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Duft-Knigge: Wie Gerüche wirken

Der Duft einer Person entscheidet darüber, ob wir jemanden sprichwörtlich riechen können oder nicht. Besonders einflussreich sind die Haare. Ihre Duftoberfläche ist nicht nur riesig, wir kommen auch häufig mit ihnen in Berührung. Jedes Mal wenn wir unsere Freunde, Kollegen und Bekannten begrüßen oder beglückwünschen, sie dazu kurz in den Arm nehmen und vielleicht noch ein paar angedeutete Küsse links und rechts über ihre Schulter werfen, schnuppern wir am Schopf. Über die Wirkung von Düften auf die Psyche und wie Sie diese im Job einsetzen sollten, erfahren Sie in unserem Duft-Knigge…

Duft-Knigge: Wie Gerüche wirken

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Dufte Sache: Wie das Riechen funktioniert

Gerüche zielen direkt auf unser Gehirn. Über das Limbische System, der Schaltzentrale des Gehirns, können Aromen Instinkte wie Hunger oder Müdigkeit genauso beeinflussen wie das Sexualverhalten oder Sympathie – noch bevor wir einen Duft überhaupt bewusst wahrnehmen. Damit ist der Geruchssinn der unmittelbarste der fünf Sinne.

Jedes Lebewesen sondert einen Duft ab. Dabei handelt es sich um winzig kleine Moleküle, die durch das Einatmen ihren Weg über unsere Nasenhöhle bis zur Riechschleimhaut finden. Auf dieser befinden sich Millionen von Zellen, die die Duftmoleküle auflösen und registrieren. An den Zellen befinden sich Rezeptoren, die die Moleküle erkennen. Erkennt ein solcher Rezeptor ein Duftmolekül, wird ein Reiz ausgelöst. An den Riechkolben, dem Übergang zum Gehirn, wird der Reiz weitergeleitet. Dort wird er verarbeitet und löst bestimmte Reaktionen aus.

Wirkung von Düften auf die Psyche

Beispielsweise wird bei einem angenehmen Geruch der Speichelfluss ausgelöst. Über zehntausend verschiedene Gerüche kann der Mensch auf diese Weise wahrnehmen. Selbst das Gedächtnis wird von Düften geleitet: Sie wecken beispielsweise Erinnerungen. Ein leichter Hauch von Gewürzbonbons oder Glühwein und schon denken wir an Weihnachten. Von anderen Odeurs weiß man, dass sie die Leistungsfähigkeit beeinflussen:

  • Zitronenaroma
    Dieser Duft etwa fördert die Konzentration.
  • Lavendel
    Lavendel hilft, mathematische Aufgaben schneller und fehlerfreier zu lösen.
  • Vanille oder Ylang-Ylang
    Diese beiden Düfte können Stress abbauen.
  • Pfefferminze
    Das Aroma von Pfefferminze soll den Geist beleben.
  • Jasminduft
    Der liebliche Jasminduft lässt angeblich besser schlafen.
  • Rosmarin
    Gemäß Untersuchungen von Mark Moss und Lorraine Oliver von der Northumbria Universität soll Rosmarin schlauer machen. Das ergaben Tests mit 20 Probanden (zugegebenermaßen keine wirklich repräsentative Auswahl): Der Rosmarinduft konnte die Leistung der Probanden tatsächlich steigern – sowohl in der Geschwindigkeit als auch in der Präzision.
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    Karrierefaktor Pheromone: Wie Gerüche beeinflussen

    Wesentlich stärker als künstliche Aromen wirken allerdings Dünste, die unser Körper über den Schweiß selbst ausscheidet. Mit ihm senden wir über so genannte Pheromone oder Soziohormone unsichtbare Botschaften. Tatsächlich reden wir, wenn wir schwitzen. Diese chemischen Chiffres sollen in erster Linie anziehen und verführen. Andere wiederum warnen oder schrecken ab, während wieder andere direkt in Körperfunktionen wirken.

    Pheromone beeinflussen unsere Urteilsfähigkeit. So wurden beispielsweise Testpersonen Fotografien von Frauen, Männern, Tieren und Gebäuden gezeigt, die sie mit verschiedenen Attributen belegen sollten. Unter Einfluss des Pheromons Androstenol (Hauptbotschaft: jugendliche Fruchtbarkeit) veränderte sich die Bewertung der Gebäude kaum, die Tiere galten bereits als unbesonnener, die Menschen aber wurden prompt als sensitiver, intelligenter, sexuell attraktiver, freundlicher und vertrauenswürdiger empfunden.

    Pheromone: Dominanz ausstrahlen

    Die Entsprechung zu Androstenol ist das Soziohormon Androstenon, das vornehmlich Aggression und Dominanz versprüht. Ein US-Kriminalpathologe fand bei der Überprüfung von Gefängnisinsassen heraus, dass besonders die schweren Jungs im Gewalttäterflügel sowie der Gefängnisdirektor viel davon verdufteten. Frauen finden diese dicke Luft übrigens anziehend: Während eines wissenschaftlichen Experiments in einem Wartezimmer setzten sich Probandinnen vornehmlich auf jene Stühle, die zuvor mit Androstenon besprüht wurden. Der Versuch wurde mit Telefonzellen wiederholt, und auch hier benutzten die Frauen die präparierten Zellen nicht nur häufiger – sie telefonierten auch länger.

    In beiden Versuchen reagierten die Männer genau umgekehrt. Offenbar wollten sie ein Territorium meiden, das von jemandem besetzt war, der dominanter ist als sie selbst, so der Schluss der Forscher. Es ist das Gesetz des Alpha-Gens: An der Spitze kann es nur einen geben. Wer im Beruf Dominanz ausstrahlt, überzeugt leichter Kolleginnen, zwischen zwei ähnlich veranlagten Männchen aber sind Machtkämpfe programmiert. Zwischen ihnen stimmt die sprichwörtliche Chemie nicht – falls sie sich überhaupt riechen können. Nur etwa 60 Prozent der Bevölkerung nehmen Androstenon wahr, das Gros sind Männer. Frauen, die die Pille nehmen, reagieren schwächer bis gar nicht auf bestimmte Pheromone, denn der Dunstkreis dieser Lockstoffe beträgt oft nur wenige Zentimeter.

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    6 Tipps für den perfekten Duft-Eindruck

    Generell gilt: Setzen Sie Ihre duften Statements gekonnt ein, aber immer unaufdringlich! Und so gelingt das:

    • Duftsorte
      Wählen Sie für den Büroalltag und im Kundenkontakt leichte Düfte. Fruchtige, florale und holzige Noten eignen sich besser als schwere, orientalische Düfte. Ausnahme: An kalten Herbst- und Wintertagen darf gerne das Parfüm für etwas Wärme sorgen. Daher sind zur dunklen Jahreszeit auch schwerere Düfte erlaubt.
    • Konzentration
      Achten Sie auf die Konzentration und nutzen Sie im Job ein Eau de Toilette. Dieses enthält weit weniger Duftöl als ein Eau de Parfüm oder ein Elixir und wirkt schon deshalb leichter.
    • Zerstäuber
      Probieren Sie einmal ein Natural Spray. Diese Art des Zerstäubers versprüht das Parfüm in einer breiteren Wolke sanft auf Ihrer Haut.
    • Dosierung
      Setzen Sie Ihr Parfüm in Maßen und nicht überall am Körper ein. Auch die Anwendung einer kompletten Duftserie aus Duschgel, Body Lotion, Deo und Parfüm kann in Ihrer Umgebung leicht als störend empfunden werden.
    • Abwechslung
      Wechseln Sie von Zeit zu Zeit Ihr Parfüm, sonst gewöhnt sich Ihre Nase zu sehr an den Duft. Die Gefahr: Überdosierung.
    • Stelle
      Durch den natürlichen Fettgehalt der Haut verfliegt der Duft nach einer gewissen Zeit. Geben Sie einen Spritzer in Ihre Haare, so hält das Parfüm den ganzen Tag. Ebenfalls länger haltbar wird der Duft, wenn Sie Ihn auf den Handrücken anstatt auf die Innenseite der Handgelenke sprühen. Gerade bei Arbeiten am Computer reibt das Produkt sich so nicht mehr ab.

    PS: Ein Duft entwickelt sich erst so richtig in Kombination mit Körperwärme. Seien Sie also sparsam mit dem Produkt und geben Sie ihm Zeit, sich voll und ganz zu entfalten.

    Bewerber Tipps: Business Parfum Herren / Damen

    • Frauen
      Boss „Nuit pour Femme“ bietet hier die perfekte Komposition für die Bewerberin.
    • Männer
      Bewerber können mit den olfaktorischen Reizen eines Armani „Acqua di Gio“ punkten.
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    Kunstduft: Karriere-Kick aus dem Flakon

    Mit Gerüchen lässt sich hervorragend manipulieren. Dabei hat die Wissenschaft festgestellt, dass Männer für solche Stimulanzien nicht nur anfälliger sind als Frauen, sie reagieren auch heftiger darauf. In seiner Studie für die US-Universität Purdue untersuchte Professor Robert Baron die Wirkung von Parfüms in Bewerbungsgesprächen. Ergebnis: Männliche Personaler stuften parfümierte Kandidaten zum Beispiel als weniger gepflegt, weniger intelligent, unfreundlicher und auch unattraktiver ein als diejenigen ohne Eau de Toilette.

    Die Frauen reagierten exakt umgekehrt. Steuern kann man das kaum, denn die Assoziationen, die ein Geruch weckt, kann kein Mensch unterdrücken. Jung, stark, erfahren, souverän, verspielt, weich, sinnlich, maskulin: Der richtige Duft kann ihr persönliches Statement unterstreichen oder auch ruinieren.

    Auch in einem Vorstellungsgespräch kann die Duftwahl entscheidend sein. Wie jeder Mensch entscheiden auch Personaler und Chefs spontan und unterbewusst, wen sie – im wahrsten Sinne des Wortes – gut riechen können. Dabei wirkt jeder Duft individuell anders, denn die mit einem Geruch verbundene Erinnerung ist nicht bei jedem gleich. Eine generell gute Wahl für diesen weichenstellenden Anlass sind Düfte, die dynamische Eloquenz mit intuitiver Souveränität verbinden. Das schaffen Parfüms mit Zitrus in der Kopfnote und Holz in der Basisnote.

    Der Proust-Effekt

    Von dem Schriftsteller Marcel Proust wird erzählt, er habe eine Schwäche für „Madeleines“ gehabt. Vor allem für ihren herrlich zitronig-rumigen Duft, wenn das muschelförmige Kleingebäck aus dem Ofen kommt. Für ihn war das Aroma jedoch mehr als Genuss – laut Legende war es für ihn zugleich kreative Stimulanz, weshalb man diese Art des olfaktorischen Dopings auch den „Proust-Effekt“ nennt. Der Schriftsteller widmete dem Gebäck in seinem Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ gleich mehrere Seiten.

    Auch Friedrich Schiller nutzte das nasale Doping: Er stellte sich immer einen fauligen Apfel auf sein Schreibpult, weil er nur schreiben konnte, wenn es nach Apfel roch. Gerüche wurden schon immer als Quelle der Inspiration genutzt, wofür auch die Bedeutung des Wortes im Sinne von „einatmen“ spricht.


    Gerüche beeinflussen die Hilfsbereitschaft

    Was bringt andere Menschen dazu, einem zu helfen? Das Forscher-Duo Roxane Saint-Bauzel und Valérie Fointiat von der Universität de Lorraine haben eine Versuchsreihe unternommen, um das herauszufinden. Sie ließen eine junge Frau mit einem Stapel Papiere durch eine Fußgängerzone gehen. Sie sollte ein bisschen orientierungslos wirken und einige Passanten nach dem Weg fragen. Nur ein kleiner Gefallen, den ihr natürlich einige Fremde gerne gewährten.

    Im Weitergehen fiel der Frau der Papierstapel aus der Hand. In den Versuchen duftete die Frau jeweils anders: Mal roch sie nach Vanille, mal nach Kampfer – einem Lorbeergewächs, das scharf und eukalyptusartig riecht. Beim dritten Kontrolldurchlauf fragte der Lockvogel nicht nach dem Weg, sondern ließ die Papiere gleich fallen. Ergebnis: Die Hilfsbereitschaft der Passanten lag bei 70 Prozent, wenn die junge Frau nach Vanille roch. Dünstete sie hingegen nach Kampfer, halfen nur noch zehn Prozent.

    Wissenswertes über das Parfum

    Der Begriff „Parfum“ hat seinen Ursprung im Lateinischen und bedeutet übersetzt „durch Rauch“ und verweist auf die frühere Anwendung von Räucherstoffen. Bei einem Parfum handelt es sich um ein flüssiges Duftgemisch bestehend aus Alkohol, Wasser und ätherischen Ölen. Der Duft entsteht durch unterschiedliche Bestandteile, sogenannte Duftnoten. Die Grundstruktur der meisten Parfums sieht wie folgt aus:

    • Kopfnote
      Dabei handelt es sich um jenen Duft, der unmittelbar nach dem Auftragen wahrgenommen wird. Sie ist der erste Eindruck und hat maßgeblichen Einfluss auf die Kaufentscheidung.
    • Herznote
      Sie entfaltet sich, nachdem die Kopfnote verflogen ist und bildet den Charakter des Parfums ab.
    • Basisnote
      Diese entfaltet sich zum Schluss und bildet den Ausklang.

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    [Bildnachweis: parose by Shutterstock.com]

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