Flashback: Erinnerungen und Emotionen

Manchmal holt einen die Vergangenheit wieder ein. Von einem Moment auf den anderen fühlen Sie sich um Jahre oder sogar Jahrzehnte zurückversetzt. Erinnerungen und Emotionen prasseln auf Sie ein und sie durchleben noch einmal all das, was Sie schon vor langer Zeit durchgemacht haben. Solche Flashbacks können zunächst verwirren, da die auftauchenden Gefühle nicht genau zugeordnet werden können. Doch sind Flashbacks ausschließlich schlecht oder können Sie sogar von Vorteil sein, wenn Sie es schaffen, die plötzlichen Erinnerungen zu beeinflussen? Wir erklären, was genau unter einem Flashback zu verstehen ist, wie diese entstehen und welche Arten von Flashbacks unterschieden werden…

Flashback: Erinnerungen und Emotionen

Was ist ein Flashback?

Flashback Symptome Bedeutung Definition Psychologie Trauma Erfahrungen Auslöser Was tunBei Flashbacks handelt es sich zunächst einmal um Erinnerungen. Das besondere daran ist jedoch, dass diese sehr plötzlich auftreten, nicht bewusst hervorgerufen werden und dennoch sehr stark sind. Sie denken also nicht an ein bestimmtes Ereignis aus Ihrem Leben zurück und forcieren so die Erinnerung, sondern werden aus dem Nichts von den Erinnerungen gepackt.

Sie haben das Gefühl, in der Zeit gereist zu sein und noch einmal zu erleben, was schon längst in der Vergangenheit liegt. Dabei ist es egal, ob das Erlebnis ein paar Monate, Jahre oder mehrere Jahrzehnte her ist. Sobald der Flashback Sie packt, ist es für den Moment ganz so, als wäre die Zeit zurückgedreht worden.

Auch zeichnen sich Flashbacks dadurch aus, dass die betroffene Person alle Emotionen und Empfindungen aus der Vergangenheit noch einmal fast genauso stark erlebt. So kann es beispielsweise sein, dass Sie ein Flashback völlig unerwartet trifft und Sie urplötzlich enorme Trauer fühlen, vielleicht sogar anfangen zu weinen oder große Angst empfinden. Auf der anderen Seite kann ein positiver Flashback auch zu starker Freude, Zufriedenheit und Wohlbefinden führen, selbst wenn Sie sich zuvor noch schlecht gefühlt haben.

Der Begriff Flashback ist allerdings nicht ohne Grund aus den englischen Wörtern für Blitz oder auch blitzartig und zurück zusammengesetzt. Das Wiedererleben vergangener Momente und Gefühle kommt nicht nur so schnell wie ein Blitz, es ist auch genauso schlagartig wieder vorbei. Oft dauern Flashbacks nur Augenblicke oder wenige Sekunden, sie können sich aber auch bis zu einer Minute hinziehen.

Flashback Auslöser: Wie werden die Erinnerungen hervorgerufen?

Ein Flashback kündigt sich nicht vorher an und Sie rufen die Erinnerung nicht bewusst hervor, doch es gibt meist dennoch einen konkreten Auslöser, der den Flashback verursacht. Dabei handelt es sich um sogenannte Schlüsselreize, die in den unterschiedlichsten Formen auftreten können. Schon eine kurze Sinneswahrnehmung kann ausreichen und als Schlüsselreiz fungieren, der Sie im Handumdrehen viele Jahre in die Vergangenheit katapultiert.

Mögliche Schlüsselreize sind beispielsweise ein altes Foto, dass die Erinnerungen und Gefühle des Tages hervorruft, an dem es aufgenommen wurde. Plötzlich sehen Sie wieder ganz klar vor sich, wer alles dabei war, was Sie gemacht, worüber gelacht wurde, sogar was getrunken oder gegessen wurde. Bei starken Flashbacks haben Sie sogar den Geschmack wieder auf der Zunge. Den gleichen Effekt kann auch ein Lied haben, dass eine Bedeutung in Ihrer Vergangenheit hat und den Flashback auslöst.

Sehr häufig handelt es sich bei Schlüsselreizen auch um Gerüchte oder Düfte. Dieses Phänomen beschreibt die Band twenty one pilots in ihrem bekannten Song Stressed Out mit den Worten: Sometimes a certain smell will take me back to when I was young. Also in etwa Manchmal bringt mich ein Geruch zurück in die Zeit, in der ich jung war.

Folgt das Wiedererleben auf einen solchen Schlüsselreiz, spricht man von einem natürlichen Flashback. Die plötzlichen Erinnerungen können aber auch durch Krankheiten oder Drogenmissbrauch ausgelöst werden. Die wahrscheinlich bekannteste Ausprägung hängt dabei mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zusammen. So leiden etwa Solden, die aus Kriegsgebieten zurückkehren, unter Flashbacks, bei denen Sie die Gefahren und Ängste erneut durchleben.

So machen Sie sich den Effekt von Flashbacks zunutze

Wahre Flashbacks, die der Definition entsprechen, können Sie nicht erzeugen. Den positiven Effekt, den diese haben können, hingegen schon. Erinnerungen und die Emotionen, die damit verbunden sind, können starke Auswirkungen auf das aktuelle Befinden haben. Gelingt es Ihnen also, starke Erinnerungen und auch Emotionen hervorzurufen, können Sie diese erneut durchleben – vielleicht nicht ganz so stark wie bei einem tatsächlichen Flashback, aber doch durchaus spürbar.

Dies kann sich zum Beispiel lohnen, wenn Sie vor einer wichtigen Prüfung oder herausfordernden Aufgabe stehen und sich unsicher und nervös fühlen. Erinnern Sie sich einfach daran zurück, wie Sie einen großen Erfolg erlebt haben, um sich in die richtige Stimmung zu versetzen. Oder versetzen Sie sich zurück in eine Situation, in der Sie sich vollkommen sicher gefühlt haben. So können Sie Ihr Selbstbewusstsein steigern und mit der richtigen Einstellung an die Aufgabe gehen.

Mit einem guten Erinnerungsvermögen und ein wenig Vorstellungskraft kann dies bereits gelingen, besser ist es jedoch, wenn Sie auch hier Schlüsselreize einsetzen. Finden Sie heraus, was Sie positiv beeinflusst und gute Erinnerungen hervorruft. Vielleicht ist es Ihr Lieblingslied, das im Hintergrund läuft oder auch der Geruch eines Parfums, mit dem Sie besondere Erinnerungen verbinden.

Je positiver das Erlebnis ist, desto stärker sind die damit verbundenen Emotionen. Stöbern Sie ruhig ein wenig in Ihrer Vergangenheit um etwas zu finden, was Sie wirklich glücklich oder stolz macht. Finden Sie dann noch einen damit verbundenen Schlüsselreiz, können Sie den Flashback-Effekt zum eigenen Vorteil einsetzen.

[Bildnachweis: Antonio Guillem by Shutterstock.com]
16. Februar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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