Heikle Fragen: So sprechen Sie den Chef darauf an

Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sollte man in der Lage sein, am Arbeitsplatz offen über alles zu sprechen. Dazu gehört es auch, dass Sie Ihrem Chef Fragen stellen können – beispielsweise wenn Sie etwas nicht wissen, einen Rat brauchen oder sich eine genauere Erklärung zu einer Entwicklung wünschen. Klingt in der Theorie wunderbar, doch in der Praxis gibt es einige heikle Fragen, auf die Arbeitnehmer ihren Chef nur ungern ansprechen. Manchmal muss man sich trotzdem überwinden, deshalb zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Chef auf einige heikle Fragen ansprechen…

Heikle Fragen: So sprechen Sie den Chef darauf an

4 heikle Fragen und wie Sie den Chef darauf ansprechen

Selbst wer eigentlich gut mit seinem Chef auskommt, war vermutlich schon einmal in einer Situation, in der er gezögert hat, seinen Vorgesetzten anzusprechen. Die Gründe dafür können verschieden sein. Man möchte nicht zu forsch wirken, befürchtet eine negative Antwort oder weiß einfach nicht, wie man das Thema auf den Tisch bringen soll. Damit kann man sich endlos herumärgern und sich immer wieder fragen, was wohl passiert wäre, wenn man die heikle Frage doch gestellt hätte. Oder man überwindet sich und spricht den Chef darauf an.

Tipps für heikle Fragen

Damit das gelingt, haben wir einige Tipps gesammelt, wie Sie besonders heikle Themen richtig ansprechen:

  1. Wieso habe ich noch keine Gehaltserhöhung erhalten?



    Geld ist immer ein heikles Thema und Arbeitnehmer tun sich schwer, dieses bei ihrem Chef anzusprechen. Vielleicht befürchtet man, mit einem so forschen Auftritt seine Chancen auf mehr Gehalt erst recht zu verspielen. Dennoch ist es eine Frage, die vielen Mitarbeitern unter den Nägeln brennt. Bei der Formulierung sollte man aber trotzdem vorsichtig sein.

    Die Frage sollte nicht gleich vorwurfsvoll klingen. Damit drängen Sie den Chef nur gleich in eine Verteidigungsposition und er wird den Drang verspüren, sich für sein Verhalten zu rechtfertigen. Damit kommen Sie vermutlich nicht weiter. Überzeugen Sie lieber gleich mit Argumenten: Wir haben ja schon einmal über eine Gehaltserhöhung gesprochen und seitdem konnte der Umsatz um weitere 13 Prozent gesteigert werden…

  2. Wir sind hier doch fertig, oder?



    Ja, lange Meetings können nerven und nicht selten wünscht man sich, endlich wieder an die wirklich wichtigen Aufgaben gehen zu können, die dringend noch erledigt werden müssen, um Deadlines einzuhalten. Gleichzeitig will man dem Chef auch nicht auf die Nase binden, dass seine Meetings langweilig sind und Überlänge haben. Immerhin hat dieser wahrscheinlich gute Gründe und möchte die Informationen ausführlich darlegen.

    Sollte sich ein Meeting doch wie Kaugummi in die länge ziehen, sollten Sie deshalb auf jeden Fall mit anderen Aufgaben argumentieren. Ich habe einem Kunden zugesagt, dass ich ihn noch vor 16 Uhr anrufen werde. Und auch die Deadline des Projekts steht an, weshalb wir uns wieder an die Arbeit machen sollten.

  3. Darf ich wie die anderen auch Home Office machen?



    Den ein oder anderen Tag vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten – für viele Arbeitnehmer eine willkommene Abwechslung, die gleichzeitig eine größere Flexibilität erlaubt. Allerdings ist es immer schwierig, eigene Wünsche mit den Vereinbarungen der Kollegen zu begründen. Vielleicht haben diese gute Argumente vorbringen können, die eine Home Office Regelung möglich machen. Genau den gleichen Weg sollten Sie deshalb auch gehen.

    Anstatt einfach davon auszugehen, dass es auch Ihnen zusteht, zu Hause zu arbeiten, sollten Sie auf die allgemeinen und persönlichen Vorteile einer solchen Regelung eingehen. Gleichzeitig geht es Ihrem Chef natürlich darum, dass Aufgaben und Projekte trotzdem erledigt werden. Wenn ich häufiger im Home Office arbeiten könnte, könnte ich meine Zeit produktiver nutzen und natürlich hätte das Unternehmen weniger Kosten für die Einrichtung von Arbeitsplätzen. Durch Telefon- oder Videokonferenzen wäre ich natürlich weiterhin jederzeit erreichbar.

  4. Kann ich diesen wichtigen Kunden betreuen?



    Mehr Verantwortung im Job bedeutet bringt spannendere Aufgaben und bietet die Chance, beruflich in eine höhere Position aufzusteigen. Nur ist es gar nicht so leicht, den Chef danach zu fragen, ob man einen wichtigen Kunden übernehmen darf. Das kann schnell aufdringlich wirken oder den Eindruck vermitteln, der Chef würde Projekte an die falschen Mitarbeiter geben.

    Die besten Karten haben Sie bei dieser heiklen Frage, wenn Sie die eigenen Fähigkeiten, Erfahrungen und Erfolge thematisieren – ohne dabei Kollegen schlecht zu machen. Es geht nicht um ein „Ich bin besser geeignet als Herr Müller“, sondern nur um die eigenen Qualitäten: In den letzten zwei Jahren konnte ich bereits mehrere Projekte und Kunden erfolgreich begleiten und habe dabei wichtige Erfahrungen gesammelt, die ich nun gerne nutzen würde, um mein Wissen bei einem noch größeren Projekt einzusetzen.

[Bildnachweis: sirtravelalot by Shutterstock.com]
24. Mai 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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