Inhaltsangabe: Merkmale + 5 simple Tipps, wie Sie eine schreiben

Mit einer Inhaltsangabe fassen Sie einen längeren Text zusammen. Sie bietet anderen, die den Text nicht gelesen haben, einen Überblick über zentrale Inhalte. Gleichzeitig belegen Sie damit Ihr eigenes Verständnis von der Materie. Inhaltsangaben sind besonders für Schüler und Studenten wichtig, da sie Teil des Lernprozesses sind. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Inhaltsangabe schreiben und welche Fehler Sie vermeiden sollten…

Inhaltsangabe: Merkmale + 5 simple Tipps, wie Sie eine schreiben

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Was ist eine Inhaltsangabe?

Eine Inhaltsangabe ist eine Zusammenfassung. Häufig geht es dabei um Texte – etwa längere Artikel oder Bücher. Sie können mit einer Inhaltsangabe aber auch wesentliche Aussagen eines Filmes, Theaterstücks oder Hörspiels wiedergeben. Entscheidend ist, dass es sich um ein Substrat handelt, das die Kernbotschaften auf den Punkt bringt. Nachfolgend orientieren wir uns vor allem an Texten.

Inhaltsverzeichnis, Abstract, Summary oder Exposé sind Bestandteile wissenschaftlichen Arbeitens, die mit der Inhaltsangabe nah verwandt sind. Unterschiede gibt es hier vor allem bei den Adressaten und der Zielsetzung. Für Studierende ist es also unverzichtbar, sich mit der Materie auseinanderzusetzen.

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Was sind die Merkmale einer Inhaltsangabe?

Merkmale einer Inhaltsangabe sind vor allem ihre Objektivität und ihre Kürze – im Vergleich zum Originaltext. Denn ein exakter Umfang lässt sich nicht bestimmen. Das hängt zum einen davon ab, wie umfangreich die Vorlage ist. Zum anderen können Vorgaben es notwendig machen, eine bestimmte Seitenzahl beim Verfassen nicht zu überschreiten. Weitere Merkmale sind:

Aufbau

Drei Bestandteile machen die Inhaltsangabe aus:

  • Einleitung
    Die Einleitung besteht aus einem Satz, in dem Sie über Titel, Autor, Textsorte und Zeit der Entstehung/Handlung informieren. Zusätzlich geben Sie einen knappen Hinweis auf die Handlung. Statt Einleitung findet sich auch die Bezeichnung Basis- oder Kernsatz. Zum Beispiel: „Der Roman ABC des Schriftstellers XY spielt in der Nachkriegszeit. Er illustriert den blühenden Schwarzmarkt in Berlin anhand des Schicksals einer fiktiven Familie.“
  • Hauptteil
    Hier schildern Sie neutral in chronologischer Reihenfolge die eigentliche Handlung. Dazu können Sie Überleitungswörter wie „zunächst“, „danach“, „schließlich“ und ähnliche verwenden. Die korrekte Zeitform ist das Präsens. Einzig wenn innerhalb der Handlung im Text vergangene Geschehnisse erwähnt werden, verwenden Sie das Perfekt. Beispielsweise: „Jakob verkauft im großen Stil Zigaretten, die er zuvor aus seinem Versteck geholt hat.“
  • Schluss
    Die Inhaltsangabe endet mit dem letzten relevanten Punkt des Textes. Je nach Vorgaben durch Lehrer oder Dozenten kann der Schluss ein Fazit beinhalten. In diesem Fall ist eine eigene Meinung erwünscht, die Sie allerdings am Text nachvollziehbar begründen können sollten. Also wenn ein Text Ihnen langatmig erscheint, müssten Sie in etwa so argumentieren: „Dem Verfasser gelingt es nicht, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten, da er zwischendurch über längere Passagen (besonders Kapitel __ Seite __ bis __) vom eigentlichen Thema abschweift.“ Tabu sind hingegen wertende Formulierungen wie „krass, gut, schlecht, uninteressant“.

Inhalt

Wer eine Inhaltsangabe liest, sollte anschließend Fragen zu diesen Punkten beantworten können:

  • Handlung
  • Akteure
  • Zeit
  • Ort
  • Gründe

Dahinter verbergen sich zentrale W-Fragen: Was, wer, wann, wo und warum? Diese sollten sich wie ein roter Faden durch Ihre Inhaltsangabe ziehen. Wenn Sie diese berücksichtigen, können Sie sicher sein, eine vollständige Zusammenfassung des Textes zu liefern.

Stil

Eine Inhaltsangabe gibt die Handlung komprimiert und im sachlichen Ton wieder. Umgangssprache, humorvolle oder tendenziöse Formulierungen sollten Sie vermeiden, selbst wenn im Originaltext stark wertende Ausdrücke vorkommen. Komplette Zitate gehören nicht hinein; den Inhalt einer Rede sollten Sie nie wörtlich wiedergeben. Direkte Rede wird in indirekter Rede wiedergegeben.

Beispiel: Was ist ein Konjunktiv?

Für die Inhaltsangabe müssen Sie direkte Rede in indirekte Rede umwandeln. Das geschieht im Deutschen, indem Sie den Konjunktiv I verwenden.

Originalsatz: Die Mutter sagt zu Jakob: „Sei vorsichtig, wenn Du auf der Straße spielst.“ Satz in indirekter Rede mit Konjunktiv: Die Mutter sagt zu Jakob, er solle vorsichtig sein, wenn er auf der Straße spiele.


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Wie schreibe ich eine gute Inhaltsangabe?

Grundvoraussetzung ist, dass Sie selbst den Inhalt verstanden haben. Eine Wiedergabe gelingt nur schwer und fällt ungenauer aus, wenn Ihnen einzelne Passagen unklar sind. Auch verlangt eine Inhaltsangabe ein gewisses Maß an Ausdrucksvermögen: Die Kunst besteht darin, die Inhalte mit eigenen Worten wiederzugeben, also Synonyme und sinnverwandte Formulierungen zu kennen. Des Weiteren muss der Verfasser die Fähigkeit besitzen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.

Rein deskriptive Inhalte – etwa langwierige Ausmalungen zur Landschaft oder Ähnlichem – lassen sich reduzieren. Damit ist klar, dass eine Inhaltsangabe deutlich kürzer als das Original ausfällt. Und das ist beabsichtigt: Sie erspart dem Leser Zeit und erlaubt ihm gleichzeitig, sich ein Urteil bilden zu können. So beispielsweise, wenn Sie den Klappentext eines Buches lesen, um entscheiden zu können, ob es Ihr Interesse weckt oder nicht. Folgender Überblick zeigt, was Sie brauchen, um eine gute Inhaltsangabe zu schreiben:

Diese Dinge bitte beachten

  • Objektiver Stil
  • Zeitform Präsens
  • Eigene Formulierungen
  • Kurze Fassung
  • Chronologische Reihenfolge

Diese Fehler bitte vermeiden

  • Viele Details
  • Humorvoller/spannender Stil
  • Wortwörtliche Wiedergabe
  • Eigene Meinung (nur beim Fazit!)
  • Keine Wiederholungen
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Inhaltsangabe schreiben: So gehen Sie vor

1. Text lesen

Der erste Schritt besteht darin, den Text zu lesen und sich selbst einen Überblick über den Inhalt zu verschaffen. Dieser Schritt ist nicht zu unterschätzen: Vor allem bei wissenschaftlichen Texten oder Texten in einer Fremdsprache kann das bedeuten, dass Sie den Text oder einzelne Passagen mehrmals lesen müssen, um ihn zu durchdringen.

2. Schlüsselwörter markieren

Während Sie den Text lesen, sollten Sie zentrale Begriffe farblich markieren. Achten Sie darauf, dass Sie nicht ganze Sätze unterstreichen, sondern sich auf Wesentliches konzentrieren. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass Sie anschließend nicht die Kernbotschaften des Textes identifizieren können, weil alles unterschiedslos gleich wichtig erscheint.

3. Passagen einteilen

Danach lesen Sie den Text ein weiteres Mal und unterteilen ihn in verschiedene Sinnesabschnitte. Für diese wählen Sie passende Überschriften, welche die jeweilige Passage charakterisieren. Achten Sie darauf, dass Sie zusammengehörige Textpassagen zusammenfassen – etwa wenn dieselben Personen oder Ereignisse angesprochen werden. Anderenfalls kann die Inhaltsangabe schnell unverständlich werden.

4. Zusammenfassung schreiben

Nun fassen Sie das Gelesene mithilfe Ihrer Notizen zusammen, das heißt: Aus Ihren Überschriften machen Sie nun etwas ausführlichere Formulierungen. Dabei orientieren Sie sich an den obigen Vorgaben zu Struktur, Stil und Inhalt der Inhaltsangabe. Achten Sie darauf, nicht zu nah am Text zu formulieren, sondern eigene Begriffe zu finden. Je nachdem kann erwünscht sein, dass Sie im Schlussteil auf die Intention des Autors eingehen oder Ihre persönliche Einschätzung bekunden.

5. Inhaltsangabe lesen

Im Prinzip sind Sie nun fertig – es folgt lediglich der Feinschliff: Lesen Sie Ihre eigene Inhaltsangabe gegen und kontrollieren Sie, ob sie verständlich formuliert ist. Können Sie die obigen W-Fragen mithilfe der Zusammenfassung beantworten, haben Sie eine gute Inhaltsangabe verfasst.

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