Frühjahrsmüdigkeit: Was tun?

Die Blumen sprießen, das Leben reckt sich einem überall entgegen, aber Sie hat die Frühjahrsmüdigkeit gepackt. Wenn Sie schon wieder nicht aus dem Quark kommen, wenn Ihr Gähnen schon die halbe Belegschaft angesteckt hat, dann sollten Sie etwas dagegen unternehmen. Etwas, mit dem Sie diese permanente Verschnarchtheit aus den Knochen kriegen. Die besten Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit – anwendbar auch in Sommer, Herbst und Winter…

Frühjahrsmüdigkeit: Was tun?

Frühjahrsmüdigkeit: Gähn!

Frühjahrsmüdigkeit – klingt nach einer wunderbaren Ausrede, um zum dritten Mal auf die Snooze-Taste zu hauen. Tatsächlich aber scheint Frühjahrsmüdigkeit ein gar nicht so seltenes Phänomen zu sein. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes schätzen, dass jeder Zweite davon betroffen ist.

Auffällig ist, dass die Frühjahrsmüdigkeit vor allem in Ländern auftritt, in denen sich die Temperatur- und Lichtverhältnisse im Wandel der Jahreszeiten deutlich ändern. Und die Frühjahrsmüdigkeit 2018 hat es besonders in sich, denn der Winter zählt zu den dunkelsten seit 40 Jahren.

Wetterfühlige Menschen trifft es demnach eher und solche mit ohnehin niedrigem Blutdruck. Ältere Menschen sind frühjahrsmüder als jüngere, Frauen angeblich häufiger betroffen als Männer.

Grundsätzlich: Wer körperlich fit ist, kommt auch mit der Frühjahrsmüdigkeit besser klar. In der Regel dauert sie bis zu einem Monat. Frühjahrsmüdigkeit bleibt aber ein sehr subjektives Phänomen, lässt sich wissenschaftlich nicht sonderlich fest greifen.

Frühjahrsmüdigkeit Symptome

Von der Winterdepression direkt in die Frühjahrsmüdigkeit – hört das denn nie auf? Die Betroffenen schleppen sich durch die Gegend.

Frühjahrsmüdigkeit ist ein Massenphänomen, das sich alljährlich beobachten lässt. Dennoch handelt es sich um keine Krankheit. Da sie wieder von allein vergeht, wird wenig dazu geforscht.

Bemerkbar macht sich Frühjahrsmüdigkeit vor allem durch diese Symptome:

  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Schwindel
  • Kreislaufschwäche
  • Gereiztheit
  • Antriebslosigkeit
  • Wetterfühligkeit

Frühjahrsmüdigkeit: Ursachen für den verlängerten Winterschlaf

Wissenschaftlich erklären lässt sich das Frühlingsphänomen im Wesentlichen mit Hormonen und Blutdruck:

  • Hormone

    Im Frühjahr aktiviert das zunehmende Sonnenlicht die Produktion von Serotonin, einem Hormon, das als Stimmungsaufheller taugt. Zugleich ist aber auch noch das Hormon Melatonin, das gewissermaßen für den Schlaf zuständig ist, in hohem Maße aktiv.

    Beide Hormone machen den Körper im Wechselspielchen träge und müde. Bis sich Ihr Körper umgestellt hat, erfasst Sie die Frühjahrsmüdigkeit mit beiden Armen, manchmal auch etwas länger.

    Eine andere Erklärung für Frühjahrsmüdigkeit greift ebenfalls auf die Hormone Serotonin und Melatonin zurück, geht aber davon aus, dass der Serotoninspeicher im Frühjahr aufgrund der langen, dunklen Jahreszeit zuvor erschöpft ist und einige Tage braucht, um durch die Sonne aufgetankt zu werden.

    Gleichzeitig ist Ihr Melatoninspeicher noch voll – Melatonin ist aber das Schlafhormon, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Vor allem Menschen, die sich im Winter wenig bei Licht bewegt haben und im Frühjahr überwiegend drinnen bleiben, leiden verstärkt unter Frühjahrsmüdigkeit.

  • Blutdruck

    Die steigenden Außentemperaturen haben außerdem Einfluss auf unsere Körpertemperatur. Die Blutgefäße weiten sich und der Blutdruck fällt in Folge ab. Das Ergebnis sind Frühjahrsmüdigkeit oder sogar Kreislaufprobleme.

    Im Winter hingegen ist der Strömungswiderstand dadurch stärker, dass die Blutgefäße zusammengezogen sind. Es kann also nicht so viel Blut durchfließen.

    Besonders belastend ist das Wetter für den Körper, wenn es starke Temperaturschwankungen von zehn Grad und mehr gibt. Dann muss sich Ihr Körper zwischen Winter- und Sommermodus bei seinem Blutdruck entscheiden: Denn im Winter haben wir einen tendenziell höheren Blutdruck, weil die Gefäße durch die Kälte eng sind.

    Menschen mit blutdrucksenkenden Medikamenten sollten im Sommer gut aufpassen und gegebenenfalls Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Natürlich können hinter Ihrer Müdigkeit auch andere Gründe stecken, Eisenmangel oder Medikamente vielleicht – oder ganz profan: Schlafmangel. Auch die Zeitumstellung wird bisweilen als Ursache oder verstärkender Faktor genannt.

Frühjahrsmüdigkeit: Was hilft? – 12 Mal fit im Frühjahr

Wir würden Ihnen gerne wieder auf die Sprünge helfen und haben daher eine Ratgeber-Liste zusammengestellt. 12 Tipps, mit denen Sie bald wieder hellwach sind…

  1. Tagesrhythmus

    Richten Sie ihn am besten nach der Sonne aus. Der große heiße Stern regt die Produktion von lebenswichtigem Vitamin D in der Haut an. Also möglichst mit den ersten Sonnenstrahlen morgens aufstehen, um viel Sonnenlicht aufzunehmen und abends ins Bett gehen, wenn es dunkel wird.

  2. Kreislauf

    Acht Stunden ununterbrochen sitzen – für Geist und Körper ist das eine Tortur. Nutzen Sie freie Zeit und Pausen, um die müden Knochen wieder in Gang zu bringen, vor, während und nach der Arbeit. Sei es, indem Sie in der Mittagspause einmal um den Block gehen oder nach der Arbeit noch eine Schicht Gartenarbeit dranhängen.

  3. Stärken

    Auch die eigenen Stärken können der Frühjahrsmüdigkeit den Kampf ansagen. Studien zeigen, dass Menschen, die Dinge tun, in denen sie gut sind, glücklicher sind, mehr Energie haben und sich auch nach einer Anstrengung weniger ausgepowered und gestresst fühlen.

  4. Fahrrad

    Fällt ebenfalls unter den Punkt ‚Fitness durch Bewegung‘: Wenn Sie nicht im Frühjahr und im Sommer mit dem Rad zur Arbeit fahren, wann dann? Sollten Sie gewöhnlich mit der Bahn anreisen, sind Klappräder oder Tretroller eine Option, um sich auf dem letzten Teilstück noch in Form zu bringen.

  5. Jogging

    Unmittelbar nach dem Aufstehen eine halbe Stunde durch den Park joggen – das erfordert knochenharte Disziplin, bringt Sie aber auf Trab. Aber bitte nicht übertreiben, damit Sie nicht schon völlig ausgepowert zur Arbeit erscheinen. Alternativ sind auch morgendliche Kraft- oder Gymnastikübungen sinnvoll, gerne auch bei offenem Fenster.

  6. Sonne

    Für (Frühjahrs)Müde abermals der Rat: Raus an die Sonne. Die Mittagspause ist der richtige Zeitpunkt, um den düsteren Firmenkomplex kurzzeitig hinter sich zu lassen und zumindest ein paar Minuten Sonne zu tanken.

  7. Wechseldusche

    Den Tag mit einer heiß-kalten Wechseldusche beginnen – das ist nie verkehrt, weil es Kreislauf und Stoffwechsel anregt. Je größer die Temperaturunterschiede, desto besser. Aus den gleichen Gründen ist auch der Gang in die Sauna ratsam, zum Beispiel abends und am Wochenende.

  8. Powernap

    Frische Energie tanken Sie auch durch ein kurzes Nickerchen am Arbeitsplatz oder im Home Office. Powernap nennt sich das im Fachjargon. Aber bitte nicht länger als 30 Minuten, sonst könnte sich die Müdigkeit noch verstärken – und der Tag für Sie de facto schon gelaufen sein.

  9. Ziele

    Wer ein Ziel vor Augen hat, arbeitet darauf hin und kann sich selbst besser motivieren. Dadurch helfen sie auch, die Antriebslosigkeit zu überwinden, die mit der Frühjahrsmüdigkeit einhergeht. Nehmen Sie sich beispielsweise vor, in etwas besser zu werden. Ein so simples Ziel kann bereits ausreichen, die eigenen Energiereserven wieder zu füllen.

  10. Abstinenz

    Das kühle Weißbier im Biergarten – es sei Ihnen gegönnt. Wenn Sie sich aber gerade in einer müden Phase befinden oder die Frühjahrsmüdigkeit endgültig hinter sich lassen wollen, dann löschen Sie den Durst lieber mit etwas Anti-Alkoholischem. Alkohol verstärkt bekanntlich die Müdigkeit.

  11. Ausdauer

    Wer joggen geht, mit dem Sonnenaufgang aufsteht und sich gut ernährt, sollte das länger als drei Tage durchziehen. Nur dauerhafte Umstellung vertreibt die bösen (müden) Geister.

  12. Medikamente

    Die vielen Mittelchen in der Hausapotheke – könnte vielleicht auch eines von Ihnen schuld an Ihrer Müdigkeit sein? Prüfen Sie, welche Nebenwirkungen Ihre Arzneien haben – und sortieren Sie gegebenenfalls aus, sofern möglich.

Frühjahrsmüdigkeit: Ernährung hilft auf die Sprünge

Der Höhlenmensch steckt irgendwie immer noch in uns. Den ganzen Winter über wurde zu viel und häufig zu fettig gegessen, die Nährstoffe blieben auf der Strecke. Meist sitzt zu Beginn des Frühjahrs noch der Winterspeck auf den Hüften, so dass der Körper insgesamt träge ist.

Kein Wunder also, dass die Frühjahrsmüdigkeit mit voller Wucht zuschlägt. Sie können das allerdings beeinflussen, indem Sie Ihre Trink- und Ernährungsgewohnheiten wieder anpassen.

Es gibt Menschen, die Wasser während der Arbeit meiden, um nicht ständig Richtung Toilette rennen zu müssen. Wenn Sie clever sind, kippen Sie sogar noch extra nach. Bei ausgeprägter Müdigkeit schlagen Sie so zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie stellen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicher – und bewegen sich häufiger.

Beim Essen gilt: Viele kleine Zwischenmahlzeiten sind besser als eine große. Ab und zu also zu Banane und Apfel greifen, um den Körper mit Vitaminen zu füttern. Und: Nüsse snacken! Eine Studie der Universität Maastricht hat ergeben, dass die Ballaststoff-Bomben, die auch reich an Vitaminen und Antioxidantien sind, sogar das Sterblichkeitsrisiko um 23 Prozent senken.

Vor allem neurodegenerative und Atemwegserkrankungen sowie Diabetes können verhindert werden. Darüber hinaus hilft die leichte Kost Ihnen beim Abnehmen, so dass Sie sich automatisch fitter fühlen.

Frühjahrsmüdigkeit im Herbst

Frühjahrsmüdigkeit im HerbstDer Name des Phänomens legt zwar nahe, dass es lediglich zu Jahresbeginn anzutreffen ist, doch auch in anderen Jahreszeiten ist eine Frühjahrsmüdigkeit möglich. Häufig kommt sie durch Wetterschwankungen im Herbst vor, wird aufgrund des zeitlichen Unterschieds jedoch nicht als diese erkannt.

Haben sich die Temperaturen schon ein wenig abgekühlt, stellt auch der Körper sich auf schlechteres Wetter und weniger Sonnenschein ein. Kommt dann doch noch eine Phase voller Sonnenschein und Wärme, reagieren die meisten Menschen durch Erschöpfung und Müdigkeit auf diesen Wechsel.

Die obigen Tipps sind nicht nur zu Beginn des Jahres zu gebrauchen, sondern können auch helfen, die Frühjahrsmüdigkeit im Herbst zu überwinden.

Frühjahrsmüdigkeit Tipps

Immer noch schläfrig? Dann gibt’s hier noch weitere Adhoc-Tipps:

  • Frischluft: Fenster aufreißen und frische Luft hineinbitten. Versorgt Sie mit Sauerstoff.
  • Sitzsport: Schreibtischtäter können nicht ununterbrochen zum Kopierer und zurück rennen, um den Kreislauf anzukurbeln. Was sie aber tun könnten: Pedalen unterm Schreibtisch platzieren – und nebenbei strampeln.
  • Essen: Leicht sollte es sein. Am besten auch ernährungstechnisch von Winter- auf Sommerzeit umstellen. Also weniger Braten und Burger, mehr Fisch, Obst und Gemüse.
  • Aktivität: Mit den Kindern ins Phantasialand, mit dem Gatten ins Wellness-Wochenende, mit den Kommilitonen auf Kneipentour – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um aktiv zu werden.
  • Treppe: Auch die kleinen Herausforderungen des Alltags per pedes meistern: Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Bus, einkaufen statt liefern lassen.
  • Schlafen: Back to basic: Gehen Sie früh ins Bett und gönnen Sie sich eine ausgiebige Nachtruhe.

Frühjahrsmüdigkeit Checkliste

Frühjahrsmüdigkeit ChecklisteHier noch einmal in Kurzform: Die Checkliste gegen Frühjahrsmüdigkeit:

  • Wasser trinken.
  • Sport treiben.
  • Spaziergänge machen.
  • Früh ins Bett gehen.
  • Fenster öffnen.
  • Medikamente auf Nebenwirkungen prüfen.
  • Treppen steigen.
  • Alkohol meiden.
  • Wechseldusche nehmen.
  • Tages- und Sonnenlicht tanken.
  • Nickerchen machen.
  • Obst und Gemüse essen.
  • Zwischendurch snacken.
  • Ziele setzen.
  • Fahrrad fahren.
  • Festen Tagesrhythmus angewöhnen.
  • Ausflüge machen.

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[Bildnachweis: racorn by Shutterstock.com]
21. Januar 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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