Aller Anfang ist schwer, so auch häufig für Berufseinsteiger. Wer eine Ausbildung oder ein Studium absolviert hat, wurde jahrelang auf den Arbeitsmarkt vorbereitet - zumindest fachlich. Aber der eigentliche Bewerbungsprozess ist den meisten neu. Viele haben hohe Erwartungen, weil sie sich frisch ausgebildet gut gewappnet für den Arbeitsmarkt fühlen. Und stoßen dann auf Stellenanzeigen, die sich ausschließlich an Bewerber mit Berufserfahrung richten. Das kann demotivierend sein, sollte Sie aber nicht zurückhalten. Wir geben Ihnen hier Tipps, wie der Einstieg in einen Job gelingt...

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Berufseinsteiger Definition: Wer gilt als Berufsanfänger?

Berufseinsteiger Definition Tipps Jobs für nach Ausbildung nach StudiumDie Antwort darauf, wer als Berufseinsteiger gilt, scheint klar: Jemand, der zuvor diesen Beruf noch nicht ausgeübt hat. Damit kommen allerdings zwei Gruppen auf den Arbeitsmarkt:

  • Absolventen

    Personen, die kürzlich ihre Ausbildung oder ihr Studium beendet haben und nun den ersten Arbeitsvertrag für einen Job unterschreiben. Sie bilden die größte Gruppe der Berufseinsteiger.

  • Quereinsteiger

    Wer bereits länger im Berufsleben steht, jedoch eine Umschulung oder Weiterbildung gemacht hat, ist ebenfalls Berufseinsteiger. Er fängt zumindest in diesem neuen Bereich ebenfalls bei Null an.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass eine fertige Ausbildung oder ein fertiges Studium nicht bedeutet, dass Sie ausgelernt haben. In einer Zeit, in der sich Berufsbilder schnell ändern, gilt lebenslanges Lernen. Von Ihnen wird daher auch zukünftig erwartet werden, dass Sie bereit sind sich neues Wissen anzueignen.

Viele Bewerber planen den Direkteinstieg nach ihrem Ausbildungsende, dabei ist das nur ein möglicher Weg. Das ist zwar der klassische Berufseinstieg, aber längst nicht der einzig mögliche. Als Berufseinsteiger können Sie ebenso im Job Fuß fassen durch...

  • ein Praktikum

    Während oder nach dem Studium schnuppern Sie durch ein Praktikum in den Job hinein und gewinnen einen Überblick darüber, welche Anforderungen es gibt. Gleichzeitig lernen Sie die Unternehmensstruktur kennen und können einschätzen, ob Ihnen der Ort und die Tätigkeit liegen. Wer sich hier bewährt, bleibt in guter Erinnerung und kann nach dem Studium so seine erste Stelle antreten.

  • eine Werkstudententätigkeit

    Bereits während des Studiums sind Sie in einem Unternehmen tätig, ganz ähnlich wie in einem Praktikum. Der Vorteil ist, dass Sie das theoretisch Gelernte bei dieser Arbeit bereits anwenden können. Idealerweise ergibt sich aus Ihrer Tätigkeit die Möglichkeit, Ihre Abschlussarbeit dort zu schreiben. So sind Sie dem Unternehmen bereits mit Ihren Ergebnissen eine wertvolle Unterstützung. Mancher Arbeitgeber winkt bereits mit einem Arbeitsvertrag für die Zeit nach dem Studium.

  • ein Traineeprogramm

    Das Traineeprogramm gehört zwar einerseits auch zum Direkteinstieg, andererseits erhalten ein Drittel der Berufseinsteiger hier einen befristeten Arbeitsvertrag.

Das Permission Paradox bei Berufseinsteigern

Generell sind die Aussichten derzeit auf dem Arbeitsmarkt sehr gut. In Deutschland ist die Jugendarbeitslosigkeit bei rund fünf Prozent. Sie gehört damit zu den niedrigsten im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie etwa Spanien oder Griechenland. Auch für Berufseinsteiger aus den Hochschulen sieht es (abhängig vom Studienfach) sehr gut aus.

Dennoch: Die eierlegende Wollmilchsau - das wollen offenbar einige Arbeitgeber: Fertig studiert mit 25 Jahren, am besten zuvor noch eine Ausbildung ("wegen der Praxisnähe"), drei Fremdsprachen fließend sprechen (natürlich mit Auslandsaufenthalt) und am besten fünf Jahre Berufserfahrung. Wie das gehen soll, weiß keiner.

Und wenn jemand schon überdurchschnittlich schnell sein Studium absolviert, dann wird die mangelnde Lebenserfahrung moniert. Als Berufseinsteiger hat man es nicht leicht. Umfragen zufolge wollen 67 Prozent aller Arbeitgeber einen Bewerber mit Berufserfahrung. Woher die kommen soll, wenn kein Arbeitgeber einen einstellt, ist eine andere Frage.

Es handelt sich hier um das sogenannte Permission Paradox: Am liebsten nur Berufseinsteiger mit Berufserfahrung, aber bitte schön vermitteln soll diese ein anderer. Aber es gibt tatsächlich einige Dinge, die Sie tun können, um als Berufseinsteiger Berufserfahrung vorzuweisen.

Berufseinsteiger: Tipps für die Bewerbungsphase

Die Anforderungen in Stellenanzeigen sind oftmals erschreckend und kaum zu erfüllen. Genau das sollten sich Berufseinsteiger allerdings auch bewusst machen: Unternehmen suchen immer das Maximum - ob sich das erfüllen lässt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Natürlich müssen Sie schon zwischen den Muss- und den Kann-Anforderungen unterscheiden: Sich auf eine Pilotenstelle zu bewerben, wenn Sie vom Fliegen keine Ahnung haben, wäre ziemlich sinnlos. Aber Anforderungen mit Formulierungen wie "wäre wünschenswert" und dergleichen sollten Sie nicht weiter abschrecken.

Entscheidend ist vielmehr, welche Berufserfahrung verlangt wird:

  • Erste Kenntnisse

    Sie fangen nicht bei Null an. Halten Sie sich vor Augen, dass niemand völlig ohne Berufserfahrung ist. Sie haben Hobbys, sind vielleicht ehrenamtlich tätig, haben im Rahmen Ihres Studiums Praktika absolviert, womöglich Auslandserfahrung gesammelt, als Werkstudent oder in einem Nebenjob gearbeitet: Das heißt, Sie haben Unternehmen von innen kennengelernt, haben Praxiserfahrung mit Vorgesetzten und Kollegen gesammelt. Sie sind nicht nur ein Bücherwurm, der vom realen Leben draußen keine Ahnung hat.

  • Einschlägige Kenntnisse

    Erwartet ein Unternehmen einschlägige Kenntnisse, dann sollten sich vorrangig Berufseinsteiger dort bewerben, die in dieser Branche bereits Erfahrungen gesammelt haben - sei es durch eine Tätigkeit als Werkstudent oder im Praktikum. Der Arbeitgeber wird hier relevante Arbeitserfahrung aus genau dem Bereich erwarten und sich nicht mit langen Einarbeitungsphasen aufhalten wollen.

  • Fundierte Kenntnisse

    Gleiches gilt umso mehr für Stellen, die fundierte Kenntnisse von jemanden erwarten. Berufseinsteiger sind hier nahezu chancenlos, da fundierte Berufserfahrung nur durch jahrelange Tätigkeit in exakt dem Bereich zu erwerben ist. Berufserfahrungen aus einem anderen Bereich nützen in diesem Fall recht wenig, wenn die geforderten Kenntnisse für diese Stelle nicht abgedeckt werden.

Berufseinsteiger: Tipps vor der Jobsuche

Die Idealvorstellung sieht vermutlich so aus: Es wird die Ausbildung respektive das Studium erfolgreich abgeschlossen, dann ein paar Bewerbungen verschickt und nach einem Vorstellungsgespräch winkt der erste Job. Schön, aber häufig unrealistisch. In Wirklichkeit kann es gerade bei Hochschulabsolventen bis zu einem Jahr dauern, bis der Berufseinstieg gelingt.

Der erfolgreiche Einstieg in den Job hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen davon, welche Fächer Sie studiert haben, zum anderen wie flexibel der Berufseinsteiger ist. Und natürlich, wie Sie sich vorbereitet haben. Gerade für Geisteswissenschaftler ist es oftmals schwierig, da das Studium nicht für den einen bestimmten Beruf qualifiziert.

Daher ist es von großer Wichtigkeit, sich vor Studierende mit der Jobsuche auseinanderzusetzen. Viele Studierenden vergessen, dass sie eine Vielzahl an Qualifikationen erworben haben, die sehr wohl für viele Branchen vorteilhaft sind - etwa Organisationsfähigkeiten oder Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

  • Erfahrung sammeln

    Gerade bei wirtschaftsfernen Studiengängen ist es sinnvoll, sich die nötige Praxisnähe durch Praktika, Studentenjobs oder noch besser: Werkstudentenjobs zu holen. So können Sie feststellen, was Ihnen im Beruf Spaß macht.

  • Stärken erkennen

    Sich die eigenen Stärken bewusst zu machen, hilft Berufseinsteigern aus geisteswissenschaftlichen Bereichen bei der Identifikation der potenziellen Stellen. Dennoch müssen die Muss-Anforderungen natürlich bedient werden können.

  • Career Service nutzen

    Bereits vor Studienende sollten Sie die Beratungs- und Informationsangebote des Career Services in Anspruch nehmen. Sie sind das Bindeglied zwischen Universität und Arbeitsmarkt und haben oftmals Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern. Darüber hinaus sind sie hilfreich beim Bewerbungstraining und können Fragen zum Arbeitsvertrag oder zur Gehaltsverhandlung beantworten.

  • Karriere-Events besuchen

    Jobmessen sind die ideale Gelegenheit, mit dem Wunscharbeitgeber in Kontakt zu kommen. Dort können Sie sich nicht nur über das Unternehmen informieren, sondern mit der richtigen Vorbereitung sich selbst als interessanten Bewerber präsentieren.

  • Netzwerk ausbauen

    Bauen Sie rechtzeitig Ihr Netzwerk aus. Alumni-Programme können hier ebenfalls hilfreich sein. Allerdings sollten Sie es vermeiden, dort offensiv um Gefälligkeiten zu bitten. Kontaktpflege steht immer an erster Stelle; ein Job, der sich daraus ergibt, ist das Sahnehäubchen oben drauf.

Berufseinsteiger: Tipps für den ersten Tag

Wer neu in ein Unternehmen kommt, bittet um Einlass in ein festes Gefüge. Manche Kollegen kennen sich vielleicht schon seit Jahren, sind ein eingespieltes Team. Sie als Neuling können die ganzen unsichtbaren Teamregeln nicht kennen.

Dennoch gibt es einige Fettnäpfchen, die Sie mühelos vermeiden können. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie sich Ihre Karrierechancen nicht gleich zu Beginn verbauen:

  • Erwartungshaltung

    Überprüfen Sie Ihre Erwartungshaltung. Manche erste Tage laufen in einem Unternehmen recht chaotisch ab; da wird der Neuling einem Mitarbeiter zugeteilt, der eigentlich auch gerade eine Zeit für die Einarbeitung hat. Nehmen Sie es nicht persönlich, versuchen Sie das Beste daraus zu machen. Erwarten Sie jedenfalls nicht, dass sich alles nur um Sie dreht.

  • Zurückhaltung

    Das gilt auch für Unterhaltungen auf der Arbeit. So lange Sie die Kollegen noch nicht kennen, empfiehlt es sich lieber ein wenig zurückhaltender zu sein. Stellen Sie sich vor und seien Sie freundlich, aber meiden Sie Klatsch und Tratsch. Wählen Sie lieber unverfängliche Themen wie über das Wetter, Rezepte oder Sportereignisse.

  • Loyalität

    Lästern vergiftet die Arbeitsatmosphäre. Und wesentlich riskanter ist es, wenn ein Berufseinsteiger sich über seinen Chef auslässt. Loyalität ist die oberste Regel, auch wenn einem nicht alle Entscheidungen passen. Vorsicht ist auch beim anderen Extrem geboten: Wer sich beim Chef anbiedert, ist bei den Kollegen als Schleimer verschrien.

  • Besserwisserei

    Mancher Berufseinsteiger denkt, er könne von jetzt auf gleich den Betrieb revolutionieren, weil er Hindernisse im Ablauf erkennt. Natürlich ist es nicht leicht, wenn Kollegen mit einer "Das haben wir schon immer so gemacht"-Attitüde aufwarten. Gleichzeitig sollte ein Neuling sich in Bescheidenheit üben und nicht allen ungefragt sein Wissen aufdrängen. Stellen Sie sich stattdessen darauf ein, dass nicht alles sich um Sie und Ihre Erkenntnisse dreht.

  • Teamspirit

    Um sich persönlich einzubringen, sollten Sie unbedingt an gemeinsamen Veranstaltungen teilnehmen. Im Berufsalltag gilt: gehen Sie mit den Kollegen gemeinsam zum Mittagessen. Das stärkt das Zugehörigkeitsgefühl und Sie sind nicht vom Informationsfluss abgeschnitten, wenn es beispielsweise um interne Themen geht.

  • Verhalten

    Beobachten Sie Ihre Kollegen: Wie verhalten Sie sich, wie kleiden Sie sich? Ein nicht beachteter Dresscode kann bereits dazu führen, dass Berufseinsteiger sich unfreiwillig selbst ausgrenzen. Passen Sie sich an und greifen Sie dabei anfangs lieber zu formeller Kleidung als dass Sie zu leger gekleidet sind.

  • Sozialkompetenz

    Mancher Berufsteinsteiger fühlt sich vielleicht auf der sicheren Seite, da er als frischer Absolvent über die neusten Entwicklungen in der Branche gut informiert ist. Allerdings ist es nicht unbedingt Fachwissen, was über Ihre Beliebtheit entscheidet. Im Arbeitsleben sind auch soziale Kompetenzen wie Empathie, Kompromissbereitschaft und Konfliktlösungsfähigkeit gefragt.

[Bildnachweis: Poznyakov by Shutterstock.com]

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