Kontakte aktivieren Freundschaft wiederbeleben
Stellen Sie sich vor: Nach zehn Jahren im Job ist die Luft raus. Oder der neue Chef entpuppt sich als Psychopath. Sie wollen nur noch weg. Blöderweise haben Sie es sich in den vergangenen Jahren gut eingerichtet, Ihre alten Kontakte sind eingeschlafen, Tipps, wo Sie sich vielleicht nach einer neuen Stelle umschauen könnten - Fehlanzeige. Das muss nicht sein. Damit Sie im Ernstfall auf ein Netzwerk zurückgreifen können, zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Kontakte aktivieren...

Kontakte aktivieren: Netzwerken für Anfänger

Kontakte aktivieren netzwerken JobWas genau ist mit Kontakte aktivieren und netzwerken gemeint? Wir verstehen darunter den Aufbau und die Pflege von Kontakten zum Zwecke der Erweiterung.

Netzwerken ist ein Prozess, aus dem sich verschiedene Vorteile ergeben können. Das bedeutet aber auch, dass man sich regelmäßig mit den Leuten in seinem Netzwerk austauscht, sich informiert und gegenseitig unterstützt. Das bedeutet Arbeit.

Viele Menschen bauen in der Schule, im Studium, auf der Arbeit und im Verein verschiedene Netzwerke auf. Dann zieht man in eine andere Stadt, im Job läuft alles gut und irgendwie schlafen die alten Kontakte ein.

Wenn es darum geht, seinen beruflichen Erfolg voranzutreiben, kommt man mit Stellenanzeigen allein nicht weiter. Sie brauchen ein Netzwerk von Menschen, die für Sie als Inspirationsquelle, Ideengeber oder gar als Mentoren fungieren.

Allerdings mag niemand das Gefühl, ausgenutzt zu werden. Daher sollte das Netzwerk stehen, bevor Sie es brauchen. Oder anders ausgedrückt:

Man baut Netzwerke, wenn man sie nicht braucht, um davon zu profitieren, wenn man sie braucht.

Man sagt, dass etwa 40 Prozent aller Jobs durch persönliche Beziehungen zustande kommen. Grund genug, das eigene Netzwerk wieder auf Vordermann zu bringen - nicht umsonst spricht man auch von Vitamin B.

Wer es sich allerdings in seinem Job bequem eingerichtet und alte Bekanntschaften vernachlässigt hat, wird lediglich über ein Netzwerk von engen Freunden, Familie und Kollegen verfügen. Hier liegt die Gefahr: Die Leute aus Ihrem unmittelbaren Dunstkreis teilen mit Ihnen überwiegend dieselben Kontakte und Sichtweisen.

Wertvoll und ungleich effektiver sind jedoch solche Kontakte, die beispielsweise nicht direkt, sondern über eine dritte Person bestehen: Denn der eigene Wirkungsradius erweitert sich durch unterschiedliche Sichtweisen und Peergroups.

Kontakte aktivieren: Strategisch vorgehen

Es geht also kein Weg daran vorbei: Sie können sich durch konsequentes Netzwerken neue Kontakte erarbeiten, nur es wäre dumm, die alten ungenutzt zu lassen.

Aber es gibt noch andere Fallstricke, die Sie umgehen sollten, wenn Sie Ihre Kontakte aktivieren. Machen Sie sich vorab einige Gedanken und sondieren Sie: Wen kennen Sie? Wer hat Kontakte zu den Bereichen, die für Sie von Interesse sind?

Bei wem ist der Kontakt leicht zu aktivieren, bei wem deutlich schwerer, weil Sie keine Kontaktdaten mehr haben? In Zeiten sozialer Netzwerke sind viele Menschen Leute über Facebook, oder auch berufliche Plattformen wie Xing und Linkedin verbunden.

Wie gut Sie mit jemanden bekannt oder vielleicht sogar befreundet waren, sollte sich nach Möglichkeit auch bei Ihrer Kontaktaufnahme widerspiegeln. Die Mehrheit der Networker greift zum Telefon beziehungsweise schreibt eine Mail, um einen Kontakt zu aktivieren.

Das wirkt wesentlich persönlicher und verbindlicher und zeigt, dass der Anrufende/Schreibende sich im Vorfeld Gedanken gemacht hat. Und in der Tat sollten Sie diese vier Punkte für sich klar haben:

  • Ziel kennen

    Sie müssen sich vorab darüber im Klaren sein, was Sie mit einer Kontaktaufnahme verbinden - geht es Ihnen darum, in alten Erinnerungen zu schwelgen, erhoffen Sie sich konkret von diesem Bekannten Hilfe oder eher über ihn? Nur wer seine Ziele bestimmt hat, kann diese auch entsprechend klar und authentisch vermitteln.

  • Qualität bevorzugen

    Sie sollten planvoll vorgehen. Wahllos einfach jeden alten Kontakt zu aktiveren kostet unter Umständen mehr Zeit, als es nötig wäre und bringt Sie nicht weiter. Denn nur wenn Sie den anderen gut genug kennen und er Sie, kann man jemanden guten Gewissens weiterempfehlen.

  • Leistung anbieten

    Eine Gefahr ist, wenn Sie zu spät Ihre Kontakte aktivieren: Sich nach langer Zeit vor dem Hintergrund der Jobsuche an Ihre alten Bekannten zu wenden, könnte unter Umständen übel aufstoßen. Sie sollten daher erstmal Ihre Hilfe anbieten, Informationen bereithalten, aber nicht gleich eine Gegenleistung erwarten.

  • Kontakt halten

    Sie sollten denselben Fehler kein zweites Mal begehen. Gut zu netzwerken heißt eben auch, Zeit zu investieren. Das geht nicht mal eben nebenbei. Aber wichtiger als die tägliche Kontaktaufnahme ist vor allem, dass Sie kontinuierlich Kontakt halten. Ist der Kontakt erst einmal wieder hergestellt, kann es auch eine Whatsapp-Nachricht hier, eine Karte zum Geburtstag dort sein.

Kontakte aktivieren: So kann es gehen

Auch wenn es vielleicht etwas Überwindung kostet: Wenn Sie sich über Ihre Ziele im Klaren sind und die Kontaktdaten in Erfahrung bringen konnten, sollten Sie kurz durchrufen und nach Möglichkeit ein Treffen vereinbaren. Im persönlichen Kontakt haben Sie immer die Möglichkeit, Ihr Gegenüber über Mimik und Gestik einzuschätzen. Im rein schriftlichen Kontakt kann diese Note zu kurz kommen.

Wenn die Distanz im Laufe der Jahre größer geworden ist, könnte man sich beispielsweise auf einen Ort in der Mitte als Kompromiss einigen.

Ihr großer Vorteil: Sie haben bereits Anknüpfungspunkte aus der Vergangenheit. Seien es gemeinsame Erfahrungen aus der Schule, dem Verein oder Ähnliches. Mit alten Anekdoten lässt sich eine Vertrautheit herstellen, die beim Netzwerken mit fremden Personen üblicherweise länger dauert.

Allerdings sollten Sie dabei berücksichtigen, wieviel Zeit seit Ihrem letzten Treffen vergangen ist: Handelt es sich um Jahre, ist zunächst lieber Zurückhaltung bei traditionell polarisierenden Themen gefragt. Wer sich lange Zeit nicht gesehen hat, dem ist möglicherweise eine Entwicklung entgangen.

Interessen ändern sich, auch Ansichten zu Politik, Geld, Religion oder Partnerschaft können anders sein. Hier gilt es sich vorsichtig heranzutasten und erneutes Vertrauen aufzubauen. Am ehesten gelingt das durch Fragen. Zeigen Sie ehrliches Interesse. Wer sich nicht sicher ist, kann sein Gegenüber bitten, von sich zu berichten:

  • Wie geht es deiner Familie?
  • Welche Bücher/ Filme/ Musik findest du spannend?
  • Welche Dinge beschäftigen dich momentan?
  • Was macht der Job?
  • Worin findest du Entspannung?

Fragen sind auch eine gute Gelegenheit für Redefaule, den anderen aus der Reserve zu locken - viele Menschen berichten ganz gerne über sich. Andernfalls können Sie mit ein paar Floskeln über das Wetter so lange über Wasser halten, bis die erste Schüchternheit überwunden ist.

Sie sollten vor allem bei einem ersten Treffen die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Dieses Treffen gilt gewissermaßen einem ersten Beschnuppern, ähnlich wie bei Fremden, nur mit dem Unterschied, dass man jetzt abschätzt, ob die "Koordinaten" gewissermaßen noch dieselben sind wie früher oder sich geändert haben.

Wenn beide Parteien merken, dass es eine gemeinsame Basis in Form von Werten, Interessen oder vielleicht auch Nostalgie gibt, und beide an einem Fortbestehen interessiert sind, dann ist das die Möglichkeit, den Kontakt weiter zu pflegen.

Der oben angesprochene vierte Punkt erfordert Ihren Willen, den Kontakt zu halten. Dafür sind nicht immer ausgedehnte Treffen notwendig - Sie können das vielleicht auch mit einer gemeinsamen Mittagpause, Joggen im Park oder einem Kinobesuch verbinden. Wichtig ist: Kontakte aktiveren geht über neue Erlebnisse mit alten Freunden und das Interesse am Gegenüber.

[Bildnachweis: Studio Intra by Shutterstock.com]

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