Purpose bestimmen: Was treibt Unternehmen an?

In der Coaching- und Beraterszene ist immer häufiger von Purpose die Rede. Der Anglizismus liegt im Trend und soll jedem helfen: Menschen brauchen Purpose und Unternehmen sowieso. Aber was versteckt sich hinter diesem ominösen Begriff? Wofür brauchen wir es und wie lässt sich Purpose bestimmen? Wir zeigen, welche Bedeutung dahinter steckt und was Sie wissen müssen…

Purpose bestimmen: Was treibt Unternehmen an?

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Definition: Welche Bedeutung hat Purpose?

Purpose stammt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch so viel wie Absicht, Aufgabe, Bestimmung, Intention oder Sinn. Gerade die Sinnhaftigkeit ist dabei ein zentrales Konzept. Damit hat Purpose einen nahezu philosophisch-moralischen Ansatz: Warum macht ein Mensch etwas? Welchen Sinn sieht er in seinem Tun? Bezogen auf die Arbeitswelt: Welchen höheren Zweck verfolgt ein Unternehmen?

Ein Beispiel: Viele Marken verkaufen nicht einfach nur Bio-Produkte, sondern vermitteln dem Verbraucher, dass er mit seiner Kaufentscheidung weniger Chemie, weniger Plastik und hochwertigere Inhaltsstoffe unterstützt. Kunden, die sich für diese Produkte entscheiden, finden es wichtig, nachhaltig zu handeln – und das Unternehmen erfüllt diesen Purpose.

Natürlich kann der Purpose eines jeden Menschen und Unternehmen völlig unterschiedlich sein. Für die einen ist es Nachhaltigkeit, andere Unternehmen wollen Menschen auf der ganzen Welt zusammenbringen oder technische Innovationen hervorbringen, die die Welt verändern.

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Warum ist Purpose so wichtig?

Wofür braucht es Purpose? Ganz einfach: Das ist der Motor intrinsischer Motivation, der Motor allen Handelns. Wer einen Sinn in etwas sieht, geht zielgerichtet und unbeirrbar vor. Und wer möchte nicht einen Sinn in seinem Leben sehen?

Alles, was Sie täglich und auf lange Sicht tun, dient Ihrem persönlichen Purpose. Vielleicht lernen Sie, um einen besonders guten Abschluss in einer Fortbildung zu bekommen. Oder Sie sind freundlich zu Ihren Nachbarn im Haus, weil Ihnen an guter Nachbarschaft gelegen ist. Die Sinnfrage durchzieht sämtliche Lebensbereiche, natürlich auch den Job als einen zentralen Bereich menschlichen Lebens. Wer diese Frage nach seinem Purpose im Job beantworten kann, hat Spaß im Beruf und ist zusätzlich erfolgreich.

Purpose im Beruf

Statt sich mit Jobfrust morgens aus dem Bett zu quälen, genießen Sie den Arbeitstag. Sie tun etwas, das Ihren Werten und Zielen entspricht. Sie treffen auf gleichgesinnte Kollegen, Ihre Ideen finden Anklang und Sie sind ins Unternehmen eingebunden. Wer seinen Purpose in einem Unternehmen findet, läuft weniger Gefahr, durch Überarbeitung völlig auszubrennen.

Gleichzeitig sind solche Mitarbeiter für ein Unternehmen Gold wert. Sie bringen sich mit vollem Engagement ein und schieben nicht nur Dienst nach Vorschrift. Das bringt ein Unternehmen letztlich nach vorne, sichert die Marktposition oder hilft sogar beim Ausbau.

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Wie lässt sich Ihr Purpose bestimmen?

Unternehmen bestehen aus Menschen. Menschen mit Ideen, die das Unternehmen irgendwann einmal gegründet haben. Nicht jeder denkt über Sinn und Zweck nach. Manch einer hat das Unternehmen vielleicht von seinem Vater geerbt, in anderen Fällen steht eine Aktiengesellschaft dahinter. Trotzdem gibt es einen gemeinsamen Gedanken – der Purpose, der alle verbindet. Egal, wie dieser aussieht: Purpose zeigt sich, wenn Unternehmen einen Bedarf am Markt erkennen und vom inneren Wunsch getrieben werden, diesen bestmöglich zu befriedigen.

Echter Purpose ist dabei nicht nur Gewinnmaximierung. Geld kommt fast automatisch, wenn ein Bedarf vorhanden und die Motivation groß genug ist. Wichtiger ist, dass Sie eine Lösung für ein bestehendes Problem oder eine bestehende Lücke anbieten. Fragen, die Ihnen dabei helfen, den Purpose zu bestimmen, sind:

  • Was wollen wir erreichen?
  • Wem wollen wir helfen?
  • Wie können wir etwas verändern?
  • Was sollen Menschen von dem Unternehmen denken?

Bezogen auf Arbeitnehmer

Für den einzelnen Arbeitnehmer ergibt sich Purpose aus der Schnittmenge mehrerer Aspekte (siehe Grafik am Anfang des Artikels): Sie haben einen Beruf erlernt, der für Sie eins der interessantesten Gebiete darstellt, auf denen Sie tätig sein möchten. Finden Sie eine Stelle, können Sie Ihrer Berufung nachgehen, wenn sich Ihr Purpose und der des Unternehmens decken.

Wer von etwas getrieben wird, hat ein Ziel und will der Beste darin sein. Es gibt bereits so viele vermeintliche Experten auf diesem Gebiet – Sie können es besser und wollen das beweisen. Dieser Punkt nennt sich hier Mission. Und häufig bedingen sich Faktoren. Wer Spaß an dem hat, was er tut, ist gut darin – und wer gut ist, hat meistens Erfolg.

Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse kommen zur Anwendung. Ein gutes Unternehmen wird diese Fähigkeiten in einer Fortbildung fördern und erkennen, dass Sie für eine Beförderung infrage kommen. Das Unternehmen investiert in solche Mitarbeiter und möchte gemeinsam etwas erreichen und die Zukunft gestalten.

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Fachkräftemangel motiviert Unternehmen

Wer seinen Purpose kennt, kennt seinen Zweck und seine Bestimmung. Die zu finden, ist allerdings nicht ganz leicht. Unternehmen besaßen lange nur einen Selbstzweck, Motto: Wir produzieren Autos. Oder Körperlotion. Bieten unsere Dienste im Bereich Werbung und Marketing an. Mittlerweile reicht das nicht mehr. Gerade junge Arbeitnehmer legen großen Wert auf Purpose. Diese aus Unternehmenssicht so interessanten Kandidaten versprechen High Potentials, sind aber gleichzeitig rar gesät.

Und die Ansprüche und Erwartungen sind hoch. Materielle Anreize allein reichen nicht mehr. Natürlich spielt das Gehalt eine Rolle und andere Anreize wie flexible Arbeitszeiten werden gern genommen. Doch nur, wenn das Unternehmen einen passenden Purpose verfolgt, ist es als Arbeitgeber attraktiv.

Das motiviert immer mehr Unternehmen dazu, über ihren Purpose nachzudenken. Sie entwickeln Visionen, Leitgedanken, große Ziele. Schließlich will man attraktiver für Bewerber und Konsumenten sein. Ein lobenswerter Ansatz, solange es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt: Wenn ein Großkonzern erklärt, sich für gesündere Lebensmittel einsetzen zu wollen, gleichzeitig aber eine eindeutige Kennzeichnung nach simplen Ampelsystem verweigert, gibt es ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Purpose umsetzen und vorleben

Gerade diese Glaubwürdigkeit ist ein großer und wichtiger Bestandteil der Suche nach dem eigenen Purpose. Wie lässt sich authentisch vermitteln wofür man steht, wenn es gleichzeitig deutliche Widersprüche gibt?

Ein Fitnessgerätehersteller, der sich die Gesundheit seiner Kunden auf die Fahnen schreibt, wirkt deutlich glaubwürdiger, wenn auch bei den eigenen Angestellten auf Gesundheit geachtet wird. Möglich wird das durch mehrere Maßnahmen:

  • Gesundheits- und Ernährungskurse fördern
  • Kurse zur Raucherentwöhnung geben
  • Betriebssport anbieten
  • Erwerb von Dienstfahrrädern bezuschussen,
  • Kantine mit gesundem und ausgewogenem Essen anbieten
  • Kostenloses Obst, Wasser und Tees zur Verfügung stellen.

Dies sind gleichzeitig alles Instrumente zur Mitarbeiterbindung: Fühlt sich der Arbeitnehmer wohl, erlebt er die Unternehmenswerte im eigenen Arbeitsalltag, wird der Purpose bestätigt.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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