Jobwechsel-Checkliste: Haben Sie an alles gedacht?
Zu einem gelungenen beruflichen Neuanfang gehört ebenso der professionelle Abschluss. Jeder Jobwechsel folgt einer Prozedur. Neue Verträge müssen unterschrieben, bestehende gekündigt, Nachfolger eingearbeitet und der Überblick über Termine und Fristen behalten werden. Egal, ob Sie gerade einen Jobwechsel planen oder mittendrinstecken: Die folgende Jobwechsel-Checkliste hilft Ihnen bei einem planvollen Abgang.
1. Entscheidung treffen
Vor jedem Jobwechsel steht die Entscheidung: Will ich das wirklich? Die Kündigung bzw. Eigenkündigung ist immer der finale Schritt. Eine formal korrekte Kündigung lässt sich nicht widerrufen. Deshalb sollten Sie sich wirklich sicher sein, dass der Wechsel der richtige Weg ist. Bevor Sie die Kündigung vorbereiten, fragen Sie sich deshalb zuerst, ob Ihr Wunsch nach einer beruflichen Veränderung nur temporär oder chronisch ist. Erst danach sollten Sie die weiteren Schritte unternehmen.
2. Stellen recherchieren
Für Ihren Jobwechsel benötigen Sie alternative Jobangebote. Informieren Sie sich frühzeitig auf dem Arbeitsmarkt und in Jobbörsen, was derzeit angeboten und wer gesucht wird. Idealerweise prüfen Sie nicht nur mögliche Stellenangebote, sondern auch aktuelle Anforderungen und Gehälter. Nutzen Sie hierfür unsere kostenlose Arbeitgebercheckliste:
Checkliste zur Arbeitgeberwahl (PDF)
Danach aktualisieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen – und beginnen Sie mit dem Versand der Bewerbungen. Machen Sie das aber bitte stets von zu Hause aus – nicht im Büro! Das kann im Extrem eine fristlose Kündigung rechtfertigen.
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3. Arbeitsvertrag unterschreiben
Sobald Ihre Bewerbung erfolgreich war und Sie den neuen Arbeitgeber überzeugen konnten, sollten Sie den neuen Arbeitsvertrag aushandeln oder unterschreiben. Oder zumindest eine schriftliche Zusage verlangen. Eine mündliche Jobzusage wäre – theoretisch – zwar auch bindend. Aber die Beweislast liegt in dem Fall bei Ihnen. Erst wenn Sie mit Sicherheit einen neuen Job haben, sollten Sie den aktuellen kündigen. Nie vorher – es sei denn, Sie sind bereit, ins volle Risiko zu gehen. Aus der Arbeitslosigkeit heraus ist es deutlich schwieriger, sich zu bewerben, als aus ungekündigter Stellung.
4. Job kündigen
Nun ist es soweit. Die Weichen sind gestellt, der neue Job ist in der Tasche. Jetzt wird es Zeit für die formelle Kündigung – mit einem schriftlichen und professionellen Kündigungsschreiben. Achtung: Die Kündigung MUSS stets schriftlich erfolgen und persönlich unterschrieben sein. Mündliche Kündigungen oder solche per E-Mail sind unwirksam. Beachten Sie zudem die gesetzlichen Kündigungsfristen. Für Arbeitnehmer beträgt die „Grundkündigungsfrist“ immer vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag können aber längere Fristen vereinbart sein. Während der Probezeit gilt indes nur eine verkürzte Frist von zwei Wochen.
Kündigungsfristen Arbeitnehmer – Tabelle
| Dauer der Beschäftigung | Kündigungsfrist |
| 0-6 Monate (Probezeit) | 2 Wochen, täglich |
| ab 7 Monaten | 4 Wochen zum 15. / Ende des Monats |
Wenn Sie im Guten gehen, sollten Sie überdies das Gespräch mit dem Chef suchen. Sie müssen sich darin aber weder erklären noch rechtfertigen. Es ist aber ein Zeichen von Professionalität, wenn Sie sich für die bisherige Zusammenarbeit bedanken – selbst wenn Sie aus Frust gehen. Verbale Abrechnungen sind tabu: Ab jetzt arbeiten Sie nicht mehr für Ihren Vorgesetzten, sondern für Ihre Reputation und den letzten Eindruck!
5. Kollegen informieren
Nachdem der Vorgesetzte weiß, dass Sie das Unternehmen verlassen, sollten Sie Ihre Kollegen informieren. In der Regel müssen Aufgaben und Projekte neu verteilt werden. Abhängig davon, wie gut Sie sich mit den anderen verstehen, sollten Sie eine kleine Abschiedsfeier (vulgo: Ausstand) veranstalten. Optimalerweise laden Sie die Kollegen am Freitag nach Feierabend auf ein Bier ein oder bringen ein paar Snacks mit. Wichtig: Falls Sie eine Abschiedsrede halten, sollte diese unbedingt Dankbarkeit und Wertschätzung ausdrücken. Inhalte sind stets wohlwollende Erinnerungen und ein Resümee.
6. Nachfolger einarbeiten
Sobald ein Nachfolger feststeht, sollten Sie diesen einarbeiten und eine professionelle Übergabe ermöglichen (Fachbegriff: Debriefing). Haben Sie dabei organisatorische Dokumente im Auge und beantworten Sie wichtige Fragen? Dazu hier die Checkliste in der Jobwechsel-Checkliste:
- Arbeitsplatzbeschreibung
- Aufgabenbeschreibung
- Arbeitsabläufe
- Prozessbeschreibungen
- Bedienungsanleitungen
- Werkzeuge & Hilfsmittel
- Vorlagen & Formulare
- Ablagefächer & Checklisten
- Passwörter
- Ansprechpartner & Telefonlisten
- Was sollte der Nachfolger unbedingt wissen?
- Welche Aufgaben wurden bereits in welchem Umfang erledigt?
- Welche Aufgaben müssen umgehend erledigt werden?
- Was sind die größten Herausforderungen des Jobs?
- Wo lauern aktuell die größten Probleme?
- Erfahrungen: Was funktioniert, was nicht?
- Mit wem wird zusammengearbeitet?
- Wem muss wann was berichtet werden?
- Welche Verbesserungspotenziale gibt es?
Organisatorisches
Fragen
Eine weitere Checkliste für die letzten Arbeitstage im alten Job können Sie sich HIER kostenlos als PDF herunterladen.
7. Arbeitsmaterialien zurückgeben
Laptop, Diensthandy, Dienstwagen oder Werkzeuge – viele Unternehmen statten ihre Mitarbeiter mit Arbeitsmaterialien aus. Wann Sie diese zurückgeben müssen, hängt von den jeweiligen Vereinbarungen ab. Nur vergessen sollten Sie es nicht. Besser: frühzeitig klären! Verschaffen Sie sich rechtzeitig einen Überblick darüber, was noch in Ihrem Besitz ist und zurückgegeben werden muss. Umgekehrt: Vergessen Sie Ihre Sachen oder Unterlagen nicht. Privateigentum sollten Sie rechtzeitig und diskret nach Hause schaffen. Das gilt noch mehr für Daten auf dem Rechner, die man gegen Sie verwenden könnte. Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie nichts mit, was Ihnen nicht gehört! Das ist Diebstahl und kann Ihnen ebenfalls eine fristlose Kündigung einhandeln oder die Abfindung kosten.
8. Arbeitszeugnis beantragen
Wenn Arbeitnehmer aus dem Unternehmen ausscheiden, haben sie einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Arbeitgeber müssen Ihnen aber nur ein einfaches Arbeitszeugnis ausstellen. Für die Bewerbungen benötigen Sie aber meist ein „qualifiziertes Arbeitszeugnis“. Darin enthalten sind Leistungsbeurteilung und Bewertung des Sozialverhaltens. Dieses Zeugnis müssen Sie explizit anfordern – am besten schon im Kündigungsschreiben. Die Formulierungen und Noten darin, müssen laut einschlägigen Urteilen mindestens „befriedigend“ (Note: 3) ausfallen. Wollen Sie ein besseres Zeugnis, liegt die Beweislast beim Arbeitnehmer. Eine schlechtere Leistung als 3 muss der Arbeitgeber beweisen.
Vergessen Sie bei der Gelegenheit nicht, was mit Ihrem Resturlaub passiert. Viele nehmen die restlichen Urlaubstage so, um früher aus dem Arbeitsvertrag zu kommen. Der Arbeitgeber darf einen solchen Urlaubsantrag aus betrieblichen Gründen aber ablehnen. In dem Fall muss er den Resturlaub oder das Urlaubsentgeld (nicht zu verwechseln mit „Urlaubsgeld“) auszahlen.
9. Abschied nehmen
Irgendwann ist er da – der letzte Arbeitstag. Idealerweise drehen Sie an diesem Tag im Unternehmen noch einmal eine kleine Runde: Verabschieden Sie sich persönlich von Kollegen und Vorgesetzten. Danken Sie im Abschiedsgespräch (auch: Exit-Gespräch) für die Zeit und Zusammenarbeit. Von Kunden und Weggefährten können Sie sich zusätzlich mit einer Abschiedsmail verabschieden. Grundregel: Versuchen Sie, sich immer im Guten zu trennen und keine Brücken zu verbrennen, über die Sie später vielleicht noch einmal gehen müssen. Das Sprichwort stimmt: „Man begegnet sich immer zweimal im Leben.“ Ihr wertvollstes Kapital ist jetzt Ihr guter Ruf. Außerdem: Jobwechsel gelingen besser, wenn Sie ohne negative Gefühle durchstarten.
Ich will einen Job, der zu mir passt!
Unglücklich im Job und ohne klares Ziel? Dann nutzen Sie unser bewährtes Coaching zum erfolgreichen Jobwechsel: Wir begleiten Sie systematisch auf dem Weg zum Wunschjob, der perfekt zu Ihnen passt:
Jobwechsel-Checkliste – zum Abhaken
Hier nochmal unsere detaillierte Jobwechsel-Checkliste, die Sie gleich online im Browser abhaken können:
- Ich habe meine Gründe für den Jobwechsel klar definiert.
- Ich weiß, welche Ziele ich mit dem neuen Job erreichen möchte.
- Ich kenne meine wichtigsten Prioritäten (Gehalt, Arbeitszeit, Homeoffice).
- Ich habe die Vor- und Nachteile des Wechsels sorgfältig abgewogen.
- Ich kenne meine fachlichen Stärken.
- Ich weiß, welche Tätigkeiten mir Freude bereiten.
- Ich weiß, welche Aufgaben ich künftig vermeiden möchte.
- Ich kenne meinen Marktwert.
- Ich habe meinen Lebenslauf aktualisiert.
- Ich habe mein Anschreiben vorbereitet.
- Ich habe wichtige Zeugnisse digital verfügbar.
- Ich habe relevante Zertifikate zusammengestellt.
- Ich habe mein Bewerbungsfoto aktualisiert.
- Ich habe mein Linkedin-Profil aktualisiert.
- Ich habe Suchkriterien für passende Stellen definiert.
- Ich habe Suchagenten eingerichtet.
- Ich beobachte interessante Unternehmen.
- Ich nutze mein berufliches Netzwerk.
- Ich prüfe Bewertungen und Erfahrungsberichte.
- Ich passe jede Bewerbung individuell an.
- Ich dokumentiere meine Bewerbungen.
- Ich notiere Fristen und Rückmeldetermine.
- Ich bereite mich auf Rückfragen vor.
- Ich habe Informationen über das Unternehmen recherchiert.
- Ich kenne die Stellenbeschreibung genau.
- Ich kann meinen beruflichen Werdegang überzeugend darstellen.
- Ich kann meinen Wechselwunsch positiv begründen.
- Ich habe Antworten auf typische Interviewfragen.
- Ich habe eigene Fragen an das Unternehmen vorbereitet.
- Ich kenne meine Gehaltsvorstellung.
- Ich habe den Arbeitsvertrag vollständig gelesen.
- Ich habe das Gehalt geprüft.
- Ich habe die Arbeitszeit geprüft.
- Ich habe den Urlaubsanspruch geprüft.
- Ich habe die Probezeit geprüft.
- Ich habe die Kündigungsfrist geprüft.
- Ich habe Homeoffice-Regelungen geprüft.
- Ich habe offene Fragen geklärt.
- Ich kenne meine Kündigungsfrist.
- Ich habe meine Kündigung schriftlich vorbereitet.
- Ich habe den richtigen Kündigungstermin berechnet.
- Ich habe ein persönliches Gespräch geplant.
- Ich bleibe während der Kündigung respektvoll und professionell.
- Ich habe mir den Erhalt der Kündigung bestätigen lassen.
- Ich habe eine vollständige Übergabedokumentation erstellt.
- Ich habe offene Aufgaben dokumentiert.
- Ich habe Passwörter und Zugänge ordnungsgemäß übergeben.
- Ich habe meinen Nachfolger eingearbeitet.
- Ich habe alle Firmengeräte zurückgegeben.
- Ich habe private Daten von Firmengeräten entfernt.
- Ich habe meine persönlichen Unterlagen gesichert.
- Ich kenne meinen ersten Arbeitstag.
- Ich kenne die Arbeitszeiten.
- Ich habe meinen Arbeitsweg geplant.
- Ich habe die Kinderbetreuung organisiert.
- Ich habe meinen Urlaub abgestimmt.
- Ich habe notwendige Versicherungen überprüft.
- Ich habe meine Bankverbindung und Steuerdaten bereit.
- Ich habe mögliche Übergangszeiten finanziell eingeplant.
- Ich habe Rücklagen für unerwartete Ausgaben.
- Ich habe laufende Verträge überprüft.
- Ich habe meine Altersvorsorge berücksichtigt.
- Ich erscheine pünktlich.
- Ich habe alle erforderlichen Unterlagen dabei.
- Ich stelle mich aktiv meinen Kollegen vor.
- Ich mache mir Notizen.
- Ich stelle Fragen, wenn etwas unklar ist.
- Ich nehme mir Zeit zum Einarbeiten.
- Ich vereinbare regelmäßige Feedbackgespräche.
- Ich dokumentiere wichtige Prozesse.
- Ich baue Beziehungen zu meinem Team auf.
- Ich lerne die Unternehmenskultur kennen.
- Ich setze mir Ziele für die Probezeit.
- Ich habe alle wichtigen Unterlagen geordnet.
- Ich habe alle Fristen eingehalten.
- Ich habe keine offenen Verpflichtungen beim alten Arbeitgeber.
- Ich starte motiviert und gut vorbereitet in meinen neuen Job.
1. Entscheidung treffen
2. Standortbestimmung
3. Bewerbungsunterlagen
4. Stellensuche
5. Bewerbungsphase
6. Vorstellungsgespräch
7. Vertragsprüfung
8. Kündigung beim bisherigen Arbeitgeber
9. Übergabe
10. Organisatorisches
11. Finanzen
12. Erster Arbeitstag
Abschließender Check
Ein Jobwechsel bringt immer nachhaltige Veränderungen mit sich. Diese haben in der Regel auch Auswirkungen auf das Privatleben und andere Lebensbereiche. Unsere Jobwechsel-Checkliste unterstützt Sie bei Ihrem nächsten Karriereschritt, sodass Sie von Anfang an neu und richtig durchstarten.
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