Wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hat die schwerste Hürde schon überwunden: Die Bewerbungsunterlagen haben ganz offenbar überzeugt, die fachlichen Qualifikationen ebenfalls. Glückwunsch! Allerdings ist die Nummer noch nicht gelaufen. Jetzt müssen Sie den oder die Personalentscheider im persönlichen Gespräch überzeugen - und die interessieren im Vorstellungsgespräch vor allem drei Dinge...

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Vorstellungsgespräch: Was Personaler wirklich interessiert

Theoretisch gibt es unzählige Fragen, die Personaler während des Vorstellungsgesprächs haben könnten. Einige davon stellen sie auch. Und wieder, andere fallen in die Kategorie Fangfragen, die die Nervosität bei so manchem Bewerber steigern. Doch im Kern geht es dabei immer um dieselben Punkte, die Chefs oder Personaler wirklich interessieren:

Was Personaler im Vorstellungsgespräch denken

Es geht um...

  1. Kompetenz

    Welche Belege können Sie erbringen, die sicherstellen, dass Sie den Herausforderungen des Jobs gewachsen sind? Hierbei geht es nicht nur um Ausbildungen oder Hochschulabschlüsse, Stärken und Schwächen. Ebenso wichtig sind Soft Skills, Erfahrungen und Fertigkeiten (erlangt etwa durch Praktika), die beweisen: Sie schaffen den künftigen Job.

  2. Teamgeist

    Werden Sie in das vorhandene Team passen - oder die Firmenkultur empfindlich stören? Wir alle wissen: Querdenker und Kreative sind der Humus, auf dem Innovationen gedeihen. Deshalb braucht sie jedes Unternehmen. Theoretisch. Tatsächlich achten Personaler - leider - eher auf Konformität. Ihre Jobchancen steigen erheblich, je eher Sie dieses Fitting vermitteln. Wie weit sich ein Bewerber dabei verstellt, hängt natürlich davon ab, wie dringend man den Job benötigt.

  3. Mehrwert

    Verfügen Sie über eine Liste von Erfolgen, die nahelegen, Sie werden dem Arbeitgeber auch Umsatz, Einsparungen oder Mehrwert bringen? Letztlich geht es bei jeder Einstellung um eine einfache Rechnung: Man bezahlt Ihnen ein Gehalt X und hofft, dass Ihre Leistung einen Mehrwert von Y erwirtschaftet. Das ist zu dem Zeitpunkt zwar reine Spekulation, aber je überzeugender Sie darstellen können, dass Y größer ist als X, desto eher werden Sie eingestellt. Gut, wer also auf konkret bezifferbare Erfolge aus seiner bisherigen Laufbahn verweisen kann.

Und nicht zuletzt denken Personaler darüber nach, ob die Einstellung irgendwann mal auf sie (negativ) zurückfallen könnte. Schließlich geht es dabei auch immer um ihren Job, ihre Reputation als Personaler, ihre Karriere. Nicht wenige gehen deshalb auf Nummer Sicher und wagen wenig Experimente. Je besser Ihre Argumente also sind und je mehr Garantien Ihre Erfahrungen und Kompetenzen bieten, je glaubwürdiger Ihr Erscheinungsbild und Auftreten, desto besser Ihre Chancen.

Vorstellungsgespräch: Entscheidung oft nach 90 Sekunden

Vorstellungsgespräch: Entscheidung oft nach 90 SekundenHätten Sie das gedacht: Umfragen zufolge fällt die Entscheidung, ob ein Kandidat den Job bekommt oder nicht, nicht etwa erst am Ende des Bewerungsgesprächs, sondern oft schon in den ersten 90 Sekunden. Meist zwar unbewusst. Aber Sympathien und ob die sprichwörtliche Chemie stimmt - das entscheidet sich eben im Durchschnitt schon recht früh.

Gerne machen Kandidaten Personalern den Vorwurf, diese hätten sie von Anfang an auf dem Kieker. Zugegeben, für Bewerber sind manche Vorstellungsgespräch Fragen schwierig und auf den ersten Blick mag es den Anschein haben, als würden Personaler alles tun, um einen Kandidaten aus dem Unternehmen rauszuhalten (was zuweilen auch stimmt).

Im Großen und Ganzen steht aber auch hinter der abstrusesten Fragen oft nur ein sachlicher Grund: Die Personalverantwortlichen wollen ihrer Verantwortung gerecht werden und die beste Besetzung für die freie Stelle finden.

Aber - und das ist die gute Nachricht - der- oder diejenige können Sie mit entsprechender Vorbereitung sein. Überdies kommt es in jedem Vorstellungsgespräch auf Ehrlichkeit, Persönlichkeit und Authentizität an.

Wir zeigen Ihnen in diesem Dossier Schritt für Schritt wie Sie das Vorstellungsgespräch meistern - mit bewährten Tipps, psychologischen Tricks und jeder Menge Checklisten zum Download...

Vorstellungsgespräch Checklisten: Die besten Tipps als Download

Um sich optimal auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, haben wir hier gleich drei umfangreiche Checklisten für Sie vorbereitet - mit typischen Fragen, klugen Rückfragen und mehr als 100 Tipps...

  • 111 Tipps zum Vorstellungsgespräch

    111 Tipps zum VorstellungsgesprächEben weil das Vorstellungsgespräch so wichtig ist, ranken sich zahlreiche Mythen und Vorstellungen rund um diesen Bewerbungsabschnitt. Diese hier haben sich schon bei zahlreichen Lesern der Karrierebibel bewährt. Insgesamt haben wir hier 111 der besten und wichtigsten Tipps zum Vorstellungsgespräch für Sie zusammengefasst, die Sie sich gratis als PDF herunterladen können. So sind Sie optimal für das Jobinterview gerüstet. Naturgemäß sind bei der großen Zahl auch ein paar Punkte dabei, die für Sie selbstverständlich oder längst bekannt sind. Es schadet aber nicht, sich diese Grundlagen hin und wieder ins Gedächtnis zu rufen. Zudem ist die Liste natürlich für alle Leser gedacht – auch für die weniger routinierten.

  • 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

    100 Fragen im VorstellungsgesprächHier finden Sie eine Liste mit 100 typischen Fragen im Vorstellungsgespräch, die Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und offline nutzen können, um sich auf das Interview optimal vorzubereiten. Vielleicht haben Sie auch Freunde und Bekannte, die ebenfalls gerade nach einem Job suchen: Dann stellen Sie sich die Fragen doch gegenseitig und geben Sie sich ehrliches Feedback, wie die Antworten auf Sie wirken. Diese Übung hilft zudem dabei, lockerer und souveräner zu werden.

  • Typische Stressfragen im Vorstellungsgespräch

    Stressfragen Beispiele VorstellungsgesprächVon sogenannten Stressfragen gibt es unzählige Variationen. Die meisten lassen sich jedoch in fünf Arten unterteilen: Analogie-Fragen, Fangfragen, Provokationen (die keine Fragen sind), Brainteaser und Trichterfragen. Eine vollständige Checkliste dieser Fragenarten samt einiger Beispiele können Sie sich ebenfalls hier gerne gratis als PDF herunterladen, um sich so besser auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten.

  • 100 Rückfragen fürs Vorstellungsgespräch

    100 Rückfragen fürs VorstellungsgesprächWeil es so wichtig ist, im Vorstellungsgespräch auch Rückfragen zu stellen, haben wir hier eine Liste mit 100 cleveren Rückfragen an Personalentscheider zusammengestellt. Auch diese können Sie sich gerne kostenlos als PDF herunterladen, später ausdrucken und sich als Merk- oder Spickzettel zum Vorstellungstermin mitnehmen. Nur bitte nie den Zettel zücken und ablesen – das sieht nicht wirklich vorbereitet aus. Und stellen Sie bitte auch nicht alle Fragen davon. Picken Sie sich am besten, fünf bis zehn davon heraus und lernen Sie diese kurz vorher auswendig.

  • Vorstellungsgespräch Checkliste

    Checkliste VorstellungsgesprächHaben Sie wirklich an alles gedacht? Diese Checkliste fürs Vorstellungsgespräch dient weniger zur Vorbereitung, dafür umso mehr zur Kontrolle und als Ergänzung. Weil am Tag des Bewerbungsgesprächs oft die Anspannung und der Adrenalinspiegel hoch sind, werden manche Details schlicht vergessen. Damit Ihr Jobinterview ein voller Erfolg wird und Sie trotzdem an alles denken, haben wir die folgende Checkliste erstellt. Selbstverständlich können Sie diese auch kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und abhaken.

Beachten Sie auch die Liste mit ebenso weiterführenden wie vertiefenden Ratgebern zum Vorstellungsgespräch am Ende des Artikels.

Vorstellungsgespräch Tipps: Die ersten Minuten entscheiden

Ob wir jemanden sympathisch finden oder ihm vertrauen, entscheidet sich bereits in den ersten Sekunden. Rund 20 Sekunden, um etwas präziser zu sein, so das Ergebnis einer Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley.

Manchmal reicht schon eine einzige Eigenschaft, ein einziges Wort, ein simpler Eindruck, der dem Personaler übel aufstößt – und schon kippt die ganze Bewerbung. Jede Aussage wird dann anders aufgenommen als sie der Kandidat meint. Ein Wahrnehmungsfehler zwar - aber mit verheerender Wirkung. Der sogenannte Horn-Effekt überstrahlt jetzt alle oder viele andere positive Eigenschaften.

Damit Ihnen das nicht passiert, ist es wichtig, seine Körpersprache im Vorstellungsgespräch, aber auch seine Worte zu dosieren.

Die Kunst ist, die richtige Balance zu finden – zwischen perfekter Selbstpräsentation, Selbstdarstellung und einem Rest Spekulationsfläche, zwischen sachlicher Präzision und persönlichem Einblick. Und zwar in allen Phasen des Vorstellungsgesprächs.

Tatsächlich verlaufen fast alle Vorstellungsgespräche in fünf typischen Gesprächsphasen:

Gesprächsphasen im Vorstellungsgespräch

Die Reihenfolge kann hier und da variieren, die einzelnen Blöcke aber werden Ihnen immer wieder begegnen. Daher orientieren wir uns an diesem Ablauf und zeigen Ihnen der Reihe nach, wie Sie die einzelnen Phasen bestehen.

  1. Vorstellungsgespräch Tipps: Smalltalk und Kennenlernen

    Jedes Vorstellungsgespräch beginnt mit dem persönlichen Kennenlernen: Vorstellen, Händeschütteln (siehe Anleitung unten), nach der Anreise fragen, plaudern und sich dabei gegenseitig beobachten und einschätzen. Dieser Smalltalk am Anfang ist eine völlig normale soziale Interaktionen. Er soll das Eis brechen, die Aufregung der Bewerber mindern, Atmosphäre schaffen. Eigentlich eine gute Sache. Doch so unschuldig wie diese Plauder-Phase scheint, so wenig ist sie es auch.

    Begruessung Anleitung Grafik Handschlag

    Typischerweise unterscheiden Psychologen die Annäherung von Fremden in drei Verhaltensphasen, die gleichzeitig Ausdruck steigender Sympathie sind:

    • Matching

      Die Körpersprache des Partners wird analysiert und zunächst nur zu maximal 50 Prozent durch die eigene reflektiert.

    • Pacing

      Körpersprache, Gestik, Mimik, Sprache werden zunehmend synchronisiert.

    • Rapport

      Nahezu vollständige Symmetrie – beide Partner nehmen jedes Mal durch ihr Verhalten auf einander Bezug.

    Der Smalltalk und Warm-up zu Beginn des Bewerbungsgesprächs wird daher auch als Rapport-bildende Phase bezeichnet. Zumindest ist das sein Ziel. Wirklich relevante Informationen für den Job werden dabei noch nicht ausgetauscht, der Gesprächsinhalt fällt eher in die Kategorie: belanglos.

    Doch genau darin liegt die Gefahr: Kandidaten unterschätzen diese ersten fünf Minuten.

    Schon zahlreiche Studien konnten die hohe und vor allem nachhaltige Bedeutung des ersten Eindrucks nachweisen, für den es umgangssprachlich keine zweite Chance gibt.

    Nonverbal und teils unterbewusst werden dabei mehr Informationen ausgetauscht, als manche meinen: Persönlichkeitsmerkmale wie Vertrauenswürdigkeit, Offenheit, Intraversion beziehungsweise Extraversion, Geselligkeit, soziale Kompetenz, Intelligenz.

    Eine Studie von Brian Swider vom Georgia Institute of Technology und Brad Harris an der Texas Christian Universität kam erst kürzlich zu dem Ergebnis: Personaler beurteilen bereits in dieser ersten Phase, wie Bewerber später im Job arbeiten. Oft fällt dabei unbewusst die Entscheidung für oder gegen den Kandidaten, wie die beiden Studienautoren im Harvard Business Review schreiben.

    Kandidaten, die beim Smalltalk gut abgeschnitten hatten, erzielten auch später bei den fachlichen Antworten durchweg die besseren Bewertungen. Das Ergebnis deckt sich mit Untersuchungen von Murray Barrick, Management-Professor an der Texas Universität. Er fand seinerzeit heraus: Egal, wie strukturiert ein Bewerbungsgespräch auch abläuft, wie sehr die Personaler auch betonen, ihre Auswahl auf Fakten und fachliche Eignung zu stützen – entschieden wird bereits in den ersten Minuten, ob der Kandidat den Job bekommt oder nicht.

    Man kann sich über solche Erkenntnisse natürlich ärgern doof finden, was letztlich nicht zu ändern ist: dass es in Bewerbungsgesprächen enorm menschelt. Auch die ausgefeiltesten Gesprächsabläufe und Fragetechniken können nicht verhindern, dass unser Bauchgefühl mitentscheidet und der Verstand am Ende nur noch nach einer plausiblen (scheinbar rationalen) Rechtfertigung sucht, was die "Chemie" und "Wellenlänge" bereits in den ersten Minuten entschieden haben.

    Ärgern Sie sich bitte nicht, sondern nutzen Sie das für sich. Sie wissen jetzt, wie wichtig die ersten Minuten im Vorstellungsgespräch sind und sollten diese (mit Freunden) üben - ganz simpel mit der Frage: Wie wirke ich dabei auf dich: offen, freundlich selbstbewusst? Klasse, dann gleich weiter zum nächsten Schritt...

    Vorsicht mit Übertreibungen und Selbstverständlichkeiten

    Vorstellungsgespräch TippNatürlich ist eine Bewerbung - wie der Name schon sagt - eine Werbeveranstaltung in eigener Sache. Sie können und sollen also ruhig ein bisschen die Werbetrommel für sich und die eigenen Fähigkeiten rühren. Nur eben nicht übertreiben und zu dick auftragen. Sonst kippt die Situation ganz schnell - und was eben noch überzeugend klang, wirkt jetzt hohl, eitel oder schlicht unwahr.

    Den ersten Fehler begehen vor allem Berufseinsteiger, deren Lebenslauf noch entsprechend dünn ist und die meinen, dies nun durch besonders viele Worte wettmachen zu müssen.

    Gerne betonen sie im Gespräch, dass sie "belastbar", "kreativ", "teamfähig", "hoch motiviert" oder "pünktlich" seien. Dagegen ist im Grunde nichts zu sagen - es sind aber auch Selbstverständlichkeiten. Drehen Sie die Aussage herum, und es wird deutlich.

    Das Gegenteil wäre die Nachricht: "Ich bewerbe mich hier, bin aber teamunfähig, überhaupt nicht belastbar, fürchterlich unkreativ und motiviert sowieso schon gar nicht..." Das wäre mal eine Vorstellung! Klar, die Wahrscheinlichkeit, dass so jemand eingestellt wird, liegt nahe Null. Umgekehrt zeigt es aber auch, dass Selbstverständlichkeiten niemanden abheben.

    Mehr noch: Wer sie betont, nährt nur den Verdacht, dass da sonst nichts ist.

    Noch desaströser wirken Übertreibungen und offensichtliche Schönfärbereien vom Typ: "Meine einzige Schwäche ist, dass ich zu viel arbeite." Wer's glaubt...

    Zur Gruppe der zweifelhaften Übertreibungen gehören zum Beispiel Aussagen, wie:

    • Das kann ich perfekt.
    • Mehr Erfahrungen auf diesem Gebiet bietet Ihnen keiner.
    • Meine Erfolge sprechen für sich.
    • Außerdem kann ich das... und das... und das...
    • Ich mache alles für Sie.
    • Das ist mein absoluter Traumjob.

    Die meisten dieser Aussagen sind zu glatt, um wahr zu sein. Derlei Maßlosigkeit entsteht leider dadurch, dass sich Kandidaten zu sehr in das Vorstellungsgespräch hineinsteigern. Und wer alles macht (und sagt), nur um den Job zu bekommen, ist entweder Opportunist oder skrupellos. Beides nicht gerade Eigenschaften eines Traumkollegen.

    Gleiches gilt übrigens für Ausreden ("Das war aber nicht meine Schuld...") oder übertriebene Euphorie. Vielleicht möchten Sie wirklich vor allem für dieses Unternehmen arbeiten. Es gibt aber eben auch noch andere Arbeitgeber, für die Sie sich begeistern können und die an Ihnen Interesse haben (könnten).

    Bei der Bewerbung ist es wie in der Liebe: Wer sich zu sehr aufdrängt, wird uninteressant und sieht bedürftig aus. Lassen Sie den Personaler ruhig auch ein wenig um Sie werben. Umso zufriedener ist er hinterher mit seiner Ausbeute.

  2. Vorstellungsgespräch Tipps: Selbstpräsentation und Fragen

    Für Personalentscheider ist die Selbstpräsentation vor allem die Chance den Kandidaten live zu erleben und zwar im Rahmen der Fakten, die sie schon aus der Bewerbung und dem Lebenslauf kennen. Sie können den Bewerber dabei genau beobachten und womöglich überprüfen, ob der Kandidat bei seinen schriftlichen Angaben irgendwo geschummelt hat. Wer vorher seine Bewerbungsmappe kräftig optimiert hat, muss jetzt liefern.

    Gleichzeitig interessiert die Personalentscheider, ob Sie es in der Selbstpräsentation schaffen, einen Bezug zum Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle herzustellen, also die Lücke zwischen dem Anforderungsprofil der jeweiligen Position und den eigenen Kompetenzen möglichst klein zu halten.

    Wie das gelingt, erfahren Sie ausführlich in diesem Dossier zur Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch.

    An diesen Teil schließen meist nahtlos die Fragen der Personaler an (siehe auch Checkliste oben). Diese Vorstellungsgespräch Fragen stehen auf der Beliebtheitsskala der meisten Bewerber wohl auf einer Höhe mit Zahnschmerzen. Um hierbei zu glänzen, müssen Sie in erster Linie ruhig bleiben und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen.

    Klingt leicht? Ist es im Grunde auch - mit etwas Vorbereitung.

    Um Ihnen zu zeigen, wie das geht, haben wir ein paar typische Fragen zusammengestellt. Haben Sie dabei bitte im Hinterkopf, dass es sich dabei um Beispiele handelt. Die Fragen können auf unterschiedliche Weise gestellt werden und auch die Antworten müssen letztlich zu Ihnen und Ihrem Lebenslauf passen:

    • Was ist ihre größte Schwäche?

      Gerne wird die Frage von Bewerbern dazu genutzt, um eine vermeintliche Schwäche anzusprechen, bei der es sich um eine Stärke handelt. Fehler! Personaler durchschauen dieses Schauspiel sofort und haken auch meist nach. Sypathiepunkte gibt es für das Ablenkungsmanöver auch nicht. Geben Sie sich lieber offen und ehrlich und zeigen Sie, wie Sie an einer erkannten Schwäche arbeiten, zum Beispiel: In Diskussionen fällt es mir manchmal schwer, mich durchzusetzen, aber ich arbeite daran, meine Meinung deutlicher zu vertreten.

    • Sie haben mehrmals den Job gewechselt. Warum sollten wir sie einstellen?

      Berufliche Wechsel sind heute keine Seltenheit. Viele Personaler sprechen Kandidaten aber trotzdem darauf an. Reagieren Sie darauf aber nicht verunsichert oder gar schuldbewusst, sondern erklären Sie mit Beispielen, wieso gerade diese vorherigen Stationen Sie für den aktuellen Job qualifizieren. Kurz: Greifen Sie die Frage nach der Vergangenheit auf, aber drehen Sie den Blick wieder in die Zukunft.

    • Würden Sie sich selbst eher als stur oder flexibel bezeichnen?

      Gemeine Frage! Genau als solche ist sie auch konzipiert, denn beide Eigenschaften können - abhängig von der Situation - wünschenswert oder schädlich sein. Die Antwort auf solche suggestiven Alternativfragen sollte deshalb ebenfalls immer beide Seiten abdecken, etwa: Ich finde es schwer, mich in einer der beiden Kategorien wiederzufinden. Natürlich kann ich meine Meinung vertreten und auch stur sein, wenn ich eine Idee verteidige, die ich für richtig halte. Auf der anderen Seite finde ich aber auch einen Konsens und Kompromisse wichtig, wenn diese zum bestmöglichen Ergebnis führen.

    • Wenn Sie jemanden für diese Stelle aussuchen müssten, worauf würden Sie achten?

      Diese Frage beinhaltet gleich zwei wichtige Punkte: Welche Fähigkeiten halten Sie für die Stelle für relevant? Und besitzen Sie selbst diese Qualifikationen? Je nach Position sollten Sie sich bei der Antwort auf zwei oder drei Schlüsselqualifikationen konzentrieren: Ich denke, dass Kreativität und Problemlösungskompetenzen für den Job entscheidend sind, weil... Genau aus diesem Grund habe ich mich auch beworben, denn... Wer jetzt noch die Stellenbeschreibung mit einem passenden Beispiel seiner bisherigen Erfahrungen untermalt, punktet bei jedem Personaler.

    • Wie unterscheidet sich dieser Job von anderen, für die Sie sich beworben haben?

      Eine fiese Frage. Wer möchte schon im Jobinterview von seinen anderen Bewerbungen erzählen? Allerdings kommt es auch nicht gut an, zu behaupten, man hätte sich nur auf diese eine Stelle beworben. Personaler wissen, dass das gelogen ist, und schon hat man Chancen verspielt. Genauso schlecht wäre es natürlich von einem anderen Job vorzuschwärmen. Beschränken Sie sich daher auf eine möglichst neutrale Antwort und gehen Sie weiterhin darauf ein, warum es Sie zu genau diesem Arbeitgeber zieht.

    Vorstellungsgespräch Antworten: Nur die Ruhe!

    Deshalb, daher und darum gilt für alle diese Vorstellungsgespräch Fragen...

    • Nehmen Sie sich Zeit.

      Binnen weniger Minuten sollen Bewerber das Schlauste sagen, was ihnen jemals über die Lippen gekommen ist? Sollen ebenso eloquent über ihre Stärken wie Schwächen parlieren? Okay, aber lassen Sie sich davon nie hetzen: Auch in einem Vorstellungsgespräch darf man sich einige Sekunden Zeit nehmen, um über die Antwort zu einer Frage nachzudenken.

      So senken Sie nicht nur Ihren Blutdruck, Sie finden auch die klügere Antwort. Obendrein wirkt das viel überlegter. Ruhe ist im Vorstellungsgespräch die beste Strategie.

    • Fragen Sie nach.

      Viel zu selten nutzen Bewerber die Chance, in einem Vorstellungsgespräch nachzufragen, insbesondere, wenn sie die Frage nicht verstanden haben. Zu groß ist die Angst, dass dies als fehlende Aufmerksamkeit oder Auffassungsgabe ausgelegt wird. Also reden sich vor lauter Nervosität um Kopf und Job.

      Effekt: Die vorher zurechtgelegte, stimmige Geschichte vom Toptalent wird plötzlich brüchig, Widersprüche tauchen auf, dem Personaler kommen erste Zweifel – und im Zweifel gilt: contra reo - gegen den Kandidaten. Schließlich warten da draußen noch andere Kandidaten. Machen Sie das bitte nicht. Haken Sie lieber ein und fragen Sie nach. Verständnisfragen vom Typ "Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihre Frage richtig verstanden habe, meinten Sie...?" sind keine Schande, im Gegenteil: Sie demonstrieren so echtes Interesse.

    • Lassen Sie sich darauf ein.

      Manche Fragen sind durchaus außergewöhnlich, wenn nicht gar abwegig. Insbesondere die Stressfragen in Stressinterviews.

      Letztlich sollen sie genau das sein: unangenehm - mit dem Zweck, den Bewerber aus der Komfortzone zu locken und hinter die Fassade zu blicken. Natürlich müssen Sie sich nicht alles gefallen lassen, aber wer das Ganze sportlich sieht und ebenso souverän wie selbstbewusst auf die Fragen eingeht, punktet im Vorstellungsgespräch mehr als jeder Kritiker.

    • Seien Sie stets präsent.

      Kandidaten, die gelangweilt dreinschauen und lustlos Antworten erbrechen, wirken kaum überzeugend. Ein guter Weg, Präsenz zu dokumentieren: Halten Sie stets Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber und lächeln Sie viel.

      Blickkontakt im Vorstellungsgespräch

    • Beobachten Sie die Körpersprache Ihres Gegenübers.

      Die Augenlider schlagen seltener, der Blick schweift öfters ab, er wechselt häufiger die Sitzposition, macht sich kaum noch Notizen? Alles Anzeichen dafür, dass sich Ihr Interviewer langweilt. Brechen Sie Ihren Monolog jetzt besser ab und wechseln Sie in die Metaebene: "Langweile ich Sie? Das tut mir leid. Ich weiß, ich neige etwas zum Monologisieren..." Das zeigt zumindest, dass Sie ein aufmerksamer und über Empathie verfügen.

    • Legen Sie sich relevante Anekdoten zurecht.

      Spontaneität ist gut, bleibt aber Profis vorbehalten. Alle anderen sollten sich vorbereiten: Überlegen Sie sich, welche Fragen kommen können – und dazu dann amüsante wie relevante Beispiele und Anekdoten aus Ihrem bisherigen Lebenslauf. Komprimieren Sie diese auf ein wesentliches Extrakt, also kurze, knackige Antworten. Formulieren Sie weniger mit Adjektiven (Ich bin teamfähig, kreativ, belastbar...), besser mehr mit Beispielen.

      Bei vielen Fragen kommt es nicht darauf an, die richtige Lösung zu nennen. Meist gibt es kein Richtig oder Falsch. Wichtiger ist, dass Sie Ihre Gedankengänge erklären und Ihren Lösungsweg aufzeigen und begründen. So erhält Ihr Gegenüber ein Bild von Ihrer Arbeitsweise, wie Sie an Probleme und Herausforderungen herangehen.

    Extra-Tipp: WIE erbringen Sie Ihre Leistung?

    Bewerbungsformel Grafik XYZAngenommen, Sie wären Manager und auf der Suche nach Nachwuchskräften und echten Talenten. Dann würden Sie Bewerber vermutlich weniger dafür einstellen, WAS sie machen (oder gemacht haben), sondern vor allem dafür, WIE sie es machen.

    Das WIE macht jeden Bewerber einzigartig und differenziert ihn von anderen. Beim WIE offenbart sich schließlich die Vielfalt der Belegschaft und jedes individuelle Talent. Machen Sie sich daher hierzu ein paar Gedanken und reihen Sie im Vorstellungsgespräch weniger berufliche Stationen aneinander, sondern erzählen Sie Geschichten anhand von Beispielen (sogenanntes Storytelling), die davon handeln, WIE Sie Ihre Aufgaben lösen.

  3. Vorstellungsgespräch Rückfragen: Daran bitte denken

    Wann immer Ihnen ein Personaler im Vorstellungsgespräch die Gelegenheit gibt, selbst Fragen zu stellen (sogenannte Rückfragen), sollten Sie auf keinen Fall schweigen oder gar den Kopf schütteln: Sie haben eigene Fragen - immer! Schon aus zwei Gründen:

    • Dies ist die beste Chance, mehr über das Unternehmen und Ihren vielleicht zukünftigen Arbeitsplatz, den Chef, dessen Anforderungen und die Kollegen zu erfahren.
    • Dies ist ein Test, der Ihr wahres Interesse an dem Job abklopft, aber auch ob und wie intensiv Sie sich auf das Vorstellungsgespräch und den Arbeitgeber vorbereitet haben. An der Tiefgründigkeit und Cleverness Ihrer Rückfragen kann selbst ein ungeübter Personaler erkennen, ob Sie nur die Stellenanzeige oder auch die Webseiten (Plural!) des Unternehmens sowie einschlägige Fachartikel dazu studiert haben.

    Die anderen Gründe sind...

    Rückfragen stellen Gründe Grafik

    Aber auch sonst hinterlassen Sie mit ein paar eigenen Fragen immer einen guten Eindruck. Welche das sein könnten, zeigen wir Ihnen ausführlich in diesem Dossier dazu.

    Diese Fragen sollten Sie nie stellen

    Schlechte Fragen im VorstellungsgesprächEs gibt Dinge, die bleiben im Vorstellungsgespräch besser unausgesprochen. Dass man den Job ganz dringend braucht zum Beispiel. Schneller kann man sich nicht von der Position der talentierten Fachkraft in die Rolle des Bittstellers katapultieren.

    Genauso wenig müssen Sie eine aktuelle Schwangerschaft erwähnen oder andeuten, dass Sie den Job lediglich als Sprungbrett betrachten und sich zu Höherem berufen fühlen.

    Es gibt im Bewerbungsgespräch aber auch regelmäßig ein paar Plaudertaschen, die sich um Kopf, Karriere und Job reden - vor allem dadurch, dass Sie - oft ungewollt - erhebliche Zweifel an ihrer Eignung und Motivation provozieren. "Si tacuisses, philosophus mansisses" - Hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben. Oder in diesem Fall ein gefragtes Talent.

    Keine Frage, im Vorstellungsgespräch geht es darum, von sich zu erzählen, eine gelungene Selbstpräsentation zu absolvieren und zu beweisen, dass man perfekt zur Stelle passt. Reden ist allerdings nur Silber - und Schweigen zuweilen Gold. Das gilt immer dann, wenn Sie mit Ihren Aussagen schlafende Hunde wecken - also im Subtext mehr verraten als Sie gerade sagen (wollen).

    Und entgegen der landläufigen Meinung gibt es - hierbei - durchaus dumme Fragen. Ja, sogar Fragen, die veritable Zweifel am Kandidaten schüren. Dazu zählen zum Beispiel:

    • Was genau macht Ihr Unternehmen eigentlich?

      Ihre Intention mag sein, Interesse am Unternehmen zu zeigen und ein Gespräch aufbauen zu wollen. Was aber ankommt, ist: Sie sind überhaupt nicht vorbereitet.

      Es ist Ihre Hausaufgabe als Bewerber, sich über das Unternehmen vorab zu informieren, insbesondere was dieses macht. Das steht ja meist auch schon auf dessen Website in der Rubrik "Über uns". Wer diese Frage stellt, disqualifiziert sich daher sofort.

    • Stellen Sie weitere Nachforschungen zu meinem Werdegang an?

      Jetzt schon. Im Ernst: Warum fragen Sie danach, wenn Sie im Vorstellungsgespräch alles Wissenswerte erzählen und nichts zu verbergen haben. Eine solche Frage kann nur zu einer Gegenfrage führen: "Was würden wir denn dabei über Sie herausfinden?" Spätestens jetzt ist der Kandidat unglaubwürdig.

    • Warum haben Sie mich eingeladen?

      Die Frage ist vermutlich gedacht als Auftakt zur Selbstpräsentation (oder als fishing for compliments). Doch gut gemeint, ist nun mal der kleine Bruder von Blödsinn. Und in dem Fall wirkt es leider, als hätten Sie selbst nicht damit gerechnet - was wiederum nicht unbedingt zu einem Top-Talent passt.

      Deshalb sollten Sie die verwandte Frage auch nie einem Headhunter stellen: Warum/Wie haben Sie mich gefunden? Wenn man nach DEM Kandidaten sucht, muss man SIE finden. Punkt.

    • Wann kann ich frühestens Urlaub machen?

      Wohlgemerkt: Sie sitzen im Vorstellungsgespräch, haben den Arbeitsplatz also noch gar nicht - und fragen schon nach Urlaub? Gewiss, die Frage ist grundsätzlich legitim. Die können Sie aber auch noch am ersten Tag im neuen Job und in der Personalabteilung stellen. So aber wirkt das alles andere als motiviert oder leistungswillig.

      Für den Fall dass Sie bereits einen Urlaub gebucht und bezahlt haben, ist das Vorstellungsgespräch dennoch der falsche Ort, um darüber zu sprechen. Das können Sie tun, nachdem man sich für Sie entschieden hat und Ihnen einen Arbeitsvertrag vorlegt. In der Regel ist der Chef dann auch kulanter - er will Sie schließlich langfristig einstellen.

      In dieselbe Kategorie fällt übrigens auch die Frage: Welche Dinge führen bei Ihnen zu einer Kündigung? Jemanden noch vor der Einstellung auf den Gedanken zu bringen, Sie feuern zu müssen, ist strategisch nicht besonders weitsichtig. Und wer sich jetzt schon darüber Sorgen macht, hat womöglich Arges im Sinn...

    • Überwachen Sie die Internetnutzung von Dienstrechner und -handy?

      Wenn Sie sich das fragen, können Sie gleich sagen, dass Sie tagsüber mehr Ihr Facebook-Profil managen als Ihre Projekte. Auch hier ist es so: Sie haben den Job noch nicht einmal in der Tasche und machen sich schon Gedanken, was Sie während der Arbeitszeit anderes tun können. Das verrät nicht gerade einen Leistungsträger in spe, oder?

    • Welche Zusatzleistungen bieten Sie?

      Ein schöner Firmenwagen, Bonuszahlungen, Aktienpakete oder andere Zusatzleistungen sind für Arbeitnehmer ein schöner Anreiz, doch im Vorstellungsgespräch sollte Ihr Augenmerk darauf liegen, Personalern zu zeigen, was Sie für das Unternehmen leisten können. Mit der Frage nach zusätzlichen Leistungen tun Sie das eher nicht.

    • Wie stehen meine Chancen?

      Es ist zwar verständlich, dass Sie am liebsten sofort wissen würden, ob es mit dem Job geklappt hat. Dennoch ist Ungeduld im Jobinterview ein dickes Minus.

      Erstens können Ihnen Personaler jetzt noch nichts dazu sagen, weil sie noch weitere Jobinterviews führen; zweitens klingt die Frage alles andere als selbstbewusst. Sie signalisieren eher wieder Unsicherheit und Zweifeln an der eigenen Eignung. Fragen Sie lieber nach dem weiteren Verlauf des Auswahlprozesses oder wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können. Damit zeigen Sie Interesse und erhalten wichtige Informationen, wann Sie frühestens nachfassen können.

    Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Das Prinzip dahinter sollte schon jetzt klar sein: Alle Fragen, die eine andere Motivation als die für den Job durchblicken lassen oder aber andeuten, dass Sie etwas im Schilde führen könnten, sind tabu.

    Interessieren Sie sich lieber für die Herausforderungen des Jobs, für die Stelle im Besonderen, die Kollegen und den Chef und was man von Ihnen in den ersten Monaten erwartet. Für alles andere mag es ein berechtigtes Interesse geben - das finden Sie aber auch später noch informell unter Kollegen und auf dem kleinen Dienstweg heraus. Ins Vorstellungsgespräch gehört es aber nicht.

  4. Vorstellungsgespräch Abschluss: Nachbereitung nicht vergessen

    Das Ende des Vorstellungsgesprächs bedeutet nicht, dass Sie nichts mehr tun können, um die Chancen auf den Job zu erhöhen. Neben der Vorstellungsgespräch Vorbereitung und Durchführung ist die Zeit nach einem Jobinterview die dritte wichtige Phase, um Personaler zu überzeugen, einen guten Eindruck zu verstärken oder eine unglückliche Formulierung zu korrigieren.

    Vorstellungsgespräch Abschluss Regeln

    Diese Tipps zeigen Ihnen, was Sie nach dem Bewerbungsgespräch machen können:

    • Fragen Sie, wie es weitergeht.

      Bevor Sie das Vorstellungsgespräch verlassen, sollten Sie klären, wie es weitergeht. Besonders wichtig ist die Information, wie lange der Auswahlprozess dauern wird. So erhalten Sie gleichen einen Anhaltspunkt, zu welchem Zeitpunkt Sie noch einmal nachfassen können, wenn Sie noch keine Antwort erhalten haben.

    • Reflektieren Sie, wie das Gespräch gelaufen ist.

      Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Antworten? Konnten Sie den Personaler überzeugen oder würden Sie nach dem Jobinterview einen Punkt gerne klarstellen? Die Reflextion im Anschluss an das Vorstellungsgespräch hilft, für mögliche weitere Gespräche hinzu zu lernen.

    • Verfassen Sie ein Dankschreiben.

      Ein Dankschreiben kann den positiven Eindruck, den Sie im Vorstellungsgespräch hinterlassen haben, noch einmal verstärken. Bedanken Sie sich für die Einladung zum Gespräch, die Zeit, die der Personaler Ihnen gegeben hat, und die Möglichkeit, das Unternehmen besser kennenzulernen. Gleichzeitig können Sie erwähnen, dass das Jobinterview Ihren Wunsch, für das Unternehmen zu arbeiten, noch einmal bestärkt hat und Sie sich darauf freuen, vom Personaler zu hören.

    • Bleiben Sie weiterhin aktiv in der Jobsuche.

      Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen, der Personaler hat sich nur positiv geäußert und Sie haben ein rundum gutes Gefühl, was Ihre Chancen auf den Job betrifft? Gut, aber trotzdem kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Solange Sie noch unterschriftsreifen Arbeitsvertrag vorliegen haben, sollten Sie Ihre Jobsuche weiterführen und sich auch auf andere Stellen bewerben.

Bonus: 7 Psychotricks fürs Vorstellungsgespräch

Zugegeben, "Psychotricks" klingen zuerst nach mentaler Manipulation und Mindmagic. Tatsächlich geht es eher darum, sich die zahlreichen psychologischen Effekte bewusst zu machen, die auf Vorstellungsgespräche einwirken, ohne dass wir dies bemerken (und uns dann wundern, warum wir den Job nicht bekommen).

Wem sie klar sind, der kann negative Folgen verhindern oder derlei Psychoeffekte gezielt zu seinen Gunsten nutzen - ohne deswegen gleich mit dem Geist seines Gegenübers Tango zu tanzen:

  1. Vereinbaren Sie einen Termin am Donnerstag.

    Donnerstag Bewerbungstermin
    Wenn man Sie zum Vorstellungsgespräch einlädt, wird man Ihnen mindestens einen Termin (und ein bis zwei Alternativen) vorschlagen. Nutzen Sie die Gelegenheit, den Vorstellungstermin zu Ihren Gunsten zu verschieben (wie das geht, erfahren Sie HIER).

    Ungünstig sind Montage und Freitage: Montags klingt vielleicht noch ein lausiges Wochenende nach oder der Personaler hat den Montagsblues; freitags sind viele ab 12 Uhr gedanklich schon wieder im Wochenende. Beides keine guten Voraussetzungen für eine Einstellung.

    Zudem hat die Psychologin Wändi Bruine de Bruin von der Carnegie Mellon Universität herausgefunden, dass beispielsweise Juroren bessere Noten vergeben, je weiter der Wettbewerb voranschreitet. Der Effekt wirkt sogar unabhängig davon, ob die Noten während des Wettbewerbs oder erst am Schluss vergeben werden. Das ist auf das Bewerbungsgespräch übertragbar: Beim ersten Kandidaten hat der Interviewer noch keine Vergleichsmöglichkeiten, beim zweiten ist er aufmerksam und kritisch, wird aber milder (und müder), je näher er dem Auswahlende kommt.

    Versuchen Sie also möglichst einen Termin am Mittwoch oder Donnerstag zu vereinbaren. Ideal: der Donnerstagvormittag so gegen 10 Uhr. Die Woche ist dann fast vorbei, um 10 sind aber alle (auch Sie) noch frisch und der Mittagshunger drückt auch nicht auf die Stimmung.

  2. Ignorieren Sie Mitbewerber.

    Das heißt nicht, dass Sie grob unhöflich werden sollen und mögliche Konkurrenten nicht mindestens nett begrüßen sollen. Gemeint ist vielmehr, diese gedanklich als Konkurrenten um den Job zu ignorieren. Denn je mehr Mitbewerber es gibt, desto weniger strengen sich Bewerber im Jobinterview an.

    Forscher der Universitäten von Michigan und Haifa haben das Phänomen entdeckt und N-Effekt getauft. Dazu ließen sie 74 Studenten ein Quiz absolvieren. Den einen erzählten sie, sie würden gegen neun Mitbewerber antreten, den andern sagten sie, sie hätten 99 Konkurrenten.

    Resultat: Wer sich einer kleineren Wettbewerberzahl gegenüber sah, schaffte den Test in 29 Sekunden; wer hypothetisch gegen 99 Kommilitonen antrat, brauchte 33 Sekunden länger.

  3. Setzen Sie optische Gemeinsamkeiten ein.

    Beispielsweise durch die Farben von Accessoires (Krawatte, Tuch, Tasche) oder Ihrer mitgebrachten Bewerbungsmappe, die Sie vor sich auf den Tisch legen und die der Unternehmensfarbe entsprechen. Kurz: Suggerieren Sie unterschwellig Zugehörigkeit.

    Je ähnlicher uns ein Mensch ist – in Aussehen, Kleidung, Körpersprache, Wortwahl – desto sympathischer finden wir ihn. Derselbe Effekt funktioniert allerdings auch anders herum – und führt dann zu spontaner Antipathie. Manchmal reicht schon eine einzige Eigenschaft, ein einziges Wort, ein simpler Eindruck, der dem Personaler übel aufstößt – und schon kippt die ganze Bewerbung. Das Phänomen ist auch bekannt als Horn-Effekt.

    Das Gegenteil dazu ist übrigens der Halo-Effekt: Eine herausragende Leistung oder Eigenschaft (Attraktivität, Redegewandtheit) überstrahlt alles andere und führt zu einem positiven Urteil.

  4. Machen Sie Komplimente.

    Das klingt nach Schleimen - und ist es zum Teil auch. Das wirkt aber erst anbiedernd, wenn die Lobhudelei übertrieben wird und unbegründet bleibt. Dazwischen gibt es durchaus angenehme Abstufungen.

    Wer die Kunst des Lobens beherrscht, schlägt jeden Selbstdarsteller im Vorstellungsgespräch. Das haben US-Forscher herausgefunden. Seine Stärken aufzuzeigen, ist zwar nicht schlecht. Erfolgreicher aber waren Bewerber, die Komplimente machten, Gemeinsamkeiten fanden und diese subtil ins Gespräch einbauten.

    Recherchieren und erwähnen Sie also ruhig so etwas wie, dass Sie dieselbe Uni wie der Personaler besucht haben oder das gleiche Hobby pflegen. Google, Linkedin und Xing liefern oft gute Informationen dazu. Es lohnt sich.

  5. Verbalisieren Sie Ihre Nervosität.

    Ja, richtig gelesen: Trauen Sie sich zu dieser vermeintlichen Schwäche zu stehen - sie ist keine. Es ist normal, dass man in einer solchen Situation nervös und aufgeregt ist, das zeigt doch nur, dass man die Stelle wirklich will. Wenn Sie also eine Blockade haben oder ins Stottern geraten, wechseln Sie kurz in die Metaebene: "Entschuldigung, ich bin tatsächlich ein bisschen aufgeregt..."

    Erstens setzt jetzt bei jedem anständigen Menschen eine Beißhemmung ein; zweitens bekommen Sie Pluspunkte für Ehrlichkeit und Authentizität.

    Überdies hat Jane Richards von der Universität von Texas schon vor Jahren zeigen können: Wer beim Vorstellungsgespräch eine zu coole Fassade aufsetzt, bekommt den Job nicht. Das Vorurteil dahinter: Sogenannten Gefühlsunterdrückern mangelt es an Empathie. Entsprechend konnten sie in einer belastenden Situation schlechter auf ihre Gesprächspartner eingehen oder reagieren verzögert.

    Dosierte Emotionsregulierung ist die bessere Entscheidung: Wer sich zum Beispiel klar macht, dass er im Jobinterview nichts zu verlieren hat, wertet den Termin positiv und schöpft so sein volles Leistungspotenzial aus.

  6. Sagen Sie nicht "nicht".

    Sie wollen ein flammendes Plädoyer für sich starten, doch irgendwie ist Ihnen das peinlich. Selbstmarketing klingt so schrecklich unbescheiden.

    Also beginnen Sie mit: "Ich will ja nicht prahlen, aber..." Riesenfehler! Forscher der Eastern Universität in Washington fanden heraus: Derlei Einschränkungen bewirken das genaue Gegenteil, der Bewerber klingt so erst recht wie ein eitles Großmaul.

    Bewerber, die solche Formulierungen häufiger verwendeten, galten gar als weniger intelligent. Wer dagegen selbstbewusst und ohne Anmoderationen seine Vorzüge darstellte, wurde signifikant positiver aufgenommen. Stehen Sie in Ihrer Selbstpräsentation also zu dem, was Sie zu bieten haben - sonst hätte man Sie schließlich nicht eingeladen. Außerdem heißt es ja auch BeWERBUNG...

  7. Lassen Sie den anderen reden.

    Auch wenn man Ihnen im Bewerbungsgespräch natürlich viele Fragen stellen wird und Sie besser kennenlernen will: Versuchen Sie nicht das Gespräch zu dominieren.

    Über Ihren Erfolg entscheidet nicht der eigene Redeanteil, sondern eher dessen Qualität. Mehr noch: Menschen erinnern Gespräche besonders dann als postiv, wenn ihre Airtime besonders hoch war. Warum also nicht geschickt einen echten Dialog initiieren und Ihr Gegenüber subtil das Wort ergreifen lassen? Bitten Sie Ihren Ansprechpartner zum Beispiel über das Unternehmen zu erzählen, die Kultur und Zusammenarbeit oder wie er seine Arbeit persönlich erlebt. Darauf geben Sie dann positive bis bewundernde Rückmeldungen, Motto: "Wow! Das habe ich so noch nicht gehört oder erlebt" (siehe Punkt "Machen Sie Komplimente").

    Der Trick, Menschen dazu zu bringen, das zu tun, was man selber möchte (in dem Fall: Sie einstellen), ist, ihnen das Gefühl zu geben, klug und wichtig zu sein.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

[Bildnachweis: Pressmaster, Dima Sidelnikov, Max Somma by Shutterstock.com]

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