Bildungskredit: Definition, Voraussetzungen, Infos

Eine gute Bildung soll jedem Menschen zugänglich gemacht werden, doch sind damit immer auch Kosten verbunden. Ein Studium muss beispielsweise über mehrere Jahre finanziert werden, wobei neben den Semesterbeiträgen weitere Kostenpunkte für Materialien und natürlich Miete sowie Lebenshaltungskosten anfallen. Auch während einer Ausbildung kann es mit dem Geld knapp werden. Damit in einem solchen Fall das Vorhaben Ausbildung oder Studium nicht aus finanziellen Gründen abgebrochen werden muss, gibt es den Bildungskredit als finanzielle Unterstützung. Wir erklären, was genau der Bildungskredit ist, welche Voraussetzungen Antragsteller erfüllen müssen, um gefördert zu werden und was Sie darüberhinaus zum Bildungskredit wissen müssen…

Bildungskredit: Definition, Voraussetzungen, Infos

Bildungskredit: Was hat es damit auf sich?

Bildungskredit Definition Erklärung Antrag Voraussetzungen Erfahrungen Beantragen Bundesverwaltungsamt RückzahlungUnter BAföG kann sich fast jeder etwas vorstellen und weiß, dass es sich dabei um eine Ausbildungsförderung handelt, die es beispielsweisen Studenten ermöglicht, die finanziell angespannte Situation zu meistern. Der Bildungskredit ist hingegen nicht so bekannt, obwohl er einem sehr ähnlichen Ziel dient und eine gleichermaßen nützliche Unterstützung für Studenten oder auch Schüler sein kann, bei denen das Geld knapp wird.

Einen guten Überblick, was genau der Bildungskredit ist, liefert die Beschreibung auf der Homepage des Bundesverwaltungsamtes. Hier heißt es zum Bildungskreditprogramm der Bundesregierung:

Das Bil­dungs­kre­dit­pro­gramm der Bun­des­re­gie­rung ist da­für ge­dacht, Schü­ler/in­nen und Stu­die­ren­de in fort­ge­schrit­te­nen Aus­bil­dungs­pha­sen durch ei­nen ein­fa­chen und zins­güns­ti­gen Kre­dit ei­ne ge­ziel­te fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung ein­zuräu­men. Die­ser Kre­dit ist fle­xi­bel und kann auf die in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se der Kre­dit­neh­me­rin­nen und -neh­mer an­ge­passt wer­den […]

Das Ziel beim Bildungskredit ist die finanzielle Unterstützung von Schülern oder Studenten, allerdings richtet sich dieses Mittel an jene, die bereits auf das Ende der (schulischen) Ausbildung oder des Studiums zugehen. Als übergeordnetes Ziel wird dabei die Sicherung und Beschleunigung der Ausbildung genannt. Besonders zu beachten ist, dass ein Bildungskredit auch zusätzlich zum BAföG beantragt und bewilligt werden kann und damit eine weitere Möglichkeit der Finanzierung darstellt.

Gewährt wird der Bildungskredit von der KfW-Bank. Zwischen dieser und dem Antragssteller kommt auch der Kreditvertrag zustande, der Antrag wird jedoch beim Bundesverwaltungsamt eingereicht, die auch darüber entscheiden, ob der Bildungskredit gewährt wird, wenn die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Der Bund sichert darüberhinaus mit einer sogenannten Bundesgarantie, dass das Kreditinstitut – also die KfW – in jedem Fall den ausgezahlten Betrag zurückerhält. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erbringt eine Ausfallbürgschaft und springt im Falle eines Zahlungsausfalls ein. So wird das Risiko für die Bank reduziert, was besonders vorteilhafte Kredit- und Rückzahlungsbedingungen ermöglicht.

Bildungskredit Voraussetzungen: Das müssen Sie erfüllen

Das große Problem, das beim Thema BAföG und der damit verbundenen finanziellen Unterstützung immer wieder auftaucht, ist die Frage: Bekomme ich überhaupt etwas? Manch einer freut sich über den Höchstsatz, andere bekommen gar nichts und wieder andere fragen sich, wie Ihnen ein BAföG von 50 Euro helfen soll, über die Runden zu kommen.

Auch für den Bildungskredit müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, der größte Unterschied besteht jedoch darin: Die Förderung ist vollkommen unabhängig von Ihrem Einkommen und auch vom Gehalt oder Vermögen der Eltern. Es wird nicht geprüft, ob Sie auch ohne den Bildungskredit genügend Geld oder Unterstützung durch die Familie bekommen könnten.

Falsch wäre jedoch die Annahme, dass aus diesem Grund jeder einen Bildungskredit beantragen und erhalten kann. Denn es gibt mehrere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um einen Bildungskredit zu bekommen:

  • Sie müssen zwischen 18 und 35 Jahren alt sein.
  • Der geförderten Ausbildung oder dem Studium gehen Sie in Vollzeit nach.
  • Sie müssen Deutscher im Sinne des Grundgesetzes sein oder zu einer der Gruppen aus § 8 Berufsausbildungsförderungsgesetz gehören.

Für Schüler gilt außerdem, dass sie bereits über einen berufsqualifizierenden Abschluss verfügen müssen oder diesen mit dem Abschgluss der gegenwärtigen Ausbildung erlangen – und sie sich im vorletzen oder letzen Jahr dieser Ausbildung befinden.

Auch Studenten haben erst in einer fortgeschrittenen Phase ihres Studiums die Voraussetzungen, um einen Bildungskredit zu erhalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung geht dabei genauer ins Detail. Hier heißt es, dass Studierende für einen Bildungskredit berechtigt sein können, die…

  • die Zwischenprüfung ihres Studiengangs bestanden haben für die Fortsetzung dieses Studiengangs,
  • eine schriftliche Erklärung der Ausbildungsstätte vorlegen, aus der hervorgeht, dass in dem Studiengang eine Zwischenprüfung nicht vorgesehen ist und sie die üblichen Leistungen mindestens der ersten beiden Ausbildungsjahre erbracht haben; bei Studierenden in Bachelorstudiengängen reicht eine Erklärung der Ausbildungsstätte, aus der hervorgeht, dass in dem Studiengang eine Vorprüfung nicht vorgesehen ist und sie die üblichen Leistungen des ersten Ausbildungsjahrs erbracht haben,
  • den ersten Teil eines Konsekutiv-Studiengangs erfolgreich abgeschlossen haben für die Fortsetzung dieses Studiengangs,
  • bereits über einen Abschluss in einem grundständigen Studiengang verfügen, für einen postgradualen Studiengang, zum Beispiel Masterstudiengang.

Eine weitere Voraussetzung für den Bildungskredit ist, dass nur Ausbildungen an solchen Ausbildungsstätten gefördert werden, die auch beim BAföG anerkannt werden.

Wie hoch ist die finanzielle Unterstützung durch einen Bildungskredit?

Neben den Voraussetzungen ist natürlich vor allem die Höhe des Bildungskredits eine besonders wichtige Information. Das maximale Kreditvolumen beträgt 7.200 Euro und kann über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren in monatlichen Raten ausgezahlt werden. Es ist jedoch möglich, den Bildungskredit näher an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

So können die monatlichen Raten 100, 200 oder 300 Euro betragen. Bei einer monatlichen Auszahlung von 300 Euro über die vollen 24 Monaten werden die gesamten 7.200 Euro ausgeschöpft. Denkbar ist aber auch eine kürzere Laufzeit, beispielsweise nur über ein Jahr mit einer Auszahlung von insgesamt nur 1.200 Euro. Die Kreditsumme muss dabei mindestens 1.000 Euro betragen, kann jedoch auch im Nachhinein durch einen weiteren Bildungskredit bis zur Maximallaufzeit ergänzt werden.

Zusätzlich ist es möglich, neben dem monatlichen Bildungskredit eine Einmalzahlung von bis zu 3.600 Euro zu erhalten. Diese ist allerdings an zwei Bedingungen geknüpft. Die Grenze von 7.200 Euro muss eingehalten werden und es muss glaubhaft vermittelt und erklärt werden können, dass die Einmalzahlung direkt in die Finanzierung eines außergewöhnlichen Aufwands geht.

Bildungskredit: So beantragen Sie ihn

Sie benötigen einen Bildungskredit und erfüllen die nötigen Voraussetzungen? Dann können Sie einen Antrag darauf stellen und hoffen, dass dieser genehmigt wird und Sie den gewünschten Kredit erhalten. Beachten Sie jedoch, dass es keine Garantie gibt, dass Sie auch eine positive Rückmeldung erhalten, da es keinen Rechtsanspruch auf einen Bildungskredit gibt. Für das Programm wird lediglich ein bestimmtes Budget zur Verfügung gestellt.

Beantragen können Sie Ihren persönlichen Bildungskredit beim Bundesverwaltungsamt in 50728 Köln. Der Antrag muss dabei immer schriftlich erfolgen. Möglich ist auch ein Antrag im Internet unter www.bildungskredit.de.

Erfüllen Sie die nötigen Voraussetzungen für eine finanzielle Förderung, bekommen Sie vom Bundesverwaltungsamt einen sogenannten Bewilligungsbescheid, mit dem Sie im Anschluss einen entsprechenden Kreditvertrag mit der KfW-Bank abschließen können. Zusammen mit dem Bewilligungsbescheid erhalten Sie bereits ein beigelegtes Vertragsangebot der KfW.

Nun haben Sie einen Monat Zeit, um das Vertragsangebot anzunehmen, mit Ihrer Unterschrift zu versehen und an die Bank weiterzuleiten.

Die Rückzahlung eines Bildungskredits

Sollten Sie sich Sorgen machen, dass Sie den Bildungskredit nicht sofort zurückzahlen können, weil Sie beispielsweise nicht direkt im Anschluss an Ihr Studium einen gut bezahlten Job finden, können Sie ein wenig beruhigt sein. Die Rückzahlung des Bildungskredits beginnt nicht sofort, sondern erst nach einer Frist von vier Jahren – beginnend mit der ersten Auszahlung.

Bekommen Sie die erste Zahlung Ihres Bildungskredits also beispielsweise am 01.04.2018, müssen Sie erst am 01.04.2022 mit der Rückzahlung beginnen. Die Rückzahlung erfolgt dabei ebenfalls in monatlichen Raten zu je 120 Euro.

Sie können den Bildungskredit aber auch jederzeit teilweise oder sogar ganz zurückzahlen, ohne dass Ihnen dabei Nachteile oder Kosten entstehen. Bei der Rückzahlung kommt Ihnen zudem sehr sehr geringe Zinssatz zugute. Der effektive Jahreszins beträgt 0,72 Prozent (Stand: 1.10.2017). Dieser wird im April und Oktober dem Zinsniveau angepasst.

Wer übrigens glaubt, aufgrund der oben angesprochenen Bundesgarantie und Ausfallbürgschaft den Bildungskredit nicht zurückzahlen zu müssen, irrt sich. Zwar springt der Bund zunächst ein und erstattet der KfW die fälligen Zahlungen – doch das Bundesverwaltungsamt geht im nächsten Schritt dazu über, die noch offenen Rückzahlungen beim Schuldner einzuziehen.

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
30. Januar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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