Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch: 5 Begrüßungstipps

Die Tür geht auf, man bittet Sie zum Bewerbungsgespräch herein – und spätestens jetzt sollten Sie sich gekonnt vorstellen.

Eine gelungene Selbstvorstellung hilft nicht nur beim Vorstellungsgespräch. Auch bei Tagungen und Empfängen lässt sich damit das Eis brechen. Nicht wenige tun sich damit allerdings schwer – aus Schüchternheit oder Unsicherheit – und warten erst einmal ab. Fehler. So verschenken Sie wichtige Sympathiepunkte und die Chance des ersten Eindrucks.

Hier erfahren Sie, wie Sie ganz leicht mit der perfekten Selbstvorstellung punkten können…

Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch: 5 Begrüßungstipps

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Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch: Guter Atem, guter Eindruck

Klar sind Sie pünktlich, das Smartphone ist ausgeschaltet, die Bewerbungsmappe ist als Kopie in der Tasche und dass Sie viel lächeln, weil das sympathisch macht, wissen Sie schon.

Sorgen Sie dann bitte auch noch für frischen Atem. Die beste Vorstellung verpufft, wenn Sie noch Schnittlauch zwischen den Zähnen haben oder aus dem Mund riechen wie ein Chemieunfall.

Was dagegen hilft:

  • Kaugummi. Das aber nehmen Sie vor dem Gespräch, besser noch bevor Sie das Gebäude betreten, unbedingt wieder heraus.
  • Frischebonbons. Auch die sollten Sie bei der Begrüßung nicht mehr im Mund haben. In der Not: runterschlucken.

Gefühlsunterdrücker bekommen keine Jobs

Wer beim Vorstellungsgespräch eine zu coole Fassade aufsetzt, bekommt keinen Job. Das ist das Ergebnis einer Studie von Jane Richards von der Universität von Texas. Das Vorurteil dahinter: So genannten „Gefühlsunterdrückern“ mangelt es an Empathie. Entsprechend könnten sie in einer belastenden Situation schlechter auf ihre Gesprächspartner eingehen oder reagieren verzögert. Mehr noch: Cool sein, kostet so viel Kraft, dass das Erinnerungsvermögen darunter leidet. Effekt: Sie sind im Vorstellungsgespräch weniger aufmerksam und konzentriert. Die Fehleranfälligkeit steigt.


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Perfekte Selbstvostellung: 5 Tipps

  1. Reihenfolge

    Achten Sie bei der Begrüßung bitte auf die richtige Reihenfolge. Im Geschäftsleben gilt: Hierarchie vor Höflichkeit. Bedeutet: Es wird immer die ranghöchste Person im Raum zuerst begrüßt. Auch wenn eine Dame anwesend ist. Danach gilt: Ältere Personen werden vor jüngeren und Damen vor Herren gegrüßt.

  2. Handschlag

    Stellen Sie sich aufrecht hin, sorgen Sie für Körperspannung, sehen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen und geben Sie ihm oder ihr die Hand (nicht schütteln!). Ein perfekter Handschlag dauert in der Regel drei bis fünf Sekunden. Nicht länger. Das Wichtigste daran aber ist: Er muss fest sein, auch der von Frauen. Also bitte zupacken! Dann erzielen sie laut Untersuchungen des Management-Professors Greg Stewart von der Universität von Iowa Sympathiehöchstwerte – und steigern die Chancen, nach dem Vorstellungsgespräch den Job zu bekommen.


    Anleitung für die perfekte Begrüßung

    ① Stehen Sie zur Begrüßung auf.
    ② Stellen Sie sich mit Namen vor.
    ③ Reichen Sie dem Ranghöchsten zuerst die Hand.
    ④ Halten Sie Blickkontakt.
    ⑤ Hand feste drücken.
    ⑥ Nicht länger als 5 Sekunden.
  3. Vorstellen

    Stellen Sie sich während des Händedrucks mit Vor- und Zunamen vor („Guten Tag, mein Name ist…“) und bedanken Sie sich für die Einladung. Stellt sich Ihr Gegenüber ebenfalls mit Namen vor (wovon auszugehen ist), ist es wirkungsvoll, den Namen seines Gegenübers zu wiederholen – insbesondere, wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie ihn richtig verstanden haben. Etwa: „Hallo Herr Müller, schön Sie persönlich kennenzulernen…“ Konzentrieren Sie sich bei der Begrüßung ganz auf Ihr Gegenüber. Nichts ist unhöflicher, als jetzt schon in Gedanken ganz woanders zu sein.


    Selbstvorstellung per Elevator Pitch

    Teil der Selbstvorstellung ist manchmal schon die sogenannte Selbstpräsentation. Dabei wird erwartet, dass man in 60 Sekunden („Elevator Pitch„) bis fünf Minuten zusammenfasst, wer man ist, was man macht, welchen Hintergrund man hat und welchen Mehrwert man mitbringt. Das Gute daran: So eine Kurzvorstellung lässt sich üben und auswendiglernen. So kommen Sie direkt zum Punkt. Zum Beispiel so:

    ➠ Name:
    „Mein Name ist Max Muster…“

    ➠ Alter:
    „…ich bin 27…“

    ➠ Wohnort:
    „…und komme aus Köln.“

    ➠ Ausbildung:
    „Ich habe an der Uni Köln 10 Semester BWL studiert und mit dem Master abgeschlossen.“

    ➠ Schwerpunkte:
    „Dort habe ich mich vor allem auf den Bereich Marketing, insbesondere Online-Marketing spezialisiert.“

    ➠ Erfahrungen:
    „Zusätzlich habe ich dieses Wissen in zwei Praktika bei namhaften Agenturen vertieft und dort unter anderem für Kunden die Facebook- und Instagram-Kanäle aufgebaut und betreut.“

    ➠ Kenntnisse:
    „Bei einem 6-monatigen Auslandssemester konnte ich zudem Einblicke in die Arbeit einiger kalifornischer Startups gewinnen. Gerade im Bereich Social Media Marketing sind die uns weit voraus…“

    ➠ Bezug zum Job:
    „Diese praktischen Erfahrungen, vor allem im Bereich des lokalen und Micro-Influencer-Marketings, passen aus meiner Sicht sehr gut zu den Anforderungen dieser Stelle. Und ich glaube mein Wissen hier gewinnbringend für Sie einsetzen und erweitern zu können.“
  4. Hinsetzen

    Nach dieser kleinen Begrüßungs-Zeremonie setzen Sie sich bitte noch nicht hin. Nie! Das dürfen Sie erst, wenn man Ihnen den Platz zuweist und Sie bittet, Platz zu nehmen.

  5. Smalltalk

    Falls Sie den Eindruck haben, dass das Eis noch nicht gebrochen ist, erzählen Sie eine amüsante (aber kurze) Anekdote. Smalltalk hilft, jede Situation aufzulockern. Zur Not erzählen Sie etwas über die Anreise. Ganz wichtig: Was Sie auch erzählen – es MUSS positiv, heiter, leicht sein!


    Gesprächsführung durch Fragen

    ① Smalltalk: Fragen zur Stimmung oder Anreise
    ② Offene Fragen: Wer, was, wann, warum, wie…?
    ③ Alternativfragen: Was fanden Sie besser: …?
    ④ Vergleichsfragen: Wenn das …, dann was?
    ⑤ Entscheidungsfragen: Machen wir es so: Ja / Nein?

Zusatztipp für Fortgeschrittene: Versuchen Sie sich vor dem Betreten des Raums zu entspannen. Suchen Sie dazu die Erfrischungsräume auf. Dort machen Sie ein paar Lockerungsübungen, kämmen sich die Haare und rücken Bluse, Hemd und Krawatte gerade. Auch das ein Ritual. Damit aber lassen Sie den Anreisestress hinter sich und wirken gleich viel souveräner.

Richtig die Visitenkarte überreichen

Üblicherweise werden bei Geschäftstreffen Visitenkarten ausgetauscht, manchmal auch bei Bewerbungsgesprächen (jedoch meist nur auf Führungsebene. Bei Berufseinsteigern wirkt das albern). Dabei wäre es grob unhöflich, sobald Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers erhalten, diese ungesehen in die Tasche zu stecken. Nehmen Sie sich IMMER einige Minuten Zeit, die Karte zu lesen und legen Sie diese zunächst sichtbar vor sich auf den Tisch. Später verstauen Sie das Kärtchen sorgfältig in Ihren Unterlagen.

[Bildnachweis: g-stockstudio by Shutterstock.com]

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18. August 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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