Bewerbungsphase: Tipps für das Selbst- und Zeitmanagement

Die Bewerbungsphase wird oftmals unterschätzt. Es müssen ja nur ein paar Bewerbungen geschrieben und verschickt werden, das mach ich nebenbei… Wer mit einer solchen Einstellung an die Jobsuche herangeht, sollte sich nicht wundern oder gar beschweren, wenn der Erfolg ausbleibt und stattdessen in der Bewerbungsphase rein gar nichts funktioniert. Schließlich müssen viele unterschiedliche Aufgaben erledigt und aufeinander abgestimmt werden, gleichzeitig wollen aber auch andere Bereiche nicht in Vergessenheit geraten. Was es braucht, ist ein gutes Selbst- und Zeitmanagement in der Bewerbungsphase. Leider tun sich viele Bewerber genau damit schwer. Wir erklären, um was Sie sich in der Bewerbungsphase alles kümmern müssen, wie viel Zeit dies in Anspruch nimmt und wie Sie Ihr Selbst- und Zeitmanagement in dieser Phase verbessern können…

Bewerbungsphase: Tipps für das Selbst- und Zeitmanagement

Bewerbungsphase: Darum ist Selbst- und Zeitmanagement so wichtig

Auf die Frage, worauf während einer Bewerbungsphase geachtet wird, antworten wohl nur die allerwenigsten Jobsuchenden mit einem durchdachten und funktionierenden Selbst- und Zeitmanagement. Stattdessen gibt es die Klassiker von Anschreiben verfassen und Lebenslauf erstellen.

Was dabei übersehen wird: Das Selbstmanagement in der Bewerbungsphase ist eine übergeordnete Funktion. Es sorgt dafür, dass alle anderen Aufgaben aufeinander abgestimmt und erfolgreich umgesetzt werden. Wenn Sie sich um eine sinnvolle Organisation kümmern, bleibt also nichts anderes liegen – sie schaffen damit die Voraussetzungen, für eine durchdachte und letztlich von Erfolg gekrönte Bewerbungsphase.

Eine klare Struktur hilft auch dabei, die größten Ängste und Schwierigkeiten der Bewerbungsphase zu überwinden. So kann es schon eine Überwindung sein, Bewerbungsunterlagen zu erstellen und zu verschicken. Dahinter steht oftmals die Angst vor Ablehnung und auch die Befürchtung, möglicherweise endgültig Abschied von einem Traumjob nehmen zu müssen.

Hinzu kommt, dass in einer lang andauernden Bewerbungsphase die Motivation an ihre Grenzen kommt. Statt aus Freude auf Neues besteht die Suche nur noch aus Frust. Es wird zunehmend schwerer, die Energie und Lust aufzubringen, weitere Unterlagen einzureichen. Mit einer guten Organisation können Sie in dieser Phase am Ball bleiben und Ihre Motivation aufrecht erhalten.

Was in der Bewerbungsphase alles zu erledigen ist

Bewerbungsphase Zeitmanagement Angst bewerben Organisation BewerbungszeitEin paar Bewerbungen erstellen – wofür sollte es dabei schon eine zeitliche Struktur und Selbstmanagement brauchen? Leider ist dies eine verbreitete Einstellung, die Bewerbern immer wieder zum Verhängnis wird. Eine Bewerbungsphase besteht aus vielen Bereichen, die eine Menge Zeit und Energie benötigen. Außerdem müssen diese natürlich koordiniert werden. Was bringt es, Dokumente zu erstellen, wenn Sie noch nicht einmal wissen, wo Sie sich bewerben wollen?

Der Weg zu einem neuen Job besteht aus vielen kleinen Schritten, die alle zur Bewerbungsphase gehören:

  • Analyse und Entscheidung

    Der Beginn jeder Bewerbungsphase ist die Überlegung, welche Jobs überhaupt in Betracht kommen. Dabei geht es natürlich um den konkreten Beruf, aber auch um die Art des Unternehmens oder auch den Standort, an dem Sie sich bewerben wollen. Erst nachdem solch wichtige Entscheidungen getroffen wurden, können die nächsten Aufgaben angegangen werden.

  • Suche und Information

    Potenzielle Arbeitgeber ausfindig machen, freie Stellen suchen, die den eigenen Vorstellungen entsprechen und die zugehörige Recherche nach Informationen – eine oftmals sehr zeitintensiver Abschnitt der Bewerbungsphase.

  • Kontaktaufnahme

    Noch bevor es daran geht, Bewerbungsunterlagen zu erstellen, kann ein erster Kontakt zum Unternehmen aufgenommen werden. Telefonisch oder per Mail können erste Fragen geklärt und das eigene Interesse an der Position bekundet werden.

  • Bewerbung erstellen und verschicken

    Anschließend geht es daran, ein Bewerbungsschreiben zu verfassen, den Lebenslauf zu erstellen, anzupassen und zu aktualisieren, möglicherweise noch Arbeitsproben beizufügen oder andere erforderliche Dokumente an die Unterlagen zu heften.

  • Vorstellungsgespräche und Assessment Center

    Auch die Termine für ein Vorstellungsgespräch oder ein manchmal mehrtägiges Assessment Center gehören zur Bewerbungsphase.

  • Rückblick und Verbesserung

    Eine einzelne Bewerbung führt leider nur in absoluten Ausnahmefällen zum neuen Job. In der Regel heißt es: Aus dem Fehlschlag lernen, schauen, was verbessert werden kann und das Wissen für die nächste Bewerbung nutzen, die hoffentlich zu mehr Erfolg führt.

Es kann mehrere Tage dauern, bis eine Bewerbung verschickt wird, die Recherche kann sogar mehrere Wochen dauern, wenn die Situation auf dem Arbeitsmarkt in einer bestimmten Branche gerade schlecht ist. Fehlt es an Disziplin und Struktur, verzögert sich alles noch viel länger.

Zudem sollte nicht vergessen werden, dass die Zeit knapp bemessen ist. Die Jobsuche geschieht längst nicht immer aus der Arbeitslosigkeit heraus. Oftmals besteht noch eine Beschäftigung, in der acht Stunden täglich gearbeitet wird. Wer sich all das vor Augen hält, kann leichter nachvollziehen, wieso Selbst- und Zeitmanagement in der Bewerbungsphase eine solch große Rolle spielen.

Tipps zum Selbst- und Zeitmanagement in der Bewerbungsphase

Ein besseres Selbst- und Zeitmanagement in der Bewerbungsphase lässt sich glücklicherweise lernen. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, besser durch Ihre nächste Bewerbungsphase zu kommen und mit mehr Struktur und Disziplin an die Jobsuche heranzugehen:

  • Legen Sie klare Zeiten fest

    Dies gilt in einer Bewerbungsphase gleich doppelt: Zum einen kann es Ihnen helfen, wenn Sie für jede Aufgabe einen festen Zeitraum oder auch Tag einplanen. Beispielsweise montags und dienstags suchen Sie nach Stellenangeboten, den Mittwochen nutzen Sie, um mit Personalern zu telefonieren, während Sie donnerstags und freitags an Ihren Bewerbungsunterlagen arbeiten, damit diese am Samstag verschickt werden können.

    Zusätzlich gelten in der Bewerbungsphase klare Deadlines in Form von Bewerbungsfristen. Diese müssen unbedingt eingehalten werden, um nicht gleich die Chance auf einen neuen Job zu verspielen.

  • Achten Sie auf die Ordnung

    Nein, hier geht es nicht darum, dass Sie penibel aufräumen müssen. Vielmehr geht es darum, den Überblick zu behalten. Was steht als nächstes an? Woran müssen Sie unbedingt denken? Was haben Sie auf der anderen Seite schon erledigt? Entwickeln Sie ein System, um Ihre persönliche Ordnung und Struktur beizubehalten. Das wird umso wichtiger, wenn Sie zehn oder zwanzig Bewerbungen verschickt haben und den Überblick behalten wollen.

  • Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen

    Mit einer Gehirnhälfte nach neuen Stellenangeboten Ausschau halten, mit der anderen schon einmal die Bewerbung formulieren. Gleichzeitig noch daran denken, dem Personaler ein Dankschreiben zu schicken und sich schon einmal auf das anstehende Vorstellungsgespräch vorbereiten. Multitasking klingt immer sehr beeindruckend – doch es klappt schlichtweg nicht.

    Gerade in der Bewerbungsphase sollten Sie sich den Aufgaben Schritt für Schritt nach einander zuwenden. Das vermeidet Fehler, sorgt für schnelleres und effizienteres Arbeiten und verbessert das Zeitmanagement.

  • Halten Sie sich an Prioritäten

    In einer Bewerbungsphase scheint alles wichtig zu sein, von der Recherche bis zur fertigen Bewerbung kommt es schließlich auf jede Kleinigkeit an. Dennoch sollten Sie Prioritäten setzen und lernen, Ihre Aufmerksamkeit und Zeit entsprechend einzusetzen.

    Wichtig ist auch, zwischen dringlichen und weniger dringlichen Aufgaben zu unterscheiden. Ein Beispiel: Es ist natürlich gleichermaßen wichtig, nach weiteren Stellen zu suchen und eine bereits fertige Bewerbung abzuschicken. Naht das Ende der Bewerbungsfrist, ist jedoch schnell klar, um was Sie sich zuerst kümmern sollten, damit die Bewerbungsunterlagen nicht auf Ihrem Schreibtisch liegen bleiben, sondern rechtzeitig im Postfach des Personalers landen.

  • Gönnen Sie sich auch mal eine Pause

    Das mag zunächst widersprüchlich klingen, doch tatsächlich sollten Sie in Ihrer Bewerbungsphase regelmäßige Pausen einplanen. Lassen Sie die Jobsuche für einen Tag ruhen, gehen Sie einem Hobby nach oder verbringen Sie die Freizeit ganz nach Ihren Wünschen.

    Schon kleine Auszeiten können dabei helfen, die restliche Zeit mit mehr Motivation und Disziplin zu arbeiten. So verhindern Sie Bewerbungsfrust und bleiben selbst bei langwierigen und anstrengenden Bewerbungsphasen motiviert.

[Bildnachweis: F8 studio by Shutterstock.com]

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30. Juli 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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