Berufliche Neuorientierung: Ist es Zeit?

War das alles? War das wirklich schon alles? Diese Fragen und damit der Gedanke an eine berufliche Neuorientierung beschleichen jeden Arbeitnehmer im Lauf seiner Karriere. Bei manchen eher, bei manchen später. Sie spüren die gläserne Decke über sich, die fehlende Herausforderung vor sich, die nahende Langeweile hinter sich, den steigenden Frust in sich. Die berufliche Neuorientierung ist ein wichtiger Wendepunkt, der die weitere Laufbahn maßgeblich beeinflussen kann. So fällt die Entscheidung für eine berufliche Veränderung nie leicht, erst recht wenn es sich dabei sogar um einen radikalen Neustart handelt. Wann es Zeit für eine berufliche Neuorientierung sein kann und wie Ihnen dieser Schritt gelingt…

Berufliche Neuorientierung: Ist es Zeit?

Berufliche Neuorientierung aufgrund von Frust?

Akute Unzufriedenheit und Jobfrust gibt es immer wieder. Bei einigen ist es der berühmte Montagsblues, der den Wochenanfang verregnet. Andere leiden unter Frustration nach einem gescheiterten Projekt, weil ein Kollege nervt oder der Chef ungerechte Entscheidungen trifft. Im Eifer des Gefechts spielen dann viele mit dem Gedanken an eine berufliche Neuorientierung. Man möchte am liebsten alles hinschmeißen – sollte man aber nicht.

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Der jährliche Gallup-Index bescheinigt den Arbeitnehmern hierzulande regelmäßig eine abnehmende Bindung zum Job. Der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung wächst dann zwar rasch an, viele wissen aber einfach nicht, wie sie diesen umsetzen sollen.

Kein Wunder. Es sind spontane Impulse. Die Anlässe dazu kommen und gehen. Sie sind aber noch kein Grund, ernsthaft über eine berufliche Neuorientierung nachzudenken und diese aktiv anzugehen. Den Job zu kündigen und zu wechseln, ist EINE Option – aber keine, die spontan und schon gar nicht voreilig gewählt werden sollte. Erst recht nicht aus Frust.

Wer bei jedem Frust im Job eine berufliche Neuorientierung anstrebt, wird wohl nicht lange in einem Arbeitsverhältnis bleiben. In jedem Beruf gibt es Momente und Tage, die anstrengen und nerven, aber Frust ist nie ein guter Berater, wenn Sie über berufliche Veränderungen nachdenken.

Forscher der Universität von Missouri stellten fest: Die Emotionen haben entscheidenden Einfluss bei der Jobsuche. Während ein Plan sowie konkrete Karriereziele für den Jobwechsel allenfalls für das Formulieren des Anschreibens und des Lebenslaufs förderlich waren, verbesserte vor allem eine positive Einstellung die Einstellungschancen.

Etwas anderes gilt allerdings, wenn Sie schon wochen- oder gar monatelang mit Ihrem Job hadern, so gar keine Freude mehr an Ihrer Arbeit finden und sich jeden Tag zur Arbeit zwingen müssen. Gefangen im Hamsterrad übersehen manche veritable Alarmsignale von zunehmender Energielosigkeit über anhaltende Stimmungsschwankungen bis zu Ohnmachtsgefühle oder sogar einer drohenden Depression.

Wenn Ärger und Frust chronisch werden, wirkt sich das irgendwann auf die Arbeit und ihr Umfeld aus: Die Leistungen lassen nach, Sie selbst sind leichter reizbar und es fehlen Glück und Zufriedenheit mit der eigenen Situation.

In dem Fall ist es Zeit für etwas Selbstreflexion, um die Option einer beruflichen Neuorientierung ernsthaft in Betracht zu ziehen. Beantworten Sie sich ehrlich (!) die folgenden Fragen:

  • Wie lange bin ich schon unzufrieden?
  • Womit genau bin ich unglücklich: mit meinem Job oder meinem Leben?
  • Sind die aktuellen Konditionen das Hauptmotiv für den Frust?
  • Haben die Gründe mit meinem Chef, den Kollegen oder den Aufgaben zu tun?
  • Habe ich selbst schuld daran – und kann ich etwas ändern?
  • Wäre das in einem anderen Unternehmen zwangsläufig anders und besser?
  • Sehe ich im aktuellen Unternehmen noch Perspektiven für mich?
  • Ist eine berufliche Neuorientierung bei einem anderen Arbeitgeber die einzige Alternative?
  • Wie würde eine berufliche Veränderung zu meinen Karriereplänen passen?
  • Was würde ich dadurch gewinnen?
  • Welche Risiken bin ich bereit für eine berufliche Neuorientierung einzugehen?
  • Was macht mich wirklich glücklich?
  • Warum ist mir dieses Ziel so wichtig?
  • Welchen Job würden ich mir selbst geben?
  • Was müsste ich tun, um mein Ziel zu erreichen?
  • Worauf müsste ich dafür verzichten? Könnte ich das?
  • Wie viel Zeit investiere ich täglich in mich und meine Entwicklung?
  • Kann das, was ich heute mache, mich auch in fünf Jahren noch begeistern?
  • Was sind meine größten Talente und welche möchte ich besser nutzen?
  • Würde ich woanders meine Talente tatsächlich besser einsetzen?
  • Was hält mich davon ab, mit meinem Vorhaben zu beginnen?

Vor allem für die letzten zehn Fragen sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Eine berufliche Neuorientierung erfüllt schließlich keinen Selbstzweck. Sinnvoll wird diese erst, wenn Sie diese mit einer konkreten Perspektive, einem Ziel verbinden. Sonst laufen Sie nur Gefahr, dass Sie vom Regen in die Traufe geraten. Woanders muss das Gras nicht zwangsläufig grüner sein.

Haben Sie eine „Hin-zu“ oder „Weg-von“-Motivation?

Berufliche Neuorientierung Motivation Beratung VeränderungFalls Sie gerade einen Fluchtreflex spüren – widerstehen Sie ihm. Vorerst. Ein ganz wesentlicher Punkt bei einer beruflichen Neuorientierung ist die richtige Motivation – nicht zuletzt, weil Sie damit später Ihre Bewerbung begründen müssen.

Die meisten Menschen formulieren hierbei für sich jedoch nur eine Weg-von-Motivation – Flucht eben. Bloß weg von… dem miesen Chef, dem öden Job, dem ganzen Affenzirkus.

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Hauptsache: weg. Fehler! Denn dahinter steckt oft nur ein Ausweichen vor dem eigentlichen Problem, kein strategisches Vorgehen.

Ganz anders bei einer sogenannten Hin-zu-Motivation. Der Effekt, dass Sie den bisherigen Arbeitgeber hinter sich lassen, mag derselbe sein. Aber hierbei ist es eben nur der Nebeneffekt, nicht das Ziel. Ihre Entscheidung und die berufliche Neuorientierung ist durchdacht, begründet und zielorientiert – hin zu etwas, dass Sie Ihren Zielen näher bringt. Wer sich irgendwo hin orientiert, verfolgt immer auch einen langfristigen Plan oder eine Strategie. Besser so!

Berufliche Neuorientierung mit 35, 40 oder 50: Spielt das Alter eine Rolle?

Mit dem Wunsch nach einer Veränderung in der Karriere ist für viele Arbeitnehmer eine grundlegende Frage und Sorge verbunden: Bin ich dafür nicht schon zu alt? Eine berufliche Neuorientierung mit 35, 40 oder sogar 50 Jahren – da sehen viele erst gar keine Chancen für einen erfolgreichen Wechsel. Zu festgelegt, zu weit in eine Richtung gegangen oder schlichtweg zu alt, um sich noch einmal etwas Neues zu suchen?

Selbst wenn die aktuelle Arbeit keinen Spaß mehr macht und die Sehnsucht nach Veränderung wächst, wird sich mit der eigenen Situation abgefunden. Motto: Ab 35 oder spätestens mit 40 ist es zu spät für eine berufliche Neuorientierung, also Augen zu und durch.

Doch ist das schlichtweg Quatsch. Das 40. Lebensjahr wird oft als magische Grenze ausgemacht. Bis zu diesem Punkt können Sie noch etwas verändern, vielleicht sogar gänzlich neu anfangen. Einmal überschritten, gehört man hingegen zum alten Eisen. Rein mathematisch schon Unsinn. Mal angenommen Sie sind mit 20 Jahren ins Berufsleben gestartet, dann haben Sie mit 40 noch weniger als die Hälfte Ihrer Karriere hinter sich.

Es liegt noch einmal mindestens genauso viel Zeit vor Ihnen, wie Sie bereits im Beruf verbracht haben. Wieso sollte da keine berufliche Neuorientierung mehr möglich sein, um die verbleibenden mehr als zwei Jahrzehnte nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten? Das soll nicht heißen, dass eine berufliche Neuorientierung mit steigendem Alter leicht wäre. Natürlich suchen manche Unternehmen gezielt nach jüngeren Mitarbeitern – doch das ändert nichts an Ihrer Situation.

Sich damit abzufinden, für die nächsten 20 Jahre im Beruf unglücklich zu sein, ist schlichtweg keine Option. Wenn Sie für sich zu dem Schluss kommen, dass eine berufliche Neuorientierung notwendig ist, haben Sie Ihre Entscheidung bereits getroffen. Unabhängig davon, ob Sie 25, 40 oder 50 Jahre als sind. Lassen Sie sich von Ihrer Angst oder Unsicherheit nicht blockieren, sondern setzen Sie sich ein Ziel und verfolgen Sie es.

Mentale Hürden der beruflichen Neuorientierung überwinden

Berufliche Neuorientierung Mit der beruflichen Neuorientierung sind zahlreiche Hindernisse verbunden. So ein Neuanfang – egal in welchem Ausmaß, ob als Jobwechsel, Umschulung oder gänzlicher Neubeginn – ist mit Mitte 20 ebenso eine Veränderung wie mit 35 oder 50 Jahren. Um die Neuorientierung zu meistern, müssen allerdings nicht nur die praktischen Probleme gelöst, sondern auch die mentalen Hürden überwunden werden.

Eine ist die oben bereits angesprochene mentale Hürde des Alters. Diese kann ein Hindernis sein, bremst aber erst so richtig aus, wenn Sie die falsche Einstellung dazu entwickeln. Hinzu kommen weitere mentale Blockaden, die dazu führen, dass nicht wenige ihren Frust und die Situation zwar beklagen, gleichzeitig aber nach Gründen suchen, warum eine berufliche Neuorientierung unmöglich ist:

  • Arbeit und Beruf sind wichtige Komponenten der eigenen Identität. Der bisherige Beruf ist für viele Menschen ein essenzieller Bestandteil ihres Selbstbildes. Sich von diesem Teil zu lösen, geht daher oft mit Angst und Orientierungslosigkeit einher.
  • Sorgen und Sicherheit sind umso größer, je riskanter die berufliche Neuorientierung ist. Vielleicht wollen Sie eine sehr gute Position verlassen oder können nur schwer sagen, wie sich der neue Weg entfalten wird – im Kopf entstehen dann Worst Case Szenarien.
  • Die berufliche Neuorientierung kann zahlreiche Fragen im privaten Umfeld auslösen. Je mehr eine(r) schon erreicht hat, desto größer wird der Rechtfertigungsdruck sich selbst und anderen gegenüber. Gerade wenn man noch einmal ganz von vorne anfängt. Und falls einem selbst die neue Richtung noch nicht 100-prozentig klar ist, können diese Rückfragen enorm verunsichern.

Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Es sind mentale Hürden der beruflichen Neuorientierung, aber keine unüberwindbaren. Und eine gute Vorbereitung senkt diese deutlich ab.

Dazu gehört auch, dass Sie – so kritisch es auch sein mag – ihr privates Umfeld von Anfang an miteinbeziehen: der Partner, gute Freunde oder Mentoren können helfen, mehr Klarheit über fehlende Puzzleteile zu erlangen. Kaum einer vollzieht einen solchen Schritt alleine. Lassen Sie sich bei der beruflichen Neuorientierung helfen.

Berufliche Neuorientierung in drei Schritten

Eine berufliche Neuorientierung ist selten einfach, sondern stellt meist einen langen und beschwerlichen Weg dar. Allerdings lässt sich dieser auf drei grundsätzliche Schritte zurückführen. Diese können Ihnen auf dem Weg helfen und bei der Analyse, Planung und Umsetzung Ihrer beruflichen Neuorientierung helfen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei Schritte einer beruflichen Neuorientierung vor und zeigen Ihnen, wie Sie sich der Veränderung systematisch nähern können:

  1. Verlassen Sie Ihre Komfortzone

    Der erste Schritt ist zugleich auch der unbequemste im gesamten Prozess und hat primär mit Ihrer Einstellung und Haltung zu tun: Lösen Sie sich von Ihren aktuellen Erwartungen und Annahmen und gehen Sie auf Null zurück. Nur wenn Sie die Analyse des status quo offen und vorbehaltlos angehen, können Sie den für Sie passenden Weg finden.

    Die dabei auftauchenden Fragen werden nicht immer angenehm sein und Sie oft aus Ihrer Komfortzone herausführen. Nehmen Sie sich Zeit für eine ehrliche und umfassende Bestandsaufnahme, gehen Sie Ihre innere Inventur konsequent und ehrlich an – und Sie werden herausfinden, was Sie verändern müssen.

    Stellen Sie sich dabei auch Ihren Ängsten, Zweifeln und Befürchtungen und überlegen Sie sich gute Argumente dagegen. Vor allem: Betrachten Sie Ihre Optionen vor einem langfristigen Kontext – idealerweise mit der sogenannten 10-10-10-Methode:

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  2. Betrachten Sie alle Optionen

    Stellt sich heraus, dass Ihre berufliche Zukunft nicht bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber und nicht in Ihrem angestammten Beruf liegt, beginnt die Suche nach den Alternativen und möglichen Jobprofilen. Hier gilt: Ziehen Sie zunächst jede denkbare Möglichkeit in Betracht und schließen Sie keine Option von vorne herein aus, nur weil diese auf den ersten Blick unrealistisch oder wie ein Luftschloss erscheint. Oder anders formuliert:

    Wer etwas will, findet Wege; wer etwas nicht will, findet Gründe.

    Das gilt für die berufliche Neuorientierung ganz besonders. Wenn Sie unter den scheinbar unrealistischen Optionen eine finden, die Sie mit Leidenschaft erfüllt, bei der Sie intuitiv spüren: Das ist es! Dann suchen Sie nach einem Weg, wie es doch geht.

    Das bedeutet nicht, dass das der bequemste Weg wird. Vielleicht müssen Sie dazu umschulen, noch einmal ganz von vorne anfangen, beim ersten Gehalt Abstriche machen und für ein paar Jahre den Gürtel enger schnallen. Nichts ist umsonst. Aber Sie wissen, wofür Sie die Entbehrungen auf sich nehmen und haben vor allem eine langfristige Perspektive, die sie erfüllt.

  3. Ziehen Sie die Konsequenzen

    Im letzten Schritt geht es darum, den Graben zwischen Plan und Realität zu minimieren. Und das gelingt nur durch eines: Handeln. Der Traumjob wird nicht per Zufall zu Ihnen kommen, dazu müssen Sie selber aktiv werden (und teils auch Geduld sowie Durchhaltevermögen mitbringen). Wenn Ihre Erwartungen und Ziele realistisch sind, können Sie diese auch erreichen.

    Menschen, deren Berufswahl allerdings von extrinsischen Faktoren wie Geld, Macht oder Prestige getrieben ist, laufen hierbei Gefahr, eben diese Faktoren zu überschätzen und daher dem Glücklichsein immer einen Schritt hinterher zu liegen. Schlicht, weil sie nie genug davon bekommen.

    Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Alternativen daher bitte nicht nur auf materielle Faktoren, wie…

    • Bessere Bezahlung
    • Flexiblere Arbeitszeiten
    • Karriereperspektiven
    • Angenehmere Arbeitsatmosphäre
    • Kürzere Arbeitswege
    • Nettere Kollegen (Chef)

    All das trägt wesentlich zur Jobzufriedenheit bei, keine Frage. Um langfristig glücklich und damit auch erfolgreich im Beruf zu sein, sollten Sie aber auch auf Faktoren achten, wie…

    • Anerkennung und Wertschätzung
    • Sinnhaftigkeit der Arbeit
    • Ausgewogenheit von Forderung und Förderung

    Eine berufliche Neuorientierung ist ein umfassender, teilweise schmerzhafter und keinesfalls kurzfristiger Prozess. Unzufriedenheit kann diesen Prozess anstoßen, um ihn wirklich durchzuziehen, brauchen Sie aber klare Ziele. Gehen Sie den Weg konsequent, wird bei Ihnen wieder Ruhe und Zufriedenheit einkehren.

Checkliste zur beruflichen Neuorientierung

Berufliche Neuorientierung Checkliste Beratung Test CoachingUm Ihnen auf dem Weg zur beruflichen Neuorientierung noch etwas an die Hand zu geben, haben wir eine kleine Checkliste erstellt, die als eine Art Leitfaden dienen kann. Hier finden Sie Eckpunkte, Denkanstöße und Orientierungshilfen, die Ihnen bei größeren beruflichen Veränderungen helfen können. Denken Sie aber bitte daran, dass diese Checkliste und die jeweilige Reaktion auf die Punkte im individuellen Fall sehr unterschiedlich ausfallen kann. Nehmen Sie sich deshalb immer genug Zeit, um die einzelnen Aspekte ernsthaft und ehrlich umzusetzen oder zu reflektieren, um ein für sich optimales Ergebnis zu erzielen:

  • Achten Sie auf körperliche und seelische Alarmzeichen.
  • Suchen Sie nach den Ursachen für Ihre Unzufriedenheit.
  • Versuchen Sie zunächst durch kleine Veränderungen Ihre Lage zu verbessern.
  • Versuchen Sie sich intern zu verändern.
  • Passen Sie den Job Ihren Wünschen an – zum Beispiel durch neue Aufgaben, die mehr Spaß machen.
  • Benennen Sie Ihre Lebensziele – beruflich und privat.
  • Analysieren Sie, was Sie wirklich Ihrem beruflichen Ziel näher bringt.
  • Planen Sie realistisch die nötigen Schritte dazu – kurz-, mittel-, langfristig.
  • Schließen Sie keine Option voreilig aus – wenn diese zu Ihren Zielen passt.
  • Finden Sie Wege, diese zu realisieren.
  • Stellen Sie sich Ihren Ängsten, Unsicherheiten und Selbstzweifeln.
  • Glauben Sie an sich, Ihre Fähigkeiten und Erfolg.
  • Suchen Sie sich mentale Unterstützer.
  • Sorgen Sie für einen finanziellen Puffer.
  • Setzen Sie entsprechende Prioritäten und ziehen Sie die Konsequenzen.

Tipps für eine erfolgreiche berufliche Neuorientierung

Eine berufliche Neuorientierung ist nicht so schwer und wird schon irgendwie gut gehen – das würden wir Ihnen zwar gerne sagen, doch bringt Sie eine solche Beschönigung Ihrem Ziel nicht näher. Erfahrungen aus der Realität zeigen, dass ein hartes Stück Arbeit vor Ihnen liegt.

Unmöglich ist es glücklicherweise aber auch nicht und deshalb haben wir zum Abschluss eine Liste mit Tipps für Sie erstellt, die Ihnen dabei helfen, die berufliche Neuorientierung erfolgreich in die Tat umzusetzen:

  • Definieren Sie Ihre berufliche Neuorientierung

    Wer beruflich unzufrieden ist, denkt früher oder später über eine berufliche Neuorientierung nach. Allerdings ist das ein sehr weites Feld und eine berufliche Veränderung kann vieles bedeuten. Zuallererst sollten Sie deshalb ein klares Ziel festlegen und sich genaue Gedanken darüber machen, wie Ihre persönliche Neuorientierung aussehen soll.

    Denkbar ist beispielsweise ein gänzlicher Neuanfang in Form einer Umschuld und Quereinstiegs in einen anderen Beruf. Doch auch kleinere Veränderungen können eine Neuorientierung sein, wenn Sie beispielsweise durch Kurse und Weiterbildungen in einen anderen beruflichen Bereich kommen und ein komplett anderes Aufgabenfeld erschließen wollen.

  • Planen Sie so genau wie möglich

    Mit einer beruflichen Neuorientierung sind immer einige Unsicherheiten verbunden. Das sollte Sie nicht davon abhalten, Ihr Vorhaben trotzdem so genau wie möglich zu planen und mit einer sehr genauen Vorstellung in die spätere Umsetzung zu gehen. Was sind Ihre Ziele? Welche Schritte müssen Sie bis dorthin gehen?

    Ein zeitlicher und finanzieller Rahmen kann ebenso hilfreich sein. Wie viel Zeit wollen Sie in Ihre berufliche Neuorientierung investieren? Wann wollen Sie wieder voll einsteigen? Wie steht es um Ihre Finanzen, wenn Sie anfangs nichts oder weniger verdienen? Wer all diese Fragen beantworten kann und die Rahmenbedingungen kennt, ist bestens vorbereitet.

  • Finden Sie Ihre persönliche Motivation

    Nicht nur das Ziel muss klar sein, sondern auch der Grund und Ihre Motivation für die berufliche Neuorientierung. Oder anders gesagt: Beantworten Sie die Frage, warum Sie den Schritt überhaupt gehen. Was treibt Sie dabei an und warum ist Ihnen die Veränderung so wichtig?

    Nur mit einer ausreichend großen Motivation werden Sie auch dann durchhalten, wenn der Neuanfang sich als deutlich schwieriger erweist, als Sie es sich vorgestellt haben.

  • Machen Sie Ihre Stärken deutlich

    Dies ist gleich doppelt wichtig: Für Sie selbst und für potenzielle neue Arbeitgeber. Die Analyse der eigenen Stärken wird Ihnen ein besseres Bild von sich selbst geben – und auch helfen zu entscheiden, in welche Richtung die berufliche Neuorientierung gehen sollte. Gleichzeitig ist es natürlich eine wichtige Voraussetzung für die kommenden Bewerbungen.

    Arbeitgeber werden sich dafür interessieren, was Sie ausmacht und warum ausgerechnet Sie eingestellt werden sollten. Nach einer Neuorientierung bedeutet das auch, dass Sie zeigen sollten, welche Stärken und Erfahrungen Sie aus der bisherigen Arbeit mitgenommen haben und wie der neue Arbeitgeber davon profitiert.

  • Nehmen Sie die Umsetzung selbst in die Hand

    Sie haben die Entscheidung getroffen, dann müssen Sie auch dazu stehen und selbst die Verantwortung dafür übernehmen, dass sich auch wirklich etwas ändert. Das beginnt bereits damit, dass Sie Familie und Freunden gegenüber zu Ihrer Entscheidung stehen. Hier werden Sie vermutlich Zuspruch und Rückhalt erfahren, aber auch bei Zweifeln und Sorgen sollten Sie bereit sein, an der beruflichen Neuorientierung festzuhalten.

    Noch wichtiger ist es jedoch, dass Sie sich bei der beruflichen Neuorientierung nicht darauf verlassen, dass andere die Arbeit für Sie machen. Die Verantwortung liegt ganz bei Ihnen. Andere können zwar mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen, doch am Ende hängt es von Ihnen ab, ob Sie bereit sind, den nötigen Aufwand zu betreiben und sowohl Zeit als auch Energie zu investieren.

  • Haben Sie den Mut zur Veränderung

    Ohne Mut wird es erst gar nicht zur Neuorientierung kommen. Schon der Gedanke daran, die Kündigung einzureichen und sich einer ungewissen beruflichen Zukunft zu stellen, macht verständlicherweise Angst. Doch lassen Sie sich davon nicht aufhalten oder abschrecken – denken Sie an Ihr Ziel und glauben Sie daran, es erreichen zu können.

    Um sich wirklich ein Herz zu fassen und die Neuorientierung anzugehen, ist auch die Unterstützung der Familie wichtig. So wissen Sie, dass Sie nicht allein sind und Ihnen jemand den Rücken stärkt. Einfacher kann es auch sein, wenn Sie zunächst neben dem Beruf damit beginnen, sich neuzuorientieren. Das nimmt zumindest ein wenig die Angst vor der Arbeitslosigkeit.

  • Gehen Sie den Wandel realistisch an

    Mit der beruflichen Neuorientierung sind große Erwartungen und auch Hoffnungen verbunden. Allerdings sollten Sie dabei immer auch realistisch bleiben, da Sie sonst schnell enttäuscht und frustriert werden können.

    Dies gilt besonders für den zeitlichen Rahmen. Es wird vermutlich einige Zeit dauern, bis die Veränderung wirklich greift und Sie erreichen, was Sie sich vorgenommen haben.

  • Informieren Sie sich frühzeitig und ausgiebig

    Wenn die Unzufriedenheit im Job wächst und der Wunsch nach beruflicher Veränderung immer größer wird, können manche es gar nicht abwarten und wollen die berufliche Neuorientierung erzwingen und übers Knie brechen. Hauptsache raus und was anderes. Doch damit laufen Sie Gefahr, dass es entweder erst gar nicht klappt oder Sie zwar in eine neue Lage kommen, diese aber kein bisschen besser ist.

    Bevor Sie etwas in die Tat umsetzen, sollten Sie deshalb gründlich recherchieren und sich über jede Option informieren. So können Sie letztlich entscheiden, was der für Sie passende Weg ist, der den meisten Erfolg verspricht. Je mehr Sie wissen und vorbereiten, desto weniger kann am Ende schief gehen.

  • Setzen Sie auf Kontakte und Vitamin B

    Ein möglichst breit aufgestelltes Netzwerk ist ohnehin ein Vorteil im Berufsleben. Noch wichtiger ist dieses jedoch, wenn Sie nach einer beruflichen Neuorientierung wieder in den Job einsteigen wollen.

    Einen Fürsprecher zu haben oder wichtige Entscheider bereits zu kennen, kann die Chance auf einen neuen Job erhöhen, da einige Bedenken wegfallen. Auch können Sie über Kontakte von weiteren Möglichkeiten erfahren, wo vielleicht genau Ihr Profil gesucht wird.

  • Erklären Sie die berufliche Neuorientierung

    In der Bewerbung oder spätestens im Vorstellungsgespräch werden Sie genauer auf Ihre berufliche Neuorientierung eingehen und diese erklären müssen. Personaler wollen verstehen, wie Sie zu der Entscheidung gekommen sind und was dahinter steht. Im Fokus steht dabei Ihre Motivation für die neue Tätigkeit und auch das neue Unternehmen.

    Personalverantwortliche wollen auf diesem Weg herausfinden, ob Sie wirklich für das brennen, was die Veränderung gebracht hat. Sollte es zu einer Zusammenarbeit kommen, will schließlich auch der Arbeitgeber auf der sicheren Seite sein und nicht nach einiger Zeit erneut auf Personalsuche gehen müssen, weil Sie es sich erneut anders überlegt haben.

  • Treten Sie mit Selbstbewusstsein auf

    Ein häufiger Fehler bei Bewerbern, die eine berufliche Neuorientierung hinter sich haben, ist die Art und Weise, wie bei der Jobsuche aufgetreten wird. Die eigene Laufbahn wird als Makel betrachtet, für den man sich entschuldigen müsste. So fehlt es dann der gesamten Bewerbung und der Präsentation an Selbstbewusstsein.

    Einen Personaler werden Sie mit einem solchen Auftreten jedoch kaum überzeugen. Zeigen Sie stattdessen, dass es Ihre bewusst Entscheidung war, sich neu aufzustellen, dass Sie hochmotiviert sind und gegenüber anderen Kandidaten einige Vorteile mitbringen.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
4. Dezember 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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