Korrekturlesen: Tipps für den perfekten Text

Ob Bewerbung, Bachelorarbeit oder Hausarbeit: Zu viele Flüchtigkeitsfehler senken Jobchancen oder Noten. Das Korrekturlesen ist daher unbedingt empfehlenswert. Nicht nur im Job. Online wie in Textverarbeitungsprogrammen gibt es dafür zahlreiche Hilfen und Anbieter. Teils kostenlos, teils zu saftigen Preisen. Tipps wie Sie Ihre Texte selber Korrektur lesen – oder mit welchen Kosten Sie rechnen müssen…

Korrekturlesen: Tipps für den perfekten Text

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Korrekturlesen lassen: Was ist der Job?

Einen Text oder ein Manuskript Korrektur lesen lassen, bedeutet, dass dieser hinterher frei von formalen Fehlern ist. Das umfasst Rechtschreibung, Zeichensetzungen (Komma, Punkt, Bindestrich), Grammatik (Deklination, Konjugation, Zeitenfolge), oft auch die Konsistenz des Layouts und der Terminologie. Typische Synonyme dafür sind: gegenlesen, redigieren, korrigieren, berichtigen oder lektorieren. Der Inhalt selbst wird beim Korrekturlesen hingegen selten geprüft.

Ob die Fakten stimmen – das ist eher Aufgabe eines Lektorats. Zwar geht es dem Lektor auch um die Verständlichkeit des Textes. Daneben achtet er oder sie aber auch auf stimmige Fakten und Quellenangaben oder Redundanzen und ein übersichtliches Layout. Ein Korrekturleser achtet hingegen überwiegend auf Sprache, Worte, Satzzeichen, Zeitformen.

Wie schreibe ich Korrekturlesen?

Wo wir schon beim Thema sind: Wie schreibt man Korrekturlesen eigentlich korrekt – zusammen oder getrennt? Klein oder groß? Korrektur lesen oder Korrekturlesen?

Kurze Antwort: Es kommt auf den Zusammenhang an. Meinen Sie das Korrekturlesen, ist es ein Substantiv und wird groß und zusammengeschrieben. Das Verb wird dagegen klein geschrieben. Beispiel Substantiv: aufs/beim/das/durchs/fürs/ins/im/übers/unters/vom/zum Korrekturlesen. Beispiel Verb: den Text Korrektur lesen lassen; der Korrektur zu lesende Text; um den Text Korrektur zu lesen; wenn Sie den Text Korrektur gelesen haben.

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Preise: Wie viel kostet Korrekturlesen?

Die billigste Variante ist, einen Freund oder Bekannten zu fragen, ob er/sie die Bewerbung oder Hausarbeit Korrektur lesen kann. Leider ist es auch die riskanteste: Sie wissen nie, wie ausgeprägt die sprachliche und orthographische Kompetenz ist.

Wer auf Nummer sicher gehen will, engagiert hierfür einen Profi. Da es sich hierbei um einen freien Beruf handelt, sind die Preise frei verhandelbar. Die Kosten für das Korrekturlesen variieren meist mit der Auftragsgröße. Wichtige Faktoren sind:

  • Textlänge (Zeichen- und Seitenzahl)
  • Sprache (Übersetzung notwendig?)
  • Termindruck (kurzes Zeitfenster)
  • Niveau (einfach/komplex)
  • Bandbreite (inklusive Lektorat?)

So ist das Korrekturlesen einer Doktorarbeit teurer als das einer Bewerbung. Erst recht, wenn noch Fußnoten und Zitate (Plagiatsprüfung) korrigiert werden sollen.

Durchschnittliche Preise

Oft wird beim Korrekturlesen von einer Normseite ausgegangen beziehungsweise danach abgerechnet. Eine Normseite umfasst zwischen 1.500 und 1.600 Zeichen (Buchstaben, Zahlen, Satzzeichen, inklusive Leerzeichen). Einige Dienstleister bieten das Korrekturlesen ab 1,50 Euro pro Normseite, ab 2 Euro inklusive Lektorat an (jeweils netto). Andere nehmen für eine Normseite zwischen 5,60 Euro und 6,60 Euro netto. Hinzu kommt häufig eine Bearbeitungsgebühr.

Um die Kosten besser abschätzen zu können, bieten Dienstleister wie Scribbr.de oder Korrekturen.de einen Preiskalkulator an. Hier können Sie online Umfang und Niveau des Textes eingeben und erhalten danach einen ungefähren Preis.

Ist Korrekturlesen erlaubt?

Korrekturlesen ist immer legal. Unabhängig davon, ob Sie eine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation korrigieren lassen. In der eidesstattlichen Erklärung versichern Sie nur, dass der Inhalt und die Gedanken von Ihnen sind. Etwaige Tippfehler dürfen Sie immer mit professioneller Hilfe beseitigen.

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Tipps, wie Sie Fehler reduzieren

Pannen passieren. Trotzdem sind Rechtschreib- oder Grammatikfehler immer ärgerlich. Immerhin: Sie können – neben dem Korrekturlesen – selbst einiges unternehmen, um die Fehlergefahr in Ihren Texten, Briefen oder Schreiben zu reduzieren:

  1. Autokorrektur

    Textverarbeitungsprogramme wie Word oder Openoffice haben eine Korrekturfunktion. Die ist nicht zu 100 Prozent korrekt, ersetzt also nicht vollständig das Korrekturlesen, weist aber zuverlässig auf Grammatikfehler oder fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung hin. Aufpassen bei Trennungen! Ein Klassiker sind die „Blumento-Pferde“ – auch bekannt als „Blumentopf-Erde“.

  2. Nachschlagen

    Wenn Sie sich bei einem Wort nicht sicher sind, schlagen Sie es in einem Wörterbuch nach. Den Duden gibt es auch online oder als Software zur Rechtschreibprüfung. Ebenfalls empfehlenswert: die Seite Korrekturen.de, die alte und neue Rechtschreibung gegenüberstellt und auf „beliebte“ Fehler hinweist.

  3. Vorlesen

    Lesen Sie sich Ihre Bewerbung oder Ihr Schreiben Satz für Satz laut vor. Mit diesem Trick fallen Ihnen vergessene Wörter sofort auf. Auch wenn der Satz beim Sprechen holpert, ist das ein Indiz, diesen besser umzuformulieren.

  4. Wiederholung

    Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind. Stellen Sie zur Not die Türklingel, das Telefon und das Handy aus, um sich auf das Korrekturlesen zu konzentrieren. Anschließend lesen Sie sich Ihr Manuskript mehrmals durch. Fokussieren Sie bei jedem Korrekturgang auf andere Schwerpunkte: mal Groß- und Kleinschreibung, mal Zeichensetzung oder Formatierung.

  5. Ausdrucken

    Es macht tatsächlich einen Unterschied, ob Sie Texte und Dokumente am Bildschirm lesen oder auf Papier ausdrucken. Der Abstand, die Lichtquelle – alles wirkt neu. Effekt: Sie erkennen Tippfehler besser, wenn Sie Ihre Unterlagen ausdrucken. Auch fallen Fehler wie eine falsche Seitennummerierung oder schlechte Formatierung besser auf.

  6. Abstand

    Schreiben Sie nie unter Zeitdruck. So schleichen sich Flüchtigkeitsfehler besonders leicht ein. Lassen Sie sich auch beim Korrekturlesen Zeit. Am besten lassen Sie das Bewerbungsschreiben über Nacht liegen. Am nächsten Tag blicken Sie aus einer neuen Perspektive auf das Schriftstück und sind ausgeruht.

  7. Schwächen

    Kennen Sie Ihre Lieblingsfehler? Wörter, die Sie immer wieder falsch schreiben? Die sollten Sie gesondert prüfen. Tipp: Fertigen Sie eine Liste mit Ihren persönlichen Klassikern an und arbeiten Sie diese in einem Extra-Durchgang ab.

  8. Reihenfolge

    Lesen Sie Ihren Text rückwärts. So sind Sie gezwungen, jedes einzelne Wort durchzugehen. Effekt: Ihr Gehirn kann fehlende Worte nicht aus dem Kontext erschließen oder automatisch ersetzen. Zudem fallen Buchstabendreher leichter ins Auge. Der Nachteil: Die Methode eignet sich nur für kurze Texte wie Bewerbungsunterlagen. Bei einer Masterarbeit wäre diese Form des Korrekturlesens zu anstrengend.

  9. Schriftbild

    Verändern und verfremden Sie das Schriftbild. Indem Sie – vorübergehend – eine andere Schriftart wählen, gewinnen Sie einen neuen Blick auf das Dokument. Es entstehen neue Zeilenumbrüche, doppelte Wörter oder unsinnige Abschnitte fallen auf.

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Bedeutung: Warum ist Korrekturlesen wichtig?

Selbst wenn Sie sich sicher sind, alle Fehler entdeckt zu haben: Nutzen Sie zum Korrekturlesen das Vier-Augen-Prinzip – mindestens für die Endkontrolle. Vier Augen sehen einfach mehr als zwei. Und anderen fallen inhaltliche Ungereimtheiten früher auf. Zumal Fehler in Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten eine Note nach unten drücken können.

Besonders ärgerlich wird es in der Bewerbung: Wenn Sie beispielsweise im Anschreiben den Namen des Empfängers oder Firmennamen falsch schreiben und so die Bewerbungschancen senken…

Warum sehen wir eigene Fehler nicht?

Wir wissen das aus eigener Erfahrung: Für Fehler in eigenen Texten sind wir oftmals blind. Bei anderen – kein Problem. Aber im eigenen Dokument scheint Korrekturlesen unmöglich. Warum ist das so? Drei Gründe:

  1. Betriebsblindheit

    Wir wissen, was wir sagen und schreiben wollten. Fehlt dann ein Buchstabe oder Wort, werden die Lücken von unserem Gehirn per „Autokorrektur“ gefüllt. Betriebsblindheit sorgt dafür, dass wir eigene Texte nur grob überfliegen.

  2. Gleichklang

    Besonders knifflig sind gleich lautende Worte. Typisch dafür sind Homonyme wie Ware/wahre, Leuten/läuten, seid/seit. Diese Worte klingen jeweils gleich, haben aber eine unterschiedliche Bedeutung. Hinzu kommt die andere Aussprache. Adjektive wie „günstig“ und „köstlich“ werden am Ende beide mit „-ich“ ausgesprochen. Die Schreibweise „günstich“ ist aber falsch.

  3. Erwartungshaltung

    Nicht zuletzt spielt uns die eigene Erwartungshaltung beim Korrekturlesen einen Streich. Beim Lesen denken wir den Satz schon zuende – und übersehen prompt, dass er ganz anders endet. Auch Buchstabendreher werden deshalb leicht überlesen.

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[Bildnachweis: Tetiana Yurchenko by Shutterstock.com]

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