Laserpointer: Tipps, wie Sie ihn im Vortrag nutzen

Schätzungen zufolge werden mithilfe von Powerpoint täglich rund 30 Millionen Präsentationen weltweit zusammengeschustert – allen voran von Consultants, PR-Agenten und Werbern. Und was dabei entsteht! Überfrachtete Folien, grelle Überblendeffekte, Bulletpoint-Orgien, 200-Slide-Daumenkinos, Copy-and-paste-Katastrophen, Phrasendreschflegel. Nicht wenige setzen dabei auch einen Laserpointer ein – nur leider oftmals falsch. Tipps, Wie Sie den Laserpointer richtig einsetzen

Laserpointer: Tipps, wie Sie ihn im Vortrag nutzen

Funktion des Laserpointers

Während des Studiums lernen viele bereits Vorträge in Form von Referaten zu halten. Später im Berufsleben ist das verständliche Präsentieren von Texten, Graphiken und Diagrammen in vielen Berufen unerlässlich. Hilfsmittel wie Flipcharts, Smartboards oder Beamer kommen oftmals selbstverständlich zum Einsatz.

Nicht fehlen darf dabei der Laserpointer; handliche, batteriebetriebene Geräte, mit denen sich per Laserstrahl während eines Vortrags das Gesagte an der Wand unterstreichen lässt. Bei größeren Versammlungen und Reden vor Publikum ermöglichen sie, die Distanz zwischen dem Sprecher und dem an die Wand geworfenen Aspekt zu überbrücken.

Diese als Lichtzeiger bezeichneten Geräte sind der verlängerte Zeigefinger der Person, die während eines Vortrags einzelne Punkte betonen möchte. Und genau hier liegt die Gefahr: dass der Laserpointer wahlweise wie ein aufs Publikum gerichteter Zeigefinger wirkt oder wie ein Zeigestock des Lehrers. Beides eher negativ besetzte Eindrücke, die der Redner vermeiden sollte.

Bei Powerpoint-Präsentationen (oder anderen wie Prezi und Keynote) wird teilweise auch mit einem Presenter gearbeitet. Das ist eine Fernbedienung, die ein Weiterspringen zur nächsten Folie ermöglicht und ebenfalls häufig einen Laserpointer enthält.

Wer für seinen Vortrag einen Presenter oder Laserpointer einsetzt, sollte sich bewusst machen, welche Funktion das Gerät übernehmen soll. Denn mitunter gerät der eigentliche Zweck – Hilfe beim Präsentieren – in Vergessenheit, stattdessen wird sich an das Gerät geklammert, um die eigene Nervosität zu überdecken.

Sind Laserpointer gefährlich?

Laserpointer PresenterAls Katzenspielzeug und zum Unterstreichen wichtiger Aspekte sind Laserpointer beliebt. Bekannt ist die Verwendung von Lasern allerdings auch aus der Chirurgie oder Produktion. Wenn ein Laser Fleisch zu schneiden vermag – wie gefährlich sind dann eigentlich Laserpointer?

In Deutschland dürfen für den Privatgebrauch nur Laserpointer der Klassen 1 und 2 verwendet werden. Deren Leistung liegt bei einem Milliwatt. Üblicherweise sind diese ungefährlich, da die Leistung gering ist und im Regelfall niemand direkt in einen Laserpointer hineinsehen wird.

Wer allerdings im Eifer des Gefechts den angeschalteten Laserpointer in der Hand behält und währenddessen zum Publikum gerichtet damit herumfuchtelt, könnte damit ungewollt Zuhörer blenden. Das menschliche Auge kann in 0,25 Millisekunden blinzeln – allerdings funktioniert dieser Lidschlussreflex bei einem Großteil der Bevölkerung nicht so schnell, so dass eine Schädigung möglich ist.

Eine erhöhte Gefahr besteht, wenn zudem nicht auf Geräte mit CE-Kennzeichnung zurückgegriffen wird, die gemäß gesetzlicher Sicherheitsstandards produziert wurden. Billigware von Flohmärkten oder deutlich stärkere Laserpointer aus dem Internet können dauerhaften Schaden verursachen.

Weitaus häufiger vertreten sind die roten Laserpointer, teilweise werden auch andere Farben auf dem Markt angeboten. Es gibt übrigens einen Unterschied zwischen grünen und roten Laserpointern. Eine australische Studie von 2016 fand heraus, dass grüne Laserpointer mehr Infrarotstrahlung besitzen und diese stärker bündeln als die roten Geräte.

Vorbereitung das A und O bei einer Rede

Das größte Problem vieler vor allem unerfahrener Redner ist bei einer Präsentation die eigene Unruhe:

  • Was interessiert die Zuhörer am meisten?
  • Wie kann ich mein Anliegen verständlich transportieren?
  • Werde ich die Fragen der Zuhörer beantworten können?

Die halbe Miete einer guten Präsentation liegt in der Vorbereitung. Wer sich gewissenhaft vorbereitet, kann seine Botschaft verständlich übermitteln und weiß auf (erwartbare) Fragen eine Antwort.

Dazu gehört nicht nur die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema, seine frühzeitige Ausarbeitung und Wiederholung. Die Arbeit mit Mindmaps hilft Ihnen zu Beginn, wichtige Aspekte und Nebenthemen Ihres Themas zu identifizieren, anschließend müssen Sie die Inhalte in eine logische Reihenfolge bringen.

Mindestens ebenso wichtig ist die technische Vorbereitung:

  • Welche Hilfsmittel brauche ich?
  • Habe ich an Skripte, Stifte, aufgeladenen Akku, Verbindungskabel und Ähnliches gedacht?

Pannen wie Stromausfälle passieren immer wieder – gut, wenn Sie dann einen Ersatzakku dabei haben. So wie Sie Ihren Vortrag im Vorfeld üben sollten, sollte am Tag der Präsentation jeder Handgriff bei der Technik sitzen.

Während der Rede haben Sie keine Zeit, sich Gedanken über fehlende Hilfsmittel oder nicht funktionierende Laserpointer zu machen, weshalb Sie den Zusammenbau der benötigten Utensilien ebenso gut beherrschen sollten wie Ihre Rede.

Während der Rede: Wohin mit den Händen?

Neben einer guten Vorbereitung brauchen unruhige Redner vor allem eins: Techniken, um sich selbst wieder zu beruhigen. Im Vortrag selbst wird gerne auf Gegenstände wie Kugelschreiber und eben Laserpointer zurückgegriffen, um wenigstens etwas in der Hand zu haben.

In der Hand sollten Sie aber nur dann etwas halten, wenn Sie es auch benutzen – und zwar gemäß des ursprünglichen Bestimmungszwecks. Wer nicht plant, mit dem Kuli etwas zu schreiben, sollte ihn aus der Hand legen. Gleiches gilt für den Filzschreiber oder den Laserpointer.

So laufen Sie nicht Gefahr, ständig Klickgeräusche mit dem Stift oder Kuli zu machen. Ebenso wenig besteht das Risiko, dass Sie Ihre Zuhörer blenden. Was Sie stattdessen machen sollten:

  • Karteikarten

    Alternativ dürfen Sie Karteikarten in den Händen halten. Die sollten nach Möglichkeit nur Stichpunkte enthalten und lediglich als Stütze dienen, falls Sie tatsächlich an einer Stelle ins Stocken geraten. Absolutes Tabu: Reines Ablesen der Informationen. Auch sollten Sie zuvor sicherstellen, dass Sie saubere Notizen gemacht haben und Ihre eigene Schrift entziffern können.

  • Körpersprache

    Deutlich souveräner wirken freie Hände. Die sollten Sie nicht zum Verschränken der Arme vor dem Oberkörper nutzen. Auch wirken Hände in den Taschen manches Mal zu salopp. In jedem Fall wichtig: Behalten Sie die Hände oberhalb des Bauchnabels. Dabei können sich die Fingerspitzen wie zu einem Dach berühren oder aber eine Hand formt eine Schale und die andere liegt darin.

  • Atmung

    Der Wunsch, die Hände ständig in irgendeiner Form zu beschäftigen, hängt meist mit der Unruhe zusammen. Ein Tipp, der während der Präsentation immer klappt: Langsames, ruhiges, tiefes Ein- und Ausatmen. Das können Sie beispielsweise als Verzögerungstaktik einsetzen, wenn eine Frage aus dem Publikum kommt und Sie noch Bedenkzeit brauchen.

Tipps, wie Sie den Laserpointer richtig einsetzen

Nun nutzen viele Präsentäter dazu auch diverse Zeigehilfen, wie Zeigestock, Mauspfeil oder Laserpointer, um Informationen auf einer Folie zu betonen. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, allerdings haben sich in der Praxis dabei einige Unarten etabliert, die Sie besser vermeiden sollten:

  1. Herausheben, nicht aufzählen.

    Es ist völlig okay mit dem Laserpointer eine oder zwei Passagen auf einer Folie hervorzuheben. Aber bitte nicht jeden einzelnen Bulletpoint. Ein Laserpointer ist wie ein Textmarker. Fuchteln Sie damit über jeden Punkt, könnten Sie genauso gut die ganze Folie anmarkern.

  2. Umkreisen, nicht punkten.

    Auch wenn der (meist) rote Punkt recht auffällig ist, kann er in den hinteren Reihen leicht übersehen werden. Versuchen Sie daher nicht einfach nur auf ihren Punkt zu zeigen, sondern umkreisen Sie ihn mit dem Laserpointer. Das fällt mehr auf und wird garantiert erkannt.

  3. Rangehen, nicht entfernen.

    Versuchen Sie beim Benutzen des Laserpointers möglichst nah an der Projektionsfläche zu stehen (so wie bei einem Zeigestock auch). Der simple Grund: Je näher Sie zum Publikum stehen, desto größer die Gefahr, dass Sie dabei jemandem die Sicht versperren. Und versuchen Sie beim Aufzeigen immer eine Schulter in Richtung Publikum gedreht zu lassen. Sie sehen sonst aus, als würden Sie mit der Wand sprechen.

  4. Betonen, nicht blinken.

    Nutzen Sie den Laserpointer nicht bei jeder Folie. Dies hat sonst einen psychologischen Effekt: Damit sagen Sie indirekt, dass es auf jeder Folie eigentlich nur ein bis zwei wichtige Informationen gibt, der Rest aber im Grund irrelevant bleibt. Spätestens ab Folie 5 fragt sich der Zuschauer, ob Sie Ihre Folien vielleicht nicht besser gleich auf eben jene Highlights hätten beschränken sollen.

[Bildnachweis: BlueSkyImage by Shutterstock.com]
21. August 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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