Jobwechsel Fragen: Bleiben oder gehen?

Jobwechsel gehören heutzutage zu jeder Karriere. Verschiedene Arbeitgeber sind keine Einschnitte im Lebenslauf, sondern natürliche Veränderungen. Trotz dieser Normalität stellt ein Jobwechsel für den einzelnen Arbeitnehmer einen großen Schritt dar und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Natürlich kann ein Jobwechsel Ihnen Chancen und Perspektiven bieten – wenn er aus den richtigen Gründen erfolgt und Sie ihn wohl überlegt angehen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich beruflich zu verändern, steht vor der Frage: Bleiben oder gehen? Wie Sie erkennen, ob es Zeit für einen Jobwechsel ist…

Jobwechsel Fragen: Bleiben oder gehen?

Vor dem Jobwechsel: Habe ich den richtigen Job?

Sobald die ersten Zweifel an Ihrem aktuellen Job aufkommen, sollten Sie sich die Zeit für eine Selbstreflexion nehmen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich Frust und Enttäuschung aufstauen.

Folgende Fragen können Ihnen dabei als Anregung dienen:

  • Warum haben Sie sich für diesen Job entschieden?

    Sind Sie beispielsweise zufällig in ein Arbeitsfeld geraten und wollten ursprünglich etwas ganz anderes machen, kann Sie das irgendwann einholen. Ebenso ist es, wenn wirtschaftliche Zwänge Sie dazu bewogen haben, eine Stelle anzunehmen. Dann kam die Motivation für den Job von Anfang an nicht von innen heraus. Irgendwann holt Sie die Frage „Was wäre wenn?“ ein und Sie grübeln darüber, ob Sie in einem anderen Job glücklicher wären.

  • Wie viel Spaß macht Ihnen die Tätigkeit?

    Menschen, die Spaß bei der Arbeit haben, merken oft gar nicht wie die Zeit vergeht. Sie sind so vertieft in ihre Arbeit, dass alles andere in den Hintergrund tritt.

  • Wie geht es Ihnen, wenn Sie abends nach Feierabend nach Hause kommen?

    Kommen Sie zufrieden nach Hause und haben das Gefühl, etwas geleistet zu haben? Gehen Sie mit einem guten Gefühl ins Bett und freuen sich bereits auf den nächsten Arbeitstag?

  • Tun Sie das, was Sie am besten können?

    Häufig ist das, was man am besten kann, auch das, was einem am meisten Spaß bereitet. Erzielen Sie gute Ergebnisse und sind Sie selbst mit Ihrer Arbeit zufrieden? Teilt Ihr Chef diese Meinung?

  • Haben Sie das Gefühl, einen echten Mehrwert zu schaffen?

    Die meisten Arbeitnehmer suchen auch nach einer sinnstiftenden Tätigkeit. Sie wollen das Unternehmen voranbringen und etwas zum Erfolg beitragen. Einigen geht es auch darum, in der Gesellschaft etwas zu verändern: Probleme zu lösen, Mitmenschen zu helfen, die Umwelt zu schützen… Wer sich nutzlos und überflüssig im Job fühlt, wird auf Dauer unglücklich.

  • Wie geht es Ihnen Morgens nach dem Aufstehen?

    Wer unzufrieden mit dem Job ist, dem fällt es bereits schwer aufzustehen. Alles fällt einem unglaublich schwer und man hat das Gefühl, sich regelrecht ins Büro schleppen zu müssen. Unzufriedenen Menschen graut es am Sonntag bereits vor Montag, denn ihnen fehlt die Motivation.

  • Identifizieren Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber?

    Es spielt nicht nur eine Rolle, was wir tun, sondern auch für wen wir es tun. Nur ein Arbeitnehmer, der sich mit dem Unternehmen, für das er arbeitet, identifiziert, ist auch bereit, sich zu engagieren und Top-Leistungen zu erzielen. Denn dann werden die Unternehmensziele zu den eigenen Zielen.

  • Wie gut ist das Arbeitsklima?

    Kommen Sie gerne ins Büro? Verstehen Sie sich gut mit den Kollegen und dem Chef? Unter den drei Faktoren, die die Jobzufriedenheit maßgeblich beeinflussen, nämlich Arbeitszeit, Gehalt und Arbeitsklima, steht für viele das Arbeitsklima an erster Stelle. Wer ein gutes Verhältnis zu seinen Kollegen hat, sich wertgeschätzt und respektiert fühlt, ist auch eher bereit Überstunden zu machen.

  • Möchten Sie sich im Job weiterentwickeln?

    Haben Sie das Bedürfnis besser zu werden, in dem was Sie tun? Suchen Sie nach Weiterbildungsmöglichkeiten und Gelegenheiten dazuzulernen? – dann ist das ein Zeichen dafür, dass Sie sich intensiver mit Ihrer Tätigkeit auseinandersetzen möchten und bereit sind Zeit und Mühe in den Ausbau Ihrer Fähigkeiten zu stecken.

  • Fragen Sie sich, ob da noch mehr ist?

    Unzufriedenheit kann sich auch darin äußern, dass Sie von einem anderen Job träumen. Erfüllt es Sie beispielsweise mit Neid, wenn Sie Freunde oder Bekannte von ihrem Job sprechen hören, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihnen etwas im Job fehlt.

Jobtest Selbsttest Gehen Oder Bleiben

1. Wie gut verstehen Sie sich mit Ihren Kollegen?

  • Das sind alles Idioten. Wir arbeiten zwar zusammen, doch ansonsten sehen wir uns nicht häufig. Das ist auch gut so. (3 P.)
  • Im Grunde mag ich meine Kollegen. Wir gehen auch mal zusammen in die Mittagspause. Nur dieser eine Kollege aus der Buchhaltung geht mir manchmal tierisch auf den Wecker. (2 P.)
  • Wir verstehen uns eigentlich alle sehr gut. Nach Feierabend gehen wir ab und an etwas trinken und die Kollegen schicken Postkarten aus dem Urlaub ins Büro. (1 P.)

2. Wie werden Sie von Ihren Kollegen behandelt?

  • Wenn etwas schief läuft, bekomme ich einen auf den Deckel. In Meetings traue ich mich gar nicht mehr etwas zu sagen, weil meine Ideen grundsätzlich nicht gut ankommen. (3 P.)
  • Die anderen Kollegen bitten mich regelmäßig um Rat und vertrauen meinem Urteil. (1 P.)
  • Ich versuche mich zwar einzubringen, habe aber das Gefühl, dass meine Vorschläge belächelt werden. (2 P.)

3. Wie ist Ihr Verhältnis zum Chef?

  • Er überträgt mir anspruchsvolle Aufgaben und bezieht mich bei Entscheidungen mit ein. Nur im Moment ist er mit meiner Arbeit nicht ganz zufrieden. (1 P.)
  • Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit nur kritisiert wird und ich es ihm, egal was ich tue, nicht recht machen kann. (3 P.)
  • Ich habe das Gefühl, dass mein Chef mich nicht richtig wahrnimmt. Mit anspruchsvollen Aufgaben werden meine Kollegen betraut. (2 P.)

4. Was denken Sie über Ihren Chef?

  • Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, aber ich schätze seinen Einsatz für die Firma. (2 P.)
  • Der Kerl ist mir zutiefst unsympathisch. Er verhält sich, als wäre er der König und wir seine Untertanen. Von Kompetenz keine Spur. (3 P.)
  • Mein Chef ist mein Mentor und eine echte Führungspersönlichkeit. Ich habe sehr viel von ihm gelernt. Doch manchmal fühle ich mich von ihm ausgebremst. (1 P.)

5. Würden Sie mit Ihrem Chef sprechen, falls es Probleme gibt?

  • Um Gottes Willen. Nur im äußersten Notfall, wenn es gar nicht anders geht. Mein Chef tendiert dazu bei dem kleinsten Fehler auszurasten. (3 P.)
  • Es wäre mir zwar unangenehm, doch in der Regel kann ich ihm die Situation erklären und wir suchen gemeinsam eine nach einer Lösung. (2 P.)
  • Mein Chef ist der Meinung, dass Fehler jedem passieren. Hauptsache ich stehe dazu und bemühe mich, es das nächste Mal besser zu machen. (1 P.)

6. Haben Sie das Gefühl, dass man Ihre Arbeit wertschätzt?

  • Ich weiß nicht. Meistens bekomme ich gar kein Feedback. (2 P.)
  • Ich denke schon. Von meinen Kollegen hat sich noch keiner beschwert und mein Chef hat mich auch schon für meine Leistungen gelobt. Nur in letzter Zeit hat das Lob abgenommen. (1 P.)
  • Ich gebe mir alle Mühe, doch das scheint keinem aufzufallen. (3 P.)

7. Wie viel Freizeit haben Sie?

  • Mein Job gibt mir die Möglichkeit meine Arbeitszeit so zu gestalten, dass ich Zeit habe nach der Arbeit Sport zu treiben oder Freunde und Bekannte zu treffen. Allerdings muss ich in letzter Zeit einige Überstunden machen. (1 P.)
  • Man könnte sagen ich lebe im Büro. Überstunden sind an der Tagesordnung. Ich bin aus dem Handballverein ausgetreten, weil das wöchentliche Training einfach nicht mehr machbar war. (3 P.)
  • Ich arbeite zwar sehr viel, doch keiner würde etwas sagen, wenn ich mir für besondere Anlässe den Nachmittag frei nehme. (2 P.)

8. Wie schnell vergehen Ihre Arbeitstage?

  • Mal schneller und mal langsamer. Das kommt ganz auf die Aufgaben an, aber ich langweile mich eigentlich nie. (2 P.)
  • Im Handumdrehen. Ehe ich mich versehe, ist der Arbeitstag vorüber. (1 P.)
  • Die Arbeitstage ziehen sich unglaublich in die Länge. Ich schaue ständig auf die Uhr und warte, dass meine Arbeitszeit vorüber ist. (3 P.)

9. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie nach Hause kommen?

  • Geschafft, aber stolz auf das, was ich alles geleistet habe. Doch in letzter Zeit ist es sehr stressig geworden. (1 P.)
  • Erschöpft und müde. Ich habe das Gefühl in Arbeit zu versinken. (3 P.)
  • Häufig genervt, weil noch Arbeit liegen geblieben ist und die Kunden mal wieder Sonderwünsche hatten. (2 P.)

10. Wie sehr machen Ihnen die übertragenen Aufgaben Spaß?

  • Die Aufgaben sind nicht im mindesten anspruchsvoll. Ich frage mich regelmäßig, warum ich studiert habe. (3 P.)
  • Es hält sich die Waage. Mir werden sowohl Aufgaben übertragen, die anspruchsvoll sind, als auch simple Tätigkeiten. Doch die erledigt jeder im Team. (2 P.)
  • Ich habe das Gefühl etwas Sinnvolles zu leisten und meine Stärken einbringen zu können. (1 P.)

11. Sehen Sie Chancen sich weiterzuentwickeln?

  • Ich hatte mit meinem Chef bereits über eine Beförderung gesprochen, doch er denkt, ich bin noch nicht soweit. (2 P.)
  • Ich wünschte zwar, das Angebot wäre größer, doch jeder Mitarbeiter darf einmal im Jahr eine Fortbildung seiner Wahl besuchen. (1 P.)
  • Ich habe mich um eine Beförderung bemüht, doch mein Chef wollte mich für diese Position nicht weiterempfehlen. (3 P.)

12. Haben Sie sich bereits nach anderen Stellen umgesehen?

  • Wenn ich von der Arbeit erzähle, raten meine Freunde mir das dringend zu tun. Doch ich konnte mich nicht aufraffen. (3 P.)
  • Ich träume manchmal von einem anderen Job, doch umgeschaut habe ich mich noch nicht. (1 P.)
  • Manchmal bin ich kurz davor alles hinzuschmeißen, doch wenn ich mir die Geschichten von anderen anhöre, geht es mir doch recht gut. (2 P.)

Auswertung zum Selbsttest

Zählen Sie nun alle Punkte (in Klammern zur jeweiligen Frage) zusammen. Hier finden Sie die Auflösung des Selbsttests:

Alternativ können Sie natürlich auch überlegen, ob statt der Kündigung nicht auch der Wechsel in die Selbstständigkeit eine Option ist. Auch hierzu haben wir einige Orientierungsfragen, die Sie HIER kostenlos als PDF herunterladen können. Wir wünschen viel Erfolg!


Gute und schlechte Gründe für den Jobwechsel

Neun von zehn Young Professionals sind offen für einen Jobwechsel. Jeder Fünfte sucht sogar aktiv nach einem neuen Arbeitgeber, so das Ergebnis einer Umfrage unter rund 10.000 jungen Berufstätigen.

Der größte Treiber für die Suche nach einer neuen Stelle: Unzufriedenheit im Job. Sie erhöht die Wechselwilligkeit um das Siebenfache.

Was die Berufseinsteiger dabei am meisten vertreibt: mieser Führungsstil (40 Prozent), schlechtes Gehalt (27 Prozent), mangelnde Wertschätzung (24 Prozent).

Jobwechsel Unzufriedenheit Gruende

Laut Umfrage trifft das derzeit besonders auf die Branchen Transport, Logistik und Tourismus; Medien und Werbung; Consulting und Wirtschaftsprüfung sowie Banken und Versicherungen zu.

Allerdings: In jedem Job gibt es gute Tage und schlechte Tage. Das gehört zum Arbeitsleben dazu. Das heißt nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss – erst recht, wenn man ein Leistungsträger ist. Irgendwann reicht es einfach – und der Wunsch nach einem Jobwechsel wächst, wächst, wächst.

Den Arbeitsvertrag kündigen – das geht ganz einfach. So ein Kündigungsschreiben ist schnell formuliert, unterschrieben und abgegeben. Die Konsequenzen können aber weitreichender sein als manche Laune.

Daher haben wir eine kompakte Übersicht mit Pro- und Contra-Argumenten zum Jobwechsel gegenübergestellt, die Ihnen als Entscheidungshilfe dienen kann:

Gute Gründe für einen Jobwechsel

    Daumenhoch_t

  • Gesundheit

    Es gibt Jobs, die machen krank: Es herrscht Permastress, der Chef vergiftet die Atmosphäre, die Kollegen mobben. So etwas kann und sollte kein Mensch auf Dauer ertragen. Das Geld mag wichtig sein – die Gesundheit ist wichtiger.

  • Langeweile

    Gemeint ist weniger das angebliche Phänomen Boreout. Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wenn aber der Job keinerlei Herausforderungen bietet und Sie dort auch nichts mehr lernen oder erreichen können, wird es Zeit, den Job zu wechseln – intern oder extern.

  • Unerfüllbare Erwartungen

    Manche Unternehmen stellen Erwartungen, die trotz Engagement, Überstunden und Motivation nicht zu erfüllen sind. Das soll nicht heißen, dass Sie bei jeder schwierigen Aufgabe und Herausforderung über einen Jobwechsel nachdenken müssen. Lässt sich ein Chef hingegen langfristig nicht zufrieden stellen, weil er unrealistische Anforderungen und Erwartungen hat, kann ein Wechsel sinnvoll sein.

  • Stillstand

    Und zwar in jeder Hinsicht: Es fehlen sowohl Karriereperspektiven als auch finanzielle. Und der Laden entwickelt sich auch nicht weiter. Gut, Sie haben einen Job. Aber wie lange noch? Und wo bleibt da der Anreiz und Spaß?

  • Unsicherheit

    Zugegeben, kein Job ist heute noch sicher. Dafür verändern sich Märkte und Branchen zu schnell. Aber wenn Sie in Dauerangst um Ihre berufliche Existenz oder Zukunft leben, ist das nur noch kräftezehrend – und macht auf Dauer krank (siehe oben.)

  • Vetternwirtschaft

    Sie rackern sich jeden Tag und hören nicht mal ein „Danke“. Geringschätzung wäre schon so ein Grund zu gehen. Aber wenn das dann noch mit Günstlingswirtschaft zusammenfällt, ist das Maß voll.

Schlechte Gründe für einen Jobwechsel

    Daumenrunter_t

  • Frust

    Wir haben alle mal einen schlechten Tag im Job. Manchmal hält der Unmut auch ein paar Tage an. Aber das ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Frusttage gibt es auch in anderen Jobs und Unternehmen. Das Gesamtbild im Jahresverlauf ist entscheidend.

  • Kritik

    Okay, der Chef war mit Ihrer Leistung so gar nicht zufrieden und hat sie ordentlich gefaltet. Nicht die beste Art, sicher. Aber eher ein Grund zur Selbstreflexion, wo Sie sich verbessern können. Erst wenn die Kritik haltlos und chronisch wird, spricht das für einen Wechsel.

  • Fehler

    Und zwar ein richtig schwerwiegender. Sie haben es so richtig vermasselt, das kommt das Unternehmen teuer zu stehen. Die Scham ist groß, und es kann sein, dass man Sie dafür feuert. Klüger aber wäre die Haltung von IBM-Gründer Tom Watson: „Die Firma hat gerade mehrere Hunderttausend Euro in Ihre Ausbildung investiert. Warum sollte jemand anderes diese Erfahrung gratis bekommen?“ Also übernehmen Sie Verantwortung und lernen Sie daraus.

  • Chef

    Man sagt, Mitarbeiter kommen für Jobs und gehen wegen Chefs. Das stimmt – zum Teil. Denn mal ehrlich: Die wenigsten Chefs sind perfekt, wie wir auch. Aber auch Manager lassen sich managen – nur subtiler.

Wann es Zeit wird zu gehen: Das denken unsere Leser

Vor einiger Zeit haben wir unsere Leser gefragt, wann es Zeit wird, zu gehen. Hier einige Meinungen aus der Umfrage:

Wenn die Aufgaben oder die Kollegen oder der Chef nicht mehr auszuhalten sind. Sind zwei von drei in Ordnung, steigt die Verweildauer.

Wenn der Chef einfach nicht mehr zu ertragen ist!

Wenn einem die Arbeit keinen Spaß macht. Chefs kann man zur Not auch aussitzen, manchmal erledigt sich das „Problem“ von allein.

Wenn die Arbeit zum Job wird. Zumindest ist das der Zeitpunkt wo man über Veränderungen nachdenken sollte. Dies können auch Veränderungen beim aktuellen Arbeitgeber sein.

Wenn man Morgens keine Lust mehr zum aufstehen hat und hofft, dass der Tag schnell rumgeht…

1. Wenn man sich gerne in eine andere Richtung entwickeln möchte.
2. Wenn man feststellt, dass der eigene Tag nur noch aus Routinen besteht (in diesem Fall, kann man aber vielleicht auch selber etwas tun und muss nicht gleich die Stelle wechseln).
3. Wenn sich die Firma in eine Richtung entwickelt, die man nicht mit sich selbst vereinbaren kann.

1. Wenn man hofft, dass der Tag schnell umgeht, es aber nach drei gefühlten Ewigkeiten doch erst zwanzig Minuten (wenn überhaupt) später ist.
2. Wenn keine Feeback-Kultur existiert.Wenn Leistung nicht anerkannt wird.
3. Und wenn sich all dies in/mit der Firma nicht ändern lässt. Dann sollte es heißen: Abschiedszeit! (Oder man findet’s doch nicht schlimm genug)

Entscheidungshilfe für den Jobwechsel: Bleiben oder gehen?

Grundsätzlich sind Sie unzufrieden in Ihrer aktuellen Position, doch Sie sind sich unsicher, ob ein Jobwechsel der richtige Weg ist. Die folgenden Fragen, bieten Ihnen Anregungen, die die Entscheidung erleichtern könnten:

  • Ist das Problem möglicherweise nur temporär vorhanden?
  • Können Sie mit einem Kollegen oder einem Ihnen nahestehenden Menschen über die Situation sprechen und sich so Feedback einholen?
  • Sind Kollegen ebenfalls von dem Problem betroffen? Wenn ja, wie gehen diese damit um?
  • Kann ein Gespräch mit einem bestimmten Kollegen oder Ihrem Chef möglicherweise Besserung bringen?
  • Welche Risiken und Nachteile könnte eine Versetzung mit sich bringen?
  • Wie sehen Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus?
  • Ist Ihr Netzwerk für eine Jobsuche gut genug ausgebaut?
  • Steht Ihr Partner, Ihre Familie und Ihr Umfeld hinter Ihrer Entscheidung?
  • Haben Sie wirklich alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft?
  • Können Sie sich einen Wechsel finanziell leisten?

Selbsttest zum Jobwechsel

Sie sind noch immer unsicher? Zwar sind Sie unzufrieden und spielen mit dem Gedanken, den Job zu wechseln, aber genau wissen Sie es nicht? Dann machen Sie unseren kurzen Selbsttest. Die Fragen darin können Ihnen ebenfalls dabei helfen, klarer zu sehen und regen dazu an, sich intensiver mit der eigenen Situation auseinander zu setzen.

HIER geht’s zum Test.

Tipps: So gelingt der Jobwechsel

Sie haben sich Gedanken gemacht und festgestellt, dass Sie beruflich eine Veränderung brauchen. Dringend sogar. Nun gilt es, die nächsten Schritte vorzubereiten und alles dafür Notwendige in die Wege zu leiten. Eine kostenlose Checkliste für den Jobwechsel finden Sie hier als PDF zum Herunterladen .

Um die anstehende berufliche Veränderung zu meistern, sollten Sie den großen Berg an zunächst in kleinere Etappen aufteilen. Fragen Sie sich: Wo fange ich bloß an? Was sollte ich in welcher Reihenfolge erledigen? Diese Liste hilft Ihnen dabei, Ihren Jobwechsel systematisch anzugehen:

  • Ziele setzen

    Unabhängig von der Reihenfolge der folgenden Schritte sollten Sie doch mit diesem hier starten. Nutzen Sie Ihre Motivation, Energie und möglicherweise vorhanden Frustration um sich klare Ziele für Ihre weitere berufliche Entwicklung zu setzen. Was wollen Sie mit Ihrem Jobwechsel erreichen? Wo sehen Sie sich in einigen Jahren? Welche Perspektiven und Chancen spielen für Sie in Ihrer weiteren Entwicklung die größte und wichtigste Rolle? Beantworten Sie diese Fragen für sich und finden Sie positive Ziele, auf diese Sie gerne und motiviert hinarbeiten können. Nur so werden Sie auch dauerhaft dran bleiben.

  • Kriterien definieren

    Nach Ihren Zielen sollten Sie auch Kriterien für potenzielle Arbeitgeber definieren. Der Einfachheit halber können Sie damit beginnen, Ausschlusskriterien aufzustellen, die Sie – sollten Sie aus Frustration kündigen – vermutlich an Ihrem aktuellen Arbeitgeber ausrichten können. Es ist jedoch entscheidend, dass Sie auch positive Erwartungen und Kriterien für Ihre künftige Stelle definieren und diese für sich der Priorität nach ordnen. Nur so können Sie sinnvolle Kompromisse eingehen und Stellen wirklich beurteilen und einschätzen.

  • Rückhalt sichern

    Diesen Schritt vergessen leider viele Arbeitnehmer und bekommen die negativen Konsequenzen dieser Entscheidung dann im Verlauf ihrer Jobsuche zu spüren. Klären Sie vor Ihrer Kündigung und vor dem Bekanntwerden Ihres Jobwechsels mit den Ihnen nahestehenden Menschen, ob diese den Schritt und die damit verbundenen Konsequenzen mittragen und hinter Ihnen stehen. Im Idealfall werden Sie den moralischen und organisatorischen Rückhalt nie brauchen, in der Praxis vermutlich schon. Ohne die Unterstützung Ihres Umfelds wird ein Jobwechsel unnötig schwer.

  • Konsequenzen klären

    Machen Sie sich bewusst, welche Konsequenzen mit Ihrem geplanten Jobwechsel verbunden sein werden. Konzentrieren Sie sich dabei bitte nicht nur auf die positiven Aspekte, sondern befassen Sie sich auch mit den Nachteilen, möglichen Problemen und Hindernissen. Es geht dabei nicht darum, Ihre Motivation zu bremsen oder sich den Jobwechsel selbst auszureden. Doch Sie sollten Sie sich bewusst für den Schritt entscheiden und die möglichen Probleme von vornherein mit berücksichtigen. So vermeiden Sie ein späteres böses Erwachen.

  • Netzwerk aktivieren

    Haben Sie Ihre eigene mentale Vorbereitung und die Gespräche mit Ihrem engsten Umfeld abgeschlossen, sollten Sie Ihr Netzwerk aktivieren. Da Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekündigt haben – und Ihr Arbeitgeber vermutlich noch nichts von Ihren Jobwechselplänen weiß – sollten Sie hier zunächst selektiv vorgehen und im ersten Schritt nur Ihre engsten und verlässlichsten Netzwerkpartner ansprechen und über Ihren bevorstehenden Jobwechsel informieren. Die umfassende Kontaktaufnahme sollte dann erst nach erfolgter Kündigung und dem offiziellen Beginn Ihrer Jobsuche stattfinden.

  • Bewerbungsunterlagen aktualisieren

    Parallel oder anschließend dazu sollten Sie sich die Zeit nehmen und Ihre Bewerbungsunterlagen auf den aktuellen Stand bringen. Der dafür nötige Zeitaufwand ist völlig unterschiedlich und hängt nicht nur vom Zustand Ihrer Unterlagen, sondern auch vom Umfang Ihres geplanten Jobwechsels ab. Prüfen Sie bitte, ob Ihr bestehender Bewerbungsstil überhaupt noch zu Ihnen passt oder ob Sie sich seit der letzten Jobsuche deutlich verändert haben. Ist das der Fall, sollte sich diese Entwicklung natürlich auch in Ihren Bewerbungsunterlagen – und Bewerbungsfotos (!) – widerspiegeln.

  • Arbeitgeber recherchieren

    Die Recherche potenzieller Arbeitgeber haben wir ganz bewusst nach die Aktualisierung Ihrer Bewerbungsunterlagen und die erste Netzwerkarbeit gestellt. Viele Arbeitnehmer und Bewerber sabotieren ihre Suche nach passenden Arbeitgebern unbewusst selbst oder lassen sich zumindest nicht ganz darauf ein, solange die Voraussetzungen in Form passender Bewerbungsunterlagen nicht vorhanden sind. Aus Ihrem Netzwerk können zudem Vorschläge für Unternehmen kommen, die zu Ihren Kriterien passen und Ihnen damit viel Zeit sparen können. Eine eigene Recherche werden diese zwar nur selten ersetzen, dennoch bilden sie eine gute Grundlage für Ihre Suche.

  • Kommunikationskanäle klären

    Haben Sie potenzielle Arbeitgeber identifiziert, sollten Sie sich natürlich daran machen, diesen in den jeweils sinnvollen und aktiv genutzten Netzwerken zu folgen. Nehmen Sie sich für die Analyse des Kommunikationsverhaltens bitte ausreichend viel Zeit und gehen Sie diese gründlich an. Die Wahl der für jedes Unternehmen richtige Kommunikationskanäle ist nicht nur für den Erfolg Ihres Jobwechsels entscheiden, sondern kann Ihnen auch dabei helfen, viel Arbeit und Energie zu sparen und Ihre Kräfte und Zeit gezielt einzusetzen.

  • Kündigung planen

    Bei der Vorbereitung Ihrer Jobsuche sollten Sie die anstehende Kündigung nicht ganz aus den Augen verlieren. Auch diese sollten Sie aktiv vorbereiten und sich Gedanken über die optimale Gestaltung machen. Das beginnt bei der Formulierung des Kündigungsschreibens und reicht bis hin zum Inhalt des unvermeidlichen Kündigungsgesprächs mit dem Chef. Auch den Abschluss Ihrer Projekte und die Übergabe Ihrer Aufgaben an Kollegen und Nachfolger sollten Sie bei diesem Schritt mit bedenken und zumindest grob vorbereiten und planen. Nur mit einem sauberen Abschluss können Sie sich ganz auf Ihren Jobwechsel konzentrieren.

  • Timing optimieren

    Bleibt noch die Frage nach dem richtigen Timing für Ihre Kündigung. Dieses können Sie naturgemäß nicht nur an der Laune des Chefs und dem für ihn optimalen Zeitpunkt ausrichten, denn hier spielen natürlich auch Ihre Kündigungsfristen und eine möglicherweise bereits in Aussicht stehende Stelle eine Rolle. Aufhebungsverträge sind zwar möglich, doch um sicher planen zu können, sollten Sie von Ihren offiziellen Kündigungsfristen ausgehen und sich nicht auf das Entgegenkommen Ihres Chefs oder Arbeitgebers verlassen. So gut Ihr Verhältnis zu ihm auch sein mag, Sie können im Vorfeld nicht realistisch einschätzen, wie er auf Ihre Kündigung reagieren wird. Gehen Sie daher lieber auf Nummer sicher.

Wichtig ist zudem, dass Sie sich Gedanken darüber machen, wie sie Ihren Jobwechsel begründen und erklären. Im folgenden Video erfahren Sie, worauf es dabei ankommt:

Alternativen: Was tun, wenn Sie im Job bleiben?

Jobwechsel Fragen Gründe Entscheidungsfinden TippsNach reiflicher Überlegung sind Sie zu dem Schluss gekommen, dass es keine kluge Entscheidung wäre, in Ihrer aktuellen Situation den Job zu wechseln. Sich das einzugestehen, ist nicht unbedingt angenehm, denn der Frust im Job bleibt. Sie würden trotzdem gerne etwas verändern, wissen aber nicht genau was oder wie.

Diese Alternativen haben Sie:

  • Machen Sie eine Weiterbildung

    Investieren Sie in Ihre Zukunft. Zu Beginn können Sie mit Online- oder Volkshochschulkursen einsteigen, wenn Sie dann mehr Interesse entwickeln, können Sie sich immer noch nach Fern- und Abendstudiengängen oder Wochenendkursen umschauen. Sie erweitern Ihren Wissenshintergrund und eignen sich zusätzliche Qualifikationen an. Letztlich wird sich das auch auf Ihren Job auswirken. Es kann Ihnen neue Türen öffnen.

  • Suchen Sie sich einen Zweitjob

    Wer sich beispielsweise in einer anderen Branche umschauen will oder mit der Selbstständigkeit liebäugelt, kann mit der Nebenbeschäftigung einen ersten Test wagen. Damit nehmen Sie sich den Druck sofort von Ihrer neuen Tätigkeit leben zu müssen. Sie können in Ruhe ausprobieren, ob Ihre Pläne auch der Realität stand halten. Vergessen Sie jedoch nicht, nachzuschauen, ob in Ihrem Arbeitsvertrag Regelungen bezüglich Zweitjobs enthalten sind.

  • Üben Sie ein Ehrenamt aus

    Fehlt Ihnen im Job der Sinn? Würden Sie gerne etwas Gutes tun? Dann sollten Sie aktiv werden uns sich sozial engagieren. Sprechen Sie mit Ihren Arbeitskollegen und Ihrem Chef. Vielleicht haben diese auch das Bedürfnis und Sie können gemeinsam aktiv werden. Oder Sie suchen sich privat eine Möglichkeit sich zu engagieren, beispielsweise bei der Jugendarbeit im Sport, der Organisation einer Veranstaltung, der grafische Gestaltung der Gemeindezeitung oder ähnlichen Aufgaben.

  • Widmen Sie sich einem Hobby

    Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine lange vernachlässigte Aktivität wieder aufnehmen oder etwas völlig Neues lernen. Wichtig ist nur, dass Ihr Hobby die Lücke schließt, die Sie in Ihrem Job wahrnehmen. Das kann eine neue Sportart, ein neues Instrument, ein bestimmtes Wissensgebiet, die Arbeit im Garten oder ähnliches sein. Ihrer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

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[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]
6. Juni 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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