Toleranz: Definition, Beispiele, Tipps

Toleranz ist ein grundlegender Faktor für nahezu jede menschliche Interaktion. Nur durch sie wird es erst möglich, dass Menschen glücklich und friedlich zusammenleben und dabei trotzdem ihre Individualität bewahren können. Leider zeigt sich fast täglich, dass tolerantes Verhalten alles andere als selbstverständlich ist. Alles, was anders ist, wird nicht nur mit Argwohn betrachtet, sondern regelmäßig auch schlecht geredet, verachtet und vom eigenen Standpunkt aus verurteilt. Toleranz ist das genaue Gegenteil, sie beinhaltet keine Beurteilung von Einstellungen oder Verhaltensweisen – leben und leben lassen. Das sorgt nicht nur für ein besseres Miteinander, sondern steigert am Ende auch die persönliche Zufriedenheit. Was Sie zur Toleranz wissen müssen und wie diese im Alltag gefördert werden kann…

Toleranz: Definition, Beispiele, Tipps

Toleranz Definition: Was ist Toleranz?

Toleranz Definition Erklärung Beispiele Synonym Herkunft tolerierenDer Begriff der Toleranz wird abgeleitet vom lateinischen Verb tolerare was erdulden oder auch ertragen bedeutet. Gemeint ist damit ursprünglich, dass Dinge oder Zustände ertragen werden, auf die man keinen Einfluss hat und die schlichtweg nicht zu ändern sind. Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert hat sich das Verständnis der Toleranz jedoch gewandelt und sich zu dem entwickelt, was wir bis heute darunter verstehen.

Einfach ausgedrückt bedeutet Toleranz, das Hinnehmen von anderen Meinungen, Überzeugungen, Verhaltensweisen, Vorlieben oder gerade in aktuellen Zusammenhängen auch Religionen, Kulturen und Weltanschauungen. Tolerantes Verhalten zeigt sich dadurch, dass jeder nachsichtig, respektvoll und freundlich behandelt wird, auch und gerade wenn dieser anders ist oder denkt als man selbst.

Jemand anderen seine Religion frei ausleben zu lassen, obwohl Sie selbst nicht gläubig sind, ist ein bekanntes Beispiel für Toleranz. Sie können das Verhalten vielleicht nicht nachvollziehen, doch anstatt den anderen eines Besseren belehren zu wollen oder diesen gar zu verspotten oder zu verachten, nehmen Sie die Unterschiede hin.

Weitere Beispiele für Toleranz sind:

  • Fremde Kulturen und die damit verbundenen Unterschiede
  • Andere Meinungen oder politische Ausrichtungen
  • Unbekannte Gewohnheiten oder Sitten

Toleranz beginnt aber schon im kleinen und braucht keine große Ebene. Selbst bei einem Kollegen, mit dessen Persönlichkeit und Arbeitsweise Sie einfach nicht klar kommen, zeigen Sie sich tolerant, wenn Sie dennoch Ihr Bestes geben, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

Als Gegenteil würde sich Intoleranz zeigen, wenn Sie keine andere Auffassung als die eigene anerkennen, jeden, der anders denkt, ausgrenzen und alles, was Ihnen fremd ist und von Ihren Wertvorstellungen abweicht, sofort als falsch abstempeln. Intolerante Menschen können nicht gelten lassen und akzeptieren, dass nicht jeder Mensch gleich denkt und handelt, sondern lehnen alles ab.

Im besten Fall zeigt sich Toleranz, indem Sie jeden Menschen genauso annehmen, wie dieser ist. Mit all seinen Eigenarten und vollkommen unabhängig davon, ob Sie mit allem übereinstimmen. Tolerieren in Reinform, die zu einem glücklichen Miteinander führt, statt zu Ausgrenzung, Rassismus und im schlimmsten Fall Krieg.

Wann die Toleranz an ihre Grenzen stößt

Toleranz Erklärung Beispiele Synonym Latein Herkunft GrenzenDie Wichtigkeit der Toleranz kann nicht genug betont werden, doch selbst ein solch hohes Gut hat Grenzen. Sie – und im besten Fall jeder andere – sollte tolerant sein, doch gibt es durchaus Situationen, in denen Sie das Verhalten oder Meinungen von anderen nicht mehr tolerieren müssen.

Ihre Toleranzgrenze sollte spätestens erreicht sein, wenn jemand Sie durch sein Verhalten in Ihrer persönlichen Freiheit einschränkt oder wenn Ihre oder die Menschenrechte einer anderen Person missachtet werden.

Grundsätzlich endet Toleranz bei kriminellen Handlungen oder der Äußerung von menschenverachtenden Ansichten und Gesinnungen. In einem solchen Fall sollten Sie dies nicht hinnehmen oder dulden, sondern vielmehr dagegen vorgehen und die Polizei einschalten.

Toleranz ist der Anfang der Anerkennung

Toleranz wird zurecht eingefordert und gilt aus guten Gründen als eine der wichtigsten Eigenschaften in jeder Gesellschaft. Was allerdings in der Regel nicht berücksichtigt wird: Toleranz sollte nur der erste Schritt und im besten Fall von kurzer Dauer sein. Bitte verstehen Sie dies nicht falsch! Es geht natürlich nicht darum, dass die Toleranz nach einer gewissen Dauer in Intoleranz umschlagen kann – ganz im Gegenteil.

Auf Toleranz sollte Akzeptanz, Anerkennung und Respekt folgen.

Tolerieren bedeutet zunächst einmal dulden und hinnehmen – was automatisch bedeutet, dass das Andersartige zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollkommen anerkannt wird.

Solange etwas nur geduldet wird, impliziert die Einstellung, dass weiterhin Vorbehalte bestehen und man eigentlich mit Meinungen oder Handlungen einverstanden ist. Die Toleranz ist der notwendige und wichtige Anfang, erst wenn diese zur tatsächlichen Annahme führt, ist der Prozess jedoch abgeschlossen.

Tipps für mehr Toleranz

Wie tolerant ein Mensch ist, hängt zu großen Teilen von der Erziehung und bisherigen Erfahrungen ab. Doch lässt sich tolerantes Verhalten auch zu einem späteren Zeitpunkt noch lernen und fördern. Leicht ist dies jedoch nicht, da es bedeutet, mit dem eigenen Verhalten, der bisherigen Haltung und auch der Persönlichkeit kritisch umzugehen.

Möglich ist es trotzdem – und diese Tipps können Ihnen dabei helfen:

  • Stellen Sie sich nicht in den Mittelpunkt

    Wer anderen gegenüber intolerant ist, macht sich selbst und die eigenen Ansichten zum selbsternannten Zentrum der Welt. Damit lassen Sie völlig außer Acht, dass jeder Mensch einen anderen Hintergrund hat. Erfahrungen, Bezugspersonen, Kultur, Vorlieben, Persönlichkeit, Interessen – wie auch Sie hat jeder andere ein Recht darauf, sein Leben so zu leben, wie er es für richtig hält, solange dabei die gesetzlichen Grenzen eingehalten werden.

    Für das eigene Ego mag es schwer fallen, doch die Welt dreht sich nicht nur um Sie. Versetzen Sie sich in die Perspektive aller anderen und versuchen Sie zu akzeptieren, dass jeder Mensch individuell ist – und dass es nicht schlimm ist, wenn nicht jeder immer mit Ihnen übereinstimmt.

  • Hinterfragen Sie eigene Ansichten

    Für einen toleranteren Umgang mit anderen Menschen sollten Sie kritisch mit sich selbst ins Gericht gehen und lernen, Ihre eigenen Meinungen, Werte und Anschauungen zu hinterfragen. Das bedeutet nicht, dass Sie allem abschwören müssen, was Ihnen bisher wichtig war oder wofür Sie eingestanden haben. Durch das Hinterfragen können Sie aber einen offeneren Umgang erlernen und weniger festgefahren in eigenen Denkweisen sein.

    Anstatt grundsätzlich davon auszugehen, dass jede andere Meinung Unfug sein muss, hören Sie sich die Argumente an und ziehen Sie in Betracht, dass auch Sie falsch liegen können.

  • Sorgen Sie für ein tolerantes Umfeld

    Sind Sie ständig von Intoleranz umgeben, übernehmen Sie mit der Zeit ein solches Verhalten für sich selbst. Schaffen Sie sich ein Umfeld, in dem Sie am besten jeden Tag von Toleranz und einem respektvollen Umgang miteinander lernen können.

    Gleichermaßen gilt auch, dass Sie selbst mit gutem Beispiel voran gehen sollten, um für toleranteres Verhalten in Ihrem Umfeld zu sorgen. Sprechen Sie Intoleranz an, kritisieren Sie diese und zeigen Sie, wie es besser geht.

[Bildnachweis: Marcos Mesa Sam Wordley by Shutterstock.com]
17. August 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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