Motivationsschreiben: Tipps zu Aufbau, Inhalt + Vorlagen

Das Motivationsschreiben ist dem Bewerbungsschreiben zwar ähnlich, wird inhaltlich aber viel persönlicher und geht auch mehr in die Tiefe. Es wird in der Regel ergänzend zur Bewerbung verfasst und dient dazu, Fachkenntnisse hervorheben, Soft Skills zu betonen oder die Motivation für den Job zu verstärken.

Verlangt wird das Motivationsschreiben fast immer von Stiftungen, aber auch Konzerne, die an ihre Mitarbeiter Stipendien für ein berufsbegleitendes Studium vergeben, erwarten es von Bewerbern.

Der Grund: Durch das Motivationsschreiben bekommen Personaler ein größeres Gesamtbild eines Kandidaten. Deshalb ist es auch weniger formal aufgebaut. So kommt mehr von der Persönlichkeit zwischen den Zeilen zum Vorschein.

Wir zeigen Ihnen hier, worauf Sie beim Verfassen des Motivationsschreibens achten müssen, geben Tipps zum Aufbau und Inhalt inklusive zahlreicher Formulierungen und Beispielsätze. Überdies finden Sie auch gleich mehrere Muster und kostenlose Vorlagen, die Sie sich gerne herunterladen und nutzen können…

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Motivationsschreiben: Tipps zu Aufbau, Inhalt + Vorlagen

Was ist ein Motivationsschreiben?

Bei der Bewerbung für einen Job wird es hierzulande zwar nicht immer verlangt, doch wer sich für einen Studienplatz oder ein Stipendium bewirbt, muss dafür mit großer Wahrscheinlichkeit ein Motivationsschreiben verfassen.

Es handelt sich dabei um einen optionalen Zusatz zu den klassischen Bewerbungsunterlagen, die vor allem aus Anschreiben und Lebenslauf bestehen.

Synonym hierfür werden auch die Begriffe verwendet:

Das Motivationsschreiben geht somit über die Standards von Bewerbungsschreiben und Lebenslauf hinaus. Sie können ein solches Motivationsschreiben erstellen, weil das Unternehmen in der Stellenanzeige danach verlangt – oder als freiwilliger Zusatz in Ihrer Bewerbungsmappe, mit dem Sie zusätzliche Informationen vermitteln und sich von anderen Bewerbern abheben wollen.

So wird es dort eingebaut:

Motivationsschreiben Bewerbungsmappe Aufbau Vorlage Muster

Der Fokus liegt – wie der Begriff bereits vermuten lässt – auf der Motivation des Bewerbers. Kernfragen, die Sie mit Ihrem Motivationsschreiben beantworten sollten, sind:

  • Warum bewerben Sie sich genau bei diesem Arbeitgeber auf genau diese Position?
  • Aus welchen Gründen sind Sie die richtige und optimale Besetzung für die freie Stelle?

Im Motivationsschreiben haben Sie noch einmal die Gelegenheit, einen klaren Bezug zum Unternehmen herzustellen und bestenfalls herauszustellen, wie Ihr beruflicher Weg Sie genau an diese Stelle geführt hat – und welche Motivation Sie für den anvisierten Job beim Arbeitgeber mitbringen.

Das Motivationsschreiben bietet Ihnen dazu größere Freiheiten, da es an weniger formale Vorgaben gebunden ist und Sie noch genauer ins Detail gehen können.


TIPP

Versuchen Sie trotz aller Gestaltungsfreiheiten den Spielraum, den Ihnen das Motivationsschreiben bietet, nicht zu überreizen. Das Dokument sollte in Stil, Layout und Design zu allen andern Bewerbungsdokumenten passen.



Berufsbilder: Einstieg, Karriere & kostenlose Vorlagen

Berufe Rubrik: In der Übersicht der wichtigste Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen mit Beispieltexten.

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Inhalt: Was kommt ins Motivationsschreiben?

Je nach Zweck hat der Bewerbungszusatz zwei unterschiedliche Aufgaben:

  1. Kurzprofil

    In diesem Fall erfüllt es eine zusammenfassende Funktion und soll dem Personaler ermöglichen, sich einen noch schnelleren Überblick der wichtigsten Facetten und Kompetenzen des Bewerbers zu verschaffen. Dabei geht es im Kurzprofil nicht nur um die Kernkompetenzen oder berufsspezifische Qualifikationen, sondern um alle Fähigkeiten, welche der Bewerber in seiner bisherigen schulischen oder beruflichen Laufbahn erwerben konnte. Selbst, wenn diese auf den ersten Blick nicht auf das neue Berufsfeld passen.

  2. Motivation

    Die zweite Variante ist die häufige gemeinte und genutzte. Hierbei wird vor allem noch einmal die Motivation für die Bewerbung betont und um wichtige Argumente erweitert, die so einfach nicht mehr ins Anschreiben gepasst hätten. Ebenso lassen sich dabei wichtige Stationen im Lebenslauf hervorheben und damit noch einmal die perfekte Passung für die Stelle unterstreichen.

Kurzprofil Motivation
Zusammenfassende FunktionBelegt Motivation
Schneller QualifikationsüberblickBietet Argumente zur Eignung
Anschreiben-ErweiterungUnterstreicht Lebenslauf-Stationen



Weil die meisten Personaler wenig Zeit haben, soll das Motivationsschreiben ergänzen, herausstreichen, überzeugen – und eben per Schnellübersicht Zeit sparen. Damit ist es eine noch einmal komprimierte Version des Engagements, der Eckdaten und der Pro-Argumente für einen Kandidaten.

Kostenlose Vorlagen: Wie wird die dritte Seite gestaltet?

Zugegeben, die eigene Motivation in Worte zu fassen, ist nicht leicht. Vor allem wenn es nicht nach Selbstbeweihräucherung und immer noch authentisch klingen soll. Sich hierbei Mühe zu geben, lohnt aber. Denn das Motivationsschreiben ist sowohl eines der aussagekräftigsten als auch kreativsten Elemente einer Bewerbung.

Immerhin gibt es, wie oben schon erwähnt, für das Motivationsschreiben keine formalen Vorgaben. Sie können es also völlig frei formulieren. Das gilt im Übrigen auch für das Design des Schreibens. Hier haben sich inzwischen zwei Varianten etabliert:

Motivationsschreiben als Fließtext

Bei dieser Variante werden die einzelnen Inhalte zunächst in Absätzen gegliedert und dann als Fließtext aufgeschrieben. Das Schreiben bekommt so mehr Briefcharakter, büßt aber auch etwas an Übersichtlichkeit ein. Kurze Absätze helfen dem Leser, sich besser zu orientieren. Ebenso, wenn Sie die Absätze durch gefettete Stichmarken gliedern oder Zwischenüberschriften verwenden.

Die entsprechende Mustervorlage dazu (siehe Abbildung rechts) können Sie sich hier gerne kostenlos als Word-Datei (zum Bearbeiten) herunterladen.

Motivationsschreiben Vorlage Fliesstext Download

Zum Download


Motivationsschreiben als Aufzählung

Bei dieser Form verzichten Sie auf lange Sätze, sondern arbeiten mit Schlüsselbegriffen und relevanten Reizworten. Vorteil: Die Inhalte können schnell erfasst werden, der Verfasser muss nicht unbedingt brillant formulieren können. Nachteil: Das Schreiben wirkt unpersönlicher und wie aus dem Textbausteinkasten. Entscheidend ist, hierbei Begriffe oder Aufzählungen zu verwenden, die individuell, nicht abgedroschen und aussagekräftig sind.

Die entsprechende Mustervorlage dazu (siehe Abbildung rechts) können Sie sich ebenfalls hier kostenlos als Word-Datei (zum Bearbeiten) herunterladen.

Motivationsschreiben Vorlage Aufzaehlung Download

Zum Download



Natürlich sind auch Mischformen möglich. Wie gesagt: Das eine richtige Muster gibt es nicht, allerdings ein paar Empfehlungen, an denen Sie sich orientieren können, um es insgesamt überzeugender zu machen. Also der Reihe nach…


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Bewerbungsvorlagen:
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Nutzen Sie zur Bewerbung auch unsere professionellen Designs und Bewerbungsvorlagen. Hier bekommen Sie mehr als 120 professionelle Bewerbungsmuster als WORD-Datei absolut kostenlos. Die Vorlagen für Lebenslauf, Anschreiben und Deckblatt enthalten zudem viele Beispieltexte für unterschiedliche Berufe, die Ihnen das Formulieren erleichtern.

Sorgen Sie für den perfekten ersten Eindruck in der Bewerbung. Alle Vorlagen sind in Farbe und Schriftart anpassbar.

Zum Download der Vorlagen

Vorteile und Zweck des Motivationsschreibens

Von der Masse abheben
Die dritte Seite dient der Individualisierung der Bewerbungsunterlagen.
Motivation betonen
Zeigen Sie, wie Ihr beruflicher Weg Sie genau hierher geführt hat.
Unternehmensbezug herstellen
Das weckt die Aufmerksamkeit und Neugier von Arbeitgebern.
Persönlichkeit darstellen
Das Motivationsschreiben erzeugt ein größeres Gesamtbild des Bewerbers.
Mehrwert bieten
Alleinstellungsmerkmale und besondere Fachkenntnisse beeindrucken.


Motivationsschreiben: Aufbau und Beispielsätze

Das Schreiben sollte maximal zwei DIN A4-Seiten nicht überschreiten. Empfohlen wird aber meist nur eine Seite. Es geht schließlich darum, dem Personaler einen schnellen Überblick zu verschaffen. Romane will dabei keiner lesen.

Entscheiden Sie sich ihr Motivationsschreiben als Fließtext zu gestalten, sollten Sie zur besseren Lesbarkeit Absätze einfügen. Gedanklich sollte es aus folgendem Dreiklang bestehen:

  • Interesse am Unternehmen
  • Fachliche Qualifikation
  • Persönliche und berufliche Kompetenzen

Sie können die Einteilung Ihres Motivationsschreibens auch anhand dieser Sinnabschnitte vornehmen.

Das Schreiben besitzt – wie Anschreiben und Lebenslauf auch – einen Briefkopf mit dem Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail des Absenders. Auf die Empfängeradresse hingegen können Sie beim Motivationsschreiben verzichten.

Überdies hat es – rechtsbündig – ein Datum und ist dan den Empfänger persönlich gerichtet. Also nicht: Sehr geehrte Damen und Herren, …“, sondern „Sehr geehrter Herr Müller, …“. Am Ende unterschreiben Sie handschriftlich mit Tinte, anderenfalls fügen Sie in das Dokument eine handschriftliche Unterschrift ein.

So signalisiert der Absender auch direkt, dass es sich hierbei nicht um ein allgemeines Massendokument, sondern um ein individuell verfasstes und zugeschnittenes Schreiben handelt.

Überschrift

Ganz banal können Sie über die Bewerbungsbeigabe natürlich Motivationsschreiben schreiben. Das sagt, was es ist. Sachlich, ohne jeden Firlefanz.

Wer es etwas persönlicher mag, spricht den Adressaten direkt und provoziert Neugier durch eine Frage:


  • Warum sollten Sie mich fördern?
  • Warum sollten Sie mich einstellen?
  • Über mich
  • Meine Motivation
  • Warum ich mich bei Ihnen bewerbe
  • Was Sie über mich wissen sollten
  • Was mir persönlich wichtig ist
  • Meine besonderen Talente und Erfahrungen
  • Das ist mir wichtig
  • Das zeichnet mich aus
  • Warum ich der Richtige für die Position bin
  • Was mich für die Position qualifiziert


Einleitung

Aller Anfang ist schwer. Das gilt umso mehr für das Motivationsschreiben. Dem ersten Satz haftet ein ungeheures Fanal an: Er kann viel entscheiden, richtig zünden, neugierig machen, begeistern – oder total abtörnen und die Aufmerksamkeit des Personalers gleich zu beginn verlieren. Ganz so wie die die Formulierung: „Hiermit bewerbe ich mich…“ im klassischen Anschreiben. Ein fürchterlicher Einleitungssatz: banal, bürokratisch, blutleer.

Und eine typische Floskel, die nur eines ausdrückt: Dem Bewerber ist kein eigener erster Satz eingefallen. Auch von anderen Floskeln und Phrasen sollten Sie die Finger lassen, wie „ich interessiere mich sehr…“, „mit großer Freude…“, „mit viel Neugier…“ – die sind allesamt verbrannt und bei Empfängern ein Indiz für einen allenfalls mittelmäßigen Bewerber.

Kommen Sie lieber gleich zum Punkt. Das Motivationsschreiben für einen Studiengang könnte beispielsweise so beginnen:


Ich möchte Maschinenbau studieren, weil dieses Fach ebenso abwechslungsreich wie herausfordernd ist – und weil Mechanik, Technik sowie Mathematik und Physik mich schon immer begeistert haben.



Formulieren Sie ein Motivationsschreiben für einen Job, haben wir einige Beispielsätze, die Ihnen als Inspiration helfen können:


Zu meinen Werten und Stärken zählen Zuverlässigkeit und eigenverantwortliches und präzises Arbeiten. Dies konnte ich bisher als Projektmanager erfolgreich unter Beweis stellen. Nun möchte ich meine Stärken und Erfahrungen nutzen, um Ihr Team voranzubringen.



Im beruflichen Umfeld stehen für mich Kreativität, Innovation und Zukunftsorientierung im Vordergrund. Ihr Unternehmen und die Werte, für die Sie stehen, passen perfekt dazu – weshalb ich Sie gerne davon überzeuge, warum ich die beste Wahl für die freie Stelle bin.



Seit ich vor drei Jahren ein Praktikum in Ihrem Betrieb machen durfte, stand für mich fest: Genau hier möchte ich später arbeiten! Nun habe ich mein Studium erfolgreich abgeschlossen und möchte mein Wissen und meine Motivation für Ihr Unternehmen einbringen.



Als ich erfahren habe, dass in Ihrem Team eine Stelle frei geworden ist, war mir sofort klar: Da muss ich hin! Bereits seit Jahren verfolge ich die Entwicklung Ihres Unternehmens mit großen Interesse und möchte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Teil Ihres Teams zu werden.



Weitere Anregungen zu knackigen Einleitunssätzen finden Sie auch noch HIER.

Hauptteil

Wichtig ist, dass Sie im Motivationsschreiben nicht einfach nur Inhalte aus dem Anschreiben wiederholen. Das fällt Personalern sofort auf und diese reagieren eher gelangweilt als begeistert.

Vielmehr sollten Sie Höhepunkte, die dort vielleicht zu kurz gekommen sind, noch einmal erwähnen, den Wert von Zusatzqualifikationen erläutern oder persönliche Werte sowie soziales Engagement ansprechen, die für manche Stipendien ein wichtiges Kriterium sein können.

Der Hauptteil des Motivationsschreibens lässt sich dabei in drei Bereiche unterteilen. Diese müssen nicht alle gleichermaßen genutzt werden – am Ende handelt es sich um Ihr individuelles Motivationsschreiben, mit dem Sie sich persönlich präsentieren wollen. Konzentrieren Sie sich auf die Aspekte, die Sie hervorheben wollen. Zum Hauptteil zählen…

  • Unternehmensbezug
    Im Motivationsschreiben können Sie einen genauen Bezug zum Unternehmen herstellen und erläutern, warum Sie gerne für diesen Arbeitgeber tätig sein wollen. Richtig umgesetzt kann das Ihre Jobchancen steigern, weil Personaler nach potenziellen Mitarbeitern suchen, die wirklich motiviert und engagiert sind – und die sich mit dem Unternehmen identifizieren und langfristig loyal bleiben.
  • Motivation
    Schon der Name zeigt, dass dies der wichtigste Aspekt im Motivationsschreiben ist. Erklären Sie, was Ihre Motivation für den Job ist. Teilen Sie Ihre Begeisterung und Ihre Leidenschaft für die Arbeit. Gehen Sie dabei auch auf Ihre Ziele ein.
  • Stärken und Kompetenzen
    Im Hauptteil des Motivationsschreibens haben Sie auch noch einmal die Gelegenheit, auf Ihre individuellen Stärken, Soft Skills und Kompetenzen einzugehen, die für den Job besonders relevant sind. Hier können Sie noch einmal zeigen, warum Sie die Bestbesetzung sind.

Wichtige Leitfragen, die der Hauptteil im Motivationsschreiben beantworten sollte, sind:


  • Warum will ich die Stelle/das Stipendium?
  • Was begeistert mich daran?
  • Warum bewerben ich mich genau bei diesem Arbeitgeber?
  • Welchen einzigartigen Mehrwert, glaube ich, hierfür zu bieten?
  • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal?
  • Welchen wichtigen Entwicklungsschritt stellt es für mich dar?
  • Warum passe ich perfekt in das Programm/auf die Position?
  • Warum sollte ich gefördert werden?
  • Welche Ziele möchte ich im Unternehmen erreichen?



Sollten Sie nicht genau wissen, was Sie im Hauptteil für Ihr Motivationsschreiben formulieren sollen, können Ihnen die folgenden Beispielsätze helfen:


An Ihrem Unternehmen begeistern mich die offene Kommunikation, das moderne Arbeitsumfeld sowie die Aufstiegsmöglichkeiten. Das junge und dynamische Team ist die optimale Voraussetzung, um meine kreativen und innovativen Ideen einzubringen.



Der Name Ihres Unternehmens steht für Kundenzufriedenheit, Qualität und Begeisterung. Diesen Werten fühle ich mich ebenso verpflichtet und möchte dazu beisteuern, das Image des Unternehmens weiterhin zu prägen und zu verbessern.



Neben fachlicher Kompetenz, die ich durch ständige Weiterbildung und den Besuch verschiedener Fachmessen erweitere, sehe ich meine größten Stärken vor allem in der Eigeninitiative und meiner Zielstrebigkeit. Bei jeder Aufgabe und bei jedem Projekte überlege ich mir, was ich außerhalb der Vorgaben noch beisteuern kann, um die gesteckten Ziele zu erreichen oder sogar zu übertreffen.



Die Arbeit als Marketing Spezialist ist meine absolute Leidenschaft. Ich liebe es, für jeden Kunden passende Strategien zu entwickeln, Produkte zu präsentieren und zu sehen, wie Ideen zur Realität werden. Diese Begeisterung möchte ich für Sie zum Einsatz bringen.



Die Vision Ihres Unternehmens ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre zum Marktführer aufzusteigen – ich bin davon überzeugt, dass wir dies gemeinsam erreichen können und darüberhinaus einen internationalen Ruf als eines der Top-Unternehmen erarbeiten können. Mit meiner langjährigen Erfahrung im Management, meinen zahlreichen Kontakten innerhalb der Branche und meinen Strategien, die ich umsetzen möchte, halte ich diese Ziele nicht nur für realistisch, sondern für das unausweichliche Ergebnis gemeinsamer Leistungen.


Schluss

Sie kommen nun zum letzten Teil Ihres Motivationsschreibens, doch sollten Sie diesen nicht vernachlässigen. Schließlich ist dies gleichzeitig auch der letzte Eindruck, den Sie im Motivationsschreiben vermitteln.

In den letzten Sätze Ihres Motivationsschreibens können Sie…

  • sich beim Unternehmen / dem Empfänger bedanken, dass dieser sich die Zeit genommen hat, Ihre Unterlagen anzuschauen und bei der Entscheidung in die Wahl einzubeziehen.
  • noch einmal Ihre Motivation und Ihr Interesse verdeutlichen.
  • bekräftigen, dass Sie sich auf eine positive Rückmeldung und Einladung zum persönlichen Gespräch freuen.

In den Abschlussformulierungen des Motivationsschreibens sind aber auch Fehler zu vermeiden. Ihre Formulierung sollte nicht zu anbiedernd klingen und nicht den Eindruck eines Bittstellers machen. Das zeigt nicht Motivation und Eignung, sondern Verzweiflung.

Der größte Fehler, den Sie im Schlussteil machen können, ist der zugleich verbreitetste: der Konjunktiv: „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.“, „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen.“ Das schwächt Ihre obigen Aussagen unweigerlich. Sicher, der Konjunktiv klingt hübsch bescheiden, latent devot. Im Abschlusssatz aber macht er aus dem bestimmten Wunsch eine vage Möglichkeit und zieht den eigenen Glauben daran zugleich in Zweifel. So jemand wirkt sofort unsicher und macht sich kleiner als er oder sie ist.

Treten Sie mit Empfänger lieber an der Stelle noch einmal in den Dialog und fordern Sie ihn indirekt auf, aktiv zu werden:


Gerne gehe ich in einem persönlichen Vorstellungsgespräch genauer auf meine Ideen ein und erkläre, wie ich mir die Entwicklung und Ausrichtung der Fantasie AG in den nächsten fünf Jahren vorstelle.



Wenn Sie größte Motivation und Identifikation mit den Zielen Ihres Unternehmens suchen, bin ich der richtige Kandidat / die richtige Kandidatin. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch, in denen ich meinen Leistungswillen weiter unter Beweis stelle.



Vielen Dank, dass Sie mich für die freie Stelle in Betracht ziehen. Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch noch weiter von meiner Motivation und Eignung zu überzeugen.



Für weitere Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung und freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen.



Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr.



Vielen Dank für die Berücksichtigung meiner Bewerbung. Mit großer Motivation sehe ich unserem persönlichen Gespräch und der Zusammenarbeit entgegen.



Weitere Tipps und Empfehlungen für überzeugende Schlusssätze finden Sie HIER.

6 wichtige Tipps für das Motivationsschreiben

  1. Nutzen Sie eine einheitliche Formatierung
    Damit sich das Motivationsschreiben nahtlos in die restlichen Bewerbungsunterlagen einfügt, verwenden Sie hier bitte dieselbe Schriftart und -größe wie in den anderen Bewerbungsteilen auch. So entsteht ein zusammenhängender Eindruck und Ihr Motivationsschreiben sticht nicht nur eine andere Formatierung negativ heraus.
  2. Achten Sie auf die Rechtschreibung
    Tippfehler wirken hier genauso negativ auf die Überzeugungskraft wie im Rest der Bewerbung. Also unbedingt die Rechtschreibprüfung verwenden oder jemanden Korrektur lesen lassen.
  3. Punkten Sie mit dem Schreibstil
    Im Motivationsschreiben sollten Sie persönlich und in der Ich-Form schreiben. Labern Sie nicht, sondern bringen Sie Ihre Argumente auf den Punkt. Zu viele Adjektive Schwächen die Aussage. Kurze Hauptsätze dagegen wirken stark.
  4. Bieten Sie einen Mehrwert
    Einen Nutzen – für Sie und den Personaler – hat das Motivationsschreiben nur, wenn es einen echten Mehrwert bietet. Es muss Informationen, Argumente oder Stationen enthalten, die bisher in den Unterlagen noch nicht genannt wurden und die für die Entscheidung relevant sind.
  5. Greifen Sie Informationen auf
    Im Motivationsschreiben haben Sie die Möglichkeit, noch einmal Informationen oder Anforderungen aufzugreifen, die bisher keinen Platz gefunden haben. Schauen Sie sich an, welche Werter das Unternehmen vertritt oder für welche sozialen Aspekte es sich einsetzt – und zeigen Sie mit Beispielen, warum Sie genau dazu passen.
  6. Formulieren Sie unbedingt individuell
    Ein Motivationsschreiben muss immer individuell für den jeweiligen Arbeitgeber oder das angestrebte Stipendium formuliert werden. Es braucht diesen klaren und individuellen Bezug, um Ihre Motivation glaubwürdig und authentisch vermitteln zu können.

Zusätzlich sollten Sie darauf achten, die häufigsten Fehler im Motivationsschreiben zu vermeiden – und zwar diese:

5 typische Fehler in Motivationsschreiben

Falsche Länge
Das Schreiben ist zu lang – nie mehr als eine DIN-A4-Seite.
Kein Bezug
Das Schreiben listet irrelevante Fähigkeiten für die Stelle auf – achten Sie besser auf einen prägnanten Bezug zum Job.
Rechtfertigungen
Das Schreiben klingt wie eine Ansammlung von Rechtfertigungen – betonen Sie lieber den Mehrwert, den Sie schaffen können.
Wiederholungen
Das Schreiben enthält nur Wiederholungen. Bieten Sie besser neue Erkenntnisse.
Behauptungen
Das Schreiben stellt nur Thesen auf („Ich bin organisiert“) – statt diese durch Beispiele zu belegen.


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Motivationsschreiben für Studium, Stipendium oder Job

Je nachdem, ob Sie sich um einen Studienplatz, ein Stipendium oder einen Job bewerben, ändert sich Ihr inhaltlicher Schwerpunkt und damit Ihre Argumentation. Ein Motivationsschreiben unterscheidet sich von einem Anschreiben dadurch, dass es weniger die die fachliche Qualifikation und stattdessen mehr die Motivation des Bewerbers herausstreicht.

Das ist gerade bei Studierenden sinnvoll. Wer sich für ein bestimmtes Studium interessiert oder seine Finanzen mit einem Stipendium aufstocken möchte, verfügt im Regelfall noch nicht über umfangreiche berufliche Expertise.

  • Motivationsschreiben Studium

    Sie wollen als der ideale Bewerber wahrgenommen werden. Um das zu erreichen, können diese Fragen Ihnen als Leitfaden bei Ihren Formulierungen behilflich sein:

    • Was sind meine besonderen Stärken?
      Dieser Punkt spielt bei jedem Motivationsschreiben eine Rolle. Hier legen Sie dar, welche Interessen und Fähigkeiten Sie mitbringen, die Sie für dieses Studium prädestinieren. Idealerweise sind das gefragte Fähigkeiten – wer beispielsweise ein BWL-Studium anstrebt und über umfangreiche Chinesisch-Kenntnisse verfügt, sollte diese herausarbeiten.
    • Warum passt dieses Studium genau zu mir?
      Möglicherweise bauen Sie auf bereits vorhandene Kenntnisse im Bachelor-Studium auf oder wollen Ihre Leistungskursfächer intensivieren? Oder Sie haben erkannt, dass Ihre Fähigkeiten sich sehr gut mit den Inhalten dieses Studiums ergänzen würden.
    • Was gefällt mir besonders gut an dieser Hochschule?
      Erläutern Sie, warum Sie sich für diese Hochschule entschieden haben. Werden hier bestimmte Inhalte angeboten, die nur an wenigen Hochschulen erlernt werden können? Gibt es ein besonderes Motto, mit dem Sie sich identifizieren können? Hat die Hochschule ein entsprechendes Renommee?
    • Was sind meine beruflichen und persönlichen Ziele?
      Inwieweit trägt das Studium dazu bei, Sie diesen Zielen weiterzubringen? Auch hier kann ein Vergleich mit anderen Hochschulen und deren Studieninhalten sinnvoll sein. Wichtig ist, dass Sie für sich die Kriterien identifizieren, nach denen Sie eine Auswahl getroffen haben. Vermeiden sollten Sie allerdings Begründungen wie „schön nah zum Elternhaus“ – dann lieber die Verbundenheit mit der Region betonen, aber gleichzeitig das Angebot der Hochschule positiv herausstreichen.

    Download: Motivationsschreiben für das Studium

    PDF Download IconFalls Sie sich an Ihrer Wunsch-Universität bewerben wollen, können Sie sich diese kostenlose Vorlage für ein Motivationsschreiben herunterladen und nutzen. Idealerweise formulieren Sie es aber individuell um uns passen es Ihrem Sprachduktus an.

    Download Motivationsschreiben

  • Motivationsschreiben Stipendium

    Es gibt höchst unterschiedliche Stipendien in Deutschland, die nach verschiedenen Kriterien vergeben werden. Wer eine Bewerbung für ein Stipendium schreibt, sollte sich zuvor genau damit auseinandersetzen, wer aus welchen Gründen ein Stipendium vergibt. Manche Stipendien stehen bestimmten politischen Parteien nahe, andere Gewerkschaften, wiederum andere sind an Noten gebunden. Je besser Sie den potenziellen Förderer kennen, umso besser können Sie Ihre Bewerbung auf ihn zuschneiden. Als Leitfragen dienen Ihnen diese:

    • Was sind meine besonderen Stärken?
      Streichen Sie Ihre Interessen und Fähigkeiten heraus. Welche Eigenschaften bringen Sie mit, die in dieser Stiftung eine Rolle spielen? Dieser Punkt variiert je nachdem, was für ein Stipendium Sie möchten. Kleinere Stiftungen fördern beispielsweise nach Kriterien wie Geschlecht, Migrationsherkunft oder körperlicher Beeinträchtigung.
    • Was gefällt mir besonders gut an dieser Stiftung?
      Wer beispielsweise das Stipendium einer parteinahen Stiftung bekommen möchte, sollte in wesentlichen Punkten sich mit der jeweiligen Partei identifizieren und diese benennen können.
    • Warum passt dieses Stipendium genau zu mir?
      Um Ihren zukünftigen Förderer zu überzeugen, sollten Sie eine plausible Verbindung zwischen Ihrem Studium und dem Stipendium darlegen können. Erklären Sie, warum Sie besonders förderwürdig sind, vielleicht können Sie auch auf ein Ehrenamt hinweisen, das ideal die Werte des Förderers verkörpert?
    • Was sind meine beruflichen und persönlichen Ziele?
      Betonen Sie, wie Sie diese beruflichen und persönlichen Ziele erreichen wollen, was die Stiftung zukünftig von Ihnen erwarten kann. Wie planen Sie Ihr restliches Studium? Wie werden Sie die Ziele der Stiftung möglicherweise auch nach dem Studium unterstützen?
  • Motivationsschreiben Job

    Im Berufsleben wird seltener nach einem Motivationsschreiben gefragt, denn sofern Sie nicht bereits über 20 Jahre Berufserfahrung in zehn verschiedenen Jobs verfügen, erwartet man von Ihnen, Ihre Motivation im Anschreiben darlegen zu können. Dennoch kann es vom Unternehmen verlangt werden, beispielsweise bei einer Bewerbung für ein Praktikum. Fragen Sie sich:

    • Was sind meine besonderen Stärken?
      Was fällt Ihnen leicht, inwiefern kommen Ihre Fähigkeiten besonders gut im Unternehmen zum Einsatz? Oder für ganz Kecke: Wenn Sie den Eindruck haben, dass genau das derzeitig noch fehlt, können Sie Vorzüge betonen, die in der Stellenausschreibung nicht angesprochen werden, aber unerlässlich sind.
    • Was fasziniert mich an diesem Unternehmen?
      Achten Sie an dieser Stelle darauf, dass Sie nicht Ihr Anschreiben eins zu eins kopieren. Stattdessen müssen Sie weitere Vorzüge herausarbeiten, beispielsweise, wenn ein Unternehmen Marktführer in einem bestimmten Bereich ist. Dennoch gilt es, die Balance zwischen Renommee und übertriebener Lobhudelei zu halten, Sie sollten sich nicht zu sehr anbiedern.
    • Welche Erfahrungen kann ich vorweisen?
      Alles, was erkennbar zur ausgeschriebenen Stelle passt, sollten Sie hier anführen. Seien es berufliche Erfahrungen beispielsweise bei einem ähnlichen Unternehmen oder auch Erfahrungen aus dem privaten Bereich, wenn Sie zum Beispiel eine leitende Funktion im Verein übernommen haben.
    • Was sind meine beruflichen und persönlichen Ziele?
      Diese Frage können die meisten Bewerber am leichtesten beantworten, schließlich ist sie der Grund für Ihr Motivationsschreiben. Sie müssen lediglich plausibel darlegen, wie dieser Job Ihnen dabei helfen kann. Aber Vorsicht: Zu viel Ehrlichkeit kann daneben gehen. Wer Geld als einzige Motivation angibt, wird so keinen Personaler von sich überzeugen.

In diesen Fällen bitte kein Motivationsschreiben

Kritiker des Motivationsschreibens verweisen – leider oftmals nicht ganz zu Unrecht – dass es eigentlich nur redundante Informationen enthält und die Bewerbungsunterlagen künstlich aufbläht. Sie sollten es daher nur verwenden, wenn…

  • es ausdrücklich verlangt wird – etwa bei Studienplatz oder Stipendium.
  • Sie darin inhaltlich auch wirklichen Neues und interessanten Nutzen bieten können.

Streng genommen ist ein Motivationsschreiben somit überflüssig, wenn Ihre restliche Bewerbung bereits die besten Argumente enthält, in sich stimmig und abgeschlossen ist. Verzichten Sie darauf, einfach nur ein Motivationsschreiben zu erstellen, um Ihre Unterlagen größer und besser erscheinen zu lassen – wenn Sie darin eigentlich gar nichts zu sagen haben.

Denn das merkt auch der Personaler, der das Motivationsschreiben liest und frustriert erkennt, dass er überhaupt keine neuen Informationen, Argumente oder authentische Bekundungen über die Motivation des Bewerbers erhalten hat.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

26. Juni 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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