Studieren in Schweden: Kosten, Voraussetzungen, Finanzierung

Studieren in Schweden erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder – kann das Land doch mit mehr als Klischees aus Ikea, Elchen und Astrid Lindgren aufwarten. Immerhin hat es einen hohen Lebensstandard und die Hochschulen sind sehr um Internationalität bemüht. Was Sie zu den Voraussetzungen und Kosten eines Studiums in Schweden wissen müssen und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt…

Studieren in Schweden: Kosten, Voraussetzungen, Finanzierung

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Allgemeines zum Studieren in Schweden

In Schweden können Sie an verschiedenen Hochschultypen studieren:

  • Universitäten (Universitet)
    Das Studienangebot und die Struktur dieser Hochschulen lässt sich am ehesten mit den deutschen Universitäten vergleichen.
  • University-Colleges (Högskolor)
    An den Högskolor ist das Studienangebot deutlich reduzierter, auch verfügen diese selten über Promotionsrecht. Sie sind am ehesten mit den deutschen Fachhochschulen vergleichbar.
  • Fackhögskolor
    Die Fackhögskolor liegen zwar sprachlich näher bei den Fachhochschulen, allerdings bezeichnet dieser Hochschultypus eine Universität, die sich auf einen Fachbereich spezialisiert hat.

Das schwedische Studienjahr ist mit dem deutschen vergleichbar. Auch hier teilt sich das akademische Jahr in zwei Semester, nämlich Herbst- und Frühjahrssemester. Die Studienabschlüsse gleichen dank des Bologna Prozesses denen in vielen anderen europäischen Staaten. Das heißt, Sie können mit Bachelor oder Master abschließen. Zusätzlich können Sie Ihre Doktorwürde über eine Promotion erlangen oder ein Berufsdiplom.

Die besten Unis in Schweden
Für einen Überblick über die besten Unis in Schweden und mögliche Studienfächer haben wir Ihnen einige Informationen zusammengetragen. Diese können Sie hier als kostenloses PDF-Dokument herunterladen:

Die besten Unis in Schweden


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Voraussetzungen fürs Studium

Das Abiturzeugnis wird als Hochschulreife anerkannt. Da Schweden EU-Mitgliedsstaat ist, gibt es einige Erleichterungen für EU-Bürger. So benötigen Sie als deutscher Staatsangehöriger beispielsweise keine Aufenthaltsgenehmigung – Ausländer aus Nicht-EU-Staaten hingegen müssen eine beantragen, wenn sie länger als drei Monate an einem der drei Hochschularten studieren wollen.

Bewerbung fürs Studium

Um an der Hochschule genommen zu werden, richten Sie Ihre Bewerbung direkt an die jeweilige Universität. Diese erfolgt meist als Online-Bewerbung über die Homepage. Wie für jede Bewerbung, sollten Sie vor allem auf Bewerbungsfristen und Sorgfalt achten.

Studieren in Schweden auf Englisch

Gerade mal 10 Millionen Einwohner hat Schweden – nicht das größte oder einwohnerstärkste Land Europas. Um für ausländische Studierende dennoch attraktiv zu sein, bietet das Land viele Studiengänge auf Englisch an. Auch die Schweden selbst sprechen gut Englisch: Immerhin lernen sie die Sprache bereits in der Grundschule – somit sind gute Englischkenntnisse selbstverständlich.

Diese werden auch von den auswärtigen Studierenden erwartet: Um zum Studieren in Schweden zugelassen zu werden, können Sprachnachweise erforderlich sein. Auch sollten Sie dennoch die Landessprache beherrschen, schließlich ist es auch eine Frage des Respekts vor dem Gastgeberland.

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Studieren in Schweden Kosten

In Schweden sind Mensen wie an deutschen Universitäten eher selten. Wer trotzdem günstig essen möchte, sollte seine Kochkünste ausbauen. Fürs Leben und Studieren in Schweden sollten Sie ein monatliches Budget von 800 bis 1.000 Euro einplanen: Lebenshaltungskosten sind hoch; für einige anfänglich ungewohnt auch die staatliche Reglementierung von alkoholischen Genussmitteln. Wie hoch die Kosten im Einzelnen ausfallen, beeinflussen Sie natürlich mit Ihrem eigenen Konsumverhalten. So fällt die Studentenbude im Wohnheim nicht nur günstiger als ein eigenes Apartment aus, sondern bietet gleichzeitig Anschluss zu anderen Studierenden.

Studiengebühren

Die gute Nachricht: Ein entscheidender Kostenfaktor fällt beim Studieren in Schweden weg, nämlich die Studiengebühren. Allerdings müssen Studierende dafür eine Art Semesterbeitrag errichten. Dieser liegt zwischen wenigen Euros bis zu 50 Euro und damit unterstützen Sie die Studentenvereinigung.

Krankenversicherung

Auch müssen Sie sich über eine Auslandskrankenversicherung in der Regel keine Gedanken machen: Dank des Sozialversicherungsabkommens zwischen den Staaten der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums (betrifft unter anderem Länder wie Norwegen und Island) sowie der Schweiz, können Sie im Krankheitsfall ähnliche Leistungen wie in Deutschland erwarten.

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Finanzierung: So decken Sie Ihre Kosten

Die wohl beliebteste Form der Studienfinanzierung bei einem Auslandsstudium ist das Erasmus Programm. Das mit EU-Mitteln geförderte Austauschprogramm hat sich gezielt die Mobilität und den Austausch junger Menschen in Europa auf die Fahnen geschrieben. Und das alles zu Bildungszwecken. Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, müssen sich Interessenten an das Akademische Auslandsamt (auch International Office genannt) ihrer Universität richten. Meist sind für die Bewerbung folgende Unterlagen notwendig:

Weitere Tipps zum Aufbau sowie Formulierungen finden Sie in unserem Artikel zur Bewerbung fürs Auslandsstudium.

Finanzierungsalternativen

Dank der EU-Mitgliedschaft besteht für EU-Bürger nicht nur Freizügigkeit, sondern auch die Möglichkeit, sich Geld hinzuzuverdienen. Wer also beim Erasmus-Stipendium Pech hatte, kann immer noch auf Studentenjobs zurückgreifen. Daneben gibt es folgende Finanzierungsalternativen:

  1. Bafög

    Die wohl häufigste Studienförderung ist das Bafög – beliebt auch deshalb, weil die Hälfte der Förderung staatlicher Zuschuss ist. Wer bereits Inlands-Bafög erhält, ist auch für ein Auslands-Bafög förderwürdig. Da die Auslands-Förderbeträge höher liegen, können aber auch diejenigen, die kein Inlands-Bafög erhalten, infrage kommen.

    Sofern Sie innerhalb der Vorgaben bleiben, ist eine Förderung während des gesamten Studiums möglich. Auch beteiligt sich das Auslands-Bafög an Krankenversicherungen und anderen Zusatzkosten. Eine Kombination zwischen Bafög und Stipendium ist möglich. Um in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen, sollten Sie allerdings frühzeitig – mindestens ein halbes Jahr vorher – den Antrag stellen.

  2. Stipendien

    Fürs Studieren in Schweden sollten Sie sich außerdem nach Stipendiengebern erkundigen. Oft fördern diese auch Auslandsaufenthalte – so zum Beispiel der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD, der für das Erasmus Programm und Promos (Stipendium für außereuropäische Auslandsaufenthalte und Sprachkurse) verantwortlich zeichnet. Auch die Studienstiftung des deutschen Volkes und diverse regionale Stiftungen halten Stipendien bereit.

    Der Vorteil bei Stipendien: Sie müssen nichts davon zurückzahlen. Der Nachteil: Häufig erwartet man von Ihnen gute Noten. Es gibt allerdings auch Stiftungen, die politisches oder gesellschaftliches Engagement fördern. Andere wiederum richten sich gezielt an Benachteiligte.

  3. Studienkredit

    Sollten Sie sich nicht für eine geförderte Studienfinanzierung qualifiziert haben, müssen Sie Ihren Traum dennoch nicht begraben. Sie können sich das Studium selbst finanzieren und zwar mit einem Studienkredit. Der Bildungskredit der Bundesregierung (über die KfW-Bank) stellt Ihnen bis zu 7.200 Euro bereit. Davon können Sie sich 3.600 Euro sogar auf einmal auszahlen lassen.

    Vorteil sind die unschlagbar niedrigen Zinsen bei der Rückzahlung des Bildungskredits. Andere Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken bieten ebenfalls private Studienkredite an. Häufig müssen Studierende dafür jedoch entsprechende Sicherheiten vorlegen. Der Nachteil an diesem Finanzierungsmodell: Sie beginnen den Start ins Berufsleben nach dem Studium direkt mit Schulden.

  4. Bildungsfonds

    Alternativ zum Studienkredit der Banken existiert der sogenannte Bildungsfonds. Dieses rein privatwirtschaftliche Angebot geht auf eine amerikanische Leitidee zurück. Der Bildungsfonds ist ebenfalls eine Art Kredit, den Sie später zurückzahlen müssen.

    Das Besondere: Die Rückzahlung bei Bildungsfonds erfolgt einkommensabhängig. Dazu wird vorab ein Prozentsatz des späteren monatlichen Einkommens festgelegt, der nach dem Berufsstart über eine bestimmte Dauer zurückgezahlt wird. Meist finanzieren sich Bildungsfonds über Investmentfonds und vergeben ihr Geld nur an aussichtsreiche Studenten. Heißt, lukrative Studiengänge werden eher gefördert und auch hier müssen Bewerber gute Noten vorweisen können.

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[Bildnachweis: subarashii21, petch one by Shutterstock.com]

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