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Pech gehabt: Bedeutung, Herkunft des Spruchs + was tun?

Pech gehabt! – ein kleiner Augenblick, ein minimaler Ausrutscher kann über Glück oder Pech entscheiden. Das Schöne am Leben ist aber, dass es danach weitergeht. Zur Dialektik des Lebens gehören nun mal die Berg- und Talfahrten und Zustände des freien Falls. Beide – Sieg und Niederlage – sind aber Seiten derselben Medaille: Handeln. Woher kommt überhaupt die Redewendung „Pech gehabt“? Und lässt sich nicht vielmehr etwas aus den Pleiten, Pech und Pannen machen?



Pech gehabt: Bedeutung, Herkunft des Spruchs + was tun?

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Pech gehabt: Bedeutung der Redewendung

Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet die Redewendung „Pech gehabt“, dass jemand ein Unglück widerfahren ist. Die Bedeutung der Redewendung bezieht sich also nicht auf den Rohstoff, sondern auf einen Schaden oder auf ein negatives Ereignis – auf „Pleiten, Pech und Pannen“, die einem passiert sind.

Der Begriff „Pech gehabt“ wird nicht nur auf Missgeschicke angewendet. Werden Menschen vom Pech verfolgt, spricht man auch von einer „Pechsträhne“, von einem „Pechvogel“ oder einer „Pechmarie“.

Was ist Pech überhaupt?

Pech (auch: Teerpech) ist eine zähflüssige Masse, die bei der Destillation von Holz, Erdöl und Kohle entsteht. Fertiges Pech ist braun bis tiefschwarz (daher: pechschwarz) und wurde früher als Klebstoff oder Abdichtmaterial (z.B. im Schiffsbau) verwendet. Da Pech bei großer Hitze flüssig wird und gut brennbar ist, macht man damit auch sogenannte Pechfackeln.


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Pech gehabt: Herkunft der Redewendung

Viele kennen und nutzen die Redewendung „Pech gehabt“ im Alltag – wissen aber nichts über deren Herkunft und Geschichte. So ganz klar ist diese auch nicht. Nach heutigem Stand gibt es für die Herkunft zwei Erklärungen – beide stammen aus dem Mittelalter:

  1. Burgverteidigung
    Im Mittelalter gab es viele Burgen, die den Menschen Schutz boten. Um sie zu verteidigen, gab es in der Burgmauer sogenannte Pechnasen. Durch diese wurde heißes Pech auf die Angreifer geschüttet und angezündet. Wer Pech hatte, wurde vom selben getroffen – und erlitt starke Verbrennungen und Verletzungen.
  2. Bierfass
    Im Mittelalter wurde Bier in großen Holzfässern gelagert. Damit das Getränk nicht den Geschmack des Holzes annahm, wurden die Fässer von innen mit Pech bestrichen. Löste sich das trotzdem einmal von den Innenwänden, landete es im Bierkrug – nicht lecker. Der Gast hatte in dem Fall sprichwörtlich „Pech gehabt.“

Wenn wir also „Pech gehabt“ sagen, meinen wir: An den Betroffenen klebt das Unglück wie früher das Pech im Mittelalter.

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Fallstudie: Pleiten, Pech und Pannen sind ein Happening der Möglichkeiten!

Pech haben, hat keinen guten Ruf. Niemand möchte im Leben Pech haben – nicht wenige schützen sich davor sogar mit allerlei Amuletten, Glücksbringern und ihrem Aberglauben. Dabei ist diese Sicht viel zu einseitig…

Ob Missgeschick oder Zufall – beide passieren uns allen irgendwann. Gleichzeitig eröffnen Sie uns großartige Chancen. Ja, „Pech gehabt“ ist ein Happening der Möglichkeiten! Glauben Sie nicht? Hier ein paar Beispiele:

  • Sicherheitsglas

    Der Unfall passierte im Jahre 1903. Der französische Chemiker Edouard Benedictus stieß in seinem Labor an ein Regal und dabei eine Glasflasche zu Boden. Er hörte das Glas springen, aber es zerbrach nicht. Alle Scherben klebten aneinander. Da fiel ihm ein, dass er Nitrocellulose, eine Art flüssiges Plastik, in der Flasche gelagert hatte. Es war längst verdunstet, hatte aber einen Film auf der Flaschenwand hinterlassen, der nun die Scherben zusammenhielt. Voilà, das Sicherheitsglas war erfunden. Klebt man mehrere solche Glas-Folien-Scheiben übereinander, entsteht sogar schusssicheres Panzerglas.

  • Klettverschluss

    Jahre später, in den frühen Vierzigern, ging der Schweizer Ingenieur George de Mestral mit seinem Hund spazieren. Als er zurückkehrte, bemerkte er an seinen Hosen und im Fell des Hundes zahlreiche Früchte der „Arctium lappa“, der Großen Klette. Die Kugeln waren extrem nervig, da sie sich aus dem Fell nur durch Reißen entfernen ließen. Mestral legte die Kletten unter sein Mikroskop und entdeckte winzige, elastische Häkchen, die selbst beim gewaltsamen Entfernen nicht abrissen. Rund 8 Jahre forschte er an einer textilen Kopie des Prinzips, dann war der Klettverschluss fertig. 1951 meldete er ihn zum Patent an.

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Was machen Sie aus dem Mist?

Beide Beispiele zeigen eindrücklich, dass Pech haben nichts Schlechtes sein muss. Sicher, man hört die Entdecker vielleicht immer noch „Scheiße!“ durch die Geschichte rufen. Aber ihre Erfolgsgeschichte begann damit, dass sie Pech gehabt hatten – mit Pleiten, Pech und Pannen.

Der Unterschied zwischen Pechvögeln und Gewinnern ist nur: Letztere machen was aus dem Mist! So ziemlich alle erfolgreichen Menschen überwanden diese typischen Störfälle – indem sie aufmerksamer und neugieriger blieben, die Umstände des Unglücks analysierten und diese schließlich zum Vorteil nutzten.

Das können Sie auch: Pech gehabt? Na, und?! Machen Sie Gold daraus!


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