Bewerbungsgespräch: Vorbereitung, Ablauf, Fragen, Tipps

Das Bewerbungsgespräch ist DIE große Chance auf den Traumjob. Ihre Bewerbung hat bereits überzeugt. Das Unternehmen ist neugierig auf Sie. Jetzt geht es darum, auf den letzten Metern zu überzeugen und den positiven Eindruck im Bewerbungsgespräch zu bekräftigen.

Nervosität und Unsicherheit können dabei zu fiesen Stolpersteinen werden. Die Tücken lauern oft im Detail. Nicht wenige Bewerber fragen sich:

  • Wie kann ich mich auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten?
  • Welches ist das perfekte Outfit?
  • Welche Fragen kommen im Bewerbungsgespräch?
  • Was muss ich im Bewerbungsgespräch beachten?

Keine Bange – wir lassen Sie damit nicht allein. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Bewerbungsgespräch wissen müssen: Vorbereitung, Ablauf, Inhalte und wie Sie etwaige Fragen im Interview erfolgreich meistern…

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Bewerbungsgespräch: Vorbereitung, Ablauf, Fragen, Tipps

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Bewerbungsgespräch Ablauf

Nach erfolgreicher, schriftlicher Bewerbung kommt – hoffentlich – die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Klasse! Sie Ihrem Traumjob schon einen großen Schritt näher gekommen.

Denkbar sind für ein solches Bewerbungsgespräch zwei Formen:

  • Sie werden zum Unternehmensstandort eingeladen und führen ein sogenanntes Präsenzinterview. Das ist die klassische Variante.
  • Sie führen ein Telefon- oder Videointerview. Bei diesem virtuellen Bewerbungsgespräch müssen Sie nicht vor Ort anwesend sein, sondern bleiben zuhause.

Beide Formen benötigen unterschiedliche (technische) Voraussetzungen und stellen für Bewerber eine Herausforderung dar. Aber eine, auf die Sie sich in beiden Fällen perfekt vorbereiten können.


PDF Download IconEine ausführliche Übersicht zu den jeweiligen Bewerbungsformen können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen. Mehr zum Telefoninterview bzw. Videointerview erfahren Sie in unseren verlinkten Dossiers dazu.



Unabhängig von der Form ist der Ablauf eines Bewerbungsgesprächs meist typisch und durchläuft immer diese fünf Phasen:


Phase 1
Smalltalk
Dauer: ca. 5 Minuten
➠ Kurze Begrüßung
➠ Namentliche Vorstellung
➠ Frage nach Anreise & Befinden / Getränke

Phase 2
Kennenlernen
Dauer: ca. 15 Minuten
➠ Arbeitgeber stellt sich vor
➠ Unternehmen / Kultur / Produkte
➠ Beschreibung der Position und Stelle

Phase 3
Selbstpräsentation
Dauer: ca. 10 Minuten
➠ Bisheriger beruflicher Werdegang
➠ Wesentliche Meilensteine und Erfolge
➠ Stärken mit Bezug zur Stelle

Phase 4
Rückfragen
Dauer: ca. 10 Minuten
➠ Fragen zu Inhalten & Anforderungen des Jobs
➠ Fragen zu Erwartungen & Leistungsmessung
➠ Fragen zu Entwicklungschancen

Phase 5
Abschluss
Dauer: ca. 5 Minuten
➠ Dank für das Gespräch
➠ Weitere Schritte / Fristen
➠ Verabschiedung



Wie viele Personen und Teilnehmer Ihnen im Bewerbungsgespräch gegenübersitzen, hängt meist von der angestrebten Position und der Betriebsgröße ab: Je höher die Stelle in der Hierarchie angesiedelt ist und je größer das Unternehmen, desto größer der Personenkreis.

Unter Umständen können auch der Betriebsrat sowie die Schwerbehindertenvertretung hinzugezogen werden.

Grundsätzlich aber gilt: Die Anzahl der Unternehmensvertreter steigt mit der Wertigkeit der Stelle.

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Bewerbungsgespräch Vorbereitung

Zwischen der Einladung zum Bewerbungsgespräch und dem Termin selbst können einige Tage oder Wochen vergehen. Gut für Ihre Vorbereitung!

In dieser Zeit sollten Sie nicht nur Artikel wie diesen lesen, sondern zugleich etwas im Internet recherchieren. Sofern Sie das nicht schon zur Vorbereitung Ihrer Bewerbung getan haben, gilt es jetzt, ein paar Fragen über den Arbeitgeber zu beantworten:


  • Wie sieht die Unternehmensgeschichte aus?
  • Welche Ideale und Werte verkörpert das Unternehmen?
  • Wo liegen die Firmenstandorte (gegebenenfalls: Mutter-/Tochterfirma)?
  • Wie viele Angestellte gibt es?
  • In welchen Märkten ist das Unternehmen tätig?
  • Wo steht der Arbeitgeber aktuell wirtschaftlich?
  • Plant die Firma demnächst zu expandieren?
  • Wie sehen die Aufgaben im angestrebten Job aus?
  • Welche Erwartungen und Ziele könnten damit verbunden sein?



Fragen wie diese helfen Ihnen dabei, sich ein besseres Bild vom Arbeitgeber und dem Job zu machen. Außerdem können Sie so besser im Bewerbungsgespräch zeigen, dass Sie gut vorbereitet sind und sich intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt haben. Das quittieren Personaler immer mit Pluspunkten.

Hilfreiche Quellen hierfür sind die Unternehmenswebsite, Twitter, Facebook, Linkedin sowie andere Accounts des Unternehmens.


TIPP: Anfahrt recherchieren
Zu der Vorabrecherche gehört auch der genaue Gesprächsort und die Adresse, zu der Sie eingeladen sind. Sie wollen dort schließlich pünktlich erscheinen. Recherchieren Sie also vor dem Bewerbungsgespräch unbedingt Anfahrtswege (Bus, Bahn), alternative Routen, und kalkulieren Sie mögliche Staus und Verspätungen ein. Notfalls einen Zug vorher nehmen oder einen Tag früher anreisen und im Hotel übernachten.

Wer das Vorstellungsgespräch am Wohnort führt, hat einen Heimbonus. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, großzügig Zeit für den Weg einzuplanen. Eventuell müssen der genaue Gebäudeteil, die richtige Pforte oder Etage gesucht werden.

Bewerbungsgespräch Kleidung

Keine Frage: Fachwissen, Sozialkompetenz und Persönlichkeit sind bei der Bewerbung auch weiterhin ausschlaggebender als ein tadelloses Outfit.

Doch kann die Kleidung Ihre Professionalität unterstreichen, den Auftritt abrunden und so ein rundum stimmiges Bild erzeugen – oder auch nicht. Stilbrüche erzeugen immer ein Störgefühl und können bei zwei ansonsten gleichstarken Kandidaten den Ausschlag geben.

Wer also in Kleidern steckt, die nicht zu seiner Persönlichkeit passen, wirkt tendenziell verkleidet, verkrampft, künstlich. Außenstehende nehmen eine solche Maskerade in der Regel sofort als solche wahr – erst recht, geübte Personaler.

Das bedeutet nicht, dass man in seinem Lieblings-T-Shirt und der ausgewetzten Jeans, die schon Woodstock gesehen hat, zum Bewerbungsgespräch erscheinen sollte. Schließlich ist der Job keine Gartenparty. Ein offizielles Business-Outfit sollte es schon sein.

Dazu gehören alle Basics der Körperhygiene: frisch geduscht, saubere Hände und Nägel, ein gepflegter Haarschnitt und – falls bei Männern vorhanden – ein ordentlich getrimmter Bart.


Faustregeln für die Kleidung im Vorstellungsgespräch

Was ankommt und was nicht, variiert von Branche zu Branche und Unternehmen zu Unternehmen. Als Faustregel können Sie sich aber merken:

  • Konservative Branchen, wie zum Beispiel Banken und Versicherungen bevorzugen beim Drescoode Anzug beziehungsweise Hosenanzug und Kostüm.
  • Moderne, kreative Branchen, wie zum Beispiel Medien und Werbeagenturen sehen den Dresscode lockerer und mögen auch (Smart) Casual.
  • Kleiden Sie sich immer für den Job, den Sie möchten – nicht für den, den Sie schon haben.



Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Versuchen Sie daher sich möglichst auf den Karriereseiten der Unternehmen, auf Linkedin oder Instagram ein paar Bilder beziehungsweise Videos von Mitarbeitern vorab anzusehen, um den firmeneigenen Dresscode zu analysieren.


Übersicht: Was beim Vorstellungsgespräch anziehen?
FRAUENMÄNNER
JackeBlazerJackett
OberteilBluse/KleidHemd
SchuheBallerinas/PumpsLederschuhe
HaareOffen, besser ZopfGepflegt, auch der Bart
AccessoiresMax. 3 TeileKrawatte, Einstecktuch, Uhr, Ring



Mehr zu Dresscodes und der professionellen Kleidung im Bewerbungsgespräch lesen Sie hier:

Der erste Eindruck im Bewerbungsgespräch zählt

Im Bewerbungsgespräch sind bereits die ersten Sekunden entscheidend. Es gibt Studien, die sagen, Personaler entscheiden oft schon in den ersten 90 bis 100 Sekunden darüber, ob der oder die Bewerber(in) den Job bekommt. Sie haben also gerade einmal eineinhalb Minuten Zeit, um den optimalen ersten Eindruck zu erzielen und eine Tendenz zu Ihren Gunsten herzustellen.

Das soll nicht heißen, dass Sie den Rest des Bewerbungsgesprächs nicht mehr ernst nehmen müssen. Aber das Entree muss sitzen. Der erste Eindruck hat höchste Bedeutung – egal, ob man den Studien glaubt oder nicht.

Ein freundliches und professionelles Auftreten, ein offenes und sympathisches Lächeln, ein fester Handschlag – scheinbare Kleinigkeiten können den Unterschied ausmachen.

Wichtig ist, dass Sie mit Selbstsicherheit und Authentizität ins Bewerbungsgespräch gehen. Die oben angesprochene Vorbereitung und die richtige Kleidung im Bewerbungsgespräch helfen dabei enorm.

Apropos: Wie wichtig ist Authentizität im Bewerbungsgespräch? Und wie viel Schauspielerei ist dabei erlaubt? Dazu haben wir mit der renommierten Schauspielerin und Körpersprache-Trainerin Yvonne de Bark gesprochen. Im Interview verrät sie ein paar praktische Insidertipps:

Hier Interview lesen (PDF)


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Bewerbungsgespräch Inhalt: Überzeugen 5 Phasen

Im Bewerbungsgespräch sind Kandidaten von Anfang bis Ende nervös. Das ist völlig normal. Schließlich geht es für Sie um den Traumjob, die berufliche Zukunft, ein festes Einkommen. Die Nervosität zeigt also nur, dass Sie den Job wirklich wollen.

Die gute Nachricht ist: Da das Bewerbungsgespräch üblicherweise in typischen Phasen verläuft und vom Personalentscheider (als Gastgeber) geleitet wird, übernimmt dieser in der Regel auch die Führung im Gespräch.

Heißt: Sie dürfen mehr reagieren als zu agieren. Das beginnt bereits bei der Begrüßung: Laut Knigge reicht der Personaler Ihnen die Hand zuerst, Sie ergreifen diese nur. Der Personaler bietet Ihnen einen Platz an, Sie setzen sich. Und so weiter.

Bevor wir also auf die einzelnen Phasen und Inhalte im Bewerbungsgespräch eingehen: Entspannen Sie bitte etwas. Sie dürfen und sollen bei allem Sie selbst bleiben. Niemand gewinnt, wenn beide nach der Einstellung feststellen, dass Sie nicht zueinander passen.


TIPP: Richtiges Verhalten
Für Ihr Verhalten im Bewerbungsgespräch gibt es keine festen Regeln. Auf diese drei Aspekte achten Personaler aber immer und damit punkten Sie am meisten:

Wer sich verstellt, eine Fassade aufsetzt und versucht, nur die Schokoladenseite zu präsentieren, verliert. Interviewer interpretieren dies als unehrlich und unecht.



So überzeugen Sie und meistern die einzelnen Phasen im Ablauf des Bewerbungsgesprächs…

1. Smalltalk

Das bisschen Geplänkel am Anfang sollten Sie nie unterschätzen. Wie gesagt: Es prägt den ersten Eindruck – und der entscheidet schon viel.

Smalltalk, also die Kunst des leichten Plauderns ist keine Raketenwissenschaft. Sie lässt sich lernen – und damit elegant jedes sprichwörtliche Eis brechen.

Wichtig ist, dass Sie mit einer offenen Haltung und Körpersprache Ihrem Gegenüber signalisieren, wie sehr Sie sich auf das Gespräch freuen und sich jetzt gerne unterhalten und kennenlernen würden. Ganz zwanglos.

Nochmal: Sie sind hier kein Bittsteller! Sie möchten zwar den Job – aber bitte auch nur, wenn er passt und die Bedingungen stimmen. Das finden Sie in diesem Gespräch heraus. Nicht mehr, nicht weniger.


Tipps für den Smalltalk


➠ Zu allen abwechselnd Blickkontakt halten.
➠ Immer lächeln.
➠ Kleine, positive Anekdote erzählen.
➠ Offene Fragen stellen.
➠ Niemals jammern oder über Nervosität klagen.



Professionell wirkt übrigens auch, wer zum Beispiel seine Bewerbungsunterlagen mit ins Bewerbungsgespräch bringt und sich während des Interviews Notizen macht.

Natürlich sollten Sie dem Bewerbungsgespräch weiterhin folgen können. Sie signalisieren so aber Interesse am Gesagten und können später im Verlauf des Gesprächs klügere Rückfragen stellen.

2. Kennenlernen

In den meisten Fällen stellt sich erst einmal der Gastgeber vor. Also alle anwesenden Personen und Unternehmensvertreter. Anschließend das Unternehmen, dessen Hintergrund und schließlich Details zur ausgeschriebenen Stelle.

Selbstverständlich folgen Sie diesen Ausführungen mit größtem Interesse, hören aufmerksam zu und nicken ab und zu zustimmend. Alles andere wäre unhöflich.

Auf diese Vorstellung des Unternehmens folgen dann in der Regel typische Vorstellungsgespräch-Fragen. Davon gibt es weit über 100 verschiedene:

➠ Fragen zur Bewerbungsmotivation
➠ Fragen zu Persönlichkeit, Stärken und Schwächen
➠ Fragen zur Arbeitsweise
➠ Fragen zum Fitting und der persönlichen Chemie
➠ Spontanitätsfragen
➠ Stressfragen
➠ Fangfragen
➠ Fragen zur Führungskompetenz

Weil einige dieser Fragen in – schätzungsweise – jedem zweiten Jobinterview gestellt werden, haben wir dazu ausführliche Artikel erstellt – mit passenden Antworten und Reaktion. Diese können Sie zur Vorbereitung und Vertiefung gerne nutzen:



TIPP: Bitte nicht von „man“ sprechen!
Wer das Wörtchen „man“ im Bewerbungsgespräch zu oft benutzt, wird von Personalern schneller aussortiert. Das ist das Ergebnis einer Studie um Mark Murphy: Schlechte Kandidaten nutzten in den Jobinterviews das Wort „man“ fast viermal so oft wie die Gruppe der wahren Leistungsträger.

Wer im Bewerbungsgespräch häufig von „man“ spricht, so die Forscher, wirke zudem distanziert von den eigenen Leistungen – so als würde er oder sie gar nicht über die eigenen Erfahrungen sprechen (oder gar lügen). Wesentlich erfolgreicher sei es, von „ich“ oder „wir“ zu sprechen.


Frage nach Schwächen im Vorstellungsgespräch

„Was sind Ihre Schwächen?“ – Vor kaum einer anderen Frage im Vorstellungsgespräch haben Bewerber mehr Angst. Dabei hat jeder Mensch Schwächen.

Aber welche darf man jetzt nennen, ohne sich die Bewerbung und das Bewerbungsgespräch zu verhauen?

Im Video erklären wir Ihnen, wie Sie sich auf die Frage nach den eigenen Schwächen vorbereiten und optimal darauf antworten.

Idealerweise antworten Sie auf die Frage nach den Schwächen immer konstruktiv. Heißt: Sie beweisen Ehrlichkeit und Selbstreflexion und sagen, dass Sie sich mit Ihren Schwächen auseinandergesetzt haben und daran arbeiten.

Mehr dazu in diesem VIDEO auf Karrierebibel.TV

Machen Sie aber bitte nicht den Fehler, komplette Antworten auswendig zu lernen und diese nur noch abzuspulen. Das wirkt immer hölzern, mechanisch und unglaubwürdig.


PDF Download Icon

Vorstellungsgespräch: Checkliste mit 100 Fragen

Mithilfe dieser Fragen versuchen Personaler mehr über Ihre bisherigen Erfahrungen, erworbenen Kompetenzen, Soft Skills zu erfahren – und ob Ihre Angaben in der Bewerbung wahr sind.

Die Liste mit 100 typischen Fragen können Sie sich kostenlos herunterladen und zur Vorbereitung des Interviews nutzen.

Download des Fragenkatalogs

3. Selbstpräsentation

Die Selbstpräsentation (auch „Selbstvorstellung“ genannt) gehört zum festen Repertoire im Bewerbungsprozess. Irgendwann fällt der Satz: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich!“ Ein Klassiker. Und der Auftakt zu Ihrer Vorstellung.

Die Selbstpräsentation dauert selten länger als fünf bis zehn Minuten. Mehr wird auch nicht erwartet.

In dieser kurzen Redezeit müssen Sie das Wesentliche auf den Punkt bringen. Zum Labern bleibt keine Zeit. Es geht darum, Werbung in eigener Sache zu machen, aber auch Präsentationssicherheit zu beweisen. Denn das Präsentieren und Vorstellen von Projekten oder Ergebnissen gehört heute zu fast jedem Job. Die Selbstvorstellung bietet also schon mal einen Vorgeschmack darauf, wie Sie womöglich später, nach der Einstellung agieren.

Ablesen ist dabei tabu! Die Selbstvorstellung ist IMMER ein freier Vortrag.

Das klingt schwer, lässt sich aber gut zuhause vorbereiten, üben und auswendig lernen. Folgen Sie dabei idealerweise dieser Choreografie:


Werdegang
➠ Selbstvorstellung (Name, Alter, Herkunft)
➠ Ausbildung/Studium, höchster Abschluss
➠ Bisherige Jobs, Erfahrungen

Erfolge
➠ Meilensteine des Berufslebens
➠ Besondere Qualifikationen, Zertifikate
➠ Größe Erfolge (Zahlen!)

Bezug zur Stelle
➠ Stärken und Talente mit Mehrwert
➠ Relevante Soft Skills
➠ Motivation für den Job



Proben Sie die Selbstpräsentation wiederholt daheim vor dem Spiegel oder als Videoaufzeichnung mit dem Smartphone. Wer selbstsicherer ist, kann dies auch vor echten Zuhörern, wie Freunden, Geschwistern, Eltern üben. Vorteil: Die geben zudem Rückmeldungen und Tipps, wie Sie wirken und was sich verbessern lässt.

4. Rückfragen

In jedem Bewerbungsgespräch kommt der Teil, in dem Sie eigene Fragen stellen können und müssen – die sogenannten Rückfragen. Eingeleitet wird diese Phase meist mit der Frage:

Haben Sie noch Fragen?

Wann immer Ihnen diese Gelegenheit gegeben wird, sollten Sie auf keinen Fall schweigen: Sie haben bitte eigene Fragen – immer! Schon aus zwei Gründen:

  • Dies ist eine einmalige Chance, mehr über das Unternehmen und Ihren vielleicht zukünftigen Arbeitsplatz, den Chef, dessen Anforderungen und die Kollegen zu erfahren.
  • Dies ist ein Test, der Ihr wahres Interesse an dem Job abklopft, aber auch ob und wie intensiv Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet haben.

An der Tiefgründigkeit und Cleverness Ihrer Rückfragen kann selbst ein ungeübter Personaler schnell erkennen, ob Sie nur die Stellenanzeige oder auch die Webseiten (Plural!) des Unternehmens sowie einschlägige Fachartikel dazu gelesen haben.


Warum Sie immer eigene Rückfragen stellen sollten

➠ Sie dokumentieren echtes Interesse.
➠ Sie beweisen, dass Sie vorbereitet sind.
➠ Kluge Fragen unterstreichen Ihre Intelligenz.
➠ Sie erfahren mehr über den Job und das Unternehmen.
➠ Wer fragt, der führt – das Gespräch.



Eigene Fragen sind das Symbol für Eigeninitiative, Selbstbewusstsein, und sie signalisieren eine professionelle Einstellung. Gute Rückfragen zu stellen, ist Ihre Pflicht.

Zu den besten Rückfragen, die Sie im Vorstellungsgespräch einem Personaler stellen können, gehören zum Beispiel diese hier:

  • Wie definieren Sie Erfolg für diese Position?
  • Was erwarten Sie von dem idealen Kandidaten?
  • Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?
  • Was könnte mich an diesem Job am meisten frustrieren?
  • Wie würden Sie den Führungsstil meines Chefs beschreiben?
  • Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
  • Wie wird bei Ihnen Leistung gemessen und bewertet?
  • Wie werden bei Ihnen Talente und Stärken gefördert?
  • Warum arbeiten Sie gerne für dieses Unternehmen?
  • Wann kann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen?

Zur besseren Vorbereitung können Sie auch die folgende kostenlose Liste mit bewährten eigenen Fragen nutzen.


PDF Download Icon

Rückfragen:
100 clevere eigene Fragen

Es gibt auch dumme Fragen – diese gehören nicht dazu: In der folgenden Liste finden Sie rund 100 clevere Rückfragen, die Sie im Vorstellungsgespräch stellen können. Natürlich nicht alle, aber ein paar davon.

Wählen Sie die für Sie besten Fragen aus und lernen Sie diese auswendig. Denn eines dürfen Sie nie: keine eigenen Fragen stellen.

Zum Download der 100 Rückfragen-Ideen

5. Abschied

Gleich ist es geschafft. Das Bewerbungsgespräch ist fast vorbei. Damit Ihnen auf den letzten Metern keine Fehler passieren, sollten Sie ein paar klassische Patzer tunlichst vermeiden.

Nicht wenige Bewerber reden sich bei der Verabschiedung vom Bewerbungsgespräch um Kopf und Karriere. Oft sind das überschüssige Adrenalin und die Nervosität schuld, dass man mehr sagt, als einem gut tut. Zu den schlimmsten Offenbarungen gehören leider laut ausgesprochene Seufzer der Erleichterung, wie…

Da bin ich aber froh, dass wenigstens Sie mich eingeladen haben…

(Ups, ein Resterampe-Kandidat!)

Wie stehen meine Chancen denn jetzt so?

(Bisher gut, jetzt klingt es plötzlich nach Bittsteller!)

Richtig gemein fand ich ja die Frage zu … Ein Glück habe ich mich darauf mit dem Buch XYZ vorbereitet!

(Ja, so unauthentisch klang das auch!)

Auch wenn das Herz am Ende des Jobinterviews immer noch bis zum Hals pocht und Sie am liebsten losplaudern wollen: Tun Sie es nicht!

Bleiben Sie bis zur letzten Minute Profi und halten Sie die Zunge im Zaum. De facto endet das Bewerbungsgespräch erst, wenn Sie durch die Tür und nicht mehr in Sichtweite und auf dem Firmengelände sind.

Bekräftigen Sie solange lieber noch einmal Ihren Wunsch, für das Unternehmen arbeiten zu wollen. Oder bedanken Sie sich für das gute Gespräch und die angenehme Atmosphäre.

Erlaubt sind auch dezente Komplimente zum Unternehmen (keine persönlichen) à la…

Ich muss zugeben, Ihre Büros und das Gebäude haben mich ganz schön beeindruckt. Wurde das von einem Feng-Shui-Innenarchitekten entworfen?


Kluge Fragen zum Schluss

  • Was wären die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?
  • Wann kann ich frühestens mit einer Antwort von Ihnen rechnen?
  • Mit wem von Ihnen kann ich in Kontakt bleiben oder bei eventuellen Rückfragen auf Sie zukommen?



Setzen Sie Ihren Gesprächspartner aber bitte nie unter Druck. Als Faustregel gilt:

Frühestens zwei Wochen nach dem Jobinterview dürfen Sie sich gerne wieder telefonisch erkundigen, ob es schon eine Entscheidung gibt. Mancher Ausleseprozess dauert allerdings etwas länger.

Danach bleibt nur noch, sich formvollendet zu verabschieden und das Gespräch zu beenden.


Vorstellungsgespräch: Regeln für den Abschied


➠ Lächeln + für das Gespräch danken.
➠ Von allen verabschieden – namentlich.
➠ Fester Händedruck – mit Blickkontakt.
➠ Frage nach nächsten Schritten + Fristen



PS: Bitte beachten Sie, dass die mittleren Ablauf-Phasen auch in vertauschter Reihenfolge stattfinden können.

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Bewerbungsgespräch Nachbereitung

Ist das Bewerbungsgespräch vorbei und Sie befinden Sie auf dem Heimweg, sollten sich einige Minuten zur Reflexion und Nachbereitung nehmen:

  • Wie ist das Bewerbungsgespräch gelaufen?
  • Waren Sie mit sich und Ihren Antworten zufrieden?
  • Wenn ja: Was ist gut gelaufen?
  • Wenn nein: Was würden Sie das nächste Mal besser machen?

Überlegen Sie auch, ob das Unternehmen Sie überzeugen konnte, ob alle Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet wurden. Kurz: ob es wirklich Ihr Traumjob und Wunschunternehmen ist.

Wenn Sie mit dem Ablauf zufrieden waren und Sie dort arbeiten möchten, spricht nichts dagegen, sich binnen 48 Stunden nach dem Gespräch per E-Mail kurz bei dem Gesprächspartner für das freundliche Gespräch zu bedanken – mit einem klassischen Dankschreiben.

Das könnte zum Beispiel so aussehen:


Sehr geehrter Herr _________,

an dieser Stelle möchte ich mich für das freundliche Gespräch am TT.MM.JJJJ bedanken, das mir die Möglichkeit gegeben hat, einige weitere interessante Einblicke in die Tätigkeit zu bekommen.

Besonders beeindruckt hat mich _________ und die kollegiale Atmosphäre. Das bestärkt mich erneut darin, dass ich Sie mit meinen Fähigkeiten [Beispiele, Qualifikationen nennen] bei _________ tatkräftig unterstützen kann.

Für weitere Fragen und Informationen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Beste Grüße nach [Firmensitz]
UNTERSCHRIFT



Der wichtigste Tipp zum Schluss lautet: Hören Sie nicht auf, sich zu bewerben! Solange die Tinte unter dem neuen Arbeitsvertrag nicht trocken ist, haben Sie keinen neuen Job. Machen Sie also weiter und geben Sie nicht auf…

Wir wünschen viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: Zentangle by Shutterstock.com]

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17. Juli 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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