Studieren lohnt sich. Diese Botschaft ist in vielen Unternehmen klar und deutlich zu hören und die fortschreitende Akademisierung zahlreicher Berufe unterstützt diese noch. Doch ein Studium ist auch teuer. Kaum ein Student kann alle anfallenden Kosten aus eigener Kraft stemmen. Und längst nicht alle Eltern sind, angesichts steigender Gebühren, das Studium vollständig zu finanzieren. An diesem Punkt setzt die Studienförderung an, die in Deutschland in zahlreichen Varianten verfügbar ist. Wir zeigen, worauf es bei KfW, Stipendien und anderen Optionen ankommt...

Studienförderung: Die KfW als zentraler Ansprechpartner

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau - kurz KfW - gehört in Deutschland zu den zentralen Einrichtungen beim Thema Studienförderung. Viele verbinden sie in erster Linie mit Studienkrediten, doch sie steht auch hinter den bekannten BaföG Leistungen. Das BaföG an sich ergibt aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz und ist von den Einkommensverhältnissen der Eltern abhängig.

Diese Voraussetzung ergibt sich aus der Ausrichtung des BaföG: Es soll auch Studenten, die von ihren Eltern nicht unterstützt werden können, das Studium ermöglichen. Die Bewilligung des BaföG ist von einigen Kriterien abhängig. Die wichtigsten sind...

  • ... das Einkommen der Eltern.
  • ... die Zahl der Geschwister.
  • ... die Wohnsituation (bei den Eltern oder allein).
  • ... die anfallenden Studienkosten.

Im Herbst 2016 werden die BaföG Leistungen etwas angepasst. Beispielsweise steigt dann deer maximale Fördersatz von 670 auf 735 Euro. Auch die Zuschläge für Studierende mit Kind werden von 113 auf 130 Euro angehoben und Schülern und Studenten mit einem Sparbuch oder eigenem Vermögen wird der Freibetrag von bisher 5200 auf 7500 Euro angehoben. Zu guter Letzt wird auch der Mietzuschlag wird von 224 Euro auf 250 Euro erhöht.

Wer sich für eine BaföG Förderung interessiert, findet nähere Informationen bei der KfW und eine Beispielrechnung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die KfW ist jedoch nicht nur für das BaföG, sonder auch für den recht bekannten KfW Studienkredit zuständig. Bis zu 650 Euro im Monat können Studierende hier abrufen. Im Gegensatz zum BaföG ist der KfW Studienkredit nicht an das Einkommen der Eltern gebunden. Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Während das BaföG nur zur Hälfte zurückgezahlt werden muss, ist der KfW Studienkredit in voller Höhe - mit Zinsen - fällig. Nähere Informationen finden Sie natürlich auch hier bei der KfW. Für duale Studenten an Berufsakademien kommt der KfW Bildungskredit übrigens nicht in Betracht. Das gilt auch, wenn das Studium komplett im Ausland absolviert wird.

Bildungsfonds: Förderung durch private Initiativen

Neben den bekannten Fördermöglichkeiten hält seit einigen Jahren auch ein Konzept aus dem us-amerikanischen Bereich in Deutschland Einzug: Die Bildungsfonds. Hierbei handelt es sich um Initiativen, die von Unternehmen und privatwirtschaftlichen Sponsoren getragen werden.

Sie bieten Studierenden die Möglichkeit, durch eine Bewerbung finanzielle für das Studium zu erhalten. Ähnlich wie bei Stipendien ist die Förderung bei einigen Fonds an die Leistung im Studium und andere Kriterien gebunden. Der Vorteil für Studenten: Wird die Bewerbung angenommen, können Rückzahlungs- und Förderkonditionen sehr großzügig sein.

Der Nachteil: Es werden nicht alle Studiengänge und -richtungen unterstützt und die Kriterien können von den Bildungsfondes frei festgelegt werden. In Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Bildungsfonds, unter anderem von der Career Concept AG und Festo.

Stipendien: Studienförderung nach Leistung

Creativa/shutterstock.com Mehr als 800 Stipendienprogramme bereichern die Förderlandschaft in Deutschland. Studierenden stehen daher vor einem wahren Dschungel an Möglichkeiten, in dem die Navigation alles andere als als einfach ist.

Eine zentrale Übersicht aller Stipendienprogramme und Stiftungen gibt es leider nicht. In unserer Stipendien Übersicht haben wir jedoch die wichtigsten Möglichkeiten zusammengetragen und erleichtern Studenten damit zumindest den Einstieg.

Auch die e-fellows Datenbank und der Stipendien Lotse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung können die Recherche nach passenden Stipendien erleichtern.

Grundsätzlich sollten Studierende bei der Wahl eines Stipendienprogramms einige Aspekte beachten:

  • Passt das Stipendienprogramm thematisch zu Ihrem Studium?
  • Erfüllen Sie die relevanten Voraussetzungen?
  • Welche Bedingungen sind an das Stipendium gekoppelt?
  • Welche Faktoren können das Stipendium beeinflussen?
  • Unter welchen Voraussetzungen kann das Stipendium zurückgezogen werden?
  • Wer entscheide über Ihre Bewerbung?

Apropos Bewerbung: Umfangreiche Tipps zur Stipendien Bewerbung finden Sie hier.

Stipendienratgeber als Gratis E-Book

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[Bildnachweis: Andrey_Popov, Creativa by Shutterstock.com]

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