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Ishikawa-Diagramm: Vorlage, Beispiel, Tipps


Das Ishikawa-Diagramm (auch: Ursache-Wirkungs-Diagramm) veranschaulicht die einzelnen Ursachen eines Problems. Selbst komplizierte Strukturen bildet es übersichtlich und verständlich ab. So können Sie Schwierigkeiten an der Wurzel packen und aus der Welt schaffen. Wir stellen Ihnen das Ursache-Wirkungs-Diagramm genauer vor: Wie Sie ein Ishikawa-Diagramm erstellen und Tipps, wie Sie es bestmöglich nutzen…


Ishikawa-Diagramm: Vorlage, Beispiel, Tipps

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Ishikawa-Diagramm Definition: Was ist das?

Das Ishikawa-Diagramm visualisiert Ursachen und Probleme, um zu einer Lösung zu gelangen. Das Diagramm geht auf den japanischen Wissenschaftler Kaoru Ishikawa zurück, der die Ursachen eines Problems sichtbar machen wollte, um zu Lösungen zu gelangen. Optisch ähnelt das Ergebnis einer Fischgräte. Alternative Bezeichnungen sind daher Ursache-Wirkungs-Diagramm (englisch: fault tree analysis/cause-and-effect diagrams) oder Fischgrät-Diagramm (fishbone diagrams/herringbone diagrams).

Jede Gräte steht für eine der Hauptursachen des ausgemachten Problems. Daneben gibt es weitere Nebenursachen, die sich von den hauptsächlichen Einflussgrößen abzweigen. Durch diese Visualisierung ermöglicht das Ishikawa-Diagramm eine genaue Analyse verschiedener Faktoren, auch dann, wenn bereits die Ursachen möglicherweise in Zusammenhang miteinander stehen.

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Ishikawa-Diagramm erstellen: So funktioniert es

Um eine Vorlage des Ishikawa-Diagramms erstellen, ist kein sonderliches künstlerisches Talent nötig. Beginnen Sie mit der Hauptachse, die horizontal von links nach rechts verläuft. Am rechten Rand wird sich der Kopf des Fisches befinden, dem das Fischgräten-Diagramm ähnelt. Diagonal an diese Gerade schließen die einzelnen Gräten des Diagramms an, die später die Problemursachen abbilden. Dafür gehen Sie wie folgt vor:

  1. Identifizieren Sie das Problem

    „Der Fisch stinkt vom Kopf“, so lautet ein bekanntes Sprichwort. Passenderweise wird beim Ishikawa-Diagramm auch genau dort das Problem platziert, wo der angedeutete Fischkopf zu finden wäre. Der erste wirkliche Schritt bei der Erstellung des Diagramms ist daher immer, das genaue Problem oder das Ziel zu identifizieren.

  2. Beschriften Sie die Gräten

    Jede Gräte des Ishikawa-Diagramms steht für eine mögliche Kategorie von Ursachen. In der ursprünglich entwickelten Version gab es hier vier übergestellte Gründe, davon abgeleitet spricht man auch von der 4M-Methode. Dies steht für Mensch, Maschine, Methode und Material. Versuchen Sie, zu jeder Gräte mögliche Haupteinflussgrößen auszumachen, die auf das Problem einwirken können. Meist wird um Mitwelt und Management ergänzt (6M-Methode).
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  3. Erarbeiten Sie die Ursachen

    Tragen Sie (beispielsweise mithilfe einer Mindmap) Gründe und Ursachen zusammen, die mit dem Problem zusammenhängen könnten. Eine gemeinsame Bearbeitung im Team kann sinnvoll sein. So können Sie die Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und mehrere Meinungen dazu hören. Sie können auch verschiedene Ursachen untereinander verbinden, wenn diese im Zusammenhang stehen oder die eine möglicherweise durch die anderen ausgelöst/gefördert wird. Diese zusätzlichen Verbindungen verfeinern das Gesamtbild und tragen am Ende zu einer besseren Lösung des Problems bei.

  4. Bestimmen Sie wahrscheinliche Ursachen

    Dann filtern und bestimmen Sie, welche besonders relevant sind und somit die wahrscheinlichste(n) Ursache(n) darstellen. Legen Sie hierfür eine Gewichtung in Haupt- und Nebenursachen fest. Sie müssen sich nicht auf einen einzelnen Punkt beschränken. Oft ist es eine Kombination aus unterschiedlichen Ursachen, die gemeinsam ein Problem ergeben. Somit müssen Sie später auch alle angehen, um eine langfristige Besserung zu erzielen.

  5. Kontrollieren Sie die Vollständigkeit

    Es hat sich bewährt, nach dem ersten Zusammentragen zu kontrollieren, ob die bisher gefundenen und festgehaltenen Gründe auch wirklich vollständig sind. Mit den verschiedenen Punkten vor Augen und im Ishikawa-Diagramm veranschaulicht, fallen manchmal auch auf den zweiten Blick noch neue Ursachen auf, die in die weitere Betrachtung mit einfließen sollten.

  6. Ursachen auswerten & Lösungen erarbeiten

    Nachdem Sie die wahrscheinlichsten Ursachen des Problems identifiziert haben, sollten Sie diese auswerten. In einigen Fällen bietet sich für Unternehmen ein Coaching oder eine Unternehmensberatung an. Nutzen Sie das Wissen und das Input, das Sie durch das Ishikawa-Diagramm gewonnen haben, um Maßnahmen abzuleiten und in die Tat umzusetzen. Sie wissen nun, an welchen Stellschrauben Sie drehen müssen, um ein Problem in den Griff zu bekommen.

Ishikawa-Diagramm: 5M, 6M, 7M und 8M

Ausgangspunkt des Ishikawa-Diagramms ist die 4M-Methode: Mensch, Maschine (auch: Technik), Methode und Material. Mit der Zeit wurde das Ishikawa-Diagramm erweitert, heute wird oft die 6M-Methode verwendet, es gibt aber sogar bis zu acht Kategorien (ausführliche Bedeutung weiter unten).

  • 5M
    Bei der 5M-Methode ergänzt man um Mitwelt (auch: Milieu oder Umwelt).
  • 6M
    Zu 6M gehört das Management als mögliche Ursache.
  • 7M
    7M steht für Messverfahren (auch: Messbarkeit).
  • 8M
    Zu den vier klassischen Bereichen Mensch, Maschine, Methode und Material kommen noch Management, Mitwelt, Messbarkeit und als neue Ursache Money hinzu.


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Vor- und Nachteile des Ishikawa-Diagramms

Kurz gesagt ist das Ishikawa-Diagramm also eine Methode der zur Problemanalyse und -lösung, die einige Vorteile mitbringt:

Ishikawa-Diagramm Vorteile

  • Visualisierung
    Die Analyse von Problemen und den dahinterstehenden Ursachen kann schnell sehr komplex werden. Es spielen die unterschiedlichsten Bereiche eine Rolle und es wird schwer, den Überblick zu behalten. Die grafische Darstellung des Ishikawa-Diagramms hilft dabei, auch verstrickte Zusammenhänge zu erkennen und anschaulich abzubilden.
  • Einfachheit
    Manch eine Methode ist sehr kompliziert und man muss sich zunächst lange und intensiv damit auseinandersetzen, um sie zu erlernen und anwenden zu können. Das Ursache-Wirkungs-Diagramm ist hingegen einfach in der Umsetzung und erfordert keinerlei Vorkenntnisse.
  • Praxisbezug
    Alle Theorie ist grau, weshalb es besonders wichtig ist, Lösungen bereits praxisnah zu erarbeiten. Dies klappt, da Sie sich genau am festgelegten Problem orientieren können.
  • Teamarbeit
    Das Ishikawa-Diagramm eignet sich sehr gut, um gemeinsam im Team, beispielsweise während eines Meetings, Probleme zu analysieren und zusammen Lösungen zu erarbeiten.
  • Flexibilität
    Zwar gibt es einige klassische Hauptursachen (mehr dazu weiter unten), doch das Diagramm lässt sich an die jeweiligen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen anpassen.

Ishikawa-Diagramm Nachteile

  • Unübersichtlichkeit
    Zu viele Haupt- und Nebenursachen gehen auf Kosten der Übersichtlichkeit.
  • Wechselwirkungen
    Aufgrund der Anordnung lassen sich Wechselwirkungen schlecht darstellen. Auch zeitliche Abhängigkeiten lassen sich nicht erfassen.
  • Gewichtung
    Zwar wird zwischen Haupt- und Nebenursachen unterschieden, untereinander ist die Gewichtung jedoch schwierig.

Ishikawa Diagramm als Vorlage (Word)

Wer selbst ein Ishikawa Diagramm erstellen möchte, den stellen wir HIER eine kostenlose Vorlage (PDF) zum Download zur Verfügung. Mit nachfolgendem Link gelangen Sie zum kostenlosen Word-Dokument, dass Sie individuell am Computer beschriften können.

Ishikawa Diagramm als Vorlage (Word)


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Ishikawa-Diagramm: 7M oder 8M-Methode

Die einzelnen Kategorien der 8M-Methode haben wir oben bereits kurz vorgestellt. Doch was genau verbirgt sich dahinter und welche Art von Gründen wird den einzelnen Bereichen zugeordnet? Für ein besseres Verständnis und damit gleichzeitig für bessere Ergebnisse mit dem Ishikawa-Diagramm listen wir nachfolgend die einzelnen Punkte der 8M-Methode auf und erklären, wofür diese stehen:

  • Mensch

    Dieser Bereich umfasst alle möglichen Gründe, die mit einzelnen Personen zu tun haben. Klassische Beispiele sind etwa fehlende oder nicht ausreichende Kenntnisse und Qualifikationen, aber auch die unvollständige Übermittlung von Informationen, persönliche Konflikte am Arbeitsplatz oder eine schlechte Arbeitseinstellung können Problemursachen dieser Kategorie darstellen.

  • Maschine

    Sind die eingesetzten Maschinen und Werkzeuge geeignet, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen? Sind die Arbeitsplätze mit den nötigen Geräten ausgestattet? Die Reparatur und Instandhaltung spielt in diesem Bereich eine große Rolle, um mögliche Ursachen auszuschalten.

  • Material

    Geht es beispielsweise um die Fertigung oder Verarbeitung von Produkten, ist das Material ein besonders wichtiger Faktor, der zu Problemen führen kann. Besonders im Bereich der Qualität können hier Gründe für Probleme zu finden sein.

  • Methode

    In jedem Unternehmen gibt es eine bestimmte Art, Dinge zu handhaben. Diese Prozesse haben sich zwar etabliert, sind aber nicht immer fehlerfrei. Unter den Bereich der Methode fallen daher mögliche Ursachen, die in der Arbeitsweise, den Strukturen am Arbeitsplatz und auch den Anweisungen durch Vorgesetzte zu finden sein können.

  • Management

    Welche Entscheidungen trifft ein Unternehmen und in welche Richtung möchte ein Unternehmen sich entwickeln? Diese Kategorie beschreibt den manchmal negativen Einfluss des Managements, der zu Problemen führen oder diese zumindest begünstigen kann – wenn zum Beispiel keine klaren Ziele kommuniziert werden.

  • Mitwelt

    Gemeint sind hier Umweltfaktoren, die ein Ergebnis negativ beeinflussen können. Umwelteinflüsse wie große Temperaturschwankungen oder hohe Luftfeuchtigkeit können beispielsweise die Produktivität reduzieren. Als Mitwelt kann aber beispielsweise auch die direkte Konkurrenz eines Unternehmens gesehen werden.

  • Messung

    Im Unternehmen wird der Output beziehungsweise das Ergebnis und die Leistung einer Abteilung gemessen. Allerdings kann es bereits hier zu Schwierigkeiten oder Ungereimtheiten kommen.

  • Money

    Mitunter setzen Unternehmen Geld an der falschen Stelle ein. Fehlt es an nötigen Mitteln oder wird am falschen Ende gespart, kann dies eine Problemursache sein, die auf diesen Strang des Ishikawa-Diagramms festzuhalten ist.

Ishikawa-Diagramm: Tipps zur effektiven Nutzung

Abschließend haben wir noch einige Tipps für Sie zusammengestellt, damit Sie das Ishikawa-Diagramm nicht nur nutzen können, sondern damit wirklich nützliche Ergebnisse erzielen, mit denen Sie die Ursachen von Problemen gezielt erkennen und diese anschließend lösen können:

1. Werden Sie so konkret wie möglich

Dies fängt bereits bei der Benennung des Problems an. Es ist leicht, sich hier nur sehr oberflächlich auszudrücken und nur zu sagen Ergebnisse zu schlecht. Umso schwerer wird es Ihnen jedoch fallen, die dafür verantwortlichen Gründe herauszufiltern. Werden Sie deshalb von Anfang an so konkret wie möglich und formulieren Sie das zu lösende Problem in einem prägnanten Satz: Die Qualität der Ergebnisse ist im letzten halben Jahr zurückgegangen oder auch Die Mitarbeitermotivation lässt nach.

2. Passen Sie das Ishikawa-Diagramm an

Die verschiedenen Grundpfeiler der 8M-Methode sind eine gute Grundlage, auf der Sie Ihr Ishikawa-Diagram aufbauen können, doch müssen Sie sich nicht daran festklammern. Wenn Sie in einem Fall andere Bereiche ausfindig machen, passen Sie die Gestaltung entsprechend an. Bei Problemen innerhalb des Marketings wird beispielsweise sehr oft der Preis oder auch das Produkt selbst als Kategorie von Problemursachen angeführt.

3. Nutzen Sie Kreativitätstechniken

Wenn Sie sich Gedanken zu einem Problem machen, wird Ihnen sicherlich der ein oder andere mögliche Grund einfallen. Verbessern lässt sich dieser Prozess, indem Sie – gerade in der Gruppe – verschiedene Kreativitätstechniken ausprobieren und einsetzen. Mit Methoden wie Brainstorming erweitern Sie Ihren Denkhorizont und kommen auf andere Ideen – und damit möglicherweise dem Kern des Problems näher.

4. Bleiben Sie übersichtlich

Die Veranschaulichung ist einer der großen Vorteile des Ishikawa-Diagramms. Je mehr mögliche Gründe und Verzweigungen Sie entdecken, desto chaotischer wird das System allerdings. Vermeiden Sie es deshalb, sich immer weiter zu verzetteln, denn einmal angefangen, lassen sich meist immer weitere Nebenursachen identifizieren. Bleiben Sie möglichst nah am Ausgangsproblem, um die Übersichtlichkeit zu erhalten.

5. Achten Sie nicht sofort auf Perfektion

Gleichzeitig gilt aber: Die erste Version Ihres Ishikawa-Diagramms muss nicht perfekt werden. Halten Sie sich nicht endlos lange damit auf, das schönste Diagramm von allen zu zeichnen. Meist kommen ohnehin immer wieder neue Punkte hinzu, die Sie dazwischen quetschen müssen. Zunächst einmal geht es also um das Wesentliche: Mögliche Ursachen für ein Problem zu finden und diese zu analysieren. In einem zweiten Schritt können Sie die Grafik noch einmal neu anfertigen, Übersichtlichkeit zu gewährleisten.


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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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