Montagsstimmung: Was Sie über Ihre Karriere aussagt

Der Idealfall ist doch: Wir freuen uns auf den Start in die neue Woche, sind bester Montagsstimmung und packen die Aufgaben an. Die Realität ist aber häufig: Wir freuen uns aufs Wochenende und montags herrscht häufig der Montagsblues. Der wöchentliche Kater, der auch ganz ohne Alkohol entsteht. So viel ist sicher: Wer sich regelmäßig montags schon nach dem Wochenende zurücksehnt, macht irgendwas falsch. Was Ihre Montagsstimmung über Ihre Karriere aussagt…

Montagsstimmung: Was Sie über Ihre Karriere aussagt

Montagsstimmung: Euphorie oder Montagsblues?

Jeden Montag das gleiche Spiel: Das Internet ist voll von GIFs und Memes, die mal mehr oder weniger humorig den Montag auf die Schippe nehmen und die Montagsstimmung der jeweiligen Nutzer illustrieren.

Auf Twitter, Facebook und Co. lassen sich wahlweise sonniges Lächeln und frohe Wünsche oder Sprüche à la „Lasst mich in Frieden – ich habe Montag“ lesen. Überwiegend Einigkeit scheint lediglich darin zu bestehen, dass es einer gehörigen Portion Kaffee bedarf, um den Tag zu überstehen.

Gerade noch war Wochenende, alles war toll, man konnte ausspannen oder auf Partys feiern gehen. Die einen nehmen das zur Kenntnis und begeben sich ohne Murren an den Job.

Bei den anderen herrscht Ernüchterung, Bedauern. Aber woran liegt das eigentlich? Ist alles im Job so furchtbar, dass sie sich sofort ins Wochenende zurücksehnen?

Montagsstimmung: Montag, der vielgeschundene Tag

Es ist Montag. Noch fünf ganze Tage bis zum Wochenende. Es scheint, dass sich alle auf den Montag eingeschossen haben. Im Netz kursieren viele alternative Bezeichnungen für die Wochentage:

  • Freitag = Freutag
  • Donnerstag = Dönerstag
  • Mittwoch = Mettwoch
  • Dienstag = Jeanstag

Was ist mit dem Montag? Der wird gerne auch mal als „Schontag“ bezeichnet. Im Allgemeinen ist die Montagsstimmung nicht besonders gut. Woran liegt das bloß? Der Montag markiert in vielen Kulturkreisen, so auch im deutschen Sprachraum, den Beginn der Woche.

Das ist nicht überall so – in etlichen Sprachen wie etwa Arabisch, Persisch, Hebräisch und Griechisch geht der Montag auf eine Bezeichnung zurück, die übersetzt so viel wie „zweiter Tag“ bedeutet.

Wenngleich für die Griechen die Woche dennoch mit einem Montag beginnt – für andere Länder hingegen wie den USA, Kanada und Japan beginnt die Woche mit dem Sonntag.

Wochenbeginn heißt für viele jedenfalls: Morgens wieder früh aufstehen, anstehende Aufgaben erledigen. Der Takt wird durch die Arbeit bestimmt. Das ist eine feststehende Tatsache, die nicht zwangsläufig miese Montagsstimmung verursachen muss.

Montagsstimmung ist messbar

Dass die Montagsstimmung dennoch bei der überwiegenden Mehrheit der Menschen eher schlecht ist, lässt sich messen. Und zwar zum Beispiel auf Twitter, so das Portal Quartz.

Wissenschaftler des Complex Systems Center der Universität von Vermont entwickelten ein Analysetool, das sogenannte Hedonometer. Damit wird in zehn Sprachen der am weitesten verbreitete Begriff und die jeweilige Stimmung untersucht.

Überraschung: Der Montag ist mit schlechter Stimmung verknüpft. Miese Montagsstimmung, dann geht es langsam aufwärts, der Höhepunkt ist am Samstag und schließlich wieder negativ am nächsten Montag.

Was interessanterweise nirgends erwähnt wird: Haben Arbeitnehmer, die montags frei haben, etwa ebenfalls schlechte Montagsstimmung?

Wenn für sie die Woche grundsätzlich mit einem anderen Wochentag, etwa dem Dienstag beginnt, ist anzunehmen, dass die Stimmung dann dienstags im Keller ist. Was die Vermutung nahelegt, dass nicht der Wochentag, sondern der Arbeitsbeginn das Problem für die Stimmung ist.

Eigene Montagsstimmung kritisch reflektieren

Ein bisschen Frust oder Langeweile zwischendurch ist völlig normal. Eigentlich. Bei manchen Arbeitnehmern macht sich die Auffassung breit, dass Arbeit nur Spaß bedeute, der Arbeitgeber fast schon Entertainer-Qualitäten aufweisen solle.

Damit schwimmen sie auf einer Modewelle, Stichwort: Edutainment, Gamification. Wer montags schlechte Stimmung hat, sollte sich fragen, was die Ursache dafür ist.

Eine eher negative Montagsstimmung kann mehrere Gründe haben:

  • Der Job

    Der augenscheinlichste Grund für eine miese Montagsstimmung: Sie hassen Ihren Job. Er bringt Ihnen das notwendige Geld ein, aber in Wirklichkeit ist das eher Schmerzensgeld. Manchmal sind es Kollegen und / oder Vorgesetzte, die Arbeitnehmer in Angst und Schrecken treiben, manchmal ist es die Tätigkeit selbst.

    Die tägliche Routine, die keinerlei Überraschungen birgt. Und andere Arbeitnehmer lieben Abwechslung und Herausforderungen. Nicht zuletzt, um ihre Karriere weiterzuentwickeln, betreiben sie Jobhopping.

    In allen Fällen ist die miese Montagsstimmung jedenfalls dauerhaft, denn es geht letztlich darum, dem Arbeitsplatz zu entrinnen, um sich neuen Aufgaben zu widmen oder in einem menschenwürdigerem Umfeld zu arbeiten.

  • Die Arbeitshaltung

    Miese Montagsstimmung macht sich auch bei denen breit, die dazu neigen, ihre Arbeit bis zum Schluss aufzuschieben: Was am Freitag noch ewig weit weg wirkt, ist Montag schon bedrohlich nah – etwa weil die Präsentation am Dienstag stehen muss.

    Wer zur Prokrastination neigt, weiß also spätestens jetzt, dass er in die Puschen kommen muss. Hier lässt sich der Akrasia-Effekt beobachten; es wird geschoben bis die Arbeit unausweichlich ist.

    Der sich anbahnende Stress lässt die Stimmung natürlich nicht gerade steigen. Ebenso ist klar, dass sich danach die Woche wesentlich leichter gestaltet – bis zur nächsten Deadline.

  • Der Schlaf

    Was die Montagsstimmung aber in jedem Fall beeinflusst, ist Ihr persönlicher Biorhythmus. Viele Arbeitnehmer schlafen am Wochenende länger aus.

    Das führt dazu, dass sie abends zur gewohnten Schlafenszeit nicht die Müdigkeit und Bettschwere empfinden, die fürs Einschlafen ideal wäre. Am Wochenende ist das auch kein Problem – aber Sonntagabend. Montagmorgen quälen sie sich also mit weniger Schlaf als üblich aus den Federn. War dann vielleicht noch Alkohol im Spiel, trägt das dazu bei, dass der Körper ein erhöhtes Ruhebedürfnis hat.

    Für andere wiederum ist der Montag generell mit etwas Ungewissheit belastet – er fühlt sich wie der erste Arbeitstag nach dem Urlaub an. Die innere Unruhe am Vorabend hindert sie an einem erholsamen Schlaf. Ruhe empfinden sie erst, wenn sie am Montag feststellen, dass sich übers Wochenende nichts Entscheidendes verändert hat – und damit steigt die Montagsstimmung dann für gewöhnlich.

Montagsstimmung aufhellen: So geht’s

Vielleicht sollte die Messlatte für eine fantastische Montagsstimmung auch nicht zu hoch aufgehängt werden. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Selbst Schüler freuen sich auf die Ferien und das Wochenende – obwohl sie Lieblingsfächer haben und die Schulbank gemeinsam mit Freunden drücken.

Nicht immer muss eine eher verhaltene Montagsstimmung gleich ein Indiz dafür sein, dass etwas fundamental aus dem Ruder läuft. Wenn Sie allerdings schon seit geraumer Zeit bei sich feststellen, dass Sie merkwürdigerweise immer montags Ihre Arbeit verfluchen, sollten Sie innehalten und überlegen, woran es liegt.

  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.

    Denn das ist eine zuverlässige Quelle, wenn Sie auf der rein körperlichen Ebene schauen. Haben Sie ständig Magenbeschwerden? Verkrampft sich bereits Ihr Bauch, wenn Sie nur an die Arbeit denken? Oder ist es eher Jammern auf hohem Niveau: Sie wissen, dass montags immer diese eine, eher nervige Aufgabe auf Sie wartet, aber ansonsten geht es eigentlich ganz gut? Manche Menschen neigen dazu, sich in Dinge hineinzusteigern und so sind die Befürchtungen nicht selten höher als das tatsächliche Ergebnis.

  • Meiden Sie Miesmacher.

    Manche Menschen sind ständig schlecht gelaunt, montags fahren sie zu voller Größe auf. Und das steckt natürlich an. Selbst, wer bis dato vielleicht noch neutral in seiner Laune war, bekommt bei genügend Gegenwind selbst schlechte Laune. Damit schleppt man sich dann durch den Tag.

    Dem gegenüber stehen die Verfechter der Monday Motivation. Die ist auch wesentlich sinnvoller, als den ganzen Tag zu klagen, warum denn schon wieder Montag sei. Denn bei genauerer Betrachtung ist meist nicht alles schlecht: Ihr Job sichert Ihnen Ihr regelmäßiges Einkommen, er ermöglicht neben der Mietzahlung und den Lebensmitteln häufig diverse andere Annehmlichkeiten wie ein Auto und Urlaub.

  • Ändern Sie etwas.

    Wenn Sie eine generelle Unzufriedenheit verspüren, sollten Sie etwas ändern. Suzy Welch hatte die Idee für das sogenannte 10-10-10-Modell, das dabei hilft, Entscheidungen zu treffen: Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in 10 Tagen, welche in 10 Monaten und welche in 10 Jahren?

    Wenn Sie sich nun fragen – welche Entscheidung? Nichts zu verändern, ist ebenfalls eine Entscheidung. Also beispielsweise im selben Job zu bleiben. Fragen Sie sich also, ob Sie sich vorstellen können, diesen Job nicht nur die nächsten zehn Tage, sondern womöglich gar zehn Jahre zu machen?

    Manchmal muss es gar kein Jobwechsel sein – vielleicht wollen Sie anderweitig Veränderungen einleiten. Eine neugestaltete Wohnung, ein neues Hobby, was Ihnen den gewünschten Ausgleich gibt. Kommen Sie dennoch zu einem anderen Ergebnis, können Sie mit Fortbildungen die Veränderungen planvoll einleiten.

[Bildnachweis: Zwiebackesser by Shutterstock.com]
7. Mai 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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