Dankschreiben zur Bewerbung: Nach dem Vorstellungsgespräch?

Es simples „Danke“ hat schon im Alltag so große Wirkung – warum dann nicht auch bei der Bewerbung? Tatsächlich wird das Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch enorm unterschätzt und bislang noch kaum eingesetzt. Was im Grunde gut für Sie ist: Umso besser können Sie sich damit von der Kandidaten-Konkurrenz und anderen Bewerbern absetzen und so die Chancen auf Ihren Traumjob erhöhen. Bleiben Sie nach dem Vorstellungsgespräch also bitte nie untätig oder warten Sie nur auf die Zusage beziehungsweise Absage. Mit einem individuellen und persönlichen Dankschreiben, lässt sich nachträglich punkten, manches korrigieren und sogar beeindrucken. Hier erfahren Sie, wie das Dankschreiben formuliert, aufgebaut und gestaltet wird…

Dankschreiben zur Bewerbung: Nach dem Vorstellungsgespräch?

Warum überhaupt ein Dankschreiben?

Danke zu sagen, ist ein Schlüssel zum Erfolg. Das gilt nicht nur privat, sondern auch im beruflichen Kontext.

Allerdings verkommt Dankbarkeit, insbesondere in schriftlicher Form, in der rauen Realität des Geschäftslebens heute zur seltenen Ausnahme. Dankschreiben, besonders in Briefform, wirken auf manche wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Wer macht sich noch diese Mühe? Eben.

Das ist nicht nur schade, sondern falsch: Dankbarkeit, menschliche Größe und Höflichkeit kommen nie aus der Mode. Mehr noch: Sie sind das gewisse Extra in der Kommunikation, öffnen Herzen und machen sympathisch. Mit einem Dankschreiben lässt sich enorm punkten und das Interesse (an einem Job) bekräftigen. Überdies bietet es einem die Chance, sich in Erinnerung zu bringen oder im Gedächtnis zu bleiben.

Haben Sie jemals ein Dankschreiben wutschnaubend zerrissen und den Verfasser als heuchlerischen Zeitdieb beschimpft? Wohl kaum. Ein ehrliches „Danke“ hört jeder gern. Tatsächlich gibt es zahlreiche Anlässe, ein Dankschreiben zu verfassen, die viel zu häufig ungenutzt bleiben:

  • Nach dem Bewerbungsgespräch
  • Nach einem guten Gespräch mit dem Boss
  • Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Projekts
  • Nach guten Leistungen
  • Nach dem ersten Kundenkontakt
  • Nach einem Networking-Event

Letztlich sorgt so ein Dankeschön für einen guten zweiten Eindruck und stärkt die Beziehung zu bisherigen Gesprächspartnern.

Ganz uneigennützig ist ein solches Dankschreiben natürlich trotzdem nie. Egal, ob Sie nun die Zeit, das Vertrauen oder die Mühe Ihres Adressaten würdigen – mit einem Dankesbrief erhöhen Sie die Chance, all das irgendwann einmal wieder in Anspruch nehmen können. Und zwar durchaus bewusst oder gar berechnend. Dankschreiben sind also immer auch ein Spiel mit dem sogenannten Reziprozitäts-Effekt.

Insbesondere im Bewerbungsprozess halten wir Dankschreiben dennoch für enorm wirkungsvoll und daher unbedingt empfehlenswert.

Für das Verfassen eines Dankschreiben in der Bewerbung sprechen gleich mehrere Punkte (dazu gleich noch mehr im Kasten):

  • Ein „Danke“ ist im Bewerbungsprozess selten. Sie fallen damit also auf und stechen – positiv – aus der Masse der Bewerber hervor.
  • Ein Dankschreiben zeugt nicht nur von Höflichkeit, sondern auch von besonderem Interesse an der Stelle. Wer sonst gibt sich die Mühe, als jemand, der den Job wirklich will?!
  • Das Dankschreiben betont damit nicht nur Ihre Motivation und zeigt besonderes Engagement – Sie können damit auch noch einmal herausragende und individuelle Fähigkeiten unterstreichen, die für Sie als Bewerber sprechen.
  • Ebenso lassen sich im Dankschreiben missverständliche Aussagen im Vorstellungsgespräch nachträglich korrigieren sowie Argumente nachtragen, die im Bewerbungsgespräch nicht zur Sprache kamen.
  • Kurz: Mit dem Dankschreiben fallen sie auf und bleiben in Erinnerung. Schließlich haben Sie den Job noch gar nicht – trotzdem sagen Sie schon mal Danke!? Das fällt auf, das bleibt im Gedächtnis – positiv!

Natürlich ist auch jedem Personaler heute klar, dass Sie das Dankschreiben als Mittel zum Zweck verfasst haben. Die lesen Artikel wie diesen schließlich auch. Die Mühe, die Sie sich beim Formulieren und Verfassen machen, wissen Personalentscheider aber dennoch zu schätzen. Besonders dann, wenn Bewerber das Dankeschön individuell und originell verfassen und sich spürbar ehrlich (!) bedanken.

Die Vorteile des Dankschreibens

Vorteile von DankschreibenZugegeben, am Dankschreiben scheiden sich manche Geister. Die einen halten sie für aufdringlich oder für übertriebene Effekthascherei. Da ist etwas dran – aber nur, wenn man damit tatsächlich übertreibt.

Wahre Profis schaffen es, dass solche Danksagungen eben nicht wie eine hohle Phrase oder Bettelei klingen. Richtig dosiert eingesetzt, kann ein Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch enorme Kraft entwickeln und Ihre Chancen auf den Job dramatisch erhöhen. Schon aus mehreren Gründen:

  • Sie selbst gewinnen Klarheit.

    Dinge aufzuschreiben und so ein Dankschreiben zu formulieren, setzt unweigerlich einen Reflexionsprozess in Gang. Sie denken dabei nicht nur über das Vorstellungsgespräch nach, sondern eben auch darüber, was Ihnen aufgefallen ist – positiv wie negativ. Womöglich erkennen Sie so erst, dass der Job doch nichts für Sie ist und Sie besser weitersuchen sollten. Kurz: Sie gewinnen beim Nachdenken mehr Klarheit und Gewissheit – was wiederum das Formulieren erleichtert und neue Argumente liefert. Und genau diese Art Selbstreflexion kann für die Bewerbungszusage und den Job ausschlaggebend sein: Da ist jemand, der sich auch danach noch kritische Gedanken macht… Und das könnte die Nasenlänge Vorsprung sein, die Sie vor allen anderen Bewerbern benötigen.

  • Sie fallen auf.

    Und zwar durch Klasse: Ein persönlicher Dankesbrief ist stets Ausdruck von Höflichkeit: Sie haben sich die Zeit genommen, sich zu bedanken… Das zeugt von Wertschätzung für den Empfänger. Außerdem erzeugen Sie mit dem Dankschreiben noch einmal Aufmerksamkeit und heben sich so von anderen Bewerbern ab. Das gibt Ihnen einen zusätzlichen Vorsprung.

  • Sie können Punkte ergänzen oder korrigieren.

    Nicht jedes Vorstellungsgespräch verläuft optimal und nach Plan. Vielleicht sind Sie hier und da ins Stottern geraten, haben sich einen Patzer erlaubt oder nicht gerade durch die brillant Antwort geglänzt, die Sie sich vorher überlegt hatten. Kann passieren. Das Dankschreiben gibt Ihnen jetzt eine (zweite) Chance, solche Situationen aufzugreifen, nachzubessern oder gar richtigzustellen.

  • Sie liefern Argumente nach.

    Vielleicht kamen im Gespräch ein paar Ihrer Top-Qualifikationen gar nicht zur Sprache – auch hier können Sie die entscheidenden Argumente für Sie noch einmal nachliefern. Oder aber Sie haben gemerkt, dass Ihre Fähigkeiten nicht mit den Anforderungen des Jobs zusammenpassen und erwünschte Skills fehlen. Klar, wenn das sogenannte Muss-Anforderungen waren, dann sind Sie raus. Da hilft auch kein Dankschreiben mehr. Waren es hingegen Kann-Anforderungen, können Sie so noch einmal begründen, warum Sie dennoch der perfekte Kandidat sind oder wie Sie gedenken, diese Schwächen auszugleichen.

Gerade, wenn das Jobinterview nicht so gelaufen ist, wie Sie sich das erhofft hatten, ist das Dankschreiben eine hübsche Verpackung, in der Sie das noch einmal gerade rücken und ein paar Argumente für sich mitsenden.

Was können Sie schon verlieren? Etwas Zeit und Porto…
Oder wie uns eine Leserin schrieb:

Leserfeedback Dankschreiben Dankesmail

Dankschreiben formulieren: Die Grundregeln für Aufbau, Form und Länge

Gut gemachte Dankschreiben können nachträglich Sympathien wecken, Beziehungen stärken, einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und nicht zuletzt den Ausschlag geben, ob einer den Auftrag oder Job bekommt – oder nicht.

  • Was aber zeichnet ein gutes Dankschreiben aus?
  • Wie wird es aufgebaut?

Offen gestanden: Feste Regeln gibt es dazu nicht. Die kann es auch nicht geben, schließlich soll ein solcher Brief Ausdruck individueller Dankbarkeit und immer persönlich formuliert sein sowie von Herzen kommen. Das widerspricht jedem Normschreiben.

Allerdings gibt es ein paar Empfehlungen und Grundregeln, die zumindest die Wirkung eines solchen Dankschreibens verbessern:

  1. Dankschreiben Empfänger

    Der Adressat eines Dankschreibens ist immer der Gastgeber – also derjenige, der zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat (oder der Gastgeber beim Geschäftsessen). Dieser Gastgeber ist der- oder diejenige, die das Vorstellungsgespräch eröffnet und auch wieder abschließt. Sie erkennen die Person auch daran, dass deren Unterschrift unter dem Einladungsschreiben steht. Sollten noch weitere Personen am Bewerbungsgespräch teilgenommen haben, können Sie den Empfänger auch kurz (!) bitten, sich bei diesen in Ihrem Namen zu bedanken. Oder Sie richten beste Grüße aus.

    Dankschreiben Betreff: Was schreibt man da?

    Dankschreiben Betreff: Was schreibt man da?Falls Sie Ihr Dankschreiben via E-Mail versenden, benötigen Sie natürlich noch eine Betreffzeile. Nur was schreibt man da? Einfach nur „Dankschreiben“?

    Idealerweise verwenden Sie hierbei einen neutralen Betreff, der aber zugleich die Einordnung der Mail erleichtert. Zum Beispiel: „Unser Vorstellungsgespräch am TT.MM.JJJJ – Danke!“ Das ist aussagekräftig, aber auch nicht anbiedernd.

  2. Dankschreiben Form

    Im beruflichen Kontext sollte zudem auf ein elegantes, zurückhaltendes und professionelles Design und Layout geachtet werden. Oft reicht schon ein Logo oder Monogramm als Gestaltungselement. Für einen Absolventen und Bewerber ist das aber schon zu viel des Guten. Ihr Name, Ihr Unternehmen sowie Ihre Adresse sollten sich ebenso darauf befinden wie Ort, Datum und Unterschrift. Ob Sie das Schreiben handschriftlich oder am PC verfassen, ist letztlich Geschmackssache. Wägen Sie ab, was dem Anlass entsprechender ist. Die Ästhetik und Leserlichkeit Ihrer Handschrift ist aber auch ein Kriterium.

  3. Dankschreiben Länge

    Dankschreiben sollten nicht länger als eine halbe Seite sein. Viele Worte schwächen nur die Kernaussage. Und es ist ein Dankschreiben, kein zweites Bewerbungsschreiben! Die Faustregel beim Dankschreiben lautet: In der Kürze liegt die Kraft!

  4. Dankschreiben Aufbau und Inhalt

    Ein Dankschreiben besteht im Kern aus fünf Bausteinen, die Sie zugleich wie eine Art Checkliste behandeln können:
    Element Bausteine Dankschreiben Aufbau Grafik
    Der Reihe nach…

    • Persönliche Anrede

      Sprechen Sie den Gastgeber immer persönlich an. Ein Dankschreiben beginnt NIE mit „Sehr geehrte Damen und Herren“! Die Vor- und Nachnamen der Anwesenden sollten Sie sich also unbedingt merken, besser aufschreiben (bei fehleranfälligen Namen nachfragen: „Stephan mit ph oder f?“!). Fehlt die persönliche Anrede, wirkt das Dankschreiben sofort wie ein Massenbrief.

    • Danksagung

      Machen Sie Ihrem Leser schon im ersten Satz deutlich, dass er oder sie ein Dankschreiben in der Hand hält. In der Regel werden Sie sich für die Zeit und Aufmerksamkeit Ihres Gesprächspartners bedanken. Gerne aber auch für Anregungen, Hinweise, Fragen, die Sie zum Nachdenken gebracht oder Ihre Entscheidung (für den Job) verstärkt haben.

    • Bezug zum Bewerbungsgespräch

      Nehmen Sie zudem kurz Bezug zum Auslöser Ihres Schreibens: dem Vorstellungsgespräch (oder anderem Treffen). Hier können Sie, wie schon erwähnt, nachlegen, korrigieren, neue Argumente anführen. Denken Sie ebenso an die verschiedenen Details des Dialogs – was ist Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben? Was unterschied diesen Kontakt vom Alltäglichen? Auch bei der Kommunikation entstandene komische Situationen können Sie unterbringen. Das kommt allerdings besser an, wenn Sie den Adressaten schon etwas länger kennen.

      In jedem Fall sollten Sie Ihren Dank dazu nutzen, den Wunsch hier zu arbeiten, noch einmal zu bekräftigen. Auch dürfen Sie sich selbst subtil loben – insbesondere jene Talente, die für die Stelle wichtig sind, beim Bewerbungsgespräch aber irgendwie nicht recht zur Sprache gekommen sind. Oder Sie fügen noch eine gute Idee hinzu, wie Sie im neuen Job echten Mehrwert schaffen.

    • (Dezente) Komplimente

      Auch für kleine Schmeicheleien ist im Dankschreiben Platz. Die Betonung liegt aber auf „dezent“. Bedanken können Sie sich immer für die „angenehme Atmosphäre“ beim Vorstellungsgespräch, die „Gastfreundschaft“, die „hilfreichen Antworten“ auf Ihre Rückfragen. Verfallen Sie dabei aber nicht in Plattitüden und Floskeln. Komplimente müssen ernst gemeint und nachvollziehbar sein, damit sie auch ehrlich wirken.

    • Schlusssatz, Grußformel und Unterschrift

      Nachdem Sie sich bedankt haben, dürfen Sie im Schlusssatz noch einmal Ihre Hoffnung auf eine Zusammenarbeit bekräftigen. Zum Beispiel mit Formulierungen wie: „Über eine Zusage von Ihnen würde ich mich freuen.“ Oder selbstbewusster: „Ich hoffe auf eine positive Antwort von Ihnen und freue mich auf eine mögliche Zusammenarbeit.“ Nur bitte übertreiben Sie es dabei nicht, das kann schnell anbiedernd oder gar anmaßend wirken. Tabu sind Formulierungen wie: „Ich bin mir sicher, dass wir sehr gut zusammenarbeiten werden.“ Oder: „Ich freue mich schon auf meinen ersten Arbeitstag bei Ihnen.“ Das ist definitiv zu selbstbewusst.

      Als Grußformel können Sie im Dankschreiben – ganz klassisch – „Mit freundlichen Grüßen“ enden. Oder Sie werden etwas persönlicher, indem Sie den Unternehmenssitz einbauen: „Mit besten Grüßen nach FIRMENSITZ“. Zum Schluß unbedingt noch eine handschriftliche Unterschrift. Falls Sie das Schreiben per E-Mail versenden, sollte diese auch nicht fehlen. Hier hilft ein Scan von Ihrer Unterschrift, der sich digital einfügen lässt.

  5. Dankschreiben Timing

    Mit dem Versenden und Abschicken des Dankesschreibens sollten Sie nach dem Vorstellungsgespräch nicht allzu lange warten. Faustregel: Eine Woche nach dem Interview sollte Ihr Gegenüber den Brief auf dem Schreibtisch haben. Natürlich ausreichend frankiert, auf unbeflecktem hochwertigem Papier und persönlich adressiert.

Da ein ein Dankschreiben stets einzigartig sein sollte, können Sie nach dem Verfassen auch einen kleinen Test machen:

Lässt sich Ihr Dankschreiben in der jetzigen Form auch an einen anderen (x-beliebigen) Arbeitgeber verschicken?

Falls ja, ist es nicht originell genug und könnte wie ein Massenbrief aussehen. Stimmen Sie es in dem Fall durch ein paar Details mehr auf den Adressaten ab – etwa durch Anspielungen auf eine Situation oder den Satz eines freundlichen Kollegen. Solche Hinweise sollten aber ebenfalls dezent und ehrlich bleiben. Ehrlichkeit ist immer besser als Schmeicheleien!

Dankschreiben per Post oder E-Mail?

Dankschreiben per Post oder E-Mail?Einige Leser haben uns schon gefragt, ob sie das Dankschreiben nach einem Vorstellungsgespräch besser per Post oder per E-Mail verschicken sollen.

Kurze Antwort: Beides geht. Ein Dankesschreiben kann grundsätzlich auch als E-Mail verschickt werden, um nach dem Vorstellungsgespräch einen positiven Effekt zu erzielen und den eigenen Namen noch einmal in Erinnerung zu rufen. Allerdings finden wir, dass ein klassisches Schreiben per Post versendet wertvoller aussieht. Wenn es sich dann noch um eine handgeschriebene Karte (ein Brief muss gar nicht sein) handelt, steckt darin noch Wertvolleres: Lebenszeit. Sowas tippt man nicht mal eben so runter, wie eine Mail. Eine solche Karte ist weit weg von einer 0815-Standard-Danksagung, die mancher Personaler vielleicht schon bekommen hat. Der Effekt der Auffälligkeit und der „positiven Erinnerung“ wird so noch einmal verstärkt.

Dankschreiben Fehler: Diese bitte vermeiden

Obwohl Dankschreiben eine extrem positive Wirkung haben, können sie auch gewaltig nach hinten losgehen und einen ansonsten imposanten Kandidaten ins Aus schießen. Besonders dann, wenn der- oder diejenige einen der folgenden Fehler begeht. Dabei geht es gar nicht mal so sehr um Perfektion, sondern um wichtige Details…

  • Bitte kein Massenschreiben.

    Auch wenn die obigen Dankschreiben Vorlagen und Muster vielleicht verführerisch sind: Kopieren Sie diese nicht einfach nur, sondern geben Sie Ihrem Dankesbrief immer eine persönliche Note. Nur so bleibt das Dankschreiben glaubhaft. Die Gefahr: Wie wirkt es wohl auf einen Personaler, wenn Ihr Mitbewerber ebenfalls diesen Artikel gelesen hat und dasselbe Dankschreiben wie Sie verschickt?

  • Bitte keine Billigware.

    Drucken Sie Ihr Dankschreiben nicht einfach auf billiges Papier, am besten noch mit Knicken und Flecken. Es sollte mindestens Papp- oder Postkarten-Qualität haben. Besser noch mit der Hand und einem Füller geschrieben sein. Solche Details zeugen von Niveau und können dem Dankesbrief eine individuelle wie werthaltige Note geben.

  • Bitte kein Blabla.

    Schreiben Sie so lange wie nötig und so fokussiert wie möglich. Heißt: Ein Dankesschreiben dient dazu ein, zwei wichtige Punkte zu unterstreichen, Dank auszudrücken – es ist kein zweites Anschreiben. Konzentrieren Sie sich also auf das Wesentliche. Langatmiges Blabla will keiner lesen.

  • Bitte keine Fehler.

    Achten Sie auch auf kleinste Details (Namen und Adresse korrekt geschrieben?). Ein gelungenes Dankschreiben hallt nach! Unprofessionell wirken daher Grammatik- und Rechtschreibfehler. Aber auch ein unangemessener Ton. Sie schreiben keine Partyeinladung! Um sich vom Standard abzuheben, sollte das Dankschreiben zwar persönlich formuliert und nicht bloß informell sein. Ein allzu flapsiger Schreibstil wirkt aber schnell aufdringlich und niveaulos.

  • Bitte nicht zu lange warten.

    Verschicken Sie Ihr Dankschreiben nicht erst Wochen nach dem Jobinterview. Das Danke, die angebliche Euphorie für den Job oder das Engagement wirken sonst unglaubwürdig. Als Faustregel können Sie sich merken: Das Dankeschön sollten Ihre Gesprächspartner spätestens eine Woche nach dem Vorstellungsgespräch erhalten. Per Mail sogar schon nach spätestens 48 Stunden.

Dankschreiben Muster: Ein Dankeschön für jeden Anlass

Für alle, die so gar keine Idee haben, wie Sie einen solchen Dankesbrief formulieren sollen, haben wir hier einige Muster und Vorlagen vorbereitet. Die können und sollten Sie aber bitte nie 1:1 kopieren, sondern mindestens umformulieren und individuell anpassen. Gedacht sind die Vorlagen eher als Anregung, Anstoß und Ansporn…

Am Ende des Artikels erhalten Sie alle Vorlagen und Musterbriefe als Gratis-PDF zum Download.

Dankschreiben nach der Bewerbung

Sehr geehrte Frau XXX,

herzlichen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch und die Chance, mich bei Ihnen noch einmal persönlich vorzustellen. Ich habe unser Gespräch als sehr angenehm empfunden und selten ein so kollegiales Betriebsklima erlebt, wie bei Ihnen.

Bei der Frage nach YYY war ich zuerst ein wenig verunsichert, jetzt aber bin ich mir sicher, dass ich Sie vor allem mit meinen Erfahrungen als ZZZ bei künftigen Projekten unterstützen kann.

Besonders gut hat mir an Ihrem Unternehmen gefallen, dass … Die Zeit bei und mit Ihnen hat daher meinen Wunsch noch einmal verstärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten.

Ich hoffe darauf, bald von Ihnen zu hören – vorzugsweise mit einem konkreten Termin, wann wir uns wiedersehen und ich bei Ihnen anfangen kann. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Bis dahin verbleibe ich
mit herzlichen Grüßen

Dankschreiben als Geschäftsbrief

Lieber Herr XXX,

hiermit möchte ich mich bei Ihnen herzlich bedanken – für Ihre Unterstützung bei unserem gemeinsamen Projekt, für die vielen guten Anregungen, Ihre kritischen Hinweise, aber auch Ihre wertvollen Erfahrungen, die sie beigesteuert und so das Projekt maßgeblich mit zum Erfolg geführt haben.

Wir planen in den kommenden Monaten ein zweites Projekt und würden uns freuen, wenn wir Sie auch hierfür für unser Team gewinnen könnten. Ich werde Sie dazu demnächst noch einmal persönlich anrufen.

Noch einmal meinen herzlichen Dank für die professionelle Arbeit, die Sie geleistet haben!

Mit besten Grüßen

Dankschreiben an Mitarbeiter

Liebe Frau XXX,

es ist eigentlich längst überfällig: Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihre hervorragenden Leistungen im Team zu bedanken.

Sie sind das, was man einen echten Teamplayer nennt. Ihr vorbildliches Engagement und die permanent gute Laune, die Sie im Büro versprühen, haben entscheidend zu der guten Atmosphäre in unserer Abteilung beigetragen. Und mir ist auch sehr bewusst, dass Ihre Leistungen weit über das erforderliche Maß hinausgehen.

Dafür möchte ich mich bei Ihnen nicht nur herzlich und mit diesen Zeilen bedanken. Anbei finden Sie außerdem einen Essensgutschein für Sie und Ihren Partner im 5-Sterne Restaurant YYY. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend – und nehmen Sie sich bitte auch den Rest des Tages frei!

Ich bin dankbar dafür, Sie an Bord haben zu dürfen!

Mit freundlichen Grüßen

Dankschreiben an den Chef

Sehr geehrter Herr XXX,

ich möchte Ihnen für Ihr Verständnis danken. Die Situation ist für mich zurzeit nicht leicht. Umso mehr hat es mich beeindruckt, wie viel Entgegenkommen und Fürsorge Sie hier bewiesen haben.

Ich bedanke mich besonders für Ihr großzügiges Angebot bei den Arbeitszeiten und verspreche Ihnen, dass ich mich in der verbleibenden Zeit umso mehr reinhängen werde.

Auch wenn das vielleicht ein wenig anbiedernd wirkt, so möchte ich Ihnen dennoch sagen, dass Sie der beste Chef sind, den ich je hatte. Auch für dieses Vorbild ein herzliches Dankeschön!

Mit den allerbesten Grüßen

Dankschreiben als Kurzmail

Liebe XXX,

es war wundervoll, Dich gestern wiedergesehen und mit Dir gesprochen zu haben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Deine Anregungen zu meiner beruflichen Entwicklung haben mich nachdenklich gemacht, mich aber auch inspiriert und mir viel Mut gegeben. Dafür möchte ich mich bei Dir von Herzen bedanken. Insbesondere für die Zeit, die Du Dir dafür genommen hast und für deine offenen Ohren.

Danke!

Liebe Grüße

Follow-Up-Dankschreiben nach einem Netzwerk-Event

Sehr geehrter Herr,

ich habe mich sehr gefreut, Sie gestern auf der YYY Veranstaltung kennengelernt zu haben. Ich habe unser anregendes Gespräch noch lebhaft in Erinnerung und würde mich sehr freuen, wenn wir tatsächlich einen Weg finden, wir unsere beiden Unternehmen künftig kooperieren. Hierzu finden Sie anbei bereits einige konkrete Vorschläge…

Übrigens: Vielen herzlichen Dank für Ihre guten Ideen zu unserem Projekt XY und den Kontakt, den Sie gestern gleich vermittelt haben. Ich habe diesen heute direkt an den Projektleiter weitergegeben, der sich darüber nicht nur sehr gefreut hat, sondern sich dazu noch mal direkt mit Ihnen in Verbindung setzen wird, um sich persönlich zu bedanken.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe dankend

mit den besten Grüßen

Alle Dankschreiben als PDF-Vorlagen

[Bildnachweis: karrierebibel.de]
20. September 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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