Notizen im Vorstellungsgespräch: Erlaubt und nützlich

Irgendwie, irgendwo und irgendwann tauchte der unselige Tipp zum ersten Mal in einem Bewerbungsratgeber auf: Machen Sie sich im Vorstellungsgespräch bloß keine Notizen! Das sähe unaufmerksam aus, unkonzentriert, so als könne man sich keine sieben Sachen merken. Lieber solle man aufmerksam zuhören, den Personaler anschauen und anlächeln… Bullshit! Zuhören, Anschauen und Anlächeln sind sicher keine Fehler. Was das Verbot für Notizen im Vorstellungsgespräch anbelangt: Die sind auch kein Fehler – im Gegenteil. Wer nicht gerade über ein Tonbandgedächtnis verfügt, dem ist es kaum möglich jedes Detail zu erinnern, weder im Gespräch, noch danach…

Notizen im Vorstellungsgespräch: Erlaubt und nützlich

Machen Sie sich ruhig Notizen im Jobinterview

Gerade auf die Details kommt es im Bewerbungsgespräch an. Das Interview ist ja nicht nur eine einseitige Casting-Show vom Typ Deutschland sucht den Super-Bewerber, sondern vielmehr ein gegenseitiges Vorstellen und Kennenlernen. Wenn das Gespräch auf Augenhöhe geführt wird (was es im Übrigen auch sollte), gibt es im Verlauf des Gesprächs meist einige Punkte, die der Bewerber noch einmal vertiefen oder darauf zurück kommen und nachfragen möchte.

Genau dazu sind Notizen gut: Sie helfen einem, dies nicht zu vergessen.

Natürlich ist mit dem Notizen machen nicht gemeint, dass Kandidaten das Gespräch mitstenographieren. Das ginge dann doch zu weit.

Insbesondere wenn der Dialog tatsächlich darunter leidet und ins Stocken gerät. Aber…

  • ein paar kleine Stichwörter notieren;
  • Fragen, die offen geblieben sind;
  • Zahlen, die einer unbedingt noch einmal ansprechen möchte.

All das zeugt ebenfalls von Aufmerksamkeit, Interesse, vor allem von Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit. Allesamt lobenswerte Eigenschaften.

Davon abgesehen: Die meisten Personaler und Recruiter machen sich während des Gesprächs ebenfalls Notizen. Da wäre es schon ziemlich herablassend, dem Bewerber dieses Recht zu verweigern.

[Bildnachweis: Freedomz by Shutterstock.com]

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3. Oktober 2015 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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