Aufbau Bewerbungsanschreiben: Reihenfolge, Inhalt, Tipps

Für viele Jobsuchende stellt das Bewerbungsanschreiben die größte Schwierigkeit dar. Beim Formulieren eines freien Textes fehlen den Kandidaten die Worte, hinzu kommt Unsicherheit darüber, was in welcher Reihenfolge erwähnt wird. Was hilft, ist eine klare Struktur, an der Sie sich orientieren können – der Aufbau im Bewerbungsanschreiben. Trotz der Individualität jedes Anschreibens bleibt dieser immer gleich. Füllen müssen Sie den Aufbau und die einzelnen Abschnitte aber dennoch. Um Ihnen dabei unter die Arme zu greifen, zeigen wir Ihnen den Aufbau des Bewerbungsanschreibens, gehen auf die einzelnen Teile ein und erklären, worauf Sie dabei jeweils achten sollten…

Aufbau Bewerbungsanschreiben: Reihenfolge, Inhalt, Tipps

Die formalen Bestandteile im Aufbau des Bewerbungsanschreibens

Die Stellenanzeige gefällt Ihnen gut, Sie haben sich über das Unternehmen informiert und bereits Ihren Lebenslauf erstellt. Fehlt nur noch ein passendes Bewerbungsanschreiben und schon können Sie Ihre Unterlagen verschicken. Wäre es doch nur so einfach… In der Praxis sitzen die meisten Bewerber erst einmal für geraume Zeit vor einer leeren Seite.

Was soll ich nur schreiben? Wo soll ich anfangen? Was kommt zuerst? Wie baue ich das Schreiben auf? Welche formalen Anforderungen muss ich berücksichtigen? Eine Menge Fragen und im Hinterkopf der Druck, beim Personaler überzeugen zu wollen, um dem Traumjob einen großen Schritt näher zu kommen.

Zunächst einmal gilt: Keine Panik! Es mag Ihnen im Moment so erscheinen, aber Aufbau und Inhalt der Bewerbung sind keine Raketenwissenschaft. Im Grunde besteht jedes Bewerbungsanschreiben aus vier Teilen, die vom formalen Aufbau eingerahmt werden. In einem Beispiel sieht das dann etwa so aus:

Aufbau Bewerbungsanschreiben Muster Beispiel Tipps Inhalt

Bevor wir auf den Inhalt Ihres Textes eingehen, schauen wir uns zunächst die formalen Bestandteile des Schreibens genauer an:

  • Absender und Empfänger

    Der Aufbau Ihres Bewerbungsanschreibens startet oben links mit Ihren vollständigen Kontaktinformationen. Neben Ihrem Namen gehören auch Anschrift, Telefonnummer und E-Mail Adresse in die Kopfzeile. Unter Ihren Kontaktdaten folgt der Empfänger, ebenfalls möglichst vollständig. Das bedeutet Name des Personalers (falls Sie diesen ausfindig machen können) oder des Unternehmens, gegebenenfalls die Abteilung sowie die Adresse. Achten Sie unbedingt – wie im gesamten Bewerbungsanschreiben – auf die Rechtschreibung, da ein falsch getippter Name keinen guten Eindruck hinterlässt. Ein Beispiel für die Kopfzeile:

    Max Mustermann
    Hauptstraße 1
    12345 Neustadt
    tel.: 01234/56890
    e-mail: [email protected]

    Peter Personaler
    Fantasie GmbH
    Personalabteilung
    Kirchweg 5
    12345 Neustadt

  • Datum

    Mit einem kleinen Absatz und rechtsbündig folgt die Angabe des Datums. Halten Sie es schlicht im Format TT.MM.JJJJ. Zum Datum gehört dabei auch eine Ortsangabe, also beispielsweise Berlin, 01.07.2019.

  • Betreffzeile

    Die Betreffzeile ist sozusagen die Überschrift für den weiteren Text und wird entsprechend vorangestellt. Wichtig: Das Wort Betreff hat in dieser Zeile nichts verloren! Kommen Sie gleich auf den Punkt, beispielsweise so: Bewerbung als Key Account Manager. Sollte eine Kennziffer in der Stellenanzeige genannt werden, gehört auch diese in die Betreffzeile, damit Ihre Bewerbung genau zugeordnet werden kann.

  • Anrede

    Der Klassiker lautet Sehr geehrte Damen und Herren – was nicht falsch, aber auch nicht wirklich überzeugend ist. Viel besser ist es, wenn Sie eine persönliche Anrede verwenden können, weil Sie den Namen des Personalers kennen, etwa Sehr geehrter Herr Maier oder Sehr geehrte Frau Schmidt. Diesen können Sie manchmal aus der Stellenanzeige erfahren, falls nicht kann auch ein Anruf beim Unternehmen zeigen, an wen Sie Ihr Schreiben richten können. In diesem Fall sollten Sie aber einen guten Grund für den Anruf haben, beispielsweise eine Frage bezüglich der Position.

  • Grußformel und Unterschrift

    Hier gilt wie bei der Anrede: Bei einem Mit freundlichen Grüßen können Sie nichts verkehrt machen, heben sich aber auch nicht hervor. Warum also nicht ein bisschen Abwechslung und Bezug zum Unternehmen? Beispielsweise Beste Grüße nach Berlin oder andersherum Mit besten Grüßen aus Hannover.

Aufbau Bewerbungsanschreiben: Der richtige Inhalt

Auch der Text Ihres Bewerbungsanschreibens folgt einem klaren Aufbau, der Ihnen beim Verfassen helfen kann, um Ihre Gedanken in eine strukturierte Reihenfolge zu bringen. Und diese sollten Sie sich im Vorfeld machen, bevor Sie blindlings drauflos tippen.

Je genauer Sie sich über die Stelle und das Unternehmen informiert haben, desto leichter wird es Ihnen fallen, Ihre eigenen Stärken darauf zu beziehen und Ihren Wunsch, für diesen Arbeitgeber tätig zu werden, zu bekräftigen. Der Vollständigkeit halber sei auch erwähnt, dass Sie natürlich für jede Stelle ein individuelles Schreiben formulieren müssen, um eine realistische Chance auf den Job zu haben. Massenanschreiben werden sofort aussortiert.

Richtig vorbereitet können Sie dann loslegen und sich den vier Bereichen im Aufbau eines Bewerbungsanschreibens widmen:

  • Einstieg

    Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für Ihr Bewerbungsanschreiben. Mit dem Einstieg können Sie direkt Aufmerksamkeit erzeugen, Neugier beim Personaler wecken und mit einem guten Eindruck starten – oder das genaue Gegenteil erreichen, langweilen oder gleich in den ersten Zeilen das Interesse verlieren. Verzichten Sie deshalb unbedingt auf inhaltsleere Sätze wie Hiermit bewerbe ich mich… Das ist selbsterklärend, schließlich hält der Leser gerade Ihre Bewerbung in der Hand.

    Kommen Sie lieber gleich zur Sache, trauen Sie sich ruhig, direkter zu formulieren und legen Sie gleich zum Einstieg überzeugend los. Ein guter Einstieg kann es beispielsweise sein, wenn Sie schon Kontakt zum Personaler hatten – per Telefon oder auf einer Jobmesse. Darauf können Sie eingehen und in die nächsten Abschnitte des Aufbaus überleiten.

    Gut sind auch Emotionen, etwa Ihre Leidenschaft für einen Beruf, Ihr Interesse an einem Thema oder einem Arbeitgeber oder auch Ihre individuelle Motivation, warum Sie genau diesen Job machen wollen.

  • Hauptteil

    Im Hauptteil geht es um Eigenwerbung oder anders ausgedrückt: Warum sind Sie die beste Besetzung für eine freie Stelle? Achten Sie darauf, nicht einfach nur Ihren Lebenslauf nachzuerzählen – das ist langweilig und liefert keine neuen Informationen, schließlich hat der Personaler sich Ihre Vita bereits angesehen.

    Gehen Sie auf Soft Skills ein, die Sie mitbringen und die für den Job besonders relevant sind. Welche das sind, finden Sie in der Regel in der Stellenanzeige in Form von Muss- und Kann-Qualifikationen. Hier geht es jedoch nicht darum, einfach nur aufzuzählen. Mit Formulierungen wie Ich bin teamfähig, belastbar, verantwortungsbewusst und motiviert können Sie niemanden überzeugen.

    Nennen Sie stattdessen ein Beispiel aus Ihrer bisherigen Laufbahn, das zeigt, wie Sie Ihre Teamfähigkeit eingesetzt haben oder das Ihr Verantwortungsbewusstsein unterstreicht. So werden aus leeren Worten schlagkräftige Argumente.

  • Unternehmensbezug

    Den dritten Teil des Aufbaus Ihres Bewerbungsanschreibens sollten Sie nutzen, um Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten konkret auf den Arbeitgeber und die anvisierte Stelle zu beziehen. Die implizite Frage lautet dabei: Welchen Mehrwert bringen Sie für das Unternehmen mit? Denn genau danach suchen Personaler und Arbeitgeber. Einen Mitarbeiter, der das Team und die gesamte Firma weiterbringt und erfolgreicher macht.

    Hier empfehlen sich Erfolge, die Sie bereits verbuchen konnten, am besten mit konkreten Zahlen und Beispielen. Umsatzssteigerungen, Kostenreduzierung, geleitete Projekte, zufriedene Kunden, umgesetzte Ideen – beschreiben Sie, was Sie erreicht haben. Bei der Auswahl Ihrer Erfolge sollten Sie allerdings berücksichtigen, dass es auch für den potenziellen Arbeitgeber von Interesse ist.

    Gut ist es auch, eine direkte Verbindung zwischen bisherigen Leistungen und zukünftigen Zielen herzustellen. Nach dem Motto: Meine Erfahrungen im Bereich XY möchte ich nutzen, um in Ihrem Unternehmen Ziel Z zu erreichen.

  • Schluss

    Da der Abschluss als letztes gelesen wird, bleibt er auch besonders gut im Gedächtnis. Bedeutet für Sie, dass Sie hier noch einmal besonders vorsichtig sein sollten. Das Wichtigste: Verzichten Sie auf den Konjunktiv! Kein Ich würde mich freuen…, kein Es wäre schön, von Ihnen zu hören…, kein Ich wäre Ihnen dankbar, für die Chance…

    Wer im Konjunktiv formuliert, schwächt das Gesagte ab. Sie klingen nicht selbstbewusst, sondern scheinen selbst Zweifel zu haben, dass der Personaler sich bei Ihnen meldet. Sie haben den gesamten Text danach aufgebaut, Ihre Vorzüge zu präsentieren und zu erklären, warum Sie die richtige Wahl für den Job sind – das sollten Sie auch am Schluss weiterhin tun.

    Lassen Sie also den Konjunktiv weg und schreiben Sie lieber selbstbewusst mit einem Call-to-action. Beispielsweise so:

    • Ich freue mich auf unser persönliches Gespräch, in dem ich Ihnen gerne mehr von meinen Zielen berichte.
    • Für Fragen stehe ich Ihnen gerne unter der Telefonnummer 01234/567890 zur Verfügung. Ansonsten freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.
    • Wenn Sie einen ebenso engagierten wie zuverlässigen Mitarbeiter suchen, freue ich mich auf Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch.

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[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
10. Oktober 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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