Selbstbeschreibung: So wird sie zum Erfolg

Um den perfekten neuen Mitarbeiter zu finden, wollen Unternehmen so viel wie möglich über Kandidaten erfahren. Neben den Informationen aus den Bewerbungsunterlagen, legen Personaler dabei besonders großen Wert auf die Selbstbeschreibung, die im persönlichen Gespräch präsentiert wird. Das Problem: Mit der Selbstbeschreibung tun sich viele Jobsuchende schwer, wissen nicht genau, was sie über sich selbst erzählen sollen und so bleibt die Chance allzu oft ungenutzt. Statt erfolgreicher Selbstbeschreibung gibt es plumpes Phrasendreschen. Das muss nicht sein! Mit ein wenig Vorbereitung und Selbstreflexion wird Ihre Selbstbeschreibung zum Erfolg und bringt Sie dem Traumjob einen Schritt näher…

Selbstbeschreibung: So wird sie zum Erfolg

Was ist die Selbstbeschreibung?

Selbstbeschreibung Definition Erklärung Stärken Schwächen SelbstpräsentationDie Selbstbeschreibung ist ein Teil des Vorstellungsgespräches, macht in der Regel nur ein paar Minuten aus und besteht meist nur aus zwei oder drei Fragen des Personalers. Unterschätzen sollten Sie allerdings weder die Herausforderung einer guten Selbstbeschreibung noch die Auswirkungen, die diese haben kann. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie Sie Ihre Stärken, Schwächen, Qualifikationen und Kompetenzen einschätzen. Kurz gesagt: Wie sehen Sie sich selbst und was macht Sie aus?

Nicht verwechseln sollten Sie die Selbstbeschreibung mit der Selbstpräsentation. Beide haben zwar durchaus Ähnlichkeit, setzen aber andere Schwerpunkte. In der Selbstpräsentation geht es darum, sich selbst vorzustellen, den bisherigen Werdegang kurz wiederzugeben und anschließend zu verdeutlichen, wie Ihre bisherigen Erfahrungen und Leistungen dem potenziellen Arbeitgeber nutzen.

Bei der Selbstbeschreibung möchte ein Unternehmen erfahren, wie Sie sich selbst sehen – natürlich selbstbewusst und immer darauf bedacht, dass Sie mit Ihren Beschreibungen den Arbeitgeber von sich überzeugen wollen. Allerdings steht hier auch Glaubwürdigkeit und Authentizität im Vordergrund.

Genau darin besteht die Schwierigkeit einer gelungenen Selbstbeschreibung. Ein gesundes Mittelmaß zwischen überzeugendem Auftritt und gleichzeitig ehrlicher Selbsteinschätzung.

Darum ist die Selbstbeschreibung wichtiger Teil der Bewerbung

Selbstbeschreibung Bewerbung Tipps VorstellungsgesprächAls Bewerber sollten Sie der Selbstbeschreibung im Gespräch große Aufmerksamkeit widmen, gleich aus zwei Gründen: Zum einen können Sie sich sicher sein, dass diese Sie erwartet, zum anderen kann diese maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung des Personalers nehmen. Wer hier einen guten Eindruck hinterlässt, kann die Konkurrenz ausstechen und die eigenen Chancen auf die ersehnte Zusage erhöhen.

Für Arbeitgeber stecken in der Selbstbeschreibung eines Kandidaten mehrere wichtige Erkenntnisse. Als erstes zeigt sich, ob jemand in der Lage ist, sich selbst einzuschätzen und zu beurteilen. Jeder Mensch bringt Stärken und Schwächen mit, doch nur wenige können diese ehrlich reflektieren und wiedergeben. Eine gelungene Selbstbeschreibung verdeutlicht, dass ein Bewerber sich selbst kennt, weiß, welche Kompetenzen er mitbringt, aber sich gleichzeitig auch darüber bewusst ist, wo noch Potenziale liegen.

Ebenso kann aus der Selbstbeschreibung abgeleitet werden, ob ein Kandidat die gewünschte Mentalität mitbringt, die das Profil erfordert oder die für die Zusammenarbeit im Team gesucht wird. Werden nur hohle Worthülsen verschossen oder gibt es ehrliche und authentische Einblicke? Wird selbstkritisch und gleichzeitig zukunftsorientiert mit Schwächen umgegangen oder werden diese übergangen? So wird die Selbstbeschreibung genau analysiert und interpretiert, um das Bild des Bewerbers zu vervollständigen.

Zu guter Letzt zeigt die Selbstbeschreibung, wie genau ein Kandidat sich auf das Unternehmen und die ausgeschriebene Position vorbereitet hat. Passen die genannten Stärken zu den Erwartungen und Anforderungen für die Stelle? Werden für das Unternehmen wichtige Qualifikationen oder Soft Skills besonders hervorgehoben? Mit einer durchdachten Selbstbeschreibung vermitteln Kandidaten, dass sie nicht nur wissen, was im Job auf sie zu kommt – sondern dass sie genau darauf optimal vorbereitet und deshalb die perfekte Besetzung sind.

Tipps: Mit der Selbstbeschreibung überzeugen

Ein großer Teil der Bewerber würde gerne auf die Selbstbeschreibung im Gespräch verzichten. Vielen ist es unangenehm, ganz offen über die eigene Person zu sprechen und erschwerend kommt noch hinzu, dass die nötigen Selbsteinschätzung oftmals nicht gerade zu den Stärken zählt.

Allerdings kommen Sie nicht drum herum und wenn Sie den Job wirklich bekommen wollen, sollten Sie sich gut auf die Selbstbeschreibung vorbereiten. Die gute Nachricht: Selbst wenn Sie die Selbstbeschreibung als unliebsame Aufgabe sehen, gibt es einige Tipps, mit denen Sie diese erfolgreich gestalten können:

  • Sammeln Sie eigene Stärken und Schwächen

    Der wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Selbstbeschreibung ist die Selbstreflexion. Identifizieren Sie Ihre individuellen Stärken und Schwächen, machen Sie sich bewusst, worin Sie besonders gut sind und wo möglicherweise Nachholbedarf besteht. Dies sollten Sie unbedingt im Vorfeld zum Gespräch machen, um nicht erst lange nachdenken zu müssen, bevor Sie antworten können. Wenn auf die Frage nach Ihren Stärken erst einmal 30 Sekunden Schweigen folgt, macht das nicht unbedingt einen guten Eindruck.

    Wenn Sie selbst partout nicht wissen, was Ihre Stärken oder Schwächen sind, können Sie auch Ihr Umfeld fragen. Sprechen Sie mit Familie, Freunden oder bisherigen Kollegen und bitten diese um eine ehrliche Einschätzung.

  • Bleiben Sie ehrlich und authentisch

    Verständlicherweise wollen Sie sich von Ihrer besten Seite präsentieren und dies auch während der Selbstbeschreibung tun – trotzdem sollten Sie unbedingt ehrlich und authentisch bleiben. Wer hier nur eine Fassade aufbaut und nur das erzählt, was der Personaler vermeintlich hören will, sammelt keine Punkte, sondern schadet den eigenen Chancen.

    Das bedeutet auch, dass Sie tatsächlich Schwächen zugeben sollten. Personaler wollen keine getarnten Stärken im Sinne von Ich arbeite zu hart hören, sondern authentische Schwachstellen, die nun einmal jeder Mensch hat.

  • Verzichten Sie auf leere Phrasen

    Bei Stärken und Schwächen gilt gleichermaßen: Reihen Sie nicht nur Phrasen aneinander! Ich bin lösungsorientiert, motiviert, verantwortungsbewusst und arbeite gerne im Team… Eine solche Selbstbeschreibung könnte wahrscheinlich fast jeder Bewerber abgeben – weshalb die Aussagekraft vollkommen fehlt.

    Untermauern Sie Ihre Punkte mit kurzen Beispielen, Erfahrungen oder Anekdoten, wodurch eine größere Glaubwürdigkeit entsteht. Statt Ihre Problemlösungskompetenz nur als Schlagwort in den Raum zu werfen, sollten Sie erzählen, wie Sie diese Fähigkeit konkret genutzt haben und welchen Erfolg Sie dadurch verbuchen konnten.

  • Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Punkte

    Bei der Selbstbeschreibung müssen Sie nicht auf jede einzelne Stärke und Qualifikation eingehen, die Sie besitzen. Ebenso müssen Sie nicht ins Detail alle Schwächen auflisten. Mehr Erfolg bringt es, wenn Sie die wichtigsten Punkte identifizieren und sich in der Selbstbeschreibung darauf konzentrieren. Wenn Sie drei aussagekräftige Stärken und eine oder höchstens zwei Schwächen vorbereitet haben, reicht dies vollkommen aus.

    Wichtiger als die Quantität ist ohnehin die Qualität. Wählen Sie passende Attribute aus, die nicht nur Ihre Kompetenzen belegen, sondern gleichzeitig zeigen, wie sehr Sie für den Job geeignet sind und zum Unternehmen passen. Außerdem gilt: Versuchen Sie sich in Ihrer Selbstbeschreibung von der Konkurrenz zu unterscheiden. Wenn Sie nur erzählen, was voraussichtlich alle anderen auch sagen, bleiben Sie wohl kaum im Gedächtnis.

  • Gehen Sie auf Ihre Entwicklung ein

    Statt nur auf den Ist-Zustand einzugehen, sollten Sie in der Selbstbeschreibung Ihre aktuellen und zukünftigen Entwicklungen hervorheben. Ganz besonders, wenn es um Ihre Schwächen geht. Sagen Sie nicht nur: Manchmal fällt es mir schwer, vor einer größeren Gruppe zu sprechen, sondern ergänzen Sie …aber ich arbeite gerade daran, dies zu verbessern und nehme an einem Vortragstraining teil.

    So zeigen Sie, dass Sie weiterhin an sich arbeiten und noch besser werden. Dies können Sie auch für Ihre Stärken tun, indem Sie darauf eingehen, wie Sie diese weiter ausbauen, um in Zukunft noch mehr davon profitieren zu können – was natürlich auch Ihrem potenziellen Arbeitgeber einen größeren Nutzen bringt.

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[Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]
25. Februar 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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