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Pronomen: Definition 8 Arten, Liste + Beispiele

Pronomen sind eine Wortart in der deutschen Grammatik. Sie bilden Begleiter oder Stellvertreter für ein Substantiv (= Hauptwort) im Satz, stellen einen Bezug her oder verweisen auf bereits Genanntes im Text. Wir erklären kompakt alle acht Pronomen-Arten mit Beispielen. Am Schluss finden Sie zudem kostenlose Übungen, um Ihr Wissen direkt zu testen…



Pronomen: Definition 8 Arten, Liste + Beispiele

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Definition: Was sind Pronomen?

Pronomen (auch: Fürwörter) begleiten oder ersetzen Substantive (Nomen) im Satz. Die meisten Pronomen fungieren als Stellvertreter eines Substantivs, müssen im Deutschen aber dekliniert werden. Bedeutet: Sie passen sich dem Genus (Geschlecht), Numerus (Anzahl) und Kasus (Fall) an.

Fürwörter helfen, unschöne Wiederholungen im Text zu vermeiden. Die Sätze werden dadurch abwechslungsreicher. Insgesamt gibt es in der deutschen Grammatik acht verschiedene Pronomen-Arten. Am häufigsten sind Personal- und Possessivpronomen.

Pronomen Liste und Beispiele

  1. Personalpronomen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
  2. Possessivpronomen: mein, dein, sein, unser, euer, ihr
  3. Demonstrativpronomen: der, dieser, jener, derjenige, derselbe
  4. Relativpronomen: der, welcher, wer, was
  5. Reflexivpronomen: sich, mich
  6. Reziprokpronomen: uns, ihr, euch
  7. Interrogativpronomen: wer, was, welcher, was für ein?
  8. Indefinitpronomen: man, jemand, niemand, jeder, alle, etwas, nichts

Pronomen Schreibweise

Pronomen werden in der Regel klein geschrieben. Es gibt aber Ausnahmen: Personalpronomen wie „du“ und „sie“ oder „ihr“ können – aus Höflichkeit oder Respekt – in der Anrede großgeschrieben werden (Du, Sie, Ihr).

Weitere Ausnahmen: Werden die Pronomen „jemand“ oder „niemand“ als eigenständige Hauptwörter verwendet, schreiben Sie diese ebenfalls groß. Nachfolgend stellen wir die verschiedenen Pronomen Arten genauer vor…

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1. Personalpronomen

Personalpronomen sind persönliche Fürwörter. Im Deutschen sind das: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Die persönlichen Fürwörtern können ein Substantiv ersetzen, das Sie zuvor erwähnt haben. Wichtig ist dann, dass der Bezug klar ist. Andernfalls sollten Sie das Substantiv wiederholen.

Mit Personalpronomen können Sie über die eigene Person oder über andere sprechen sowie unpersönliche Formulierungen („Es“) nutzen.

Personalpronomen Beispiele

  • Ich gehe gerne mit dir spazieren.
  • Der Junge küsst ein Mädchen. Sie ist sehr hübsch.
  • Mir ist gute Qualität wichtig.
  • Es klingelt an der Tür.

Gut zu wissen: Pronomen werden im Satz immer dekliniert. Bedeutet: Sie ändern ihre Form je nach Fall (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) oder Anzahl (Einzahl, Mehrzahl) sowie Genus (männlich, weiblich, neutral).

Tabelle: Personalpronomen Singular

Nominativ ich du er, sie, es
Genitiv meiner deiner seiner, ihrer, seiner
Dativ mir dir ihm, ihr, ihm
Akkusativ mich dich ihn, sie, es

Tabelle: Personalpronomen Plural

Nominativ wir ihr sie, Sie
Genitiv unser euer ihrer, Ihrer
Dativ uns euch ihnen, Ihnen
Akkusativ uns euch sie, Sie
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2. Possessivpronomen

Possessivpronomen sind besitzanzeigende Fürwörter, die ebenfalls Zugehörigkeit ausdrücken können. Die Grundformen sind: mein, dein, sein, ihr, sein, unser, euer und ihr. Auch diese Pronomen müssen dekliniert und an das Nomen angepasst werden.

Possessivpronomen Beispiele

  • Meine Tante wohnt in Wiesbaden.
  • Dein Auto ist dreckig.
  • Er kannte seine Pappenheimer nur zu gut.
  • Sie sucht vergeblich ihr Portemonnaie.
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3. Demonstrativpronomen

Demonstrativpronomen sind hinweisende Fürwörter. Man nutzt sie, um etwas hervorzuheben und auf Dinge oder Personen in der Nähe zu verweisen. Dazu zählen Pronomen wie der, die, das, dieser, jener, derjenige, derselbe, solcher und selbst.

Demonstrativpronomen Beispiele

  • Sie hatte dies nicht erwartet.
  • Ich habe dieselbe Ausstellung besucht.
  • Das läuft auf dasselbe hinaus!
  • Er fand solche Themen uninteressant.

4. Relativpronomen

Relativpronomen sind bezügliche Fürwörter. Sie hängen von dem Bezugswort ab, auf das sie sich beziehen. In der Regel fungieren sie als Stellvertreter – seltener als Begleiter. Mit diesen Pronomen leiten Sie einen Relativsatz ein: der, die, das, welcher, welche, welches und mit der.

Relativpronomen Beispiele

  • Der Unfall, der gestern passierte.
  • Das sind die Vokabeln, welche ich gelernt habe.
  • Ich bin mir sicher, welcher Kunde sich beschwert hat.
  • Alle Personen, mit denen er Kontakt hatte, wurden verständigt.

5. Reflexivpronomen

Reflexivpronomen sind rückbezügliche Fürwörter und werden eingesetzt, wenn wir reflexive Verben nutzen – also Formulierungen, die sich auf das Subjekt des Satzes beziehen. Sie werden genutzt, wenn wir über uns selbst sprechen oder über andere sprechen.

Reflexivpronomen Beispiele

  • Ich wiederhole mich nur ungern.
  • Er band sich eine Krawatte um.
  • Sie einigten sich auf eine weitere Zusammenarbeit.
  • Ihr werdet mich noch kennenlernen!

6. Reziprokpronomen

Sogenannte Reziprokpronomen stehen immer im Plural (uns, euch, ihr) und stellen eine Beziehung her. Erkennen lassen sie sich daran, dass wir diese Pronomen durch die Begriffe wie „gegenseitig“ oder „einander“ ersetzen könnten.

Reziprokpronomen Beispiele

  • „Wir haben uns total lieb.“
  • „Habt ihr euch bei der Arbeit unterstützt?“
  • „Wenn ihr auf euch achtet, passiert nichts!“
  • Wir sehen uns in letzter Zeit recht selten.

7. Interrogativpronomen

Interrogativpronomen sind Fragefürwörter – und werden als Fragewort genutzt. Mit diesen Pronomen leiten wir einen Fragesatz ein. Sie ersetzen das Substantiv oder begleiten es. Zu den Interrogativpronomen gehören: wer, was, wem, wen, wessen und was für ein.

Interrogativpronomen Beispiele

  • Wer ist für dieses Chaos verantwortlich?
  • Was soll ich damit anfangen?
  • Wessen Tasse ist das?
  • Wen interessiert das?

8. Indefinitpronomen

Indefinitpronomen sind unbestimmte Pronomen und bezeichnen Dinge, die nicht näher bestimmt sind – also unkonkrete Angaben oder Verallgemeinerungen. Dazu zählen: alle, einige, etliche, etwas, irgendeiner, irgendjemand, irgendwelche, jedermann, jeglicher, keiner, viele, wenig, nichts und niemand.

Indefinitpronomen Beispiele

  • Ich möchte dazu etwas sagen.
  • Irgendeiner wird für den Schaden aufkommen müssen!
  • So ein Missgeschick kann jedem mal passieren.
  • Und wieder will es niemand gewesen sein.

Pronomen gendern?

Personalpronomen sind männlich oder weiblich. Non-binäre Menschen, die sich mit keinem Geschlecht identifizieren, fühlen sich dadurch nicht repräsentiert. Gender neutrale Vorschläge sind:

  • xier / xiem
  • dey / demm
  • hen / ham
  • nin / nim

Diese sind jedoch nicht verbindlich und werden zum Teil abgelehnt.


Pronomen Übungen + Lösung

Nachfolgend haben wir einige Pronomen Übungen für Sie: Überlegen Sie, welches Pronomen in den Lückentext gehört. Die Lösung sehen Sie, indem Sie einfach auf das Auge klicken:

Personalpronomen Übungen

Die Freundin erzählte, dass sie vom Joggen erschöpft sei.

Der Mann lachte herzhaft. Er bekam vor lauter Lachen kaum noch Luft.

Possessivpronomen Übungen

„Ist das dein Auto?“, fragte Patrick seine Kommilitonin.

„Das ist unsere Vorstellung einer Wohlfühloase“, erzählten die Schulzes.

Demonstrativpronomen Übungen

„Es sind diese wundervollen Sonnenuntergänge, die zum Träumen animieren.“

„Ich möchte genau das essen wie die Dame am Nachbartisch.“

Relativpronomen Übungen

„Hier ist übrigens das Buch, das ich dir noch zeigen wollte.“

„Das ist das Schönste, was jemals einer zu mir gesagt hat!“

Reflexivpronomen Übungen

Sie wollten sich unbedingt wiedersehen.

„Wir haben uns überlegt, im Garten zu feiern.“

Interrogativpronomen Übungen

„Ich wüsste gerne, wer dieses Stück komponiert hat?“

Was für eine Sorte Blumen ist das?“

Indefinitpronomen Übungen

Jeder hat doch schon mal gelogen.

Es traute sich keiner (alternativ: niemand), dem Lehrer zu widersprechen.


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