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Engagement: 2 + 5 Tipps für mehr Einsatz – Test & Bedeutung

Wer mit Engagement arbeitet, hängt sich rein. Und zwar so richtig. Engagiert zu sein, bedeutet vollen Einsatz zu zeigen. Mit Tatkraft. Mit Begeisterung. Die Aufgabe, der wir uns verschreiben, wird zur Herzensangelegenheit. Jedes Unternehmen, jeder Arbeitgeber und Chef wünscht sich (mehr) Engagement von seinen Mitarbeitern. Schließlich führt das meist zu besseren Ergebnissen. Allerdings gibt es einen Haken: Engagement lässt sich nicht verordnen. Einsatzbereitschaft basiert auf Freiwilligkeit – und ist kein Dauerzustand. Was Engagement ausmacht plus Tipps, wie Sie diese Energie (neu) wecken und steigern können…

Engagement: 2 + 5 Tipps für mehr Einsatz - Test & Bedeutung

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Was ist Engagement?

Der Begriff „Engagement“ stammt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt „verpflichten“ oder „gegen Gage anstellen“. Ausgesprochen wird es übrigens „Angaschmon(g)“. Wer sich engagiert, verschreibt sich (s)einer Sache voll und ganz. Er oder sie fühlt sich innerlich dazu „verpflichtet“ – oder wie Psychologen sagen würden: Der Engagierte ist intrinsisch motiviert. Eine Belohnung oder Bezahlung dafür kommt erst an zweiter Stelle.

Im beruflichen Kontext beschreibt Engagement den persönlichen Einsatz und Willen, sein Bestes zu geben, sich reinzuhängen, hart zu arbeiten. Halbherzig geht das nicht. Wer engagiert ist, geht über das normale Maß hinaus, strengt sich besonders an, um etwas zu erreichen und ist bereit, alle nötigen Anstrengungen in Kauf zu nehmen, die damit verbunden sind.

Häufige Synonyme für Engagement sind: Aktivität, Anstrengung, Begeisterung, Beteiligung, Bindung, Commitment, Eifer, Einsatz, Einsatzbereitschaft, Enthusiasmus, Hingabe, Kraftanstrengung, Leidenschaft, Mitwirkung, Strebsamkeit, Teilnahme oder Verbundenheit.

Engagement im Job

Wenig überraschend ist, dass Engagement im Job gefragt ist:

  • Die Arbeitgeber erhoffen sich herausragende Leistungen und entsprechend mehr Umsätze.
  • Die Mitarbeiter profitieren durch Belohnungen für Ihr Engagement in Form von Gehaltserhöhungen oder Beförderungen.

Formen von Engagement

Der Begriff Engagement hat noch weitere Bedeutungen und Formen:

  • Ehrenamtliches Engagement
    Ehrenamtliches (oder politisches) Engagement bezeichnet den unentgeltlichen Einsatz für eine Organisation oder Einrichtung. Zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr, Telefonseelsorge, Betriebsrat, Kirchengemeinde. Bei dieser Form steht oft das Wohl der Gesellschaft oder ein höheres Ziel im Vordergrund.
  • Soziales Engagement
    Hierbei geht es um die Unterstützung oder Hilfeleistung gegenüber anderen Menschen – Kranken oder sozial Schwachen. Etwa im FSJ und der Freiwilligendienst. Hinter dem persönlichen Engagement steht oft eine tiefe, uneigennützige Überzeugung, helfen zu müssen, etwas Gutes zu tun und für (soziale) Gerechtigkeit zu sorgen.
  • Engagement als Künstler
    In diesem Fall wird der Begriff synonym zu „Anstellung“ verwendet. Es handelt sich also um eine berufliche Verpflichtung. Künstler oder Schauspieler werden vom Theater „engagiert“.
  • Engagement (Englisch)
    Im Englischen bedeutet der Begriff nicht nur Einsatz oder Einstellung, sondern auch Verlobung.
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Warum engagieren wir uns?

Engagement ist das Gegenteil von Passivität. Man kann nicht engagiert sein und gleichzeitig nichts tun. Doch warum engagieren wir uns überhaupt? Letztlich hat Engagement unterschiedliche Ursachen:

Engagement Steigern Faktoren Bedeutung Definition

  • Engagement kann aus einer moralischen Verpflichtung heraus entstehen. Zum Beispiel, weil wir jemanden einen Gefallen schulden und diese Schuld begleichen wollen.
  • Ebenso können persönlicher Ehrgeiz und größere Ambitionen Auslöser für mehr Engagement sein. Insbesondere wenn wir ein berufliches oder privates Ziel erreichen wollen.
  • Schließlich kann eine tiefe Überzeugung (religiös, humanistisch, sozial, politisch) unser Engagement entfachen.

In allen Fällen kommt die Motivation dazu aus uns selbst. Zwar gibt es Appelle zu mehr Engagement. Chefs können grundsätzlich auf Basis des Arbeitsvertrags eine Gegenleistung verlangen. Engagement geht aber darüber hinaus und braucht daher einen Grund oder Sinn.

Wer will, dass sich Menschen (freiwillig) engagieren, muss ihr Herz ansprechen und berühren. Dauerhaftes Engagement benötigt zwingend ein höheres, „wertvolles“ Ziel.

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Fehlendes Engagement im Job: Nur Dienst nach Vorschrift

Seit Jahren misst das Gallup Institut den sogenannten „Engagement Index“. Also wie sehr sich die Mitarbeiter in Deutschland mit ihren Jobs identifizieren und darin engagieren. Resultat: Die große Mehrheit der Angestellten (rund 68 Prozent) schiebt Dienst nach Vorschrift. Überdurchschnittlichen Einsatz sucht man vergebens. Rund jeder Fünfte lebt gar im Zustand der inneren Kündigung. Das hat Folgen:

  • Die Fluktuationsrate steigt.
  • Die krankheitsbedingten Fehltage erhöhen sich.
  • Das Betriebsklima leidet.
  • Die Leistungen und Produktivität verschlechtern sich.

Sicher, jeder hat mal einen schlechten Tag oder Frust im Job. Der chronische Zustand ist jedoch ein Warnzeichen für schlechte Arbeitsbedingungen, mangelhafte Führung und geringe Entwicklungsperspektiven. Fehlende Engagement ist damit ein Symptom – die Ursachen aber liegen tiefer.

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Test: Wie groß ist Ihr Engagement?

Hand aufs Herz: Wie groß ist Ihr aktuelles Engagement? Stecken Sie voller Tatendrang? Oder zeigt der Einsatzwille gerade eher gegen Null? Wir haben einen kleinen Engagement-Test entwickelt, den Sie hier gleich online absolvieren können. Nichts mit wissenschaftlichem Anspruch. Eher eine schnelle und kompakte Selbsteinschätzung und Reflexionsübung. Lesen Sie sich dazu bitte die folgenden Aussagen durch und haken Sie per Klick ab, was auf Sie zutrifft. Am Ende folgt die Auflösung…

  • Ich finde viel Spaß an meiner Arbeit und freue mich darauf.
  • Ich fühle mich meiner Arbeit verpflichtet.
  • Ich habe hohe Erwartungen an meine eigene Arbeit und Leistungen.
  • Bei meinen Aufgaben versuche ich stets, das beste Ergebnis zu erzielen.
  • Meine Chef hat mich schon öfter für meinen Einsatz gelobt.
  • Falls es nötig ist, mache ich freiwillig Überstunden.
  • Mich nerven Kollegen, die nur das Nötigste tun.
  • Ich frage aktiv nach mehr Verantwortung und wichtigen Projekten.
  • Wenn ich merke, dass sich Kollegen nicht einbringen, versuche ich diese mitzuziehen.
  • Mir ist es persönlich wichtig, dass mein Job etwas bewirkt.

Auflösung zum Test

Falls Sie weniger als 5 Mal zugestimmt haben, können wir von Glück reden, dass Sie diesen Artikel überhaupt lesen. Mit dem Engagement im Job stehen Sie kurz vor dem Nullpunkt. Vielleicht lässt sich das im Folgenden ändern.

Sie haben 6-8 Mal genickt? Gut, das ist ein durchschnittlicher Wert von normal engagierten Mitarbeitern. Grundsätzlich bringen Sie guten Einsatz.

9 oder 10 Mal zugestimmt? Wow! Ihr Engagement erreicht einen Spitzenwert. Sie hängen sich scheinbar zu jedem Zeitpunkt voll rein. Ihr Einsatz ist vorbildlich und ausdauernd. Kann man nur hoffen, dass das auch Ihr Chef merkt und würdigt!

Arbeitsrecht: Wie wenig Engagement ist erlaubt?

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich per Arbeitsvertrag geeinigt, dass der Mitarbeiter gegen Geld bestimmte Leistungen erbringt. Wie gut diese Leistung ist, ist allerdings schwer zu messen. Bleibt diese dauerhaft und erheblich unter dem Durchschnitt der Kollegen, kann der Arbeitgeber nach § 1 Absatz 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) dies zunächst abmahnen, später gar eine eine Kündigung aussprechen. Beispielsweise als

Die Kündigungsgründe müssen aber nachgewiesen werden. Anders sieht es aus, wenn der Mitarbeiter während der Arbeitszeit unerlaubten Nebentätigkeiten, seinem Privatvergnügen (private Telefonate, surfen im Internet), nachgeht oder sich gar selbst beurlaubt. Das ist Arbeitszeitbetrug und kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.


Engagement steigern: Tipps für mehr Einsatz

Es ist leicht, die Verantwortung für (fehlendes) Engagement auf Vorgesetzte abzuwälzen. Wer wenig Spaß im Beruf hat oder damit unzufrieden ist, wird sich kaum engagieren. Arbeitspsychologen von der Universität Arizona haben in Studien nachweisen können, dass der Führungsstil kaum Einfluss darauf hat, ob sich Mitarbeiter engagieren oder nicht. Wesentlich wichtiger für das Engagement sind zwei andere Punkte:

  1. Abwechslung

    Die Arbeitsinhalte haben den größten Einfluss auf unser Engagement. Dazu gehören abwechslungsreiche Aufgaben und Herausforderungen. Der spannende Mix macht den Flow. Vorgesetzte und Kollegen spielen insofern eine Rolle, als sie durch Feedback und Unterstützung dazu beitragen, dass Mitarbeiter ihren Job erledigen können. Wird die Arbeit als wert- und sinnvoll erkannt, wächst auch das Engagement.

  2. Persönlichkeit

    Wir müssen es aussprechen: Manche Menschen sind von Natur aus trübe Tassen. Allzu viel Engagement ist von ihnen nicht zu erwarten. An einer solchen Persönlichkeit lässt sich in der Regel nicht viel ändern. Immerhin wissen Forscher, dass extrovertierte Menschen besonders hohes Engagement zeigen. Grund: Sie sind zugänglicher, interessierter, neugieriger. Aufgrund ihrer sozialen Kompetenzen verfügen Sie zudem über ein großes Netzwerk, das sie in ihren Aktivitäten bestärkt.

Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und allen anderen ist nicht der Mangel an Stärke, Talent oder Wissen. Es ist der fehlende Wille.

Sie müssen nicht nur Rampensau mutieren, um mehr Engagement und Selbstmotivation zu gewinnen. Es gibt zahlreiche alternative Wege und Tipps, wie sich Engagement steigern lässt:

Geben Sie den Dingen einen Sinn

Das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe zu sein, lähmt auf Dauer jeden Arbeitseifer. Jeder Mensch will wissen, dass seine Arbeit Mehrwert schafft, Sinn stiftet, dass sie etwas bewegt, wichtig und unverzichtbar ist. Wer diesen Sinn (neu) erkennt, weckt den Elan aufs Neue. Denken Sie allerdings an das Paradoxon der Sinnsuche: Es macht glücklicher den Dingen einen Sinn zu GEBEN, als nach dem Glück darin zu suchen!

Schaffen Sie sich Freiräume

Für die meisten Unternehmer war es der Hauptwunsch, sich selbstständig zu machen: Sie wollten unabhängiger werden – in ihren Entscheidungen, in ihrem Schaffen und ihrem Arbeitsalltag. Angestellte wollen das auch. Und tatsächlich sind Autonomie, Freiheit und Selbstbestimmung enorme Antriebskräfte. Wo immer Sie können: Versuchen Sie unabhängiger zu werden – und Sie werden ihr Engagement wecken.

Stellen Sie hohe Ansprüche an sich selbst

Natürlich sollten Sie sich nicht selbst überfordern. Wer aber hohe Ansprüche an sich und seine Arbeit stellt, kann gar nicht anders als sich zu engagieren. Schon um den eigenen Erwartungen gerecht zu werden, geben sich die Menschen größere Mühe und bringen den erforderlichen Einsatz. Die Belohnung folgt sogleich: Sie werden zufrieden mit sich sein.

Gehen Sie einen Schritt weiter

Engagement bedeutet, dass Sie mehr tun als normal. Sie müssen also bereit sein, auch mal 110 Prozent zu geben, eine halbe Stunde länger zu arbeiten oder mehr Aufgaben zu übernehmen, als andere. Natürlich braucht es gleichzeitig Phasen, in denen Sie weniger machen, um sich nicht selbst auszubeuten. Immer nur funktionieren, funktioniert nicht. Aber so paradox sich das auch anhört: Das Engagement folgt mit dem Machen. Gehen Sie Ihren Interessen, Talenten und Stärken mit Eifer nach – und bleiben Sie dran. Engagement kann emotional wie körperlich anstrengend sein. Aber es gibt uns auch die Chance, zu wachsen, uns persönlich weiterzuentwickeln und Kompetenzen zu gewinnen, an die wir zuvor nicht gedacht hätten.

Identifizieren Sie sich (mit Ihrem Job)

Engagement hat viel mit Gefühlen zu tun. Dahinter stecken oft Werte, vielleicht sogar eine Lebenseinstellung. Je stärker Sie sich mit dem, was Sie tun (im Job, im Privaten, in der Beziehung) identifizieren können, desto größer das Engagement. Überlegen Sie zum Beispiel: „Warum machen Sie Ihren Job? Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?“ Die Antworten darauf haben viel mit dem ersten Punkt gemein: Sie geben den Dingen einen Sinn. Tatsächlich ist es so: Wer sich engagiert, spürt selten die Anstrengung hinter seinem Einsatz. Eben weil er oder sie sich mit der Sache voll identifizieren kann. Treffen Sie also eine klare Entscheidung dafür.

Erwarten Sie bitte keine schnellen Erfolge. Bis Engagement belohnt wird, kann manchmal viel Zeit vergehen. Geduld und Ausdauer führen aber immer zum Ziel. Engagement lohnt sich.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Jochen Mai Autor Über UnsErfolg. Einfach. Machen. Wir ❤️ es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre beruflichen Ziele zu erreichen und mehr Erfolg in Job und Leben zu realisieren. Dafür steht die Karrierebibel mit über 4000 Artikeln, Vorlagen, Checklisten und Services seit mehr als 15 Jahren.

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