Betriebssport: Sportlich mit den Kollegen

Betriebssport: Ein guter Ausgleich für gestresste Sitzarbeiter. Wie aber bringen Sie Ihre Mannschaft in Form? Klassiker wie Kicken und Badminton stehen natürlich ganz oben auf dem Trainingsplan, aber es geht auch ausgefallener. Wir haben 9 Alternativen zu Fußball für Sie zusammengestellt. Vielleicht ist ja genau die richtige Idee für Ihre Truppe dabei.

Betriebssport: Sportlich mit den Kollegen

Betriebssport: Bewegung!

Zu den größten Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zählt es, regelmäßig ein Dutzend Leute für eine betriebliche Sportgruppe zusammenzutrommeln. Überstunden, Terminzwänge, Home Office, Kundentermine – unwahrscheinlich, dass sich 20, zehn oder auch nur fünf Mitarbeiter dauerhaft unter einen Hut bringen lassen. Sehr bedauerlich. Denn dass Betriebssport eine feine Sache ist, versteht sich eigentlich von selbst. Er fördert …

  • Gesundheit und Fitness
  • Teambuilding
  • Wettbewerb
  • Mitarbeiterbindung

Dem stehen die erwähnten Terminzwänge gegenüber. Sport im Betrieb kostet Zeit, bindet Ressourcen und kann zu allem Überfluss sogar unterschwelligen Druck aufbauen. Nach dem Motto: „Jetzt hast du schon dreieinhalb Pfunde zu viel und machst trotzdem nicht bei unserer Laufgruppe mit?“ Was man zudem beachten sollte …

Betriebssport: Bitte beachten

  1. Organisation: Nehmen wir an einem Betriebssportturnier teil oder richten wir womöglich einen eigenen Firmenlauf aus? Und wer kümmert sich überhaupt um alles?
  2. Bezahlung: Zahlen wir unseren Mitarbeitern Zuschüsse oder gründen wir unseren eigenen Verein?
  3. Versicherung: Wie ist es um den Unfallversicherungsschutz während des Sports bestellt?

Bin ich beim Betriebssport versichert?

Eine sehr häufige Frage und die Antwort lautet: Ja, der Betriebssport fällt unter die gesetzliche Unfallversicherung. Damit diese allerdings greift, müssen nach der Rechtsprechung einige Grundsätze erfüllt sein:

  • Ausgleich. Der Sport soll ein Ausgleich für körperliche, geistige oder nervliche Belastungen sein. Nicht versichert sind deshalb Wettkämpfe, beispielsweise wenn Mannschaften verschiedener Unternehmen gegeneinander antreten.
  • Regelmäßigkeit. Um von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt zu sein, muss der Betriebssport regelmäßig – mindestens einmal monatlich – stattfinden und der Betroffene muss ebenfalls regelmäßig daran teilnehmen.
  • Teilnehmerkreis. Der Teilnehmerkreis sollte sich hauptsächlich auf die Mitarbeiter beziehen. Es ist aber auch möglich, dass sich mehrere Arbeitgeber zusammenschließen, um einen Betriebssport anzubieten.
  • Vom Unternehmen organisiert. Damit die gesetzliche Unfallversicherung greift, müssen die Aktivitäten vom Unternehmen organisiert werden – beispielsweise, indem die Zeiten und Orte festgelegt werden.

Eine weiteres wichtiges Thema ist die Entgeltfortzahlung bei einem Sportunfall. Wir haben die Experten von anwalt.de gefragt: Nach § 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) können Beschäftigte, die infolge einer Krankheit arbeitsunfähig sind, für höchstens sechs Wochen weiterhin ihr Bruttomonatsgehalt verlangen. Warum der Angestellte erkrankt ist, geht den Arbeitgeber dabei in der Regel nichts an und wird auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch nicht angegeben. Daher muss der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlungen auch dann tätigen, wenn sein Angestellter während einen Sportunfall erlitten hat – auch wenn dieser in der Freizeit passierte.

Anderes gilt jedoch, wenn der Arbeitnehmer die Krankheit selbst verschuldet hat. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn er besonders leichtfertig gehandelt und sich deshalb die Krankheit zugezogen hat, wie etwa durch Rauchen nach einem Herzinfarkt oder bei der Verursachung eines Verkehrsunfalls unter Drogen- oder Alkoholeinfluss.

Auch bei Sportunfällen kann der Chef die Entgeltfortzahlung unter bestimmten Umständen verweigern – der Beschäftigte muss dabei gegen seine eigenen Interessen gehandelt haben. Davon ist auszugehen, wenn er eine besonders gefährliche Sportart ausübt, bei der das Verletzungsrisiko sehr hoch ist und selbst erfahrene und ausgebildete Sportler dies nicht vermeiden können.

5 Tipps, um im Job sportlich zu bleiben

Der Betriebssport ist eine gute Möglichkeit, dem ständigen Sitzen den Kampf anzusagen, meint man es aber wirklich ernst mit einem gesünderen und aktiven Lebensstil, sollte man sich nicht allein darauf beschränken. Das Ziel sollte es sein, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen – und das funktioniert auch für diejenigen, die der Meinung sind, für ausgiebigen Sport keine Zeit zu haben. So konnte eine Studie zeigen, dass bereits drei Mal die Woche ein paar Minuten ausreichen. Wer bisher also immer fein raus war und sich mit seinem Job und Verpflichtungen vor dem Sport gedrückt hat, könnte beim nächsten Mal eine neue Ausrede brauchen.

Und das geht so: 30 Sekunden lang auf dem Fahrrad komplett verausgaben, kurze Erholungspause und noch einmal Vollgas geben. Wer diesen Ablauf fünf Mal wiederholt, erzielt die gleichen Ergebnisse wie Vergleichspersonen, die tägliche eine Stunde Rad fahren. Doch auch im Arbeitsalltag sollten Sie sportlich bleiben. Diese fünf Tipps können dabei helfen:

  1. Schaffen Sie sich einen Schrittzähler an

    Ein Schrittzähler allein macht noch nicht sportlich, doch den Effekt sollten Sie trotzdem nicht unterschätzen. Es kann nämlich unheimlich motivierend sein, am Ende des Tages zu sehen, wie viele Schritte den Tag über zusammen gekommen sind. Besonders groß wird der Ansporn übrigens dann, wenn Sie sich mit einem Freund vergleichen.

  2. Nutzen Sie jede Gelegenheit, um zu laufen

    Es muss nicht immer gleich eine ganze Stunde Joggen sein, um etwas für die eigene Fitness zu tun. Wie schon der Volksmund weiß: Jeder Gang macht schlank. Parken Sie beispielsweise nicht direkt vor der Bürotür, nehmen Sie die Treppe und wenn Sie einem Kollegen etwas zu sagen haben, dann besuchen Sie ihn doch in seinem Büro, anstatt eine E-Mail zu schreiben. Es sind nur kleine Änderungen, doch in der Summe machen Sie durchaus einen Unterschied.

  3. Machen Sie während der Arbeitszeit ausreichend Pausen

    Pausen sind nicht nur wichtig, um die Konzentration aufrecht zu erhalten und die Produktivität zu steigern. Sie sind mindestens genauso entscheidend, um den Rücken zu strecken und sich die Beine zu vertreten. Dafür braucht es weder viel Zeit, noch Yogakenntnisse. Bereits ein paar einfache Dehnübungen und die Bewegung reichen aus.

  4. Arbeiten Sie an einem höhenverstellbaren Schreibtisch

    Die wahrscheinlich einfachste Methode, um die Folgen von zu langem Sitzen zu umgehen: Weniger Sitzen. Gut geeignet sind hierfür höhenverstellbare Arbeitsplätze, an denen Sie auch bequem im Stehen arbeiten können. Ihr Rücken und vermutlich auch Ihre Kollegen werden es Ihnen danken, wenn Sie den Chef zu dieser Anschaffung überreden.

  5. Sorgen Sie für die nötige Verbindlichkeit

    Jeder, der sich schon einmal in einem Fitnessstudio angemeldet hat, weiß, dass es besonders schwer fällt, alleine etwas zu tun. Suchen Sie sich deshalb einen Partner, mit dem Sie gemeinsam an Ihrer Fitness arbeiten können. Dies kann ein Kollege im Büro, ein Freund oder auch der Partner zu Hause sein. Wichtig ist nur, dass Sie sich gegenseitig motivieren.

Betriebssport: Es muss nicht immer nur Fußball sein

Steht die Frage im Raum, ob Sie am Betriebssport teilnehmen wollen oder falls Sie sich engagieren wollen, um ein größeres Angebot zu schaffen, bleibt die Frage: Mit welchen Sportarten lockt man die Mitarbeiter auf den Platz? Mit Fußball, Hockey, Volleyball, Tischtennis? Solche Klassiker sind beliebt und funktionieren mit großer Wahrscheinlichkeit – sind aber auch altbekannt. Sie können auch tiefer in Trickkiste greifen, um sportlichen Ehrgeiz in der Belegschaft zu wecken. Wir haben einige ausgefallene Anregungen für Ihren Betriebssport gesammelt: 9 Alternativen zum Fußball…

  1. Schach

    Teilweise werden große Schach-Betriebssport-Turniere ausgetragen, für den Anfang könnten Sie aber auch erstmal die Einrichtung einer Schachspielgruppe im Betrieb vorschlagen. Die Umsetzung ist relativ einfach, der Nutzen für die körperliche Fitness bleibt hingegen aus.

    Vorteile: Gehirnjogging und IQ-Training. Ohne jede Altersbegrenzung. Verletzungsgefahr: nicht vorhanden. Und: Es müssen keine Termine für große Gruppen organisiert werden, zwei Spieler reichen notfalls aus.

    Nachteile: Kein Teambuilding, Einzelkämpfer-Mentalität steht im Vordergrund. Kann sogar in ungesunden Wettkampf ausarten, nach dem Motto: „Siehste, ich bin doppelt so schlau wie der“.

  2. Segeln

    Auch im Segeln gibt es eine Deutsche Betriebssport-Meisterschaft, diesmal im Oktober auf der Flensburger Förde.

    Vorteile: Unschlagbares Ambiente, frische Luft, draußen in der Natur. Für Teambuilding geeignet, in der Crew ist Kooperation gefragt. Stimmige Kombination aus Anstrengung und Entspannung.

    Nachteile: Hoher Material- und Zeitaufwand. Man ist auf Binnenmeer, Nord- oder Ostsee in der Umgebung angewiesen. Nichtschwimmer können (sollten) nicht mitmachen.

  3. Lauftreff

    Firmenläufe sind bundesweit längst zur Institution geworden – und eine Motivationshilfe für jede Läufergruppe.

    Vorteile: Ausdauersport, Fitmacher, auch für Ältere. Lässt die Glückshormone hüpfen. Auch mental gesund: Man kann auf ein konkretes Ziel hintrainieren. Und: Laufen ist billig, mehr als Shirt und Schuhe braucht man nicht.

    Nachteile: Häufiger Einwand: Laufen beansprucht die Gelenke. Noch häufigerer Einwand: Laufen ist langweilig.

  4. Drachenboot

    Die hippe Variante zum Rudern. Drachenboot-Regatten gibt es mittlerweile in vielen größeren Städten.

    Vorteile: Perfekt fürs Teambuilding: „Alle sitzen im gleichen Boot“. Auch hier gilt: Es wird auf ein konkretes Ziel, die Drachenbootregatta, hintrainiert. Frische Luft plus körperliche Ertüchtigung plus Spaßfaktor.

    Nachteile: Wo bekommen wir das Drachenboot her? Teilnehmer, Ort, Material: Logistischer Aufwand ist groß, Koordinationsschwierigkeiten sind vorprogrammiert.

  5. Bogenschießen

    Erst anspannen, dann entspannen – Bogenschießen wird heute sogar von manchen Psychotherapeuten zu Therapiezwecken verschrieben.

    Vorteile: Präzision, Fokussierung, ruhiges Händchen – Konzentrationsfähigkeit wird beim Bogenschießen geschult. Grundfitness nicht notwendig, jeder kann mitschießen. Sorgt für greifbare Erfolgserlebnisse.

    Nachteile: Wenig Bewegung; kein klassischer Ausdauersport, der den Kreislauf in Wallung bringt. Daher kein Ersatz für Laufen, Schwimmen oder Radfahren.

  6. Headis

    Eine Mischung aus Fußball und Tischtennis. Der Ball muss mit dem Kopf über das Netz auf die andere Seite der Platte gespielt werden.

    Vorteile: Kann jederzeit im Betrieb gespielt werden, ohne organisatorischen Aufriss. Tischtennisplatte genügt. Hoher Fun-Faktor.

    Nachteile: Hat nicht das Zeug zur Massenbewegung. Nur was für Jüngere, eher für Jungs als für Mädchen, mehr für die hippe Agentur als für den Großkonzern.

  7. Rückengymnastik

    Sitzen ist ein moderner Krankmacher. Warum nicht aktiv vorbeugen?

    Vorteile: Klassische Gesundheitsförderung und sehr sinnvoll, gerade für Sitzarbeiter und Ältere, die womöglich schon unter Rückenproblemen leiden.

    Nachteil: Spaßfaktor: sehr begrenzt. Attraktivität für jüngere Mitarbeiter, die sich austoben wollen: nahezu null.

  8. Crossgolf

    Die urbane Form des Golfs, die im Prinzip überall gespielt werden kann. Auch Agenturen bieten Crossgolf-Kurse vermehrt an.

    Vorteile: Lässt unzählige Varianten zu. Teure Golf-Ausrüstung überflüssig, nur Schläger und Ball werden benötigt. Spiel und Spaß stehen im Vordergrund.

    Nachteile: Großräumige Fläche bzw. Parcours muss gefunden werden. Versicherungsschutz relevant, sofern es trotzdem mal klirren sollte.

  9. Klettern

    Geht ebenfalls als Trendsport durch, wird seit einigen Jahren immer beliebter.

    Vorteile: Kraft und Koordination trainieren, Ängste überwinden. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen gleichermaßen beliebt.

    Nachteile: Eine Kletterhalle gibt es nicht überall. Erfordert auch von Einsteigern körperliche Grundfitness. Wer weniger sportlich ist, kann Probleme haben.

[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]
10. August 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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