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Vorstellungsgespräch Schwächen: 8 clevere Antworten

„Was sind Ihre Schwächen?“ – Die Frage nach den Defiziten fällt in jedem zweiten Vorstellungsgespräch. Entsprechend gefürchtet ist sie bei Bewerbern. Jeder Mensch hat Schwächen, klar. Aber welche darf man nennen, ohne die Bewerbung und Jobchancen zu torpedieren? So unangenehm die Frage ist: Punkten können Sie bei Recruitern nur mit einer ehrlichen und reflektierten Antwort. Wie das geht? Hier finden Sie alle Tipps, Beispiele und überzeugende Antworten…


Vorstellungsgespräch Schwächen: 8 clevere Antworten

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Warum fragen Personaler nach Schwächen?

Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch zählt zu den Stressfragen. Egal, wie gut Sie sich darauf vorbereiten: Sie macht alle Bewerber nervös. Dahinter steckt aber kein böser Wille der Personaler, sondern der Versuch etwas mehr hinter Ihre Fassade und auf Ihre Persönlichkeit zu blicken.

Arbeitgeber wollen mit der Schwächen-Frage herausfinden, ob Bewerber zur Selbstreflexion fähig sind und wie Sie mit ihren Defiziten umgehen. Kein Mensch ist perfekt. Auch im Job werden Sie an Grenzen stoßen oder mit Schwächen konfrontiert. Umso wichtiger ist, dass Sie damit konstruktiv und lösungsorientiert umgehen.

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Beispiele: Wie Personaler die Frage modern tarnen

Weil die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch gefürchtet ist, wird sie gerne verschleiert. Der jüngste Trend ist, diese inkognito beziehungsweise indirekt zu stellen. Hellhörig sollten Sie werden, wenn Sie folgende Fragen hören:

  • „Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?“
    Statt direkt nach negativen Eigenschaften zu fragen, weichen Personaler auf Aussagen von Kollegen, Kunden oder Chefs aus. Erkennbarer wird das, wenn Sie gefragt werden, was andere an Ihnen kritisieren könnten.
  • „Welche Eigenschaft würden Sie an sich ändern?“
    Raffinierter ist das Interesse an den Selbstoptimierungswünschen. Hier ist die Frage nach der Schwäche schon sehr subtil versteckt.
  • „Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie belastbar sind Sie?“
    Auch Skalenfragen werden von Recruitern gerne genutzt, um Schwächen zu identifizieren. Merken Sie sich: Werte unterhalb von 7 werden als Schwäche ausgelegt, über 9 wirkt es überheblich.

Beispiel und Faustregel für die Antwort

Antworten Sie auf die Frage nach den Schwächen möglichst ehrlich und reflektiert. Zeigen Sie, dass Sie Ihre Schwächen kennen, sich damit auseinander setzen und souverän darüber sprechen können sowie längst Lösungen finden und an sich arbeiten. Dann machen Sie alles richtig.
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Vorstellungsgespräch Schwächen Liste

Diese möglichen Schwächen werden oft im Vorstellungsgespräch genannt und sind relativ harmlos. Dennoch besteht die Gefahr, dass sie nach „Standardantwort“ klingen. Wir empfehlen daher eine andere Antwortform.

  • Noch wenig Berufserfahrung
  • Lücke im Lebenslauf
  • Nervosität vor Publikum
  • Schlechtes Namengedächtnis
  • Schlechter Orientierungssinn
  • Nicht Nein sagen können
  • Zu viel auf einmal vornehmen
  • Zum Chaos neigen
  • Zu gutmütig
  • Zu ehrgeizig
  • Zu direkt
  • Zu ruhig
  • Zu zurückhaltend
  • Ungern telefonieren
  • Manchmal stur
  • Raucher/in

Keine Floskeln und Standardantworten!

Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch verführt Bewerber gerne zu Floskeln. Typische und schlechte Antworten sind:

  • „Ich bin zu perfektionistisch.“
  • „Ich bin ungeduldig.“
  • „Ich arbeite zu viel, bin Workaholic.“
  • „Ich bin sehr ehrgeizig.“
  • „Schokolade!“
  • „Ich habe keine nennenswerten Schwächen.“
  • „Dazu fällt mir nichts ein.“

Auf solche Antworten reagieren Personaler ebenso verschnupft wie Schleimhäute auf Grippeviren. Sie erkennen darin mangelnde Vorbereitung oder Überheblichkeit. Versuchen Sie bitte NIE, eine Stärke in eine vermeintliche Schwäche umzuformulieren, sodass Sie wieder glänzen. Die Masche zieht nicht und wird längst durchschaut.

Keine relevanten Schwächen nennen!

Beispiele für gute Antworten auf die Frage nach den eigenen Schwächen gibt es viele. Die besten laufen stets auf dieselbe Antwort-Formel hinaus: Ehrlichkeit – gepaart mit gutem Vorsatz. Heißt: Geben Sie eine Schwäche zu und erklären Sie sofort, wie sie damit konstruktiv umgehen. So lassen sich temporäre Schwächen nicht nur positiv darstellen. Sie selbst beweisen Lernwillen und Lernfähigkeit – eine gute Voraussetzung für persönliches Wachstum. Top!

Nennen Sie aber nie relevante Schwächen! Ein Zimmermann, der nicht schwindelfrei ist? Eine Krankenschwester, die ungeduldig ist? Ein Kundenberater, der andere gerne belehrt? Solche Schwächen disqualifizieren Sie für den Job! Die genannten Schwächen dürfen für die angestrebte Stelle niemals zu den Kernkompetenzen und Schlüsselqualifikationen zählen. Sonst sind Sie raus.

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Vorstellungsgespräch Schwächen Beispiele + Antworten

Stehen Sie zu Ihren Macken, Marotten und Mängeln. Was Personaler im Vorstellungsgespräch hören wollen, ist, ob Sie ehrlich (zu sich) und selbstkritisch sind. Beides sind Indizien für spätere Leistungsträger und hohe Intelligenz. Tatsächlich gibt es einige sympathische Schwächen, die Sie ruhig zugeben können. Hier einige Beispiele und Tipps für gute Antworten:

Schwäche: Präsentieren

„Ich habe Probleme damit, vor größerem Publikum zu sprechen. Ich bin dann oft nervös und fühle mich unwohl. Aber ich versuche das in den Griff zu bekommen. Deshalb habe ich einen Rednerkurs bei einem namhaften Coach belegt.“

Problematisch wäre die Schwäche nur, wenn Sie im neuen Job öfter vor Gruppen referieren müssen – etwa als Pressesprecher oder Lehrerin. Passiert das nur selten – etwa in Meetings -, hält sich das Handicap in Grenzen. Indem Sie erzählen, dass Sie Rhetorik-Kurse besuchen oder Seminare für Präsentationstechnik absolvieren, wird die Schwäche gar zur baldigen Stärke. Nicht zuletzt, weil Sie ganz offenbar in sich Zeit und Geld investieren.

Schwäche: Durchsetzen

„Es fällt mir schwer, meine Meinung in einer großen Runde zu vertreten. Vor allem, wenn ich mich alleine gegen andere durchzusetzen soll. Meistens suche ich mir dann im Vorfeld Kollegen, die ich im Vier-Augen-Gespräch überzeugen kann und die mich später unterstützen.“

Zugegeben, Durchsetzungsfähigkeit ist das, was man von künftigen Führungstalenten erwartet. Aber wer kann das schon auf Anhieb? Wer Teile des Teams im Vorfeld überzeugt, steht in der großen Runde nicht alleine da. Das beweist sogar strategisches Denken – trotz Schwäche. Und wer Kollegen überzeugen kann, hat grundsätzlich gute Argumente und braucht vielleicht nur noch etwas Rhetorik-Training.

Schwäche: Organisieren

„Gelegentlich fällt es mir schwer, organisiert zu bleiben. Um den Überblick zu behalten, habe ich die ToDo-Liste für mich neu entdeckt. Seit ich diese Listen jeden Morgen anfertige, priorisiere und abarbeite, bin ich strukturierter und produktiver.“

Einen Chaoten mag zwar keiner einstellen, das riecht nach Durcheinander und verpassten Deadlines. Durch die obige Antwort und Erklärung präsentieren Bewerber aber eine sinnvolle Lösung und Problem, das kaum noch eines ist.

Schwäche: Konzentrieren

„Eine starke Geräuschkulisse wie im Großraumbüro kann dazu führen, dass ich mich schlecht konzentrieren kann. Inzwischen habe ich mir aber Gegenschall-Kopfhörer zugelegt. Den Tipp gab mir eine Kollegin. Damit habe ich das praktisch komplett im Griff.“

Für jedes Problem, jede (vermeintliche) Schwäche gibt es eine Lösung. Gut, wenn man sie selber findet. Das Beispiel zeigt: Sie können im Vorstellungsgespräch auch ehemalige Schwächen nennen – erst recht, wenn Sie damit so souverän umgehen konnten.

Schwäche: Übersetzen

„Manchmal fehlen mir englische Fach-Vokabeln. Damit meine Fremdsprachenkenntnisse nicht einrosten, habe ich zusammen mit ein paar Freunden eine Gruppe gegründet, in der wir uns einmal pro Woche treffen, um nur Englisch zu sprechen und zu trainieren. Darunter ist auch ein Native Speaker. Das hilft sehr.“

Wieder dasselbe Prinzip: Die Schwäche mag „manchmal“ noch auftreten. Aber die Ursache ist längst erkannt, und Sie arbeiten gezielt daran. Dazu im Team mit anderen. Mehr noch: Sie haben die Gruppe selber gegründet. Mehr Engagement und Führungsstärke geht nicht.

Schwäche: Eigenbröteln

„Ich kann wunderbar im Team arbeiten. Um kreativ zu werden oder neue Ideen zu entwickeln, brauche ich aber meine Ruhe und ziehe mich gerne zurück. Das Ergebnis bespreche ich aber natürlich wieder mit den Kollegen und kann dann auch mit Kritik umgehen.“

Eigenbrötler haben einen schlechten Ruf. Zu Unrecht. Trotzdem müssen Sie gegen das Klischee argumentieren. Aber ein Homeoffice-Tag pro Woche oder gelegentliche geistige Quarantäne-Zeiten bedeuten keine Störung des Betriebsfriedens. Wahrscheinlich haben Sie so schon einige Erfolge in bisherigen Jobs oder Projekten erzielt. Erzählen Sie davon!

Schwäche: Fokussieren

„Ich habe gleich ein paar Schwächen: 111, 222, 333. Aber offen gestanden investiere ich meine Energie mehr in meine Stärken und baue diese aus. Und zwar so und so und so…“

Dieses Beispiel ist mutig. Die Antwort darf auf keinen Fall so klingen, als seien Sie arrogant. Der entscheidende Punkt ist, dass Sie die Frage nach den Schwächen ummünzen und andere Prioritäten setzen: Nicht Kraft und Zeit in Schwächen investieren, sondern Stärken stärken. Damit das keine Worthülse bleibt, sollten Sie aber konkret belegen, wie Sie an sich arbeiten.

Schwäche: Nachholen

„Es gibt da diese neue Social Media App – TikTok. Ich muss zugeben, dass ich mich damit noch überhaupt nicht auskenne. Aber ich habe mir vorgenommen, mich in den nächsten Tagen damit intensiv zu beschäftigen“

Für einen angehenden Social Media Manager mag das ein Manko sein. Andererseits entstehen ständig und überall neue Trends. Sie können also ruhig zugeben, wenn sie eine neue, hippe App oder Programmiersprache noch nicht beherrschen – solange Sie das bekennend nachholen wollen. Damit offenbaren Sie keine Schwäche, sondern tatsächlich einen hohen Selbstanspruch, Trends rechtzeitig aufzugreifen.

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Schwächen im Vorstellungsgespräch: Falsche Antworten

Dosierte Ehrlichkeit ist zwar die beste Strategie, wenn es darum geht, im Vorstellungsgespräch Schwächen zu offenbaren. Schaden kann ein gesundes Selbstbild nie. Es gibt allerdings Antworten und Reaktionen auf die Bewerberfrage, die Sie auf keinen Fall geben beziehungsweise zeigen sollten.

  • Seelenstriptease
    Keiner verlangt, dass Sie ausführlich über Ihre Unzulänglichkeiten referieren. Maximal zwei Schwächen dürfen Sie nennen. Mehr aber bitte nicht. Erlaubt ist dagegen, eine Schwäche durch (einschränkende) Adjektive, wie „hin und wieder“, „gelegentlich“, „vereinzelt“, „stellenweise“ oder „manchmal“ zu relativieren.
  • Humor
    Humor kann zwar Vieles entschärfen. In der Bewerbung und im Jobinterview erwarten Personaler an dieser Stelle aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Schwächen.

Witzige Antworten auf die Frage nach den Schwächen

Bei diesen Alternativ-Antworten dürfen Sie schmunzeln – zur Nachahmung empfehlen wir sie aber NICHT. Also: „Was ist Ihre größte Schwäche?“

  • „Können Sie die Frage wiederholen? Ich höre nicht immer zu.“
  • „Wie viel Zeit haben Sie?“
  • „Tja, wo soll ich anfangen?“
  • „Darf ich einen Telefonjoker anrufen?“
  • „Meine größte Schwäche: Ungeduld. Habe ich jetzt den Job?“
  • „Meine größte Schwäche: mein Bankkonto!“
  • „Zerstören Sie doch bitte nicht meine Jobchancen!“

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Schwächen im Lebenslauf erklären

Ein lückenloser und übersichtlicher Lebenslauf weist auf den ersten Blick kaum Schwächen auf. Diese verbergen sich in den Details: Vielleicht haben Sie zwischendurch das Studienfach gewechselt, weil es nicht passte. Oder Sie haben ein fachfremdes Praktikum absolviert, um sich beruflich zu orientieren. Oder Sie haben eine Probezeit abgebrochen. Alles kein Beinbruch! Aber es kann Fragen aufwerfen.

Versuchen Sie bitte nie, den Lebenslauf zu beschönigen. Das kann später sogar den Job kosten. Machen Sie sich die Schwachpunkte im Lebenslauf bewusst und überlegen Sie sich hierfür eine sinnvolle Erklärung. Erklärung – keine Rechtfertigung! Und schon gar keine Schuldzuweisungen. Sie haben vielleicht mal einen Fehler gemacht, eine falsche Entscheidung getroffen. Aber aus der Erfahrung haben Sie gelernt. Überzeugend wirkt, wer zeigen kann, wie die Situation zu einer positiven Entwicklung geführt hat.

Studien: Punkten mit Schwächen in der Bewerbung

Falls Nachfragen zu Brüchen oder Lücken im Lebenslauf kommen. Oder falls Sie noch immer zweifeln, wie Sie auf die Frage „Was ist Ihre größte Schwäche?“ antworten: Es gibt inzwischen mehrere wissenschaftliche Studien und Tipps für kluge Antworten:

  • Daniel M. Cable und Virginia S. Kay fanden bei ihren Experimenten unter Business-School-Absolventen heraus, dass diese bei Bewerbungsgesprächen besser abschnitten, wenn Sie auf die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch wahrheitsgemäß antworteten und nicht bloß positiv. Also eine oder zwei echte Schwächen zugaben.
  • Bei einer Harvard-Studie zeigte sich: Nur 23 Prozent der Bewerber gaben echte Schwächen in ihren bisherigen Jobs zu. Die Mehrheit von 77 Prozent verkleidete ihre Schwächen in positiven Worten („Ich bin zu nett“, „Ich lege zu viel Wert auf Fairness“). Als die Forscher die Personaler fragten, wen sie einstellen würden, wählten rund 80 Prozent der Personalentscheider diese Kandidaten aber genau nicht aus, sondern jene, die echte Schwächen eingestanden hatten.
  • Forscher des University College London fanden heraus: Wer sich im Bewerbungsgespräch selbstkritisch und authentisch zeigt und seine Schwächen zugibt, steigert die Jobchancen um das Fünffache. Die ungeschminkte Wahrheit hinterließ den besten Eindruck.

Stärken im Vorstellungsgespräch: Welche nennen?

Nachdem Sie sich intensiv mit dem Schwächen im Vorstellungsgespräch beschäftigt haben, bleiben noch die Stärken im Vorstellungsgespräch. Viele Kandidaten fühlen sich hier auf der sicheren Seite. Es scheint leicht, über die eigenen Qualifikationen, Kompetenzen und Stärken zu reden. Achtung: Der Grat zwischen Selbst-Bewerbung und Selbstbeweihräucherung ist schmal. Zwar sollten Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Die Antwort darf aber nicht ausarten. Die Grundregeln:

  • Nicht übertreiben
    Egal, wie perfekt Ihre Qualifikationen und Stärken auf den Job passen: Loben Sie sich nicht in den Himmel. Bleiben Sie realistisch und stellen Sie Ihre Stärken sachlich dar.
  • Beispiele bringen
    Behaupten Sie Ihre Teamfähigkeit, Stressresistenz und Organisationsstärke nicht nur – belegen Sie diese auch durch konkrete Beispiele und Erfolge aus vergangenen Jobs oder Praktika. Das gelingt umso besser, je mehr Berufserfahrung Sie gesammelt haben. Junge Bewerber können indes mit Beispielen aus der Schule, Uni oder aus Nebenjobs punkten.

Zeigen Sie, dass Sie jemand sind, mit dem man gerne zusammenarbeitet und auf den man sich verlassen kann. Dann verzeiht Ihnen der Arbeitgeber (nahezu) jede Schwäche.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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