Was sind Redewendungen?
Redewendungen gehören zu den sogenannten Phraseologismen: festen sprachlichen Verbindungen, die in einer bestimmten Form gebraucht werden. Häufig werden sie auch als Idiome bezeichnet. Charakteristisch ist ihr übertragener Sinn: Die Bedeutung ergibt sich nicht unmittelbar aus den einzelnen Wörtern, sondern aus dem gesamten Sprachbild. Dadurch machen Redewendungen Aussagen anschaulich, prägnant und oft auch humorvoll.
5 bekannte Redewendungen: Beispiele + Bedeutung
Redewendung |
Bedeutung |
| Tomaten auf den Augen haben | Etwas Offensichtliches übersehen |
| Den Nagel auf den Kopf treffen | Etwas exakt richtig benennen |
| Die Flinte ins Korn werfen | Aufgeben oder resignieren |
| Jemandem einen Bären aufbinden | Eine erfundene Geschichte erzählen |
| Um den heißen Brei herumreden | Nicht zum eigentlichen Thema kommen |
Was ist der Unterschied zwischen Redewendung und Sprichwort?
Eine Redewendung ist eine feste Wortgruppe mit übertragener Bedeutung und wird meist in einen Satz eingebaut – zum Beispiel „kalte Füße bekommen“. Ein Sprichwort ist dagegen meist ein vollständiger Satz und vermittelt häufig eine allgemeine Erfahrung, Regel oder Lebensweisheit – zum Beispiel: „Aller Anfang ist schwer.“ Die Grenzen können im Einzelfall fließend sein.
300 deutsche Redewendungen mit Bedeutung von A bis Z
Die folgende Liste enthält 300 bekannte deutsche Redewendungen und ihre Bedeutung. Die Auswahl ist alphabetisch sortiert und konzentriert sich auf feste, heute noch verständliche Wendungen. Verlinkte Begriffe führen zu ausführlichen Erklärungen mit Bedeutung und Herkunft.
Redewendung |
Bedeutung |
| 08/15 | Gewöhnlich, einfallslos oder standardisiert |
A |
|
| A und O | Das absolut Wichtigste |
| Ab durch die Mitte | Schnell verschwinden oder losgehen |
| Abfuhr erteilen | Jemanden abweisen und Nein sagen |
| Abwarten und Tee trinken | Ruhig und geduldig bleiben |
| Ach du grüne Neune | Ausdruck von großem Erstaunen |
| Äpfel mit Birnen vergleichen | Unvergleichbare Dinge vergleichen |
| Alle Register ziehen | Jede Möglichkeit ausprobieren |
| Alles in Butter | Es ist alles in Ordnung |
| Alte Leier | Ständig wiederholte Information |
| Alte Zöpfe abschneiden | Sich von überholten Traditionen trennen |
| Am Ball bleiben | Ziele hartnäckig verfolgen |
| An den Pranger stellen | Andere öffentlich beschuldigen |
| Auf 180 sein | Binnen Sekunden in Rage sein |
| Auf Anhieb | Sofort beim ersten Versuch |
| Auf Biegen und Brechen | Unbedingt um jeden Preis |
| Auf dem Holzweg sein | Sich komplett irren |
| Auf dem Teppich bleiben | Realistisch und bescheiden bleiben |
| Auf den Hund kommen | In eine schlechte Lage geraten |
| Auf die lange Bank schieben | Etwas immer wieder aufschieben |
| Auf eigene Faust | Selbstständig und ohne fremde Hilfe |
| Auf Gedeih und Verderb | Völlig abhängig oder ausgeliefert sein |
| Auf Heller und Pfennig genau | Ganz genau und vollständig |
| Auf Herz und Nieren prüfen | Etwas sehr gründlich prüfen |
| Auf keinen grünen Zweig kommen | Keinen Erfolg haben |
| Auf Nummer sicher gehen | Alle möglichen Risiken vermeiden |
| Auf Schusters Rappen | Zu Fuß gehen |
| Auf Tuchfühlung gehen | Engen Kontakt suchen |
| Auf Wolke sieben schweben | Sehr glücklich oder verliebt sein |
| Aus allen Wolken fallen | Völlig überrascht und fassungslos |
| Aus dem Nähkästchen plaudern | Intime Geheimnisse ausplaudern |
| Aus dem Stegreif | Unvorbereitet etwas vollbringen |
| Aus der Haut fahren | Plötzlich sehr wütend werden |
| Aus der Reihe tanzen | Sich anders als die Mehrheit verhalten |
| Aus einer Mücke einen Elefanten machen | Eine Kleinigkeit maßlos übertreiben |
B |
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| Bei jemandem unten durch sein | Jemandes Ansehen oder Sympathie verloren haben |
| Bei jemandem einen Stein im Brett haben | Bei jemandem besonders beliebt sein |
| Bis in die Puppen | Bis spät in die Nacht |
| Blaumachen | Ohne Grund fehlen oder schwänzen |
| Blut und Wasser schwitzen | Große Angst vor etwas haben |
| Butter bei die Fische | Endlich konkret werden |
C |
|
| Chuzpe haben | Mut zur Frechheit |
D |
|
| Da beißt die Maus keinen Faden ab | Daran lässt sich nichts ändern |
| Da liegt der Hund begraben | Dort liegt die eigentliche Ursache |
| Das Gelbe vom Ei | Das Nonplusultra oder Optimum |
| Das Haar in der Suppe suchen | Absichtlich Fehler suchen |
| Das Handtuch werfen | Aufgeben |
| Das Kind beim Namen nennen | Etwas offen und direkt aussprechen |
| Das kommt mir Spanisch vor | Etwas merkwürdig finden |
| Das Pferd von hinten aufzäumen | In falscher Reihenfolge handeln |
| Das Salz in der Suppe | Die wichtigste Besonderheit |
| Das Tischtuch zerschneiden | Eine Freundschaft beenden |
| Das Wasser steht bis zum Hals | Eine bedrohliche Situation |
| Den Bach runtergehen | Scheitern oder zugrunde gehen |
| Den Ball flach halten | Sich zurückhalten und nicht provozieren |
| Den Braten riechen | Eine Absicht oder Gefahr früh erkennen |
| Den Faden verlieren | Logischen Anschluss vergessen |
| Den inneren Schweinehund überwinden | Disziplin haben und sich aufraffen |
| Den Kopf aus der Schlinge ziehen | Eine Gefahr abwenden |
| Den Kopf in den Sand stecken | Ein Problem verdrängen oder ignorieren |
| Den Kürzeren ziehen | Im Nachteil sein oder verlieren |
| Den Löffel abgeben | Sterben |
| Den Mantel des Schweigens ausbreiten | Eine Sache verheimlichen |
| Den Nagel auf den Kopf treffen | Etwas exakt richtig benennen |
| Den Schuss nicht gehört haben | Eine wichtige Entwicklung nicht bemerkt haben |
| Den Spieß umdrehen | Die Rollen oder Verhältnisse umkehren |
| Den Teufel an die Wand malen | Das Schlimmste erwarten |
| Den Vogel abschießen | Etwas besonders Auffälliges oder Extremes getan haben |
| Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen | Wesentliches total übersehen |
| Die Chemie stimmt | Eine harmonische Beziehung |
| Die Fäden in der Hand halten | Die Kontrolle über etwas haben |
| Die Füße stillhalten | Abwarten und nichts unternehmen |
| Die Hosen anhaben | Bestimmen, was gemacht wird |
| Die Katze aus dem Sack lassen | Ein Geheimnis offenbaren |
| Die Katze im Sack kaufen | Vor dem Kauf nichts darüber wissen |
| Die Kirche im Dorf lassen | Mit etwas nicht übertreiben |
| Die Kuh vom Eis holen | Eine brenzlige Situation retten |
| Die Nadel im Heuhaufen suchen | Etwas extrem schwer Auffindbares suchen |
| Die Nase voll haben | Von etwas genug haben |
| Die Qual der Wahl haben | Schwierige Entscheidung treffen |
| Die Spreu vom Weizen trennen | Gutes von Schlechtem unterscheiden |
| Die Würfel sind gefallen | Eine Entscheidung ist endgültig getroffen |
| Dicke Bretter bohren | Eine schwierige Aufgabe mit Ausdauer angehen |
| Dreck am Stecken haben | Etwas Unrechtes getan haben |
| Drei Kreuze machen | Erleichtert über überstandene Gefahr |
| Durch dick und dünn gehen | Auch in schweren Zeiten zusammenhalten |
| Durch die Lappen gehen | Etwas knapp verpassen |
E |
|
| Ei der Daus | Ausdruck freudiger Überraschung |
| Ei des Kolumbus | Eine einfache Lösung |
| Eier haben | Mutig sein |
| Ein Ass im Ärmel haben | Einen verborgenen Vorteil besitzen |
| Ein Auge zudrücken | Einen Fehler bewusst nachsehen |
| Ein Brett vor dem Kopf haben | Offensichtliches nicht verstehen |
| Ein Buch mit sieben Siegeln | Unlösbares Rätsel oder Problem |
| Ein dickes Fell haben | Kritik oder Angriffe gut aushalten |
| Ein Dorn im Auge sein | Jemanden stark stören |
| Ein Fass aufmachen | Wegen etwas großen Wirbel verursachen |
| Ein Fels in der Brandung sein | Eine zuverlässige Person |
| Ein Herz und eine Seele sein | Sehr eng miteinander verbunden sein |
| Ein Hühnchen mit jemandem zu rupfen haben | Mit jemandem etwas zu klären haben |
| Ein offenes Ohr haben | Aufmerksam zuhören und Verständnis zeigen |
| Ein Tropfen auf den heißen Stein | Eine Maßnahme mit kaum spürbarer Wirkung |
| Ein Wink mit dem Zaunpfahl | Deutliche Hinweise machen |
| Ein Wolf im Schafspelz | Böse Absichten verstecken |
| Eine Eselsbrücke bauen | Lern- und Merkhilfe erstellen |
| Eine Lanze für jemanden brechen | Jemanden verteidigen |
| Eine weiße Weste haben | Nichts zu schulden kommen lassen |
| Einen Affenzirkus veranstalten | Übertriebenes Getue oder Chaos |
| Einen dicken Hals haben | Sehr verärgert oder genervt sein |
| Einen Frosch im Hals haben | Kratzen im Hals haben |
| Einen Gang runterschalten | Sich etwas beruhigen |
| Ende im Gelände | Etwas ist vorbei |
| Etwas an die große Glocke hängen | Etwas überall weitererzählen |
| Etwas auf dem Kasten haben | Besonders fähig oder kompetent sein |
| Etwas auf die leichte Schulter nehmen | Etwas nicht ernst genug nehmen |
| Etwas ausbaden müssen | Die Konsequenzen tragen müssen |
| Etwas durch die Blume sagen | Etwas indirekt ausdrücken |
| Etwas im Schilde führen | Heimlich Böses planen |
| Etwas in den falschen Hals bekommen | Eine Aussage missverstehen oder übelnehmen |
| Etwas springen lassen | Anderen etwas ausgeben |
| Etwas unter den Teppich kehren | Etwas verheimlichen oder verdrängen |
F |
|
| Fähnlein im Wind | Seine Meinung ständig anpassen |
| Farbe bekennen | Seinen Standpunkt nennen |
| Fersengeld geben | Vor etwas weglaufen |
| Feuer und Flamme sein | Von etwas begeistert sein |
| Flausen im Kopf | Unrealistische Ideen haben |
| Flinte ins Korn werfen | Frühzeitig aufgeben |
| Frei von der Leber weg reden | Offen und ungezwungen sprechen |
| Frischen Wind bringen | Neue Ideen oder Impulse geben |
| Fuchsteufelswild sein | Große Wut empfinden |
| Fünf vor zwölf | Es wird höchste Zeit |
| Fünfe gerade sein lassen | Nicht so genau nehmen |
| Für jemanden die Hand ins Feuer legen | Von jemandes Zuverlässigkeit überzeugt sein |
G |
|
| Gang nach Canossa | Demütig um Vergebung bitten |
| Gegen Windmühlen kämpfen | Aussichtsloses Vorhaben |
| Gewehr bei Fuß stehen | Sofort und jederzeit bereit sein |
| Gift und Galle spucken | Frust und Ärger laut kundtun |
| Gleich Nägel mit Köpfen machen | Etwas verbindlich und konsequent angehen |
| Gras über etwas wachsen lassen | Etwas vergessen |
| Grün hinter den Ohren | Noch sehr unerfahren sein |
H |
|
| Haare auf den Zähnen haben | Sehr streitlustig sein |
| Haare spalten | Übertrieben kleinlich unterscheiden |
| Hals über Kopf | Überstürzt und unüberlegt handeln |
| Hals und Beinbruch | Viel Glück wünschen |
| Halt die Ohren steif | Nicht den Mut verlieren und durchhalten |
| Hieb- und stichfest | Unwiderlegbar und sicher |
| Hinter die Kulissen schauen | Verborgene Zusammenhänge betrachten |
| Hinz und Kunz | Unspezifische Gruppe von Menschen |
| Hoch pokern | Ein großes Risiko eingehen |
| Hopfen und Malz ist verloren | Keine Chance mehr haben |
I |
|
| Im Sande verlaufen | Etwas führt zu nichts |
| Im Stich lassen | Jemandem nicht helfen |
| In den sauren Apfel beißen | Etwas Unangenehmes notgedrungen tun |
| In die Binsen gehen | Etwas geht kaputt oder verloren |
| In ein Wespennest stechen | Ein heikles Thema aufgreifen |
| In jemandes Fußstapfen treten | Jemandem in einer Rolle oder Tätigkeit folgen |
| In trockenen Tüchern sein | Etwas ist abgeschlossen |
| Ins Fettnäpfchen treten | Durch eine unbedachte Äußerung anecken |
J |
|
| Jacke wie Hose | Etwas macht keinen Unterschied |
| Jemandem auf den Leim gehen | Sich von jemandem täuschen lassen |
| Jemandem an den Kragen gehen | Eine Auseinandersetzung beginnen |
| Jemandem auf den Schlips treten | Jemanden kränken oder beleidigen |
| Jemandem die Daumen drücken | Jemandem Erfolg wünschen |
| Jemandem die kalte Schulter zeigen | Jemanden demonstrativ abweisen |
| Jemandem ein X für ein U vormachen | Jemanden täuschen |
| Jemandem einen Bären aufbinden | Jemandem Unwahrheiten erzählen |
| Jemandem einen Korb geben | Jemanden oder einen Antrag zurückweisen |
| Jemandem einen Strich durch die Rechnung machen | Jemandes Plan vereiteln |
| Jemandem Honig ums Maul schmieren | Jemandem übertrieben schmeicheln |
| Jemandem ist eine Laus über die Leber gelaufen | Verärgert und wütend sein |
| Jemandem Sand in die Augen streuen | Jemanden täuschen oder blenden |
| Jemandem Steine in den Weg legen | Jemandem absichtlich Schwierigkeiten machen |
| Jemanden an der Nase herumführen | Jemanden täuschen |
| Jemanden auf die Palme bringen | Jemanden sehr wütend machen |
| Jemanden durch den Kakao ziehen | Sich über jemanden lustig machen |
| Jemanden im Regen stehen lassen | Jemanden in einer schwierigen Lage alleinlassen |
| Jemanden um den Finger wickeln | Jemanden geschickt für sich gewinnen |
K |
|
| Kalter Kaffee | Schon bekannte Information |
| Kauderwelsch reden | Unverständliche Dinge sagen |
| Kein Blatt vor den Mund nehmen | Offen und ehrlich reden |
| Keinen Fuß vor die Tür setzen | Das Haus nicht verlassen |
| Klar Schiff machen | Ordnung schaffen oder etwas bereinigen |
| Kleine Brötchen backen | Bescheidener auftreten oder Ansprüche senken |
| Knall und Fall | Etwas passiert plötzlich |
| Kopf und Kragen riskieren | Sehr viel oder die eigene Existenz riskieren |
| Kraut und Rüben | Großes Chaos |
| Krokodilstränen weinen | Trauer oder Mitgefühl nur vortäuschen |
L |
|
| Land unter sein | Völlig überlastet sein oder im Chaos stecken |
| Laufpass geben | Sich von jemandem trennen |
| Leviten lesen | Ein Fehlverhalten scharf kritisieren |
| Luft nach oben haben | Potenzial noch nicht ausschöpfen |
| Luftschlösser bauen | Unrealistische Pläne schmieden |
| Lunte riechen | Eine Gefahr oder Täuschung früh bemerken |
M |
|
| Mehrere Eisen im Feuer haben | Verschiedene Chancen haben |
| Mit Ach und Krach | Etwas gerade so schaffen |
| Mit allen Wassern gewaschen | Sehr schlau und gerissen |
| Mit dem Rücken zur Wand stehen | Eine ausweglose Situation |
| Mit der Tür ins Haus fallen | Ohne Umschweife ein heikles Thema ansprechen |
| Mit Hängen und Würgen | Etwas gerade so schaffen |
| Mit offenen Karten spielen | Ehrlich und transparent handeln |
| Mit seinem Latein am Ende sein | Keine Lösung mehr wissen |
| Morgenluft wittern | Eine neue Chance erkennen |
N |
|
| Nägel mit Köpfen machen | Etwas endgültig und verbindlich entscheiden |
| Nagelprobe bestehen | Eine wichtige Prüfung schaffen |
| Nah am Wasser gebaut sein | Jemand muss schnell weinen |
| Narrenfreiheit genießen | Sich mehr erlauben dürfen als andere |
| Neben der Spur sein | Sich nicht konzentrieren können |
| Nicht auf den Mund gefallen sein | Schlagfertig und redegewandt sein |
| Nicht aus den Puschen kommen | Nicht in Gang kommen |
| Nicht lange fackeln | Besonders schnelles Handeln |
| Nicht über den Berg sein | Eine schwierige Phase noch nicht überwunden haben |
| Nur Bahnhof verstehen | Absolut nichts verstehen |
O |
|
| Oberste Schublade | Von besonders hoher Qualität |
| Oberwasser haben | Einen Vorteil haben |
| Obulus entrichten | Einen kleinen Beitrag bezahlen |
| Öl ins Feuer gießen | Einen Konflikt weiter anfachen |
P |
|
| Paroli bieten | Entschlossen Widerstand leisten |
| Pech an den Hacken haben | Immer wieder Unglück haben |
| Perlen vor die Säue werfen | Etwas verschwenden, Wertvolles nicht schätzen |
| Pi mal Daumen | Etwas ungefähr schätzen |
Q |
|
| Quadratur des Kreises | Etwas Unmögliches versuchen |
| Quitt sein | Nichts mehr miteinander abzurechnen haben |
| Quittung erhalten | Konsequenzen für etwas tragen |
R |
|
| Rad neu erfinden wollen | Unnötige Lösungen suchen |
| Reibach machen | Einen großen Gewinn erzielen |
| Reinen Tisch machen | Eine Sache offen klären |
| Revue passieren lassen | Vergangenes gedanklich durchgehen |
| Ross und Reiter nennen | Direkt und konkret ansprechen |
| Rote Laterne | Letzter im Wettbewerb |
| Rote Zahlen schreiben | Verluste machen |
| Roter Faden | Leitmotiv einer Erzählung |
S |
|
| Salz in die Wunde streuen | Eine schmerzhafte Situation verschlimmern |
| Schema F | Immer nach gleichem Muster (schematisch) handeln |
| Schief gewickelt sein | Falsche Vorstellungen haben |
| Schmetterlinge im Bauch haben | Verliebt und aufgeregt sein |
| Schnee von gestern | Nicht mehr aktuell oder wichtig |
| Schnitzer machen | Einen Fehler begehen |
| Schuss in den Ofen | Einen Misserfolg erleben |
| Schwein haben | Unerwartet Glück haben |
| Sein blaues Wunder erleben | Unangenehme, böse Überraschung |
| Sein Licht unter den Scheffel stellen | Sich unter Wert verkaufen |
| Seine Hände in Unschuld waschen | Jede Verantwortung von sich weisen |
| Seinen Senf dazugeben | Ungefragt die eigene Meinung äußern |
| Sich auf dünnem Eis bewegen | Ein hohes Risiko eingehen |
| Sich aus dem Staub machen | Schnell und heimlich verschwinden |
| Sich die Finger verbrennen | Schlechte Erfahrungen machen |
| Sich die Zähne ausbeißen | Eine Aufgabe nicht schaffen |
| Sich etwas abschminken | Eine Hoffnung oder einen Plan aufgeben |
| Sich ins gemachte Nest setzen | Von der Vorarbeit anderer profitieren |
| Sich kein Bein ausreißen | Sich nicht besonders anstrengen |
| Sich querstellen | Widerstand leisten |
| Sich zum Affen machen | Sich lächerlich machen |
| Stein und Bein schwören | Felsenfest und aufrichtig beteuern |
| Sturm im Wasserglas | Große Aufregung wegen einer Kleinigkeit |
| Süßholz raspeln | Jemandem Komplimente machen |
T |
|
| Tabula rasa (machen) | Gründlich aufräumen oder klare Verhältnisse schaffen. |
| Tacheles reden | Ungeschönte Wahrheit sagen |
| Tief in die Tasche greifen | Viel Geld bezahlen |
| Tomaten auf den Augen haben | Offensichtliche Dinge übersehen |
| Treulose Tomate | Eine unzuverlässige Person |
U |
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| Über den Jordan gehen | Jemand stirbt |
| Über den Tellerrand schauen | Offen für Neues sein |
| Über Wasser halten | Finanziell gerade so auskommen |
| Um den heißen Brei herumreden | Nicht zum Kernthema kommen |
| Unter aller Kanone | Extrem schlecht oder ungenügend |
| Unter Dach und Fach | Etwas ist erfolgreich abgeschlossen |
| Unter der Gürtellinie | Unfaire, persönliche Angriffe |
| Unter einer Decke stecken | Heimlich gemeinsame Sache machen |
| Unter ferner liefen | Weit abgeschlagen sein |
V |
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| Verflixt und zugenäht | Fluchen bei einem Missgeschick |
| Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben | Von einer Sache überhaupt nichts verstehen |
| Vom Leder ziehen | Heftig schimpfen oder kritisieren |
| Vom Regen in die Traufe | Schlimme Lage weiter verschlechtern |
| Von der Hand in den Mund leben | Nur das Nötigste zum Leben haben |
| Von Pontius zu Pilatus laufen | Von einer Stelle zur nächsten geschickt werden |
| Vor die Hunde gehen | Zugrunde gehen |
W |
|
| Was auf dem Kerbholz haben | Etwas Unrechtes getan haben |
| Wasser in den Wein gießen | Eine Freude dämpfen |
| Weder Hand noch Fuß haben | Unlogisch oder unbegründet sein |
| Wie auf Eiern gehen | Sehr vorsichtig handeln |
| Wie aus dem Ei gepellt | Sehr ordentlich und gepflegt aussehen |
| Wie bei Hempels unterm Sofa | Sehr unordentlich |
| Wie der Ochs vorm Berg stehen | Keine Idee, wie es weiter geht |
| Wie die Faust aufs Auge passen | Je nach Kontext sehr gut oder überhaupt nicht zusammenpassen |
| Wie die Jungfrau zum Kind kommen | Unverhofft in eine Situation geraten |
| Wie die Made im Speck leben | Sehr bequem und sorgenfrei leben |
| Wie ein Elefant im Porzellanladen | Ungeschicktes Verhalten |
| Wie Phönix aus der Asche | Neu und stärker wiederkommen |
| Wie Sand am Meer | Im Überfluss vorhanden |
| Wie Schuppen von den Augen fallen | Etwas plötzlich erkennen |
| Wind davon bekommen | Geheime Dinge erfahren |
Z |
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| Zähne zeigen | Sich wehren und Stärke zeigen |
| Zahn zulegen | Etwas schneller machen |
| Zähne zusammenbeißen | Trotz Schwierigkeiten durchhalten |
| Zeter und Mordio schreien | Laut und heftig protestieren |
| Zuckerbrot und Peitsche | Wechselbad zwischen süßer Belohnung und harter Strafe |
| Zünglein an der Waage | Der entscheidende Faktor |
| Zum Mäusemelken sein | Ausdruck von Ärger oder Verzweiflung |
| Zwei linke Hände haben | Handwerklich sehr ungeschickt sein |
| Zwischen den Stühlen sitzen | Zwischen zwei Seiten oder Interessen geraten |
Download: Redewendungen-Liste (PDF)
Woher kommen deutsche Redewendungen?
Viele Redewendungen bewahren Sprachbilder aus vergangenen Jahrhunderten. Ihre Ursprünge liegen beispielsweise im Handwerk, in der Landwirtschaft, im Militär, im religiösen Leben oder in früheren Alltagsgewohnheiten. Nicht bei jeder Wendung lässt sich die Entstehung eindeutig nachweisen. Manche verbreitete Herkunftserklärungen sind deshalb eher plausible Deutungen als gesicherte Tatsachen.
1. Auf dem Holzweg sein
Wer „auf dem Holzweg“ ist, irrt sich. Der Ausdruck stammt wahrscheinlich aus der Forstwirtschaft: Holzwege dienten dazu, geschlagene Stämme aus dem Wald zu transportieren. Sie führten häufig nicht zu einem Ort, sondern endeten dort, wo Holz geschlagen wurde. Wer einen solchen Weg für einen normalen Verbindungsweg hielt, landete buchstäblich in einer Sackgasse.
2. Nur Bahnhof verstehen
„Nur Bahnhof verstehen“ bedeutet, überhaupt nichts zu verstehen. Die Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Eine verbreitete Erklärung führt die Wendung auf kriegsmüde Soldaten im Ersten Weltkrieg zurück, für die der Bahnhof hauptsächlich Heimfahrt und Heimaturlaub bedeutete. Andere Deutungen sehen den Ursprung allgemeiner darin, dass jemand gedanklich so sehr auf die Abreise fixiert ist, dass er für andere Themen nicht mehr empfänglich ist.
3. Ins Fettnäpfchen treten
Heute tritt ins Fettnäpfchen, wer durch eine unbedachte Bemerkung jemanden kränkt oder sich blamiert. Eine verbreitete Erklärung führt die Wendung auf kleine Fettgefäße zurück, die früher in Häusern standen. Wer versehentlich hineintrat oder sie umstieß, machte sich bei den Gastgebern wenig beliebt. Der genaue Ursprung ist allerdings nicht zweifelsfrei belegt.
4. Alles in Butter
Ist „alles in Butter“, ist alles in Ordnung. Zur Herkunft existieren unterschiedliche Erklärungen. Besonders bekannt ist die Geschichte, zerbrechliche Waren seien früher für den Transport in flüssige Butter eingebettet und nach dem Erkalten geschützt worden. Ob genau daraus die heutige Redewendung entstand, lässt sich jedoch nicht zweifelsfrei belegen.
5. 08/15
„08/15“ bezeichnet heute etwas Gewöhnliches, Einfallsloses oder Standardisiertes. Der Ausdruck wird mit dem deutschen Maschinengewehr MG 08/15 aus dem Ersten Weltkrieg verbunden. Soldaten mussten den Umgang damit immer wieder nach denselben Abläufen trainieren. Die Bezeichnung entwickelte sich später zum Sinnbild für Routine und Standard.
6. Auf den Hund kommen
Wer „auf den Hund kommt“, gerät wirtschaftlich oder allgemein in eine schlechte Lage. Zur Herkunft kursieren verschiedene Erklärungen. Eine bekannte Deutung verbindet die Wendung mit Geldtruhen, auf deren Boden angeblich ein Hund abgebildet war: War das Geld aufgebraucht, war man buchstäblich beim Hund angekommen. Diese Erklärung gilt jedoch nicht als eindeutig gesichert.
7. Die Leviten lesen
Jemandem „die Leviten lesen“ bedeutet, ihn streng zurechtzuweisen. Die Redewendung nimmt Bezug auf das dritte Buch Mose, den Levitikus, das zahlreiche religiöse Vorschriften und Verhaltensregeln enthält. Im kirchlichen und klösterlichen Zusammenhang wurden solche Texte auch zur Ermahnung herangezogen – daraus entwickelte sich die heutige Bedeutung.
8. Tacheles reden
Wer „Tacheles redet“, spricht Klartext und kommt ohne Umschweife zur Sache. „Tacheles“ stammt aus dem Jiddischen und geht auf ein hebräisches Wort für Zweck, Ziel oder das Wesentliche zurück. Wer Tacheles redet, spricht entsprechend offen über den Kern einer Sache.
9. Tabula rasa machen
„Tabula rasa“ stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet wörtlich eine geglättete oder abgeschabte Tafel. Gemeint war eine Wachstafel, deren Beschriftung entfernt wurde, sodass sie neu beschrieben werden konnte. Wer heute „Tabula rasa macht“, räumt gründlich auf oder schafft klare Verhältnisse.
10. Auf Heller und Pfennig
Wer etwas „auf Heller und Pfennig“ abrechnet, rechnet besonders genau ab. Heller und Pfennig waren über Jahrhunderte gebräuchliche Münzen bzw. kleine Geldeinheiten. Die Redewendung hat dieses Bild bewahrt und steht bis heute für eine exakte Abrechnung bis zum letzten Betrag.
Lustige Redewendungen: 10 Beispiele
Manche Redewendungen sind besonders einprägsam, weil ihr wörtliches Sprachbild absurd oder überraschend klingt. Die folgenden Beispiele zeigen zehn besonders kuriose deutsche Redensarten:
- Holla, die Waldfee!
Ein Ausruf, wenn Sie überrascht oder beeindruckt sind. - Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!
Ein Ausdruck völliger Fassungslosigkeit oder Überraschung. - Nicht alle Tassen im Schrank haben
Jemand verhält sich verrückt, sonderbar oder wenig vernünftig. - Jemandem auf der Nase herumtanzen
Jemanden nicht ernst nehmen und dessen Gutmütigkeit ausnutzen. - Jemanden durch den Kakao ziehen
Sich scherzhaft oder spöttisch über jemanden lustig machen. - Ich glaub, mein Schwein pfeift!
Ein Ausruf großen Erstaunens oder völliger Fassungslosigkeit. - Da steppt der Bär!
An einem Ort ist viel los und es herrscht ausgelassene Stimmung. - Da beißt die Maus keinen Faden ab
An einer Tatsache oder Entscheidung lässt sich nichts ändern. - Sich die Radieschen von unten ansehen
Eine scherzhafte Umschreibung dafür, tot und begraben zu sein. - Zum Mäusemelken sein
Eine Situation ist zum Verzweifeln oder besonders ärgerlich.
Redewendungen im Beruf: 10 Beispiele
Auch im Job verwenden wir zahlreiche Redewendungen. Sie bringen komplexe Situationen schnell auf den Punkt und gehören zur Alltagssprache in Meetings, Projekten oder Verhandlungen. Typische Beispiele sind:
Redewendung |
Bedeutung im Beruf |
| Am Ball bleiben | Ein Ziel beharrlich weiterverfolgen |
| Alle Register ziehen | Alle verfügbaren Möglichkeiten nutzen |
| Farbe bekennen | Im Meeting oder Konflikt klar Stellung beziehen |
| Grünes Licht geben | Ein Projekt oder Vorhaben genehmigen |
| Die Ärmel hochkrempeln | Tatkräftig mit einer Aufgabe beginnen |
| Den Hut aufhaben | Für ein Thema oder Projekt verantwortlich sein |
| Etwas auf dem Schirm haben | Ein Thema kennen oder berücksichtigen |
| Freie Hand haben | Selbstständig entscheiden dürfen |
| Nägel mit Köpfen machen | Eine Entscheidung verbindlich umsetzen |
| Die Fäden in der Hand halten | Ein Vorhaben steuern und die Kontrolle behalten |
Redewendungen passen im Beruf vor allem zu Gesprächen und informellen Situationen. In offiziellen Schreiben, Verträgen oder internationalen Teams sollten Sie dagegen prüfen, ob das Sprachbild eindeutig und für alle verständlich ist.
Wie verwende ich Redewendungen richtig?
Redewendungen wirken am besten, wenn sie zum Zusammenhang passen und natürlich klingen. Obwohl ihr sprachlicher Kern feststeht, werden Verben, Pronomen oder Zeitformen grammatisch an den jeweiligen Satz angepasst. Entscheidend ist, dass das typische Sprachbild erhalten bleibt. Die folgenden Beispiele zeigen die richtige Verwendung:
- „Als der Chef die Zahlen sah, fiel er aus allen Wolken.“
- „Mit diesem Vorschlag sollten Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.“
- „Bei diesem Punkt sollten wir die Kirche im Dorf lassen.“
- „Der Kollege nimmt bei seiner Kritik kein Blatt vor den Mund.“
- „Die neue Projektleiterin bringt frischen Wind ins Unternehmen.“
- „Nach langen Verhandlungen ist der Vertrag endlich unter Dach und Fach.“
- „Bei der Kostenplanung sollten wir lieber auf Nummer sicher gehen.“
- „Die Entscheidung wurde zunächst auf die lange Bank geschoben.“
- „Nach diesem Rückschlag müssen wir nicht gleich den Kopf in den Sand stecken.“
- „Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie das Angebot auf Herz und Nieren prüfen.“
Welche Fehler sollte ich bei Redewendungen vermeiden?
Redewendungen machen Sprache lebendig – falsch eingesetzt können sie aber unfreiwillig komisch, unverständlich oder unprofessionell wirken. Besonders häufig sind diese Fehler:
- Redewendungen vermischen
Aus „Das setzt dem Ganzen die Krone auf“ und „Das schlägt dem Fass den Boden aus“ wird fälschlich: „Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.“ Solche Mischformen werden auch Kontaminationen genannt. - Den Wortlaut zu stark verändern
Redewendungen sind feste sprachliche Einheiten. Grammatische Anpassungen sind möglich, das charakteristische Sprachbild sollte aber erhalten bleiben. - Die Bedeutung verwechseln
Verwenden Sie eine Redewendung nur, wenn Sie deren übertragenen Sinn sicher kennen. Besonders bildhafte oder ähnlich klingende Wendungen werden leicht falsch interpretiert. - Zu viele Redewendungen verwenden
Einzelne Sprachbilder lockern Texte und Gespräche auf. Werden mehrere hintereinander gereiht, wirkt Sprache schnell floskelhaft und überladen. - Die Zielgruppe vergessen
Umgangssprachliche oder derbe Redewendungen passen nicht in jeden beruflichen Kontext. Auch Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, verstehen bildhafte Ausdrücke möglicherweise nicht sofort.
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