Vortrag halten: 48 Tipps für Einstieg, Präsentation, Interaktion

Wie lässt sich ein mitreißender Vortrag halten? Das öffentliche Sprechen vor Publikum gehört heute zu den Schlüsseldisziplinen im Job. Ob Kundenpräsentation, Präsentation vor der Geschäftsleitung oder Stegreifrede im Meeting: Wer Informationen interessant vermitteln kann, gilt als intelligent, kompetent und eloquent. So mancher Dampfplauderer hat sich so schon zur Beförderung geredet. Mancher allerdings auch um Kopf und Karriere. Zwar ist nicht jeder ein geborener Redner. Die Kunst des freien Sprechens lässt sich aber lernen. Einfache Tipps, wie Sie einen Vortrag halten, der ebenso souverän wie sympathisch wirkt…

Vortrag halten: 48 Tipps für Einstieg, Präsentation, Interaktion

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Vortrag halten: Wichtige Grundlagen und Regeln

Vortrag ist nicht gleich Vortrag. Selbst wenn zwei Sprecher dasselbe Thema behandeln. Die Unterschiede hat jeder schon mal gehört, gesehen, gespürt. Ob beim Referat in der Schule. Bei Vorlesungen an der Uni. Oder Ansprachen im Job.

Manch begabter Keynote-Speaker schafft es scheinbar mühelos die Zuhörer zu fesseln. Sein Vortrag ist charmant, unterhaltsam und informativ zugleich. Andere wirken während des Vortrags unsicher und schaffen es nicht, das Publikum mitzunehmen. Die Folge: Das Selbstbewusstsein erhält einen Knacks. Manchmal so sehr, dass in Zukunft eine veritable Vortrags-Phobie entsteht.

Dabei ist die Kunst, souverän einen Vortrag zu halten, keine Raketenwissenschaft. Es braucht sicher etwas Übung. Aber der Rest lässt sich leicht lernen. Es hilft schon enorm, wenn Sie sich an diese zwölf Grundregeln halten.

12 Regeln für jeden Vortrag

  1. Schaffen Sie einen interessanten Einstieg

    Verdeutlichen Sie die Wichtigkeit Ihres Vortrages anhand einer Statistik, einer interessanten Frage oder eines Zitats. Sie können das Publikum zum Start ebenso direkt mit einbeziehen – etwa mit kleinen Umfragen. Weiter unten finden Sie weitere Tipps für einen interessanten Einstieg.

  2. Liefern Sie relevante Informationen

    Der unterhaltsamste Vortrag ist wertlos, wenn die Kernbotschaft den Zuhörern egal ist. Beginnen Sie daher mit einem Hinweis darauf, welchen Nutzen Ihr Vortrag liefert: Löst er ein persönliches oder praktisches Problem? Soll er motivieren? Stellt er Untersuchungsergebnisse dar? Beschreiben Sie zunächst die Problemstellung, bevor Sie die Lösung erörtern. So schaffen Sie Dramaturgie und Spannung.

  3. Benutzen Sie Anekdoten aus Ihrem Leben

    Im besten Fall haben Sie eine oder zwei Geschichten parat, die das Thema perfekt untermalen. Das hat neben der Veranschaulichung den Vorteil, dass Sie Ihre Story lebensnah und ohne Ablesen vortragen können. Falls Sie kein eigenes Erlebnis anbringen können, machen Sie es wie die meisten Komiker: Verbinden Sie das Thema mit etwas aus dem täglichen Leben.

  4. Achten Sie auf lebhafte Sprache!

    Hauptsachen gehören in Hauptsätze! Formulieren Sie möglichst keine Relativ- und schon gar keine Schachtelsätze. Überzeugend wirken allein Hauptsätze mit nicht mehr als zehn Wörtern. Wie dieser. Wiederholungen sind erlaubt. Sie erhöhen sogar den Merkeffekt beim Zuhörer. Und betonen Sie beim Reden die Verben. Die meisten Redner legen das Gewicht auf Substantive. Falsch! Verben, insbesondere aktive, regen das Gehirn wesentlich stärker an und machen den Vortrag spannend.

  5. Vergessen Sie aufwändige Powerpoint-Folien

    Diese sind meist völlig überladen. Ein guter Vortrag ist einfach gehalten, mit knapper Einleitung, informativem Hauptteil und knackigem Schluss. Fokussieren Sie sich auf EIN Thema und streichen Sie unnötigen Wortschmuck. Reden sind eine wenig effektive Kommunikationsform. Beim Zuhören bleiben nur wenige Informationen hängen. Beschränken Sie sich also aufs Nötigste.

  6. Lassen Sie Ihren Körper mitreden

    Im wahrsten Sinne des Wortes! Dass man die Arme nicht vor dem Körper verschränken sollte, wissen Sie längst. Eine aktive Körpersprache macht jeden Vortrag lebhafter. Sie können sogar eine Hand dabei in der Hosentasche lassen. Solange Sie mit dem anderen Arm treffend gestikulieren, ist dieser vermeintliche Lapsus nicht relevant. Wichtig ist allein, dass Sie sich beim Vortragen wohlfühlen.

  7. Variieren Sie Sprachmelodie und Stimmeinsatz

    Neben Inhalt und Körpersprache ist die Stimme der wichtigste Spannungsfaktor im Vortrag: Je passgenauer Sie Aussagen durch Stimmlage und Lautstärke untermauern, desto besser werden sich Zuhörer daran erinnern. Erstaunliche Fakten kommen beispielsweise noch erstaunlicher rüber, wenn Sie sich selbst überrascht anhören. Die Variation der Stimmhöhe und Lautstärke verhindert zudem monotones und langweiliges Vortragen, das absolut einschläfernd wirkt.

  8. Streichen Sie Fachbegriffe

    Komplizierte Ausdrücke, wissenschaftliches Gerede und unverständliches Fachchinesisch sollen zwar kompetent wirken. Sie bewirken aber meist das Gegenteil. Die Zuhörer schalten ab. Verzichten Sie lieber auf Fachbegriffe und ersetzen Sie diese durch verständliche Erklärungen. Eine lockere Umschreibung oder Redewendung wird Ihre Glaubwürdigkeit nicht pulverisieren, sondern die Stimmung auflockern. Natürlich alles in Maßen: Sie sollen aus einem wissenschaftlichen Vortrag keine Stammtischpräsentation machen.

  9. Setzen Sie Fixpunkte im Publikum

    Blickkontakt ist wichtig. Bei Nervosität ist das nicht leicht, klar. Suchen Sie sich daher einige freundliche Gesichter im Publikum – und sehen Sie diese öfters an. Gerade in großen Sälen werden sich die umher sitzenden Zuschauer ebenfalls angeschaut fühlen. Starren Sie aber nicht allzu lange einzelne Personen an. Das wirkt eher bedrohlich als freundlich.

  10. Üben Sie Ihre Rede im Vorfeld

    Eigentlich selbstverständlich. Das oft empfohlene Üben vor dem Spiegel kann aber Anfänger mehr verwirren als beruhigen. Sprechen Sie lieber vor kleinem Publikum mit bis zu vier Zuschauern. Und versuchen Sie, Stammellaute wie „äh“ und „öhm“ durch kurzes Schweigen zu ersetzen. Gleiches gilt für Füllworte wie „also“, „eben“ und „halt“.

  11. Bleiben Sie locker

    Freuen Sie sich auf Ihren Vortrag und genießen Sie das öffentliche Sprechen. Wenn Sie das Ganze als Qual betrachten, stehen Sie sich selbst im Weg. In dem Fall übertragen Sie den Unmut auf das Publikum. Verzweifeln Sie also nicht an einzelnen Fehlversuchen. Die gehören selbst bei Profis zum Repertoire. Nobody is perfect.

  12. Lächeln Sie während des Vortrags

    Sie sind nervös und haben Angst, nicht ernst genommen oder falsch verstanden zu werden? Dann lächeln Sie das weg! Kein Scherz: Studien zeigen, dass Sprecher, die häufiger und länger lächeln, intelligenter wirken als dauerhaft ernste Mienen.

Vortrag Vorbereitung: 12 Tipps

Eine gründliche Vorbereitung ist für einen gelungenen Vortrag das A und O. Selbst der beste Sprecher gerät ins Schwimmen und wirkt unsicher, wenn er sich nicht gut ins Thema eingearbeitet hat. Die wichtigsten Punkte zum Ablauf und Fragen, die Sie sich während der Vorbereitung stellen sollten, finden Sie in der folgenden Grafik:

Vortrag-halten-Vorbereitung-Ueben-Aufbau-Fragen

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Vortrag halten: 10 gelungene Einstiege

Ob Sie mit Powerpoint oder Keynote arbeiten oder frei reden: Wie Sie Ihren Vortrag eröffnen und die Begrüßung gestalten, entscheidet oft schon, ob Ihnen das Publikum auch weiterhin gespannt zuhört. Ein gekonnter, überraschender Auftakt ist essentziell für jeden Vortrag.

Der erste Eindruck überschattet einen Vortrag mindestens 5 Minuten lang. Solange benötigen Sie, um Ihr Publikum zurück zu gewinnen, falls der Auftakt daneben ging. Darum sind die erste Geste, der erste Schritt, das erste Lächeln, die erste Handbewegung und Begrüßung bei einem Vortrag enorm wichtig. Für den gesprochenen Einstieg gibt es mehrere Optionen. Folgende Formen haben sich in der Praxis bewährt:

  1. Interaktiv
    Beziehen Sie Ihr Publikum mit ein durch spontane Umfragen: „Wer von Ihnen ist heute mit der Bahn angereist?“
  2. Anregend
    Sie können Ihr Publikum auch selbst über Ihr Thema sinnieren lassen, indem Sie eine rhetorische Frage (aus der Metaebene) stellen: „Was denken Sie: Wie kann ein Redner dafür sorgen, dass ihm sein Publikum zuhört?“
  3. Visuell
    Zeigen Sie einen thematisch passenden Filmausschnitt per Beamer, spielen Sie ein kurzes Video ein (Achtung: Beides muss autorisiert sein!). Oder zeigen Sie emotionale Bilder, die Ihr Publikum einstimmen.
  4. Nachrichtlich
    Beginnen Sie mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie oder (Branchen-)News: „Sie haben es heute gelesen: Die Konjunktur flaut ab…“
  5. Überraschend
    Sie können die Nachricht aber auch bewusst verfälschen und eine Falschaussage treffen, um eine Art Was-wäre-wenn-Szenario aufzubauen: „Die Statistik zeigt: In zehn Jahren ist Deutschland ein Greisenheim.“
  6. Provokativ
    Überhöhen Sie Ihre Kernthese oder -aussage zum Extrem. Das schafft Reibungsfläche. Aber auch Aufmerksamkeit: „Wer nicht netzwerkt, findet keinen Job.“
  7. Vergleichend
    Analogien, Parabeln, Gleichnisse – Geschichten hört jeder gerne: „Vorträge sind wie Stau: Man würde gerne abkürzen, kommt aber nicht raus.“
  8. Persönlich Apropos Geschichten: Erzählen Sie eine eigene, eine Anekdote aus ihrem Leben: „Sie werden nicht glauben, was mir gerade im Hotel passiert ist…“
  9. Humorvoll
    Starten Sie zur Auflockerung mit einem Witz, idealerweise mit einem, der zum Thema passt: „Man kann über alles reden, nur nicht über eine halbe Stunde.“
  10. Klassisch
    Eröffnen Sie den Vortrag mit einem gewichtigen (oder humorvollen) Zitat: „Bevor ich mit der Rede beginne, habe ich etwas WICHTIGES zu sagen.“

TIPP: Überzeugen, ohne etwas zu sagen

Wie überzeugt man ein Publikum, bevor ein einziges Wort gesprochen wurde? Indem man das Unterbewusstsein manipuliert! Klingt kompliziert, ist aber erstaunlich einfach: Sie benötigen dazu nur ein Bild, dass Sie vor Beginn des Vortrags per Beamer an die Wand projizieren. Das kann die erste Folie Ihrer Präsentation sein. Noch subtiler funktioniert es über das Wallpaper auf Ihrem Computer. Dieses Bild wird von den Zuhörern unbewusst wahrgenommen – verfehlt seine Wirkung aber nie. Wer etwa nachdenkliche Menschen sieht, ist anschließend selbst analytischer. Sportler sorgen für größere Motivation und gesteigerten Fokus auf das Ergebnis. Wollen Sie Ihr Publikum im Vorfeld also in eine bestimmte Stimmung versetzen, können Sie mit diesem Trick eine Atmosphäre schaffen, die Ihren Vortrag unterstützt.

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Vortrag halten: So machen Sie Ihren Vortrag persönlicher

Fakten und Informationen sind ein wichtiger Teil des Vortrags. Aber auch nur EIN Teil. Wer nur mit Daten und Wissen um sich wirft, bringt zwar wichtige Erkenntnisse rüber, schafft es aber nicht, sein Publikum zu begeistern und den Vortrag angenehm zu gestalten. Was es dafür braucht, ist Persönlichkeit.

Zuhörer wollen wissen, wem sie die ganze Zeit lauschen und ihre Aufmerksamkeit schenken. Je mehr Sie von sich selbst einbringen, desto länger bleibt das Gesagte im Kopf und desto mehr Spaß wird Ihr Publikum während des Vortrags haben. Mit freundlichem Lächeln und persönlichen Geschichten sind Sie bereits auf einem guten Weg. Wie Sie Ihren Vortrag noch persönlicher machen? Mit diesen Tipps:

  1. Vertreten Sie Ihre eigene Meinung

    Zahlen, Daten, Fakten zusammensammeln, kann jeder. Interessant wird es für die Zuhörer erst, wenn Sie dem Thema durch Ihre eigenen Gedanken Leben einhauchen. Das Publikum bekommt so eine Idee, wie Sie die Dinge bewerten und einordnen. Neutral ist die Schweiz – Sie hingegen halten einen Vortrag und sollten eine Meinung haben! Arbeiten Sie Ihren eigenen Standpunkt heraus. Auch wenn der womöglich nicht jedem schmeckt. Lassen Sie sich nicht von der Angst bremsen, anzuecken. Sie können es nie jedem recht machen.

  2. Stellen Sie eine Verbindung her

    Sie müssen bei einem Vortrag nicht den Alleinunterhalter geben. Treten Sie in Kontakt mit den Zuhörern und lassen Sie diese teilhaben. Das beginnt mit dem Blickkontakt als Signal: „Ich nehme Euch wahr!“ Noch wichtiger ist die direkte Ansprache und der Austausch mit dem Publikum. Sprechen Sie nicht einfach drauf los, sondern reden Sie mit ihrem Publikum. Trauen Sie sich ruhig, Personen direkt anzusprechen, Fragen zu stellen und in Ihren Vortrag einzubinden.

  3. Zeigen Sie Emotionen

    Pokerface und bloß nichts anmerken lassen? Viele Referenten neigen dazu. Oft als Schutzschild. Derart unnahbar sind Sie für das Publikum schwer zu (be)greifen. Besser ist Authentizität. Dazu gehören Emotionen, die menschlich machen. Persönlichkeit zeigen, statt eine Maske aufsetzen! Es mag ungewohnt sein, aber zeigen Sie, was in Ihnen vorgeht. Lachen, wütend sein, Bestürzung zeigen – all das macht einen Vortrag lebendig und glaubhaft.

TIPP: Erst reden, dann schreiben

Je größer die Unsicherheit in einem Vortrag, desto mehr klammern sich Sprecher an ihre Notizen. Für Zuhörer ist das kein Vergnügen mehr. Besonders unangenehm wird es, wenn aus dem freien Sprechen eine Vorlesestunde wird. Daher gilt in jedem Fall: Niemals, niemals, niemals dürfen Sie Folien oder Flipchartblätter einfach nur ablesen! Erstens beleidigt das die Intelligenz der Zuhörer (die können selber lesen). Zweitens hört Ihnen dann keiner mehr zu, sondern liest nur noch. Die Reihenfolge der Präsentation macht den Unterschied: Erst reden, dann zeigen! Bedeutet: Die Punkte und Argumente zuerst verbal erarbeiten, bevor Sie diese einblenden oder aufzeichnen.

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Tipps für Vorträge vor twitterndem Publikum

Vor einigen Jahren wäre dieser Aspekt nicht der Rede wert gewesen. Inzwischen ist es ein wichtiges Thema: Immer mehr Zuhöhrer twittern oder verbreiten das Gesagte direkt ins Internet. Kaum ein Vortrag, der nicht per Tweet oder Hashtag ein digitales Echo bekäme. Das bedeutet zugleich, dass Sie als Vortragender damit rechnen müssen, dass alles, was Sie sagen und zeigen, danach bewertet wird, ob es „mit-teilbar“ ist. Manche Menschen im Publikum warten geradezu auf die erste twitterbare Pointe oder Folie.

Stell dir vor, es ist Vortrag und keiner guckt zu. Das ist die Extremform eines modernen Vortrags. Das, was auf der Bühne geschieht, avanciert zur Nebensache. Stattdessen schauen alle nur gebannt aufs Display, den sogenannten „Second Screen“, und die Live-Kommentare der Sitznachbarn. Das birgt zugleich Gefahren und Herausforderungen:

  • Missverständnisse
    Sätze, die aus dem Zusammenhang gerissen und getwittert werden, können verkürzt und so falsch wiedergegeben oder missverstanden werden. Trotzdem sieht es erst einmal so aus, als hätten Sie das so gesagt.
  • Shitstorm
    Während des Vortrags haben Sie kaum eine Chance, darauf einzugehen oder Aussagen richtig zu stellen. Je nachdem kann bereits eine lebhafte Diskussion (oder ein „Shitstorm“) im Publikum und an den Empfangsgeräten entbrannt sein, noch bevor Sie Ihre letzte Folie auflegen und reagieren können.
  • Zeitverzögerung
    Auch Fragen, die aufkommen, können Sie nur zeitversetzt beantworten. Es sei denn, es gibt so etwas wie eine Twitterwall. Die allerdings dann wieder zusätzliches Interaktions-Talent vom Redner verlangt.

Die Chancen moderner Medien im Vortrag

Gleichzeitig bietet sich die einige Chance, das Publikum und die eigene Reichweite zu steigern. Mit diesen Tipps nutzen Sie Potenzial moderner Medien wenn Sie einen Vortrag halten:

  1. Twitterbare Sätze verwenden
    Bauen Sie in Ihren Vortrag gezielt Folien ein, auf denen nicht mehr als ein (twitterbarer) Satz steht – plus Ihr Twittername als Absender. Beispiel: „Pointen auf Folien mit nicht mehr als 240 Zeichen – so geht multimediales Präsentieren heute. (@karrierebibel).“ Der Trick ist, hierbei nicht die vollen 240 Zeichen auf Twitter auszureizen, sondern den Zuhörern Platz für Hashtags und einen kurzen Kommentar zu lassen.
  2. Pointierte Bilder einbauen
    Rechnen Sie damit, dass Ihr Publikum Teile des Vortrags mitfilmt. Oder einzelne Folien fotografiert und anschließend auf sozialen Netzwerken teilt. Vornehmlich auf Twitter, Linkedin, Instagram oder Youtube. Das lässt sich auch provozieren – indem Sie besonders provokante Bilder, Kuriositäten oder Pointen in eine Folie packen.
  3. Profildaten einbauen
    Sorgen Sie dafür, dass zumindest Ihr Hauptprofil auf jeder Folie sichtbar ist, beispielsweise als Link-Adresse oder als Profil-Alias („@karrierebibel“). So werden auch Menschen auf Sie aufmerksam, die die Bilder noch lange nach Ihrem Vortrag im Netz finden oder dem Zuhörer folgen.
  4. Bildrechte und -hinweise nicht vergessen
    Gerade wenn Sie mit Fotos und Bildern in Ihrem Vortrag arbeiten, die nicht von Ihnen sind, sollten Sie auf die Folien unbedingt einen Bildnachweis einfügen. Nicht erst am Ende des Vortrags in einer Art Schlussfolie. So gehen Sie sicher, dass wenn einzelne Foto-Kopien (im Wortsinn) Ihrer Folien im Netz kursieren, auch die Bildrechte geklärt sind. Auch sollten Sie vorher die Bildrechte klären und fragen, ob Sie die Bilder überhaupt im Vortrag nutzen dürfen.
  5. Zuhörerfragen beantworten
    Es kann sein, dass Zuschauer Ihnen noch während des Vortrags Fragen schicken – etwa an Ihr Twitter-Profil. Diese sollten Sie hinterher beantworten oder sich für Komplimente und Lob bedanken. Nicht nur, weil das guter Stil ist. Sie erweitern so meist Ihr Netzwerk.

Interaktiver Vortrag: Wie Redner ihr Publikum einbeziehen können

Ein guter Vortrag muss unterhaltsam sein. Dann bleibt er bei den Zuhörern haften. Und sie erinnern den Redner umso lieber. Eine Möglichkeit dazu ist, Anekdoten zu erzählen. Dabei bleibt das Publikum aber passiv. Indem Sie ein paar interaktive Elemente einbauen, verhindern Sie Langeweile und erhöhen zugleich das Engagement. Effekt: Das Publikum wird Teil der Präsentation.

4 Stilmittel von Profi-Rednern

  1. Fragen
    Die bewährteste Form ist, Fragen zu stellen – als kurze Meinungsumfrage („Wie würden Sie entscheiden?“), als Quiz („Richtig oder falsch?“) oder Zielgruppenanalyse („Sind heute Manager unter uns?“). Stellen Sie unbedingt kurze und kompakte Fragen: Nie mehr als zwei Sätze!
  2. Provozieren
    Stellen Sie provokante oder ungewöhnliche Fragen, aber niemals ähnliche. Ausnahme: Sie fragen ganz bewusst am Anfang und am Ende des Vortrags dasselbe, um einen Sinneswandel im Publikum zu dokumentieren.
  3. Brainstormen
    Sie können auch das Publikum Fragen stellen lassen. Achtung: Klugschwätzer und Querulanten können jede Dramaturgie zerstören. Wer das Mikrofon freigibt, sollte gut überlegen, wie er auf solche Typen reagiert. Grundregel: Immer höflich und souverän bleiben. Sollte es keine Mikrofone für das Publikum geben, wiederholen Sie die Statements oder Fragen aus dem Raum. Nichts ist nerviger als eine Diskussion, die der Rest des Saals nicht mitverfolgen kann.
  4. Pausieren
    Niemals versuchen, gegen eine plaudernde Masse anzureden. Besser: Pausieren, bis alle still sind. Auch gut: etwas Rätselhaftes auf das Flipchart malen. Das macht die Leute neugierig, und sie werden still.

Bei all diesen Tipps gilt: Überstrapazieren Sie keines dieser Stilmittel. Mehr als drei interaktive Elemente pro Vortrag sollte es nicht geben.

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[Bildnachweis: wan wei by Shutterstock.com]

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19. Dezember 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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