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Konvergentes Denken: Definition, Beispiele & Tipps

Wie Sie Probleme lösen, hängt maßgeblich von Ihrer persönlichen Denkweise ab. Der Psychologe Joy Paul Guilford prägte dazu zwei Konzepte: Konvergentes Denken und divergentes Denken. Konvergentes Denken ist analytisch, folgt einer klaren Struktur und sucht die einzig mögliche Lösung zu einem Problem. Manchen fällt das von Natur aus leicht – andere können es lernen. Wir erklären, wie konvergentes Denken funktioniert und zeigen Beispiele für die strukturierte Herangehensweise…



Konvergentes Denken: Definition, Beispiele & Tipps

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Definition: Was ist konvergentes Denken?

Konvergentes Denken ist strukturiertes, analytisches und zielgerichtetes Denken mit dem Ziel, die einzige Lösung eines vorliegenden Problems zu finden. Dahinter steht die Annahme, dass es zu jedem Problem eine eindeutige Ursache sowie eine klar definierte Lösung gibt. Aus dem Wissen über die Gründe, den vorhandenen Informationen und bekannten Regeln wird der passende Lösungsweg entwickelt und umgesetzt.

Das hat einige Vorteile: Konvergentes Denken findet schnell eine Lösung, lässt sich nicht ablenken und wertet analytisch alle Informationen aus (siehe: analytisches Denken). Ein Nachteil: Nicht alle Aufgaben und Probleme lassen sich bestmöglich lösen, wenn Sie konvergent denken. Manchmal braucht es das genaue Gegenteil, um freier und kreativer zu sein.

Unterschied: Divergentes und konvergentes Denken

Das direkte Gegenteil zum konvergenten Denken ist divergentes Denken (siehe auch: laterales Denken). Diese Denkweise ist freier, unsystematisch und setzt auf kreative Ansätze. Statt ausschließlich zielgerichtet und nach einer klaren Reihenfolge vorzugehen, ist divergentes Denken experimentierfreudig und teilweise spielerisch mit Problemen auseinander. Oft wird nicht nur eine mögliche Lösung, sondern eine Vielzahl von Ansätzen entwickelt. Sowohl divergentes als auch konvergentes Denken suchen aber als Ergebnis die bestmögliche Lösung.


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Beispiele für konvergentes Denken

Konvergentes Denken zeigt sich am besten in konkreten Beispielen. Das lineare Vorgehen und rationale Denken wird bei unterschiedlichsten Problemen oder Aufgaben angewendet. Zum besseren Verständnis haben wir drei Beispiele für die konvergente Denkweise erstellt:

Beispiel: Bausatz

Sie bekommen einen Bausatz mit 75 Teilen, die zusammen ein Flugzeug ergeben. Konvergentes Denken geht zielgerichtet vor: Die einzelnen Bauteile werden in Gruppen kategorisiert und sortiert. Anschließend machen Sie einen konkreten Plan: Was muss zuerst gebaut werden? Wie passen einzelne Teile des Flugzeugs zusammen? Welche Verbindungen sind besonders wichtig? Der gesamte Prozess folgt einer logischen Schritt-für-Schritt-Reihenfolge.

Gegenbeispiel: Divergentes Denken probiert aus, was zusammenpassen könnte und ob es verschiedene Möglichkeiten gibt, ein Flugzeug aus den vorhandene Teilen zu bauen. Der Prozess ist nicht geprägt von Analyse, sondern von Kreativität und neuen Ideen.

Beispiel: Kostensenkung

Die finanzielle Situation ist knapp und Sie wollen Ihre Finanzen durch eine Kostensenkung verbessern. Ein konvergenter Ansatz: Alle regelmäßigen und unregelmäßigen Ausgaben auflisten, um Sparpotenziale zu finden. Günstigere Verträge, mögliche Kündigungen bei nicht mehr benötigten Angeboten… Sie identifizieren zielgerichtet unnötige Kosten, die Sie im nächsten Schritt reduzieren und so die gewünschte Ersparnis erreichen.

Beispiel: Produktentwicklung

Im Unternehmen wird ein neues Produkt entwickelt, um den Umsatz zu steigern und neue Zielgruppen zu erschließen. Konvergente Denker wägen mögliche Produkte anhand der erzielbaren Margen am Markt ab und analysieren die Interessen der Zielgruppe, um das bestmögliche Angebot zu schaffen. Die Produktentwicklung ist in jedem Schritt lösungsorientiert und sucht das eine optimale Produkt, um den Umsatz mit einer neuen Zielgruppe zu steigern.

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Reihenfolge für konvergentes Denken

Der schrittweise Prozess des konvergenten Denken folgt einer typischen Reihenfolge. Dabei zeigt sich die lineare Denkweise (im Gegensatz zum Querdenken), in der das Ziel ohne Abschweife oder Umwege erreicht werden soll. So sieht die Reihenfolge eines konvergenten Denkprozesses aus:

  1. Definition des Problems
    Im ersten Schritt wird ein Problem oder eine Aufgabe erkannt und möglichst konkret definiert. Dahinter steht die Frage: Was genau soll erreicht werden?
  2. Erkenntnis der Ursache
    Konvergente Denker analysieren die Ursache eines vorhandenen Problems, um es besser zu verstehen. Was genau sind die Auslöser und welche Faktoren beeinflussen die Herausforderung?
  3. Recherche der Informationen
    Zum gründlichen Denkprozess gehört die Recherche aller relevanten Informationen. Was kann ich zu einem Problem erfahren und welche Informationen kann ich woanders finden?
  4. Nutzung des Wissens
    Das identifizierte Problem wird mit dem eigenen Wissen, gesammelten Erfahrungen sowie geltenden Regeln abgeglichen. Wie kann ich mein Wissen auf dieses Problem anwenden?
  5. Erstellung des Lösungswegs
    Im letzten Schritt wird ein konkreter Lösungsweg entwickelt und anschließend umgesetzt. Hier lautet die abschließende Frage: Was muss ich tun, um das Problem zu lösen?
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Konvergentes Denken trainieren: 3 Tipps

Können Sie konvergent denken? Einigen Menschen ist die Denkweise nahezu in die Wiege und damit die Persönlichkeit gelegt. Sie gehen Probleme ganz automatisch strukturiert, analytisch und linear an – das gilt aber längst nicht für jeden. Die gute Nachricht: Sie können konvergentes Denken trainieren und lernen. Diese Tipps helfen dabei:

  • Kümmern Sie sich nur um ein Problem gleichzeitig
    Die lineare Struktur der konvergenten Denkweise funktioniert am besten, wenn Sie sich auf ein einziges Problem konzentrieren. Erledigen Sie nicht fünf Dinge gleichzeitig, sondern finden Sie die gewünschte Lösung, bevor Sie sich an die nächste Aufgabe machen. Multitasking führt meist nur zu Chaos und schlechteren Ergebnissen.
  • Konzentrieren Sie sich auf eine Lösung
    Ein verbreitetes Problem: Sie haben zahlreiche Ideen zur möglichen Problemlösung und wollen alle verfolgen. Genau das ist konvergentes Denken aber nicht. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf eine klar definierte Lösung, die sich aus den analysierten Ursachen ergibt.
  • Bleiben Sie rational
    Emotionen und eigene Präferenzen spielen für konvergente Denker keine Rolle. Die Analyse des Problems ist vollkommen rational und auch die gewählte Lösung ist eine fundierte Entscheidung anhand von Fakten.

Konvergentes und divergentes Denken kombinieren

Konvergentes Denken hat einige Vorteile. Oft wird diese Variante als beste Denkweise zur Lösung von Problemen beschrieben. Ganz so schwarz-weiß sollten Sie das Thema jedoch nicht betrachten. Bei den meisten Problemen verspricht eine Mischung aus konvergentem und divergentem Denken den größten Erfolg. So sind Sie frei und kreativ genug, um auch unwahrscheinliche oder gar abwegige Ideen zu berücksichtigen. Im zweiten Schritt kann dann analytisch nach der besten Option gesucht werden.

Zudem gilt: Nicht jede Aufgabe lässt sich rein konvergent lösen. Es braucht bereits Regeln oder Gesetzmäßigkeiten, auf die Sie sich berufen können. Auch ist nicht jedes Problem auf eine einzelne korrekte Lösung begrenzt. Oft gibt es verschiedene Ansätze, die allesamt ans gewünschte Ziel führen. Hier braucht es entsprechende Ergänzungen zum konvergenten Denken.

Konvergentes Denken Divergentes Denken Definition Bedeutung

FAQ: Das Wichtigste zum konvergenten Denken

Was ist konvergentes Denken?

Konvergentes Denken ist systematisches, zielgerichtetes und lineares Denken, um aus einer Ursache des Problems die einzig korrekte Lösung abzuleiten.

Wer entwickelte konvergentes Denken?

Das Konzept stammt vom amerikanischen Psychologen Joy Paul Guilford, der auch den Begriff divergentes Denken prägte. Bekannt wurden die Denkweisen durch seine Arbeit „The Structure of Intellect“.

Ist konvergentes Denken besser?

Es gibt kein richtig oder falsch. Beide Denkweisen haben jeweils Vor- und Nachteile. Idealerweise können Sie sowohl divergent als auch konvergent denken und damit die besten Lösungswege entwickeln.


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