Deutsche Redewendungen: 300 Beispiele mit Bedeutung

Redewendungen (auch: Phraseologismus, Idiom) sind feste Wortgruppen oder Ausdrücke, die eine bestimmte, oft bildliche Bedeutung haben. Diese lässt sich nicht immer direkt aus den Wörtern ableiten. Experten gehen von bis zu 7.000 Redewendungen im Deutschen aus. Sie wollen wissen, was eine bestimmte Redewendung bedeutet oder woher sie stammt? Unsere Liste erklärt die 300 bekanntesten deutschen Idiome mit Bedeutung und Herkunft – von A bis Z.

Redewendungen Mit Bedeutung Deutsch A Bis Z Herkunft

Liste deutscher Redewendungen von A bis Z

Die folgende Liste zeigt die bekanntesten deutschen Redewendungen, alphabetisch sortiert. Die enthaltenen Links führen zu ausführlichen Erklärungen:

    „08/15“

  • Bedeutung: Die Redewendung „0815“ (ausgesprochen: nullachtfünfzehn) beschreibt ein minderwertiges oder bestenfalls durchschnittliches Produkt.
  • Herkunft: Der Ausdruck stammt von dem deutschen Maschinengewehr 08/15 aus dem Jahr 1908. Das war jedoch nur schlechte Massenware.
  • „Ach du grüne Neune“

  • Bedeutung: Der Ausdruck „Ach du grüne Neune!“ drückt große Überraschung über ein meist negatives Ereignis aus.
  • Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig. Vermutet wird, dass die Spielkarte „Pik 9“ auch als „Grüne 9“ bezeichnet wurde und laut Aberglauben großes Pech verhieß.
  • „Alles in Butter“

  • Bedeutung: Wenn jemand sagt, dass „alles in Butter“ ist, beschreibt er oder sie damit eine Situation, die ruhig, stabil und ohne Schwierigkeiten verläuft. Synonym: „Alles ok!“
  • Herkunft: Der Ursprung wird im Mittelalter vermutet. Damals wurden wertvolle Gläser für den Transport über die Alpen in Fässern mit flüssiger Butter eingegossen. So gingen sie nicht zu Bruch.
  • „Alte Zöpfe abschneiden“

  • Bedeutung: Wer redensartlich „alte Zöpfe abschneiden“ will, macht sich für Veränderungen stark und hält nicht weiter an überholten Traditionen fest.
  • Herkunft: Mutmaßlich stammt diese Redewendung aus der Zeit der preußischen Armee: Diese trug seit dem 16. Jahrhundert Zöpfe als offizielle Haartracht. Unter Friedrich II. wurden die eher hinderlichen Zöpfe abgeschnitten.
  • „Äpfel mit Birnen vergleichen“

  • Bedeutung: Bei dem Spruch geht es nicht um Obst, sondern darum, dass jemand zwei völlig verschiedene, unvergleichliche Dinge miteinander vergleicht.
  • Herkunft: Ein Vorläufer der Redewendung ist der Spruch „Ich frage nach Äpfeln und du antwortest mir von Birnen.“ Dieser findet sich bereits in einer Sprichwörtersammlung aus dem Jahre 1810.
  • „Auf 180 sein“

  • Bedeutung: Das Idiom „auf 180“ beschreibt einen Menschen, der binnen Sekunden enorm wütend und in Rage ist.
  • Herkunft: Die Herkunft des Ausdrucks liegt sowohl bei Rasern, die mit 180 km/h über die Autobahn brettern, und im hohen Blutdruck, der bei Zorn und Aufregung steigt.
  • „Auf den Hund gekommen“

  • Bedeutung: Wer „auf den Hund gekommen“ ist, dem geht es nicht gut, sondern hundeelend – gesundheitlich oder finanziell.
  • Herkunft: Eine Erklärung lautet, dass, wer früher bettelarm war und sich keinen Ochsen oder kein Pferd leisten konnte, einen Hund vor seinen Karren spannen musste, um ihn zu ziehen – und war „auf den Hund gekommen.“
  • „Auf Nummer sicher gehen“

  • Bedeutung: Wer Risiken vermeiden und kluge Entscheidungen treffen will, geht umgangssprachlich „auf Nummer sicher„.
  • Herkunft: Der Spruch stammt aus dem Gefängnis. Die Zellen sind dort durchnummeriert – so wissen die Wärter genau, welcher Übeltäter in welcher Nummer „sicher“ sitzt.
  • „Aus dem Nähkästchen plaudern“

  • Bedeutung: Der Spruch bezeichnet Menschen, die Geheimnisse preisgeben und ausplaudern, die der Öffentlichkeit eigentlich verborgen bleiben sollen.
  • Herkunft: Das „Nähkästchen“ galt Frauen früher als sicherer Aufbewahrungsort – zum Beispiel für Liebesbriefe von Verehrern. In Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ kommen solche Geheimnisse aus dem Nähkästchen zum Vorschein und führen zur Katastrophe.
  • „Aus dem Stegreif“

  • Bedeutung: Wer „aus dem Stegreif“ etwas schafft, vollbringt ein kleines Kunststück – noch dazu gänzlich unvorbereitet und ohne lange darüber nachzudenken.
  • Herkunft: Die Redewendung „Stegreif“ ist eine alte Bezeichnung für einen Steigbügel. Wer etwas aus dem Stegreif vollbringen konnte, muss dafür nicht einmal vom Pferd absteigen.
  • „Auge um Auge, Zahn um Zahn“

  • Bedeutung: Der wenig versöhnliche Ausdruck meint, jedes Leid mit gleichem Leid zu vergelten. Im Alltag steht es jedoch dafür, dass ein Schadensverursacher eine angemessene Wiedergutmachung leisten muss.
  • Herkunft: Die Redensart geht auf die Bibel und das „Alte Testament“ zurück. In der damaligen Zeit wurde noch Blut mit Blut gerächt.
  • „Bahnhof verstehen“

  • Bedeutung: Wenn jemand nur noch „Bahnhof“ versteht, hat er oder sie ein Verständnisproblem – und versteht von der Antwort gar nichts oder will etwas anderes hören.
  • Herkunft: Die Redensart stammt aus dem Ersten Weltkrieg und bezieht sich auf die vom jahrelangen Krieg zermürbten Soldaten. Die wollten nur noch „Bahnhof“ hören und verstehen, sodass sie heimfahren durften.
  • „Sein blaues Wunder erleben“

  • Bedeutung: Ein blaues Wunder erleben, bedeutet nie etwas Gutes. Betroffene machen Bekanntschaft mit einer unangenehmen, bösen Überraschung.
  • Herkunft: Die Farbe Blau galt im 16. Jahrhundert als Farbe der Täuschung und Lüge. Das blaue Wunder entsprach einer bösen Überraschung.
  • „Buch mit 7 Siegeln“

  • Bedeutung: Der Spruch drückt aus, dass etwas für jemanden ein komplettes Rätsel ist, das unverständlich und unlösbar erscheint.
  • Herkunft: Der Ausdruck stammt aus der Bibel, genauer aus der Offenbarung des Johannes. Dort geht es um ein solches Buch, das die endzeitlichen Ereignisse auf der Erde schildert. Niemand kann es öffnen, um Details zu erfahren.
  • „Der frühe Vogel fängt den Wurm“

  • Bedeutung: Das Sprichwort mahnt, eine Aufgabe rechtzeitig zu beginnen oder früh an einem Ort zu sein, weil das Vorteile bringt.
  • Herkunft: Der Ausdruck „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ stammt ursprünglich aus dem Englischen. Die Herkunft spielt darauf an, dass für einen Vogel am frühen Morgen die Chancen auf einen Wurm größer sind, weil der Boden noch feucht ist und Würmer nahe der Oberfläche kriechen.
  • „Die Katze im Sack kaufen“

  • Bedeutung: Die Redewendung meint, dass man etwas kauft, ohne den Inhalt oder die Qualität genau zu kennen.
  • Herkunft: Die Redensart verweist auf betrügerische Händler. Diese jubelten ihren Kunden früher auf Märkten wertlose Katzen in einem Sack unter – statt der ausgemachten Ferkel, Hasen oder Hühner.
  • „Dito“

  • Bedeutung: Das Adverb dito bedeutet „ebenso“ oder „gleichfalls“. Damit bekräftigen Sie, dass eine vorherige Aussage auch auf Sie zutrifft.
  • Herkunft: Der Begriff stammt vom lateinischen „dicere“ = „sagen“. Später wurde daraus im Italienischen „detto“, was mit „schon gesagt“ übersetzt wird.
  • „Durch dick und dünn gehen“

  • Bedeutung: Die Redewendung hat nichts mit einer Diät zu tun, sondern beschreibt die Fähigkeit, auch in schweren Zeiten zusammenzuhalten und einander beizustehen (siehe Beispiele).
  • Herkunft: Der Ursprung reicht bis ins 14. Jahrhundert. „Dick“ meinte ein „dichtes“ Gestrüpp und einen schwer passierbaren Weg; „dünn“ war eine gut passierbare Passage.
  • „Eine Hand wäscht die andere“

  • Bedeutung: Das geflügelte Wort „Eine Hand wäscht die andere“ ist ein Appell zur gegenseitigen Unterstützung und erinnert daran, einen Gefallen zu erwidern.
  • Herkunft: Der Ausdruck findet sich schon bei den Römern und beim Philosophen Seneca: „Manus manum lavat“ – auf Deutsch: „Eine Hand wäscht die andere.“
  • „Etwas ausbaden müssen“

  • Bedeutung: Umgangssprachlich bedeutet der Ausdruck, die Konsequenzen für etwas tragen zu müssen, das man selbst oder jemand anderer verursacht hat.
  • Herkunft: Früher gingen mehrere Menschen nacheinander in eine Badewanne. Wer zuletzt in die Wanne stieg, musste in kaltes und dreckiges Wasser steigen und „ausbaden“ – also das Bad auch noch leeren und reinigen.
  • „Gang nach Canossa“

  • Bedeutung: Wer heute einen Gang nach Canossa macht, muss sich unter persönlich oft als demütigend empfundenen Bedingungen bei einer anderen Person entschuldigen.
  • Herkunft: Die Redewendung bezieht sich auf den römisch-deutschen Kaiser Heinrich IV. Der hatte sich im 11. Jahrhundert mit dem Papst überworfen und wurde exkommuniziert. Um Absolution zu erhalten, musste er zur Burg Canossa reisen, wo sich der Papst aufhielt.
  • „Gegen Windmühlen kämpfen“

  • Bedeutung: Die Wendung „gegen Windmühlen kämpfen“ beschreibt einen aussichtslosen, meist sinnlosen Kampf.
  • Herkunft: Der Ausdruck geht auf den spanischen Roman „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes aus dem 17. Jahrhundert zurück. Der tragische Held Don Quijote sieht in Windmühlen gefährliche Riesen, die er besiegen muss.
  • „Geld stinkt nicht“

  • Bedeutung:Geld stinkt nicht“ sagt, dass die Herkunft des Geldes oder die Art, wie es verdient wurde, keine Rolle spielt. Es macht in jedem Fall reich.
  • Herkunft: Der Spruch – Latein: „pecunia non olet“ – stammt von Kaiser Vespasian. Der ließ die Nutzung öffentlicher Latrinen. Als sein Sohn Titus das kritisierte, hielt Vespasian ihm etwas Steuergeld unter die Nase und erfand das geflügelte Wort.
  • „Gut Ding will Weile haben“

  • Bedeutung: Wenn etwas gut werden soll, brauchen Sie Zeit und Geduld. Genau diese Erkenntnis steckt hinter der deutschen Redewendung „Gut Ding will Weile haben„.
  • Herkunft: Die exakte Herkunft lässt sich nicht feststellen. Als deutsche Volksweisheit reichen erste Fundstellen bis ins 17. Jahrhundert zurück.
  • „Hals- und Beinbruch“

  • Bedeutung: Die Redewendung „Hals- und Beinbruch“ ist ironisch gemeint und wünscht einem Menschen vielmehr Glück und gutes Gelingen bei einer wichtigen Prüfung oder einem Wettkampf.
  • Herkunft: Die Formulierung kommt vom Jiddischen. Juden wünschen sich „hatslokhe un brokhe“, was „Glück und Segen“ bedeutet. Weil niemand die Redewendung im Deutschen verstand, wurde daraus der ähnlich klingende Spruch.
  • „Hinz und Kunz“

  • Bedeutung: Das Idiom „Hinz und Kunz“ beschreibt eine breite, oft unspezifische Gruppe von Menschen oder vollkommen austauschbare Personen.
  • Herkunft: „Hinz“ und „Kunz“ sind die Kurzformen der im 11. Jh. beliebten Vornamen „Heinrich“ und „Konrad“. Weil in dieser Zeit nahezu „jedermann“ so hieß, wurde es ein Sammelbegriff für die gewöhnlichen Leute.
  • „In die Binsen gehen“

  • Bedeutung: Der Spruch sagt lediglich, dass jemandem etwas kaputtgeht oder verloren geht.
  • Herkunft: Der Ursprung liegt in der Jägersprache. Binsen sind stabile Grasgewächse, in die sich das Wild flüchtete. Oft verloren die Jagdhunde dabei die Spur.
  • „Leviten lesen“

  • Bedeutung: Jemandem „die Leviten lesen“ bedeutet, die Person ordentlich zu schimpfen und ein Fehlverhalten mit deutlichen Worten anzusprechen.
  • Herkunft: Im Mittelalter wurden bei den Bußübungen der Benediktinermönche oft Texte aus dem „Levitikus“ (Buch der Bibel) vorgelesen, um das untugendhafte Verhalten der Mönche zu tadeln.
  • „Nah am Wasser gebaut“

  • Bedeutung: Die Fügung „nah am Wasser gebaut sein“ beschreibt Menschen, die schnell den Tränen nahe sind.
  • Herkunft: Der Ausdruck ist eine Metapher für die Lage eines Hauses, das nahe am Ufer gebaut wurde und daher nahe am Wasser bzw. „Tränensee“ steht.
  • „Nicht das Gelbe vom Ei“

  • Bedeutung: Hinter der Redewendung steckt die Vorstellung, dass der Eidotter das Beste am Ei ist. Wenn etwas also nicht „das Gelbe vom Ei“ ist, ist es nur das Zweitbeste, nicht das Nonplusultra oder Optimum.
  • Herkunft: Die Herkunft ist nicht klar. Vermutlich ist es eine allgemeine Volksweisheit aus dem Mittelalter.
  • „Paroli bieten“

  • Bedeutung: Wer anderen Paroli bietet, setzt sich entschieden zur Wehr und geht in die Offensive – körperlich oder verbal.
  • Herkunft: Die Redewendung stammt ursprünglich aus dem Kartenspiel „Pharao“. Dabei kann ein Spieler nach einer gewonnenen Runde seinen Gewinn stehen lassen und den Einsatz verdoppeln. Diese Strategie heißt im Spiel: Paroli bieten.
  • „Schema F“

  • Bedeutung: Wer seinen Job „(nach) Schema F“ erledigt, arbeitet nach dem immer gleichen Muster – standardisiert, schematisch, gedankenlos, ohne jede Abwechslung.
  • Herkunft: Das „Schema F“ wurde 1861 von der preußischen Armee entwickelt – mit „F“ für „Frontrapport“. Der sollte die Ausstattung einer Truppeneinheit mit Soldaten und Waffen erfassen und sicherstellen, dass Soldaten stets einsatzbereit waren.
  • „Steter Tropfen höhlt den Stein“

  • Bedeutung: Die Formel „Steter Tropfen höhlt den Stein“ ist eine Erinnerung daran, dass sich Ausdauer und Beharrlichkeit in allen Lebensbereichen auszahlen.
  • Herkunft: Die Ursprünge lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Schon in Ovids „Epistolae“ heißt es auf Latein: „Gutta cavat lapidem“ – auf Deutsch: „Steter Tropfen höhlt den Stein“.
  • „Tabula rasa“

  • Bedeutung: Die Redewendung „Tabula rasa (machen)“ steht dafür, mit einer Situation oder seinem Leben gründlich aufzuräumen und endlich klare Verhältnisse zu schaffen.
  • Herkunft: Die Römer schrieben früher Notizen auf Wachstäfelchen – die Tabulas (= Tafel). „Rasa“ beschreibt das Glätten oder Abschaben der Oberfläche, um sie neu beschreiben zu können.
  • „Tacheles reden“

  • Bedeutung: Wer Tacheles redet, spricht keine Fremdsprache, sondern macht eine unverblümte, klare Ansage – ohne zu beschönigen und direkt auf den Punkt.
  • Herkunft: Ursprünglich stammt die Redewendung aus der jüdischen Sprache und bedeutet übersetzt so viel wie „Ziel“ oder „Zweck“. Wer Tacheles spricht, redet ziel- oder zweckorientierten Klartext.
  • „Über den Jordan gehen“

  • Bedeutung: Diese Phrase bedeutet, dass ein Mensch stirbt oder etwas kaputtgeht.
  • Herkunft: Die Redewendung stammt aus der Bibel. Bevor das Volk Israel ins gelobte Land Kanaan konnte, musste es 40 Jahre durch eine Wüste wandern und schließlich den Fluss Jordan überqueren. Dieser steht gleichzeitig für den Einzug ins Himmelreich.
  • „Unter aller Kanone“

  • Bedeutung: Die Redensart drückt aus, dass etwas grottenschlecht ist und damit jeder Beschreibung spottet.
  • Herkunft: Die Redensart ist ein schönes Beispiel für eine sprachliche Verballhornung. Es geht mitnichten um ein Geschütz, sondern um den lateinischen „Canon“ – die Notenskala von 1 bis 6. Mit „sub omni canone“ drückte man aus, dass etwas schlechter als die schlechtestmögliche Note war.
  • „Vom Regen in die Traufe“

  • Bedeutung: Wer vom Regen in die Traufe kommt, gerät von einer unguten Situation oder misslichen Lage in eine noch schlimmere. Die Redewendung beschreibt damit eine Art Pechsträhne.
  • Herkunft: Das Wort „Traufe“ bezeichnete im Althochdeutschen die Tropfkante eines Daches. Wer genau darunter stand, bekam bei Regen nicht nur einzelne Tropfen ab, sondern den Wasserschwall vom ganzen Dach – und wurde noch nasser.
  • „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“

  • Bedeutung: Die deutsche Redewendung „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ drückt aus, dass jemand, der zuerst da war, auch zuerst dran ist. Wer zu spät kommt, muss entsprechend warten oder geht leer aus.
  • Herkunft: Das Sprichwort geht auf das 13. Jh. zurück. Damals brachten die Bauern ihr Getreide zu den Mühlen, um es mahlen zu lassen. Wer zuerst kam, durfte auch zuerst mahlen lassen. Vordrängeln war strikt untersagt.
  • „Zuckerbrot und Peitsche“

  • Bedeutung: Die Redensart „Zuckerbrot und Peitsche“ steht für zwei Extreme: eine süße Belohnung einerseits – harte Strafen andererseits. Ein Wechselbad zwischen Strenge und Güte.
  • Herkunft: Die Redewendung geht auf Reichskanzler Otto von Bismarck zurück. Der wurde damit auf Flugblättern für seine Sozialgesetzgebung beschimpft. Der Text: „Sein Zuckerbrot verachten wir, seine Peitsche zerbrechen wir.“

Die Redewendungen-Liste können Sie sich zusätzlich hier kostenlos als PDF herunterladen.

Redewendung oder Sprichwort?

Im Gegensatz zu Redewendungen bestehen Sprichwörter meist aus einem vollständigen Satz und enthalten in der Regel Lebensweisheiten oder eine philosophische Moral. Redewendungen haben dagegen einen übertragenen Sinn. Beispiele: Das Sprichwort „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ bedeutet: Wer anderen etwas Böses zufügen will, schadet sich am Ende selbst. Die Redewendung „sich etwas abschminken“ meint hingegen nicht, Make-up zu entfernen, sondern ist eine Metapher dafür, eine Hoffnung aufzugeben.

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Redensarten-Index: 300 Redewendungen mit Bedeutung

Das ist längst nicht alles: In Deutschland gibt es viele verschiedene Redewendungen und kurze Aussagen, deren Bedeutung nicht immer auf den ersten Blick deutlich wird. Unsere große Liste als Tabelle hilft weiter:

Redewendung

Bedeutung

A und O Das absolut Wichtigste
Abfuhr erteilen Jemanden abweisen und Nein sagen
Abwarten und Tee trinken Ruhig und geduldig bleiben
Ach du grüne Neune Ausdruck von großem Erstaunen
Ach und Krach Etwas gerade so schaffen
Affenzirkus veranstalten Übertriebenes Getue oder Chaos
Alles in Butter Es ist alles in Ordnung
Alle Register ziehen Jede Möglichkeit ausprobieren
Alte Leier Ständig wiederholte Information
Am Ball bleiben Ziele hartnäckig verfolgen
An den Kragen gehen Eine Auseinandersetzung beginnen
An den Pranger stellen Andere öffentlich beschuldigen
Auf Biegen und Brechen Unbedingt um jeden Preis
Auf dem Holzweg sein Sich komplett irren
Auf den Schlips treten Andere verletzten und kränken
Auf Heller und Pfennig Ganz genau und vollständig
Auf keinen grünen Zweig kommen Keinen Erfolg haben
Aus allen Wolken fallen Völlig überrascht und fassungslos
Bach runtergehen Etwas läuft schieft
Bären aufbinden Jemandem Unwahrheiten erzählen
Bauernopfer Unwichtiges aufgeben, Wichtiges schützen
Bis in die Puppen Bis spät in die Nacht
Blaumachen Ohne Grund fehlen oder schwänzen
Blut und Wasser schwitzen Große Angst vor etwas haben
Brett vor dem Kopf Offensichtliches nicht verstehen
Chemie stimmt Eine harmonische Beziehung
Chuzpe haben Mut zur Frechheit
Da ist Hopfen und Malz verloren Keine Chance mehr haben
Das kommt mir Spanisch vor Etwas merkwürdig finden
Drahtseilackt Einen riskanten Plan haben
Dreck am Stecken Keine reine Weste haben
Drei Kreuze machen Erleichtert über überstandene Gefahr
Durch die Lappen gehen Etwas knapp verpassen
Ei der Daus Ausdruck freudiger Überraschung
Ei des Kolumbus Eine einfache Lösung
Eier haben Mutig sein
Elefant im Porzellanladen Ungeschicktes Verhalten
Ende im Gelände Etwas ist vorbei
Eselsbrücke bauen Lern- und Merkhilfe erstellen
Etwas im Schilde führen Heimlich Böses planen
Etwas springen lassen Anderen etwas ausgeben
Faden verlieren Logischen Anschluss vergessen
Farbe bekennen Seinen Standpunkt nennen
Fähnlein im Wind Seine Meinung ständig anpassen
Faust aufs Auge Etwas passt perfekt zusammen
Fels in der Brandung Eine zuverlässige Person
Fersengeld geben Vor etwas weglaufen
Flausen im Kopf Unrealistische Ideen haben
Flinte ins Korn werfen Frühzeitig aufgeben
Finger verbrennen Schlechte Erfahrungen machen
Frosch im Hals Kratzen im Hals haben
Fuchsteufelswild sein Große Wut empfinden
Fünfe gerade sein lassen Nicht so genau nehmen
Fünf vor zwölf Es wird höchste Zeit
Gang nach Canossa Demütig um Vergebung bitten
Gang runterschalten Sich etwas beruhigen
Gedeih und Verderb Um jeden Preis
Gegen Windmühlen kämpfen Aussichtsloses Vorhaben
Gift und Galle spucken Frust und Ärger laut kundtun
Gewehr bei Fuß stehen Sofort und jederzeit bereit sein
Gras darüber wachsen lassen Etwas vergessen
Grün hinter den Ohren Noch sehr unerfahren sein
Haare auf den Zähnen haben Sehr streitlustig sein
Haar in der Suppe Absichtlich Fehler suchen
Hals und Beinbruch Viel Glück wünschen
Hals über Kopf Überstüzt und unüberlegt handeln
Halt die Ohren steif Pass auf dich auf
Hände in Unschuld waschen Sich unschuldig fühlen
Hängen und Würgen Etwas gerade so schaffen
Hempels unterm Sofa Sehr unordentlich
Hieb- und stichfest Unwiderlegbar und sicher
Im Sande verlaufen Etwas führt zu nichts
Im Stich lassen Jemandem nicht helfen
Inneren Schweinehund überwinden Disziplin haben und sich aufraffen
In trockenen Tüchern Etwas ist abgeschlossen
Jacke wie Hose Etwas macht keinen Unterschied
Jägerlatein Übertriebene und unwahre Geschichten
Jungfrau zum Kind Etwas passiert unvorbereitet
Kalter Kaffee Schon bekannte Information
Katze aus dem Sack lassen Ein Geheimnis offenbaren
Katze im Sack kaufen Unüberlegte Entscheidung treffen
Kauderwelsch reden Unverständliche Dinge sagen
Kein Blatt vor den Mund Offen und ehrlich reden
Kirche im Dorf lassen Mit etwas nicht übertreiben
Knall und Fall Etwas passiert plötzlich
Kopf aus der Schlinge ziehen Eine Gefahr abwenden
Kopf in den Sand stecken Bei einer Sache aufgeben
Kopf und Kragen Es geht um etwas Wichtiges
Kraut und Rüben Großes Chaos
Krawatte haben Genervt und verärgert sein
Kuh vom Eis holen Eine brenzlige Situation retten
Lanze brechen Jemanden verteidigen
Laufpass geben Sich von jemandem trennen
Laus über die Leber gelaufen Verärgert und wütend sein
Licht unter den Scheffel stellen Sich unter Wert verkaufen
Luft nach oben haben Potenzial noch nicht ausschöpfen
Luftschlösser bauen Unrealistische Pläne schmieden
Lunte riehen Einen Verdacht haben
Mantel des Schweigens Eine Sache verheimlichen
Mäusemelken Etwas ist völlig absurd
Mehrere Eisen im Feuer Verschiedene Chancen haben
Mit allen Wassern gewaschen Sehr schlau und gerissen
Mit seinem Latein am Ende Keine Lösung mehr wissen
Nadel im Heuhaufen suchen Kaum eine Chance haben
Nagelprobe bestehen Eine wichtige Prüfung schaffen
Nahe am Wasser gebaut Jemand muss schnell weinen
Narrenfreiheit genießen Alles machen können
Neben der Spur sein Sich nicht konzentrieren können
Nicht lange fackeln Besonders schnelles Handeln
Niemandem Rechenschaft ablegen Alleine frei entscheiden
Oberwasser haben Einen Vorteil haben
Obulus entrichten Einen kleinen Beitrag bezahlen
Ochs vorm Berg Keine Idee, wie es weiter geht
Öl ins Feuer gießen Einen Konflikt weiter anfachen
Paroli bieten Entschlossen Widerstand leisten
Phönix aus der Asche Neu und stärker wiederkommen
Pi mal Daumen Etwas ungefähr schätzen
Perlen vor die Säue werfen Etwas verschwenden, Wertvolles nicht schätzen
Pferd von hinten aufzäumen In falscher Reihenfolge handeln
Quadratur des Kreises Etwas Unmögliches versuchen
Qual der Wahl Schwierige Entscheidung treffen
Quitt sein Alle Schulden begleichen
Quittung erhalten Konsequenzen für etwas tragen
Rad neu erfinden wollen Unnötige Lösungen suchen
Reibach machen Einen großen Gewinn erzielen
Revue passieren lassen Vergangenes gedanklich durchgehen
Ross und Reiter nennen Direkt und konkret ansprechen
Roter Faden Leitmotiv einer Erzählung
Rote Laterne Letzter im Wettbewerb
Rücken zur Wand Eine ausweglose Situation
Salz in der Suppe Die wichtigste Besonderheit
Sand am Meer Im Überfluss vorhanden
Salz in die Wunde Etwas noch schlimmer machen
Schief gewickelt sein Falsche Vorstellungen haben
Schnee von gestern Veraltet und langweilig
Schnitzer machen Einen Fehler begehen
Schuss in den Ofen Einen Misserfolg erleben
Schuss nicht gehört Eine Veränderung nicht bemerken
Schusters Rappen Zu Fuß gehen
Schwein haben Unerwartet Glück haben
Stein und Bein schwören Felsenfest und aufrichtig beteuern
Süßholz raspeln Jemandem Komplimente machen
Tacheles reden Ungeschönte Wahrheit sagen
Teufel an die Wand malen Das Schlimmste erwarten
Tischtuch zerschneiden Eine Freundschaft beenden
Tomaten auf den Augen Offensichtliche Dinge übersehen
Treulose Tomate Eine unzuverlässige Person
Tropfen auf den heißen Stein Wirkungslose Bemühen
Über den Jordan gehen Jemand stirbt
Über den Tellerrand schauen Offen für Neues sein
Über Wasser halten Finanziell gerade so auskommen
Um den heißen Brei herumreden Nicht zum Kernthema kommen
Unter aller Kanone Ungenügende, schlechte Qualität
Unter Dach und Fach Etwas ist erfolgreich abgeschlossen
Unter der Gürtellinie Unfaire, persönliche Angriffe
Unter ferner liefen Weit abgeschlagen sein
Verflixt und zugenäht Fluchen bei einem Missgeschick
Verschlimmbessern Etwas gut meinen, aber verschlechtern
Vogel abgeschossen Erwartungen übertroffen
Vom Leder ziehen Über andere meckern
Vom Regen in die Traufe Schlimme Lage weiter verschlechtern
Wald vor lauter Bäumen Wesentliches total übersehen
Wasser bis zum Hals Eine bedrohliche Situation
Wasser in den Wein gießen Eine Freude dämpfen
Weiße Weste Nichts zu schulden kommen lassen
Wind davon bekommen Geheime Dinge erfahren
Wink mit dem Zaunpfahl Deutliche Hinweise machen
Wolf im Schafspelz Böse Absichten verstecken
Würfel sind gefallen Entscheidung ist unwiderruflich
Zahn zulegen Etwas schneller machen
Zähne ausbeißen Eine Aufgabe nicht schaffen
Zapfenstreich Ende einer Veranstaltung
Zeter und Mordio schreien Lauf und heftig protestieren
Zünglein an der Waage Der entscheidende Faktor

Häufige Fehler: Redewendungen richtig nutzen

Redewendungen können eine Aussage verdeutlichen – oder für einen peinlichen Moment sorgen, wenn diese falsch genutzt werden. Häufige Fehler sind:

1. Gemischte Redewendungen

Das Gehirn vermischt gerne Redewendungen zu neuen Formulierungen, die es gar nicht gibt. Das klingt dann unfreiwillig komisch oder unwissend. Beispiele:

  • Falsch: „Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.“
  • Richtig: „Das setzt dem Ganzen die Krone auf“ (Steigerung) oder „Das schlägt dem Fass den Boden aus“ (Unverschämtheit).
  • Falsch: „Wir müssen an einem Strang sitzen.“
  • Richtig: „An einem Strang ziehen“ (zusammenarbeiten) oder „im selben Boot sitzen“ (in der gleichen Lage sein).

2. Übertriebene Nutzung

Redewendungen und ihre Sprachbilder können eine Aussage lebendiger machen und geben Sätzen die Würze. Wer es damit aber übertreibt, reiht irgendwann nur noch Floskeln aneinander. Negativ-Beispiel: „Jetzt mal Butter bei die Fische: Wir müssen Nägel mit Köpfen machen. Das Projekt steht auf der Kippe, aber wenn wir jetzt alle Hebel in Bewegung setzen und an einem Strang ziehen, kriegen wir die Kuh vom Eis.“

3. Falsche Zielgruppe

Nicht jede Redewendung ist für jedem Kontext geeignet. Unter Freunden oder in der Familie sind lockere Formulierungen kein Problem, im Job sollten Sie besser nicht davon sprechen, dass sich alle für das Projekt „den Arsch aufreißen“. Angebrachter wäre, dass alle „volles Engagement und Initiative zeigen“ – das klingt professioneller.

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Redensarten nach Kategorien

Sie suchen Redensarten für bestimmte Bereiche und Kategorien? Dann nutzen Sie gerne die folgende Auswahl:

Business & Erfolg
  • Am Ball bleiben: Eine Sache beharrlich verfolgen.
  • Alle Register ziehen: Alle verfügbaren Mittel nutzen.
  • Butter bei die Fische: Direkt zum Kern der Sache kommen.
  • Den Karren aus dem Dreck ziehen: Eine schwierige, festgefahrene Situation retten.
  • In trockenen Tüchern sein Ein Projekt oder Geschäft erfolgreich abschließen.
Emotionen & Zwischenmenschliches
  • Auf Wolke sieben schweben: Überglücklich oder frisch verliebt sein.
  • Jemanden auf Händen tragen: Eine Person übermäßig verwöhnen und verehren.
  • Ein Stein vom Herzen fallen: Sehr erleichtert sein.
  • Nah am Wasser gebaut sein Sehr emotional reagieren und schnell weinen.
  • Jemanden in den Wind schießen Eine Beziehung abrupt beenden.
Streit & Kritik
  • Gift und Galle spucken: Seinem Ärger aggressiv Luft machen.
  • Jemanden auf die Palme bringen: Eine andere Person provozieren.
  • Das Haar in der Suppe suchen: Kleinlich nach Fehlern oder Problemen suchen.
  • Jemandem den Kopf waschen: Eine andere Person zurechtweisen.
  • In der Tinte sitzen: In einer misslichen Lage oder in Schwierigkeiten sein.
Alltag & Gespräche
  • Alles unter Dach und Fach haben: Etwas ist fertig organisiert oder gesichert.
  • Den Nagel auf den Kopf treffen: Eine Sache exakt richtig benennen oder erklären.
  • Mit der Tür ins Haus fallen: Ein Anliegen ohne Umschweife oder Vorwarnung vorbringen.
  • Den Teufel an die Wand malen: Eine Situation schwärzer sehen, als sie ist.
  • Schuster, bleib bei deinen Leisten: Sich selbst nicht überschätzen.
Tiere & Natur
  • Die Katze aus dem Sack lassen: Ein Geheimnis endlich preisgeben.
  • Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zwei Ziele durch eine einzige Handlung erreichen.
  • Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul: Geschenke sollte man nicht kritisieren.
  • Wie ein Elefant im Porzellanladen: Sich extrem ungeschickt oder unsensibel verhalten.
  • Wissen, wie der Hase läuft: Über alle Abläufe und Regeln genau Bescheid wissen.


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