Bewerbungsflyer: Kandidatenkick für Jobmessen

Sie sind der ideale Begleiter für Job- und Karrieremessen: sogenannte Bewerbungsflyer. Dabei handelt es sich in der Regel um ein klassisches DIN-A4 Blatt, das im Querformat beidseitig bedruckt und im Leporello-Format gefaltet wird, so dass durch die Knicke drei Segmente entstehen. Genau genommen sind es sogar sechs mit Vorder- und Rückseite zusammen. Diese Flyer wirken zunächst einmal ungewöhnlich, damit aber zugleich auffällig, und sie sind im Vergleich zu Visitenkarten die inhaltlich substanziellere Alternative, um bei Personalern Interesse zu wecken…

Bewerbungsflyer: Kandidatenkick für Jobmessen

Bewerbungsflyer: Die Alternative zur Bewerbungsmappe

Wann kommen solche Bewerbungsflyer zum Einsatz?

Natürlich eignet sich die Form nicht für alle Branchen und Berufe. In konservativen Branchen dürften Bewerber mit einem solchen Bewerbungsflyer eher Stirnrunzeln ernten. Vor allem wenn dieser nicht hochwertig genug gestaltet und gedruckt ist.

Aber stellen Sie sich folgende Situation vor:

Sie sind auf einer Firmenkontaktmesse und haben im Vorfeld ein paar Termine mit wichtigen Unternehmen gemacht. Für diese haben Sie entsprechende Bewerbungsmappen oder Kurzbewerbungen vorbereitet. Nur schleppen Sie nicht gerade 20 Bewerbungsmappen mit sich herum, falls Sie zufällig noch ein anderes Unternehmen und dessen Recruiter kennenlernen. Zumal diese dann auch nicht individualisiert wären.

Genau hier kommen die Bewerbungsflyer ins Spiel…

Sie sind kein Ersatz für eine klassische Bewerbung, aber sie fassen Ihren Lebenslauf als eine Art Leistungsprofil zusammen und geben dem Empfänger in kompakter Form alle Informationen, die dieser benötigt, um sich ein grobes Bild von Ihnen zu machen und sein Interesse zu wecken.

Tipps für Jobmessen

Tipps für Jobmessen: Bewerbungsflyer einsetzenJobmessen und Karrierekongresse bieten nicht nur einen der einfachsten Wege, mit einem Wunschunternehmen in Kontakt zu kommen – Sie sind auch einer der erfolgreichsten. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 200 Jobmessen veranstaltet. Wie Sie den Besuch einer solchen Jobmesse optimal vorbereiten und zum Jobeinstieg nutzen, zeigen wir Ihnen in diesem ausführlichen Jobmessen-Ratgeber.

Gestaltungstipps: Inhalt und Aufbau des Bewerbungsflyers

Was das Design und Layout anbelangt, sind Ihnen zunächst kaum Grenzen gesetzt – solange Sie das Ur-Diktat guten Designs beherzigen: form follows function. Heißt: Die Gestaltung spielt nie die Hauptrolle, sondern unterstützt die Inhalte zweckdienlich.

Für den Flyer selbst nehmen Sie ein DIN-A4-Blatt (21 x 29,7 cm) und legen es quer. Danach wäre zum Beispiel der folgende Aufbau denkbar:

Bewerbungsflyer Beispiel Aussenseite Muster Vorderseite

Bewerbungsflyer Vorderseite

  • Links: Deckblatt mit Name, Foto, Kontaktdaten
  • Mitte: Beruflicher Werdegang, tabellarisch
  • Rechts: Besondere Qualifikationen

Und dazu passend die Innenseite…

Bewerbungsflyer Beispiel Innenseite Muster Rueckseite

Bewerbungsflyer Rückseite

  • Links: Aus- und Weiterbildungen
  • Mitte: Erfolge, persönliche Stärken
  • Rechts: Angebot, eine vollständige Bewerbung anzufordern

Natürlich hängt der Erfolg eines solchen Flyers entscheidend von dessen Gestaltung und Design ab. Im Zweifel lohnt sich die Investition, dafür einen Grafik-Designer zu engagieren.

Dann aber dürfte diese noch recht junge Bewerbungsform ihr Ziel nicht verfehlen: Sie zeigen schließlich so, was Sie bereit sind, in Ihre Zukunft zu investieren und fallen zugleich aus dem sonst üblichen Rahmen.

Noch. Klar, der Effekt nutzt sich ab, je mehr von diesen Bewerbungsflyern Gebrauch machen. Aber noch bilden Sie damit auf Karrieremessen die Ausnahme von der Regel…

Bewerbungsflyer Beispiel Grafik Vollstaendig

Bewerbungsflyer Muster und Vorlagen herunterladen

Bwerbungsflyer Muster und Vorlagen herunterladenDas obige Musterbeispiel für einen Bewerbungsflyer können Sie sich hier auch gleich kostenlos als Vorlage herunterladen – entweder direkt als Word-Dokument (zum Adaptieren und Ausfüllen) oder als PDF (zur Inspiration).

PS: Die drei Spalten sind so angeordnet, dass Sie die Flächen so falten sollten, dass die linke Spalte obenauf liegt. Also zum Beispiel so:

Bewerbungsflyer Design Beispiel Vorlage Falten Anleitung

Natürlich können Sie Ihren persönlichen Bewerbungsflyer auch anders aufbauen und die Spalten beispielsweise ineinander falten. Entscheidend ist nur, dass Sie sich vorher überlegen, wie Sie den Flyer falten wollen und entsprechend die Felder anordnen.

Geeignete Branchen für dieses Bewerbungsformat

Sind Bewerbungsschreiben überflüssig? Einige größere Unternehmen gehen diesen Weg und verzichten auf ein Anschreiben. (Unser Kommentar dazu HIER.) Dem Bewerbungsflyer könnte somit zukünftig eine größere Rolle zukommen.

Inwieweit für Sie dieses Bewerbungsformat infrage kommt, müssen Sie nach verschiedenen Kriterien entscheiden. Situation, Branche und Position spielen dabei eine Rolle, so dass sich keine allgemeingültige Aussage treffen lässt. Tendenziell sind kreative Branchen geeigneter, da Sie mit einem Bewerbungsflyer quasi eine erste Arbeitsprobe liefern und Ihr Können auf den ersten Blick unter Beweis stellen.

Dazu gehören Branchen wie:

  • Appprogrammierung/Webentwicklung
  • Architektur/Innenarchitektur
  • Grafikdesign/Kommunikationsdesign/Mediengestaltung
  • Eventmanagement
  • Journalismus
  • Marketing
  • Medienbranche
  • Modedesign
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Pädadogik
  • Schmuckdesign
  • Werbebranche

Andere Branchen gelten als konservativ, etwa die Finanz-, Berater- und Versicherungsbranche. Das muss nicht automatisch bedeuten, dass kein Bewerbungsflyer möglich ist, allerdings sollte im Einzelfall genau hingeschaut werden. Ein Flyer für ein Gamedesign-Unternehmen wird sehr wahrscheinlich anders ausfallen müssen als für eine Bank.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie modern, wie „hip“ und kreativ es ein potenzieller Arbeitgeber mag, hilft der Blick auf die Webseite des Unternehmens: Wird hier eher mit gedeckten Farben und wenig Spielereien gearbeitet, sollte ein Bewerbungsflyer entsprechend dezent gestaltet werden.

Ungeachtet der jeweiligen Branche gilt jedoch: Ein Bewerbungsflyer ist kein Ersatz für eine Bewerbungsmappe! Er eignet sich bestenfalls als Ergänzung und eben in Situationen, in denen üblicherweise keine vollständige Bewerbung zur Hand ist. Er ist eine Art Initiativbewerbung beziehungsweise Blindbewerbung auf Messen.

Sie sollten allerdings keinen Bewerbungsflyer anstelle einer vollständige Bewerbung verschicken. Die nachfolgenden Vor- und Nachteile von Bewerbungsflyern sollten Sie sich verdeutlichen, wenn Sie ein bestimmtes Unternehmen im Visier haben.

Zusammengefasst: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Bewerbungsflyer Vorteile

    Daumenhoch_t

  • Der Flyer enthält deutlich mehr Informationen als eine Visitenkarte und ist für die Bewerbung aussagekräftiger.
  • Der Bewerbungsflyer ist günstiger und handlicher als eine Kurzbewerbung – insbesondere, wenn man mehrere davon auf eine Jobmesse mitnehmen will.
  • Das Sonderformat erzielt deutlich mehr Aufmerksamkeit und hebt den Bewerber von der Masse ab.


Bewerbungsflyer Nachteile

    Daumenrunter_t

  • Der Flyer stellt für Bewerber höhere Anforderungen an Layout und Design. Ungeübte Kandidaten können so schnell einen negativen Eindruck erzeugen, obwohl der Inhalt stimmt.
  • Das DIN-A4-Blatt enthält allerdings weniger Informationen als eine Kurzbewerbung oder vollständige Unterlagen. Im schlimmsten Fall fehlen – bei falscher Auswahl – die relevanten Qualifikationen für die Stelle.
  • Der Bewerbungsflyer wirkt schnell wie eine Werbeflyer. Dann sieht der Personaler nicht mehr die Substanz, sondern nur noch den platten Marketing-Plot – und schmeißt den Flyer weg.

Diese Fehler vermeiden

Wie für jedes Bewerbungsformat gilt auch für den Bewerbungsflyer, dass Sie besondere Sorgfalt walten lassen sollten – es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck.

Daher sollten Sie diese Fehler unbedingt vermeiden:

  • Rechtschreibfehler übersehen

    Lassen Sie Ihren Bewerbungsflyer von jemand anderen gegenlesen, bevor Sie damit zur Jobmesse gehen.

  • Design leseunfreundlich

    Vermeiden Sie sehr schnörkelige Schriftarten, die erschweren oft die Lesbarkeit und nehmen unnötigen Platz weg.

  • Papierqualität schlecht

    Um einen hochwertigeren Eindruck zu vermitteln, sollten Sie 200-Gramm-Papier für Ihren Bewerbungsflyer verwenden. Das ist dicker als das übliche Druckpapier und fasst sich besser an. Gleichzeitig knickt es nicht so leicht, so dass Sie keine ungewollten Falten durch den Transport bekommen.

  • Druck falsch

    Je nachdem, welche Papiersorte Sie wählen und wie Ihr Drucker ausgestattet ist, kann es sinnvoll sein, den Bewerbungsflyer in einem Copyshop herstellen zu lassen. Falls Sie sich für den heimischen Drucker entscheiden, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Vorder- und Rückseite Ihres Flyers matchen und nicht eine Seite Kopf steht.

  • Layout wechselhaft

    Achten Sie auf Einheitlichkeit und Übersichtlichkeit, also keine häufigen Schriftartwechsel, sparsamer Einsatz von Farben, Fett- und Kursivdruck.

  • Kontaktaufnahme unmöglich

    Denken Sie unbedingt an Ihre persönlichen Kontaktdaten, anderenfalls kann Ihr Gegenüber nichts mit dem Bewerbungsflyer anfangen.

[Bildnachweis: AlexandrBognat, Oleg Romanko by Shutterstock.com ]

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25. Januar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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