Reputation: Die Bedeutung für Ihre Karriere

Was für eine Reputation! Wer möchte nicht gerne positiv beleumundet sein?! In der Firma gilt man als leuchtender Stern mit bestem Ruf, Kunden haben gleich ein gutes Gefühl mit so einem zu arbeiten. Und die Arbeitgeber reißen sich um ihn… Eine exzellente Reputation ist unerlässlich für die Karriere. Doch um sie zu erlangen, reicht es nicht aus, sich konform zu verhalten und brav seine Arbeit zu leisten. Reputation ist mehr. Ein Ruf will erarbeitet werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie es zu positivem Ansehen bringen…

Reputation: Die Bedeutung für Ihre Karriere

Definition: Was ist Reputation?Reputation wird häufig mit positivem Image gleich gesetzt. Doch dieser Vergleich hinkt. Zum einen können Sie sich ein Image – im Gegensatz zur Reputation – mit ein wenig Mühe selbst verpassen, zum anderen spiegelt Image einen eher kurzfristigen Gesamteindruck wider. Dieser kann jedoch ebenso schnell wieder in Vergessenheit geraten, wie er entstanden ist.

Im Gegensatz dazu beruht Reputation auf einem langfristigen Bild, das die Allgemeinheit von Ihnen hat. Den Begriff kann man somit eher mit Ansehen gleichsetzen. Er beruht auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Unternehmen streben gerne danach, in der Öffentlichkeit einem positiven Eindruck zu hinterlassen. Insbesondere Arbeitgeber. Dann spricht man auch von Employer Branding.

Nicht wenige investieren dafür viel Geld, um auch ihre Produkte beispielsweise gesellschaftlich verantwortungsvoll aussehen zu lassen (sogenanntes green-washing). Doch wirkliche Reputation erlangen sie dadurch nicht. Schaut man auf den Vertrauensindex, so finden sich dort eher Unternehmen, deren Firmenpolitik schon seit Jahrzehnten nachgewiesen hat, dass sie sozial verträglich und nachhaltig ist und nicht nur so erscheint.

Reputation in der Arbeitswelt

Bei Arbeitnehmern ist dies nicht anders. Reputation beruht immer darauf, dass sie langfristige Werte wie Zuverlässigkeit und verantwortliches Handeln unter Beweis gestellt haben.

Insbesondere in den asiatischen Ländern spielt Reputation eine wesentliche Rolle. Ein Gesichtsverlust ist das Schlimmste, was einem in diesem Kulturkreis passieren kann. Allein die Frage „Warum hast du das so gemacht?“, kann dort schon kräftig am öffentlichen Bild und somit an der Ehre kratzen.

Hierzulande hat der Begriff der Reputation zwar keine solch überhöhte Bedeutung. Wichtig für Ihre Karriere ist er aber allemal: Wer einen hervorragenden und nicht nur einen einwandfreien Ruf besitzt, wird zum Beispiel eher befördert. Auf lange Sicht spricht sich das Verhalten, das Sie an den Tag legen, herum.

Dazu zählt insbesondere ihr Verhältnis gegenüber Vorgesetzten und Kollegen. Wer in seinem Berufsleben Reputation erlangt hat, ist beispielsweise dafür bekannt, seinen Teammitgliedern häufig unterstützend unter die Arme zu greifen.

Oder er hat seinen Chef des Öfteren mit neuen Ideen davon überzeugt, dass er mitdenkt.

So erlangen Sie mehr Reputation

Reputation erlangen Sie nicht im Vorbeigehen – sie ist eher das Ergebnis eines Marathons, kein Sprint. Sie wollen schließlich nicht als Blender dastehen, dessen Fassade bereits nach kurzer Zeit entlarvt wird und der nun zusehen muss, wie das kurzfristig aufgebaute Image wie eine Seifenblase zerplatzt.

Für die eigene Reputation ist mehr erforderlich. Durchhaltevermögen vor allem. Die gute Nachricht: Jeder kann seinen Ruf verbessern und so seine Karriere in Schwung bringen. Das sind die Schritte dazu:

  • Haltung

    Die Grundvoraussetzung dafür, Reputation zu erlangen, ist Ihre Einstellung dazu. Im Prinzip gilt der kategorische Imperativ von Immanuel Kant: Behandeln Sie Ihre Mitmenschen so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Wenn Sie diese Maxime zur Grundlage Ihres tagtäglichen Handelns machen, haben Sie bereits eine gute Basis gelegt.

  • Einsatz

    An Fleiß und der einen oder anderen Überstunde führt leider kein Weg vorbei, um sich von seinen Kollegen abzuheben. Es gilt, heute überdurchschnittliche Leistungen oder Erfolge zu erbringen, um morgen daraus Reputation zu ziehen. Man sollte Sie als ebenso verlässlichen wie sorgfältigen Mitarbeiter oder Geschäftspartner erkennen und schätzen (lernen). Betrachten Sie dies als Investition in Ihre eigene Zukunft. Jetzt macht es mehr Arbeit. Später, wenn Sie eine Art Marke sind, fällt es umso leichter, andere zu überzeugen oder Aufträge oder mehr Geld zu bekommen. Ihre Stimme hat dann Gewicht.

  • Expertenwissen

    Überdies sollten Sie mehr Hintergrundwissens und Kompetenzen aufbauen, die andere nicht haben. Beschäftigen Sie sich mit neuen Arbeitsbereichen. Seien Sie neugierig. Lesen Sie Fachliteratur. Und werden Sie zu einem Experten auf Ihrem Gebiet und darüber hinaus.

  • Sichtbarkeit

    Ihre Erfolge müssen natürlich ebenso transparent werden. Sie sollten natürlich nicht damit prahlen. Das machen Menschen mit einer veritablen Profilneurose. Aber sich nach einem beruflichen Erfolg schamhaft in die eigenen vier Wände zurückziehen, hat ebenfalls keinen Sinn. Falsche Bescheidenheit ist ein Erfolgskiller. Sprechen Sie vielmehr (auch viel mehr) darüber, wenn Sie auf Ihre Leistung und das Ergebnis stolz sind. Lassen Sie Ihre Vorgesetzten daran teilhaben.

  • Persönlichkeitsentwicklung

    Überlegen Sie sich, wohin Sie sich beruflich entwickeln möchten und formulieren Sie für sich dazu eine klare Strategie. Reflektieren Sie, welche Talente in Ihnen schlummern und finden Sie Möglichkeiten, diese auszubauen und in die tagtägliche Arbeit einzubringen. Dazu gehört insbesondere das Übernehmen von Verantwortung. So können Sie zielgerichtet an Ihrer Karriere bauen.

Wie Sie Ihre Reputation deutlich machen

Reputation erlangen Sie nur, wenn andere von Ihren Leistungen Wind bekommen. Daher gehört Trommeln zum Handwerk. So unangenehm das machen auch ist, sich selbst in Szene zu setzen. Sie müssen deswegen keine Marketingkampagne für sich entwerfen. Aber für Ihre Reputation müssen Ihre Arbeit ein wenig bekannter machen. Das sind die Optionen dazu:

  • E-Mail

    Setzen Sie Ihren Chef bei wichtigen Projektstufen und Teilerfolgen per Mail ins CC. Sie sollen ihn natürlich nicht mit Ihrem Tagesgeschäft belästigen. Aber wenn Sie zum Beispiel mit einem bedeutenden Kunden kurz vor dem Vertragsabschluss stehen, dürfen Sie ihn selbstverständlich von diesem Erfolg in Kenntnis setzen.

  • Meeting

    Ergreifen Sie in Besprechungen öfters das Wort. Heben Sie sich von den Kollegen ab, die unvorbereitet viel Geschwafel um nichts machen. Sobald Ihnen die Agenda vorliegt, bereiten Sie sich darauf vor, welche konkreten Ausführungen Sie zu welchem Tagesordnungspunkt bemerken möchten, um konstruktiv zur Lösung beizutragen. Notieren Sie sich dazu unbedingt im Vorfeld des Meetings entscheidende Stichpunkte.

  • Referenz

    Selbst wenn Sie aktuell nicht auf Arbeitssuche sind – bitten Sie Vorgesetzte oder Kunden darum, eine Referenz für Sie darzustellen. Erklären Sie ihm, was Sie für das Unternehmen geleistet haben und was Ihre Ziele sind. Auf diese Weise machen Sie ihm deutlich, welchen Wert er an Ihnen hat. Er bekommt so das Gefühl, dass er Ihre Mitarbeit nicht als selbstverständlich ansieht und sich Ihnen nicht zu sicher sein darf.

    Ein positiver Nebeneffekt ist, dass er Ihren Ehrgeiz bemerkt. Ebenfalls können Sie Ihn selbstverständlich um ein Zwischenzeugnis bitten. Und wenn Sie sich wirklich einmal beruflich verändern möchten, springt der (hoffentlich positive) Ruf Ihrer Firma auf Sie über.

  • Bestimmtheit

    Zeigen Sie im Alltag, welche Ziele Sie haben und wie Sie diese erreichen möchten. Auf diese Weise schaffen Sie es, Ihrem Umfeld zu verdeutlichen, wofür Sie stehen und was Sie können. Dazu eignet sich der Talk in der Kaffeepause ebenso gut, wie ein zielgerichtetes Telefonat mit einem Kunden. Sie dürfen in diesem Zusammenhang Ihre Persönlichkeit selbstverständlich authentisch zeigen.

  • Netzwerk

    Bilden Sie ein Netzwerk. Dieses sollte über den Kollegenkreis der eigenen Firma hinausgehen. Man kann nie früh genug damit anfangen, die Fühler nach anderen Kontakten auszustrecken. Besuchen Sie dazu Fachkongresse, vernetzen Sie sich im Internet. Oder rufen Sie bei alten Schulkameraden oder Kommilitonen aus dem Studium an. Wer weiß, was die so alles (Nützliches) machen…?!

So entwickeln Sie Ihre Reputation weiter

So entwickeln Sie Ihre Reputation weiterDie Wirkung nach außen ist das Eine. Sie ist wichtig, jedoch nichts wert, wenn Sie sich nicht zugleich mit sich selbst beschäftigen. Daher ist die regelmäßige Selbstreflexion eine wichtige Voraussetzung zur Erlangung von Reputation.

Nehmen Sie dazu die Hilfe anderer in Anspruch. Bitten Sie Ihren Partner, die Familie oder Ihre Freunde darum, Ihr Selbstbild mit deren Fremdwahrnehmung abzugleichen. Dies hilft Ihnen, nicht ZU kritisch mit sich ins Gericht zu gehen, sondern konstruktiv zu bleiben. Auf diese Weise werden Sie selbstbewusster – im wortwörtlichen Sinne: Sie werden sich über sich selbst bewusst.

Bleiben Sie dabei positiv. Beschäftigen Sie sich nicht mit Horrorszenarien, sondern haben Sie immer die Chancen im Blick, die sich Ihnen bieten. Nur so können Sie nach außen den nötigen Optimismus ausstrahlen, der Ihrer Reputation zuträglich ist.

Zu guter Letzt beruht Reputation immer auf einer gewissen Kontinuität und Lernbereitschaft. Nur wer Berechenbarkeit und Wissbegierde an den Tag legt, erlangt auf lange Sicht einen überdurchschnittlich positiven Ruf.



Selbstmarketing Tipps Schritte 01

Selbstmarketing Tipps Schritte 02

Selbstmarketing Tipps Schritte 03

Selbstmarketing Tipps Schritte 04

Selbstmarketing Tipps Schritte 05


Selbstmarketing Tipps Schritte 06




Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: VectorKnight by Shutterstock.com]
14. November 2019 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.


Ebenfalls interessant:

Weiter zur Startseite