Umgangsformen: Die wichtigsten im Job

Die Umgangsformen stehen heutzutage häufig in der Kritik. Gute Kinderstube? Manieren? Anstand und Etikette? Leider oftmals Fehlanzeige – sowohl im Privatleben, aber gerade auch im Job, wo Konkurrenz und Ellenbogenmentalität im Vordergrund stehen. Dabei können gerade am Arbeitsplatz gute Umgangsformen den Eindruck prägen, den Sie bei Kollegen, Kunden und Vorgesetzten machen. Umgangsformen als Karrierefaktor – das sollte nicht unterschätzt werden. Doch was wird überhaupt als Umgangsformen bezeichnet und wann zeigen sich diese? Wir erklären, was Umgangsformen sind, welche im Job besonders wichtig sind und geschätzt werden und welche Fehler in den Umgangsformen Sie unbedingt vermeiden sollten…

Umgangsformen: Die wichtigsten im Job

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Umgangsformen: Mehr als nur Bitte und Danke

Beim Thema Umgangsformen hat jeder sofort einige klare Vorstellungen und Verhaltensweisen im Kopf. Ein freundliches Bitte und Danke sollte zum guten Ton dazugehören, bekannte Menschen werden gegrüßt und nicht einfach ignoriert und es gehört sich, anderen Menschen die Tür aufzuhalten. Bei diesen Punkten handelt es sich aber bereits um konkrete Beispiele von Umgangsformen – aber was sind Umgangsformen im Allgemeinen?

Als Umgangsformen wird das Verhalten bezeichnet, das innerhalb einer Gesellschaft als besonders positiv – oder eben auch negativ – bewertet und angesehen wird. Wird lediglich von Umgangsformen gesprochen, handelt es sich dabei in der Regel um gute und wünschenswerte Verhaltensweisen. Soll auf negatives Verhalten hingewiesen werden, wird von schlechten Umgangsformen gesprochen.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Bei der Frage Welche Umgangsformen sollte ich beachten? geht es darum, welch positives Verhalten erwünscht ist.

Die häufigsten Synonyme für Umgangsformen sind dabei…

Umgangsformen sind somit eine Form der direkten zwischenmenschlichen Interaktion und zeigen sich beim Kontakt mit anderen Personen.

Vermittelt und beigebracht werden Umgangsformen bereits in der frühen Kindheit durch die Erziehung. Eltern haben eine große und wichtige Rolle, um Werte zu vermitteln, positive Verhaltensweisen zu fördern und auch aufzuzeigen, was nicht erlaubt ist. Allerdings kann sich das Verhalten auch im späteren Leben noch ändern – sowohl zum Guten als auch zum Schlechten.

Sich an die Umgangsformen zu halten, kann dabei große Auswirkungen haben. Schneller als einem lieb ist, entsteht ein schlechter Ruf, der lange haftet. Ungehobelt, grob, schlecht erzogen, frech und dreist sind dann die wohl noch netteren Beschreibungen.

Wie lassen sich Umgangsformen erlernen und verbessern?

Der Grundstein für die Umgangsformen wird durch die Erziehung gelegt, doch können Sie zu jedem Zeitpunkt daran arbeiten und auch später neue Verhaltensweisen erlernen und so Ihre Umgangsformen verbessern. Als ersten Schritt müssen Sie dazu wissen, an welchen Umgangsformen Sie arbeiten können – oder auch sollten. Teilweise erhalten Sie hierzu eindeutige Signale aus Ihrem Umfeld. Bekommen Sie beispielsweise ständig zu hören, dass Ihre Unpünktlichkeit nervt, sollten Sie diese Umgangsform verbessern.

Um Umgangsformen langfristig zu verbessern, müssen Sie die Werte und das Verhalten verinnerlichen. Anfangs bedeutet das: Üben, üben, üben. Erinnern Sie sich immer wieder daran, auf die Umgangsformen zu achten. Mit der Zeit gehen die besseren Umgangsformen in Gewohnheiten über.

Hilfreich kann es auch sein, sich ein Vorbild zu suchen, an dem Sie sich orientieren können. In der Kindheit waren es die Eltern, später kann es ein Kollege sein, der besonders gute Umgangsformen zeigt.

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Die wichtigsten Umgangsformen am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz sind Umgangsformen ein wichtiger Aspekt, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Jeder versteht sich besser mit dem Kollegen, der sich zu benehmen weiß und wenn Sie mit entsprechenden Umgangsformen glänzen, tun sich nicht nur etwas für Ihr Image, sondern auch für das Betriebsklima allgemein.

Hinzu kommt: Wer die Umgangsformen beherrscht, wirkt auf andere ganz automatisch kompetenter und vertrauenswürdiger. Kurz gesagt: Stimmt Ihr Benehmen, trauen Kollegen und auch der Chef Ihnen gleich mehr zu und sind eher dazu bereit, Ihnen Verantwortung zu übertragen. Auch im Vorstellungsgespräch achten Personaler meist sehr genau auf die Umgangsformen eines Kandidaten, dieser soll schließlich nicht nur die nötigen Qualifikationen mitbringen, sondern auch ins Team passen.

Gute Umgangsformen können somit auch den beruflichen Erfolg beeinflussen, was die Frage aufwirft: Welche Umgangsformen sind am Arbeitsplatz besonders wichtig und werden von Unternehmen, Vorgesetzten und Kollegen gerne gesehen?

Gar nicht so leicht, schließlich beeinflusst das Umfeld, was als gute Umgangsform gilt und somit können die Erwartungen von Arbeitgeber zu Arbeitgeber variieren. Es gibt allerdings einige Benimmregeln und Umgangsformen, die am Arbeitsplatz allgemein als wichtig gelten:

  • Höflichkeit

    Der Klassiker unter den Umgangsformen hat auch am Arbeitsplatz eine große Bedeutung. Höflichkeit und freundliches Auftreten gehören im Job einfach dazu, nicht nur im Kundenkontakt, sondern auch den Kollegen gegenüber. Dazu gehören nicht die allseits bekannten Manieren des Bitte und Danke, sondern auch eine allgemein freundliche und aufgeschlossene Art.

  • Aufmerksamkeit

    Sie sollten einem Gesprächspartner immer Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen, alles andere ist ein Zeichen von fehlendem Respekt. Wenn Sie sich gerade unterhalten, dabei aber ständig im Raum umhersehen, auf Ihrem Smartphone tippen oder gelangweilt drein schauen, sagen Sie nichts anderes als: Das was du da erzählst, ist mir absolut egal und ich habe Besseres zu tun…

  • Pünktlichkeit

    Auch Pünktlichkeit ist ein Zeichen von Respekt den Mitmenschen gegenüber. Es kann jedem Mal passieren, dass er ein paar Minuten zu spät kommt – doch gilt dann, dass Sie so früh wie möglich Bescheid geben, damit der Wartende sich darauf einstellen kann. Was hingegen gar nicht geht: Ständige Unpünktlichkeit oder einfach ohne Erklärung zu spät kommen. Das ist ein absolutes NoGo der Umgangsformen. Es zeigt, dass Sie die Zeit des anderen nicht respektieren, die dieser sich für ein Treffen mit Ihnen nimmt.

  • Zuverlässigkeit

    Im Job ist Zuverlässigkeit eine der wichtigsten Umgangsformen, da Chef und Kollegen zu 100 Prozent sicher sein müssen, dass sie sich auf Ihr Wort verlassen können. Heißt: Wenn Sie eine Aufgabe bekommen oder ein Kollege Sie bittet, sich um etwas zu kümmern, muss darauf Verlasse sein, dass Sie der Verantwortung nachkommen. Unzuverlässigkeit ist ein Stempel, den Sie nur schwer wieder loswerden und haben Sie das Vertrauen einmal verspielt, wird man Ihnen in Zukunft keine wichtigen Aufgaben mehr überlassen.

  • Hilfsbereitschaft

    Kann ich dir dabei vielleicht helfen? Klingt nicht nach viel, ist aber eine Geste der Hilfsbereitschaft. Diese Umgangsform wird von vielen besonders hoch geschätzt. Hilfsbereitschaft macht sympathisch und zeigt, dass Ihnen nicht nur das eigene Wohl, sondern auch die Interessen Ihrer Kollegen am Herzen liegen. Allerdings sollten Sie aufpassen, sich nicht ausnutzen zu lassen.

  • Tischmanieren

    Ob in der Mittagspause beim Essen mit den Kollegen, ein gemeinsames Essen mit dem Chef oder bei einem Kundentermin: Auch im Job können Tischmanieren ein wichtiger Aspekt sein. Gerade beim Essen gibt es einige Fettnäpfchen, die Sie besser umgehen sollten – dazu zählen zum Beispiel unappetitliches Schlürfen und Schmatzen.

  • Begrüßung

    Es ist klar, dass Sie einen Gegenüber begrüßen sollten. Aber wie? Und wen zuerst? Gerade im Beruf kann man dabei einiges falsch machen, zu den guten Umgangsformen gehört es jedoch, bei der Begrüßung einen guten Eindruck zu machen. Das Wichtigste: Ein kurzer, fester Händedruck, Blickkontakt halten und im Job wird der Ranghöchste zuerst begrüßt.

  • Taktgefühl

    Wer Taktgefühl besitzt, kann sich und sein Verhalten an verschiedene Situationen anpassen. Im Job sollten Sie beispielsweise wissen, wann bestimmte Dinge angebracht sind und wann Sie lieber darauf verzichten sollten. Das gilt besonders für Kommentare, die in einem Moment vielleicht sehr lustig sein können, zu einem anderen Zeitpunkt aber eher deplatziert wirken.

  • Toleranz

    Gerade in der heutigen Zeit, in denen Unternehmen immer globaler werden, spielt Toleranz eine zunehmende Rolle. Voreingenommenes Denken oder gar Ablehnung von anderen Meinungen und Einnstelungen katapultiert Sie schnell ins Aus.

Besonders schön: Mit guten Umgangsformen lassen sich die Kollegen oftmals anstecken. Wenn Sie also mit gutem Beispiel voran gehen, profitieren Sie langfristig auch selbst davon, dass die Kollegen Ihnen mit einem besseren Benehmen begegnen.

Umgangsformen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Wie gewonnen, so zerronnen… Mit guten Umgangsformen können Sie zwar punkten, doch leider besteht auch die Gefahr, dass der gute Ruf schnell wieder in die Brüche geht. Tatäschlich kann bereits ein einziger Patzer reichen und schon stehen Sie nicht mehr als der freundliche und hilfsbereite Kollege da, sondern gelten als unsympathischer Einzelgänger.

Besonders einige Fehler sollten Sie in Ihren Umgangsformen vermeiden, da Sie bei den Mitmenschen auf besonders große Abneigung stoßen und negativ in Erinnerung bleiben:

  • Aufdringlichkeit

    Die meisten Menschen legen sehr großen Wert auf Ihre Selbstständigkeit und lassen sich in dieser nur ungern einschränken. Wenn Sie zu aufdringlich sind und versuchen, jemand anderem Ihren Willen aufzuzwingen, erreichen Sie damit meist nur das genaue Gegenteil.

  • Wutausbrüche

    Jeder kann mal wütend werden – auch auf jemand anderen. Allerdings sollten Sie es sich möglichst verkneifen, einen Wutausbruch direkt am Empfänger auszulassen, diesen anzuschreien oder gar zu beleidigen. Ziehen Sie sich lieber erst einmal zurück, lassen Sie die Wut verrauchen und klären Sie die Lage, nachdem Sie sich beruhigt haben.

  • Respektlosigkeit

    Kaum etwas zeugt so sehr von schlechten Umgangsformen wie respektloses Verhalten anderen Menschen gegenüber. Dahinter steht meist nur der Versuch, sich selbst besser zu fühlen, indem andere herabgesetzt werden. Wer dies nötig hat, verrät deutlich mehr über sich, als über andere.

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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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3. April 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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