Hands-on-Mentalität: Tipps für die gefragte Eigenschaft

Hands-on-Mentalität hat sich in den letzten Jahren zum Lieblingsbegriff entwickelt – ständig ist in Stellenanzeigen davon zu lesen. Nur: Was ist das? In jedem Fall muss es sich um eine wichtige Eigenschaft handeln, die Bewerber mitbringen sollten. Welche Bedeutung sich dahinter verbirgt und wie Bewerber diese im Anschreiben und später im Job zum Ausdruck bringen können…

Hands-on-Mentalität: Tipps für die gefragte Eigenschaft

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Definition: Was ist Hands-on-Mentalität?

Ob beim Anlageberater, dem Standortleiter Logistik oder der Pflegeleitung: Sie alle sollen über Hands-on-Mentalität verfügen. Häufig ist diese Eigenschaft für Leitungs- und Managementpositionen erwünscht. Wortwörtlich bedeutet der Anglizismus, dass Sie „Hand an etwas legen“, also zupacken, aktiv werden, praktisch statt theoretisch vorgehen. Damit ist Hands-on-Mentalität das Gegenteil von zögerlichem Abwarten. Gerne formulieren Personaler die gefragte Eigenschaft in Verbindung mit Adjektiven wie ausgeprägt, ausgesprochen, stark.

Start-ups greifen gerne auf diesen Begriff zurück. Sie verwenden ihn in der Bedeutung für flache Hierarchien. Hands-on-Mentalität soll dann zeigen: Auch der Manager ist sich nicht zu schade, mitanzupacken. Bei kleineren Unternehmen ist oft nötig, dass der Unternehmensgründer oder Geschäftsführer Aufgaben übernehmen, die in größeren Unternehmen delegiert werden. Oft lässt die Personaldecke das noch nicht zu und manchmal ist schnelles Handeln gefragt.

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Was zeichnet jemanden mit Hands-on-Mentalität aus?

Menschen mit Hands-on-Mentalität stellen sich viele tatkräftig und dynamisch vor. Und genau das ist in solchen Jobs oft gefragt: handlungsorientiertes, problemlösungsorientiertes Verhalten. Das Unternehmen wünscht sich jemanden, der begeistern und organisieren und selbst in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kann. Das setzt verschiedene Eigenschaften voraus:

  • Zielstrebigkeit: Sie weiß genau, was sie tut und verfolgt ein klares Ziel.
  • Sachkenntnis: Diese Person kennt sich auf dem Gebiet gut genug aus, hat Abläufe verinnerlicht. Das hilft ihr, einen Überblick zu behalten und schnell zu handeln.
  • Selbstständigkeit: Sie verfügt über genügend Selbstständigkeit, um eigenverantwortlich handeln zu können. Dabei geht sie proaktiv vor, da sie bestimmte Entwicklungen bereits antizipiert.
  • Hilfsbereitschaft: Benötigen andere Teammitglieder Hilfe, ist Unterstützung für Menschen mit Hands-on-Mentalität selbstverständlich.
  • Umsetzungsstärke: Während andere von ihren Plänen träumen, ergreifen Menschen mit Hands-on-Mentalität die notwendigen Schritte zur Realisierung.
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Im Anschreiben Hands-on-Mentalität belegen

Auch wenn es sich bei Hands-on-Mentalität einerseits um ein absolutes Buzzword handelt: Was dahinter steckt, erwartet jedes Unternehmen von seinen Mitarbeitern, selbst wenn es nicht ausdrücklich in der Stellenanzeige steht. Kein Unternehmen – und auch kein Kollege – wünscht sich einen Mitarbeiter, der tatenlos zusieht, wie andere sich mit einem Problem abmühen. Stattdessen beschwören viele immer wieder den Teamgeist.

Auch das ein Grund, warum Hobbys im Lebenslauf vorteilhaft sein können. Denn bestimmte Sportarten lassen bereits erkennen, ob der Bewerber mit Begriffen wie „Fairness“ und „Teamfähigkeit“ etwas anfangen kann oder ob man dabei ist, sich einen potenziellen Egomanen ins Unternehmen zu holen.

Für Bewerber ist es daher wichtig, ihre Hands-on-Mentalität im Anschreiben zu belegen, denn letztlich verbergen sich dahinter bedeutende Soft Skills. Dafür sollten Sie Folgendes beachten:

Keine Behauptungen

Es reicht nicht, solche Beispiele für Hands-on-Mentalität in der Bewerbung einfach nur zu behaupten. Ein Satz wie „Ich zeichne mich durch große Hands-on-Mentalität aus“ oder „Schon immer war Hands-on-Mentalität für mich wichtig“ ist eine reine Floskel mit keinerlei Aussagekraft.

Keine Lügen

Lügen haben kurze Beine: Bitte im Anschreiben oder Lebenslauf keine Stationen oder Ereignisse und Situationen hinzuerfinden, um die eigene Hands-on-Mentalität zu demonstrieren. Sie riskieren nur, sich Ihre Chancen zu verbauen.

Passende Beispiele

Stattdessen sollten Sie konkrete Beispiele benennen, die Ihre Hands-on-Mentalität erkennen lassen. Situationen, in denen Sie tatkräftig Dinge vorangetrieben haben, die das Unternehmen weitergebracht haben. So etwas ist nicht nur im Zweifelsfall überprüfbar, sondern erleichtert die Vorstellung davon, wie und wann der Bewerber diese Fähigkeit einsetzt. Erkennbar ist das beispielsweise, wenn ein Vertriebler mittels Zahlen belegt, wie er bestimmte Ziele erreicht hat: „Durch Maßnahmen XY habe ich die Kundenzufriedenheit um 30 Prozent gesteigert.“ Oder: „Mithilfe der vorherigen Analyse zur Kundenzufriedenheit konnte ich XY neue Kunden gewinnen.“

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Im Berufsalltag Hands-on-Mentalität demonstrieren

Eine Hands-on-Mentalität ist zwar grundsätzlich bei jedem im Unternehmen gefragt. Im Berufsalltag sieht es allerdings so aus, dass Führungskräfte häufig mit dem operativen Geschäft nicht mehr so viel zu tun haben. Stattdessen kommen mehr organisatorische Aufgaben auf sie zu, so dass ihnen teilweise nur noch das Delegieren bleibt. Das Problem: Sie entfernen sich damit immer weiter vom Team. So bekommen Manager teilweise nicht mehr mit, welche Schwierigkeiten die Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit bewältigen müssen. Mehr Hands-on-Mentalität zahlt sich somit auch bei Führungskräften aus:

  • kürzere Kommunikationswege (da vor Ort)
  • flachere Hierarchie (da nahbar)
  • bessere Nachvollziehbarkeit (da eigene Erfahrung)
  • detailliertere Angaben (da tieferer Einblick)
  • positivere Stimmung (da Unterstützung)
  • höhere Qualität (da moralische Stärkung)

Beweist die Führungskraft Hands-on-Mentalität, stärkt das die Arbeitsmoral der Mitarbeiter. Sie wissen, dass sie im Zweifelsfall den Vorgesetzten ansprechen können. Ihrerseits können Mitarbeiter Hands-on-Mentalität demonstrieren, indem sie „die Arbeit sehen“: Wer nicht gerade völlig neu im Unternehmen ist, kennt die wichtigsten Abläufe. Ihm fallen Probleme an bestimmten Stellen auf. Die nicht einfach nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern aktiv nach Lösungen zu suchen, zeichnet tatkräftige Mitarbeiter aus. Das schließt den Willen ein, sich neue Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen, statt sich darauf zurückzuziehen, dass bestimmte Skills fehlen.

4 Tipps für mehr Hands-on-Mentalität

Manche Menschen sind von Natur aus eher vorsichtig, skeptisch. Leider erwächst aus Skepsis und Unsicherheit selten etwas Neues. Genau das ist aber in vielen Unternehmen gefordert, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Teil mag eine Frage der Persönlichkeit sein. Ein Teil ist aber Mut zur Veränderung: Sie haben erkannt, dass das Ihrerseits stärkeres Zupacken erforderlich ist und wollen mehr Hands-on-Mentalität entwickeln? Dann haben wir für Sie die folgenden drei Tipps:

  • Lernen Sie Neues
    Zeigen Sie Interesse auch in Bereichen, die nicht direkt mit Ihrem Aufgabengebiet zusammenhängen. Wer über den Tellerrand blickt, erweitert seine Kenntnisse. So erreichen Sie schneller einen Blick fürs „große Ganze“. Melden Sie sich freiwillig, wenn es darum geht, neue Ideen auszuprobieren, neue Projekte anzustoßen.
  • Schauen Sie voraus
    Überlegen Sie, welche Herausforderungen bestimmte Aufgaben mit sich bringen. An welcher Stelle könnte es eng werden? Bieten Sie Ihre Unterstützung an. Zeigen Sie mögliche Lösungen auf.
  • Seien Sie offen
    Hören Sie ungewöhnlichen Vorschlägen zunächst kritiklos zu. Wer sofort Bedenken anführt, findet Gründe, etwas nicht zu tun. Und damit wieder tatenlos zu sein.
  • Mischen Sie mit
    Oft sitzen Mitarbeiter im Meeting nur ihre Zeit ab, um möglichst schnell zum Arbeitsplatz zurückkehren zu können. Bringen Sie sich lieber aktiv ein. Unterbreiten Sie Verbesserungsvorschläge, punkten Sie mit Ideen – aber nehmen Sie aktiv teil. So bleiben Sie stärker im Gedächtnis und bauen eine Reputation auf.

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[Bildnachweis: cooltree by Shutterstock.com]
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5. Februar 2021 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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