Wer mit Engagement an einer Sache arbeitet, also persönlichen Einsatz erbringt, erzielt bessere Ergebnisse. Das leuchtet jedem ein der am Freitagnachmittag nach einer anstrengenden Woche erleichtert das Büro verlässt. Aber was genau fällt eigentlich unter Engagement? Welche Auswirkungen hat starkes oder umgekehrt geringes Engagement auf den Job? Denn klar ist auch: Wer sich jeden Tag lustlos zur Arbeit schleppt, erzielt nicht nur schlechtere Ergebnisse, sondern leidet selbst massiv unter einer geringeren Lebensqualität. Wir gehen diesen Fragen nach und zeigen, was Sie tun können, um mehr Engagement zu gewinnen...

Engagement Definition Synonym Aermel hochkrempel aktiv Los

Engagement Definition: Mit persönlichem Einsatz

Kaum ein Begriff hat im Deutschen und außerdem noch in anderen Sprachen so viele unterschiedliche Bedeutungen wie das Wort Engagement. Beispielsweise kann Engagement im Englischen sowohl Engagement, als auch Einstellung, Kampf oder Verlobung bedeuten.

Wir sprechen von ehrenamtlichen oder politischem Engagement, wenn sich jemand zum Wohle der Gesellschaft einsetzt. Menschen, die sich für Naturschutz begeistern, aktiv in Sportvereinen tätig sind, sind unverzichtbare Bestandteile einer jeden Gesellschaft. Sie bringen aus Überzeugung und mit Herzblut sich und ihr Wissen ein.

Synonyme für Engagement in dieser Bedeutung sind:

  • Aktivität
  • Anstrengung
  • Anteilnahme
  • Begeisterung
  • Beteiligung
  • Bindung
  • Eifer
  • Einsatz
  • Energie
  • Enthusiasmus
  • Hingabe
  • Kraftanstrengung
  • Mitwirkung
  • Teilnahme
  • Verbundenheit
  • Verpflichtung (moralisch)

Engagement kann aber auch eine Anstellung sein, beispielsweise an einem Theater. In diesem Fall steht Engagement synonym für:

  • Arbeit
  • Arbeitsplatz
  • Arbeitsstelle
  • Arbeitsverhältnis
  • Beschäftigung
  • Broterwerb
  • Job
  • Posten
  • Stelle
  • Stellung
  • Verpflichtung (vertraglich)

Wenn wir Engagement in der ersten Bedeutung betrachten, dann ist Engagement das Gegenteil von Passivität, Trägheit oder gar Unzuverlässigkeit. Wer sich engagiert, der geht über das Normale hinaus, strengt sich an, um etwas zu erreichen.

Das kann aus dem Gefühl einer moralischen Verpflichtung heraus entstehen, etwa, wenn wir jemanden einen Gefallen schulden und diese Schuld gerne ausgleichen wollen. Im Arbeitskontext bedeutet es, dass jemand seine persönlichen Ressourcen aktiv einbringt, um seine Arbeit gut zu bewältigen.

Man spricht hier auch von Arbeitsengagement oder Work Engagement. Gemeint ist damit, dass sich das Engagement eines Arbeitnehmers konkret auf seine Arbeit und die Art und Weise bezieht, wie er sie erledigt. Die Arbeit am Computer kann beispielsweise voller Vorfreude auf bestimmte Aufgaben sein.

Telefonate oder Kundengespräche können über den körperlichen Einsatz, etwa eine freudige Mimik, eine mitreißende Sprache und Ähnliches sein. Engagement selbst ist keine Charaktereigenschaft, sondern zeigt lediglich, in welchem Zustand sich ein Arbeitnehmer gerade befindet.

Ebenso können verschiedene Formen der Motivation Grund für großes Engagement sein. So betrachtet gehen beide Bedeutungsbereiche ineinander über: Wer sich beispielsweise bei der Arbeit stark engagiert, weil er beruflich weiterkommen möchte, ist intrinsisch motiviert.

Wer lediglich über finanzielle Anreize zum Arbeiten bewegen lässt, hat eine geringe intrinsische Motivation. Gibt es außerdem keine extrinsischen Motivatoren, ist sein Engagement ebenfalls gering.

Engagement auf der Arbeit: Stand der Dinge

Seit langem, genau genommen seit 2001, skizziert der renommierte Gallup Engagement Index die Entwicklung in Deutschland: Wie gestaltet sich die Mitarbeiterbindung, welche Rolle spielt der Faktor 'Mensch' in Unternehmen. Untersucht wird dabei die emotionale Bindung von Angestellten zum Unternehmen, ihr Engagement und ihre Motivation.

Das alles passiert nicht nur vor dem Hintergrund, dass Unternehmen möchten, dass ihre Mitarbeiter sich wohl fühlen. Denn in der Tat hat sich das Verständnis davon, was Arbeit sein kann und soll im Laufe der Jahrhunderte und Jahrzehnte verändert. In westlichen Industrienationen wird Arbeit häufig als eine Form der Selbstverwirklichung verstanden.

Anderenorts mag es primär um den Broterwerb gehen und die Sorge, überhaupt Arbeit zu finden. Auch hierzulande sind Menschen arbeitslos, werden Jobs von der Digitalisierung bedroht. Die überwiegende Mehrheit hat jedoch Möglichkeiten, aktiv das eigene Berufsleben zu gestalten.

Und dennoch kommt die Gallup-Studie regelmäßig zu dem Ergebnis, dass das Engagement bei sehr vielen Arbeitnehmern in Deutschland sehr gebremst ist, denn sie identifizieren sich nicht mit ihrer Arbeit. Stattdessen: Dienst nach Vorschrift.

So auch der Stand der aktuellen Studie, für die insgesamt 1.413 Arbeitnehmer befragt wurden. Lediglich 15 Prozent aller Befragten empfanden eine hohe emotionale Bindung zum Unternehmen, in dem sie arbeiteten.

Ebenso viele hatten aber bereits innerlich gekündigt und ganze 70 Prozent weisen eine geringe emotionale Bindung auf. Mit drastischen Auswirkungen: So nehmen Eigeninitiative, Engagement und Verantwortungsbewusstsein ab, aber sie schweigen auch zu Fehlentwicklungen.

Gleichzeitig steigen die Fluktuationsrate und der Krankenstand im Unternehmen. Der Engagement Index rechnet vor, dass die deutschen Volkswirtschaft so jährlich 105 Milliarden Euro Verlust machen. Vor diesem Hintergrund haben Unternehmen folglich ein ökonomisches Interesse daran zu ergründen, warum das Engagement beim Mitarbeiter nachlässt.

Minderleister: Geringes Engagement schädigt Betriebsklima

Jeder hat mal einen schlechten Tag oder vielleicht gar eine schlechte Phase. Jemand ist krank, hat vielleicht familiäre Sorgen oder möglicherweise einen schlimmen Verlust erlebt. Es gibt zwar Menschen, die solche Erlebnisse dann mit übermäßigen Arbeitseinsatz kompensieren.

Aber wenn jemand die oben genannte Beispiele verdauen muss, dann können vermutlich die meisten Verständnis dafür aufbringen, wenn ein Kollege eher unbeteiligt wirkt und mehr passiv als aktiv seinen Aufgaben nachgeht. Schwierig wird es, wenn so ein Verhalten über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten anhält.

Ganz zu schweigen von klaren Low Performern: Arbeitnehmern, die ohne erkennbaren Anlass ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Gründe dafür können sein, dass die Arbeit von Anbeginn für diesen Arbeitnehmer nicht geeignet war - weil er nicht die erforderlichen Kompetenzen mitbringt oder umgekehrt, überqualifiziert ist.

Auch die Persönlichkeit des Arbeitnehmers kann eine Rolle spielen, etwa welche Charaktermerkmale besonders ausgeprägt sind. Ist ein Arbeitnehmer eher gewissenhaft? Verlässliche, pflichtbewusste und enthusiastische Mitarbeiter zeigen besonders großes Engagement bei der Arbeit.

Was auch immer die Gründe sind - solche Minderleister haben nachhaltigen Einfluss auf das Betriebsklima, und zwar keinen guten.

Wie wenig Engagement ist erlaubt?

Engagement Definition SynonymArbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich gemeinsam im Arbeitsvertrag geeinigt, dass der Mitarbeiter gegen Geld bestimmte Leistungen erbringt. Wie gut diese Leistung auszusehen hat, ist allerdings schwer zu messen: Zwar soll es einerseits die bestmögliche Leistung sein, aber von Rechts wegen muss die Leistung des Arbeitnehmers nicht überdurchschnittlich gut sein.

Anders verhält es sich, wenn ein Mitarbeiter dauerhaft und erheblich unter dem Durchschnitt der Kollegen liegt. Dann kann der Arbeitgeber nach § 1 Absatz 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) kann eine verhaltens- oder personenbedingte Kündigung aussprechen.

Einfach so kündigen geht allerdings nicht, zuvor müssen die Gründe ermittelt werden: Leistungsabfall aus persönlichen Gründen, Krankheit oder Überforderung sollten in einem Mitarbeitergespräch geklärt werden.

Anders sieht es aus, wenn der Mitarbeiter seine Arbeitszeit verbotenerweise mit privaten Telefonaten oder Surfen im Internet verbringt. Das kann eine Abmahnung und letztlich sogar Kündigung zur Folge haben. Erlaubt der Chef hingegen das Abrufen privater Mails, darf das nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Engagement steigern: Verschiedene Anreize zur Mitarbeiterbindung

Was kann dazu beitragen, dass Mitarbeiter ihr Engagement steigern? Mitarbeiterbindung läuft über Mitarbeiterzufriedenheit. Der Gallup Engagement Index nennt fünf wichtige Faktoren, die zur emotionalen Bindung an ein Unternehmen beitragen:

  • Der Mitarbeiter kann seinen Qualifikationen und Neigungen entsprechend arbeiten.
  • Die Führungskraft schafft es, den Mitarbeiter mit Feedback und Motivation zu unterstützen.
  • Die Tätigkeit ist herausfordernd und abwechslungsreich.
  • Das Kollegium trägt zum Wohlfühlen bei, es existieren auch auf privater Ebene Kontakte.
  • Der Mitarbeiter kann sich mit den Unternehmenszielen und der Unternehmensphilosophie identifizieren.

Arbeitnehmer, die also einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen, gefordert und gefördert werden, zeigen entsprechendes Engagement. Die Faktoren sind eigentlich vielfach bekannt. Niemand arbeitet gerne unter Druck. Und auch Routinen sind nur bis zu einem gewissen Grad spannend und erwünscht.

Arbeitnehmer sind keine Roboter und so werden soziale Faktoren wie ein positives Umfeld, in dem man einander auch mit Humor und Wertschätzung begegnet, von manchen Unternehmen offenbar immer noch gering geschätzt beziehungsweise unterschätzt.

Auch Lob und Anerkennung durch den Vorgesetzten, die Möglichkeit, selbst Verantwortung übernehmen zu können und gewisse Entscheidungsspielräume zu haben, steigern das Engagement.

Interessanterweise haben laut Gallup Engagement Index diese fünf Faktoren einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die emotionale Bindung:

  • Die Anzahl der Urlaubstage.
  • Die Bezahlung beziehungsweise die Verdienstmöglichkeiten.
  • Welche Möglichkeiten der Arbeitgeber zur Kinderbetreuung bietet.
  • Die Sozialleistungen, Zuschüsse und andere finanzielle Vergünstigungen.
  • Wie sicher der Arbeitsplatz ist.

Aus der Motivationsforschung ist längst bekannt, dass extrinsische Anreize, also eben solche, die vorwiegend finanzieller Natur sind, die Motivation eines Mitarbeiters nur kurzfristig beflügeln.

Eine Gehaltserhöhung ist also nice to have, aber sofern der Arbeitnehmer zuvor nicht gerade einen Hungerlohn verdient hat, wird mehr Geld dauerhaft kein Engagement steigern. Im Gegenteil:

Herrscht auf der Arbeit Zeit- und Konkurrenzdruck, fühlt sich der Mitarbeiter durch den Vorgesetzten nicht genügend unterstützt und wird er mit unrealistischen Erwartungen überhäuft, dann lässt das Engagement auf Dauer nach. Schlimmstenfalls mündet es sogar für den Arbeitnehmer in Krankheiten wie Burnout.

[Bildnachweis: studiostoks by Shutterstock.com]

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