Smalltalk lernen: 30+ geniale Themen, Fragen & Tipps

Mit dem Smalltalk ist es wie mit dem Flirten: Dem ersten Satz haftet ein nahezu mythisches Fanal an – so als gäbe es danach keine Höhepunkte mehr. Stimmt aber nicht. Eine gekonnte Konversation zu führen, ist zwar ein wichtiger Erfolgsschlüssel. Die Kunst des leichten Plauderns ist aber auch lernbar. Fragen, Themen, Einstiege, Eisbrecher – oft reicht es schon aus, typische Smalltalk Fehler zu vermeiden. Wir geben Tipps, wie Sie künftig besser smalltalken – inklusive Beispielen…

Smalltalk lernen: 30+ geniale Themen, Fragen & Tipps

Anzeige

Warum überhaupt Smalltalk?

Smalltalk ist ein Alltagsgespräch, das spontan, zufällig, locker und in einem umgangssprachlichen Ton geführt wird. Es gibt keine formalen Regeln dafür, und es entsteht eine ungezwungene, entspannte Atmosphäre. Bedeutet zugleich: Die Gesprächsform ist universal einsetzbar. Als Smalltalk mit Kollegen, als Schwatz auf einer Feier, als kleine Unterhaltung im Fahrstuhl oder in der Bahn…

Smalltalk können Sie überall betreiben. Und manchmal ist Smalltalk nicht nur eine Option, sondern ein wichtiger Schlüsselfaktor, um mit anderen ins Gespräch zu kommen oder Vertrauen aufzubauen.

Beispiele: Wann Smalltalk halten?

  • Jobeinstieg
    Der erste Tag im neuen Job. Sie sind neu und kennen noch niemanden. Um einen sympathischen ersten Eindruck zu hinterlassen, sollten Sie mit Ihren Kollegen ins Gespräch kommen. Smalltalk ist der perfekte Einstieg, um ungezwungen Kontakt aufzubauen.
  • Messebesuch
    Stehen Sie zwischen den Vorträgen und in den Pausen nicht alleine rum. Nutzen Sie die Gelegenheit, um mit Smalltalk ins Gespräch zu kommen. Auf Kongressen lernen Sie so wichtige Personen kennen und schaffen die Basis für eine berufliche Zusammenarbeit.
  • Kundentreffen
    Gewiss, der Grund Ihres Treffens ist geschäftlich. Doch leichte Konversation lockert die Atmosphäre auf und heißt den Kunden willkommen.
  • Vorstellungsgespräch
    Bereits die ersten Minuten des Zusammentreffens entscheiden über die Sympathie. Praktisch jedes Bewerbungsgespräch beginnt mit Smalltalk. Eine lockere Phase, die bereits zum Test gehört.
Anzeige

Was macht guten Smalltalk aus?

Gelungener Smalltalk versprüht Charme und Charisma, Witz und Esprit. Er ist aber völlig zweckfrei.

Nicht wenige assoziieren mit Smalltalk mitreißende Eloquenz oder die geschliffene Rhetorik eines Alleinunterhalters. Smalltalk ist das genaue Gegenteil: Sprezzatura, wie Smalltalk früher hieß, ist ebenso unangestrengt wie amüsant. Das lockere Parlieren dient dazu, sich unverbindlich auszutauschen, Gemeinsamkeiten zu finden und eine gute Atmosphäre für das Weitere zu schaffen. König Charles II. hat einmal gesagt:

Die Kunst guter Konversation besteht darin, Unsicheren Sicherheit zu geben.

Smalltalk MUSS seine Leichtigkeit behalten. Immer. Wer meint, er oder sie müsse anderen beweisen, wie kommunikativ man ist, kann nur scheitern. Eine solche Haltung wird unbewusst bemerkt und wirkt entsprechend bemüht bis aufdringlich. Erzählen Sie lieber eine kleine Geschichte (siehe: Storytelling), geben Sie ein bisschen von sich preis, erzeugen Sie gute Laune, zeigen Sie Humor, lachen Sie – am besten über sich selbst.

Anzeige

Begrüßung mit Smalltalk: Fragen und Einstiege

Zugegeben, vielen fällt das lockere Geplänkel zum Warmwerden und zur Begrüßung schwer. Heraus kommen dann unbeholfene Gesprächsanbahnungen, die so zielführend sind wie eine Wärmflasche aus Schokolade:

  • „Schönes Wetter heute?“
  • „Sind Sie öfters hier?“
  • „Läuft bei dir?“
  • „Und sonst?“

Bitte beginnen Sie Ihren Smalltalk niemals so! Genießen Sie den Augenblick und die Chance, einen fremden Menschen kennenzulernen. Ganz locker beim Plaudern.

Die Grundvoraussetzung für ein gelungenes Gespräch ist aufrichtiges Interesse an Ihrem Gegenüber. Nur wenn Sie Ihrem Gesprächspartner mit echter Anteilnahme und Respekt begegnen, wird sich dieser wohlfühlen und darauf einlassen. Guter Smalltalk beginnt immer auf Augenhöhe, Hierarchie ist dabei fehl am Platz.

Smalltalk Eisbrecher: Fragen Sie!

Menschen finden Gespräche immer dann besonders gelungen, wenn sie die meiste Zeit selbst gesprochen haben. Das ist zwar schizophren, lässt sich aber nutzen: Wenn Sie Sorge haben, beim Smalltalk anfangs das Falsche zu sagen oder nicht richtig smalltalken zu können, stellen Sie Fragen! Schenken Sie Ihrem Gegenüber Redezeit und gehen dann auf die Antworten ein (siehe: aktives Zuhören). Er oder sie wird Sie dafür mehr schätzen als jeden Draufgänger und Sprücheklopfer.

Fragen stellen, eignet sich zum Aufwärmen ebenso wie zum Auflockern. Vorausgesetzt, es sind die richtigen Fragen. Hier ein paar Vorschläge für gute Smalltalk-Einstiege und sogenannte Eisbrecher:

  • „Was machen Sie beruflich?“

    Der Klassiker unter allen Smalltalk-Intros, denn er eröffnet eine Reihe von Anschlussfragen, etwa zum Unternehmen, der Branche oder der Position, in der Ihr Gegenüber arbeitet. Die Frage ist gut, allerdings auch ziemlich abgedroschen. Durch Originalität fällt man damit nicht auf.

  • „Wodurch lassen Sie sich inspirieren?“

    Zweifellos der originellere Opener. Der „Ice-Breaker“ bringt den anderen dazu, über sich selbst zu reflektieren – und das inspiriert Sie beide. Die Frage eignet sich daher nicht nur als Gesprächseinstieg, sondern auch als Diskussionsauftakt in einer etablierten Gruppe.

  • „Welches Buch lesen Sie gerade?“

    Diese Frage zielt ebenfalls auf Inspirationsquellen, kann aber auch durch Hobbys oder private Interessen erweitert werden. In jedem Fall gewinnen Sie eine Menge Informationen über Ihr Gegenüber sowie weiteren Gesprächsstoff.

  • „Was haben Sie davor gemacht?“

    Diese Frage können Sie stellen, nachdem sich der andere ausgiebig vorgestellt hat. Allerdings sollte sie nie so klingen, als würden Sie sich nicht für den aktuellen Job interessieren. Sonst ist Ihr Gegenüber beleidigt. Ein bisschen über den Werdegang des anderen herauszufinden, verrät Ihnen viel über die Profession und potenziellen Erwartungen an Sie.

  • „Und was machen Sie hier?“

    Obacht: Die Frage lässt sich so und so betonen. In der einen Variante klingt sie nach Verhör. Gemeint ist aber die zweite: Sie interessieren sich, wie es Ihr Gegenüber auf diese Veranstaltung, zu diesem Vortrag oder auf die Party verschlagen hat und in welchem Verhältnis er oder sie zum Gastgeber steht. Spätestens damit haben Sie die erste Gemeinsamkeit, denn auch Sie kennen den Veranstalter ja irgendwo her.

  • „Wie fanden Sie den Vortrag?“

    Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es eine solche Präsentation gegeben hat. Wichtig ist, dass Sie Ihre eigene Meinung dazu nicht gleich herausposaunen. Insbesondere wenn Sie die Rede doof fanden. Sonst verbreiten Sie sofort negative Stimmung. Eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Gesagten betont indes Ihre Gemeinsamkeit als Zuhörer und schafft neue Gesprächspunkte.

  • „Das sieht lecker aus! Wo haben Sie das her?“

    Zugegeben, die Frage ist etwas für mutige Extrovertierte und für Partys mit Büffet. Dafür kommt sie meistens extrem gut an, denn in dem humorvollen Kleid steckt Lob: „Sie haben Geschmack!“ Das bringt Sympathien ein. Außerdem können Sie sich, nachdem Sie sich dasselbe geholt haben, dazustellen und mit dem Plaudern beginnen: „Entschuldigung, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt: Mein Name ist…“

  • „Möchten Sie etwas trinken?“

    Der ideale Einstieg für jemanden, der noch einsam und allein an einem Tisch steht. Sie beweisen so nicht nur Aufmerksamkeit und gute Manieren, sondern schaffen zugleich ein Reziprozitäts-Verhältnis, das zu Ihren Gunsten spielt. Alternativ: „Soll ich Ihnen etwas von der Bar mitbringen?“ Falls Sie einer attraktiven Frau begegnen und mit ihr auf diese Weise ins Gespräch kommen wollen, empfiehlt sich jedoch die Gentleman-Variante: Bringen Sie ihr den Drink direkt mit. Vorher bitte ihre Vorlieben ausspähen!

Smalltalk Gespraechsfuehrung Fragen Ablauf

Download: Gelungene Smalltalk Einstiege zur Begrüßung

Natürlich gibt es noch viele weitere Eisbrecher und Smalltalk Fragen: „Welchen Tag würden Sie gerne noch einmal erleben?“, „Wer war Ihr Kindheitsheld?“, „Welche fremde Kultur fasziniert Sie?“, „Was war das Unsinnigste, was Sie sich kürzlich gekauft haben?“ – Die besten Smalltalk Themen und Fragen haben wir in einem PDF zusammengefasst, das Sie sich hier kostenlos herunterladen können:

Smalltalk Einstiege (PDF)


Anzeige

Smalltalk Themen

Manche Gespräche ergeben sich von selbst. Manchmal stehen Sie aber vor der Frage: „Worüber soll ich beim Smalltalk überhaupt reden?“ Generell gilt für alle Smalltalk Themen: Das Thema sollte unverfänglich sein. Sprechen Sie keine kontroversen Bereiche an (Politik, Religion, Tod, Partnerschaft…). Und suchen Sie Themen aus, für die keine Fachkenntnisse benötigt werden. Sonst steigt Ihr Gegenüber schnell aus.

Für ein lockeres Gespräch eignen sich folgende Smalltalk Themen:

  • Hobbys und Interessen
    Was macht Ihr Gesprächspartner gerne in seiner Freizeit? Was sind seine Hobbys, Interessen und Leidenschaften? Als Smalltalk Themen sind diese private Bereiche, weil sie neutral sind und Ihr Gegenüber begeistern.
  • Aktuelle Situation
    Ein klassisches Smalltalk Thema ist die Situation, in der Sie sich befinden. Sind Sie auf einer Messe, sprechen Sie über den Anlass. Sind Sie neu im Job und machen Smalltalk mit Kollegen, können Sie nach deren Karriere oder aktuellen Projekten fragen. So kommen Sie beim Smalltalk leicht ins Gespräch.
  • Essen
    Wenn es um Smalltalk geht, ist oft Essen in der Nähe. Vor dem Meeting mit Keksen und Kaffee, auf einem Event oder einer Party wird meist Essbares angeboten. Reden Sie darüber, wie gut es schmeckt oder wie groß die Auswahl ist. Schon sind Sie mitten im Geplauder.
  • Wetter
    Das bekannteste Smalltalk Thema ist das Wetter. Smalltalk über Hitze oder Regen wird aber schnell langweilig. Wer darüber hinaus nichts zu sagen hat, kommt schnell ans Ende des Gesprächs. Wir empfehlen es nicht.
  • Bücher und Filme
    Viel besser: Sie reden über ein Buch, das Sie aktuell lesen oder das zu Ihrer Lieblingsliteratur zählt. Gleiches gilt für Filme – Klassiker wie aktuelle Blockbuster.
  • Reisen
    Wohin ging Ihre letzte Reise oder wohin ist der nächste Traumurlaub geplant? Die meisten Menschen reden gerne über ihre Reisen, weshalb es als Smalltalk Thema bestens geeignet ist. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner erzählen – vielleicht gibt es sogar gemeinsame Reiseziele oder -pläne, über die Sie sich austauschen können.

Smalltalk Tipps

Smalltalk lässt sich lernen, kostet aber Überwindung. Zuerst können Sie sich immer selber vorstellen, den vollen Namen nennen und vielleicht noch zwei, drei Sätze zu sich oder Ihrem Beruf sagen (wenn es ein Business-Empfang ist). Das ist nicht schwer und lässt sich vorab üben. Wem das anschließende Plaudern schwerer fällt – wegen Schüchternheit oder Redeangst – der kommt mit diesen Tipps weiter:

  1. Blickkontakt halten
    Schauen Sie Ihren Gesprächspartner stets freundlich an, halten Sie Blickkontakt und nicken Sie. Damit ist schon viel gewonnen. Mit der offenen Haltung signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie sich gerne mit ihr oder ihm unterhalten.
  2. Mimik einsetzen
    Wenn Ihr Gesprächspartner eine versteinerte Mine aufsetzt: Lächeln Sie die weg! Buchstäblich. Einer freundlichen Ausstrahlung kann sich kaum jemand auf Dauer entziehen. Positiven Gedanken auch nicht. Ob Anlass, Anreise oder Anekdote – seien Sie offen dafür, was den anderen gerade interessiert. Und zeigen Sie das auch durch Ihre Körpersprache.
  3. Komplimente machen
    Beim Smalltalk dürfen Sie ebenfalls Komplimente machen. Solange dieses nicht zu persönlich oder anzüglich werden. Übertreiben Sie aber nicht, das Lob wird dann unglaubwürdig und klingt nach Einschleimen.
  4. Besserwisserei vermeiden
    Wir nehmen Ratschläge nur von Menschen an, die wir mögen oder deren Kompetenz wir respektieren. Beim ersten Plausch fehlt beides. Im Smalltalk daher unbedingt den erhobenen Zeigefinger weglassen. Sie wollen ein ungezwungenes, entspanntes Gespräch führen – Besserwisser und Moralapostel bewirken das Gegenteil.
  5. Abstand halten
    Dies gilt inhaltlich wie auf körperlicher Ebene. Smalltalk ist entspanntes Plaudern, kein Seelenstriptease. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für tiefgründige Analysen oder psychologische Diskussionen. Halten Sie überdies Distanzzonen ein. Kaum jemand empfindet es als angenehm, wenn Sie ihm oder ihr beim Smalltalk zu nahe kommen.
  6. Pausen nutzen
    Im Gespräch mit Fremden sowie im Smalltalk mit Kollegen entstehen schon mal Pausen, die sich unangenehm anfühlen können. Alles normal! Genießen Sie die Stille und nutzen Sie die Zeit, um das bisher Gesagte zu verdauen (oder interessante Fragen zu finden). Gezwungener Smalltalk macht niemandem Spaß und sorgt erst recht für betretenes Schweigen.

Eine Liste mit den 10 peinlichsten Smalltalk-Fehlern können Sie sich zusätzlich HIER kostenlos als PDF herunterladen.

Smalltalk lernen und üben

Übung macht den Meister – auch beim Smalltalk. Diesen können Sie nahezu überall lernen und üben. Je häufiger Sie plaudern und den spontanen Dialog suchen, desto leichter wird er Ihnen fallen. Dazu müssen Sie nicht mal Wildfremde auf der Straße ansprechen. Hier ein paar Ideen und Gelegenheiten, um – ganz nebenbei – den eigenen Smalltalk zu verbessern:

  • Sagen Sie beim Bäcker mehr als „Guten Morgen“ und Ihre Brötchen-Bestellung.
  • Unterhalten Sie sich mit Ihrem Friseur, statt stumm die Zeit abzusitzen.
  • Erweitern Sie das Grüßen auf dem Flur, wenn Sie Kollegen sehen.
  • Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, sobald sie Ihnen begegnen.

Gelegenheiten, um besseren Smalltalk zu lernen, gibt es viele. Viele nutzen Sie nur nicht.

Gründe für langweiligen Smalltalk

Gerät die Konversation ins Stocken, kann das verschiedene Gründe haben. Wenn der Smalltalk verkrampft, liegt es häufig an einer der folgenden Ursachen:

  • Sie erzählen nur von sich
    Ein Gespräch soll die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen. Nur über sich zu reden, ist dabei so aussichtsreich wie Furchen durchs Meer zu ziehen. Wer monologisiert und nur sich als Thema kennt, wirkt zudem schnell arrogant oder narzisstisch. Das Gegenmittel kennen Sie bereits: Mehr Fragen stellen und aktiver zuhören. Das beweist, dass Sie sich wirklich interessieren.
  • Sie wählen das falsche Thema
    Natürlich hängt es von der Person ab, welches Thema gut ankommt. Merken Sie aber, dass Ihr Gegenüber nichts zur Konversation beiträgt oder nur einsilbig antwortet, ist das ein Warnzeichen. Probieren Sie es dann mit einem Themenwechsel. Leiten Sie den Smalltalk mit einer Frage in eine Richtung, über die Ihr Gegenüber sprechen möchte. Das zeigt überdies, dass Sie aufmerksam sind. Zum Beispiel: „Ich sehe Sie grübeln. Was beschäftigt Sie gerade?“
  • Ihr Gesprächspartner versteht Sie nicht
    Einsilbige Antworten können ein Indiz dafür sein, dass Ihr Gegenüber sich in der Thematik nicht auskennt. Vielleicht sind Sie zu sehr Experte auf dem Gebiet. Dann besteht die Gefahr, den Gesprächspartner zu überfordern – und der schaltet ab. Unser Tipp: Wechseln Sie vom Detail wieder ins Grobe. Smalltalk kann schrecklich oberflächlich sein, ja. Aber dabei kann eben jede(r) mitreden.

Smalltalk beenden

Nicht immer hat man das Glück, einen geistreichen Gesprächspartner zu finden. Dann wird das Plaudern zur Qual und die Suche nach einem Helden-Notausgang unumgänglich. Viele versuchen dann höflich zu bleiben oder haben Angst davor, ihr Gegenüber mit dem „sermon interruptus“ zu kränken…

Natürlich ist es weder nett, noch zeugt es von Kultiviertheit, andere spüren zu lassen, was für ein Konversationsvakuum sie darstellen und dass man jetzt lieber eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt hätte, als sich noch weiter zu unterhalten. Soweit müssen Sie aber nicht gehen. Egal, in welcher Situation Sie stecken: Es gibt immer elegante Auswege und Ausstiege.

Tipps, wie Sie den Smalltalk beenden

  • Entschuldigen
    Die einfachste Methode, einen Smalltalk zu beenden, ist auch die beste: Entschuldigen Sie sich dafür, dass Sie gerne noch mit anderen Gästen plaudern möchten. Natürlich nicht gleich nach den ersten 30 Sekunden. Ein, zwei Takte sollten Sie Ihrem Gegenüber schon zuhören. Wichtig ist nur: Verzichten Sie auf jede Begründung. Die wirkt immer wie ein Schuldbekenntnis. Besser: Nennen Sie einen konkreten Namen, mit wem Sie noch reden wollen.
  • Versprechen
    Wenn Sie nicht möchten, dass der Abgang abrupt ausfällt, können Sie auch ein Versprechen hinterlassen. Zum Beispiel: „Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben. Wenn Sie mir Ihre Karte geben, melde ich mich bei Ihnen…“ Natürlich sollten Sie Ihr Wort auch halten. Andernfalls sind Sie wortbrüchig und Ihr Gegenüber wird die Geste im Nachhinein (zurecht) als Abbügelei interpretieren. Die Alternative ist, dem anderen Ihre Visitenkarte zu geben und vorzuschlagen, er oder sie möge sich melden. Im Zweifel haben Sie dann gerade keine Zeit.
  • Vorstellen
    Noch eleganter können Sie sich aus der Affäre stehlen, indem Sie Ihrem Gegenüber einen alternativen Gesprächspartner vorstellen und beide miteinander bekannt machen. Charmanterweise ist das nicht irgendwer (sonst wird sich derjenige bei Ihnen bedanken), sondern jemand, von dem Sie glauben (oder wissen), dass er mit Ihrem bisherigen Gesprächsgenossen harmoniert.
  • Retten
    Für Schauspieltalente eignet sich die Methode Überraschungsgast: Merken Sie unvermittelt auf und stellen Sie auf dramaturgisch hohem Niveau fest, dass gerade jemand gekommen ist, mit dem Sie unbedingt sprechen müssen – „eine wirklich wichtige Sache…“. Bitten Sie um Verständnis – und weg sind Sie. Nicht gerade eine 6,0 in Sachen Höflichkeit, aber wenigstens ein guter Grund. Für Gentleman mit weiblicher Begleitung gibt es zudem die Variante Held: „Ich sehe gerade, meine Partnerin/Freundin/Frau steckt in Schwierigkeiten. Bitte entschuldigen Sie mich, Sie gab mir ein Signal, sie aus der Situation zu retten…“
  • Irritieren
    Nur weil Sie beim Smalltalk an einen vielsagenden Profilneurotiker geraten sind, heißt das nicht, dass Sie keinen Spaß mit ihm haben dürfen. Verunsichern Sie ihn, indem Sie ihn immer wieder unterbrechen, um gleich darauf völlig aus der Luft gegriffene Anekdoten zu erzählen, Motto: „Das erinnert mich an meinen letzten Mallorca-Urlaub…“ Oder stellen Sie regelmäßig Rückfragen bei denen Sie ihn kategorisch missverstehen. Schon bald wird er derjenige sein, der das Gespräch beenden will.
  • Thema wechseln
    Gut, der Typ ist langweilig und hat Superkleber zwischen den Zähnen. Dann wechseln Sie das Thema – und zwar möglichst hörbar zu einem Inhalt, der Ihre Nachbarn interessieren könnte. Wenn Sie Glück haben, beteiligen die sich schon bald an dem Gespräch – und Sie sind raus.
  • Zirkulieren
    Wenn nichts davon klappt, hilft das Motto jeder guten Smalltalk-Party. Prosten Sie dem Zeitgenossen mit Maulsperre zu und sagen Sie: „Ich glaube, es wird von uns erwartet, dass wir auf dieser Party zirkulieren.“ Und tschüss!

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: AriSys by Shutterstock.com]

Bewertung: 4,99/5 - 8099 Bewertungen.

Aktuelle Videos

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite