Vorstellungsgespräch Schwächen: Perfekte Antworten & Tipps

„Was sind Ihre Schwächen?“ Vor kaum einer anderen Frage im Vorstellungsgespräch haben Bewerber mehr Angst. Jeder Mensch hat Schwächen, klar. Aber welche darf man nennen, ohne sich die Bewerbung und das Bewerbungsgespräch zu verhauen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich auf die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch vorbereiten und optimal antworten. Welche Schwächen dürfen Sie zugeben, welche nicht? Viele bewährten Antworten und konkrete Beispiele…

Vorstellungsgespräch Schwächen: Perfekte Antworten & Tipps

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Warum wird nach Schwächen gefragt?

Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch zählt letztlich zu den sogenannten Stressfragen. Auch wenn sie zu den Klassikern gehört und sich deshalb gut vorbereiten lässt, macht sie viele Bewerber nervös. Das ist Personalverantwortlichen durchaus bewusst.

Dahinter steckt aber kein böser Wille, sondern der Wunsch hinter die hübsche Fassade zu blicken. Personaler und Arbeitgeber wollen damit herausfinden…

  • ob Sie zur Selbstreflexion fähig sind und
  • wie Sie mit erkannten Defiziten umgehen.

Idealerweise antworten Sie auf die Frage nach den eigenen Schwächen also immer konstruktiv. Heißt: Sie sagen und zeigen zugleich, dass Sie sich damit auseinandergesetzt haben und daran arbeiten.

Keine Floskeln und Standardantworten!

Klar, zu jedem Vorstellungsgespräch gehört gute Vorbereitung. So mancher Bewerber gerät dabei in Versuchung, nach Standardantworten zu suchen und diese dann auswendig zu lernen. Fehler! Erstens, weil Recruiter und Personaler dieselben Bewerbungsratgeber im Internet lesen. Zweitens, weil sie alle typischen Floskeln schon kennen und als solche auch erkennen.

Standardantworten vom Typ: „Meine größte Schwäche? Schokolade! Aber dafür mache ich zwei Mal in der Woche Sport“ gelten heute als überholt bis peinlich. Ebenso die Antwort: „Ich bin ein Perfektionist.“ Personaler reagieren auf derartige Phrasen ebenso verschnupft wie Schleimhäute auf einen Grippevirus. Bitte nie sagen!

Ebenso negativ wirkt es sich aus, wenn Sie versuchen, eine Stärke in eine vermeintliche Schwäche umzuformulieren, sodass Sie damit wieder glänzen können. Die Masche zieht nicht mehr und wird längst durchschaut: „Ich arbeite zu viel“ klingt nur auf den ersten Blick engagiert. In Wahrheit offenbart es jemanden, der sein Zeitmanagement nicht im Griff hat und mutmaßlich die falschen Prioritäten setzt. Ein baldiger Burnout ist zudem wahrscheinlich. Also bitte: Finger weg!

Witzige Antworten auf die Frage nach den Schwächen

Bei diesen Alternativ-Antworten dürfen Sie schmunzeln – zur Nachahmung aber empfehlen wir sie definitiv NICHT. Also: „Was ist Ihre größte Schwäche?“

  • „Können Sie die Frage wiederholen? Ich höre nicht immer zu.“
  • „Wie viel Zeit haben Sie?“
  • „Tja, wo soll ich anfangen?“
  • „Darf ich meinen Telefonjoker anrufen?“
  • „Meine größte Schwäche: Ungeduld. Hab ich jetzt den Job?“
  • „Meine größte Schwäche: mein Bankkonto. Ich brauche diesen Job!“
  • „Zerstören Sie doch bitte nicht meine Jobchancen!“


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Schwächen im Vorstellungsgespräch: Falsche Antworten

Nicht immer wird die Frage nach den Schwächen im Bewerbungsgespräch erkennbar und direkt gestellt. Vermutlich auch, weil es inzwischen so viele Ratgeber dazu gibt.

Ein Trend ist es daher, die Frage nach den eigenen Schwächen zu tarnen:

  • Manche Personaler fragen daher zum Beispiel lieber nach (negativen) Eigenschaften, die andere (ehemalige Kollegen, Kunden oder Chefs) einem nachsagen könnten. Oder sie fragen danach, was andere an Ihnen kritisieren könnten.

    Beispiel: „Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?“.
  • Deutlich selbstkritischer ist die Frage Selbstoptimierungswünschen. Hier ist die Frage nach der Schwäche schon sehr subtil versteckt.

    Beispiel: „Welche Eigenschaft würden Sie gerne an sich ändern?“
  • Auch sogenannte Skalenfragen werden von Arbeitgebern genutzt, um Schwächen zu identifizieren. Machen Sie sich bitte bewusst: Werte unterhalb von 7 werden in der Regel schon als Schwäche ausgelegt, über 9 wirkt es indes schnell überheblich. Gut sind also Werte von 7 bis 9.

    Beispiel: „Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie belastbar sind Sie?“

Wenn Sie also im Bewerbungsgespräch sitzen und nach einer Schwäche gefragt werden, reicht es nicht, die Stirn zu runzeln – Sie müssen darauf antworten. Und das möglichst klug, ohne zu übertreiben, aber auch nicht tiefzustapeln.

Wer hier nur mit den Schultern zuckt, wirkt unreflektiert. Wer angibt, keine Schwächen zu haben, sieht wiederum arrogant aus. Beides sind also keine klugen Antwort-Optionen.

Idealerweise haben Sie sich zuvor tatsächlich schon einmal mit Ihren eigenen Schwächen im bisherigen Lebenslauf und in verschiedenen Jobs beschäftigt. Schaden kann ein gesundes Selbstbild schließlich nie. Auch wenn das – zugegeben – nicht immer einfach oder schmerzfrei ist.

Checkliste: Diese Antworten sind tabu

Es gibt allerdings ein paar Antworten und Reaktionen auf die Bewerberfrage, die Sie so auf keinen Fall geben beziehungsweise zeigen sollten. Zum Beispiel…

  • Nennen Sie keine Schwächen, die für die angestrebte Position entscheidend sind. Ein Zimmermann, der nicht schwindelfrei ist? Eine Krankenschwester, die ungeduldig ist? Ein Kundenberater, der andere gerne belehrt? Solche Schwächen disqualifizieren für den Job. Mindestens aber stellen sie die Eignung eines solchen Kandidaten infrage.
  • Beginnen Sie auch keinen Seelenstriptease. Keiner verlangt, dass Sie ausführlich über sämtliche Unzulänglichkeiten in allen bisherigen Jobs referieren. Eine, maximal zwei Schwächen zu nennen, reicht völlig aus.
  • Ebenso tabu ist an dieser Stelle Humor. Der kann zwar Vieles entschärfen. In der Bewerbung und im Interview erwarten Personaler aber die ebenso ehrliche wie ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Schwächen.

Erlaubt ist dagegen, eine echte Schwäche durch (einschränkende) Adjektive, wie „hin und wieder“, „gelegentlich“, „vereinzelt“, „stellenweise“ oder „manchmal“ einzuschränken und zu schmälern.

Allerdings ist bewusst dosierte Ehrlichkeit immer noch die beste Strategie, wenn es darum geht, im Vorstellungsgespräch Schwächen zu offenbaren (siehe Kasten).

Studien: Schwächen im Vorstellungsgespräch zugeben!

Natürlich kann man versuchen, die Frage „Was ist Ihre größte Schwäche?“ so zu beantworten, indem man sie nicht beantwortet – durch ausweichen, drumherum oder schönreden. Aber ist das auch eine gute Idee? Nein, sagen gleich drei Studien dazu:

  • Daniel M. Cable1 und Virginia S. Kay fanden bei ihren Experimenten unter Business-School-Absolventen heraus, dass diese bei Bewerbungsgesprächen besser abschnitten, wenn Sie auf die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch wahrheitsgemäß antworteten und nicht bloß positiv. Also eine oder zwei echte Schwächen zugaben.
  • Bei einer zweiten Harvard-Studie zeigte sich: Zwar gaben nur 23 Prozent der Bewerber echte Schwächen in den Jobs zu („Ich prokrastiniere“, „Ich überreagiere manchmal“, …); die Mehrheit von 77 Prozent verkleidete ihre Schwächen in positiven Worten („Ich bin zu nett“, „Ich lege zu viel Wert auf Fairness“, …). Als die Forscher aber die Personaler fragten, wen sie einstellen würden, wählten rund 80 Prozent der Personalentscheider jene Kandidaten, die sich (und Ihrem Gegenüber) die echten Schwächen eingestanden hatten.
  • Forscher des University College London fanden wiederum heraus: Wer sich im Bewerbungsgespräch selbstkritisch und authentisch zeigt (und seine Schwächen zugibt), steigert seine Chancen auf den Job um das Fünffache. Drei Studien mit insgesamt rund 2000 Probanden waren diesem Ergebnis vorausgegangen. Dabei zeigte sich: Wer sich allzu perfekt (im Lebenslauf und Interview) präsentierte, schnitt weniger gut ab als jene, die einen ungeschminkten Eindruck von sich selbst vermittelten.


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Vorstellungsgespräch Schwächen: Ehrlichkeit gewinnt

Stehen Sie zu Ihren Macken, Marotten und Mängeln. Es ist sinnvoller (und überzeugender), diese zuzugeben und sich erkennbar mit den Schwächen auseinander zu setzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie ewig an Ihren Schwächen laborieren sollten. Manchmal ist es sogar klüger, die Schwächen Schwächen sein zu lassen und die Stärken zu stärken.

Was Personaler aber an dieser Stelle im Vorstellungsgespräch aber hören und sehen wollen, ist die Fähigkeit, sich mit den eigenen Unzulänglichkeiten auseinander zu setzen. Das zeichnet eine emotional reife und gefestigte Persönlichkeit aus:

  • Was lernen Sie aus Ihren Schwächen?
  • Arbeiten Sie daran?
  • Gleichen Sie diese durch ein Umfeld aus, dass Ihnen überlegen und Vorbild ist?

Die Frage, die letztlich hinter der Frage des Personalers nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch liegt, lautet: „Sind Sie ehrlich (zu sich) und selbstkritisch?“ So zu tun, als hätte man keine Schwächen, ist nicht nur nicht authentisch – das kauft einem auch keiner ab. Und sehen Sie es auch einmal so: Ein Unternehmen, dass Sie ablehnt, weil Sie ein Mensch mit ein paar Macken sind, der aber dazu steht, hat Sie nicht verdient!

Beispiele und gute Antworten

Inzwischen gibt es zahllose Beispiele und Empfehlungen für gute Antworten auf den Fragenklassiker nach den eigenen Schwächen. In der Regel läuft es aber immer auf dieselbe Antwort-Formel hinaus:

Ehrlichkeit – gepaart mit einem guten Vorsatz.

Heißt: Geben Sie eine Schwäche zu, aber erklären Sie sofort, wie sie damit konstruktiv umgehen. So lassen sich Schwächen nicht nur positiv darstellen. Sie beweisen Lernwillen und Lernfähigkeit – eine gute Voraussetzung für persönliches Wachstum!

Antworten und Beispiele für die eine oder andere Schwäche:

Präsentieren

„Ich habe Probleme damit, vor größerem Publikum zu sprechen. Ich bin dann oft nervös und fühle mich unwohl. Aber ich versuche das in den Griff zu bekommen. Deshalb habe ich begonnen, einen Rednerkurs zu belegen.“

Problematisch wäre diese Schwäche natürlich, wenn Sie in im neuen Job tatsächlich oft vor Gruppen referieren müssten – etwa als Pressesprecher oder Lehrerin. Tritt diese Situation ab und an auf – etwa bei internen Meetings -, hält sich das Handicap in Grenzen. Wenn Sie dann noch erzählen, dass Sie Rhetorik-Kurse besuchen oder Seminare für Präsentationstechnik absolvieren, ist die Schwäche auch kein Problem mehr, im Gegenteil: Es belegt zunehmende Kommunikationskompetenz.

Durchsetzen

„Es fällt mir schwer, meine Meinung in einer großen Runde zu vertreten – vor allem, wenn ich mich damit alleine gegen andere durchzusetzen soll. Meistens suche ich mir dann im Vorfeld Kollegen, die ich im Vier-Augen-Gespräch überzeugen kann und die mich dann später unterstützen.“

Zugegeben, dass ist nicht optimal und kann in fast jeder Position zu einem echten Problem werden. Durchsetzungsfähigkeit ist schließlich das, was man von künftigen Führungstalenten erwartet. Aber mal ehrlich: Geht das nicht uns allen so – so ganz allein mit einer Meinung gegen den Rest der Welt? Wozu hat man Kollegen und ein Team?! Wer sein Team im kleinen Kreis im Vorfeld überzeugen kann, steht in der großen Runde nicht allein da. Das beweist eher noch strategisches Denken – trotz Schwäche. Und wer Kollegen überzeugen kann, hat sehr wahrscheinlich auch gute Argumente und braucht vielleicht nur noch ein wenig Rhetorik-Training.

Organisieren

„Gelegentlich fällt es mir schwer, organisiert zu bleiben. Um den Überblick zu behalten, habe ich aber die klassische ToDo-Liste für mich neu entdeckt. Seit ich diese Listen jeden Morgen anfertige, priorisieren und abarbeite, bin ich noch viel strukturierter und produktiver.“

Einen Chaoten mag zwar keiner einstellen, das riecht schon nach Durcheinander und verpassten Deadlines. Durch die Erklärung präsentieren Bewerber aber nicht nur bereits eine sinnvolle Lösung, sondern eben auch ein Problem, das kaum noch eines ist.

Konzentrieren

„Eine starke Geräuschkulisse – wie etwa im Großraumbüro – kann manchmal dazu führen, dass ich mich schlecht konzentrieren kann. Inzwischen habe ich mir aber sogenannte Gegenschall-Kopfhörer zugelegt. Den Tipp gab mir eine Kollegin. Damit habe ich das praktisch wieder komplett im Griff.“

Für jedes Problem, jede (vermeintliche) Schwäche gibt es eine Lösung. Gut, wenn man sie selber findet. Das Beispiel zeigt aber eben auch: Sie können im Vorstellungsgespräch auch ehemalige Schwächen nennen – erst recht, wenn Sie damit so souverän umgehen konnten.

Übersetzen

„Manchmal kommt es vor, dass mir bestimmte englische Vokabeln nicht mehr einfallen. Damit meine Fremdsprachenkenntnisse aber nicht einrosten, habe ich zusammen mit ein paar Freunden eine Gruppe gegründet, in der wir uns einmal pro Woche treffen, um nur Englisch zu sprechen und unsere Verhandlungssicherheit zu trainieren. Darunter ist auch ein Native Speaker. Das hilft sehr.“

Auch hier wieder dasselbe Prinzip: Die Schwäche mag „manchmal“ noch auftreten. Aber die Ursache ist längst erkannt – und Sie arbeiten gezielt daran. Noch dazu im Team mit anderen. Mehr noch: Sie haben die Gruppe selber gegründet. Mehr Engagement und Führungsstärke geht nicht.

Arbeiten

„Ich kann wunderbar im Team arbeiten, aber um kreativ zu werden oder neue Ideen zu entwickeln, brauche ich meine Ruhe und ziehe mich gerne allein zurück. Das Ergebnis bespreche ich aber natürlich wieder gerne mit den Kollegen und kann dann auch mit Kritik umgehen.“

Das kann eine Schwäche sein und kommt bei manchen Kollegen vielleicht auch nicht immer gut an. Kreativität lässt aber eben auch nicht verordnen. Und jeder benötigt dazu ein anderes Umfeld. Es ist ein lösbares Problem: Modelle wie ein Home-Office-Tag pro Woche oder feste Zeiten, in denen Sie nur für sich arbeiten und das Ihren Kollegen auch sagen, bedeuten ja nicht sofort die Störung des Betriebsfriedens. Wahrscheinlich haben Sie sogar schon einige dieser Optionen in bisherigen Jobs oder Projekten umgesetzt. Erzählen Sie davon und von den Erfahrungen damit! Dann wird auch klar, dass Sie eben kein Eigenbrödler sind, sondern Teamplayer mit gelegentlichen geistigen Quarantäne-Zeiten.

Fokussieren

„Ich habe gleich ein paar Schwächen: xxx, yyy, zzz. Aber offen gestanden investiere ich meine Energie mehr in meine Stärken und baue diese aus. Und zwar so und so und so…“

Die Antwort ist mutig, nicht ganz unheikel, zugegeben. Sie darf auf keinen Fall so klingen, als seien Sie zu arrogant, Ihre Schwächen zu erkennen oder darüber zu sprechen. Deswegen wäre es auch ratsam, gleich ein paar (harmlose) davon zu nennen. Der entscheidende Punkt aber ist, dass Sie hierbei zu erkennen geben, Prioritäten richtig zu setzen: Nicht noch mehr Kraft und Zeit in Schwächen investieren, die vermutlich immer solche bleiben werden, sondern Talente weiter ausbauen und sich weiterentwickeln. Das ist nicht nur klug, sondern beweist auch Charakterstärke. Damit das freilich keine Worthülse bleibt, sollten Sie schon konkret belegen können, wie Sie an sich arbeiten.

Weitere Beispiele für Schwächen im Vorstellungsgespräch:

  • Ich kann schlecht Nein sagen
  • Manchmal rede ich zu viel, um meine Meinung zum Ausdruck zu bringen…
  • Bisher geringe Praxiserfahrung…
  • Meine Selbstorganisation könnte besser sein…

Auch bei diesen Punkten gilt das schon Gesagte: Verbinden Sie im Vorstellungsgespräch immer einen positiven Aspekt damit. Beispielsweise dass die fehlende Organisation dadurch umgangen wird, dass Sie sich Aufgaben und Deadlines aufschreiben, um den Überblick nicht zu verlieren.

Wir wünschen: Viel Erfolg!

Schwächen im Lebenslauf erklären

Ein perfekt strukturierter, lückenloser und übersichtlicher Lebenslauf weist auf den ersten Blick kaum Schwächen auf. Diese verbergen sich aber manchmal in den Details: Vielleicht haben Sie zwischendurch einmal das Studienfach gewechselt, weil es nicht passte. Oder Sie haben ein fachfremdes Praktikum absolviert, um sich beruflich zu orientieren. Oder haben womöglich auch mal eine Probezeit abgebrochen. Alles kein Beinbruch! Aber es könnte Fragen aufwerfen. Dafür brauchen Sie dann eine gute Erklärung. Seien Sie also vorbereitet!

Versuchen Sie daher bitte nie, den Lebenslauf zu beschönigen. Das wäre ein Riesenfehler und kann später sogar den Job kosten. Machen Sie sich die Schwachpunkte im Lebenslauf aber bewusst – und überlegen Sie sich vor dem Bewerbungsgespräch hierfür eine sinnvolle Erklärung.

Erklärung – keine Rechtfertigungen! Und schon gar keine Schuldzuweisungen. Sie haben vielleicht mal einen Fehler gemacht, eine falsche Entscheidung getroffen. Aber aus der Erfahrung haben Sie gelernt. Das muss Ihre Attitüde sein. Überzeugend wirkt, wenn Sie anhand des Lebenslaufs zugleich zeigen können, wie Sie selbst Ihre Situation verändert und zum Besseren geführt haben.

Um sich optimal auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, haben wir für zusätzlich mehrere umfangreiche Checklisten vorbereitet – mit typischen Fragen, klugen Rückfragen und mehr als 100 Tipps. Allesamt können Sie sich diese hier gleich kostenlos als PDF herunterladen…

Beachten Sie auch die Liste mit ebenso weiterführenden wie vertiefenden Ratgebern zum Vorstellungsgespräch am Ende des Artikels.

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Stärken im Vorstellungsgespräch: Welche nennen?

Nachdem Sie sich nun mit dem Schwächen im Vorstellungsgespräch beschäftigt haben, bleiben noch die Stärken – das Gegenstück zur typischen Bewerberfrage und damit ebenfalls ein Klassiker.

Viele Kandidaten fühlen sich hier auf der sicheren Seite. Schließlich scheint es leicht, über die eigenen Qualifikationen, Kompetenzen und Stärken zu reden. Achtung: Der Grat zwischen Selbst-Bewerbung und Selbstbeweihräucherung ist schmal.

Zwar dürfen Sie an der Stelle Ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Die Antwort sollte aber auch nicht ausarten. Als Grundregeln beachten Sie bitte:

  • Nicht übertreiben
    Egal, wie perfekt Ihre Qualifikationen und Stärken auf den Job passen – loben Sie sich nicht in den Himmel. Bleiben Sie vielmehr realistisch und stellen Sie Ihre Stärken ganz sachlich dar.
  • Beispiele bringen
    Behaupten Sie Ihre Teamfähigkeit, Stressresistenz und Organisationsstärke nicht nur – belegen Sie diese auch durch konkrete Beispiele und Erfolge aus vergangenen Jobs oder Praktika. Das klappt natürlich umso besser, je mehr Berufserfahrung Sie gesammelt haben. Junge Bewerber können aber auch mit Beispielen aus der Schule, Uni oder aus Nebenjobs punkten.

Generell überzeugende Eigenschaften und Stärken im Vorstellungsgespräch sind übrigens…

  • Fachkompetenz
  • Zielstrebigkeit
  • Lernbereitschaft
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsübernahme
  • Überzeugungskraft
  • Zuverlässigkeit
  • Sorgfalt

Kurzum: Zeigen Sie, dass Sie jemand sind, mit dem man gerne zusammenarbeitet und auf den man sich verlassen kann. Dann verzeiht Ihnen der Arbeitgeber (nahezu) jede Schwäche…

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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23. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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