Motivationskiller: So überwinden Sie die 10 schlimmsten

Kleinere Motivationstiefs sind normal. Schwierig wird es, wenn Sie es im Job mit einem ausgewachsenen Motivationskiller (oder gleich mehreren) zu tun haben. Diese dämpfen den Antrieb und hinterlassen Frust und Unzufriedenheit. Um überhaupt eine Chance gegen die Demotivation zu haben, müssen Sie die Ursachen identifizieren. Wir stellen Ihnen die häufigsten Motivationskiller vor und geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Motivation erhalten…

Motivationskiller: So überwinden Sie die 10 schlimmsten

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Die 10 größten Motivationskiller im Job

Es gibt unzählige Motivationskiller, die jeden Tag zur scheinbar endlosen Qual werden lassen. Dazu gehören beispielsweise Kunden, die einfach nicht zufriedenzustellen sind. Egal, wie sehr Sie sich anstrengen. Das sorgt für dauerhaften Frust, und die Jobzufriedenheit sinkt auf den Nullpunkt. Sei es aus Unwissenheit oder weil die negativen Auswirkungen unterschätzt werden: In manchen Unternehmen sind etliche Motivationskiller an der Tagesordnung. Wir haben die zehn häufigsten aufgelistet:

1. Schlechtes Betriebsklima

Motivation hängt zu großen Teilen davon ab, wie wohl Sie sich in Ihrem Job, an Ihrem Arbeitsplatz und unter Ihren Kollegen fühlen. Ein schlechtes Betriebsklima hingegen ist ein großer Motivationskiller. Wird die Zusammenarbeit von Streitigkeiten, Neid und Konkurrenz dominiert, geht der Ansporn in Nullkommanichts den Bach runter. Sie warten nur noch darauf, endlich nach Hause gehen und die Brutstätte des Ärgers verlassen zu können.

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Im Alleingang lässt sich ein Betriebsklima nicht verändern. Allerdings können Sie einiges bewegen, wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen. Gehen Sie offen und freundlich auf Ihre Kollegen zu. Tun Sie etwas für ein Zusammengehörigkeitsgefühl und bauen Sie wirkliche Beziehungen auf, anstatt nur miteinander zu arbeiten.

2. Anhaltende Unterforderung

In jedem Job stellt sich irgendwann eine Routine ein. Und Überforderung wäre ebenfalls ein Problem. Gleichzeitig brauchen Mitarbeiter von Zeit zu Zeit Abwechslung und Herausforderungen. Um die Mitarbeitermotivation langfristig zu erhalten, sind Aufgaben wichtig, bei denen sie sich weiterentwickeln können. Wer sich nur noch langweilt und unterfordert ist, schaltet auf Autopilot.

Motivationskiller überwinden:
Unterforderung ist bereits bei der Jobauswahl ein Thema. Suchen Sie sich keine Stelle, für die Sie überqualifiziert sind – hier sind Langeweile und Unterforderung vorprogrammiert. Im Job selbst sollten Sie schnell den Chef aufsuchen und das Problem ansprechen. Bitten Sie um mehr Verantwortung. Fragen Sie nach größeren Aufgaben oder der Chance, sich durch berufliche Weiterbildungen zu entwickeln und neue Fähigkeiten zu erschließen.

3. Keine Wertschätzung

Wertschätzung ist etwas, das sich im gesamten Unternehmen widerspiegeln sollte. Eine gelebte Unternehmenskultur, die nicht nur gepredigt, sondern den Angestellten gegenüber praktiziert wird. Schließlich sind die Mitarbeiter die wichtigste Ressource für das Unternehmen. Das sollte sich durch ein respektvolles Miteinander zeigen. Dazu zählen beispielsweise Lob und Interesse für die Belange der Belegschaft. Auch ein offenes Ohr bei Problemen oder die Frage nach der Mitarbeitermeinung signalisieren Wertschätzung.

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Als Arbeitnehmer können Sie hier nur wenig Einfluss nehmen, größere Wertschätzung muss vom Unternehmen kommen und sich in der gesamten Kultur zeigen.

4. Penibles Mikromanagement

Manch Vorgesetzter kontrolliert alles. Jedes Dokument, jede Präsentation, jede noch so kleine Aufgabe. Für Mitarbeiter ein großer Motivationskiller, da die eigene Leistung immer mehr in den Hintergrund rückt. Warum anstrengen, wenn der Chef es vorher eh noch einmal durchguckt und seine Änderungen einbaut? Meist steht dahinter Unsicherheit im Chefsessel, für Arbeitnehmer ändert das allerdings nichts an der anstrengenden Situation. Läuft alles über den Schreibtisch des Chefs und muss jede Entscheidung vorher abgeklärt werden, macht die Arbeit keinen Spaß mehr.

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Mikromanagement lässt sich nicht mal eben abschalten, meist ist es tief in der Persönlichkeit verankert. Helfen können klare Absprachen mit dem Chef, was vorgelegt wird und was nicht. Ansonsten hilft nur konstant gute Leistung, um davon zu überzeugen, dass die Kontrolle nicht notwendig ist.

5. Schlechte Fehlerkultur

Fehler sind menschlich und passieren. In manchen Büros wird daraus jedes Mal ein Drama. Im Vordergrund stehen Schuldzuweisungen. Anstatt den Fehler zu beheben und für die Zukunft daraus zu lernen, wird darauf herumgeritten. Ein effektives Rezept für einen Motivationskiller. Denn es führt dazu, dass Mitarbeiter Angst haben, Fehler zu machen. Niemand traut sich noch etwas, Kreativität wird so ausgebremst.

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Als Mitarbeiter sollten Sie lernen, zu Ihren Fehlern zu stehen, die Verantwortung zu tragen und schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Unternehmen haben die deutlich größere Aufgabe, eine bessere Fehlerkultur zu etablieren. Diese sollte sich nicht auf die Schuldfrage konzentrieren, sondern Fehler zukunftsorientiert analysieren.

6. Nicht eingehaltene Zusagen

Ein weiterer Motivationskiller: Um das Team anzuspornen oder Konflikte im Keim zu ersticken, werden neigen einige Vorgesetzte zu blumigen Versprechungen und Zusagen. Leider folgen diesen Worten nur selten Taten. Leere Versprechungen senden zigfache Negativsignale. Es entsteht der Eindruck, dass der Chef seine Mitarbeiter nicht respektiert. Oder er hält sie für dumm und glaubt, dass die Themen einfach wieder vergessen werden.

Motivationskiller überwinden:
Echte Führungskräfte stehen zu ihren Worten und machen Zusagen nur dann, wenn sie diese auch verbindlich einhalten. Macht ein unvorhergesehenes Ereignis die Zusage unmöglich, kommuniziert eine Führungskraft das. Als Mitarbeiter können Sie diesen Motivationskiller bekämpfen, indem Sie den Chef nicht vom Haken lassen. Bleiben Sie gezielt am Ball und erinnern Sie immer wieder daran, dass es eine Zusage gab.

7. Respektloses Verhalten

Einige Vorgesetzte sind regelrechte Experten darin, ihre Mitarbeiter schlecht zu behandeln. Sie vermitteln ihnen das Gefühl, unwichtig oder einfach inkompetent zu sein. Arbeitnehmer werden übergangen, ihre Beteiligung an Aufgaben oder Projekten wird verschwiegen oder es wird rumgebrüllt und zur Schnecke gemacht, wie es dem Chef gerade passt. Respektlosigkeit ist ein Motivationskiller, der extrem schnell wirkt und meist eine hohe Fluktuationsrate zur Folge hat. Wer sich nicht ernst genommen und respektiert fühlt, sucht sich einen Arbeitgeber, der das tut.

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Als Mitarbeiter helfen hier nur klare Grenzen. Machen Sie deutlich, dass Sie sich nicht alles gefallen lassen. Respekt sollte im Arbeitsverhältnis zum Standard gehören. Der Chef steht zwar in der Hierarchie über Ihnen, darf Sie aber nicht von oben herab behandeln.

8. Perspektivlose Zukunft

Die Beförderung ist der verdiente Erfolg, den Arbeitnehmer sich von harter Arbeit und zukunftsorientierter Karriereplanung versprechen. Ist das in einem Unternehmen auch unter großen Anstrengungen nicht möglich, bremst das aus. Ohne dieses Ziel ist es sinnlos, sich anzustrengen oder für das Unternehmen ins Zeug zu legen. Dienst nach Vorschrift ist die Folge.

Motivationskiller überwinden:
Mitarbeitern sind hier die Hände gebunden. Fehlt im Unternehmen der Wille zur Talentförderung, bleibt nur der Jobwechsel. Personalverantwortliche sollten sich gut überlegen, was Sie der Motivation ihrer Mitarbeiter antun, wenn sie den Aufstieg unmöglich machen.

9. Fehlendes Feedback

Viele Angestellte haben ein großes Interesse an ihrem derzeitigen Stand im Unternehmen. Durch Feedback lässt sich abschätzen, ob die eigene Arbeit zufriedenstellend ist. Und es ist klar, ob der Stress sich lohnt und sich vielleicht Chancen auf eine Gehaltserhöhung oder den beruflichen Aufstieg ergeben. Umfragen zufolge klagen viele Arbeitnehmer, dass Feedback Mangelware ist. Wenn überhaupt lädt der Chef einmal im Jahr zum kurzen Gespräch. Das beinhaltet meist nur ein paar Sätze und ist unbefriedigend.

Motivationskiller ausschalten:
Solange Ihr Arbeitgeber nicht von sich aus größeren Wert auf Feedback legt, sollten Sie selbst handeln und dieses aktiv einfordern. Vereinbaren Sie immer wieder Termine und sprechen Sie konkret an, was Sie interessiert und wozu Sie eine Rückmeldung wünschen.

10. Keine Sicherheit

Angesichts der zahlreichen Anstrengungen halten sich viele vor Augen, wofür sie das Ganze machen: Ein sicheres Gehalt, eine gute Zukunft und genügend Geld, um das eigene Leben zu finanzieren oder auf etwas zu sparen. Fehlt jedoch die Jobsicherheit, hat dies Auswirkungen auf die Motivation. Wer Angst hat, jederzeit gekündigt zu werden, ist nicht so motiviert wie Kollegen mit einem sicheren Vertrag.

Motivationskiller überwinden:
Gerade befristete Arbeitsverträge sind ein großes Problem. Um die Motivation von Mitarbeitern zu fördern, können Unternehmen verstärkt auf langfristige Angestelltenverhältnisse setzen. Von Mitarbeiterseite ist es da schon schwerer. Ihnen bleibt kaum mehr übrig, als sich durch die eigenen Leistungen möglichst unentbehrlich zu machen.

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Vorsicht bei Auszeichnungen für Mitarbeiter

Immer mehr deutsche Arbeitgeber übernehmen die Idee aus den USA, besonders gute und erfolgreiche Arbeitnehmer auszuzeichnen. Mitarbeiter des Monats wird das gerne genannt, manchmal auch spezifischer für verschiedene Abteilungen. Das soll Angestellte noch stärker motivieren, sich auch das Prädikat „bester Mitarbeiter“ zu verdienen. Was den Ehrgeiz beflügeln soll, kann schnell nach hinten losgehen.

Eine so geschaffene Vorbildfunktion motiviert nur, wenn die damit verknüpften Erwartungen möglichst konkret und nachvollziehbar sind. Sagt der Chef lediglich Herr Müller ist bester Mitarbeiter, wollen andere nicht nacheifern, sondern sind eher neidisch oder frustriert. Aus geplanter Motivation wird Demotivation.

Damit daraus kein Motivationskiller wird, muss deutlich sein, welches Verhalten exakt dazu beigetragen hat, sich die Auszeichnung zu verdienen. Das kann Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft oder auch besonders hohes Engagement sein. Wichtig ist nur, dass es ein eindeutiges Beispiel ist, an dem andere Mitarbeiter sich orientieren können.

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Motivationskiller lassen nur wenige Auswege

Für den Umgang mit Motivationskillern gilt der bekannte Leitspruch: Love it, leave it or change it. Die erste Option kommt schwerlich infrage. Daher bleibt meist nur, etwas am Arbeitsplatz zu ändern oder sich nach etwas anderem umzusehen. Abhängig vom Motivationskiller braucht es unterschiedlich starke Veränderungen, um zurück zu alter Form zu gelangen. So gehen Sie vor:

  • Suchen Sie das Gespräch
    Grundlegende Voraussetzung ist meist ein offenes und klärendes Gespräch mit Ihrem Chef. Schildern Sie Ihre Sicht der Dinge. Machen Sie Vorschläge und suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung.
  • Ergreifen Sie die Initiative
    Falsch wäre es allerdings, wenn Sie die Schuld und Verantwortung nur bei anderen suchen. Ihre persönliche Motivation sollten Sie nicht davon abhängig machen, was andere tun. Fragen Sie sich, was Sie selbst tun können, um Motivationskillern auszuschalten. Eigeninitiative lautet hier das entscheidende Stichwort.
  • Ziehen Sie die Konsequenzen
    Manchmal müssen Arbeitnehmer einsehen, dass die Motivationskiller in einem Job einfach stärker sind. Wird die Situation auch mit viel Energie und Zeit nicht besser, ist es sinnvoller, die Reißleine zu ziehen. Machen Sie sich auf die Jobsuche, anstatt über längere Zeit ohne Aussicht auf Besserung unglücklich im Job zu verharren.

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[Bildnachweis: Azat Valeev by Shutterstock.com]
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11. November 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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