Office Talk: Viel Floskel um nichts
Office-Talk besteht zu einem nicht unwesentlichen Teil aus „Denglisch“ – dieser unsäglichen Mischung aus englischen Fachbegriffen (die teilweise ihre Berechtigung haben) und simplen Alltagswörtern, die vielen im Deutschen nicht mehr modern genug klingen. Gerade während des Trends zur New Work ist eine ganz eigene Sprache entstanden, die Professionalität und Dynamik ausdrücken soll, aber häufig als nervig oder inhaltsleer empfunden wird. Unfreiwillig lustig wird es insbesondere dann, wenn die Sprecher das Vokabular selbst nicht mehr verstehen. Stell dir vor: Alle sprechen Office-Talk und jeder versteht nur Bahnhof…

Zugegeben, manche dieser Geheimcodes erfüllen einen Zweck und gehören zur Unternehmenskultur. Wer die Bürosprache beherrscht, gehört dazu und zeigt Teamgeist. Die Sprache und Buzzwords werden zum verbalen Erkennungszeichen. Für Außenstehende – Kunden, Familie, Freunde – klingt das jedoch immer noch merkwürdig.
Inflation der Phrasen und Buzzwords
So ganz davon freimachen, kann sich wohl niemand: Natürlich sagen auch wir häufig Jobinterview und meinen das Vorstellungsgespräch, schreiben vom Meeting statt von der Konferenz. Andere Anglizismen wären sogar wirklich vermeidbar – oder warum muss man noch dringend einen „Call“ erledigen, wenn’s auch ein „Anruf“ tut?
Office Talk auf Truffls
Office-Talk hat nicht nur einen eigenen Hashtag auf Social Media (#officetalk), sondern wird seit einiger Zeit von der Bewerbungs- und Recruiting-App Truffls zelebriert. Hier unsere Auswahl der besten Office-Talk-Sprüche:
- „Note to self: Expectation Mgmt. höher priorisieren!“
Daniela, 36, VP Marketing (Erwartet, dass Abkürzungen verstanden werden.) - „Fragile oder agile, das ist hier der Struggle.“
Thomas, 28, Executive Assistance (Seine Verletzlichkeit macht ihn ganz wendig.) - „Suit up! Oder ist der Dresscode ein Joke für dich?“
Barney, 29, Provide Legal Exculpation And Sign Everything (Schreibt einen Blog, den keiner liest.) - „Lass uns die Team-Estimation challengen und uns auf den narrativen Approach committen.“
Kay,44, Client Partner (Stellt Dinge gerne in erzählender Form dar.) - „Die Self-Determination-Rate ist viel zu high.“
Matthias, 38, Data Analyst (Hält nichts von Selbstbestimmung.) - „Im Daily Business sollten wir versuchen, unsere Denglisch-Usage zu lowern.“
Bernd, 51, Teamlead Sales (Wäre lieber wieder Gruppenführer Vertrieb.) - „No kidding, die neue Corporate Identity ist echt lit.“
Simon, 34, Sales Consultant (Möchte in ganz Berlin die Litfaßsäulen bekleben.) - „Crunch-Time ist auch nur ein Mind-Game.“
Elisabeth, 32, Head of Marketing Solutions (Ihr Kopf ist auch ein bisschen zusammengedrückt.) - „Bin raus fürs Meeting, ich arbeite heute remote.“
Sandra, 31, Performance Marketing Managerin (Hat Staffel 2 von „Haus des Geldes“ fast durch.) - „Wir müssen die Leute einfach mit einer klaren Story zu ihrem Need abholen.“
Maraike, 28, Marketing-Managerin (Braucht noch Inspiration fürs Abendessen.) - „Danke für Ihren Call. Gerade loopen wir uns durch die Genehmigungsschleifen.“
Mark, 34, HR-Manager (Hört den Anrufbeantworter zu Hause in Endlosschleife.) - „Für Turnover muss man auch mal Rule Breaker sein.“
Jonas, 27, Head of Business Development (Hat um 9 ein Meeting, aber dreht sich im Bett nochmal um.) - „Mit der Decision gehe ich d’accord.“
Michel, 28, Data Engineer (Knabbert an seinem Baguette wie ein Gourmet.) - „Nur fyi, ich bin jetzt im Tunnel.“
Amir, 24, Marketing-Manager (Hat auf der Fahrt von Frankfurt nach Berlin kein Netz.) - „Sorry fürs late joinen, aber ich hab’ euch dafür schon mal was zusammengemerged.“
Terry, 37, Team-Head IT-Security (Denkt einfach in anderen Kategorien.)

Office-Talk-Sprüche heben die Laune
In der jeweiligen Situation mag Office-Talk zu Verwirrung oder gar Ärger führen. Dann etwa, wenn andere durch die unverständliche Sprache ausgegrenzt werden. Wer indes genügend Selbstironie besitzt, verwendet solche Phrasen ganz bewusst. Dann erinnert Office-Talk an die beliebten Bürosprüche. Die beschreiben oft irrwitzige Situationen, wie sie nur im Arbeitsalltag vorkommen – teilweise überspitzt, aber zweifellos mit einem Funken Wahrheit:
- „Ich arbeite hier nicht nur wegen des Geldes – ich brauche auch den Kaffee.“
- „Stress im Büro? Ich nenne das bezahltes Cardio.“
- „Bitte nicht stören – ich störe mich schon selbst genug.“
- „Ich bin nicht unmotiviert. Ich bin im Energiesparmodus.“
- „Mein Passwort ist falsch. Genau wie meine Lebensentscheidungen.“
- „Mein Gehirn hat Feierabend. Der Rest sitzt noch hier.“
- „Mein Kalender sieht aus wie Tetris auf schwer.“
- „Bitte langsam sprechen – mein Kaffee wirkt noch nicht.“
- „Montag ist der Beweis, dass das Wochenende zu kurz ist.“
- „Meine To-do-Liste hat inzwischen Angst vor mir.“
- „Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem.“
- „Das war kein Fehler. Das war ein unerwartetes Feature.“
- „Ich antworte auf E-Mails in emotionaler Reihenfolge.“
- „Ich denke, also bin ich hier falsch.“
- „Kuchen im Büro ist wie Raubtierfütterung im Zoo.“
- „Wer fragt, bekommt Aufgaben.“
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