Motivationsfähigkeit: So steigern Sie sie

Gerade in den dunklen Wintermonaten lässt sie rasant nach, unsere Motivationsfähigkeit. Der tägliche Workload wird im Gegenzug aber nicht kleiner. Wer nicht motiviert ist, hat noch mehr Probleme, seine Arbeit zu erledigen. So wird der Stapel auf dem Schreibtisch jeden Tag ein kleines Stückchen höher – was unsere Motivation noch weiter sinken lässt. Doch es gibt einen Ausweg aus diesem Teufelskreis…

Motivationsfähigkeit: So steigern Sie sie

Motivationsfähigkeit als sozial-kommunikative Kompetenz

Motivationsfähigkeit ist zweigeteilt. Auf der einen Seite gibt es die Fähigkeit von Führungskräften, die Mitarbeiter zu motivieren, denen sie vorgesetzt sind. Auf der anderen Seite versteht man unter Motivationsfähigkeit aber auch das Vermögen, sich selbst neuen Schwung und Elan zu verpassen.

Im Bewerbungsverfahren schauen Arbeitgeber daher ganz genau auf diese Eigenschaft, denn sowohl Angestellte, als auch Personen im Management müssen über Motivationsfähigkeit verfügen.

Die Frage ist daher berechtigt, was Menschen mit Motivationsfähigkeit auszeichnet. Folgende Eigenschaften werden immer wieder genannt:

  • Sie sind in der Lage, klare Ziele zu definieren.
  • Sie können Handlungen auf Verbessungspotenziale überprüfen.
  • Führungskräfte mit einem guten Maß an Motivationsfähigkeit geben ihren Mitarbeitern konstruktives und klares Feedback.
  • Führungskräfte loben gute Leistungen.
  • Motivationsfähige Menschen kritisieren nicht, sondern gehen mit gutem Beispiel voran.
  • Sie sind zuverlässig und stehen zu Entscheidungen.
  • Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie Absprachen und Versprechen halten.

Wie kann ich als Bewerber Motivationsfähigkeit beweisen?

Wir sehen also, Motivationsfähigkeit ist zentral für den Erfolg der Bewerbung, wird aber auch nach der Einstellung wichtig bleiben.

Motivation ist entscheidend für die Produktivität im Unternehmen und den Unternehmenserfolg. Kein Wunder, dass die Frage nach der Motivation häufig im Jobinterview gestellt wird.

Und so können Sie darauf reagieren:

  • Wechselmotivation begründen

    Viele Arbeitgeber stellen die Frage danach, warum der Bewerber gerade in ihrem Unternehmen arbeiten möchte. Darauf sollten Sie vorbereitet sein.

    Recherchieren Sie vorab die wichtigsten Erfolge und die Unternehmensziele des neuen Arbeitgebers. Suchen Sie dann eine Verbindung zu sich und Ihren Vorstellungen. Wenn Sie beides glaubhaft miteinander verquicken können, ist die Frage nach der Wechselmotivation für Sie kein Stolperstein.

  • Eigenmotivation zeigen

    Zur Motivationsfähigkeit gehört auch die Eigenmotivation. Personaler fragen neue potenzielle Mitarbeiter gerne, wie sie sich morgens für die Arbeit motivieren, auch wenn sie überhaupt keine Lust haben.

    Eine gute Möglichkeit für Bewerber ist es, schon in der Vorbereitung auf der Vorstellungsgespräch in die Rolle des Personalers zu schlüpfen.

    • Was könnte sich der Personalverantwortliche oder Ihr Vorgesetzter wünschen?
    • Welche Aspekte des neuen Jobs gefallen Ihnen besonders gut?
    • Wie sehr lassen Sie sich von den neuen Aufgaben anstecken?

    Wenn Sie Antworten auf diese Fragen haben, können Sie ein bisschen gelassener zum Termin gehen.

  • Beispiele bringen

    Wer noch eine Schippe drauflegen möchte, der kann Beispiele aus dem eigenen Lebenslauf anführen.

    Gibt es große Erfolge, die Sie aufgrund Ihrer großen Motivationsfähigkeit feiern konnten oder haben Sie Ziele, die in der Stellenanzeige genannt werden, schon erreicht?

    Sollte das so sein, gehört das zur Sprache gebracht. Für falsche Bescheidenheit ist ein Vorstellungsgespräch nicht der richtige Ort.

Motivationsfähigkeit steigern: So geht’s

Da Motivationsfähigkeit im Job ein wichtiges Gut ist, gibt es glücklicherweise viele Tipps und Tricks, wie Mitarbeiter ihre Leistungsfähigkeit steigern können. Zum Beispiel die folgenden:

  • Denken Sie positiv

    Man kann die Macht der positiven Gedanken wirklich nicht oft genug betonen. Die self-fulfilling prophecy (zu Deutsch: die selbsterfüllende Prophezeiung) ist ein Phänomen mit realen Implikationen.

    Unsere Gedanken und Gefühle haben einen Einfluss auf den Hormonhaushalt und die Biochemie im Körper. Das Ergebnis: Bei lange anhaltenden negativen Gedanken fühlen wir uns müde und abgeschlagen. Das neue Projekt anzugehen, scheint uns kaum möglich.

    Die gute Nachricht: Die selbsterfüllende Prophezeiung wirkt nicht nur in eine Richtung. Mitarbeiter, die es schaffen, sich auf positive Gedanken und Aufgaben zu konzentrieren, beeinflussen ihre Körperfunktionen ebenfalls.

    Fangen Sie am besten gleich morgens damit an. Stellen Sie sich vor, was der Tag an positiven Dingen für Sie bereithält. In der Übungsphase ist es nicht wichtig, dass diese Dinge real werden können. Malen Sie sich stattdessen den optimalen Tagesablauf aus und erfreuen Sie sich daran. Wird er real – umso besser!

    Nach einiger Zeit werden Sie merken, dass Sie mit einer positiveren Einstellung an die Arbeit gehen.

  • Nehmen Sie sich nicht zu viel vor

    Wenn der Berg an Aufgaben kein Ende zu nehmen scheint, müssen Sie langsam vorgehen. Es bringt überhaupt nichts, wenn Sie sich schon morgens vorstellen, was Sie alles bis zum Ende des Arbeitstags erledigt haben müssen.

    Ein straffes und vielleicht sogar zu großes Arbeitspensum ist Gift für Ihre Motivationsfähigkeit.

    Die bessere Herangehensweise sieht daher so aus: Teilen Sie Ihren Arbeitstag in kleine Abschnitte, die Sie nacheinander erledigen. Das können Sie auf zwei verschiedene Arten machen. Entweder Sie entscheiden sich für eine der klassischen Zeitmanagement-Methoden, wie beispielsweise die Pomodoro Technik, bei der Sie den Tag in in 25- oder 30-minütige Abschnitte teilen.

    Oder Sie gliedern den Tag anhand der Aufgaben. Wenn Sie beispielsweise die Agenda für die Besprechung fertig und alle Mitarbeiter über Email eingeladen haben, ist ein Arbeitsschritt erledigt und Sie können eine kurze Pause machen.

    Diese Methoden haben den Vorteil, dass Sie mehrmals am Tag kleinere Erfolgserlebnisse haben – und das ist unerlässliche für Ihre Motivationsfähigkeit.

  • Konditionieren Sie sich

    Was bei Pawlows Hunden funktioniert hat, klappt auch bei uns höheren Säugetieren. Wenn Sie überhaupt keine Lust mehr auf die Arbeit haben, können Sie sich selbst austricksen:

    Vereinbaren Sie mit sich, dass Sie sich etwas Schönes gönnen, sobald Sie die Aufgabe erledigt haben.

    In der Ausgestaltung sind Sie vollkommen frei. Entweder Sie fangen klein an und belohnen sich für die Erledigung ungeliebter Arbeitsschritte mit einer Kleinigkeit oder Sie gehen direkt ans Eingemachte und gönnen sich ein teures Abendessen in Ihrem Lieblingsrestaurant oder gleich einen Kurzurlaub zur Regeneration.

    Weiterer Vorteil: Positives Denken ist nicht nur förderlich für unsere Motivationsfähigkeit, es beeinflusst auch unsere gesamte Stimmung. Das heißt, Sie profitieren nicht nur im Job, sondern auch im Privatleben von einer positiven Einstellung.

  • Sorgen Sie für körperliches Wohlbefinden

    Nicht nur unsere Psyche, auch unser Körper spielt eine Rolle im Hinblick auf unsere Motivationsfähigkeit.

    Wenn Sie den ganzen Tag unbequem auf dem Bürostuhl hin und her rutschen, kann das ganz schön nerven und die Freude an der Arbeit in den Keller sinken lassen.

    Eine ergongomische Büroausstattung ist ein Muss. Sollte Ihr Arbeitgeber die Notwendigkeit nicht erkannt haben, können Sie auch selbst aktiv werden. Gymnastikbälle zum Sitzen oder die kleineren Balancekissen sind eine kostengünstige Alternative zu einem teuren Bürostuhl, die Sie sich notfalls auch selbst anschaffen können.

    Statt eines höhenverstellbaren Schreibtisches können Sie Bücher nutzen, um den Bildschirm an Ihre Körpergröße anzupassen. Ist zwar nicht so hübsch, dafür aber praktikabel.

    Ein klein wenig Grün am Arbeitsplatz hat ebenfalls gute Auswirkungen auf die Motivation. Ein paar Zimmerpflanzen oder Bilder sind ein schöner Anblick, der Sie gleich lieber am Schreibtisch sitzen lässt.

[Bildnachweis: nd3000 by Shutterstock.com]
19. Januar 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.


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