Reputation: Die Bedeutung für Ihre Karriere

Was für eine Reputation! Wer möchte nicht gerne positiv wahrgenommen werden? In der Firma gilt man als leuchtender Stern mit bestem Ruf, Kunden haben gleich ein gutes Gefühl, wenn die gute Reputation einem Mitarbeiter voraus eilt. Und die Arbeitgeber reißen sich um ihn… Eine exzellente Reputation kann die Karriere vorantreiben und zu großem Erfolg führen. Doch um sie zu erlangen, reicht es nicht aus, nur brav seine Arbeit zu leisten und Erwartungen zu erfüllen. Positive Reputation braucht mehr – gleichzeitig sollten Sie einen schlechten Ruf tunlichst verhindern. Hier erfahren Sie, warum die Reputation so wichtig für Ihre Karriere ist und mit welchen Tipps Sie Ihre Reputation verbessern und ausbauen…

Reputation: Die Bedeutung für Ihre Karriere

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Definition: Was ist Reputation?

Reputation wird häufig mit positivem Image gleich gesetzt. Die beiden ähneln sich zwar, der Vergleich hinkt aber trotzdem und gleichsetzen sollte man Reputation und Image nicht. Zum einen können Sie sich ein Image – im Gegensatz zur Reputation – mit ein wenig Mühe selbst verpassen, zum anderen spiegelt Image einen eher kurzfristigen Gesamteindruck wieder. Dieser kann jedoch ebenso schnell wieder in Vergessenheit geraten, wie er entstanden ist.

Im Gegensatz dazu beruht Reputation auf einem langfristigen Bild, das andere von Ihnen haben. Im beruflichen Kontext sind das in der Regel Ihre Kollegen, der Chef oder auch Kunden, mit denen Sie zusammenarbeiten. Privat können Sie ebenfalls eine Reputation haben, die dabei nicht der im Job entsprechen muss.

Der Begriff Reputation kann somit eher synonym mit Ansehen, Stellung oder sogar Prestige genutzt werden. Er beruht auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Die Reputation ist somit die vorherrschende Meinung und Einschätzung, sowie die Attribute und Eigenschaften, die mit einer Person (oder auch einer Organisation) verbunden werden. Dabei geht es nicht nur um einen Blick in die Vergangenheit, sondern auch eine Prognose und Einschätzung des zukünftigen Verhaltens.

Wenn Sie sich eine Reputation als verantwortungsbewusster, leistungsfähiger und selbstständiger Mitarbeiter aufgebaut haben, geht Ihr Chef davon aus, dass Sie diesem Bild auch in Zukunft entsprechen werden. Ihre Reputation ist somit immer auch eine Erwartung und ein Versprechen.

Dabei können Sie als Einzelperson eine Reputation aufbauen, doch auch Unternehmen streben gerne danach, in der Öffentlichkeit einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Insbesondere Arbeitgeber, die Top-Talente anziehen und hochqualifizierte Mitarbeiter in den eigenen Reihen halten wollen. Diese Form der Reputation von Unternehmen wir als Employer Branding bezeichnet.

Nicht wenige investieren dafür viel Geld, um das Marketing voranzutreiben und eine gute Reputation aufzubauen. Mehr Schein als Sein bringt in diesem Fall jedoch nichts. Schaut man auf den Vertrauensindex, so finden sich dort Unternehmen, die nicht darüber reden, sondern seit Jahrzehnten vormachen, wie ein guter Arbeitgeber sich verhalten sollte. Wer nichts tut, kann sich auch keine Reputation erarbeiten.

Für Unternehmen hat die Reputation zudem einen großen Wert, um Kunden zu gewinnen und sich von der Konkurrenz am Markt abzuheben. Oftmals spielt bei einer Kaufentscheidung nicht nur das Produkt und dessen Qualitäten eine Rolle, sondern auch der Name und die damit verbundene Reputation des Herstellers. Somit zählt die Reputation zu den immateriellen Vermögenswerten einer Organisation und kann direkt den Wert des gesamten Betriebs steigern.

Reputation: So wichtig ist sie in der Arbeitswelt

Bei Arbeitnehmern ist dies nicht anders. Reputation beruht immer darauf, dass sie langfristige Werte wie Zuverlässigkeit und verantwortliches Handeln unter Beweis gestellt haben.

Insbesondere in den asiatischen Ländern spielt Reputation eine wesentliche Rolle. Ein Gesichtsverlust ist das Schlimmste, was einem in diesem Kulturkreis passieren kann. Allein die Frage „Warum hast du das so gemacht?“, kann dort schon kräftig am öffentlichen Bild und somit an der Ehre kratzen.

Hierzulande hat der Begriff der Reputation zwar keine solch überhöhte Bedeutung. Wichtig für Ihre Karriere ist er aber allemal: Wer einen hervorragenden und nicht nur einen einwandfreien Ruf besitzt, wird zum Beispiel eher befördert. Auf lange Sicht spricht sich das Verhalten, das Sie an den Tag legen, herum.

Dazu zählt insbesondere ihr Verhältnis gegenüber Vorgesetzten und Kollegen. Wer in seinem Berufsleben Reputation erlangt hat, ist beispielsweise dafür bekannt, seinen Teammitgliedern häufig unterstützend unter die Arme zu greifen.

Oder er hat seinen Chef des Öfteren mit neuen Ideen davon überzeugt, dass er mitdenkt. Eine gute Reputation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und sogar bares Geld wert. Ihr Chef wird bereit sein, mehr zu zahlen, um Ihre Qualität zu halten – und wenn die Reputation auch andere Unternehmen erreicht, bekommen Sie möglicherweise noch bessere Angebote.

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Schlechte Reputation: Darum ist sie schwer loszuwerden

Wird von Reputation gesprochen, ist damit meist die positive Reputation gemeint. Leider ist ein solch gutes Bild viel schwerer zu erarbeiten und zu erhalten als eine schlechte Reputation. Oft reicht schon ein einzelner schlechter Eindruck, um sich auf lange Zeit bei Kollegen, Chef oder Kunden einzuprägen.

Haben Sie erst einmal die Reputation als unzuverlässig, egoistisch, verantwortungslos, unpünktlich oder anderer unschmeichelhafter Adjektive, ist es ein hartes Stück Arbeit, diese wieder loszuwerden und stattdessen eine positive Reputation aufzubauen.

Der Grund dahinter sind die oben angesprochenen Erwartungen, die mit einer Reputation verbunden sind. Ihr Umfeld geht davon aus, dass Sie sich auch in Zukunft entsprechend Ihrer schlechten Reputation verhalten werden – unabhängig davon, ob Sie diese zurecht erhalten haben oder ob Sie Besserung geloben. Zu groß ist die Angst, sich selbst im Nachhinein eingestehen zu müssen: Ich hätte es besser wissen sollen…

Idealerweise schaffen Sie es, erst gar keine schlechte Reputation zu erhalten und gleich an einem guten Ruf zu arbeiten – dazu finden Sie weiter unten im Artikel zahlreiche Tipps und Möglichkeiten. Sollten Sie aber doch mit einer schlechten Reputation zu kämpfen haben, können die folgenden Tipps helfen:

  • Punkten Sie mit Beständigkeit

    Während ein Eindruck für eine schlechte Reputation ausreichen kann, braucht es deutlich mehr Geduld und Beständigkeit, um diese wieder gerade zu biegen. Konzentrieren Sie sich darauf, über einen möglichst langen Zeitraum regelmäßig den gegenteiligen Eindruck Ihrer schlechten Reputation zu machen.

  • Drängen Sie Ihr Umfeld nicht

    Ich habe doch bewiesen, dass ich mich geändert habe und die Reputation nicht stimmt… Sie mögen frustriert sein, doch helfen Sie mit solchen Aussagen nicht wirklich weiter. Mit Druck und wiederholten Aufforderungen können Sie nicht erzwingen, dass Ihr Umfeld Sie in einem anderen Licht sieht. Damit erreichen Sie höchstens das Gegenteil und der negative Eindruck verstärkt sich.

  • Entschuldigen Sie sich

    Was hingegen tatsächlich funktionieren kann: Eine aufrichtige und ehrliche Entschuldigung. Damit zeigen Sie Einsicht, dass Ihr Verhalten nicht optimal war und geloben gleichzeitig, in Zukunft besser zu handeln und nicht auf Dauer der schlechten Reputation zu entsprechen.

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Tipps: So verbessern Sie Ihre Reputation

Reputation erlangen Sie nicht im Vorbeigehen – sie ist eher das Ergebnis eines Marathons, kein Sprint. Sie wollen schließlich nicht als Blender dastehen, dessen Fassade bereits nach kurzer Zeit entlarvt wird und der nun zusehen muss, wie das kurzfristig aufgebaute Image wie eine Seifenblase zerplatzt.

Für die eigene Reputation ist mehr erforderlich. Durchhaltevermögen vor allem. Die gute Nachricht: Jeder kann seinen Ruf verbessern und so seine Karriere in Schwung bringen. Das sind die Schritte dazu:

  • Haltung

    Die Grundvoraussetzung dafür, Reputation zu erlangen, ist Ihre Einstellung dazu. Im Prinzip gilt der kategorische Imperativ von Immanuel Kant: Behandeln Sie Ihre Mitmenschen so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Wenn Sie diese Maxime zur Grundlage Ihres tagtäglichen Handelns machen, haben Sie bereits eine gute Basis gelegt.

  • Einsatz

    An Fleiß und der einen oder anderen Überstunde führt leider kein Weg vorbei, um sich von seinen Kollegen abzuheben. Es gilt, heute überdurchschnittliche Leistungen oder Erfolge zu erbringen, um morgen daraus Reputation zu ziehen. Man sollte Sie als ebenso verlässlichen wie sorgfältigen Mitarbeiter oder Geschäftspartner erkennen und schätzen (lernen). Betrachten Sie dies als Investition in Ihre eigene Zukunft. Jetzt macht es mehr Arbeit. Später, wenn Sie eine Art Marke sind, fällt es umso leichter, andere zu überzeugen oder Aufträge oder mehr Geld zu bekommen. Ihre Stimme hat dann Gewicht.

  • Hilfsbereitschaft

    Um die eigene Reputation aufzubauen und zu verbessern, kann es ratsam sein, anderen zu helfen – und zwar ohne dafür gleich eine Gegenleistung zu erwarten. Eine solch aufrichtige Form der Hilfsbereitschaft wirkt gleich doppelt für Ihre gute Reputation: Der Kollege, dem Sie helfen, sieht Sie gleich in einem besseren Licht – und er wird zusätzlich anderen von Ihren Fähigkeiten und Ihrer netten Geste berichten.

  • Expertenwissen

    Überdies sollten Sie mehr Hintergrundwissens und Kompetenzen aufbauen, die andere nicht haben. Beschäftigen Sie sich mit neuen Arbeitsbereichen. Seien Sie neugierig. Lesen Sie Fachliteratur. Und werden Sie zu einem Experten auf Ihrem Gebiet und darüber hinaus. So bauen Sie eine Reputation auf, weil auch andere mitbekommen, wie groß Ihr Wissen und Ihre Kompetenzen sind.

  • Persönlichkeitsentwicklung

    Überlegen Sie sich, wohin Sie sich beruflich entwickeln möchten und formulieren Sie für sich dazu eine klare Strategie. Reflektieren Sie, welche Talente in Ihnen schlummern und finden Sie Möglichkeiten, diese auszubauen und in die tagtägliche Arbeit einzubringen. Dazu gehört insbesondere das Übernehmen von Verantwortung. So können Sie zielgerichtet an Ihrer Karriere bauen.

  • Sichtbarkeit

    Ihre Erfolge müssen ebenso transparent werden. Sie sollten natürlich nicht damit prahlen. Das machen Menschen mit einer veritablen Profilneurose. Aber sich nach einem beruflichen Erfolg schamhaft in die eigenen vier Wände zurückziehen, hat ebenfalls keinen Sinn. Falsche Bescheidenheit ist ein Erfolgskiller, für eine gute Reputation müssen Sie bereit sein, über Ihre Leistungen zu sprechen. Sie dürfen stolz auf sich und Ihre Erfolge sein – lassen Sie Ihre Vorgesetzten daran teilhaben.

    Dieser Punkt ist so wichtig, dass wir im nächsten Abschnitt noch einmal genauer darauf eingehen und Tipps geben, wie Sie die Sichtbarkeit steigern und so an Ihrer Reputation arbeiten.

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Wie Sie Ihre Reputation deutlich machen

Reputation erlangen Sie nur, wenn andere von Ihren Leistungen Wind bekommen. Daher gehört Trommeln zum Handwerk. Selbst wenn es Ihnen unangenehm, sich selbst in Szene zu setzen. Sie müssen deswegen auch nicht gleich eine Marketingkampagne für sich entwerfen, sich dauerhaft selbst beweihräuchern und kein anderes Thema als die eigenen Leistungen mehr kennen.

Aber für Ihre Reputation müssen Ihre Arbeit ein wenig bekannter machen. Das sind die Optionen dazu:

  • E-Mail

    Setzen Sie Ihren Chef bei wichtigen Projektstufen und Teilerfolgen per Mail ins CC. Sie sollen ihn natürlich nicht mit Ihrem Tagesgeschäft belästigen. Aber wenn Sie zum Beispiel mit einem bedeutenden Kunden kurz vor dem Vertragsabschluss stehen, dürfen Sie ihn selbstverständlich von diesem Erfolg in Kenntnis setzen.

  • Meeting

    Ergreifen Sie in Besprechungen öfters das Wort. Heben Sie sich von den Kollegen ab, die unvorbereitet viel Geschwafel um nichts machen. Sobald Ihnen die Agenda vorliegt, bereiten Sie sich darauf vor, welche konkreten Ausführungen Sie zu welchem Tagesordnungspunkt bemerken möchten, um konstruktiv zur Lösung beizutragen. Notieren Sie sich dazu unbedingt im Vorfeld des Meetings entscheidende Stichpunkte.

  • Referenz

    Selbst wenn Sie aktuell nicht auf Arbeitssuche sind – bitten Sie Vorgesetzte oder Kunden darum, eine Referenz für Sie darzustellen. Erklären Sie ihm, was Sie für das Unternehmen geleistet haben und was Ihre Ziele sind. Auf diese Weise machen Sie ihm deutlich, welchen Wert er an Ihnen hat. Er bekommt so das Gefühl, dass er Ihre Mitarbeit nicht als selbstverständlich ansieht und sich Ihnen nicht zu sicher sein darf.

    Ein positiver Nebeneffekt ist, dass er Ihren Ehrgeiz bemerkt. Ebenfalls können Sie Ihn selbstverständlich um ein Zwischenzeugnis bitten. Und wenn Sie sich wirklich einmal beruflich verändern möchten, springt der (hoffentlich positive) Ruf Ihrer Firma auf Sie über.

  • Bestimmtheit

    Zeigen Sie im Alltag, welche Ziele Sie haben und wie Sie diese erreichen möchten. Auf diese Weise schaffen Sie es, Ihrem Umfeld zu verdeutlichen, wofür Sie stehen und was Sie können. Dazu eignet sich der Talk in der Kaffeepause ebenso gut, wie ein zielgerichtetes Telefonat mit einem Kunden. Sie dürfen in diesem Zusammenhang Ihre Persönlichkeit selbstverständlich authentisch zeigen.

  • Netzwerk

    Bilden Sie ein Netzwerk. Dieses sollte über den Kollegenkreis der eigenen Firma hinausgehen. Man kann nie früh genug damit anfangen, die Fühler nach anderen Kontakten auszustrecken. Besuchen Sie dazu Fachkongresse, vernetzen Sie sich im Internet. Oder rufen Sie bei alten Schulkameraden oder Kommilitonen aus dem Studium an. Wer weiß, was die so alles (Nützliches) machen…?!

So entwickeln Sie Ihre Reputation weiter

Die Wirkung nach außen ist das Eine. Sie ist wichtig, jedoch nichts wert, wenn Sie sich nicht zugleich mit sich selbst beschäftigen. Daher ist die regelmäßige Selbstreflexion eine wichtige Voraussetzung zur Erlangung von Reputation.

Nehmen Sie dazu die Hilfe anderer in Anspruch. Bitten Sie Ihren Partner, die Familie oder Ihre Freunde darum, Ihr Selbstbild mit deren Fremdwahrnehmung abzugleichen. Dies hilft Ihnen, nicht zu kritisch mit sich ins Gericht zu gehen, sondern konstruktiv zu bleiben. Auf diese Weise werden Sie selbstbewusster – im wortwörtlichen Sinne: Sie werden sich über sich selbst bewusst.

Bleiben Sie dabei positiv. Beschäftigen Sie sich nicht mit Horrorszenarien, sondern haben Sie immer die Chancen im Blick, die sich Ihnen bieten. Nur so können Sie nach außen den nötigen Optimismus ausstrahlen, der Ihrer Reputation zuträglich ist.

Zu guter Letzt beruht Reputation immer auf einer gewissen Kontinuität und Lernbereitschaft. Nur wer Berechenbarkeit und Wissbegierde an den Tag legt, erlangt auf lange Sicht einen überdurchschnittlich positiven Ruf.



Selbstmarketing Tipps Schritte 01

Selbstmarketing Tipps Schritte 02

Selbstmarketing Tipps Schritte 03

Selbstmarketing Tipps Schritte 04

Selbstmarketing Tipps Schritte 05

Selbstmarketing Tipps Schritte 06



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[Bildnachweis: VectorKnight by Shutterstock.com]
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18. September 2020 Tilman Schulze Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze arbeitet freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Er ist Autor verschiedner Bücher.


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