Referat halten: Tipps für Studenten und Schüler

Während der Schulzeit, der Ausbildung oder des Studiums müssen Schüler und Studenten das eine oder andere Referat halten. Auch wenn es vielen ein Graus ist, macht Übung (vor Publikum) den Meister. Einerseits. Bessere Referate zu halten, beginnt aber schon bei den methodischen Grundlagen und guter Vorbereitung. Im Folgenden stellen wir Ihnen wichtige Tipps vor, die Ihnen dabei helfen, Ihr Referat richtig vorzubereiten und am Ende erfolgreich zu halten…

Referat halten: Tipps für Studenten und Schüler

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Referat und Vortrag: Wo ist da der Unterschied?

So mancher Student beschäftigt sich schon mit Beginn des Studiums mit den Grundlagen guter Referate. Gut so! Oft werden dabei aber Vorträge mit Referaten gleichgesetzt. Und das stimmt nur bedingt. Sicher, die Grundregeln eines Vortrags oder einer Präsentation gelten auch für ein Referat. Dennoch unterscheiden sich beide Formen erheblich voneinander.

Vortrag

Vorträge und Präsentationen haben in der Regel drei Ziele:

  • Menschen überzeugen
    Zuhörer, Kunden (in spe), Kollegen, Chefs
  • Kenntnisse vermitteln
    Innovationen, Trends, Techniken
  • Impulse geben
    Publikum und Mitarbeiter aktivieren, motivieren, begeistern

Referat

Referate im Rahmen des Studiums verfolgen andere Ziele. Das Publikum ist ein anderes, ebenso der Referent. In der Regel ist er oder sie eben nicht Experte oder Anbieter, sondern genauso Student oder Schüler wie sein Publikum. Hinzu kommen zahlreiche formale Vorgaben und Anforderungen an Referate, die meist in Form von Leitfäden und Richtlinien von den Hochschulen bestimmt werden. In der Regel dient ein Referat folgenden Zwecken:

  • Vermittlung von gelerntem Wissen und recherchierten Kenntnissen
  • Dokumentation des eigenen Lern- und Wissensstands
  • Nachweis methodischer Fähigkeiten für das Vortragen
  • Ablegen einer mündlichen Prüfung

Der Fokus liegt hier also viel stärker auf dem Erbringen einer Leistung, die anschließend bewertet wird. Das schließt zwar nicht aus, seine Kommilitonen und Mitschüler dabei auch zu unterhalten, dafür gibt es aber allenfalls Bonuspunkte. Der eigentliche Vortrag ist damit nur Teil des Referats. Dessen Vorbereitung, die fachliche Aufbereitung des Stoffs, dessen Richtigkeit, die Beantwortung anschließender Fragen sowie eine kompakte Dokumentation des Referats (Handout) sind ebenfalls entscheidend. Meist erhält der Referierende für das Gesamtpaket eine Bewertung.

Häufige Fragen zu Referaten

Was ist ein Referat?

Ein Referat ist eine Vortragsform, bei der eine Person oder Gruppe ein Thema innerhalb begrenzte Zeit vorstellt. Dazu recherchieren Schüler oder Studenten bestimmte Ereignisse, Tatsachen oder veröffentlichte Forschungsbeiträge von Wissenschaftlern. Oft gibt es einen bestimmten Schwerpunkt, aus dem sich Fragen ergeben, die das Referat beantworten soll.

Warum sind Referate wichtig?

Vielen Schülern und Studenten fallen Referate schwer. Sie sind dennoch wichtig, weil sie auf das spätere Berufsleben und andere Situationen vorbereiten, in denen Sie frei reden können müssen. Zudem hilft das Referat halten Ihnen dabei, Gedankengänge und Themen logisch zu strukturieren und anderen Inhalte verständlich zu präsentieren.

Wie lange soll ein Referat sein?

Das kommt darauf an, wo und zu welchem Zweck Sie ein Referat halten. In der Schule dauern Referate zwischen fünf und zehn Minuten in der Unterstufe. In der Oberstufe – beispielsweise zur Abiturvorbereitung – kann ein Referat eine halbe Stunde dauern.

Die Redezeit steigt mit Alter und Professionalisierung: An der Uni kann ein Referat zwischen 45 und 60 Minuten dauern, dann folgt Zeit für Diskussionen und Fragen. Impulsreferate im modularisierten Bachelorstudium hingegen sind deutlich kürzer, zwischen 15 und 20 Minuten.

Was ist wichtig für ein Referat?

Eine vernünftige Gliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss geben dem Referat eine Struktur und sind essentiell für die Zuhörer. Zunächst nennen Sie das Thema (und gegebenenfalls eine bestimmte Fragestellung). Dann geben Sie einen kurzen (!) Ausblick darüber, welche Punkte Sie nachfolgend ansprechen. Im Hauptteil folgt die eigentliche Präsentation des Themas.

Verwenden Sie dafür verschiedene Medien zur Illustration. Formulieren Sie verständlich und reden Sie im angemessenen Sprechtempo. Im Schlussteil fassen Sie Ihre Ergebnisse (bestätigte/widerlegte Thesen) zusammen. Ordnen Sie das Thema in den Gesamtkontext, stellen Sie Ihren Bewertung oder die eines Forschers zur Diskussion und geben Sie einen Ausblick über wissenswerte Aspekte, die Gegenstand weiterer Forschung sein könnten.

Wie schreibe ich ein Referat in der Grundschule?

Meist existiert ein konkreter Referatsgegenstand, das Kind soll beispielsweise über sein Haustier oder seine Lieblingspflanze referieren. Zu klären sind weitere Vorgaben wie die Dauer, ob eine Verschriftlichung notwendig ist und welche Medien (Tafel, Flipchart, Audiodateien…) zum Einsatz kommen sollen.

Der Aufbau des Referates bleibt gleich: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Die Anforderungen an Quellen sind in der Grundschule im Vergleich zur Universität natürlich geringer. Dennoch sollten bereits Kinder lernen, dass der Rückgriff auf Fachbücher, Lexika und Experten wichtig für die Qualität des Referats ist. Erste Hinweise zur Recherche gibt der Lehrer, weiterführende Informationen bieten Bibliotheken und das Internet.

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Referat halten: Vorbereitung, Gliederung und Medien

Bei Referaten entscheidet eine gute und umfassende Vorbereitung über Erfolg oder Scheitern. Denn auch das größte Präsentationstalent, die genialste Rampensau, kann inhaltliche und fachliche Schwächen (noch dazu vor einem Fachpublikum) nicht ausgleichen.

Der Lehrer beziehungsweise Dozent vergibt das Referatsthema; häufig existiert eine Liste mit Themenvorschlägen, aus denen Sie ein interessantes Themengebiet auswählen können. Schüler und Studenten sollten sich die Zeit nehmen, die Inhalte und Themen ihres Referats gründlich zu lernen und vorzubereiten. Daher ist es wichtig, möglichst früh anzufangen. Und so gehen Sie vor:

Brainstorming

Meist fällt die Wahl auf ein Thema, mit dem der Referierende bereits etwas verbinden kann oder das besonders interessant erscheint. Notieren Sie sich sämtliche Ideen und Fragen, die Ihnen zu dem Thema einfallen. Überlegen Sie, was Sie besonders wichtig finden, welche Fragen Ihre Zuhörer beantwortet haben wollen.

In manchen Fällen liegen einige Punkte inhaltlich nah beieinander, so dass sie sich zu einem Oberthema zusammenfassen lassen. Anhand dieser Fragen und Ideen können Sie bereits eine grobe Gliederung erstellen. Eine schlüssige Gliederung des Stoffes hilft später nicht nur den Überblick zu behalten, sondern erleichtert das Lernen. Alles, was logisch und dramaturgisch aufeinander aufbaut, ist leichter zu merken und zu referieren.

Recherche

Oftmals gibt der Lehrer oder Dozent bereits einen Tipp, wo Sie erste Informationen erhalten. In Bibliotheken können Sie sich außerdem an Mitarbeiter wenden. Ebenfalls hilfreich für einen Einstieg sind Handbücher oder Bibliographien. Hier wird dann nach dem Schneeballsystem recherchiert, das heißt, Sie erhalten weiterführende Literatur und kommen von dort zu weiteren Quellen.

An der Uni lernen Sie außerdem die relevanten Zeitschriften für Ihren Fachbereich kennen, so dass Sie gezielt in bestimmten Medien die Stichwortsuche anwenden können. Achten Sie darauf, sich nicht zu verzetteln! Man kann sich totrecherchieren, es wird immer noch einen Aspekt geben, den Sie vielleicht nicht berücksichtigt haben. Begrenzen Sie sich, indem Sie sich auf einen bestimmten Aspekt konzentrieren – das kann eine bestimmte Zeit oder Epoche sein, es kann genauso gut lokal oder anderweitig begrenzt sein.

Referat Beispiel

Wer ein Referat über Goethe halten soll, kann unmöglich in zwanzig Minuten das Gesamtwerk und Leben dieses Dichters und Universalgenies abdecken. Stattdessen können bestimmte Aspekte wie seine Reisen nach Italien im Vordergrund stehen oder Werke aus der Sturm-und-Drang-Zeit. Wie das Referat im Detail ausfällt, ist eine Frage der Adressaten:

Ein Referat über Goethe an der Grundschule sollte beispielsweise kurz einordnen: Wer war Goethe, wann hat er gelebt, was zeichnet sein Werk aus? Meist wird der Lehrer zuvor entsprechende Hinweise geben, was in etwa das Referat abdecken sollte. Anders hingegen in einem Hauptseminar an der Uni: Wer hier bei Adam und Eva anfängt, erweckt eher den Eindruck, keine Prioritäten setzen zu können. Vortragende dürfen hier getrost voraussetzen, dass die Zuhörer den Dichter und Denker kennen. Müssen Sie beispielsweise zu einem bestimmten Drama ein Referat halten, dürften eher Aspekte wie die Einordnung in den politischen Gesamtkontext oder Referenzen zur Antike im Vordergrund stehen.

Aufbau

Der Aufbau folgt der klassischen Gliederung: Eine Einleitung, in der Sie das Thema grob vorstellen und erklären, worauf Sie hinaus wollen. Dann der Hauptteil, in dem Sie die für Sie zentralen Aspekte des Themas herausarbeiten. Hier arbeiten Sie häufig mit verschiedenen Medien, um das Gesagte zu unterstützen (mehr dazu siehe weiter unten). Anschließend der Schluss, in dem Sie das Thema grob zusammenfassen und einen Ausblick auf mögliche weitere (Neben)Aspekte liefern.

Für einen gelungenen Abschluss sollten Sie sich zwei, drei Fragen zurechtlegen, die Sie mit den Zuhörern diskutieren. Das können Streitfragen zu bestimmten Sachverhalten sein oder allgemeine Überlegungen, wie beispielsweise inwieweit die Biographie eines Autors in seinen Roman mit eingeflossen ist oder Ähnliches. Beachten Sie bei Ihrem Aufbau außerdem den Zeitplan, der bei längeren Referaten (ab 45 Minuten) unbedingt Zeit für anschließende Diskussionen beinhalten sollte.

Thesenpapier

Offen gesagt, hier scheiden sich die Geister. Sprechen Sie im Zweifelsfalle mit Ihrem Lehrer oder Dozenten, anderenfalls legen Sie sich eine Begründung zurecht, warum Sie wie vorgehen. Die einen erwarten ein komplett ausgearbeitetes Handout am Ende des Referats, sozusagen eine schriftliche Zusammenfassung des vorgetragenen Themas, an dessen Ende sich zumeist weiterführende Literatur findet. Dies sollten Sie erst verteilen, nachdem Sie das Referat gehalten haben, anderenfalls werden Ihre Zuhörer den Text lesen, aber Ihren Ausführungen nicht zuhören.

Andere wiederum betonen, dass es sich um ein Thesenpapier handelt. Deshalb sollten die wichtigsten Punkte lediglich stichpunktartig oder in Phrasen aufgelistet sein – quasi als Orientierung für die dem Referat lauschenden Zuhörer. Entscheiden Sie sich hierfür, dann sollten Sie das Thesenpapier unmittelbar vor dem Referat verteilen. Das gibt den Zuhörern Gelegenheit, sich wichtige Notizen zu machen.

Präsentationsmedien

Bei der Wahl der Präsentationsmedien gibt es oft (technische) Vorgaben durch die Schule oder Hochschule. Wer freier wählen kann, sollte Folgendes bedenken:

  • Powerpoint, Keynote und andere Präsentationsprogramme sind lediglich Tools, die bei der Vermittlung von Inhalten unterstützen sollen. Im Vordergrund stehen Sie und die Inhalte.
  • Auch analoge Hilfsmittel wie Flipchart oder Plantafel können sinnvoll sein.
  • Ein Wechsel der Medien kann die Aufmerksamkeit der Zuhörer erhöhen.
  • Folien sollten lediglich Stichpunkte beinhalten, keine Textwüsten.
  • Bilder und Grafiken vermitteln komplexe Inhalte oft kompakter und verständlicher.
  • Die Vortragsgeschwindigkeit sollten Sie an die Zuhörer und deren Vorkenntnisse anpassen. Weniger ist mehr.
  • Steht Wissensvermittlung im Fokus, sollten Sie die Zuhörer nach Möglichkeit aktiv einbinden.
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Referat halten: Was tun, wenn das Thema schwierig ist?

Es kommt vor, dass jemand sich mit seinem Thema völlig übernommen hat. Die Wahl fiel auf ein Referatsthema, das interessant schien, aber plötzlich werden Sie von der schieren Fülle an Informationen erschlagen. Oder aber es verbirgt sich etwas ganz anderes dahinter als Sie anfangs dachten. Oder Sie verstehen Teile des Themas einfach nicht. Diese Situation ist der Hauptgrund dafür, warum ein frühzeitiger Beginn wichtig ist, denn Sie verlieren anderenfalls wertvolle Zeit. Dazu zwei Tipps:

  1. Suchen Sie das Gespräch
    Sie werden entweder für das gewählte Thema länger brauchen als gedacht, oder aber sich in ein komplett neues Thema einarbeiten müssen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die verbleibende Zeit bis zum Abgabe- beziehungsweise Referatstermin. Ganz wichtig: Sprechen Sie Ihren Lehrer oder Dozenten auf das Problem an! Legen Sie den Stand der Dinge dar.
  2. Suchen Sie nach Alternativen
    Es reicht nicht zu sagen, dass Sie mit dem Thema nicht klarkommen und dann zu erwarten, dass Ihnen der Dozent etwas auf dem Silbertablett serviert. Es muss erkennbar sein, dass Sie Zeit und Mühe investiert und zumindest versucht haben, sich mit der Arbeit auseinanderzusetzen.

Dennoch wird Ihnen gerade als Schüler oder Erstsemester niemand den Kopf abreißen, wenn Sie erklären können, wo Ihre Schwierigkeiten beim Thema liegen – gerade auch, wenn Sie zuvor noch nie ein Referat halten mussten.

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6 Tipps: Wie Sie erfolgreich Referat halten

Nach einer guten Vorbereitung steht Ihrem erfolgreichen Referat eigentlich nichts mehr im Weg – wenn da nicht noch das kleine Problem wäre, dass Sie noch Ihr Referat halten müssen. Machen Sie sich nicht verrückt, sondern vertrauen Sie Ihre gute Vorbereitung.

Wenn Sie dann noch Ihr Publikum mit spannenden Fakten und interessanten Geschichten informieren können, wird Ihr Referat nicht nur zu einem Erfolg, sondern macht Ihnen vielleicht sogar Spaß. Diese Tipps können Ihnen dabei helfen:

  1. Sprechen Sie ruhig und langsam

    Sie sind nervös, haben vielleicht sogar Angst und wollen es so schnell wie möglich hinter sich bringen. Dies sollte man Ihrem Tempo beim Sprechen allerdings nicht anmerken können. Rattern Sie Ihren Vortrag nur in einem Affenzahn herunter, ohne Pausen zu machen oder zwischendurch einmal Luft zu holen, wirken Sie hektisch und unorganisiert.

    Zusätzlich fällt es den Zuhörern schwer, einem solchen Redefluss zu folgen. Bremsen Sie sich stattdessen lieber, das hat den Vorteil, dass Sie automatisch deutlicher sprechen und die Zuhörer Ihnen folgen können.

  2. Wählen Sie verständliche Begriffe

    Die Herausforderung besteht darin, den Zuhörern Ihr Wissen verständlich zu vermitteln. Sie sind in der Thematik drin, hatten vielleicht mehrere Wochen Zeit, sich Wissen anzueignen. Ihre Mitschüler oder Kommilitonen hingegen haben oftmals nur eine grobe Vorstellung, worum es geht. Die Crux ist hier: Wenn Sie an der Universität ein Referat halten, erwartet man von Ihnen, dass Sie Fachtermini verwenden – aber längst nicht allen Zuhörern sind die geläufig.

    Sie sollten daher Definitionen bereithalten und ebenso mit den gebräuchlichen Synonymen für Fachbegriffe arbeiten. Achten Sie darauf, den Text so anzupassen, dass Sie Schachtelsätze vermeiden. Packen Sie Ihre Ausführungen stattdessen in einfache und klar verständliche Botschaften.

  3. Bleiben Sie positiv

    Ihre Einstellung zum Referat spielt eine große Rolle für Ihren Erfolg. Wenn Sie bereits im Vorfeld nur an die schreckliche Qual denken, die Ihnen bevorsteht, wird es Ihnen während Sie Ihr Referat halten sicherlich nicht besser gehen.

    Auch die Zuhörer werden schnell merken, dass Sie sich unwohl fühlen. Gehen Sie deshalb mit einer positiven Grundeinstellung an die Sache heran und Sie werden merken, dass Ihnen das Referat leichter fällt und Ihrem Publikum mehr zusagt.

  4. Verstecken Sie sich nicht

    Unsicherheit verleitet dazu, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Nun ist das nicht so einfach, wenn Sie vorne im Raum stehen und alle sich auf Sie und Ihre Worte konzentrieren. Oft versuchen die Referierenden dann, eine Position hinter dem Tisch einzunehmen. Oder die Karten mit den Notizen müssen als rettender Schutzschild herhalten, der sowohl die Blicke als auch die Angriffe der anderen abwehren soll.

    Zum einen funktioniert dies nicht, zum anderen gehört es zum Referat halten, dass Sie dem Publikum in die Augen schauen. Indem Sie Blickkontakt zu Ihrem Prof und den Kommilitonen halten, fühlen die sich persönlich angesprochen und können Ihnen inhaltlich folgen.

  5. Reden Sie frei

    Das ist vermutlich die Königsdisziplin beim Referat halten, aber spätestens an der Universität sollten Sie das schaffen: Freies Reden. Dazu gehört, das Thema entsprechend verinnerlicht zu haben. Wer ein Referat über physikalischen Vorgänge halten soll, diese selbst aber nicht verstanden hat, wird Schwierigkeiten haben. Große Hilfe bietet eine zuvor erarbeitete Struktur: Worum geht es, was sind die Probleme / Besonderheiten, was ist das Ziel oder Ergebnis? Wer diese Fragen nach der Vorbereitung beantworten kann, braucht Karteikarten höchstens als Gedächtnisstütze.

    Diese bitte nicht vollschreiben, sondern maximal Stichpunkte aufführen. Erstens haben Sie vor den Anwesenden sowieso keine Zeit, erst umständlich selbst verfasste Romane nachzulesen. Zweitens verleitet das schnell dazu, dass Sie nicht selbst im Kopf formulieren, sondern ablesen. Auch wenn selbst Universitätsdozenten teilweise ihre Vorlesungen Wort für Wort ablesen: Nichts ist ermüdender für das Publikum und sollte auch beim Referat halten vermieden werden.

  6. Halten Sie eine Generalprobe

    Schnappen Sie sich eine Freundin, einen Mitschüler, Kommilitonen oder ein Familienmitglied und erzählen Sie ihm oder ihr von Ihrem Thema. Das hat mehrere Vorteile: Erstens können Sie so überprüfen, wie fit Sie in dem Thema sind, wie flüssig Sie vortragen können. Zweitens können Sie die Zeit einschätzen, die Sie so für das Referat haben: Müssen Sie vielleicht eine halbe Stunde füllen, sind aber nach zehn Minuten mit Ihrem Referat bereits durch?

    Prüfen Sie, ob Sie den ersten Punkt (Sprechtempo) beachtet haben. Anderenfalls ist vielleicht noch Platz für Aspekte, die bisher in Ihrem Thema keinen Eingang gefunden haben. Und ganz wichtig, drittens: Haben die Zuhörer Ihrer Generalprobe verstanden, worum es geht? Wenn nicht, sollten Sie Punkt zwei (Fachtermini) überprüfen. Sehr wertvoll können auch die Fragen Ihrer Zuhörer sein: Bauen Sie die Antworten darauf noch in das Referat ein.

Ich will kein Referat halten: Ängste überwinden

Der Gedanke an Referate löst nicht selten Schweißausbrüche aus oder verursacht vor dem Stichtag schlaflose Nächte. Was bei manchem noch gesunde Nervosität und leichtes Lampenfieber ist, artet bei anderen in Panikattacken aus. Auslöser sind in der Regel zwei Ängste, die Sie überwinden müssen:

  • Die Angst vor Fehlern
    Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so schlimm, wenn Ihnen ein Fehler unterläuft. Niemand kann alles wissen und gerade bei Nervosität ist es verständlich, wenn Ihnen nicht jeder Aspekt einfällt. Machen Sie sich keine Sorgen: Fehler gehören dazu und passieren in nahezu jedem Referat.
  • Die Angst vor Blamage
    Je größer die Aufregung wird, desto schlimmer auch die irrationalen Befürchtungen. Erinnern Sie sich daran, dass es sich nur um eine andere Form der Wissensabfrage handelt und niemand das Ziel hat, Sie in ein schlechtes Licht zu stellen.

Um aufsteigende Panik im Referat zu überwinden, gibt es drei simple Tricks:

  1. Ermahnen Sie sich, langsam durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen. Das löst Verkrampfungen in der Magengegend.
  2. Unmittelbar vor dem Referat können Sie den Stressball in der Hosentasche nutzen.
  3. Während des Referats: Wackeln Sie mit dem Zeh! In beiden Fällen muss sich das Gehirn auf die Hand beziehungsweise Füße konzentrieren und hat keine Zeit mehr für Gedanken an Stress.



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