräch Arten

Bewerbungsgespräche können unterschiedliche Formen annehmen. Je nach Art kann sich er Charakter und Ablauf des Interviews deutlich unterscheiden. Hier eine Übersicht der vier häufigsten Bewerbungsgespräch Arten:

  • Strukturiertes Interview: Beim strukturierten Interview arbeitet der Personaler seinen Fragenkatalog ab. Ziel ist, alle relevanten Bereiche abzudecken und ein Gesamtbild des Gesprächspartners zu erhalten. Vorteil für Personalentscheider: Sie können alle Bewerber danach relativ einfach miteinander vergleichen. Vorteil für Kandidaten: Strukturierte Interviews lassen sich gut vorbereiten.
  • Stressinterview: Stressfragen im Vorstellungsgespräch sollen Bewerber aus der Reserve locken. Personaler setzen Stressinterviews dann ein, wenn Sie hinter die Fassade blicken wollen – zum Beispiel, weil der Kandidat zu perfekt wirkt. Das lässt sich nutzen: Wer souverän reagiert und die Attacken pariert, stellt unter Beweis, möglichen Anforderungen gewachsen zu sein.
  • Offenes Interview: Dieses Bewerbungsgespräch folgt keinem erkennbaren Muster, sondern ähnelt vielmehr einem offenen, lockeren Gespräch. Achtung: Oft wird es bei kommunikativen Jobs eingesetzt. Der Kandidat soll beweisen, dass er oder sie ebenso ein Gespräch lenken und führen sowie Akzente setzen kann. Nachteil für Bewerber: Wer nervös und weniger spontan ist, kann an der Form scheitern.
  • Situatives Interview: Diese Form ist in Assessment Centern beliebt. Typisch: Rollenspiele bei denen sich Bewerber in arbeitstypische Situationen hineinversetzen und sie lösen müssen. Solche Bewerbungsgespräche lassen sich zwar vorbereiten, eine gewisse Spontanität wird aber erwartet.

Bewerbungsgespräch Formen: Übersicht der Unterschiede

Bewerbungsgespräch Tipps DownloadEine ausführliche Übersicht zu den unterschiedlichen Bewerbungsgesprächformen können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen, darin: offene, strukturierte und stressfragenbasierte Interviews. Mehr zum Telefoninterview bzw. Videointerview erfahren Sie in unseren verlinkten Dossiers dazu.


Download Bewerbungsgespräch Übersicht


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Bewerbungsgespräch Ablauf

Mit der Einladung zum Bewerbungsgespräch sind Sie Ihrem Traumjob einen großen Schritt näher gekommen. Denkbar sind für ein solches Bewerbungsgespräch zwei Versionen: Sie werden zum Unternehmensstandort eingeladen und führen ein sogenanntes „Präsenzinterview“. Das ist die klassische Variante. Oder Sie führen ein Telefon- oder Videointerview. Bei diesem virtuellen Bewerbungsgespräch müssen Sie nicht vor Ort anwesend sein, sondern bleiben zuhause. Unabhängig von der Art oder Form durchläuft ein Bewerbungsgespräch fast immer diese fünf Phasen:


1. Smalltalk
Dauer: ca. 5 Minuten
➠ Kurze Begrüßung
➠ Namentliche Vorstellung
➠ Frage nach Anreise & Befinden / Getränke

2. Kennenlernen
Dauer: ca. 15 Minuten
➠ Arbeitgeber stellt sich vor
➠ Unternehmen / Kultur / Produkte
➠ Beschreibung der Position und Stelle

3. Selbstpräsentation
Dauer: ca. 10 Minuten
➠ Bisheriger beruflicher Werdegang
➠ Wesentliche Meilensteine und Erfolge
➠ Stärken mit Bezug zur Stelle

4. Rückfragen
Dauer: ca. 10 Minuten
➠ Fragen zu Inhalten & Anforderungen des Jobs
➠ Fragen zu Erwartungen & Leistungsmessung
➠ Fragen zu Entwicklungschancen

5. Abschluss
Dauer: ca. 5 Minuten
➠ Dank für das Gespräch
➠ Weitere Schritte / Fristen
➠ Verabschiedung


Anzahl der Teilnehmer

Wie viele Personen und Teilnehmer Ihnen im Bewerbungsgespräch gegenübersitzen, hängt von der angestrebten Position und der Betriebsgröße ab: Je höher die Stelle in der Hierarchie angesiedelt ist und je größer das Unternehmen, desto größer der Personenkreis. Unter Umständen können auch der Betriebsrat sowie die Schwerbehindertenvertretung hinzugezogen werden. Grundsätzlich gilt: Die Anzahl der Unternehmensvertreter steigt mit der Wertigkeit der Stelle.

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Bewerbungsgespräch Dauer

Wie lange ein Bewerbungsgespräch dauert, hängt von der Gesprächsform und der Stelle ab, auf die Sie sich bewerben. Bewerbungsgespräche für höhere Positionen und für Führungskräfte dauern in der Regel länger als solche für Sachbearbeiter. Im Durchschnitt dauert ein Vorstellungsgespräch zwischen 30 und 45 Minuten. Es kann aber auch länger als eine Stunde dauern. Das muss nicht mal ein schlechtes Zeichen sein: Je länger es dauert, desto stärker ist man an Ihnen interessiert, zieht Sie in die engere Wahl und möchte mehr über Sie erfahren, um ganz sicher zu sein.

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Bewerbungsgespräch Kleidung

Fachwissen, Sozialkompetenz und Persönlichkeit sind bei der Bewerbung ausschlaggebender als ein tadelloses Outfit. Dennoch kann die Kleidung Ihre Professionalität unterstreichen, den Auftritt abrunden und so ein rundum stimmiges Bild abliefern – oder auch nicht. Stilbrüche erzeugen ein Störgefühl und können bei zwei ansonsten gleichstarken Kandidaten den Ausschlag geben.

Wer in Kleidern steckt, die nicht zu seiner Persönlichkeit passen, wirkt tendenziell verkleidet, verkrampft, künstlich. Geübte Personaler nehmen eine solche Maskerade in der Regel wahr. Ein offizielles Business-Outfit sollte es dennoch sein. Dazu gehören alle Basics der Körperhygiene: frisch geduscht, saubere Hände und Nägel, gepflegter Haarschnitt und – falls bei Männern vorhanden – ein ordentlich getrimmter Bart. Ansonsten versuchen Sie auf den Karriereseiten des Unternehmens (auf Linkedin oder Instagram) den firmeneigenen Dresscode zu analysieren. Mehr zu Dresscodes und professioneller Kleidung im Bewerbungsgespräch lesen Sie hier ➠ Was soll ich zum Bewerbungsgespräch anziehen?

Faustregeln für das Outfit im Vorstellungsgespräch

Was ankommt und was nicht, variiert von Branche zu Branche und Unternehmen zu Unternehmen. Als Faustregel können Sie sich aber merken:

  • Konservative Branchen, wie zum Beispiel Banken und Versicherungen bevorzugen beim Drescoode Anzug beziehungsweise Hosenanzug und Kostüm.
  • Moderne, kreative Branchen, wie zum Beispiel Medien und Werbeagenturen sehen den Dresscode lockerer und mögen auch (Smart) Casual.
  • Kleiden Sie sich immer für den Job, den Sie möchten – nicht für den, den Sie schon haben.

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Bewerbungsgespräch Inhalt: Überzeugen 5 Phasen

Im Bewerbungsgespräch sind Kandidaten von Anfang bis Ende nervös. Das ist völlig normal. Schließlich geht es für Sie um den Traumjob, die berufliche Zukunft, ein festes Einkommen. Die Nervosität zeigt also nur, dass Sie den Job wirklich wollen. Die gute Nachricht ist: Da das Bewerbungsgespräch vom Personalentscheider (als Gastgeber) geleitet wird, dürfen mehr reagieren als agieren.

Das beginnt bereits bei der Begrüßung: Laut Knigge reicht der Personaler Ihnen die Hand zuerst, Sie ergreifen diese nur. Der Personaler bietet Ihnen einen Platz an, Sie setzen sich. Und so weiter. Bevor wir auf die einzelnen Phasen und Inhalte im Bewerbungsgespräch eingehen: Entspannen Sie bitte. Sie dürfen und sollen bei allem Sie selbst bleiben. Niemand gewinnt, wenn beide nach der Einstellung feststellen, dass Sie nicht zueinander passen. So überzeugen Sie und meistern die einzelnen Phasen im Ablauf des Bewerbungsgesprächs…

Der erste Eindruck im Bewerbungsgespräch zählt

Im Bewerbungsgespräch sind die ersten Sekunden entscheidend. Es gibt Studien, die sagen, Personaler entscheiden schon in den ersten 100 Sekunden darüber, ob der oder die Bewerber(in) den Job bekommt. Sie haben also eineinhalb Minuten Zeit für den perfekten ersten Eindruck. Wie wichtig dabei Authentizität im Bewerbungsgespräch ist und wie viel Schauspielerei erlaubt ist, erklärt die renommierte Schauspielerin und Körpersprache-Trainerin Yvonne de Bark hier im Interview:

Interview lesen (PDF)

1. Smalltalk

Das bisschen Geplänkel am Anfang sollten Sie nie unterschätzen. Es prägt den ersten Eindruck – und der entscheidet viel. Smalltalk, die Kunst des leichten Plauderns lässt sich lernen – und damit elegant jedes sprichwörtliche Eis brechen. Wichtig ist, dass Sie mit einer offenen Haltung und Körpersprache Ihrem Gegenüber signalisieren, wie sehr Sie sich auf das Gespräch freuen und sich jetzt gerne unterhalten und kennenlernen würden. Ganz zwanglos. Sie sind ja kein Bittsteller. Sie möchten zwar den Job – aber bitte auch nur, wenn er passt und die Bedingungen stimmen.

Ganz wichtig: Wenn man Ihnen ein Getränk anbietet – immer annehmen! Alles andere wirkt unhöflich bis negativ. Ein solches Angebot ist – subtil – immer auch ein Beziehungsangebot. Zweiter Tipp: Wählen Sie vorzugsweise stilles Wasser. Von Getränken mit Kohlensäure müssen Sie aufstoßen. Je nachdem, was Sie vorher gegessen haben, könnte das übel riechen.


Tipps für den Smalltalk

➠ Zu allen abwechselnd Blickkontakt halten.
➠ Immer lächeln.
➠ Kleine, positive Anekdote erzählen.
➠ Offene Fragen stellen.
➠ Niemals jammern oder über Nervosität klagen.



Professionell wirkt übrigens auch, wer zum Beispiel seine Bewerbungsunterlagen mit ins Bewerbungsgespräch bringt und sich während des Interviews Notizen macht. Natürlich sollten Sie dem Bewerbungsgespräch weiterhin folgen können. Sie signalisieren so aber Interesse am Gesagten und können später im Verlauf des Gesprächs klügere Rückfragen stellen.

2. Kennenlernen

In den meisten Fällen stellt sich erst einmal der Gastgeber vor. Also alle anwesenden Personen und Unternehmensvertreter. Anschließend das Unternehmen, dessen Hintergrund und schließlich Details zur ausgeschriebenen Stelle. Selbstverständlich folgen Sie diesen Ausführungen mit größtem Interesse, hören aufmerksam zu und nicken ab und zu zustimmend. Alles andere wäre unhöflich. Auf diese Vorstellung des Unternehmens folgen dann in der Regel typische Vorstellungsgespräch-Fragen. Davon gibt es weit über 100 verschiedene:

➠ Fragen zur Bewerbungsmotivation
➠ Fragen zu Persönlichkeit, Stärken und Schwächen
➠ Fragen zur Arbeitsweise
➠ Fragen zum Fitting und der persönlichen Chemie
➠ Spontanitätsfragen
➠ Stressfragen
➠ Fangfragen
➠ Fragen zur Führungskompetenz

Weil einige dieser Fragen in – schätzungsweise – jedem zweiten Jobinterview gestellt werden, haben wir dazu ausführliche Artikel erstellt – mit passenden Antworten und Reaktion. Diese können Sie zur Vorbereitung und Vertiefung gerne nutzen:


TIPP: Bitte nicht von „man“ sprechen!

Wer das Wörtchen „man“ im Bewerbungsgespräch zu oft benutzt, wird von Personalern schneller aussortiert. Das ist das Ergebnis einer Studie um Mark Murphy: Schlechte Kandidaten nutzten in den Jobinterviews das Wort „man“ fast viermal so oft wie die Gruppe der wahren Leistungsträger. Wer im Bewerbungsgespräch häufig von „man“ spricht, so die Forscher, wirke zudem distanziert von den eigenen Leistungen – so als würde er oder sie gar nicht über die eigenen Erfahrungen sprechen (oder gar lügen). Wesentlich erfolgreicher sei es, von „ich“ oder „wir“ zu sprechen.

Frage nach Schwächen im Vorstellungsgespräch

„Was sind Ihre Schwächen?“ – Vor kaum einer anderen Frage im Vorstellungsgespräch haben Bewerber mehr Angst. Dabei hat jeder Mensch Schwächen. Aber welche darf man jetzt nennen, ohne sich die Bewerbung und das Bewerbungsgespräch zu verhauen? Im Video erklären wir Ihnen, wie Sie sich auf die Frage nach den eigenen Schwächen vorbereiten und optimal darauf antworten. Idealerweise antworten Sie auf die Frage nach den Schwächen immer konstruktiv. Heißt: Sie beweisen Ehrlichkeit und Selbstreflexion und sagen, dass Sie sich mit Ihren Schwächen auseinandergesetzt haben und daran arbeiten:



Vorstellungsgespräch: Checkliste mit 100 Fragen

Vorstellungsgespräch ChecklisteMithilfe dieser Fragen versuchen Personaler mehr über Ihre bisherigen Erfahrungen, erworbenen Kompetenzen, Soft Skills zu erfahren – und ob Ihre Angaben in der Bewerbung wahr sind. Die Liste mit 100 typischen Fragen können Sie sich kostenlos herunterladen und zur Vorbereitung des Interviews nutzen.

Download des Fragenkatalogs

3. Selbstpräsentation

Die Selbstpräsentation (auch „Selbstvorstellung“ genannt) gehört zum festen Repertoire im Bewerbungsprozess. Irgendwann fällt der Satz: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich!“ Ein Klassiker. Und der Auftakt zu Ihrer Vorstellung. Die Selbstpräsentation dauert selten länger als fünf bis zehn Minuten. Mehr wird auch nicht erwartet. In dieser kurzen Redezeit müssen Sie das Wesentliche auf den Punkt bringen. Zum Labern bleibt keine Zeit. Es geht darum, Werbung in eigener Sache zu machen, aber auch Präsentationssicherheit zu beweisen. Denn das Präsentieren und Vorstellen von Projekten oder Ergebnissen gehört heute zu fast jedem Job. Die Selbstvorstellung bietet also schon mal einen Vorgeschmack darauf, wie Sie womöglich später, nach der Einstellung agieren.

Ablesen ist dabei tabu! Die Selbstvorstellung ist IMMER ein freier Vortrag. Das klingt schwer, lässt sich aber gut zuhause vorbereiten, üben und auswendig lernen. Folgen Sie dabei idealerweise dieser Choreografie:

1. Werdegang
➠ Selbstvorstellung (Name, Alter, Herkunft)
➠ Ausbildung/Studium, höchster Abschluss
➠ Bisherige Jobs, Erfahrungen

2. Erfolge
➠ Meilensteine des Berufslebens
➠ Besondere Qualifikationen, Zertifikate
➠ Größe Erfolge (Zahlen!)

3. Bezug zur Stelle
➠ Stärken und Talente mit Mehrwert
➠ Relevante Soft Skills
➠ Motivation für den Job

Proben Sie die Selbstpräsentation wiederholt daheim vor dem Spiegel oder als Videoaufzeichnung mit dem Smartphone. Wer selbstsicherer ist, kann dies auch vor echten Zuhörern, wie Freunden, Geschwistern, Eltern üben. Vorteil: Die geben zudem Rückmeldungen und Tipps, wie Sie wirken und was sich verbessern lässt.

4. Rückfragen

In jedem Bewerbungsgespräch kommt der Teil, in dem Sie eigene Fragen stellen können und müssen – die sogenannten Rückfragen. Eingeleitet wird diese Phase meist mit der Frage: „Haben Sie noch Fragen?“ Wann immer Ihnen diese Gelegenheit gegeben wird, sollten Sie auf keinen Fall schweigen: Sie haben bitte eigene Fragen – immer! Schon aus zwei Gründen: Dies ist eine einmalige Chance, mehr über das Unternehmen und Ihren vielleicht zukünftigen Arbeitsplatz, den Chef, dessen Anforderungen und die Kollegen zu erfahren. Und: Dies ist ein Test, der Ihr wahres Interesse an dem Job abklopft, aber auch ob und wie intensiv Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet haben.

An der Tiefgründigkeit und Cleverness Ihrer Rückfragen kann selbst ein ungeübter Personaler schnell erkennen, ob Sie nur die Stellenanzeige oder auch die Webseiten (Plural!) des Unternehmens sowie einschlägige Fachartikel dazu gelesen haben.


Warum Sie immer eigene Fragen stellen sollten

➠ Sie dokumentieren echtes Interesse.
➠ Sie beweisen, dass Sie vorbereitet sind.
➠ Kluge Fragen unterstreichen Ihre Intelligenz.
➠ Sie erfahren mehr über den Job und das Unternehmen.
➠ Wer fragt, der führt – das Gespräch.



Eigene Fragen sind das Symbol für Eigeninitiative, Selbstbewusstsein, und sie signalisieren eine professionelle Einstellung. Gute Rückfragen zu stellen, ist Ihre Pflicht. Zu den besten Rückfragen, die Sie im Vorstellungsgespräch einem Personaler stellen können, gehören zum Beispiel diese hier:

  • Wie definieren Sie Erfolg für diese Position?
  • Was erwarten Sie von dem idealen Kandidaten?
  • Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?
  • Was könnte mich an diesem Job am meisten frustrieren?
  • Wie würden Sie den Führungsstil meines Chefs beschreiben?
  • Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
  • Wie wird bei Ihnen Leistung gemessen und bewertet?
  • Wie werden bei Ihnen Talente und Stärken gefördert?
  • Warum arbeiten Sie gerne für dieses Unternehmen?
  • Wann kann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen?

Zur besseren Vorbereitung können Sie auch die folgende kostenlose Liste mit bewährten eigenen Fragen nutzen.

Rückfragen: 100 clevere eigene Fragen

PDF Download IconEs gibt auch dumme Fragen – diese gehören nicht dazu: In der folgenden Liste finden Sie rund 100 clevere Rückfragen, die Sie im Vorstellungsgespräch stellen können. Natürlich nicht alle, aber ein paar davon. Wählen Sie die für Sie besten Fragen aus und lernen Sie diese auswendig. Denn eines dürfen Sie nie: keine eigenen Fragen stellen.

Download der 100 Rückfragen

5. Abschied

Gleich ist es geschafft. Das Bewerbungsgespräch ist fast vorbei. Damit Ihnen auf den letzten Metern keine Fehler passieren, sollten Sie folgende Patzer vermeiden: Nicht wenige Bewerber reden sich bei der Verabschiedung vom Bewerbungsgespräch um Kopf und Karriere. Oft sind das überschüssige Adrenalin und die Nervosität schuld, dass man mehr sagt, als einem gut tut. Zu den schlimmsten Offenbarungen gehören ausgesprochene Seufzer der Erleichterung, wie: „Da bin ich aber froh, dass wenigstens Sie mich eingeladen haben…“ (Ups, ein Resterampe-Kandidat!) Oder: „Wie stehen meine Chancen denn jetzt so?“ (Bisher gut, jetzt klingt es plötzlich nach Bittsteller!)

Auch wenn das Herz bis zum Hals pocht: Bleiben Sie bis zur letzten Minute Profi und halten Sie die Zunge im Zaum. Das Bewerbungsgespräch endet erst, wenn Sie durch die Tür und nicht mehr in Sichtweite sind. Bekräftigen Sie bis dahin lieber Ihren Wunsch, für das Unternehmen arbeiten zu wollen. Oder bedanken Sie sich für das gute Gespräch und die angenehme Atmosphäre. Erlaubt sind auch dezente Komplimente zum Unternehmen (keine persönlichen) à la „Ich muss zugeben, Ihre Büros und das Gebäude haben mich ganz schön beeindruckt.“ Kluge Fragen zum Schluss sind zum Beispiel auch: „Was wären die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?“ „Wann kann ich frühestens mit einer Antwort von Ihnen rechnen? „Mit wem von Ihnen kann ich in Kontakt bleiben oder bei eventuellen Rückfragen auf Sie zukommen?“ Danach bleibt nur noch, sich formvollendet zu verabschieden und das Gespräch zu beenden.

Bewerbungsgespräch: Regeln für den Abschied

➠ Lächeln + für das Gespräch danken.
➠ Von allen verabschieden – namentlich.
➠ Fester Händedruck – mit Blickkontakt.
➠ Frage nach nächsten Schritten + Fristen


Bewerbungsgespräch Nachbereitung

Ist das Bewerbungsgespräch vorbei und Sie befinden Sie auf dem Heimweg, sollten sich einige Minuten zur Reflexion und Nachbereitung nehmen:

  • Wie ist das Bewerbungsgespräch gelaufen?
  • Waren Sie mit sich und Ihren Antworten zufrieden?
  • Wenn ja: Was ist gut gelaufen?
  • Wenn nein: Was würden Sie das nächste Mal besser machen?

Überlegen Sie, ob das Unternehmen auch Sie überzeugen konnte, ob alle Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet wurden. Kurz: ob es wirklich Ihr Traumjob und Wunschunternehmen ist. Wenn Sie mit dem Ablauf zufrieden waren und Sie dort arbeiten möchten, spricht nichts dagegen, sich binnen 48 Stunden nach dem Gespräch per E-Mail kurz bei dem Gesprächspartner für das freundliche Gespräch zu bedanken – mit einem klassischen Dankschreiben. Das könnte zum Beispiel so aussehen:


Sehr geehrter Herr _________,

an dieser Stelle möchte ich mich für das freundliche Gespräch am TT.MM.JJJJ bedanken, das mir die Möglichkeit gegeben hat, einige weitere interessante Einblicke in die Tätigkeit zu bekommen.

Besonders beeindruckt hat mich _________ und die kollegiale Atmosphäre. Das bestärkt mich erneut darin, dass ich Sie mit meinen Fähigkeiten [Beispiele, Qualifikationen nennen] bei _________ tatkräftig unterstützen kann.

Für weitere Fragen und Informationen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Beste Grüße nach [Firmensitz]
UNTERSCHRIFT



Sollten Sie von dem Arbeitgeber nichts mehr hören, dürfen Sie sich frühestens zwei Wochen nach dem Bewerbungsgespräch telefonisch danach erkundigen, ob es schon eine Entscheidung gibt. Mancher Ausleseprozess dauert allerdings länger. Deshalb: Bitte Geduld haben.

Der wichtigste Tipp zum Schluss lautet: Hören Sie nicht auf, sich zu bewerben! Solange die Tinte unter dem neuen Arbeitsvertrag nicht trocken ist, haben Sie keinen neuen Job. Machen Sie also weiter und geben Sie nicht auf. Wir wünschen viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: Zentangle by Shutterstock.com]

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21. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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