Kürzel: Entschlüsseln Sie typische Abkürzungen

Kürzel scheinen ungemein praktisch, um lange Begriffe, ganze Redewendungen oder anderes in ein platz- und zeitsparendes Format zu bringen. Abkürzungen wie Dr., kg, Nr., usw., u.a., z.B., erleichtern ja tatsächlich den Umgang mit Texten, weil sie das Gemeinte kurz auf den Punkt bringen. Außerdem sind sie so geläufig und in der Umgangssprache angekommen, dass jeder etwas mit solch einem Kürzel anfangen kann. Ein entscheidender Aspekt! Für Fachbegriffe gilt das jedoch nicht – und schon gar nicht für ihre Kurzformen. Und auch andere Kürzel sorgen lediglich für Verwirrung beim Empfänger, der nur scheinbar willkürliche Buchstaben sieht, die wir Hieroglyphen wirken. Bevor sich der Sinn erschließt, müssen dann erst einmal zahlreiche Kürzel übersetzt werden. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir eine umfangreiche Liste für Kürzel und deren Bedeutungen zusammengestellt…

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Kürzel: Entschlüsseln Sie typische Abkürzungen

Kürzel und Abkürzung: Trend zur kurzen Kommunikation

Insbesondere große Organisationen – dazu zählen neben den Behörden auch Konzerne – neigen dazu, sich eine eigene Begriffswelt zu schaffen – und diese sogleich abzukürzen. Schließlich will keiner Bandwürmer wie das kürzlich eingestampfte Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz tatsächlich aussprechen müssen. Schade, denn dieser Begriff ist trotz Längen verständlicher als seine Abkürzung: RkReÜAÜG.

Hat sich da etwa gerade wer geräuspert?

Nicht nur aufgrund der Möglichkeit, Substantive mit Hilfe eines Fugenlauts fast endlos aneinander reihen zu können, steht Deutschland weit vorn auf der Liste der abkürzungsfreudigen Nationen: Speziell die verflossene DDR war berühmt-berüchtigt dafür, für jeden stehenden Begriff vom Außenhandel-Abrechnungs-Kontor Berlin (AAK) bis zum Zentralen Warenkontor (ZWK) eine Kurzform zu schaffen. Manche dieser Kürzel schafften es auch in den Westen. Bei anderen – wie etwa MTS – kamen selbst gelernte Ostdeutsche ins Grübeln.

Selbstredend gab’s für den galoppierenden Abkürzungsfimmel selbst auch ein Kürzel: Aküfi.

In den letzten Jahren hat der Trend zu Kürzeln noch einmal kräftig zugelegt. Kurznachrichtendienste machen ihrem Namen alle Ehre und die Zeichenbegrenzung auf Twitter lässt die Nutzer immer neue Kürzel und kreative Abkürzungen finden.

Sind Kürzel wirklich sinnvoll?

Kürzel finden sich überall und sind fester Bestandteil der Kommunikation geworden. Nicht nur in beruflichen Mails oder Schreiben – wenn es sich nicht gerade um einen offiziellen Schriftverkehr handelt – sondern auch im Privatleben begegnen uns Kürzel überall. In den Nachrichten an Freunde oder Familie wird längst nicht jedes Wort ausgeschrieben. Schreibfaule kommen mit wenigen Buchstaben und Kürzeln aus, der Rest wird durch passende Smileys und Emojis ergänzt oder ersetzt.

Bleibt die Frage: Sind all die Kürzel wirklich sinnvoll? Auf den ersten Blick lässt sich durchaus sagen: Ja, Kürzel machen in vielen Situationen Sinn. Wer möchte schon jedes Mal Maßeinheiten ausschreiben und Kilogramm oder Millimeter statt deren Kürzel verwenden? Eben.

Auch geht an der Freundlichkeit oder Professionalität grundsätzlich nichts verloren, wenn Kürzel verwendet werden. Ein MfG am Ende einer Mail an den Kollegen ist nicht weniger freundlich, als zum 20. Mal ein unbedachtes „Mit freundlichen Grüßen“ auszuschreiben.

Allerdings gibt es eine große Voraussetzung, damit Kürzel sinnvoll sind: Sie müssen von allen Beteiligten verstanden werden! Und genau das ist die Krux bei Kürzeln, die fast schon eine eigene Sprache bilden können. Wenn der Empfänger bei den Abkürzungen keine Ahnung hat, worum es geht, sind Kürzel nicht nur sinnlos, sondern machen Kommunikation schwierig bis unmöglich.

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Kürzel: Was soll das heißen?

Viele der Kürzel, die wir hierzulande mittlerweile wie selbstverständlich benutzen, kommen dabei – wie könnte es auch anders sein – aus den USA. Ebenso wenig überrascht es, dass die Vereinigten Staaten beim inoffiziellen Kampf zum dem Titel des Abkürzungsweltmeisters natürlich die Nase vorne haben. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint die Anzahl an Buchstaben sehr wohl begrenzt zu sein und auf Kürzel reduziert zu werden.

Die unzähligen amerikanischen Abbreviationen haben im Zug der Globalisierung auch in deutschen Unternehmen Einzug gehalten, wurden munter in die Umgangssprache integriert und sorgen so noch im letzten Provinzunternehmen für internationales Flair.

Trotzdem mutet es seltsam an, wenn selbst beim kleinen Arbeitgeber in dörflicher Umgebung die HR darauf achtet, dass der Bewerber auch ja einen MBA im CV stehen hat. Oder der CEO des KMU neuerdings GTD favorisiert, um den ROI zu verbessern.

UKWIM – you know what I mean? Noch schlimmer wird es, wenn diese Kurzformen im Deutschen ein Eigenleben entwickeln – und etwa das amerikanische ASAP (as soon as possible) zum ASAPst (für schnellstmöglich) mutiert, um echte Dynamik zu suggerieren. Spätestens an dieser Stelle sollte jeder hinterfragen, ob er Kürzel wirklich richtig nutzt.

Im Unternehmensalltag quillt dieser Sprachhäcksel bevorzugt zwei Spezies aus der Tastatur:

  • Die eine bilden die Dauergestressten, die vor lauter Zeitknappheit Ihre Umwelt mit Buchstabensuppe drangsalieren. Ihre Mitteilungen lesen sich dann etwa wie SgDuH, anb. erh. S. d. GB ’12 z.K. MfG CS. Früher lernten solche Menschen stenografieren, um ihren Mitmenschen Überlegenheit und Geringschätzung zu demonstrieren. Wer so schreibt, mag schließlich keine Zeit für den Leser verschwenden.
  • Dann gibt es noch die Nerds, die in so hippen Akronymen wie ROFL, WTF und IMHO kommunizieren. Es muss ja nicht jeder verstehen, was sie mitteilen wollen. Schließlich schreiben sie für den echten, den wahren Insider, für den sie sich logischerweise auch selbst halten.

Und dann hat Sprache ja immer auch eine soziale Funktion: Wer mit den einschlägigen Fachbegriffen und Abkürzungen um sich wirft, zeigt seine Zugehörigkeit. Indem Gruppen sich ihre semantischen Codes schaffen, grenzen sie sich von anderen ab. Wer sie beherrscht, gehört dazu; wer nicht, bleibt Außenseiter.

Das zeigt sich bereits an der Uni, wo ältere Semester die Ersties beeindrucken, indem sie ihnen von der Bib und dem AStA erzählen und für ihre Diss Quellen wie Pub Med oder die altehrwürdige KZfSS zitieren: Sie machen ein schlaues Gesicht, wie der Soziologe Wolf Wagner dieses Verhalten in seinem Ratgeber Uni-Angst und Uni-Bluff nennt.

Selbstverständlich setzt sich dieser Mechanismus im Arbeitsleben fort. Wer dazugehören will, muss die richtigen Chiffres beherrschen. Sonst kann er in manchen Unternehmen gleich wieder seine Koffer packen.

Abkürzungen entziffern: Liste und Beispiele gebräuchlicher Kürzel

Die Erkenntnis daraus: Es bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig, als Kürzel zu lernen und sich ein möglichst umfangreiches Wissen über Abkürzungen und deren Bedeutungen anzueignen. Vielleicht wollen Sie diese gar nicht selbst nutzen, doch wissen Sie nie, wann Sie eine Mail vom Chef, Kollegen oder auch Kunden bekommen, die mit Kürzeln gespickt ist – diese wollen Sie schließlich eigenständig verstehen und nicht erst in langer Arbeit übersetzen müssen.

Am Besten fangen Sie also gleich an zu üben! Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir eine Liste mit vielen Beispielen von Kürzeln zusammengestellt, die Ihnen begegnen können:

AFAIKas far as I knowerg.ergänze/ergänzendOToff topic
ASAPas soon as possibleFAQfrequently asked questionsPOVpoint of view
attn.for the attention ofFYIfor your informationREreply/response
B2Bbusiness to bussinessG2Ggot to goTBDto be done/discussed
B2Cbusiness to customerHRHuman ResourcesVATvalue added tax
BCCblind carbon copyhs.handschriftlichvgl.vergleiche
btwby the wayIMHOin my humble opinionVllt.vielleicht
CCCarbon CopyJFYIjust for your informationWEWochenende
CEOChief Executive OfficerkwTkein weiterer TextWVWiedervorlage
CFOChief Financial OfficerM&AMergers & Acquisitionsz.d.A.zu den Akten
cf.conferMBAMaster of Business Administrationz.Hd.zu Händen
CVCurriculum vitaen/anot available/applicablez.K.zur Kenntnisnahme
d.i.das istNSYNot Seen YetZIPZone Improvement Plan

Die 25 häufigsten Kürzel in Whatsapp und Social Media

Nicht nur im beruflichen und professionellen Kontext sollten Sie Kürzel kennen und verstehen. Gerade in der digitalen Kommunikation, ob nun über Whatsapp, Twitter oder anderen Social Media Kanälen, sind Abkürzungen allgegenwärtig und gehören zum normalen Sprachgebrauch. Wer diese Kürzel nicht versteht, wird sich schwer tun, die Inhalte von Posts überhaupt zu begreifen.

Deshalb haben wir für Sie eine Liste mit den 25 häufigsten Kürzeln erstellt, die Ihnen in den sozialen Medien begegnen:

  • LOLlaughing out loud – Ich lache laut
  • IDCI don’t care – Das interessiert mich nicht
  • BRBbe right back – Bin gleich wieder da
  • TBHto be honst – Um ehrlich zu sein
  • AMAask me anything – Frag mich alles
  • BTWby the way – Übrigens
  • IMOin my opinion – Meiner Meinung nach
  • PLZplease – Bitte
  • THXthanks – Danke
  • CUsee you – Man sieht sich
  • OMWon my way – Bin auf dem Weg
  • NVMnevermind – Ist nicht wichtig
  • GGgood game – Gutes Spiel
  • Kokay – In Ordnung
  • AKAalso known as – Auch bekannt als
  • HFhave fun – Hab viel Spaß
  • IRLin real life – Im echten Leben
  • GTG/G2Ggot to go – Muss jetzt gehen
  • OOTDoutfit of the day – Outfit des Tages
  • DMdirect message – Direktnachricht
  • OMGoh my god – Oh mein Gott
  • XOXOkisses and hugs – Küsse und Umarmungen (x = Kuss, o = Umarmung)
  • MOMmoment – Einen Moment, bitte
  • 4Ufor you – Für dich

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
11. März 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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