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Selbstbestimmung: Bedeutung + Beispiele für ein selbstbestimmtes Leben

Selbstbestimmung ist der Unterschied zwischen „Ich muss“ und „Ich will“ – die Autonomie über das eigene Leben. Im Gegensatz zur Fremdbestimmung, bei der uns Vorgaben von außen auferlegt werden, erhöht ein selbstbestimmtes Leben nicht nur die Lebensqualität – es macht nachhaltig glücklich. Das belegen auch Studien. Alles über die Bedeutung der Selbstbestimmung, wichtige Rechte und Voraussetzungen sowie ihre Grenzen…



Selbstbestimmung: Bedeutung + Beispiele für ein selbstbestimmtes Leben

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Definition: Was bedeutet Selbstbestimmung?

Selbstbestimmung bedeutet, dass jeder Mensch selbst darüber entscheiden kann, wie er leben möchte und eigene Ziele erreicht.

Selbstbestimmt zu leben, ist die Freiheit, die Kontrolle über das eigene Leben zu haben – basierend auf der Wahlmöglichkeit zwischen akzeptablen Alternativen, ohne Abhängigkeiten oder die Beeinflussung von anderen zu entscheiden.

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Selbstbestimmung Synonyme

Synonym zur Selbstbestimmung sind Begriffe wie Autonomie, Souveränität, Eigenständigkeit und Eigenverantwortung. Eigenständigkeit ist allerdings eine schwache Form der Selbstbestimmung: Wer eigenständig ist, kann noch immer fremdbestimmt sein – und eigenständig etwas tun, was er für sich selbst nicht ausgesucht hätte.

Eigenverantwortung hingegen ist kein Synonym, sondern eher die Konsequenz von Selbstbestimmung: Sobald Sie beginnen, selbstbestimmt zu leben und eigene Entscheidungen zu treffen, bei denen Sie sich von niemandem reinreden lassen, handeln Sie eigenverantwortlich. Bedeutet: Sie übernehmen die Verantwortung für Ihr Leben und können anschließend niemandem die Schuld geben, wenn etwas schief geht.

Selbstbestimmung im Grundgesetz

Die Selbstbestimmung sogar im deutschen Grundgesetz verankert. In Artikel 2 GG heißt es: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.“ Allerdings schränken andere Gesetze die Selbstbestimmung gleichzeitig wieder ein. Und selbst dort, wo jeder Mensch selbstbestimmt handeln könnte, tun es viele nicht.


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Voraussetzungen für Selbstbestimmung

Wahre Selbstbestimmung ist schwierig. Um sie zu erreichen benötigen wir einige Eigenschaften und Voraussetzungen:

Mentale Stärke

Wer selbstbestimmt leben will, macht sich nicht nur beliebt. Umso wichtiger ist dann, dass Sie sich und Ihr Selbstwertgefühl von der Meinung anderer entkoppeln. Bedeutet: Die Ansichten anderer sind für sie allenfalls nützlich, aber nicht maßgeblich. Sie machen ihr Ding, leben ihr Leben. Mentale Stärke und geistige Unabhängigkeit sind wesentliche Schlüssel zum Erfolg. Eine solche Autonomie wirkt auf viele Menschen aber ebenso abschreckend. Das sollte einem zumindest bewusst sein.

Durchsetzungsvermögen

Selbstbestimmung bedeutet natürlich nicht, alles zu tun und zu lassen, was man möchte. Das ist Anarchie. Eigene Grenzen entstehen immer dort, wo man die Freiheit des anderen einschränkt. Dennoch wird es immer Menschen geben, die Ihrer Selbstbestimmung unberechtigte Grenzen setzen wollen. In dem Fall müssen wir lernen, uns durchzusetzen und Selbstbewusstsein zu beweisen. Ohne dieses Eintreten für eigene Bedürfnisse und Ziele, ist Selbstbestimmung unmöglich.

Zielstrebigkeit

Apropos Ziele: Natürlich müssen Sie zuerst genau wissen, was Sie wirklich wollen. Viele Menschen wissen es nicht! Sie lassen sich von außen steuern, weil Ihnen eine eigene Richtung fehlt. Wer aber nicht weiß, wo seine Prioritäten liegen oder welche Ziele er oder sie bei der Lebensplanung verfolgt, kann auch dann nicht selbstbestimmt handeln.

Informationszugang

Dieser Punkt wird häufig vergessen: Um selbstbestimmt zu leben, müssen Menschen ebenfalls ihre Rechte kennen. Bei Unwissenheit oder einer geistigen Einschränkung kann es passieren, dass Sie Ihre Möglichkeiten gar nicht nutzen. Wer zum Beispiel viele Jahre betreut wurde, traut sich oft nicht aus gewohnten Verhaltensmustern auszubrechen. In solchen Fällen übernehmen soziale Organisationen wie die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland e.V. (ISL) diese Aufgabe.

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Subtile Einflüsse auf die Selbstbestimmung

In westlichen Demokratien besitzt Selbstbestimmung einen hohen Stellenwert und gehört zum Selbstverständnis der Staaten. Die Bürger haben freie Studienwahl, freie Berufswahl und auch sonst viele Freiheiten (ab 18 Jahren), um ihr Leben zu gestalten.

Gleichzeitig existieren viele Einflussfaktoren, die die Selbstbestimmung einschränken. Zum Beispiel manipulative Werbung oder psychologisches Marketing. Gut gemacht, suggeriert uns der Werbespot: „Das brauche ich unbedingt!“ Nicht selten sind wir es sogar selbst, die unserer Selbstbestimmung im Weg stehen. Zum Beispiel, indem wir es allen recht machen und Erwartungen erfüllen oder bloß nicht anecken wollen.

Solche Motive haben mit wirklicher Selbstbestimmung kaum noch zu tun. Stattdessen machen wir das, was andere von uns wollen… Das Gefühl, nicht das eigene Leben zu führen, setzt allerdings auch dem eigenen Glück Grenzen. Echte und langfristige Zufriedenheit wird so nicht entstehen.

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Wo kommt Selbstbestimmung an Grenzen?

Selbstbestimmung ist zwar im Grundgesetz verankert. Sie hat aber Grenzen. So heißt es im Gesetzestext ebenfalls: Wir haben das Recht auf Selbstbestimmung nur, soweit es „nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“ Wer Gesetze bricht oder anderen Menschen Schaden zufügt, überschreitet damit die Grenzen der Selbstbestimmung.

Kritiker sagen sogar, dass Selbstbestimmung eine natürliche Grenze hat. Diejenige durch unsere Gesellschaft und soziales Gefüge, in das wir hineingeboren wurden. Menschen in Nordkorea haben sicherlich andere Möglichkeiten als ihre Landsleute in Südkorea. Beide haben allerdings die Chance, innerhalb ihrer jeweiligen Grenzen (die mal größer, mal kleiner sind), ihre Potenziale zu nutzen.

Selbstbestimmung über den eigenen Körper

Selbstbestimmung beinhaltet auch jene über den eigenen Körper. Das schließt auch streitbare Themen wie die sexuelle Orientierung, Abtreibung oder Sterbehilfe mit ein. Selbst demokratische Staaten tun sich damit oftmals schwer.

Selbstbestimmung und Behinderung

Gerade Menschen mit Behinderung erfahren häufig eine indirekte Beschränkung. Nicht nur durch ihre körperlichen Einschränkungen, sondern ebenso durch den Staat oder ihre Arbeitgeber. Beispiel mangelhafte Barrierefreiheit. Hohe Bordsteinkanten im öffentlichen Raum können so zu einer (unbewussten) Diskriminierung führen und das Recht auf Selbstbestimmung einschränken.


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[Bildnachweis: Dilok Klaisataporn by Shutterstock.com]

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