Checkliste-Jobwechsel-Umsteigen
Ein höheres Gehalt, eine bessere Arbeitsatmosphäre oder ein kürzerer Arbeitsweg - die Gründe für einen Jobwechsel sind so vielschichtig wie Erdsediment. Deshalb kann es allerdings auch passieren, dass Sie beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber und in der Aufregung etwas Wichtiges übersehen oder vergessen. Damit Ihnen das nicht passiert, zeigt Ihnen die folgende Jobwechsel-Checkliste, an was Sie bitte denken sollten...

Ein Jobwechsel ist ein Neuanfang

Für viele Arbeitnehmer ist der Job eine wichtige Konstante im Leben. Mindestens acht Stunden täglich verbringen sie dort. Das schleicht sich eine gewisse Routine ein. Die lullt allerdings auch ein und lässt uns bei einer beruflichen Veränderung manches vergessen oder übersehen. Fatal! Denn nach der Kündigung und solange Sie noch nicht die neue Stelle angetreten haben, arbeiten Sie nicht mehr primär für Ihren Arbeitgeber, sondern vor allem für Ihren guten Ruf.

Auch wenn jeder Jobwechsel die Chance für einen Neuanfang enthält. Sofort ganz vergessen dürfen Sie den aktuellen Job noch nicht, im Gegenteil: Zu einem gelungenen Neuanfang gehört auch der professionelle Abschluss , um keine Altlasten mit in den neuen Job zu nehmen.

Checkliste: Haben Sie beim Jobwechsel an alles gedacht?

Checkliste JobwechselJeder der die Prozedur schon einmal durchlaufen hat, kennt das: Neue Verträge müssen unterschrieben, bestehende gekündigt und der Überblick über Termine und Fristen behalten werden. Zu einem erfolgreichen Jobwechsel gehört aber noch mehr. Egal, ob Sie gerade einen Jobwechsel planen, mittendrin stecken oder vor Kurzem in den neuen Job eingestiegen sind, diese Checkliste hilft Ihnen, dabei an alles zu denken:

  1. Treffen Sie eine eindeutige Entscheidung.

    Vor jedem Jobwechsel steht erst einmal die Entscheidung: Wollen Sie das wirklich? Sie sollten sich wirklich sicher sein, dass es der richtige Weg ist, eine neue Anstellung zu suchen. Schließlich wollen Sie nicht nach drei Monaten im neuen Job das Gefühl haben, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Fragen Sie sich also, ob Ihr Wunsch nach einer Veränderung vielleicht nur temporär und zwingend mit einem neuen Arbeitgeber verbunden ist. Erst wenn Sie die eindeutige Entscheidung für einen Jobwechsel getroffen haben, können Sie sich auf die Umsetzung konzentrieren.


  2. Recherchieren Sie auf dem Arbeitsmarkt.

    Für Ihren Jobwechsel benötigen Sie natürlich Alternativen zu Ihrer derzeitigen Stelle. Informieren Sie sich auf dem Arbeitsmarkt über mögliche Stellen, Anforderungen und Gehälter (zum Beispiel mit unseren kostenlosen Gehaltsreports). Mit den nötigen Informationen können Sie dann Bewerbungen an potenzielle Arbeitgeber schicken. Regeln Sie Ihre Bewerbungsangelegenheiten aber bitte von zu Hause aus und nicht im Büro. Ihr jetziger Arbeitgeber wird es nicht gerne sehen, wenn Sie Ihre Arbeitszeit nutzen, um Ihren Ausstieg vorzubereiten.

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  3. Unterschreiben Sie den neuen Arbeitsvertrag.

    Wenn Ihre Bewerbungen erfolgreich verlaufen sind und Sie einen neuen Arbeitgeber von Ihren Fähigkeiten überzeugen konnten, sollten Sie Ihren neuen Arbeitsvertrag unterschreiben oder zumindest eine schriftliche Zusage erhalten. Erst mit dieser Sicherheit können Sie ohne Zweifel Ihren alten Job kündigen, da Sie nicht in die merkwürdige Situation kommen können, auf einmal gänzlich ohne Anstellung dazustehen. Beachten Sie, dass mündliche Zusagen in diesem Zusammenhang zwar wirksam, in der Praxis jedoch nur schwer nachzuweisen sind. Lassen Sie sich die Zusage also auf jeden Fall schriftlich geben, um auf der sicheren Seite zu sein.


  4. Künden Sie Ihrem alten Arbeitgeber.

    Nachdem Sie nun Ihre berufliche Zukunft geklärt haben, sollten Sie zeitnah Ihrem alten Arbeitgeber kündigen. Dies muss immer schriftlich erfolgen. Zusätzlich sollten Sie - vor der schriftlichen Kündigung - noch ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen. Schon aus Respekt und Höflichkeit. Erklären Sie ihm - kurz! - Ihre Gründe für die Entscheidung und bedanken Sie sich für die Zusammenarbeit. Auch wenn Sie aus Frust das Unternehmen verlassen, sollten Sie sich Beschuldigungen und Vorwürfe verkneifen.


  5. Beachten Sie vertragliche Regelungen.

    Machen Sie sich rechtzeitig ein Bild von den Regelungen, die in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt wurde. Einige davon sind bei jedem Jobwechsel besonders wichtig: Die Kündigungsfrist, die Verschwiegenheitspflicht und das Verbot zur direkten Konkurrenz zu wechseln. Beachten Sie auf jeden Fall Ihre Kündigungsfrist, um Ihren neuen Job auch wirklich pünktlich antreten zu können. Die Verschwiegenheitspflicht verbietet es Ihnen, über Interna Ihres alten Arbeitgebers zu sprechen. Diese Pflicht darf Sie jedoch nicht daran hindern, Ihren Job auszuführen. Im Arbeitsvertrag festgehaltene Klauseln, die einen Wechsel zur Konkurrenz verbieten, sind häufig unwirksam, da sie das Grundrecht auf Berufsfreiheit verletzten.


  6. Informieren Sie Ihre Kollegen.

    Auch Ihre Kollegen haben ein Recht darauf zu erfahren, dass Sie in Kürze das Unternehmen verlassen werden. Eventuell müssen Aufgaben neu verteilt werden. Abhängig davon, wie gut Sie sich mit den anderen verstehen und wie lange Sie für das Unternehmen gearbeitet haben, können Sie auch eine kleine Abschiedsfeier veranstalten. Laden Sie die anderen am Freitag nach Feierabend auf ein Bier ein oder bringen Sie Snacks mit zur Arbeit.


  7. Arbeiten Sie einen Nachfolger ein.

    Sobald Ihr Vorgesetzter einen Nachfolger gefunden hat oder ein Kollege bestimmt wurde, der Ihre Aufgaben in Zukunft übernehmen wird, sollten Sie diesen Kollegen einarbeiten. Es ist natürlich von Vorteil, wenn Sie vor Ihrem Abschied möglichst viele Aufgaben und Projekte abschließen. Bei der Übergabe ist es Ihre Aufgabe, Ihren Nachfolger mit Unterlagen und dem nötigen Wissen auszustatten, das dieser zur Erledigung der Aufgaben benötigt. Erklären Sie also genau, woran Sie gerade arbeiten, was noch gemacht werden muss und welche Ergebnisse erwartet werden.


  8. Geben Sie erhaltene Arbeitsmaterialien zurück.

    Ein Laptop, das Arbeitshandy oder Werkzeuge - viele Unternehmen statten Ihre Mitarbeiter mit Arbeitsmaterialien aus. Vergessen Sie aber bitte nie, diese nach Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses wieder zurückzugehen. Das kann man Ihnen als Diebstahl auslegen - und damit im Arbeitszeugnis erwähnen. Verschaffen Sie sich also rechtzeitig einen Überblick darüber, ob Sie noch in Besitz von Geschäftsunterlagen oder Arbeitsmaterial sind. Umgekehrt: Vergessen Sie Ihre Unterlagen nicht. Dazu gehören eine Lohnsteuerbescheinigung, eine (Rest-)Urlaubsbescheinigung und gegebenenfalls der Sozialversicherungsausweis, wenn dieser vom Arbeitgeber in der Personalakte aufbewahrt wurde. In der Regel müssen Sie diese Unterlagen im Personalbüro abholen, Sie können aber auch fragen, ob Ihnen die Unterlagen zugeschickt werden. Danach können Sie sich endgültig und bei allen noch mal kurz verabschieden.


  9. Fragen Sie nach einem Arbeitszeugnis.

    Sie können Ihren Arbeitgeber dazu auffordern, Ihnen ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Ein normales Zeugnis enthält dagegen nur Angaben zur Art und Dauer Ihrer Anstellung, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis dagegen geht auch auf Ihre Leistungen und Ihr Engagement während des Arbeitsverhältnisses ein. Sollten Sie sich erst jetzt (oder später erneut) für eine neue Stelle bewerben, ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis die beste Referenz, um Ihren bisherigen beruflichen Werdegang zu dokumentieren und die Zufriedenheit Ihrer ehemaligen Arbeitgeber zu belegen.


Trennen Sie sich immer im Guten

Wenn Frust und Unzufriedenheit als Motivation hinter Ihrem Jobwechsel stehen, ist die Versuchung groß, nach der Kündigung noch einmal richtig Dampf abzulassen. Doch Sie wissen nie, was in Ihrem beruflichen Leben noch auf Sie zukommt. Vielleicht arbeiten Sie doch noch einmal mit Ihren ehemaligen Kollegen zusammen oder treffen Ihren Chef in einem anderen Unternehmen wieder. Darum gilt: Versuchen Sie sich im Guten von Ihrem Arbeitgeber zu trennen. Denken Sie daran, dass ab dem Moment, in dem Sie gekündigt haben, nicht mehr für Ihren Arbeitgeber arbeiten, sondern für Ihren Ruf. So gehen Sie Ihren Jobwechsel ohne negativen Gefühle an und können neu durchstarten.

Jobwechsel-Checkliste als PDF

PDF kostenlos herunterladen Gratis IconDer Jobwechsel bringt immer nachhaltige Veränderungen mit sich, die in der Regel auch Auswirkungen auf das Privatleben und andere Lebensbereiche rund um den Job haben. Die folgende Checkliste mit 55 beachtenswerten Punkten für den nächsten Karriereschritt kann hier Orientierung geben. Sie können diese wie immer als kostenloses PDF herunterladen.

[Bildnachweis: manop, Dragan Grkic by Shutterstock.com]

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