Intrinsische Motivation: Diese Faktoren fördern sie

Für Unternehmen spielen Überlegungen, wie sie die Motivation ihrer Mitarbeiter fördern können, eine wichtige Rolle. Motivation ist das Öl, das das Getriebe geschmeidig hält. Es gibt verschiedene Formen der Motivation. Eine der wichtigsten ist die intrinsische Motivation. Sie schafft es, dass wir uns montagmorgens aus dem Bett quälen, obwohl ein Teil von uns eigentlich liegen bleiben will. Sie bewirkt ebenso, dass wir freitags noch einmal Gas zum Endspurt geben, wenn das Wochenende lockt. Oder dass wir im Alter von 40 Jahren noch einmal die Schulbank drücken, weil wir uns beruflich verändern wollen. Welche Faktoren intrinsische Motivation fördern, erfahren Sie hier…

Intrinsische Motivation: Diese Faktoren fördern sie

Intrinsische Motivation Definition: Was ist das?

intrinsische Motivation Beispiele extrinsische Unterschied fördern Belohnung steigernAls intrinsische Motivation wird die aus sich selbst entstehende Motivation in einem Menschen bezeichnet. Wer intrinsisch (Latein intrinsecus = hineinwärts, inwendig) motiviert ist, führt seine beruflichen Tätigkeiten aus, weil er sie interessant findet.

Das Maß der intrinsischen Motivation beeinflusst die grundsätzliche Lernbereitschaft, was beispielsweise für Ausbildung, Fort- und Weiterbildungen oder das Studium von Bedeutung ist. Es wirkt sich ebenfalls grundsätzlich auf das Engagement auf der Arbeit und damit auf die Qualität und den Erfolg aus.

Wer intrinsisch motiviert ist, zeigt größere Flexibilität im Denken und ein höheres Maß an Kreativität. Ebenfalls verbunden sind damit bessere Lernleistungen und eine positivere emotionale Befindlichkeit.

Intrinsische Motivation Beispiele

Sie wollten schon immer ein eigenes Unternehmen haben. Zunächst haben Sie eine Ausbildung als Fliesenleger gemacht. Die Arbeit macht Ihnen Spaß, aber es fehlt Ihnen die Möglichkeit zur Führungsverantwortung. Sie wollen selbst entscheiden können, welche Aufträge Sie annehmen.

Sie haben außerdem Spaß an den organisatorischen und verwalterischen Tätigkeiten, die eine Selbständigkeit mit sich bringt. Da Sie für dieses Ziel den Meisterabschluss brauchen, besitzen Sie genügend intrinsische Motivation, sich für eine Fortbildung erneut in die Position eines Schülers zu begeben und auch nach Feierabend wieder zu lernen.

Intrinsische Motivation bedeutet, dass Sie einer Sache intensiv nachgehen, weil Sie Spaß oder großes Interesse daran haben. Sie „brennen“ gewissermaßen dafür. Das kann sich genauso gut bei Hobbys zeigen.

Wer beispielsweise für sein Leben gerne tanzt und verschiedene Tanzabzeichen machen möchte, wird dementsprechend motiviert sein, in seiner Freizeit dafür zu üben.

Intrinsische und extrinsische Motivation Unterschied

Im Gegensatz zur intrinsischen Motivation steht die extrinsische. Extrinsische Motivation steht für eine Motivation, die von außen bewirkt wird. Faktoren, die die extrinsische Motivation fördern, können sein:

Die Psychologen Edward L. Deci und Richard M. Ryan gehen in ihrer Selbstbestimmungstheorie davon aus, dass Menschen sowohl durch extrinsische als auch intrinsische Motivation getrieben werden. Basis ihrer Überlegungen sind die Ausführungen Maslows, Bedürfnisse als Antrieb hinter der Motivation zu sehen.

Deci und Ryan sehen drei psychische Grundbedürfnisse, die jeder Mensch hat:

  • Bedürfnis nach Kompetenz (effectancy),
  • Bedürfnis nach Autonomie/ Selbstbestimmung (autonomy) und
  • Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit (affiliation).

Vor allem das Bedürfnis nach Kompetenz und Autonomie ist die Grundlage für intrinsische Motivation. Sie ist maßgeblich dafür, dass Menschen selbstgesteuert lernen und wird durch Neugier, Auskundschaften, Interesse und Spontaneität getrieben.

Das führt dazu, dass Menschen ganz von sich heraus eine Sache voll und ganz beherrschen wollen, einfach nur, weil es ihnen Vergnügen bereitet. Das Verhalten an sich ist also schon Belohnung genug, ohne dass es auf einen rationalen Zweck ausgerichtet sein muss.

Beobachten lässt sich diese intrinsische Motivation, wenn beispielsweise ein Fachinformatiker seinen Nachbarn bei der Installation des neuen Betriebssystems hilft, ohne dass es ihm etwas ausmacht oder er eine Gegenleistung dafür erwartet.

Extrinsische Motivation Beispiele

Eher extrinisisch motiviert wäre der oben erwähnte Fachinformatiker, wenn er beispielsweise arbeitslos ist und seinem Nachbarn nur hilft, um in naher Zukunft von dessen wertvollen Kontakten zu Unternehmen profitieren zu können.

Ein anderes Beispiel für extrinsische Motivation findet sich häufig in der Schule: Die Furcht, sitzenzubleiben und dann von der Klasse beziehungsweise ehemaligen Mitschülern ausgegrenzt zu werden, bewirkt, dass Schüler für gute Noten lernen.

Extrinsische Motivation bedeutet, dass eine Person durch Erwartungen und Versprechungen in ein bestimmtes Verhalten gezogen wird. Die Rede ist daher auch vom Pull-Effekt.

Der liegt ebenfalls vor, wenn Sie Jura studieren, nur um später als erfolgreicher Anwalt ein hohes Ansehen und gutes Auskommen zu haben, obwohl Sie sich nur mäßig für rechtliche Inhalte interessieren.

Intrinsische Belohnung: In jedem Fall höher als die extrinsische?

Das Problem ist, dass extrinsische und intrinsische Motivation oftmals als Gegensätze aufgefasst werden, die sich gegenseitig ausschließen. Das ist allerdings eine verkürzte Sicht. Ganz häufig gehen extrinsische und intrinsische Motivation ineinander über.

Das sollte beispielsweise der Fall mit Ihrer Arbeit sein: Natürlich erwarten Sie, für Ihre Arbeit angemessen entlohnt zu werden. Die meisten Arbeitnehmer haben sich jedoch bewusst für diese bestimmte Tätigkeit entschieden, weil sie ihnen außerdem Spaß macht.

Wer beispielsweise in der Buchhaltung arbeitet, hat vielleicht schon zu Schulzeiten gerne mit Zahlen jongliert, arbeitet gerne konzentriert und behält den absoluten Überblick. Das Gehalt sorgt dafür, dass ein Arbeitnehmer nicht nur Geld zum Leben hat, sondern sich und seine Arbeit wertgeschätzt fühlt.

Darüber hinaus ist es für ihn selbstverständlich auch die Tätigkeiten zu erledigen, die ihm vielleicht nicht so sehr liegen. Die Annahme einiger Motivationsforscher, dass extrinsische Anreize die intrinsische Motivation vollständig auffressen oder nur kurzfristig zur Steigerung der Leistung führen, ist allerdings inkorrekt:

Wichtig ist lediglich, dass der äußere Anreiz – häufig in Gestalt einer Lohnerhöhung – einen Bezug zum Leistungskriterium haben muss. Ist dieser Bezug nicht vorhanden, wird eine Person allein dafür belohnt, dass sie eine bestimmte Tätigkeit ausführt, dann vermindert sich die intrinsische Motivation.

Intrinsische Motivation: Bedeutung und Voraussetzung dafür

Was bedeutet intrinsische Motivation nun für Mitarbeiter und Unternehmen? Zunächst einmal handeln intrinsisch motivierte Mitarbeiter selbstbestimmter und freier, denn sie werden sich in den allermeisten Fällen eine Expertise angeeignet haben. Wer Spaß an seiner Tätigkeit hat, liest beispielsweise in seiner Freizeit Fachliteratur dazu oder beschäftigt sich anderweitig aufbauend mit seinem Thema.

Wer so handelt, ist als Mitarbeiter nah an der persönlichen Selbstverwirklichung. Sie zeigt sich in der Arbeit, die im Bestfall in einen regelrechten Flow übergeht, das heißt, Sie merken gar nicht, wie die Zeit vergeht und schon steht der Feierabend vor der Tür.

Selbstverwirklichung ist ein elementarer Baustein für Zufriedenheit und trägt somit zur Gesundheit bei. Es entsteht das Gefühl von Selbstbestimmtheit.

Das ist natürlich ein erstrebenswerter Zustand für Mitarbeiter wie Unternehmen: Würden alle Angestellten so arbeiten, liefe alles wie geschmiert.

Solche Mitarbeiter sind eher bereit ihre Zeit in Überstunden zu investieren, wenn Not am Mann ist. Statt ständig auf die Uhr zu schauen, bringen sie ihr Wissen ein und tragen zum Unternehmenserfolg bei.

Intrinsische Motivation fördern: Diese Faktoren tragen dazu bei

Motivationsprobleme entstehen dadurch, dass Menschen extrinsisch motivierte Ziele verfolgen. Das oben angeführte Beispiel des Jurastudiums lässt sich weiterspinnen:

Wer allein nach extrinsischen Kriterien sich für einen Beruf entscheidet, trifft womöglich die falsche Berufswahl. Das kann sich im Laufe des Studiums immer wieder durch Prokrastination und Problemen mit der Selbstdisziplin zeigen.

Zweierlei spielt bei intrinsischer Motivation eine Rolle: Die interne Prozessmotivation und das interne Selbstverständnis. Die Prozessmotivation erklärt sich daraus, dass Ihnen die Tätigkeit an sich Spaß macht. Im Falle eines falsch gewählten Studiums fällt diese weg.

Das interne Selbstverständnis zielt auf Ihre Werte und Ideale ab. Um also die intrinsische Motivation zu fördern, ist es wichtig, sich über die eigenen Neigungen und Interessen im Klaren zu sein:

  • Was ist mein persönlicher Antrieb?
  • Welche Werte sind mir wichtig, für welche Überzeugungen stehe ich?
  • Welche Stärken und Schwächen habe ich, was mache ich besonders gern?

Um diese Fragen beantworten zu können, stehen Ihnen verschiedene Mittel und Wege wie beispielsweise die Potenzialanalyse, eine Stärken-Schwächen-Analyse und Coaching zur Verfügung.

Trotz alledem werden Sie intrinsische Motivation nie erzwingen können. Bestimmte Tätigkeiten werden Ihnen vermutlich keinen Spaß machen. Zum Beispiel schieben viele Menschen die Steuerklärung vor sich her. Oder sie hassen Staubwischen. Was Sie für mehr intrinsische Motivation tun können:

  • Belohnung

    Sie können sich damit austricksen, indem Sie sich beispielsweise belohnen oder eine unangenehme Tätigkeit mit einer angenehmen verbinden. Nach erfolgter Steuererklärung kaufen Sie sich etwas Nettes oder gehen schick essen. Wer das Aufräumen oder das Putzen aufschiebt, kann währenddessen Musik oder Hörbücher hören.

  • Pausen

    Denken Sie an regelmäßige Pausen während der Arbeit. Mit klarem Kopf und neuem Elan lassen sich auch weniger spannende Tätigkeiten überbrücken. Darüber hinaus ist erwiesen, dass Ihre Konzentration danach deutlich besser ist, so dass auch Herausforderungen leichter gelingen.

  • Schlaf

    Ebenso wichtig wie Pausen ist genügend Schlaf. Gehen Sie von sieben bis acht Stunden Schlaf aus,
    vergessen Sie die ganzen Erfolgsgeschichten von Leuten, die angeblich mit fünf Stunden und weniger auskommen: Auf Dauer laugt das den Körper aus und macht Sie bei Stress angreifbarer.

  • Aktivitäten

    Unternehmen Sie Dinge, die Sie ablenken. Das können sportliche Aktivitäten sein, ebenso auch Meditation oder Verabredungen. Alle diese Dinge lenken Sie von gegenwärtigen Stress ab und können helfen, kritische Punkte zu identifizieren. Darüber bekommen Sie durch Sport, Meditation und Verabredungen neue Impulse, die Sie weiterbringen.

  • Ziele

    Verdeutlichen Sie sich Ihre Ziele. Ganz gleich, ob Sie den Führerschein machen, eine Weiterbildung erfolgreich absolvieren oder abnehmen wollen: Halten Sie sich vor Augen, wie es ist, genau das erreicht zu haben, was Sie erstrebenswert finden. Was Sie dann alles tun können, wenn Sie erst einmal an dem Punkt sind.

[Bildnachweis: Alberto Zornetta by Shutterstock.com]
21. Februar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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